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Medien: Das Ende

Verfasst: Mi 1. Mai 2019, 16:48
von imp
Liebe Forinetten und Foronauten,

viele Artikel im Internet sind lang. Kürze in Printmedien wurde früher entschuldigt mit der Endlichkeit des Blattes. Platz fürs Detail wurde immer mehr ans Digitale delegiert. In den elektronischen audiovisuellen Medien dagegen, etwa TV und Radio, zeigte man gern Extrema und Relevantes am Hauptkanal - Vollständigkeit verschob man früher auf den Videotext, heute auf Web-TV und Podcast. So weit, so beschränkt.

Doch nicht immer wollte man jedes entfernt relevante Detail in Form wiederverwerteter Textbausteine oder Reportage-Schnipsel NOCH MAL oder überhaupt präsentiert bekommen.

Ein Beispiel: https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/un ... 1.amp.html

Öde, nicht wahr? Immer öfter lesen oder hören wir solche Beiträge nicht konzentriert zuende. Der Verstand begibt sich auf Abwege oder das Auge beginnt, von Blockanfang zu Blockanfang zu hüpfen auf der Suche nach den Teilen, die nicht kopiert und eingefügt, sondern neu und bestenfalls relevant oder interessant sind.

Viele moderne Leser verbringen überhaupt einen Großteil einer Zeitung oder eines Digitaltextmediums im Scan-Modus - sie sortieren schneller aus als sie nachvollziehen können. Das müssen sie. Immer weniger Artikel werden konzentriert zuende gelesen. Der Vielfalt des nominellen Angebots steht eine hochgradige Redundanz von Textbausteinen gegenüber - sowohl im Längsschnitt eines Mediums als auch im Querschnitt über die Branche zu einem Thema - hier greifen die gering editierten Agenturtexte, Wiederverwertungen, Verlagsredaktionen mit vielen Outlets und die sogenannten Recherchenetzwerke.

Hier also die Frage an euch: Wie oft erreicht ihr in längeren Medientexten ohne Überspringen von Blöcken das Ende?

Re: Medien: Das Ende

Verfasst: Mi 1. Mai 2019, 16:57
von Alter Stubentiger
imp hat geschrieben:(01 May 2019, 16:48)

Liebe Forinetten und Foronauten,

viele Artikel im Internet sind lang. Kürze in Printmedien wurde früher entschuldigt mit der Endlichkeit des Blattes. Platz fürs Detail wurde immer mehr ans Digitale delegiert. In den elektronischen audiovisuellen Medien dagegen, etwa TV und Radio, zeigte man gern Extrema und Relevantes am Hauptkanal - Vollständigkeit verschob man früher auf den Videotext, heute auf Web-TV und Podcast. So weit, so beschränkt.

Doch nicht immer wollte man jedes entfernt relevante Detail in Form wiederverwerteter Textbausteine oder Reportage-Schnipsel NOCH MAL oder überhaupt präsentiert bekommen.

Ein Beispiel: https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/un ... 1.amp.html

Öde, nicht wahr? Immer öfter lesen oder hören wir solche Beiträge nicht konzentriert zuende. Der Verstand begibt sich auf Abwege oder das Auge beginnt, von Blockanfang zu Blockanfang zu hüpfen auf der Suche nach den Teilen, die nicht kopiert und eingefügt, sondern neu und bestenfalls relevant oder interessant sind.

Viele moderne Leser verbringen überhaupt einen Großteil einer Zeitung oder eines Digitaltextmediums im Scan-Modus - sie sortieren schneller aus als sie nachvollziehen können. Das müssen sie. Immer weniger Artikel werden konzentriert zuende gelesen. Der Vielfalt des nominellen Angebots steht eine hochgradige Redundanz von Textbausteinen gegenüber - sowohl im Längsschnitt eines Mediums als auch im Querschnitt über die Branche zu einem Thema - hier greifen die gering editierten Agenturtexte, Wiederverwertungen, Verlagsredaktionen mit vielen Outlets und die sogenannten Recherchenetzwerke.

Hier also die Frage an euch: Wie oft erreicht ihr in längeren Medientexten ohne Überspringen von Blöcken das Ende?

Immer weniger. Ich dachte allerdings dies wäre nur mein Problem und es läge irgendwie am Alter. Vielleicht liegt es aber auch an der unvorstellbaren Menge an Informationen die man heute als Input erhält. Da filtert man vor was relevant sein könnte.

Re: Medien: Das Ende

Verfasst: Mi 1. Mai 2019, 16:59
von Quatschki
imp hat geschrieben:(01 May 2019, 16:48)

Liebe Forinetten und Foronauten,

viele Artikel im Internet sind lang. Kürze in Printmedien wurde früher entschuldigt mit der Endlichkeit des Blattes. Platz fürs Detail wurde immer mehr ans Digitale delegiert. In den elektronischen audiovisuellen Medien dagegen, etwa TV und Radio, zeigte man gern Extrema und Relevantes am Hauptkanal - Vollständigkeit verschob man früher auf den Videotext, heute auf Web-TV und Podcast. So weit, so beschränkt.

Doch nicht immer wollte man jedes entfernt relevante Detail in Form wiederverwerteter Textbausteine oder Reportage-Schnipsel NOCH MAL oder überhaupt präsentiert bekommen.

Ein Beispiel: https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/un ... 1.amp.html

Öde, nicht wahr? Immer öfter lesen oder hören wir solche Beiträge nicht konzentriert zuende. Der Verstand begibt sich auf Abwege oder das Auge beginnt, von Blockanfang zu Blockanfang zu hüpfen auf der Suche nach den Teilen, die nicht kopiert und eingefügt, sondern neu und bestenfalls relevant oder interessant sind.

Viele moderne Leser verbringen überhaupt einen Großteil einer Zeitung oder eines Digitaltextmediums im Scan-Modus - sie sortieren schneller aus als sie nachvollziehen können. Das müssen sie. Immer weniger Artikel werden konzentriert zuende gelesen. Der Vielfalt des nominellen Angebots steht eine hochgradige Redundanz von Textbausteinen gegenüber - sowohl im Längsschnitt eines Mediums als auch im Querschnitt über die Branche zu einem Thema - hier greifen die gering editierten Agenturtexte, Wiederverwertungen, Verlagsredaktionen mit vielen Outlets und die sogenannten Recherchenetzwerke.

Hier also die Frage an euch: Wie oft erreicht ihr in längeren Medientexten ohne Überspringen von Blöcken das Ende?

zu viel Text

Re: Medien: Das Ende

Verfasst: Mi 1. Mai 2019, 17:27
von imp
Quatschki hat geschrieben:(01 May 2019, 16:59)

zu viel Text

See.

Re: Medien: Das Ende

Verfasst: Mi 1. Mai 2019, 17:32
von imp
Alter Stubentiger hat geschrieben:(01 May 2019, 16:57)

Immer weniger. Ich dachte allerdings dies wäre nur mein Problem und es läge irgendwie am Alter. Vielleicht liegt es aber auch an der unvorstellbaren Menge an Informationen die man heute als Input erhält. Da filtert man vor was relevant sein könnte.

je älter man wird, um so mehr kennt man schon
Bis es anders wird. Das wäre ein anderes trauriges Thema. Ich meine schon, dass auch noch nicht so alte Leser heute mit einer anderen Medienpraxis interagieren als vielleicht in den 80ern, einer anderen technischen Möglichkeit und geschäftlichen Realität. Das beeinflusst längerfristig auch die Lesererwartung. Fontane wäre heute immer noch verkäuflich, aber zu wenig output, um davon leben zu können.

Re: Medien: Das Ende

Verfasst: Mi 1. Mai 2019, 18:23
von Maikel

Was ist daran lang?

Viele moderne Leser verbringen überhaupt einen Großteil einer Zeitung oder eines Digitaltextmediums im Scan-Modus - sie sortieren schneller aus als sie nachvollziehen können.

Das habe ich schon immer so gemacht, auch mit papiernen Zeitungsartikeln. War ich also vor 40 Jahren meiner Zeit weit voraus?

Gute (lange) Artikel bringen anfangs eine Zusammenfassung des beschriebenen Sachverhalts, und sind durch sinnvolle Zwischen-Überschriften so strukturiert, daß man springen kann.

Es ist ja gegenüber Videos und Audios gerade ein Vorteil von geschrieben Texten, daß man sie leicht überfliegen kann. Es gibt sogar Schnell-Lese-Kurse, in denen man so etwas zur Perfektion lernen kann.

Es nervt mich wahnsinnig, wenn ich mir Informationen aus einem Video ziehen muß; dabei muß man viel Überflüssiges über sich ergehen lassen, was man in gut strukturierten Texten überfliegen kann.

Zeitungsartikel etc. sind keine Prosa, die "darf" man überfliegen.

Beim Zeitungslesen entsteht bei mir regelmäßig ein Stapel mit Artikeln, die ich noch in Ruhe durchlesen will; meistens komme ich später auch dazu. Entsprechene Tabs sammeln sich in meinem Browser an.

Re: Medien: Das Ende

Verfasst: Mi 1. Mai 2019, 18:33
von JJazzGold
imp hat geschrieben:(01 May 2019, 16:48)

Liebe Forinetten und Foronauten,

viele Artikel im Internet sind lang. Kürze in Printmedien wurde früher entschuldigt mit der Endlichkeit des Blattes. Platz fürs Detail wurde immer mehr ans Digitale delegiert. In den elektronischen audiovisuellen Medien dagegen, etwa TV und Radio, zeigte man gern Extrema und Relevantes am Hauptkanal - Vollständigkeit verschob man früher auf den Videotext, heute auf Web-TV und Podcast. So weit, so beschränkt.

Doch nicht immer wollte man jedes entfernt relevante Detail in Form wiederverwerteter Textbausteine oder Reportage-Schnipsel NOCH MAL oder überhaupt präsentiert bekommen.

Ein Beispiel: https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/un ... 1.amp.html

Öde, nicht wahr? Immer öfter lesen oder hören wir solche Beiträge nicht konzentriert zuende. Der Verstand begibt sich auf Abwege oder das Auge beginnt, von Blockanfang zu Blockanfang zu hüpfen auf der Suche nach den Teilen, die nicht kopiert und eingefügt, sondern neu und bestenfalls relevant oder interessant sind.

Viele moderne Leser verbringen überhaupt einen Großteil einer Zeitung oder eines Digitaltextmediums im Scan-Modus - sie sortieren schneller aus als sie nachvollziehen können. Das müssen sie. Immer weniger Artikel werden konzentriert zuende gelesen. Der Vielfalt des nominellen Angebots steht eine hochgradige Redundanz von Textbausteinen gegenüber - sowohl im Längsschnitt eines Mediums als auch im Querschnitt über die Branche zu einem Thema - hier greifen die gering editierten Agenturtexte, Wiederverwertungen, Verlagsredaktionen mit vielen Outlets und die sogenannten Recherchenetzwerke.

Hier also die Frage an euch: Wie oft erreicht ihr in längeren Medientexten ohne Überspringen von Blöcken das Ende?


Immer, aber ich lese sehr schnell.

Re: Medien: Das Ende

Verfasst: Mi 1. Mai 2019, 18:42
von Skeptiker
JJazzGold hat geschrieben:(01 May 2019, 18:33)

Immer, aber ich lese sehr schnell.

Gratulation. Ich dagegen bin sehr lesefaul. Vielleicht eine Berufskrankheit, ich muss schnell zum Punkt kommen.

Re: Medien: Das Ende

Verfasst: Mi 1. Mai 2019, 18:48
von JJazzGold
Skeptiker hat geschrieben:(01 May 2019, 18:42)

Gratulation. Ich dagegen bin sehr lesefaul. Vielleicht eine Berufskrankheit, ich muss schnell zum Punkt kommen.


Merci. :)

Ich habe schon als Schülerin/Studentin schnell gelesen, was durchaus hilfreich war.
Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Spiegel früherer Zeit? Seitenlange Artikel, ohne Bilder, oder die FAZ, deren Artikel auch in der Regel nicht die heutige Kürze aufwiesen. Dagegen sind meines Erachtens heutzutage weitaus weniger Artikel mit zwei bis drei Seiten zu finden.

Re: Medien: Das Ende

Verfasst: Mi 1. Mai 2019, 19:52
von Vongole
JJazzGold hat geschrieben:(01 May 2019, 18:33)

Immer, aber ich lese sehr schnell.


Me too, ich lege ja auch ein Buch nicht nach 10 Seiten weg.
Außerdem gehöre ich zu der aussterbenden Spezies, die neben Online- auch Printmedien konsumiert. ;)

Re: Medien: Das Ende

Verfasst: Mi 1. Mai 2019, 19:59
von imp
Ich habe schon viele Artikel, Bücher, Serien oder Filme abgebrochen. Ich habe auch Kinos verlassen.

Re: Medien: Das Ende

Verfasst: Mi 1. Mai 2019, 20:37
von JJazzGold
Vongole hat geschrieben:(01 May 2019, 19:52)

Me too, ich lege ja auch ein Buch nicht nach 10 Seiten weg.
Außerdem gehöre ich zu der aussterbenden Spezies, die neben Online- auch Printmedien konsumiert. ;)


Im Gegenteil, mir fällt es schwer, ein Buch aus der Hand zu legen, wenn ich mich eingelesen habe. Da kann es gerade nachts, wenn ich Ruhe habe, schon mal sehr spät, oder besser gesagt, früh werden. ;)
Printmedien bevorzuge ich nach wie vor, an online gewöhne ich mich noch.
Was ich überhaupt nicht abkann, das sind kurze, nichtssagende Artikel, oder Überschriften, die viel versprechen, von dem der Artikel nichts hält.

Vorhin habe ich im Kühnert Thread ein Interview der Zeit mit ihm verlinkt. Vier Seiten, jetzt wage ich zu behaupten, ich weiß, wie er tickt. Das wüsste ich nach drei kurzen Fragen und ebenso kurzen Antworten nicht.

Re: Medien: Das Ende

Verfasst: Mi 1. Mai 2019, 22:03
von Skeptiker
Im Spiegel gab es mal was zum Leseverhalten in digitalen Medien:
[…]
Der dänische Webseiten-Forscher Jakob Nielsen hat in zahlreichen Studien die Blickbewegung von Menschen beim Betrachten von Webseiten analysiert. "Sie tun es nicht. Sie scannen nur die Seiten", so lautete seine Antwort. Internetseiten würden nicht Wort für Wort gelesen, sondern der Blick fährt in Form eines F über den Text: Er wendet sich der ersten Zeile zu, springt zu einem späteren Absatz, um dort zumeist ebenfalls nur eine Zeile lang zu verharren, und durchforstet dann nur noch die Anfangsworte der Zeilen.
Eine Studie von deutschen Informatikern unterfüttert Nielsens Daten. Der Web-Leser ist ein Sprunghafter. Die Informatiker zeichneten das Verhalten von 25 Probanden über mehrere Wochen auf. Knapp jeder vierte der mehr als 137.000 Webseitenaufenthalte dauert weniger als vier Sekunden, die Hälfte blieb unter zehn Sekunden. Nur jeder zehnte Aufruf einer Webseite dauerte länger als zwei Minuten.
In Befragungen geben junge Leser zu, dass sich ihr Leseverhalten in den vergangen Jahren verändert hat. Etwa, dass sie in Texten eher von Stichwort zu Stichwort hüpfen und ausgewählte Passagen lesen, als den gesamten Text von vorne nach hinten durchzugehen - vor allem, wenn sie diesen auf einem Bildschirm und nicht auf Papier vor sich haben.
[…]
Das Springen von Abschnitt zu Zwischenüberschriften weiter zu Links oder gefetteten Wörtern beunruhigt die US-amerikanische Neurowissenschaftlerin Maryanne Wolf vom Center for Reading and Language Research an der Tufts University. Sie befürchtet, durch das verbreitete Schnelllesen im Internet würde das vertiefte Lesen verlernt.
[…]

https://www.spiegel.de/wissenschaft/men ... 71179.html

Das scheint mir hier reinzupassen. Offensichtlich ist das Leseverhalten auf Papier anders als in digitalen Medien.

Re: Medien: Das Ende

Verfasst: Do 2. Mai 2019, 08:58
von Maikel
Skeptiker hat geschrieben:(01 May 2019, 22:03)

Im Spiegel gab es mal was zum Leseverhalten in digitalen Medien:

Das scheint mir hier reinzupassen. Offensichtlich ist das Leseverhalten auf Papier anders als in digitalen Medien.

Nein; mein Leseverhalten auf Papier (Zeitung) ist ähnlich. Ich scanne auch erstmal die Seiten nach Interessantem, und bleibe dann bei manchen Artikeln hängen, von denen ich manche Abschnitte ggf. auch nur überfliege.

Der Unterschied ist: Es hat scheinbar noch niemand die Blickbewegungen von Menschen beim Zeitunglesen studiert.

Es wird doch kaum jemand eine "große" Papier-Zeitung (FAZ, Süddeutsche etc.) von vorne bis hinten Zeile für Zeile lesen.

Re: Medien: Das Ende

Verfasst: Do 2. Mai 2019, 10:15
von schokoschendrezki
Ich beziehe einen großen Teil meiner politischen Informationen aus (Audio)-Podcasts. Meist irgendwo in der Bahn oder auf dem Fahrrad. Es kommt nur sehr selten vor, dass ich tatsächlich mal von einen Beitrag vorzeitig zum nächsten springe oder innerhalb eines Beitrags "vorspule". Schon weils praktisch umständlicher ist, als in einem gelesenen Artikel optisch per Draufsicht querzulesen. Auch bei Beiträgen länger als eine halbe Stunde. Audio ist eben von Natur aus linear. Und das Tempo wird - anders als beim Lesen - vorgegeben und ist nicht einfach variierbar.

Re: Medien: Das Ende

Verfasst: Do 2. Mai 2019, 10:19
von Teeernte
Ist der Artikel interessant les ich immer bis zum Ende.....(zB diesen im Eingang genannten)

Es gibt jedoch "Lockartikel" - die einem viel Werbung - ohne zusätzliche Information schauen lässt... (...mit 10 Minuten Arbeit über 1000 Euro verdient...)

Audio Podcast nehm ich garnicht..... und muss auch keine in "einfacher Sprache" // oder in Kästchen gerahmte//mit Haarlinien abgetrennte Artikel lesen.