Diskothekensterben

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Aldemarin
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon Aldemarin » Mo 4. Mär 2019, 01:02

Tanzorchester nehmen nur Platz weg und den Partygästen ist es meist egal, ob die Musik Live gespielt wird oder von der Konserve kommt. Die Diskotheken kann man als Nachfolger der Tanzsäle sehen, da starke Ähnlichkeiten vorhanden.
Aber Personen auf Parties kennen zu lernen, ist im Regelfall etwas anderes als Leute im Internet kennen zu lernen und beides hat Vor- und Nachteile. Im ersteren Fall lernt man die Leute authentischer kennen, im letzteren Fall kann viel gefakt sein. Dafür kann man übers Internet viel eher "Freaks" kennen lernen.

Bezüglich mafiöser Betreiber: war es nicht früher oft so, daß wenn ein Betreiber aufgab, dann ein anderer den Laden übernahm? In wie weit ist eigentlich die GEMA der Diskotheken-Killer?
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McKnee
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon McKnee » Mo 4. Mär 2019, 08:36

Wenn die Diskotheken am Schutzgeld sterben würden, würden ebenfalls Pizzerien, Asia-Restaurants und eine Vielzahl anderer Gewerbe sterben.

Schutzgelderpresser haben sich in ihrer Subtilität und ihren Forderungen den Gegebenheiten angepasst. Würde die Theorie zutreffen, würden sie sich ihre Einnahmequelle nehmen.

Es ist absolut nicht nachvollziehbar, wie es so zu einem bundesweiten Sterben kommen soll, von dem auch noch einige Städte ausgenommen sind. Oder soll es plötzlich so sein, dass es in diesen Städten keine Schutzgelderpresser gibt?
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat oder ein Fake ist, er könnte es gesagt und wird es gedacht haben...das reicht :D
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon Teeernte » Mo 4. Mär 2019, 09:34

Wie schon beschrieben - früher hat man den Betrag DIREKT aus der KAsse genommen - und dem netten Herrn , >> der aufpasst , dass nichts passiert - gegeben.

Heute ist die Steuer hinter jedem Cent her. "Gläserne" Vergleichsobjekte zeigen den reellen Umsatz. Man zählt die Kunden, zählt die Servietten..schaut auf den "Schwarzeinkauf" an Getränken..
JA es sind sogar die Spielautomaten ONLINE am Finanzamt. Schön wenn der Schutzgelderpresser also eine Rechnung ausstellt..

Die "kleinen" Läden (Pizza) lohnen sich doch garnicht zum Abkassieren. Viel zu viel Aufwand. In ner Disco eine Prügelei - ist da einfacher. Nachdem die "Schutzorganisation" den Laden übernimmt - geht die Bude dann meistens ein....weil der neue Betreiber es dann eben nicht "DRAUF" hat.

Aus ner Disco ist schlecht Schischa Bar machen.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon McKnee » Mo 4. Mär 2019, 10:07

Die Spielautomaten in welcher Disse?

Ich frage mich, warum die dann immer noch am Gerät ausgelesen werden.

Es gibt Clubdisco, die einen Teil zur Shisha Bar gemacht haben.

Es würde mich interessieren, woher du deine nicht zutreffenden Erkenntnisse über Schutzgeld und lohnende Gewerbe hast. Manche Kleinpizzeria hat einen höheren Umsatz, als manche Disse.

Und trotzdem ergibt sich aus deiner These kein nachvollziehbarer Grund für ein umfassendes Diskothekensterben. Hab ich dargelegt, ignorier es einfach weiter.
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon Kiwikopf » Mo 4. Mär 2019, 10:22

Schaut man sich an wie in den letzten Jahren die Shishabars aus dem Boden gesprießt sind, ist McKnees theorie naheliegend.
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon Teeernte » Mo 4. Mär 2019, 10:23

Zu der Zeit als die Discos starben....

Ende Februar war kurz nach Mitternacht in der Diskothek Brenz Club in der Olgastraße eine Gruppe von etwa 15 Männern aufgetaucht und hatten Gäste des Lokals in Angst und Schrecken versetzt. So waren Angehörige des Sicherheitspersonal und Besucher mit einer Kettensäge und Baseballschlägern bedroht worden.

Schutzgelder erpresst?

Nach Augenzeugenberichten hatte es sich bei den Eindringlingen um Mitglieder der United Tribuns gehandelt – also jener Gruppierung, deren 29-jähriger Vizepräsident im April vergangenen Jahres bei einer Schießerei in der Clichystraße von einem 26 Jahre alten Black Jackets Mitglied getötet worden war.
http://www.rocker-blog.to/tag/schutzgeld-disco/

Innenstadt -
Oft wird er als „Disco-König“ Kölns bezeichnet. Am Montag musste Yahya Firat, unbestreitbar eine Größe des Nachtlebens in der Stadt, ausnahmsweise nicht in einem seiner Clubs an den Ringen, sondern in Sitzungssaal 32 des Kölner Landgerichts erscheinen. Geladen war er als Zeuge in einem Prozess um räuberische Erpressung; wegen
https://www.ksta.de/schutzgeld-prozess- ... --12180648

Hells ...Osmanen..Bandidos alle wegen NICHTS verboten ?

Ermittler schätzen, jeder zweite Gastronom und Clubbesitzer zahlt..


Natürlich alles aus Grimms Märchen.....

Aber, dass die Kinder "weniger" werden - im Disko-Alter sollte sich bis in die Betreiberszene rumgesprochen haben ....

(Nur nebenbei ...- wegen 2 Automaten macht man keinen "online".

...und was sollen nichttrinkende Muslime in ner Disko .....

die machen dann eine Shisha Bar auf....wenn sie die Disco übernehmen..)
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon Paccon » Mo 4. Mär 2019, 11:31

Ich habe darüber auch in einem Bericht in England gelesen. Dort geht es also fast gleich zu.
Für mich aber nicht wirklich verwunderlich. Dafür kann man zig Gründe finden und es wird wohl ein Mix aus allen Gründen sein.
Einerseits wird es daran liegen, dass man nicht mehr so viel Geld ausgeben will/kann, andererseits, dass man dann ja mit echten Menschen kommunizieren müsste und vor die Haustüre gehen muss.
Den Menschen werden eben andere Dinge wichtiger.
Am Schutzgeld wird es wohl nicht liegen aber letztlich kann es der Todesstoß sein wenn zu wenig Einnahmen hereinkommen.
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon Uffhausen » Mo 4. Mär 2019, 11:33

Aldemarin hat geschrieben:(03 Mar 2019, 05:15)

Warum haben in den letzten Jahren so viele - und durchaus gute - Partylocations zu gemacht und stehen schon jahrelang ungenutzt herum? Warum ist es anscheinend nicht mehr möglich, diese wirtschaftlich zu betreiben?


Ich persönlich finde, es liegt an der Musik - früher gab es noch Musik, die hast du nur - und wirklich nur! - in Diskotheken hören können, z. B. Remixe. Dafür bist du in die Disko gegangen - um Musik zu erleben, die ansonsten nicht erreichbar, sprich käuflich, für dich war.

Tw. hast du diese Musik auch kaufen können, diverse Maxi-CDs hatten zusätzlich mindestens einen, in vielen Fällen sogar mehrere Remixe von einen Song drauf, teils von namhaften DJs oder sonstigen Musikschaffenden. Musik war früher noch etwas besonderes. Es war wichtig, Musik zu "besitzen", sprich sich eine Schallplatte oder CD zu kaufen. Heute will man Musik nicht mehr "besitzen", man will sie nur noch hören = "streamen". Musik ist heuete auch nicht mehr mir einem sichtbaren Medium - z. B. einer CD - verbunden, sondern lediglich nur noch eine unsichtbare Datei, die du dir innerhalb von Sekunden herunterladen kannst.
Du kannst Musik zwar auch noch "besitzen", z. B. indem du dir einen Titel mit einem Konvertierungsprogramm von einer Videoplattform herunterlädst, aber es ist vergleichsweise zu früher nicht mit einem gewissen Aufwand verbunden - ein paar Klicks und schon hast du die Musik. Geht von zuhause aus oder unterwegs. Gezielt oder spontan. Früher hast du noch in den Laden gehen müssen und warst froh, wenn deine Platte nicht gerade vergriffen war. Heute ist Musik niemals vergriffen, sie ist immer verfügbar. Das ist freilich erstmal positiv, dennoch wirkt es sich mMn auf den "Wert" von Musik aus. Selbst, wenn nach Jahren bspw. eine Musikdatei verloren geht, lässt sie sich sofort ersetzen. Wenn früher eine Schallplatte oder CD verloren ging oder zerstört wurde, dann hattest du ein echtes Problem, einen richtigen Verlust. Wie gesagt, Musik war früher etwas besonderes.
Aus dem selben Grunde dürfte auch das Musikfernsehen am Boden liegen - Musikvideos konntest du früher nur im Fernsehen schauen - heute kannst du die im Internet sehen und runterladen. Nichts besonderes mehr. Auch die Kinos haben es schwer - man muss nicht mehr ins Kino gehen um einen Film zu sehen, man kann ihn sich schließlich auch auf's Smartphone runterladen. In den Nullerjahren war illegale Musik- und Filmpiraterie ein Problem - heute ist das legale Streaming.

Auch ist die heutige gängige Pop-Musik ein Problem - sie ist nicht mehr eindeutig einem gewissen Stil zuzuordnen. Sie hat Beat, Bass und Melodie - und zwar in einem derartigen Mittelmaß, so dass sie radio- UND diskotauglich ist. Es wird heutzutage in den Diskotheken also vorwiegend Musik gespielt, die du auch im Radio hören kannst. Es besteht somit immer weniger Anlass, eine Diskothek aufzusuchen, wenn du dort Musik hörst, die schon den ganzen lieben langen Tag auf deinem Smartphone oder im Radio rauf und runter läuft. Traurig auch, dass viele vorherrschende Radios diverse Musikstile regelrecht boykottieren - ich bin in einer Zeit aufgewachsen, da war es das selbstverständlichste auf der Welt, dass nebst den üblichen Rock- und Pop-Songs auch Techno- und Hip-Hop-Musik im Radio gespielt wurde. Es war immer lustig, wenn bspw. erst eine tieftraurige Schnulze von Celine Dion lief, die dann bspw. durch einem Happy-Hardcore-Song von Scooter abgelöst wurde. Aber heute klingt vieles ziemlich gleich und austauschbar. Und entsprechend eintönig und dadurch langweilig dürfte folglich auch das Musikangebot in den Diskotheken sein.
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 4. Mär 2019, 11:48

Uffhausen hat geschrieben:(04 Mar 2019, 11:33)

Aber heute klingt vieles ziemlich gleich und austauschbar. Und entsprechend eintönig und dadurch langweilig dürfte folglich auch das Musikangebot in den Diskotheken sein.

Ist das wirklich so? In fast allen Betrachtungen zum Thema dieser aktuellen Stilwandlungen ist davon die Rede, dass die Szenen auseinanderfallen und kleiner werden. Dass das also dem Muster der "Blasenbildung" folgt und die einen nur nix mehr von den anderen wissen und das Mainstream-Angebot eben nur für die da ist, die sich in keine der "Blasen" zurückgezogen haben.

Und dann dass die Feierei von Großraumirgendwas sich zum einen in Richtung kleinere Bars mit Tanzfläche, Indie-Club was auch immer und zum anderen ins Freie und ins Wochenende verlagert. Werktags hasten die Leute die S-Bahnrolltreppen rauf und runter und am WE hat man zumindest in Berlin im Sommer oft den Eindruck, die gesamte Innenstadt sei eine einzige Partyfläche.
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon McKnee » Mo 4. Mär 2019, 13:00

Teeernte hat geschrieben:(04 Mar 2019, 10:23)

Zu der Zeit als die Discos starben....

http://www.rocker-blog.to/tag/schutzgeld-disco/

https://www.ksta.de/schutzgeld-prozess- ... --12180648

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Aber, dass die Kinder "weniger" werden - im Disko-Alter sollte sich bis in die Betreiberszene rumgesprochen haben ....

(Nur nebenbei ...- wegen 2 Automaten macht man keinen "online".

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die machen dann eine Shisha Bar auf....wenn sie die Disco übernehmen..)



Es behauptet niemand, dass es Märchen sind. Es geht allein um die Schlußfolgerungen und Wirkungen, die du ableitest ... und nebenbei um die Ingoranz gegenüber Argumenten.

Ich frage dich gerne noch einmal. Wann hast eine repräsentative Befragung durchgeführt?

Für mich ist es einer der Schwerpunkte meines Berufs.

Allein das 2-Automaten Beispiel spricht Bände. Mit Ausnahme von Spielhallen darf eh niemand mehr als 2 bzw 3 Automaten aufstellen. Warum führst du es dann in diesem Kontext an?

Es scheint, als wolltest du das Thema für ganz andere Inhalte mißbrauchen. Nur selbst bei den Verantwortlichkeiten, Möglichkeiten der Bekämpfung und der Subtilität von Schutzgelderpressungen du weit weg von der realen Welt, außerhalb der Stammtischargumente.

Aber, Schutzgeld ist hier gar nicht das Thema.

Versuch dich einfach mit den Argumenten und Fakten auseinander zu setzen, dann trägst du evtl Wertvolles zum Thema bei.
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon imp » Mo 4. Mär 2019, 13:35

Uffhausen hat geschrieben:(04 Mar 2019, 11:33)

Ich persönlich finde, es liegt an der Musik - früher gab es noch Musik, die hast du nur - und wirklich nur! - in Diskotheken hören können, z. B. Remixe. Dafür bist du in die Disko gegangen - um Musik zu erleben, die ansonsten nicht erreichbar, sprich käuflich, für dich war.

Tw. hast du diese Musik auch kaufen können, diverse Maxi-CDs hatten zusätzlich mindestens einen, in vielen Fällen sogar mehrere Remixe von einen Song drauf, teils von namhaften DJs oder sonstigen Musikschaffenden. Musik war früher noch etwas besonderes. Es war wichtig, Musik zu "besitzen", sprich sich eine Schallplatte oder CD zu kaufen. Heute will man Musik nicht mehr "besitzen", man will sie nur noch hören = "streamen". Musik ist heuete auch nicht mehr mir einem sichtbaren Medium - z. B. einer CD - verbunden, sondern lediglich nur noch eine unsichtbare Datei, die du dir innerhalb von Sekunden herunterladen kannst.
Du kannst Musik zwar auch noch "besitzen", z. B. indem du dir einen Titel mit einem Konvertierungsprogramm von einer Videoplattform herunterlädst, aber es ist vergleichsweise zu früher nicht mit einem gewissen Aufwand verbunden - ein paar Klicks und schon hast du die Musik. Geht von zuhause aus oder unterwegs. Gezielt oder spontan. Früher hast du noch in den Laden gehen müssen und warst froh, wenn deine Platte nicht gerade vergriffen war. Heute ist Musik niemals vergriffen, sie ist immer verfügbar. Das ist freilich erstmal positiv, dennoch wirkt es sich mMn auf den "Wert" von Musik aus. Selbst, wenn nach Jahren bspw. eine Musikdatei verloren geht, lässt sie sich sofort ersetzen. Wenn früher eine Schallplatte oder CD verloren ging oder zerstört wurde, dann hattest du ein echtes Problem, einen richtigen Verlust. Wie gesagt, Musik war früher etwas besonderes.
Aus dem selben Grunde dürfte auch das Musikfernsehen am Boden liegen - Musikvideos konntest du früher nur im Fernsehen schauen - heute kannst du die im Internet sehen und runterladen. Nichts besonderes mehr. Auch die Kinos haben es schwer - man muss nicht mehr ins Kino gehen um einen Film zu sehen, man kann ihn sich schließlich auch auf's Smartphone runterladen. In den Nullerjahren war illegale Musik- und Filmpiraterie ein Problem - heute ist das legale Streaming.

Auch ist die heutige gängige Pop-Musik ein Problem - sie ist nicht mehr eindeutig einem gewissen Stil zuzuordnen. Sie hat Beat, Bass und Melodie - und zwar in einem derartigen Mittelmaß, so dass sie radio- UND diskotauglich ist. Es wird heutzutage in den Diskotheken also vorwiegend Musik gespielt, die du auch im Radio hören kannst. Es besteht somit immer weniger Anlass, eine Diskothek aufzusuchen, wenn du dort Musik hörst, die schon den ganzen lieben langen Tag auf deinem Smartphone oder im Radio rauf und runter läuft. Traurig auch, dass viele vorherrschende Radios diverse Musikstile regelrecht boykottieren - ich bin in einer Zeit aufgewachsen, da war es das selbstverständlichste auf der Welt, dass nebst den üblichen Rock- und Pop-Songs auch Techno- und Hip-Hop-Musik im Radio gespielt wurde. Es war immer lustig, wenn bspw. erst eine tieftraurige Schnulze von Celine Dion lief, die dann bspw. durch einem Happy-Hardcore-Song von Scooter abgelöst wurde. Aber heute klingt vieles ziemlich gleich und austauschbar. Und entsprechend eintönig und dadurch langweilig dürfte folglich auch das Musikangebot in den Diskotheken sein.

Ich denke, in die Umtsumsdisco/Club geht mancher heute eher erlebnisorientiert. Man möchte feiern, vielleicht auch wen mit heim nehmen, jedoch ist die Musik eher der Soundtrack zum Thema als die eigentliche Sache.
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 4. Mär 2019, 17:26

Wo ist eigentlich das Problem?
Diskotheken sterben weil sie Teil einer gesellschaftlichen Entwicklung sind.
Früher war der Besuch einer solchen Lokalität mit persönlichen Identifikationsmodellen verbunden,
Geld spielte da weniger einer Rolle.
Heute werden sie entweder für Party ohne Ende oder zum Treffen eines Geschlechtspartners besucht.
Heute braucht man allerdings für beides Geld.
Das hat eben nicht jeder Jugendliche/r.
Diskothekensterben ist deshalb eher ein Beleg für Jugendarmut,
neben anderen Dingen.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon jack000 » Mo 4. Mär 2019, 17:37

Bielefeld09 hat geschrieben:(04 Mar 2019, 17:26)

Wo ist eigentlich das Problem?
Diskotheken sterben weil sie Teil einer gesellschaftlichen Entwicklung sind.
Früher war der Besuch einer solchen Lokalität mit persönlichen Identifikationsmodellen verbunden,
Geld spielte da weniger einer Rolle.
Heute werden sie entweder für Party ohne Ende oder zum Treffen eines Geschlechtspartners besucht.
Heute braucht man allerdings für beides Geld.

Diskotheken waren "früher" kostenlos?
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 4. Mär 2019, 17:49

jack000 hat geschrieben:(04 Mar 2019, 17:37)

Diskotheken waren "früher" kostenlos?

Ja, aber möchtest du dich nun über die Historie von Diskotheken austauschen
oder liegt dein Interesse daran zu klären,
warum Treffpunkte für junge Menschen heute so nicht mehr funkionieren?
Oder reicht die Antwort: Ja.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon imp » Mo 4. Mär 2019, 17:51

Das Tanzlokal, die Discothek, der Club, solche Orte haben sich immer wandeln müssen oder wurden ersetzt, verdrängt von neueren Konzepten.
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon jack000 » Mo 4. Mär 2019, 17:53

Bielefeld09 hat geschrieben:(04 Mar 2019, 17:49)

Ja,

Ich stelle mal die Behauptung auf, dass Diskotheken schon immer Eintritt verlangt haben.

aber möchtest du dich nun über die Historie von Diskotheken austauschen
oder liegt dein Interesse daran zu klären,

Mir sind Diskotheken scheißegal

warum Treffpunkte für junge Menschen heute so nicht mehr funkionieren?
Oder reicht die Antwort: Ja.

Nun, es gibt soziale Netzwerke im Internet und man bleibt lieber unter seinesgleichen. Das man nicht mehr in Diskotheken geht, weil es zu teuer ist, ist Blödsinn!
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 4. Mär 2019, 18:50

jack000 hat geschrieben:(04 Mar 2019, 17:53)

Ich stelle mal die Behauptung auf, dass Diskotheken schon immer Eintritt verlangt haben.


Mir sind Diskotheken scheißegal


Nun, es gibt soziale Netzwerke im Internet und man bleibt lieber unter seinesgleichen. Das man nicht mehr in Diskotheken geht, weil es zu teuer ist, ist Blödsinn!

Jeder darf hier behaupten, was er kann.
Ich darf aber auch behaupten, das es in den 80igern kostenlose Musikveranstaltungen für junge Menschen gegeben hat.
Nennt sich Jugendhilfe.
Und auch mir sind Diskotheken scheißegal,
aber nicht Entwicklungen.
Und nun mal ehrlich,
wie tragfähig sind denn solche soziale Netzwerkbeziehungen?
Aus Erfahrung darf ich sagen,
ich kenne viele Menschen aus ehemaligen Diskotheken, deren Kinder und bald auch die Enkel.
Aus virtuellen sozialen Netzwerken kenn ich nichts,
nichts Gutes.
Hast du da mehr Infos?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon imp » Mo 4. Mär 2019, 19:04

Social networks sind besser als seine Telefonnummer an die Klotür von der Disco zu kritzeln. Aber im Prinzip so ähnlich ist das.
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon jack000 » Mo 4. Mär 2019, 19:23

Bielefeld09 hat geschrieben:(04 Mar 2019, 18:50)Ich darf aber auch behaupten, das es in den 80igern kostenlose Musikveranstaltungen für junge Menschen gegeben hat.
Nennt sich Jugendhilfe.

Und die gibt es nicht mehr?
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Re: Diskothekensterben

Beitragvon Billie Holiday » Mo 4. Mär 2019, 19:40

Niemals hätten wir damals „kostenlose Musikveranstaltungen für junge Menschen“ besucht. Hört sich an wie betreute Tanztees. :D

Wir waren in Clubs, haben die Sau rausgelassen und die Füße kaputtgetanzt, egal was es kostete. Es gab sowas wie unbedarfte Jugend, da hat man auch mal aus dem Auto rausgekotzt und ist morgens um 7 fertig ins Bett gefallen, ob nun das eigene oder ein anderes. Solche Zeiten gehen aber vorbei, man ist irgendwann satt.

...Musikveranstaltung für junge Menschen.... :D
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski

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