taz-Autorin: Polizisten auf dem Müll entsorgen

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Fliege
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Re: taz-Autorin: Polizisten auf dem Müll entsorgen

Beitragvon Fliege » Sa 22. Aug 2020, 21:55

Skeptiker hat geschrieben:(22 Aug 2020, 21:40)
Puaaahhh :D
Die Cancel-Culture gibt es nicht, weil eine Hetzerin der TAZ nicht betroffen ist. Der war gut :thumbup:
Imp, die TAZ ist links. Die Cancel-Culture ist links. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Hat die TAZ-Autorin nicht sogar um Polizeischutz gebeten und damit einen performativen Widerspruch hingelegt und sich damit komplett unglaubwürdig gemacht?
Somit könnte man sie ins rechte Lager ausbürgern und an ihr Cancel-Culture statuieren.
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naddy
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Re: taz-Autorin: Polizisten auf dem Müll entsorgen

Beitragvon naddy » Sa 22. Aug 2020, 23:03

Betrachten wir es nüchtern: Die Taz-Autorin hat sich einfach im eigenen Archiv bedient und die Formulierung "entsorgen" von Gauland geborgt. Damals hat sich die Taz zwar fürchterlich über eine solche Aussage aufgeregt, aber im Laufe der Zeit offenbar von ihren Gegnern gelernt. Und wenn es die aus ihrer Sicht Richtigen trifft - warum denn nicht? Auf dem einmal identifizierten Gegner nach Belieben herumzutrampeln entspricht doch durchaus dem Zeitgeist. Worin soll denn sonst der Reiz des "Gut-Seins" liegen? Irgendwie muß sich das schon auszahlen.
"Das gefährliche an der Dummheit ist, daß sie die dumm macht, die ihr begegnen." (Sokrates).
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Fliege
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Re: taz-Autorin: Polizisten auf dem Müll entsorgen

Beitragvon Fliege » Sa 22. Aug 2020, 23:47

naddy hat geschrieben:(22 Aug 2020, 23:03)

Worin soll denn sonst der Reiz des "Gut-Seins" liegen? Irgendwie muß sich das schon auszahlen.

Rentierliches Gutsein: Schöner lässt sich Gutsein nicht demaskieren, nämlich als Vorteilsnahme durch Lobbyismus.
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Cobra9
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Re: taz-Autorin: Polizisten auf dem Müll entsorgen

Beitragvon Cobra9 » So 23. Aug 2020, 03:59

imp hat geschrieben:(22 Aug 2020, 21:45)

Also handelt es sich bei dem Gejammer eigentlich nur um das übliche Rätseln, warum die Welt sich weiter gedreht hat? Das dürfte hier die Sache nicht sein. Die Autorin hat - in einem Text, den manche als ernst gemeinten Angriff verstehen - konkret über Polizisten geurteilt. Es kommt natürlich bequem, wenn man eine angeblich fehlende Redefreiheit nur nach einer politischen Richtung hin definiert. So kann man das eigene Handeln gegenüber anderen, die für etwas stehen, gleich ausblenden. Um so leichter lässt sich imaginieren, man wolle tatsächlich "die Redefreiheit" retten.



Na ja eventuell würde es Pomp gefallen wortwörtlich getextet auf dem Müll entsorgt zu werden und Berufsgruppe. Was würdest Du denn sagen wenn man sagt Du gehörst auf den Müll aufgrund deines Berufes oder deiner Meinung :?:

Ich denke es war übers Ziel raus. Aber ja gut Meinung Pimp by Imp ist auch nicht okay für mich. Griechenland kauft ja Drohnen von der Türkei...... Kramp-Karrenbrauer trifft auch Aussagen ohne die so getan zu haben.......zumindest wüsste ich nicht wo das stehen soll und Antworten wurden nicht gegeben.


Also denk ich mit Kreativität und ein bißchen Rede Freiheit geht wahr jeder anders um. Ich finde die Autorin hat es übertrieben.


Eine ganze Gruppe pauschal beschimpfen geht zu weit.

Gilt Abfall eigentlich dann auch für die Reporter?

Weil Fehler sowie mit Vorsatz falsche Stories passieren hier auch. Ich bin pro Fehlerkultur. Aber sachlich bitte und auf einem gewissen Niveau.

Gut eventuell siehst Du das anders, eher aus Deinem Blickwinkel betrachtet.
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Re: taz-Autorin: Polizisten auf dem Müll entsorgen

Beitragvon Tom Bombadil » So 23. Aug 2020, 08:45

Skeptiker hat geschrieben:(22 Aug 2020, 21:40)

Die Cancel-Culture ist links. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

So ist es. Im Zweifel ist eh alles Satire (siehe Umwelt- und Nazisau, auch ohne Konsequenzen), nur bei Nuhr oder Eckhart nicht.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: taz-Autorin: Polizisten auf dem Müll entsorgen

Beitragvon imp » So 23. Aug 2020, 08:50

naddy hat geschrieben:(22 Aug 2020, 23:03)

Betrachten wir es nüchtern: Die Taz-Autorin hat sich einfach im eigenen Archiv bedient und die Formulierung "entsorgen" von Gauland geborgt.

Ja, das hat sie gemacht. Wäre der Artikel ernst gemeinter Aufruf - und so verstehen ihn manche - wäre es eine Sauerei. Ist es Satire - so sieht die Zeitung das - muss man es nicht unbedingt gelungen finden. Ich habe es damals als Satire verbucht und die Assoziation zu Gauland war mir damals auch präsent. Ich fand den Dreh ganz lustig in dem Rahmen, dass es eben kein ernst gemeinter Text war. Wir haben als Gesellschaft in letzter Zeit verstärkt auf die Polizei draufgeguckt und Einzelfälle gesehen, die überhaupt nicht gehen. Die meisten Polizisten sind vollkommen korrekt. Weder wollen wir Einzelfälle weglächeln oder nicht gesehen haben noch wollen wir sie generalisieren. Der Text generalisiert auf Polizisten als Gruppe. Auch darin bedient er sich einer Vorlage.

Damals hat sich die Taz zwar fürchterlich über eine solche Aussage aufgeregt, aber im Laufe der Zeit offenbar von ihren Gegnern gelernt. Und wenn es die aus ihrer Sicht Richtigen trifft - warum denn nicht? Auf dem einmal identifizierten Gegner nach Belieben herumzutrampeln entspricht doch durchaus dem Zeitgeist. Worin soll denn sonst der Reiz des "Gut-Seins" liegen? Irgendwie muß sich das schon auszahlen.

Wenn du es so nimmst, funktioniert ein lustvolles Schlechtsein mit extra betontem Bruch angeblicher PC-Vorgaben und dem Herumtrampeln auf Rücksichten und Befindlichkeiten genauso. Das wäre aber als Leitmodell nicht gut. Zumindest nach außen hin hat die taz vor allem die Zulässigkeit des Textes als Satire verteidigt. Da gehe ich mit ihr. Dass der Text ernst gemeint nicht geht, ist hoffentlich auch bei der taz noch Standard.
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Re: taz-Autorin: Polizisten auf dem Müll entsorgen

Beitragvon McKnee » So 23. Aug 2020, 09:37

imp hat geschrieben:(23 Aug 2020, 08:50)

Ja, das hat sie gemacht. Wäre der Artikel ernst gemeinter Aufruf - und so verstehen ihn manche - wäre es eine Sauerei. Ist es Satire - so sieht die Zeitung das - muss man es nicht unbedingt gelungen finden.


Nein, der Text war tatsächlich kein konkreter Aufruf und wenn er als solcher verstanden wird, dann distanziert man sich.

Er war aber ebensowenig Satire. Es spiegelt die Meinung und das Menschenbild der Autorin wieder. Es ist schlicht ihre Meinung, die sie vor allem mit Linksextremisten, aber - da gibt es Konsenz - mit vielen anderen Extremisten oder Versagern teilt. Es wäre zumindest der erste Artikel dieserArt, den sie satirisch verstanden haben will. Und selbst sie besteht bisher nicht darauf.

Was auch Die Zeit versucht als Satire zu analysieren, ist schlichtweg ein Fluchtweg.

Dieser Text verstößt gegen alles, was ich unter gutem Journalismus oder überhaupt Journalismus verstehe. Hier wurde die Grenze zur Propagandaschrift überschritten.

Wären es nicht nur Polizisten gewesen, die eine oder andere Seite würde das Thema heute noch hoch halten. So übt man sich lieber im Vergessen und der Verdrängung.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D
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Re: taz-Autorin: Polizisten auf dem Müll entsorgen

Beitragvon Sören74 » So 23. Aug 2020, 12:01

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Aug 2020, 08:45)

So ist es. Im Zweifel ist eh alles Satire (siehe Umwelt- und Nazisau, auch ohne Konsequenzen), nur bei Nuhr oder Eckhart nicht.


Nee, Konsequenzen hat es in allen Fällen, auch wenn es Satire ist, siehe auch Böhmermann.
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Re: taz-Autorin: Polizisten auf dem Müll entsorgen

Beitragvon Cobra9 » So 23. Aug 2020, 12:08

McKnee hat geschrieben:(23 Aug 2020, 09:37)

Nein, der Text war tatsächlich kein konkreter Aufruf und wenn er als solcher verstanden wird, dann distanziert man sich.

Er war aber ebensowenig Satire. Es spiegelt die Meinung und das Menschenbild der Autorin wieder. Es ist schlicht ihre Meinung, die sie vor allem mit Linksextremisten, aber - da gibt es Konsenz - mit vielen anderen Extremisten oder Versagern teilt. Es wäre zumindest der erste Artikel dieserArt, den sie satirisch verstanden haben will. Und selbst sie besteht bisher nicht darauf.

Was auch Die Zeit versucht als Satire zu analysieren, ist schlichtweg ein Fluchtweg.

Dieser Text verstößt gegen alles, was ich unter gutem Journalismus oder überhaupt Journalismus verstehe. Hier wurde die Grenze zur Propagandaschrift überschritten.

Wären es nicht nur Polizisten gewesen, die eine oder andere Seite würde das Thema heute noch hoch halten. So übt man sich lieber im Vergessen und der Verdrängung.



Gut geschrieben und auf den Punkt gebracht
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