Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Moderator: Moderatoren Forum 5

Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 43735
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 16. Nov 2020, 19:59

Stoner hat geschrieben:(16 Nov 2020, 19:50)

Wobei sich dann die Frage stellt: Wenn es keinen Gesinnungs- und Haltungsjournalismus gibt, aber einen Wertejournalismus, dürfte man dann behaupten, die Journalisten hätten keine Gesinnung und keine Haltung? Vertrackt.

Die semantischen Feinheiten halte ich für nebensächlich, man könnte Restle auch als Gesinnungsjournalisten bezeichnen.

Entscheidend ist doch aber eher, in welchem Rahmen der Aktivismus stattfindet und ob das eine Monopolstellung einnimmt.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Umetarek
Moderator
Beiträge: 16795
Registriert: Di 3. Jun 2008, 07:24
Benutzertitel: auf dem Weg zur Wüste...
Wohnort: Pfalz

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Umetarek » Mo 16. Nov 2020, 20:52

Ich frag mich ja schon, wer um alles in der Welt für den Focus, die Welt und die Bild schreibt, wenn es keine Journalisten sind.
Mutter des Wahnsinns und Harmoniebeauftragte des Forums, sowie geprüfte Völkermörderin!
Benutzeravatar
NicMan
Moderator
Beiträge: 1982
Registriert: Fr 23. Sep 2016, 12:27
Benutzertitel: Statistiker und Epistemologe

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon NicMan » Mo 16. Nov 2020, 21:00

Umetarek hat geschrieben:(16 Nov 2020, 20:52)

Ich frag mich ja schon, wer um alles in der Welt für den Focus, die Welt und die Bild schreibt, wenn es keine Journalisten sind.


Die sind immerhin für die FDGO. Das ist viel zu links.
"In God we trust, all others bring data." –William Edwards Deming (1900-1993)
Benutzeravatar
Umetarek
Moderator
Beiträge: 16795
Registriert: Di 3. Jun 2008, 07:24
Benutzertitel: auf dem Weg zur Wüste...
Wohnort: Pfalz

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Umetarek » Mo 16. Nov 2020, 21:03

NicMan hat geschrieben:(16 Nov 2020, 21:00)

Die sind immerhin für die FDGO. Das ist viel zu links.

By Jove! :eek: :mad2:
Mutter des Wahnsinns und Harmoniebeauftragte des Forums, sowie geprüfte Völkermörderin!
Benutzeravatar
Umetarek
Moderator
Beiträge: 16795
Registriert: Di 3. Jun 2008, 07:24
Benutzertitel: auf dem Weg zur Wüste...
Wohnort: Pfalz

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Umetarek » Mo 16. Nov 2020, 21:28

Und ich halt den Scheiß noch nicht mal aus, den die zu Papier bringen, heißt das ich bin linksextrem? Hat mal wer ein Molotov für mich?
Mutter des Wahnsinns und Harmoniebeauftragte des Forums, sowie geprüfte Völkermörderin!
Benutzeravatar
Stoner
Beiträge: 3414
Registriert: Mi 8. Aug 2018, 11:21
Benutzertitel: Transzendental-Satiriker

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Stoner » Mo 16. Nov 2020, 21:37

Umetarek hat geschrieben:(16 Nov 2020, 21:28)

Und ich halt den Scheiß noch nicht mal aus, den die zu Papier bringen, heißt das ich bin linksextrem? Hat mal wer ein Molotov für mich?


Die konkurrierenden Wahrheiten des "Wertejournalismus" sind halt nicht nach jedermanns Geschmack. :D

Da sollte man so liberal wie bei den ca. 60 Geschlechtern sein.

Oder sich doch mal überlegen, was faul ist am Journalismus. Manchmal, wenn der Käse, je nach Sorte, etwas schimmelt, kann man ja die Stelle rausschneiden und den Rest dann noch verbrauchen. Bei Hartkäse. Weichkäse stinkt dann womöglich auch noch. ;)
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der Persönlichkeit. (Mark Twain)
Benutzeravatar
Skeptiker
Beiträge: 7974
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Skeptiker » Mo 16. Nov 2020, 21:49

Umetarek hat geschrieben:(16 Nov 2020, 20:52)
Ich frag mich ja schon, wer um alles in der Welt für den Focus, die Welt und die Bild schreibt, wenn es keine Journalisten sind.

Wieso? Das sind doch Journalisten. Wer behauptet denn was anderes?

Es ist mir fast ein wenig peinlich, aber wieder muss ich Fleischhauer zitieren:
Wenn deutsche Journalisten den Bundeskanzler stellen könnten
Leider legen die Zahlen nahe, dass es mit dem Widerspruchsgeist nicht so weit her ist. Es gibt nicht viele Studien zu den politischen Vorlieben von Medienmenschen. Eine der größten stammt von 2005 und kommt vom Hamburger Institut für Journalistik. Danach verteilte sich die politische Sympathie wie folgt: Grüne 35,5 Prozent, SPD 26 Prozent, CDU 8,7 Prozent, FDP 6,3 Prozent, sonstige 4 Prozent, keine Partei 19,6 Prozent.

Jüngere Studien kommen zu einem ähnlichen Befund. Mal ist die Zahl derjenigen größer, die sich politisch nicht zuordnen wollen. Mal liegen die Sozialdemokraten besser, mal liegen sie schlechter. Aber am Trend ändert sich nichts: Wenn deutsche Journalisten den Bundeskanzler stellen könnten, käme der nicht aus dem bürgerlichen Lager.

Selbst in Redaktionen, in denen man es nicht erwarten sollte, gibt es eine klare Mehrheit für Rot-Grün. Bei der „Welt“, dem konservativen Flaggschiff des Springer-Konzerns, weiß man es genau, seit die Redaktion vor ein paar Jahren anlässlich einer Bundestagswahl eine Testwahl unter den Kollegen durchführte. Das Ergebnis hing dann zwei Wochen am schwarzen Brett des Springer-Hochhauses in Berlin, bis der Vorstand es abnehmen ließ, weil man nicht jedem Besucher auf die Nase binden wollte, dass der heimliche Lebenstraum eines „Welt“-Redakteurs ein Platz bei der „Süddeutschen“ ist.

https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 39898.html

Bedeutet, dass auch die konservativen Blätter keine Ausnahme darstellen.

Er gibt (im selben Artikel) auch einen Ausblick auf die Zukunft - für diejenigen, die das für einen Effekt halten, der immer schon so da war. Ja war er die letzten Jahrzehnte - aber es wird "schlimmer":
Es wird übrigens nicht besser werden, was die politische Einseitigkeit angeht, das lässt sich schon jetzt sagen. Als ich auf der Journalistenschule war, gab es wenigstens noch ein paar Leute, die nicht Germanistik studiert hatten. Die sind heute alle verschwunden, in die Kanzleien oder in die Wirtschaftswelt.

Wer heute Journalist wird, muss entweder finanziell unabhängig sein – oder er ist sehr intrinsisch motiviert, also von einem starken Missionsgeist erfüllt. Es ist im Prinzip schön, wenn Menschen von ihrer Sache sehr überzeugt sind. Es kann leider nur furchtbar nerven, wenn sie alle ständig daran teilhaben lassen.
Benutzeravatar
naddy
Beiträge: 2589
Registriert: Mo 18. Mär 2019, 11:50

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon naddy » Mo 16. Nov 2020, 21:57

Stoner hat geschrieben:(16 Nov 2020, 11:47)

Dass es regnet, ist keine Frage der Beschreibung.

Tatsächlich? Was bedeutet denn "es regnet" ohne Beschreibung? Ich vermute, daß "es regnet", oder?

Es gibt keinen einzigen Begriff ohne "Beschreibung"/Definition, noch nicht einmal einen mathematischen. Aber lassen wir das besser an dieser Stelle, Semantik ist ohnehin nicht jedermanns Sache.
"Das gefährliche an der Dummheit ist, daß sie die dumm macht, die ihr begegnen." (Sokrates).
Benutzeravatar
Umetarek
Moderator
Beiträge: 16795
Registriert: Di 3. Jun 2008, 07:24
Benutzertitel: auf dem Weg zur Wüste...
Wohnort: Pfalz

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Umetarek » Mo 16. Nov 2020, 21:57

Skeptiker hat geschrieben:(16 Nov 2020, 21:49)

Wieso? Das sind doch Journalisten. Wer behauptet denn was anderes?

Es ist mir fast ein wenig peinlich, aber wieder muss ich Fleischhauer zitieren:

https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 39898.html

Bedeutet, dass auch die konservativen Blätter keine Ausnahme darstellen.

Er gibt (im selben Artikel) auch einen Ausblick auf die Zukunft - für diejenigen, die das für einen Effekt halten, der immer schon so da war. Ja war er die letzten Jahrzehnte - aber es wird "schlimmer":

Was du sagst ist, dass die Extreme fehlen und damit nicht nur die rechten, natürlich gibt es noch Journalismus rechts und links am Rand, kann man problemlos im Netz konsumieren, wenn man den noch größeren Dreck vermisst. Das mit der Welt glaube ich nicht, oder sie schreiben dermaßen an ihrem Weltbild vorbei, dass nur Scheiße bei rauskommen kann, was wiederum naheliegen würde.
Mutter des Wahnsinns und Harmoniebeauftragte des Forums, sowie geprüfte Völkermörderin!
Benutzeravatar
NicMan
Moderator
Beiträge: 1982
Registriert: Fr 23. Sep 2016, 12:27
Benutzertitel: Statistiker und Epistemologe

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon NicMan » Mo 16. Nov 2020, 21:59

Umetarek hat geschrieben:(16 Nov 2020, 21:57)

Was du sagst ist, dass die Extreme fehlen und damit nicht nur die rechten, natürlich gibt es noch Journalismus rechts und links am Rand, kann man problemlos im Netz konsumieren, wenn man den noch größeren Dreck vermisst. Das mit der Welt glaube ich nicht, oder sie schreiben dermaßen an ihrem Weltbild vorbei, dass nur Scheiße bei rauskommen kann, was wiederum naheliegen würde.


Im Welt-Kommentarbereich tummeln sich übrigens zu 90 Prozent Konservative bis rechtsaußen. Die angeblich „links-grüne“-Grundhaltung dort scheint die nicht zu stören.
"In God we trust, all others bring data." –William Edwards Deming (1900-1993)
Benutzeravatar
Skeptiker
Beiträge: 7974
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Skeptiker » Mo 16. Nov 2020, 22:05

Umetarek hat geschrieben:(16 Nov 2020, 21:57)
Was du sagst ist, dass die Extreme fehlen und damit nicht nur die rechten, ...

Wo schreibe ich das?
... natürlich gibt es noch Journalismus rechts und links am Rand, kann man problemlos im Netz konsumieren, wenn man den noch größeren Dreck vermisst.

:|
Verwechselst du mich? Ich trete hier für Ausgeglichenheit ein, nicht für Extreme.
Das mit der Welt glaube ich nicht, oder sie schreiben dermaßen an ihrem Weltbild vorbei, dass nur Scheiße bei rauskommen kann, was wiederum naheliegen würde.

Keine Ahnung auf welche "Scheiße" du dich bei der Welt beziehst. Vielleicht gibst du mal Beispiele :rolleyes:
Du kannst natürlich glauben was du willst. Ich zitiere halt einen Insider aus der Focus-Redaktion, der durchaus Connections zu Redakteuren der Welt haben dürfte. Wahrscheinlich sind deine Quellen halt besser - muss ich mit leben.
Benutzeravatar
NicMan
Moderator
Beiträge: 1982
Registriert: Fr 23. Sep 2016, 12:27
Benutzertitel: Statistiker und Epistemologe

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon NicMan » Mo 16. Nov 2020, 22:09

Ist doch ganz einfach: Für mich, Umetarek oder Vongole ist die Medienlandschaft bereits divers und ausgeglichen. Noch „ausgeglichener“ könnte sie nur durch die verstärkte Aufnahme von Extremen werden. Solange es in Bezug auf die Grundannahme einer unausgewogenen Medienlandschaft (was immer das bedeuten mag) keine Einigung gibt, führen weitere Diskussionsschritte nicht weiter.
"In God we trust, all others bring data." –William Edwards Deming (1900-1993)
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 43735
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 16. Nov 2020, 22:13

Don Alphonso alias Rainer Meyer gilt nicht als links oder grün.

Der Onlinebranchendienst Meedia nannte ihn 2009 den „bösen Buben der Blog-Szene“, der „in den Wunden der Medien- und Internetszene“ bohre.[18]
https://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Meyer

Er arbeitet u. a. für die WELT.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Skeptiker
Beiträge: 7974
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Skeptiker » Mo 16. Nov 2020, 22:14

NicMan hat geschrieben:(16 Nov 2020, 21:59)
Im Welt-Kommentarbereich tummeln sich übrigens zu 90 Prozent Konservative bis rechtsaußen. Die angeblich „links-grüne“-Grundhaltung dort scheint die nicht zu stören.

Du scheinst überrascht zu sein, dass die Journalisten ihren Job machen, und ggf. nicht in erster Linie ihre Meinung verbreiten. Ich weiss, in deiner Generation wäre das ein absonderliches Verhalten. Darauf weist ja auch der letzte von mir von Fleischhauer zitierte Artikel hin.

Ich wundere mich nur ein wenig, dass es so überraschend ist, dass auch für die Welt nichts anderes gelten kann als für alle anderen Medienhäuser. Natürlich müssen die sich aus dem Personalmarkt für Journalisten bedienen, und natürlich führt das auch in der Welt zu einer RRG-Dominanz in der Redaktion. Im Gegensatz zu Blättern wie der TAZ wird es bei der Welt aber natürlich auch deutlich konservativere Redakteure geben, wodurch ich denke, dass die Welt aktuell wahrscheinlich eine der ausgeglichensten Redaktionen haben sollte (im Vergleich mit explizit linken Blättern).
Benutzeravatar
Skeptiker
Beiträge: 7974
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Skeptiker » Mo 16. Nov 2020, 22:17

NicMan hat geschrieben:(16 Nov 2020, 22:09)
Ist doch ganz einfach: Für mich, Umetarek oder Vongole ist die Medienlandschaft bereits divers und ausgeglichen. Noch „ausgeglichener“ könnte sie nur durch die verstärkte Aufnahme von Extremen werden. Solange es in Bezug auf die Grundannahme einer unausgewogenen Medienlandschaft (was immer das bedeuten mag) keine Einigung gibt, führen weitere Diskussionsschritte nicht weiter.

Ach so. Ich trete hier für einen politisch ausgewogener besetzten Journalismus ein.
Ihr sagt "da sind wir schon" und macht daraus die These: "Wenn einem das nicht ausreicht, dann fordert man Extremismus"
Als nächstes kriege ich an den Kopf geworfen, dass ich Extremismus fordere.

Geht es noch bescheuerter? Fällt dir überhaupt auf wie dämlich das ist?
Benutzeravatar
NicMan
Moderator
Beiträge: 1982
Registriert: Fr 23. Sep 2016, 12:27
Benutzertitel: Statistiker und Epistemologe

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon NicMan » Mo 16. Nov 2020, 22:23

Skeptiker hat geschrieben:(16 Nov 2020, 22:17)

Ach so. Ich trete hier für einen politisch ausgewogener besetzten Journalismus ein.
Ihr sagt "da sind wir schon" und macht daraus die These: "Wenn einem das nicht ausreicht, dann fordert man Extremismus"
Als nächstes kriege ich an den Kopf geworfen, dass ich Extremismus fordere.

Geht es noch bescheuerter? Fällt dir überhaupt auf wie dämlich das ist?


Werter Skeptiker, dein argumentatives Problem besteht darin, die angebliche Unausgewogenheit der deutschen Medienlandschaft an keiner Stelle konkret nachweisen zu können. Hast du eigentlich mal in letzter Zeit regelmäßig Artikel von Welt (Online) konsumiert? Ich kriege die schon über Twitter in die Timeline gespült. Sehr häufig hat man dort Meinungsbeiträge wie: „Warum die Steuern zu hoch sind“, „Weshalb Gendern Unsinn ist“, „Warum die Sozialwissenschaften nur aus linken Spinnern bestehen“, „Wie Linke die klassische Familie zerstören“ und so weiter und so fort. Dürfen die ja gerne alles schreiben und denken, aber wo sind das denn keine konservativen Positionen?
"In God we trust, all others bring data." –William Edwards Deming (1900-1993)
Benutzeravatar
Skeptiker
Beiträge: 7974
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Skeptiker » Mo 16. Nov 2020, 22:41

NicMan hat geschrieben:(16 Nov 2020, 22:23)

Werter Skeptiker, dein argumentatives Problem besteht darin, die angebliche Unausgewogenheit der deutschen Medienlandschaft an keiner Stelle konkret nachweisen zu können. Hast du eigentlich mal in letzter Zeit regelmäßig Artikel von Welt (Online) konsumiert? Ich kriege die schon über Twitter in die Timeline gespült. Sehr häufig hat man dort Meinungsbeiträge wie: „Warum die Steuern zu hoch sind“, „Weshalb Gendern Unsinn ist“, „Warum die Sozialwissenschaften nur aus linken Spinnern bestehen“, „Wie Linke die klassische Familie zerstören“ und so weiter und so fort. Dürfen die ja gerne alles schreiben und denken, aber wo sind das denn keine konservativen Positionen?

Nicman, dein Problem besteht darin, dass du die Fragestellung dieses Threads nicht verstehst.

Ich behaupte nicht, dass die Welt ein linkes Blatt ist. Ich lese die Welt und ich kenne deren Ausrichtung. Mach dich aber mal über den Werdegang des Herausgebers schlau. Aust ist alles andere als ein konservativer Knochen.

Die These meines Stranges ist, dass es ungesund für Journalismus allgemein ist, wenn sich die Journalisten aus sehr einseitigen Milieus mit sehr einheitlichen Ansichten rekrutieren. Dass dieses so ist, dafür habe ich Belege geliefert. Selbst die "Entgegenhaltung" von Vongole bestreitet die Tatsache eigentlich nicht, sondern wertet sie als bekannte Tatsache ab. Und es ist nunmal eine Tatsache, dass Journalisten mehrheitlich "linksgrün" sind - es müsst eigentlich "grünlinks" heißen, weil grün sogar dominiert. Insbesondere die Verschärfung dieser Tendenz ist das Thema hier - denn Innzucht ist nunmal ungesund - biologisch und intellektuell.

Du aber bekämpfst hier tapfer den Strohmann, dass ich vor allem eine heutige unausgewogene Berichterstattung anprangern würde. Tja, wenn du nicht das Thema verstehst, dann können wir natürlich auch noch länger aneinander vorbei reden.

Ich kann in all eurer Argumentation jedenfalls kein Eingehen auf die geschilderte Grundproblematik erkennen. Alles was ich lese ist "Wieso? Man kann sich doch alles kaufen" - Jau, nix verstanden, setzen, sechs. :rolleyes:
Benutzeravatar
NicMan
Moderator
Beiträge: 1982
Registriert: Fr 23. Sep 2016, 12:27
Benutzertitel: Statistiker und Epistemologe

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon NicMan » Mo 16. Nov 2020, 22:50

Skeptiker hat geschrieben:(16 Nov 2020, 22:41)

Nicman, dein Problem besteht darin, dass du die Fragestellung dieses Threads nicht verstehst.

Ich behaupte nicht, dass die Welt ein linkes Blatt ist. Ich lese die Welt und ich kenne deren Ausrichtung. Mach dich aber mal über den Werdegang des Herausgebers schlau. Aust ist alles andere als ein konservativer Knochen.

Die These meines Stranges ist, dass es ungesund für Journalismus allgemein ist, wenn sich die Journalisten aus sehr einseitigen Milieus mit sehr einheitlichen Ansichten rekrutieren. Dass dieses so ist, dafür habe ich Belege geliefert. Selbst die "Entgegenhaltung" von Vongole bestreitet die Tatsache eigentlich nicht, sondern wertet sie als bekannte Tatsache ab. Und es ist nunmal eine Tatsache, dass Journalisten mehrheitlich "linksgrün" sind - es müsst eigentlich "grünlinks" heißen, weil grün sogar dominiert. Insbesondere die Verschärfung dieser Tendenz ist das Thema hier - denn Innzucht ist nunmal ungesund - biologisch und intellektuell.

Du aber bekämpfst hier tapfer den Strohmann, dass ich vor allem eine heutige unausgewogene Berichterstattung anprangern würde. Tja, wenn du nicht das Thema verstehst, dann können wir natürlich auch noch länger aneinander vorbei reden.

Ich kann in all eurer Argumentation jedenfalls kein Eingehen auf die geschilderte Grundproblematik erkennen. Alles was ich lese ist "Wieso? Man kann sich doch alles kaufen" - Jau, nix verstanden, setzen, sechs. :rolleyes:


Ich verstehe dich also richtig: Nach deiner Aufassung rekrutieren sich große Teile der journalistischen Zunft aus Menschen, die tendenziell „grünlinke“ Ansichten vertreten. Gleichzeitig gibts Du jedoch zu, dass diese persönlichen Ansichten offenbar nichts an der Ausrichtung von Blättern wie der „Welt“ ändern.

Dann stellt sich die Frage, weshalb die Ansichten der Journalisten überhaupt ein Problem sein sollten, wenn ihre persönlichen Ansichten ihr Geschreibsel doch kaum beeinflussen. Das ist doch im wesentlichen das was zählt: Das, was hinten rauskommt. Du aber wärst offenbar glücklicher, wenn die konservativen Artikel der Welt genauso erscheinen würden wie jetzt, aber eben von Autoren mit anderem „Mindset“ verfasst.

Ich kann mir nicht helfen, aber ich finde das sehr absurd.
"In God we trust, all others bring data." –William Edwards Deming (1900-1993)
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 15823
Registriert: Do 29. Sep 2016, 15:33

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Selina » Mo 16. Nov 2020, 22:53

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Nov 2020, 19:39)

Dem Monitor-Chef Georg Restle halten Kritiker beispielsweise vor, "politischen Aktivismus" statt Journalismus zu betreiben.
Er selbst nennt es werteorientiert.

Wir sind per Du, also du und ich. ;)


Der Restle ist ein toller Journalist. Und natürlich packt Monitor ständig sehr heiße Eisen an. Vieles davon ist den Rechtsaußen-Leuten (AfD, Identitäre, Teile der Reichsbürger) natürlich ein Dorn im Auge. Da aber viele dieser Rechtsaußen-Leute eine akute Bedrohung für die Demokratie sind, kann man Leuten wie Restle nur dankbar sein, dass er solche Dinge recherchiert und aufdeckt. Daher gabs auch eine Morddrohung gegen ihn.

Hier, mal einer seiner treffenden Kommentare. Sehr zu empfehlen:

https://www1.wdr.de/daserste/monitor/vi ... --100.html
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 15823
Registriert: Do 29. Sep 2016, 15:33

Re: Wie vielschichtig denkt und berichtet uniform besetzter Journalismus?

Beitragvon Selina » Mo 16. Nov 2020, 23:05

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Nov 2020, 22:13)

Don Alphonso alias Rainer Meyer gilt nicht als links oder grün.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Meyer

Er arbeitet u. a. für die WELT.


Der ist das krasse Gegenteil von linksgrün. Und auch der hier bei einigen so beliebte Jan Fleischhauer ist alles andere als linksgrün. Was im Focus kommt, ist insgesamt alles andere als linksgrün. Ja, Die Welt wirkt manchmal etwas gemischt, da findet man neben 80 Prozent konservativer Texte auch ab und an mal einen "linksgrünen". Wie zufällig "passiert" :D Aber ansonsten, es gibt doch sehr viel netten Lesestoff für die Konservativen und Erzkonservativen dieses Landes. Und was noch weiter rechts befindlich ist, findet ebenfalls das Passende. Liegt überall rum.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz

Zurück zu „5. Bildung - Kultur - Medien“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste