Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

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Billie Holiday
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 26. Feb 2021, 10:11

tarkomed hat geschrieben:(26 Feb 2021, 09:36)

So ist es. Solange die Filterblase die größte ist in Deutschland und ich bei jedem Schritt meinen Meinungen begegne, dann sage ich mir: do bin i dahoam… :D


Ist dir das sehr wichtig, deine Meinung in der vermeintlichen Mehrheit zu wissen?
Mal gucken, was der Mainstream so sagt? Bloß nicht anecken? Schön mitlaufen?
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon PersonalFreedom » Fr 26. Feb 2021, 10:18

tarkomed hat geschrieben:(25 Feb 2021, 18:38)

Ich kann es mir leisten, nicht nur für mich zu sprechen, weil ich meine Meinungen in der Mehrheit in Deutschland wiederfinde. Das kannst du wohl von dir nicht behaupten.


Doch kann ich. Du bist jedoch derjenige, der das tut und damit falsch liegt. Du hängst voll in einer Filterblase.

Wenn du überall nur Linke siehst und sogar FFF für dich auch links steht


Wenn Du meinen Beitrag gelesen-verstanden hättest, was Dir ganz offensichtlich schon schwer fällt, hättest Du gesehen, dass ich nicht "überall nur Linke sehe" sondern eine Polarisation erkenne, die ich bedenklich finde.
Aber auf die Art kommt es auch zustande, dass Du von Dir selbst glaubst zur Mitte oder Mehrheit zu gehören, obwohl Du die üblichen spätpubertär-linken Ansichten verinnerlicht hast.

FFF wird aus dem linken Lager beklatscht und gefördert. Außerdem finden sich, bei Schülern und Studenten normal, bei älteren peinlich, eben sofort die verheerenden "Lösungsvorschläge" aus entsprechenden Strömungen und dieselben Feindbilder wieder.

dann schau dich mal um, wo du dann stehst. Das sind doch Teenager, die ihre Zukunft in Gefahr sehen. Ist die ganze Welt nach links gerückt? Denn es herrscht ein weltweiter Konsens, dass der Klimawandelt mit allen verfügbaren Mitteln bekämpft werden muss.


Mit allen Mitteln? Nein. Die Probleme sehe ich durchaus auch, halte aber die angebotenen Lösungen für Unsinn. Ich schaue mich deutlich differenzierter um als Du wie es scheint und sehe eben nicht nur die braven Umweltgretas, sondern sofort die "System Change"-Jugend der Linken und der Grünen überall drumherum schwirren. Ich sehe, dass linke Medien die Meldungen darüber framen und Leute wie Du es nicht einmal merken, weil sie es selbst gut finden.

Zumindest hier im Forum ist mir allerdings nur ein lautes Geschrei gegen Cancel Culture aufgefallen


Die ist ja auch eine unselige neue Mode, die eine demokratische Debatte verhindert und - auf der anderen Seite - der AfD Leute zutreibt, die sonst niemals in diese Richtung dachten. Nach dem Motto "lieber ein paar Fake News und ausländerfeindliche Sprüche als Sprachdiktate, Leben auf Schienen und Enteignung."

siehe Threadtitel – irrsinnige Behauptungen, dass Bücherverbrennungen wegen Cancel Culture bevorstehen.


Du musst wirklich sehr blind sein, um nicht zu sehen, dass das schon passiert. Nicht laut wie im Nationalsozialismus, aber schleichend. Was passiert bei Illner & Co mit Diskutanten, die aus Sarrazins Buch zitieren? Sie werden von Brüllaffen wie Dir sofort als Rechte beschimpft - so wie Du es bei mir versuchst. Inhaltlich geht es dann nicht mehr um das Thema Überfremdungsgefühl, das durchaus legitim ist, sondern darum, dass die Tarkomeds ja voll die bunten, offenen Menschen sind - seht alle her - und der andere ein verkappter NPD-Wähler.
Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall.

Von Büchern, die im Sinne einer Sprachreinigung (klingt auch sehr nach NS- oder DDR-Diktatur), umgeschrieben werden, zunächst nur einzelne Begriffe, später auch inhaltlich, hast Du sicher auch noch nie gehört.

Das Ganze nur als durchsichtiger Versuch, den Kampf gegen Rassismus als Gefahr für unsere Kultur umzudeuten.


Wenn er mit diesen Mitteln geführt wird, ist er das. Im Namen einer guten Sache kann man auch Scheußliches tun.

Mal eine Vermutung, Du bist noch keine 30 Jahre alt. Eher so 14-18.

So, das muss jetzt genügen, denn wir sind weit ab vom Thema.


Überhaupt nicht, wir bewegen und um den Kern.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon tarkomed » Fr 26. Feb 2021, 11:28

Billie Holiday hat geschrieben:(26 Feb 2021, 10:11)

Ist dir das sehr wichtig, deine Meinung in der vermeintlichen Mehrheit zu wissen?

Ja, es ist mir sehr wichtig. Wie ich schon mal hier erwähnt habe, ich habe nicht nur in Deutschland gelebt und habe Erfahrung damit, wie es sich anfühlt, einer Minderheit anzugehören. Zuhause fühlt man sich nur in einem Land, in dem die Mehrheit demokratisch denkt, demokratische Verhältnisse herrschen und die eigene Einstellung sich in der Mehrheit der Gesellschaft wiederspiegelt. Das alles trifft für mich in Deutschland zu.
Billie Holiday hat geschrieben:(26 Feb 2021, 10:11)
Mal gucken, was der Mainstream so sagt? Bloß nicht anecken? Schön mitlaufen?

Es fällt mir nicht schwer, mich mit dem Mainstream zu identifizieren, denn ich bin Teil des Mainstreams. Ich war es, wie gesagt, nicht immer und überall und weiß es deshalb zu schätzen.
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 26. Feb 2021, 11:39

tarkomed hat geschrieben:(26 Feb 2021, 11:28)

Ja, es ist mir sehr wichtig. Wie ich schon mal hier erwähnt habe, ich habe nicht nur in Deutschland gelebt und habe Erfahrung damit, wie es sich anfühlt, einer Minderheit anzugehören. Zuhause fühlt man sich nur in einem Land, in dem die Mehrheit demokratisch denkt, demokratische Verhältnisse herrschen und die eigene Einstellung sich in der Mehrheit der Gesellschaft wiederspiegelt. Das alles trifft für mich in Deutschland zu.

Es fällt mir nicht schwer, mich mit dem Mainstream zu identifizieren, denn ich bin Teil des Mainstreams. Ich war es, wie gesagt, nicht immer und überall und weiß es deshalb zu schätzen.


Alles klar, danke für die Erläuterung. :)

Wichtiger ist mir die Freiheit, eine gegenteilige Meinung ohne Repressalien haben zu dürfen.
Gibt genug Demokraten, die FFF, Genderwirrwarr oder sonstwas kritisieren.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon tarkomed » Fr 26. Feb 2021, 12:05

Billie Holiday hat geschrieben:(26 Feb 2021, 11:39)
Wichtiger ist mir die Freiheit, eine gegenteilige Meinung ohne Repressalien haben zu dürfen.

Das ist ein Grundmerkmal der Demokratie, dass sie gegenteilige Meinungen toleriert, sonst gäbe es keine Parteien, die sich diametral entgegenstehen.
Billie Holiday hat geschrieben:(26 Feb 2021, 11:39)
Gibt genug Demokraten, die FFF, Genderwirrwarr oder sonstwas kritisieren.

Daran siehst du, wie vielfältig die demokratische Mehrheit sein kann. ;)
Kritik gehört schließlich zur Demokratie, denn davon lebt sich und kann sich weiterentwickeln.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon PersonalFreedom » Fr 26. Feb 2021, 12:10

tarkomed hat geschrieben:(26 Feb 2021, 12:05)
Das ist ein Grundmerkmal der Demokratie, dass sie gegenteilige Meinungen toleriert, sonst gäbe es keine Parteien, die sich diametral entgegenstehen.

Daran siehst du, wie vielfältig die demokratische Mehrheit sein kann. ;)
Kritik gehört schließlich zur Demokratie, denn davon lebt sich und kann sich weiterentwickeln.


Ist ja witzig, in einem anderen Thread hast Du mich wegen dieser Kritik reflexhaft in die rechte Ecke gestellt, mir mithin Demokratiefeindlichkeit vorgeworfen. Von Meinungstoleranz war da Deinerseits keine Spur zu merken!
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon PersonalFreedom » Fr 26. Feb 2021, 12:14

tarkomed hat geschrieben:(26 Feb 2021, 11:28)
Ja, es ist mir sehr wichtig. Wie ich schon mal hier erwähnt habe, ich habe nicht nur in Deutschland gelebt und habe Erfahrung damit, wie es sich anfühlt, einer Minderheit anzugehören. Zuhause fühlt man sich nur in einem Land, in dem die Mehrheit demokratisch denkt, demokratische Verhältnisse herrschen und die eigene Einstellung sich in der Mehrheit der Gesellschaft wiederspiegelt. Das alles trifft für mich in Deutschland zu.


Das ist grundsätzlich sehr lobenswert. Die Ausdrücke "demokratisch denken" und "demokratische Verhältnisse" sind allerdings auch sehr breit gefasst und selbst Mitglieder der äußeren AfD und der extremen Linken nennen sich selbst "demokratisch".

Aber es stimmt schon, ein Staat hat ja einen "Satz von Regeln", der in weiten Teilen bestimmt, wie das Leben des Einzelnen aussieht. Für mich war immer wichtig, dass die persönliche Freiheit dabei eine zentrale Rolle spielt. Die sehe ich momentan nicht nur in Deutschland von links und von rechts bedroht. Das ist übrigens auch die Polarisierung, die ich im anderen Thread meinte.
Und beide Pole nehmen für sich in Anspruch, dass ja eigentlich die Mehrheit der Leute so denkt wie sie.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon odiug » Fr 26. Feb 2021, 12:32

busse hat geschrieben:(26 Feb 2021, 09:13)

So weit wie mir bekannt ist war das in Deutschland eine burschenschaftliche Tradition um die Feinde der Demokratie die lodernen Feuer der Freiheit zu zeigen, deshalb gehörte der Zopf bei solchen Verbrennungen immer dazu.
Die Nazis haben das 1933 pervertiert, wie so vieles und nur daran erinnert man sich zurück.
Man muß ja keine Bücher verbrennen, was passiert sieht man ja allenthalben.
Man reinigt seine Verlage selber unter dem Druck von meist schwarmdigitalen Gruppen.
Glücklich kann der Autor sein der dann wirklich noch einen Verlag findet, wie letztens erst Monika Maron.
Ob die Klassiker dann irgendwann noch erhältlich sind außer dem Flohmarkt, entscheiden ganz andere und die haben eine völlig ideologische Verblendung, das Gefährliche ist die sitzen jetzt schon an den Schaltstellen der Medien. Man sieht es ja an den Genderquatsch und deren Äußerungen jetzt schon wo das hinführt.
busse

Na ja ... Wenn Monika Maron einen Verleger sucht, dann gibt es neben dem Fischer Verlag ja auch noch den Kopp Verlag.
Muss man sich halt die Nase zuhalten ... aber das geht schon, wenn man wirklich will :p
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon tarkomed » Fr 26. Feb 2021, 13:58

PersonalFreedom hat geschrieben:(26 Feb 2021, 12:10)

Ist ja witzig, in einem anderen Thread hast Du mich wegen dieser Kritik reflexhaft in die rechte Ecke gestellt, mir mithin Demokratiefeindlichkeit vorgeworfen. Von Meinungstoleranz war da Deinerseits keine Spur zu merken!

Moooment. Schon bei unserer ersten Begegnung hast du mich links eingeordnet, ohne erkennbaren Grund, also was beklagst du dich? :D
Wann ich dir Demokratiefeindlichkeit unterstellt haben soll, ist mir auch nicht bewusst, aber du hast mir etwas ganz anderes unterstellt, das leider entfernt wurde.

Ich weiß nicht, ob du die Gelegenheit hattest, meine Stellungnahme dazu zu lesen und ich werde deshalb versuchen, sie sinngemäß zu wiedergeben, ohne deinen Vorwurf zu erwähnen:
Ich fühle mich zunächst einmal als Angehöriger der deutschen Zivilgesellschaft in der Mehrheit und deshalb spreche ich nicht nur für mich. Ich meine damit mein Umfeld außerhalb des Forums.
Mein Kredo ist zeitlebens, meine Ansichten von keiner Ideologie einengen zu lassen. Dazu gehören auch die Religionen. Ich bin christlich erzogen worden, aber spätestens nach dem Abitur wollte ich nichts mehr mit Religionen zu tun haben. Ideologien überlasse ich auch denjenigen, die einen Rahmen brauchen, innerhalb dessen sie ihre Ansichten sortieren und selektieren wollen.
Ich begnüge mich nur mit einem Leitbild und das nennt sich menschliche Moral, auch wenn sie dir links oder sogar pharisäisch vorkommt. Damit kann ich leben. Diese menschliche Moral lässt mich allergisch reagieren jedes Mal, wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer kulturellen Zugehörigkeit oder sonstiger Merkmale, die sie zu einer Minderheit einordnen lassen, diskriminiert werden, aber auch wenn Menschen Ungerechtigkeiten ausgesetzt werden, wegen ihrer sozialen Stellung in der Gesellschaft.
Das ist auch der Grund, warum ich mich auch für die Demokratie einsetze, weil ich sie für das einzig richtige Gesellschaftsmodell halte, das für Rechtstaatlichkeit und soziale Gerechtigkeit sorgt. Dementsprechend reagiere ich dann auch allergisch, wenn der Verdacht aufkommt, dass welche die Demokratie bekämpfen.
Ich setze mich auch für den Erhalt und die Weiterentwicklung eines geeinten Europa, weil ich Kinder habe und ihnen das gleiche Glück wünsche, das ich selbst hatte, nämlich in der einzigen Phase in der Geschichte Europas, in der es möglich war, in Frieden, Freiheit und Wohlstand glücklich zu leben.
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon PersonalFreedom » Fr 26. Feb 2021, 15:03

tarkomed hat geschrieben:(26 Feb 2021, 13:58)

Moooment. Schon bei unserer ersten Begegnung hast du mich links eingeordnet, ohne erkennbaren Grund, also was beklagst du dich? :D
Wann ich dir Demokratiefeindlichkeit unterstellt haben soll, ist mir auch nicht bewusst, aber du hast mir etwas ganz anderes unterstellt, das leider entfernt wurde.


Ich habe nichts entfernt. Du hast mich rechtsextrem genannt, weil ich nicht den Enthusiasmus bei Zuwanderung teile und Frauenquoten nicht gut finde - zwei im Übrigen typische linke Positionen. Schema: Erfolg auf Antrag und Anspruch. Funktioniert nicht. Aber anderes Thema.

Ich weiß nicht, ob du die Gelegenheit hattest, meine Stellungnahme dazu zu lesen und ich werde deshalb versuchen, sie sinngemäß zu wiedergeben, ohne deinen Vorwurf zu erwähnen:
Ich fühle mich zunächst einmal als Angehöriger der deutschen Zivilgesellschaft in der Mehrheit und deshalb spreche ich nicht nur für mich. Ich meine damit mein Umfeld außerhalb des Forums.


Das ist ja schon ein grober Kardinalfehler! Dein Umfeld ist nicht die "deutsche Zivilgesellschaft in der Mehrheit", sondern Dein von Dir größtenteils selektiv gewähltes Umfeld. Natürlich kommt einem Stundenten an der PhilFak seine Umgebung wie die Mehrheit vor. Sie ist aber nur ein winzigkleiner Ausschnitt der Gesellschaft.

Mein Kredo ist zeitlebens, meine Ansichten von keiner Ideologie einengen zu lassen. Dazu gehören auch die Religionen. Ich bin christlich erzogen worden, aber spätestens nach dem Abitur wollte ich nichts mehr mit Religionen zu tun haben. Ideologien überlasse ich auch denjenigen, die einen Rahmen brauchen, innerhalb dessen sie ihre Ansichten sortieren und selektieren wollen.


In dieser Hinsicht sind wir uns sehr einig. Zwar bin ich für meinen Teil der Ansicht, dass Religionen umgekehrt auch das Potential haben, einer Gesellschaft Stabilität und Inspiration zu geben, aber seit Langem sind die organisierten Kirchen davon leider weit entfernt. Auch anderes (sehr spannendes!) Thema.

Ich begnüge mich nur mit einem Leitbild und das nennt sich menschliche Moral, auch wenn sie dir links oder sogar pharisäisch vorkommt.


Und hier ist wieder Dein Fehlschluss: Deine Moral ist nicht die allgemeine Moral ist nicht die mehrheitliche Moral ist schon gar nicht die "menschliche Moral". Die Philosophie beschäftigt sich seit ihren Anfängen damit, ob es allgemein verbindliche Werte gibt, die a priori "gut" oder "schlecht" sind.


Diese menschliche Moral lässt mich allergisch reagieren jedes Mal, wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer kulturellen Zugehörigkeit oder sonstiger Merkmale, die sie zu einer Minderheit einordnen lassen, diskriminiert werden, aber auch wenn Menschen Ungerechtigkeiten ausgesetzt werden, wegen ihrer sozialen Stellung in der Gesellschaft.


Dann müsstest Du jedes Mal "allergisch reagieren", wenn ein Mann nur weil seine Gegenkandidatin keinen Schniepel hat (oder empfindet) einen Job nicht bekommt, da es hierfür ein Gesetz gibt. Besonders da die Generation des Patriarchats schon lange dabei ist abzutreten.
Ich habe in meinem Leben noch keine Frau diskriminiert, schon gar nicht beruflich. Wer meinen Bereich kennt, wird das kaum bezweifeln und das in einer totalen Männerdomäne (IT). Wieso sollte man die Chancengleichheit zu meinen Lasten, der ich noch nie diskriminiert habe, zu Gunsten einer Frau, die noch nie diskriminiert wurde, aufheben?

Das hast Du als "im 21. Jahrhundert angekommen" bezeichnet. Ich halte es schlicht für eine typisch linke Art der Verwechslung von Chancengleichheit mit Ergebnisgleichheit ("Gleichstellung").

Das ist auch der Grund, warum ich mich auch für die Demokratie einsetze, weil ich sie für das einzig richtige Gesellschaftsmodell halte, das für Rechtstaatlichkeit und soziale Gerechtigkeit sorgt.


Soweit würde ich wieder mitgehen.

Dementsprechend reagiere ich dann auch allergisch, wenn der Verdacht aufkommt, dass welche die Demokratie bekämpfen. Ich setze mich auch für den Erhalt und die Weiterentwicklung eines geeinten Europa, weil ich Kinder habe und ihnen das gleiche Glück wünsche, das ich selbst hatte, nämlich in der einzigen Phase in der Geschichte Europas, in der es möglich war, in Frieden, Freiheit und Wohlstand glücklich zu leben.


Hier haben wir wohl ein Thema, das uns beide sehr stark eint. Europa ist auch meine Herzensangelegenheit und (leider sehr im Widerspruch zum Absatz darüber) tat es mir sehr weh wie Demagogen erfolgreich die Menschen mit Desinformation und Vereinfachung die Briten zum Austritt bewegt haben.
Tatsächlich halte ich ein "Engineering of the mob" wie Farage/Johnson, aber auch Trump, Bolsonaro oder hier in Teilen die AfD das betreiben für brandgefährlich.

Hier wären wir wieder bei objektiven Werten. Da kam - ausgerechnet vom ehemaligen Papst - ein wie ich finde sehr weiser Satz: "Eine Toleranz, in der das Falsche gleichberechtigt neben dem Richtigen stehen darf, kann nie Gerechtigkeit sein."

Bezogen auf unser Bücherthema ist das eine sehr wichtige Frage: wenn wir alle Bücher verändern, zensieren oder auch nur medial wirksam niederbrüllen, die eine andere Meinung vertreten, wo werden wir da landen?
Disney+ versieht seine Klassiker mit PC-Warnungen. Netflix und Amazon Prime basteln auf unerträglich plumpe Art und Weise diesen Facebook-Feminismus in ihre Serien, dass die Qualität darunter leidet.

Ich bin in der festen Überzeugung aufgewachsen, dass es nicht schlimm ist, wenn eine Frau eine Frau heiratet oder ein Mann einen Mann. Bei den Serien ist das Virtue Signalling aber so penetrant, dass in der Darstellung 2/3 aller Menschen irgendwie queer sind, was schlicht nicht stimmt. Unterlässt man das, kommen die Brüllaffen wieder auf den Plan.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Ebiker » Sa 27. Feb 2021, 11:39

Auch vor der Ornithologie macht das Thema nicht halt. Rassistische Vogelnamen geht ja gar nicht, das muß dringend geändert werden

https://www.sueddeutsche.de/politik/ornithologie-skandal-im-anflug-1.5214335
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Alexyessin » Sa 27. Feb 2021, 13:28

Ebiker hat geschrieben:(27 Feb 2021, 11:39)

Auch vor der Ornithologie macht das Thema nicht halt. Rassistische Vogelnamen geht ja gar nicht, das muß dringend geändert werden

https://www.sueddeutsche.de/politik/ornithologie-skandal-im-anflug-1.5214335


Du bist echt ein Meister darin, Aussagen so zu verdrehen, das sie dir ins Konzept passen.
Es gibt in den USA eine Initiative. Das ist die Aussage. Mehr ned. Aber für deine Panikmache reicht es immer, gell. ( Koffer Biden usw. )
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Skeptiker » Sa 27. Feb 2021, 13:38

Alexyessin hat geschrieben:(27 Feb 2021, 13:28)
Du bist echt ein Meister darin, Aussagen so zu verdrehen, das sie dir ins Konzept passen.
Es gibt in den USA eine Initiative. Das ist die Aussage. Mehr ned. Aber für deine Panikmache reicht es immer, gell. ( Koffer Biden usw. )


Skeptiker hat geschrieben:(26 Feb 2021, 15:53)
https://www.cicero.de/kultur/cancel-cul ... eue-rechte

Naja, "keinen Millimeter nach Rechts" bedeutet eben auch den Kampf um den Goldregenpfeifer führen :x
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Ebiker » Sa 27. Feb 2021, 13:38

Alexyessin hat geschrieben:(27 Feb 2021, 13:28)


Es gibt in den USA eine Initiative. Das ist die Aussage. Mehr ned.


lesen bildet

Auch in Schweden wurden bereits diskriminierende Vogelnamen abgeschafft, etwa der Negerfink und die Lappenmeise. Der schwedische Ornithologie-Verein hatte dafür über mehr als 10 000 Vogelnamen gebrütet. Der südamerikanische Zigeunervogel trägt nun den Namen Hoatzin, der Kaffernsegler gleitet als Weißbürzelsegler durch die Luft.

In Deutschland wurde immerhin die Mohrenlerche in Schwarzsteppenlerche umbenannt und der Ziegenmelker in Nachtschwalbe, Letzteres aber eher, weil der Name auf einem Aberglauben beruht. "Insgesamt ist Rassismus in der Ornithologie bei uns noch kein großes Thema", sagt Markus Erlwein, Sprecher des Landesbundes für Vogelschutz Bayern. "Der Naturkunde gelingt es nicht, mit dem gesellschaftlichen Fortschritt mitzuhalten", kritisiert die Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz. Diese Initiative der Naturfreunde Deutschlands kümmert sich um Verstrickungen von Ideologien und Naturthemen.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Alexyessin » Sa 27. Feb 2021, 13:53

Ebiker hat geschrieben:(27 Feb 2021, 13:38)

lesen bildet


Hast du das bei deinem Biden-Artikel noch nachgeholt?

Ein paar Spinner gibt es immer. Aber dein Beitrag der SZ handelt von der Initiative in den USA.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Ebiker » Sa 27. Feb 2021, 14:07

Alexyessin hat geschrieben:(27 Feb 2021, 13:53)

Hast du das bei deinem Biden-Artikel noch nachgeholt?

Ein paar Spinner gibt es immer. Aber dein Beitrag der SZ handelt von der Initiative in den USA.


Das Zitat ist aus dem SZ- Artikel
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Alexyessin » Sa 27. Feb 2021, 14:11

Ebiker hat geschrieben:(27 Feb 2021, 14:07)

Das Zitat ist aus dem SZ- Artikel


Ich weiß, Spinner gibt es immer, aber der Artikel handelt trotzdem von der Initiative in den USA.
Wenn du nur auch bei der Bidengeschichte korrekt gelesen hättest...............
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Ebiker » Sa 27. Feb 2021, 14:21

Alexyessin hat geschrieben:(27 Feb 2021, 14:11)

Ich weiß, Spinner gibt es immer, aber der Artikel handelt trotzdem von der Initiative in den USA.
Wenn du nur auch bei der Bidengeschichte korrekt gelesen hättest...............


Unde in Deutschland gibt es mit der gewohnten Gründlichkeit sogar eine Fachstelle für sowas

https://www.nf-farn.de/rassismus-naturkunde-aktuelles-problem
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Alexyessin » Sa 27. Feb 2021, 15:04

Ebiker hat geschrieben:(27 Feb 2021, 14:21)

Unde in Deutschland gibt es mit der gewohnten Gründlichkeit sogar eine Fachstelle für sowas

https://www.nf-farn.de/rassismus-naturkunde-aktuelles-problem


Natürlich. Wo ist dein Problem damit? Die Hottentottenente ist ja nicht wirklich der Bringer.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Fliege » Sa 27. Feb 2021, 15:28

Ebiker hat geschrieben:(27 Feb 2021, 14:21)

Unde in Deutschland gibt es mit der gewohnten Gründlichkeit sogar eine Fachstelle für sowas

https://www.nf-farn.de/rassismus-naturkunde-aktuelles-problem

Wenn sich Deutsche lächerlich machen, dann blamieren sie sich gleich bis auf die Knochen.
"Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muss anders werden, wenn es gut werden soll" (Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher).

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