Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

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Stoner
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Stoner » Sa 12. Dez 2020, 10:23

DarkLightbringer hat geschrieben:(10 Dec 2020, 23:44)

Eva Menasse, eine bedeutende Schriftstellerin der Gegenwart, widerspricht Biller.

Sie wirft ihm Kitsch, Dämonisierung und Maßlosigkeit vor.


Vor allem weist sie auf das hin, was ich auch schon irgendwo angeführt hatte: Biller hat sich exakt so aufgeführt, wie er es in seinem anfallartigen "eiskalten Manifest der Aufklärung" vor ein paar Wochen anderen zurecht vorgeworfen hat. Dass er sich nun selbst an einer derjenigen gibt, die ihm so zuwider sind, ist schon mehr als ironisch.

Menasse zitiert ihn in dieser Hinsicht goldrichtig:

Damals beklagte er "das bewusst falsche, taktische Interpretieren eines ganz konkreten, ausgewiesen literarischen Textes im Namen einer verbissenen Ächtungs- und Befreiungsideologie, die sich meistens ihre Feinde dort sucht, wo sie besonders apodiktisch im diffusen Nebel von Gut-und-Böse stochern kann".



DarkLightbringer hat geschrieben:(10 Dec 2020, 23:44)

Sie räumt allerdings ein, dass die "Doppel- und Dreifachbödigkeit" (Menasse) der Eckhart-Auftritte möglicherweise nicht von allen verstanden wird.


Ein Künstler, der sich nach der maximalen Blödigkeit und/oder Bösartigkeit im Sinne des Nichtverstehenwollens irgendwelcher Kritiker richten würde, kann dann eben Volksschauspieler, Heimatdichter oder Schunkelmusiker werden.

Nachtrag: Apropos MRR: Ich fand schon seine Sendung teilweise unterirdisches sekundäres Geschwätz, das oft genug über das satirische Moment hinaus nichts wirklich Wertvolles zu bieten hatte, wenn man sich für Literatur interessierte.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 12. Dez 2020, 11:34

Stoner hat geschrieben:(12 Dec 2020, 10:23)

Vor allem weist sie auf das hin, was ich auch schon irgendwo angeführt hatte: Biller hat sich exakt so aufgeführt, wie er es in seinem anfallartigen "eiskalten Manifest der Aufklärung" vor ein paar Wochen anderen zurecht vorgeworfen hat. Dass er sich nun selbst an einer derjenigen gibt, die ihm so zuwider sind, ist schon mehr als ironisch.

Menasse zitiert ihn in dieser Hinsicht goldrichtig:

Biller, der die Tempojahre hinter sich hat, ist mit 60 der wahrscheinlich älteste "angry young man" der Welt.
Kann mir trotzdem nur schwer vorstellen, dass er Reich-Ranicki beerben wird, dessen Geist er mit fragwürdigem Kitsch beschworen hat.

Ein Künstler, der sich nach der maximalen Blödigkeit und/oder Bösartigkeit im Sinne des Nichtverstehenwollens irgendwelcher Kritiker richten würde, kann dann eben Volksschauspieler, Heimatdichter oder Schunkelmusiker werden.
Nachtrag: Apropos MRR: Ich fand schon seine Sendung teilweise unterirdisches sekundäres Geschwätz, das oft genug über das satirische Moment hinaus nichts wirklich Wertvolles zu bieten hatte, wenn man sich für Literatur interessierte.

Man muss eben sagen, dass Lisa Eckhart mit ihrem dreibödigen Fin de siècle-Stil wohl der Avantgarde zuzurechnen ist. Und das in Zeiten, die Hysterie begünstigt und Aufklärung erschwert.
Nun, die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts waren schließlich auch irgendwie wild. Und die neuen Zwanziger beginnen gerade erst.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Stoner » Sa 12. Dez 2020, 11:55

DarkLightbringer hat geschrieben:(12 Dec 2020, 11:34)

Biller, der die Tempojahre hinter sich hat, ist mit 60 der wahrscheinlich älteste "angry young man" der Welt.
Kann mir trotzdem nur schwer vorstellen, dass er Reich-Ranicki beerben wird, dessen Geist er mit fragwürdigem Kitsch beschworen hat.


Man muss eben sagen, dass Lisa Eckhart mit ihrem dreibödigen Fin de siècle-Stil wohl der Avantgarde zuzurechnen ist. Und das in Zeiten, die Hysterie begünstigt und Aufklärung erschwert.
Nun, die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts waren schließlich auch irgendwie wild. Und die neuen Zwanziger beginnen gerade erst.


Wobei es einen ganz entscheidenden Unterschied gibt. Während die Menschen in den Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts ausgehungert, verzweifelt oder desillusioniert mit den Folgen des Krieges kämpfen mussten, steht diese Gesellschaft gewissermaßen nicht auf den Gipfel der Verzweiflung sondern auf den Gipfeln Ihrer moralischen Selbstgefälligkeit. Daher wird nicht viel Swing zu erwarten sein, sondern man darf sich eher auf ein Festival des Pietismus einrichten. Gender- und Cancel Culture-Lyrik statt Dada, Infantilismus statt Expressionismus, Veganismus statt Morphinismus. Und das Laszive, wie wir an den stutenbissigen Kommentaren über Frau Eckhart zu sehen, wird gekeult wie das Federvieh wenn die Vogelgrippe im Anmarsch ist.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon DarkLightbringer » Di 15. Dez 2020, 04:15

Stoner hat geschrieben:(12 Dec 2020, 11:55)

Wobei es einen ganz entscheidenden Unterschied gibt. Während die Menschen in den Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts ausgehungert, verzweifelt oder desillusioniert mit den Folgen des Krieges kämpfen mussten, steht diese Gesellschaft gewissermaßen nicht auf den Gipfel der Verzweiflung sondern auf den Gipfeln Ihrer moralischen Selbstgefälligkeit. Daher wird nicht viel Swing zu erwarten sein, sondern man darf sich eher auf ein Festival des Pietismus einrichten. Gender- und Cancel Culture-Lyrik statt Dada, Infantilismus statt Expressionismus, Veganismus statt Morphinismus. Und das Laszive, wie wir an den stutenbissigen Kommentaren über Frau Eckhart zu sehen, wird gekeult wie das Federvieh wenn die Vogelgrippe im Anmarsch ist.

Das ist ein sehr kulturpessimistischer Ansatz. Vielleicht ist er ja zutreffend, aber es gibt auch Gegenstimmen, die einen gewissen "Swing" vermuten lassen.

Die Verfolgung der J.K. Rowling
https://www.spiegel.de/kultur/literatur ... 0174419316

Leider ein Premium-Artikel. Die Übertitelung legt jedoch eine kritische Betrachtung dessen nahe, was zeitgemäß als "Cancel Culture" umschrieben wird.
Fast noch deutlicher: "Hasskampagne gegen Harry-Potter-Erfinderin". Das kann dann wohl kaum noch als Zustimmungsliteratur verstanden werden.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 15. Dez 2020, 09:49

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Dec 2020, 04:15)

Das kann dann wohl kaum noch als Zustimmungsliteratur verstanden werden.

Das wird die SJW-Schreihälse auch nicht daran hindern, morgen wieder eine neue Sau durch's Dorf zu treiben.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Stoner » Di 15. Dez 2020, 12:19

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Dec 2020, 04:15)

Das ist ein sehr kulturpessimistischer Ansatz. Vielleicht ist er ja zutreffend, aber es gibt auch Gegenstimmen, die einen gewissen "Swing" vermuten lassen.


Das mit dem Kulturpessimismus ist immer so eine Sache. Ich gehe davon aus, dass die säkular-"pietistische" Konditionierung aus denen, die heute Kinder und Jugendliche sind, eben Menschen mit anderen Einstellungen zur (Un)Freiheit machen werden. Problematisch ist der ganze Komplex Cancel Culture ja nur für diejenigen, die mit einem anderen Begriff von Freiheit, Autonomie, Individualität, Kunst, Autoritäten usw. sozialisiert wurden. Jetzt werden die neuen Höhlen mit neuem Personal und neuen Schattenspielen entworfen - aus Höhlen kommen wir letztendlich alle.


DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Dec 2020, 04:15)

https://www.spiegel.de/kultur/literatur ... 0174419316

Leider ein Premium-Artikel. Die Übertitelung legt jedoch eine kritische Betrachtung dessen nahe, was zeitgemäß als "Cancel Culture" umschrieben wird.
Fast noch deutlicher: "Hasskampagne gegen Harry-Potter-Erfinderin". Das kann dann wohl kaum noch als Zustimmungsliteratur verstanden werden.


Ja, schade, hättemich mal interessiert. Aber man erkennt, dass selbst der größte Name nicht mehr so richtig schützt. Wer nicht wie sie völlig abgesichert ist, wird sich überlegen, ob er sich mit dem pietistischen Mob anlegt.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 17. Dez 2020, 15:37

FDP-nahe Naumann-Stiftung "cancelt" liberalen Moderator

Man hat den zuvor eingeladenen Gunnar Kaiser - seines Zeichens Philosoph und Schriftsteller - "überprüft", wie es heißt, und für verdächtig befunden.
Die Live-Diskussion selbst soll zwar ruhig verlaufen sein, aber es hagelte hernach Kritik via Twitter.

Premium-Artikel: https://www.cicero.de/innenpolitik/frie ... icki/plus;
https://www.welt.de/kultur/plus22262469 ... aiser.html

Die Bezahlschranken der namhaften Presse lassen sich so deuten, dass ein erhöhtes Interesse erwartet wird.

Kaiser selbst sagt, er sei weder befragt noch mit konkreten Vorwürfen konfrontiert worden.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Stoner » Do 17. Dez 2020, 16:25

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Dec 2020, 15:37)

FDP-nahe Naumann-Stiftung "cancelt" liberalen Moderator

Man hat den zuvor eingeladenen Gunnar Kaiser - seines Zeichens Philosoph und Schriftsteller - "überprüft", wie es heißt, und für verdächtig befunden.
Die Live-Diskussion selbst soll zwar ruhig verlaufen sein, aber es hagelte hernach Kritik via Twitter.

Premium-Artikel: https://www.cicero.de/innenpolitik/frie ... icki/plus;
https://www.welt.de/kultur/plus22262469 ... aiser.html

Die Bezahlschranken der namhaften Presse lassen sich so deuten, dass ein erhöhtes Interesse erwartet wird.

Kaiser selbst sagt, er sei weder befragt noch mit konkreten Vorwürfen konfrontiert worden.



Das wäre eigentlich das, was in dem Strang zur Debattenkultur noch reingehören würde als Beispiel für das dort zuletzt verlinkte Video.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Stoner » Di 29. Dez 2020, 09:02

Manche Autoren haben Glück und kommen um die Verbrennung ihrer Bücher herum, weil sie schon vor dem Erscheinen gecancelt werden.

Zum gecancelten Buch einer britischen Autorin zwei Artikel, einer aus der NZZ und zum gleichen Thema zum Vergleich aus der Süddeutschen Zeitung.

Interessant dabei, dass hier mit den beiden Damen auch eine "philosemitische Zionistin" (Burchill) und eine Unterstützerin antizionistischer Aktivisten (Sarkar) sowie zwei unterschiedliche Generationen aufeinandertreffen.

Jedenfalls: die Mechanismen funktionieren immer besser. Und ein Satz in der NZZ über die Cancel Culture-Zeloten bringt es ganz gut auf den Punkt:

Denn diesen geht es nicht um Witz, sie sind im Gegenteil geradezu erpicht darauf, Scherz und Satire misszuverstehen. Ein bezeichnendes Symptom der postironischen Woke-Kultur ist ihre komplette Humorlosigkeit.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Liberty » Do 21. Jan 2021, 21:40

Laut "Integrationsbeauftragter" der Bundesregierung, Anette Widman-Mauz (CDU), ist der Begriff "Migrationshintergrund" nicht mehr zeitgemäss. Man brauche nun dringend Diskussionen, wie man diesen Begriff ablösen könne durch ein anderes Wort.

https://twitter.com/IntegrationBund/sta ... 9291260931

Na da haben sich die ganzen 16 Semester Politikwissenschaften, die Frau Widmann-Mauz erfolglos ohne Abschluss studiert hat doch mal richtig gelohnt. :D
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 21. Jan 2021, 22:09

Ich schlage "MenschInnenX, der/die/das noch nicht so lange hier lebt" bzw. "NachkommInnenX von MenschInnenX, der/die/das noch nicht so lange hier lebt" vor.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Senexx » Do 21. Jan 2021, 22:31

Liberty hat geschrieben:(21 Jan 2021, 21:40)

Laut "Integrationsbeauftragter" der Bundesregierung, Anette Widman-Mauz (CDU), ist der Begriff "Migrationshintergrund" nicht mehr zeitgemäss. Man brauche nun dringend Diskussionen, wie man diesen Begriff ablösen könne durch ein anderes Wort.

https://twitter.com/IntegrationBund/sta ... 9291260931

Na da haben sich die ganzen 16 Semester Politikwissenschaften, die Frau Widmann-Mauz erfolglos ohne Abschluss studiert hat doch mal richtig gelohnt. :D


Im Dezember 2018 verwendete Widmann-Mauz in ihrer Funktion als Integrationsbeauftragte der Bundesregierung offizielle Weihnachtskarten, in denen das Wort "Weihnachten" weggelassen wurde.[16] Dafür erntete sie heftige Kritik von vielen Seiten, unter anderem auch von Sevim Dagdelen, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken und dem Islam-Experten Ahmad Mansour, der das fehlende religiöse Selbstbewusstsein kritisierte.


Quelle: wiki.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Liberty » Do 21. Jan 2021, 22:46

Senexx hat geschrieben:(21 Jan 2021, 22:31)
Quelle: wiki.


Selbst ein Linken-Politiker kritisiert die Integrationsbeauftragte der CDU als zu links. :D Kannste dir nicht ausdenken.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 5. Feb 2021, 00:02

DarkLightbringer hat geschrieben:(05 Dec 2020, 07:58)
Die Eckhart begründet nicht die sog. Political Correctness, sondern nimmt sie aufs Korn. Nicht sie erklärt irgendwas als "unantastbar", die Pointe im Bühnenprogramm liegt vielmehr darin, sich darüber lustig zu machen. Nennt sich Satire - mit dem Mittel der Pointe wird ein Hauch von Kritik transportiert.

Lisa Eckhart, gerade wieder im TV, war wieder einmal einfach großartig. Ich bewundere ganz ehrlich diese Frau. Auf die Frage (sinngemäß), ob die Anfeindungen gegen ihre Person schon mal bei Auftritten zu Randalierereien geführt haben, antwortete sie:
Randaliert wird bei mir auf der Bühne. Und zwar nur durch mich und nicht durch das Publikum.

Das gefällt mir!
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Selina » Fr 5. Feb 2021, 13:42

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Feb 2021, 00:02)

Lisa Eckhart, gerade wieder im TV, war wieder einmal einfach großartig. Ich bewundere ganz ehrlich diese Frau. Auf die Frage (sinngemäß), ob die Anfeindungen gegen ihre Person schon mal bei Auftritten zu Randalierereien geführt haben, antwortete sie:

Das gefällt mir!


Ist das dein Ernst? Du findest die Dame gut? Ich finde sie entsetzlich und ziemlich rechtslastig. Sehr verschleiert natürlich und intellektuell ziemlich geschickt verpackt (so, wie das in diesen Kreisen heutzutage ja üblich ist), aber dennoch eindeutig. Und manchmal wird sie auch sehr direkt, siehe Verlinkung unten. Kein Wunder, dass sie bei Herrn Nuhr gern gesehener Gast ist. Aber gut, dass bei Nuhr wirklich nur noch ein paar Leute so richtig lachen können, wie ich neulich in einer Rezension einer seiner jüngsten Sendungen las.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lisa_Eckhart#Kritik
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Zunder » Fr 5. Feb 2021, 13:59

Bei Lisa Eckhart wird selbstverständlich nicht auf der Bühne randaliert, schon gar nicht durch Lisa Eckhart. Sie randaliert nicht, sie bedient. Und zwar die Ressentiments genau des Publikums, das ihr applaudiert. Der Beifall kommt nicht von der falschen Seite. Den Anspruch, dem Publikum einen Spiegel vorzuhalten, könnte sie ohne große Anstrengung einlösen. Sie bräuchte nur als Pausen-Clown bei einem NPD-Parteitag aufzutreten.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Senexx » Sa 6. Feb 2021, 07:34

Immer noch die Eckhart? Meine Güte.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 6. Feb 2021, 09:32

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Feb 2021, 00:02)

Lisa Eckhart, gerade wieder im TV, war wieder einmal einfach großartig. Ich bewundere ganz ehrlich diese Frau. Auf die Frage (sinngemäß), ob die Anfeindungen gegen ihre Person schon mal bei Auftritten zu Randalierereien geführt haben, antwortete sie:

Das gefällt mir!

Sehr talentiert, ohne Frage. Sie macht noch ein Kabarett jenseits der Komfortabilitätsecken und fällt damit etwas aus dem Trend.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 6. Feb 2021, 09:38

Selina hat geschrieben:(05 Feb 2021, 13:42)

Ist das dein Ernst? Du findest die Dame gut? Ich finde sie entsetzlich und ziemlich rechtslastig. Sehr verschleiert natürlich und intellektuell ziemlich geschickt verpackt (so, wie das in diesen Kreisen heutzutage ja üblich ist), aber dennoch eindeutig. Und manchmal wird sie auch sehr direkt, siehe Verlinkung unten. Kein Wunder, dass sie bei Herrn Nuhr gern gesehener Gast ist. Aber gut, dass bei Nuhr wirklich nur noch ein paar Leute so richtig lachen können, wie ich neulich in einer Rezension einer seiner jüngsten Sendungen las.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lisa_Eckhart#Kritik

Die Kritik ist bekannt, die Verteidigung auch (ebenfalls in Wiki angeführt).

Rechtsschutz braucht das Bühnenprogramm eher nicht, zuweilen Polizeischutz.
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Re: Stehen wir vor Bücherverbrennungen zwecks Antirassismus?

Beitragvon Stoner » Sa 6. Feb 2021, 09:47

DarkLightbringer hat geschrieben:(06 Feb 2021, 09:32)

Sehr talentiert, ohne Frage. Sie macht noch ein Kabarett jenseits der Komfortabilitätsecken und fällt damit etwas aus dem Trend.


Sofern Cancel Culture sie nicht einholt, wird sie sich sicher in der Kulturszene etablieren, wenn auch nicht notwendigerweise als Kabarettistin. Aber heutzutage ist nix mehr sicher, man ist schnell weg.

Wie vergleichsweise idyllisch ging es da bei aller Auseinandersetzung in den Achtzigern noch zu. Im Januar 1983 sollte der frisch entlassene Neonazi Michael Kühnen in der Talkshow 3 nach 9 auftreten, was in letzter Sekunde verhindert wurde. Das führte dann zu einem vierjährigen Briefaustausch zwischen dem Dichter Erich Fried - aus Deutschland emigrierter Jude, der Familie in Auschwitz verlor, nach dem Krieg einer der Lyriker der Linken - und Kühnen. Fried hatte in dieser Talkshow vehement gegen die Ausladung protestiert, daher dieser Briefwechsel, über den jetzt ein schmaler Band erschienen ist.

Aber hat der Verleger Klaus Wagenbach Fried nun gecancelt? Fiel ihm gar nicht ein. Gab's einen Shitstorm? Nein.

Vergleicht man das mit dem Verhalten des Verlags gegen Monika Maron, kann man den Unterschied damals/heute sehen.
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