Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

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Förderung: A ein Jahr vor Einschulung, B bei Einschulung, C bei mangelh. Sprachkenntnis 1J danach?

A: Freiwillige Sprachförderung
2
6%
A: Verpflichtende Sprachförderung
8
23%
B: Einschulung und freiwillige Sprachförderung
0
Keine Stimmen
B: Einschulung und verpflichtende Sprachförderung
9
26%
B: Keine Einschulung und verpflichtende Sprachförderung (ein Schuljahr)
4
11%
C: (Einschulung und) freiwillige Sprachförderung
0
Keine Stimmen
C: (Einschulung und) verpflichtende Sprachförderung
3
9%
C: Verpflichtende Sprachförderung und Einschulung erst mit ausreichender Sprachkenntnis
9
26%
 
Abstimmungen insgesamt: 35
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unity in diversity
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon unity in diversity » Mi 7. Aug 2019, 01:34

VaterMutterKind hat geschrieben:(07 Aug 2019, 01:30)

Weiß ich ja nicht was manche sich so vorstellen.

Ziel sollte sein, daß alle den Start in den Ernst des Lebens frustfrei schaffen.
Einschulung ist ja irgendwie ein neuer Lebensabschnitt, oder nicht?
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
VaterMutterKind

Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon VaterMutterKind » Mi 7. Aug 2019, 01:36

unity in diversity hat geschrieben:(07 Aug 2019, 01:34)

Ziel sollte sein, daß alle den Start in den Ernst des Lebens schaffen.
Einschulung ist ja irgendwie ein neuer Lebensabschnitt, oder nicht?


Ja.

Ein verpflichtendes Kindergartenjahr für Kinder mit Sprachdefiziten befürworte ich.

Ein verpflichtendes Kindergartenjahr für alle Kinder befürworte ich nicht.
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Skeptiker
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon Skeptiker » Mi 7. Aug 2019, 07:05


Ich werde diesen Thread um alles erleichtern was in ungebührlicher Art und Weise das Thema Flüchtlinge betrifft. Vorerst lasse ich ihn auf damit ENTSPRECHEND STRANGTHEMA diskutiert werden kann.
Bitte auf nicht themenrichtige Beiträge NICHT antworten, es lohnt sich nicht.
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JJazzGold
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon JJazzGold » Mi 7. Aug 2019, 07:34

imp hat geschrieben:(06 Aug 2019, 19:23)

Für die Rückstellung wegen mangelnder Schulfähigkeit gibt es in Bayern längst Regelungen. Der Mann will eine Sonderregel fuer Fremdsprachler.

Es gibt mittlerweile auch eine kleine, besorgniserregende Gruppe von einheimischen Kindern mit stark verminderter Sprachkompetenz. Denen ist nicht geholfen, wenn sie noch mehr Zeit verlieren. Die Situation Schule ist insgesamt guenstig für den Spracherwerb. Die Kitas sind schon "schwer begeistert" von der neuen bayrischen Möglichkeit, Kinder auch unabhängig vom Stichtag ein weiteres Jahr in der Kita zu behalten. Jetzt noch ein Jahr mehr? Und wozu? Wer in 7 Jahren die Sprache nicht gut kann, braucht Hilfe. Aber nicht zwingend eine noch weiter vorenthaltene Schule. Die Kitas wissen mit denen nichts anzufangen. Die Prämisse, für den Schulzugang die Sprache gut können zu müssen, ist unsinnig. Kognitive Fähigkeiten sind wichtig, das sind Gründe für Zurückstellung oder Sonderfoerderung. Es gibt auch genug Beispiele für Spracherwerb an der Schule.

Umgekehrt darf man an der Schule auch scheitern. Das gehört zur Wahrheit des Lehren und Lernen, dass manche trotz Problemen etwas schaffen und andere nicht motiviert oder unfähig sind.

Der Mann ist einfach ein Idiot. Die Union braucht ein Profil, nicht halbgare Vorschläge.


Ach so, es geht um das “Profil der CDU“, nicht um Kinder. Na dann.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon imp » Mi 7. Aug 2019, 07:49

Einer der Punkte, die mich bei einem Pflichtjahr Kita mißtrauisch machen, sind Kapazitäten und Kompetenzen.

Zusatzqualifikation für kulturell diverse Gruppen, Behindis und Spracherwerbsprobleme sind selten und gesucht. Teilweise sind die Studiengänge zwischen den Bundesländern auch nicht kompatibel und wegen einzelnen Modulen scheitert da schon mal eine Anstellung. Zur Zeit bemuehen sich die Kitas schon mit Voll- und Teilzeitmodellen, jeden, der irgendeine pädagogische Ausbildung hat, irgendwie wegzukaschen. Besonders rar sind Maenner. Aehnliches gilt fuer angehende und bereits pensionierte Grundschul-Lehrerinnen - auch hier sind Lehrer, Maenner sehr selten. Auch die bauliche Situation der Krippen und Kitas stoesst an Grenzen. Die sehr mobilen Aelteren mit grossem Bewegungsdrang sind da eine besondere Herausforderung. Ohne zusaetzliche Spezialkraefte und Extrastunden geht da kein Sprachkurs, egal ob Kita oder Grundschule. Ich bin daher fuer schulbegleitend als Zusatz-Unterricht. Ganztags- und Hortangebote, wie sie zuletzt teilweise entstanden (Danke Schröder und Merkel) waeren da leicht zu modifizieren, ausreichend Daf-Spezialisten vorausgesetzt. Die zu kriegen wird nicht leichter, wenn man sie in Schul- oder Hortalltag integriert. Besser, man holt sie fuer Sonder-Angebote dazu und laesst sie sonst mit Kindern in Ruhe. Am fruehen Abend haben sie dann Zeit fuer die Erwachsenen-Kurse, die woanders stattfinden.

Der Politiker hat sich zu Fristen und Formen kaum geäußert. Das ist schwach, wird der Schwierigkeit nicht gerecht. Wenn er mal eben populär klingende Megaforderungen losquäken will, sollte er vielleicht zu Gruens wechseln.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon H2O » Mi 7. Aug 2019, 07:55

Erneut: Der Ansatz, Vorschulunterricht für sprachlich zurück gebliebene Kinder ein zu richten, ist doch keine urplötzliche Entdeckung während dieser Diskussion im Jahre 2019. Vor etlichen Jahren schon wurde unter der Überschrift "Frühkindlicher Spracherwerb" öffentlich überlegt, Kindern mit erkennbaren Entwicklungsmängeln vom 3. Lebensjahr an zu helfen, diese Entwicklungsschritte zu vollziehen.

Schon deshalb wäre es für unser bundesstaatlich aufgebautes Bildungssystem von Interesse, das Ausmaß und die Verteilung des Problems in Deutschland zu kennen. Damals und heute wurde dabei allein der Entwicklungsstand von Kindern betrachtet, und nicht etwa deren Herkunft. Wo wurde also Vorbildliches geleistet, und wo muß man völliges Versagen oder Beschränkung auf Sonntagsreden feststellen? Welchen Umfang hat das Problem... sind davon 100, 1.000, 10.000 oder 100.000 Kinder betroffen? Wo sind Häufungspunkte?
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon imp » Mi 7. Aug 2019, 08:05

H2O hat geschrieben:(07 Aug 2019, 07:55)

Erneut: Der Ansatz, Vorschulunterricht für sprachlich zurück gebliebene Kinder ein zu richten, ist doch keine urplötzliche Entdeckung während dieser Diskussion im Jahre 2019. Vor etlichen Jahren schon wurde unter der Überschrift "Frühkindlicher Spracherwerb" öffentlich überlegt, Kindern mit erkennbaren Entwicklungsmängeln vom 3. Lebensjahr an zu helfen, diese Entwicklungsschritte zu vollziehen.

Schon deshalb wäre es für unser bundesstaatlich aufgebautes Bildungssystem von Interesse, das Ausmaß und die Verteilung des Problems in Deutschland zu kennen. Damals und heute wurde dabei allein der Entwicklungsstand von Kindern betrachtet, und nicht etwa deren Herkunft. Wo wurde also Vorbildliches geleistet, und wo muß man völliges Versagen oder Beschränkung auf Sonntagsreden feststellen? Welchen Umfang hat das Problem... sind davon 100, 1.000, 10.000 oder 100.000 Kinder betroffen? Wo sind Häufungspunkte?


Darum ging es bei der Wortmeldung des Leinemann nicht. Der wollte anlässlich der Sommerpause auch mal Tut-Tut machen und "Bundesländer zusammenlegen" und "Prostituierte auf Rezept ab 50" sind ein wenig abgenudelt. Also was mit Kinder, was mit Ausländer und was mit Bildung (Laendersache, wenn es nicht kommt waren es die anderen) zusammengeruehrt und raus die Paste solange sie noch nicht zusammen faellt.

Wollte man ernsthaft das Thema angehen, brauchte es Planstellen Haushalt, Ausbildungskapazität an der Uni, Weiterbildungsprogramme en Masse und eben einen Haufen Geld, damit die Kapazitäten nachher nicht Taxi fahren. Die Union hat gute Koepfe. Frau Eisenmann vertritt nicht immer meine Meinung, aber ist immerhin seriös. Wenn sie gleiches fordern wuerde, dann mit Detail und Verstand. Für Leinemann dagegen bitte Sendepause.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon becksham » Mi 7. Aug 2019, 08:27

Skeptiker hat geschrieben:(06 Aug 2019, 22:42)
...
Worauf basiert also Deine positive Einschätzung, dass nur vereinzelt Kinder Sprachprobleme haben werden, wenn das aktuell ein absolutes Desaster ist, und auch Maßnahmen unter Zwang daran bislang nichts geändert habe?

Darauf, dass ich auf deine Frage eingegangen bin, was wäre, wenn der Vorschlag eines Vorschuljahres umgesetzt würde und es danach dann doch nicht langt. Also Voraussetzung war, dass ein solches Jahr absolviert war. Und ich glaube, dass danach die meisten Kinder soweit wären, dass sie eine Schule besuchen könnten.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon JJazzGold » Mi 7. Aug 2019, 08:29

Vongole hat geschrieben:(06 Aug 2019, 19:22)

Die sind nicht absurd, wenn Du Dir das Alter der dort zitierten Personen anschaust. Zu der Zeit, als sie in die Schule kamen, hätte auch ich Linnemann vehement widersprochen, schon aus eigener Erfahrung.
Mittlerweile erleben wir in der ersten Schulklasse eine geradezu babylonische Sprachvielfalt, die das spielerische beiläufige Erlernen der deutschen Sprache ungeheuer erschweren.
Ich bin deswegen schon seit Jahren für eine verbindliche Kita-Pflicht, und sei es nur ein Vorschuljahr. Würde sie - unter Leitung von dafür qualifiziertem Personal - eingeführt, könnte man den Kindern
die spätere Einschulung ersparen.


@ Vongole und @Selina

Dass Kinder, je jünger, desto schneller, mit oft geradezu spielerischer Einfachheit, eine Fremdsprache lernen, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Würde das Zuhause statt finden, kein Problem. Nur findet es, weder bei Zuagroasten, noch bei Einheimischen grundsätzlich Zuhause statt und deshalb müssen zugunsten der Kinder schmerzfreie Korrekturen angebracht werden. Dazu kommt noch meine ganz persönliche Meinung, dass wesentlich früher in der Schule Englischkenntnisse vermittelt werden müssten - noch eine zusätzlich zu lernende Spache.

Sicher, auch die Meinung, “friss oder versage, Kind“, “oder “sollen doch die Eltern noch Nachhilfe ab dem ersten Schuljahr oben drauf packen, China macht das schon ab dem Alter von drei Jahren“, fällt unter Meinungsfreiheit und bis dato in den Verantwortungsbereich der Eltern. Kindern, deren Begabungen auf völlig unterschiedlichen Gebieten liegen wird das im Zweifelsfall eher schaden, als nützen. Meine Meinung.

Instrumente zur Sprachförderung im Vorschulalter sind längst etabliert, siehe z.B. BaSiK, seldak oder sismik.
Ein Angebot.

Bleibt die Frage, wie soll der einfache Schuleinstieg für Kinder gestaltet werden, die nicht unter diese Vorschulalterförderung fallen, weil die Kinder bis zur ersten Klasse Grundschule aus den unterschiedlichsten Gründen, keine Kita gesehen haben?
An diesem Punkt greift meines Erachtens Linnemanns Vorschlag die Diskussion auf.

Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder hyperventiliert man wieder einmal präventiv, scheint ja zurzeit Trend No 1 zu sein, oder man lässt sich auf die Diskussion ein und überlegt, wie man, Achtung, Föderalismusgefahr in Sicht ;), ich sehe gerade eine geschlossen hyperventilieren CSU vor mir, bundesweite Lösung konzipiert, die dem Kind einen spielerischen Weg eröffnet, bereits ab dem ersten Schultag Bestandteil der Gemeinschaft zu sein.
Ob das ein Jahr früher oder später passiert, @Becksham, ist meines Erachtens für die Entwicklung des Kindes nebensächlich und ja, später sollte es nicht sein. Was meines Erachtens über ein verpflichtendes Vorschuljahr passiert.

Für ältere Kinder muss, @nightrain, ein, meines Erachtens ebenfalls bundesweites, breitflächig Konzept erarbeitet werden, dass begleitend zum Schulbesuch wirkt. Und bevor ich jetzt jetzt wieder in meine Vorstellung zur Nutzung der digitalen Welt in diesem Bereich abgeleitet, wünsche ich euch allen einen schönen Tag. :)

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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon JJazzGold » Mi 7. Aug 2019, 08:31

unity in diversity hat geschrieben:(07 Aug 2019, 01:34)

Ziel sollte sein, daß alle den Start in den Ernst des Lebens frustfrei schaffen.
Einschulung ist ja irgendwie ein neuer Lebensabschnitt, oder nicht?


Ein einschneidender. :thumbup:
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon JJazzGold » Mi 7. Aug 2019, 08:37

Fliege hat geschrieben:(06 Aug 2019, 23:57)

Daraus, dass dein erster Satz zutreffend ist, folgt nicht, dass dein zweiter Satz zutreffend ist. Denn der deutsche Staat als Vollzugsorgan des Wählerwillens hat den Auftrag, wenn nicht ausländische Eltern (was ich schon für bedenklich halten möchte), so doch wenigstens deren ausländische Kinder durch Integration in die deutsche Sprache und durch Akzeptanz der deutschen Gesellschaft fit für Deutschland zu machen. Der deutsche Staat hat sich darum zu kümmern, dass Ausländer in Deutschland nicht machen was sie wollen (in Parallelgesellschaften leben), sondern dass sie auf den Weg gebracht werden, Deutsche zu werden.


Der erste Satz ist Schwachsinn. Oder sollen z.B. Brexitflüchtlinge oder Arbeitsangebotannehmer aus aller Welt ihren Kindern von Asien bis USA ihren Kindern präventiv schon mal die deutsche Sprache beibringen und dann geht es, huch, doch nach Frankreich, in die UAE oder Japan?
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 7. Aug 2019, 08:54

JJazzGold hat geschrieben:(07 Aug 2019, 08:37)

Der erste Satz ist Schwachsinn. Oder sollen z.B. Brexitflüchtlinge oder Arbeitsangebotannehmer aus aller Welt ihren Kindern von Asien bis USA ihren Kindern präventiv schon mal die deutsche Sprache beibringen und dann geht es, huch, doch nach Frankreich, in die UAE oder Japan?


Du hast einen Denkfehler. Das sind ja alles keine Ausländer ;)
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon H2O » Mi 7. Aug 2019, 09:10

...Dazu kommt noch meine ganz persönliche Meinung, dass wesentlich früher in der Schule Englischkenntnisse vermittelt werden müssten - noch eine zusätzlich zu lernende Spache.


Unter "normalen Umständen" kann man diesem Vorschlag nur zustimmen, zumal Englisch beste Aussichten hat, die allgemein verstandene Umgangssprache in der EU zu werden, vermutlich die gemeinsame 1. Amtssprache zwischen Nordkap und Lampedusa.

Nun stehen wir hier aber einigermaßen erschrocken vor einem Politikversagen, denn in den vergangenen Jahren wurde ja recht viel über "Frühkindlichen Spracherwerb" gesprochen, ab 3. Lebensjahr für alle Kinder, deren Reifeprozeß den Erwartungen nicht entspricht, als Vorschule, wenn ganz überwiegend die deutschen Sprachkenntnisse nicht ausreichen, um einem altersgemäßen deutschen Schulunterricht folgen zu können. Tatsächlich sind den wohlfeilen Worten fast gar keine Taten gefolgt. Da hatte ich viel höhere Erwartungen. Meine Kinder und Enkel sind ja längst aus dem Schulalter heraus, und dann kann man so etwas schon einmal glauben, wenn es mit solcher Inbrunst verkündet wird.

Im Fall wirklich mangelhafter deutscher Sprachkenntnisse würde ich davon abraten, in der angesagten Aufholjagd noch englischen Sprachunterricht drauf zu satteln. Damit könnte man dann in der Grundschule beginnen. Über die Notwendigkeit kann es aus meiner Sicht gar keinen Streit geben.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon JJazzGold » Mi 7. Aug 2019, 09:12

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(07 Aug 2019, 08:54)

Du hast einen Denkfehler. Das sind ja alles keine Ausländer ;)


Gut, dass du den Smiley dazu gesetzt hast. ;) :)
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon JJazzGold » Mi 7. Aug 2019, 09:34

H2O hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:10)

Unter "normalen Umständen" kann man diesem Vorschlag nur zustimmen, zumal Englisch beste Aussichten hat, die allgemein verstandene Umgangssprache in der EU zu werden, vermutlich die gemeinsame 1. Amtssprache zwischen Nordkap und Lampedusa.

Nun stehen wir hier aber einigermaßen erschrocken vor einem Politikversagen, denn in den vergangenen Jahren wurde ja recht viel über "Frühkindlichen Spracherwerb" gesprochen, ab 3. Lebensjahr für alle Kinder, deren Reifeprozeß den Erwartungen nicht entspricht, als Vorschule, wenn ganz überwiegend die deutschen Sprachkenntnisse nicht ausreichen, um einem altersgemäßen deutschen Schulunterricht folgen zu können. Tatsächlich sind den wohlfeilen Worten fast gar keine Taten gefolgt. Da hatte ich viel höhere Erwartungen. Meine Kinder und Enkel sind ja längst aus dem Schulalter heraus, und dann kann man so etwas schon einmal glauben, wenn es mit solcher Inbrunst verkündet wird.

Im Fall wirklich mangelhafter deutscher Sprachkenntnisse würde ich davon abraten, in der angesagten Aufholjagd noch englischen Sprachunterricht drauf zu satteln. Damit könnte man dann in der Grundschule beginnen. Über die Notwendigkeit kann es aus meiner Sicht gar keinen Streit geben.


Politversagen kann man nicht generell vorwerfen, es herrschen in diversen Bundesländern längst begleitende Systeme zur Sprachförderung vor dem ersten Schuljahr. Die dürften alle ähnlich gelagert, nur nicht bundesweit vereinheitlicht sein.
Ich habe mich gestern, da ich es ohnehin benötige, mal eingelesen. Knackpunkt ist weniger die Sprachförderung, sondern ein einheitlicher Sprachtest. Hier hakt es, da von nahezu unbedeutend, bis zu qualitativ valide so ziemlich alles an Sprachtest vorhanden ist und auch der Zeitraum für den angesetzten Test variiert, mit Berlin als Schlusslicht, gerade mal 15 Monate vor Beginn der ersten Klasse.

Hier müsste bereits angesetzt werden und zwar im Kultusministerium, nicht im Familienministerium.

Was nichts desto trotz keine positiven Auswirkungen auf Kinder hat, die erst zum Grundschuleinsteig oder später dazu kommen. Hier muss ein anderes Konzept erarbeitet werden und wenn Herr Linnemann das mit seinem als “Klopfer“ betrachteten Kommentar angeregt hat, halte ich das für positiv.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 7. Aug 2019, 09:36

H2O hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:10)

Unter "normalen Umständen" kann man diesem Vorschlag nur zustimmen, zumal Englisch beste Aussichten hat, die allgemein verstandene Umgangssprache in der EU zu werden, vermutlich die gemeinsame 1. Amtssprache zwischen Nordkap und Lampedusa.


Und zwar genau in dem Moment, in welchem das einzige EU-Land mit Englisch als erster Amtssprache die EU verlässt. ;) Oder habe ich da ein Land übersehen? In Irland ist meines Wissens Englisch zweite Amtssprache neben Irisch.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 7. Aug 2019, 09:39

JJazzGold hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:34)

Was nichts desto trotz keine positiven Auswirkungen auf Kinder hat, die erst zum Grundschuleinsteig oder später dazu kommen. Hier muss ein anderes Konzept erarbeitet werden und wenn Herr Linnemann das mit seinem als “Klopfer“ betrachteten Kommentar angeregt hat, halte ich das für positiv.
[/color]

Die Medien haben diesen "Klopfer" zu einem "Grundschulverbot" aufgeblasen. Es stellt sich mir die Frage, ob hier wirklich die KInder oder nicht vielleicht eher die Erwachsenen ein Bildungsdefizit haben.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon JJazzGold » Mi 7. Aug 2019, 09:41

imp hat geschrieben:(07 Aug 2019, 07:49)

Einer der Punkte, die mich bei einem Pflichtjahr Kita mißtrauisch machen, sind Kapazitäten und Kompetenzen.

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Der Politiker hat sich zu Fristen und Formen kaum geäußert. Das ist schwach, wird der Schwierigkeit nicht gerecht. Wenn er mal eben populär klingende Megaforderungen losquäken will, sollte er vielleicht zu Gruens wechseln.


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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon imp » Mi 7. Aug 2019, 09:42

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:36)

Und zwar genau in dem Moment, in welchem das einzige EU-Land mit Englisch als erster Amtssprache die EU verlässt. ;) Oder habe ich da ein Land übersehen? In Irland ist meines Wissens Englisch zweite Amtssprache neben Irisch.

Viele Iren sprechen gar kein gaelisch oder kennen hoechstens ein paar Sprüche.
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Re: Wie umgehen mit mangelhaften Deutschkenntnissen von Schülern?

Beitragvon imp » Mi 7. Aug 2019, 09:43

JJazzGold hat geschrieben:(07 Aug 2019, 09:41)


Das Modul heißt DaZ und ist Bestandteil des Lehramtstudiums.

In den meisten Kitas wirst du kaum Leute finden, die nebenher auf Lehramt studiert haben.
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