Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

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Sören74
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Sören74 » So 21. Apr 2019, 23:23

Fliege hat geschrieben:(21 Apr 2019, 17:53)

Du weißt schon, was Laberfächer sind (vornehmer: Verbalwissenschaft ist)?


Der Ausdruck "Verbalwissenschaft" wird nur von vereinzelten Leuten benutzt. In der Wissenschaft selbst hat es sich nicht durchgesetzt. Ich persönlich glaube eher, dass die Leute ihre gesteigerte Antipathie zu bestimmten Fachbereichen zum Ausdruck bringen wollen, ohne sie wirklich verstanden zu haben. Teilweise sind das dieselben Leute, die ebenfalls Klimawissenschaften nicht für eine richtige Wissenschaft halten. :rolleyes:
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Fliege
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Fliege » So 21. Apr 2019, 23:27

Sören74 hat geschrieben:(21 Apr 2019, 23:23)
In der Wissenschaft selbst hat es [der Ausdruck "Verbalwissenschaft"] sich nicht durchgesetzt.

Ich bin ganz deiner Meinung. Warum auch sollte sich durchsetzen, was als Verbalwissenschaft nichts ist außer emotional erwärmte Luft. :-)
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Alpha Centauri » So 21. Apr 2019, 23:37

Skeptiker hat geschrieben:(21 Apr 2019, 12:19)

Ich glaube Du bekommst Da was durcheinander.

Selbstverständlich ist CO2 kein Gift für Menschen (solange man nicht den Sauerstoff verdrängt). Selbstverständlich hat die Erde schon viel extremeres Klima erlebt. Selbstverständlich kann man über die Leute den Kopf schütteln, die an den Küsten leben - wenn man selber im Innenland lebt (ist ja immer sehr bequem sich über die anderen zu muckieren).

Um das klarzustellen: Die Erde kommt damit klar. Der Erde ist es egal ob die Temperatur etwas ansteigt - die passt sich an. Im Gegenteil, jede Änderung der Lebensbedingungen befeuert die Evolution sich an diese Bedingungen anzupassen. Die Erde sowie Flora und Fauna werden langfristig gestärkt aus jeder Änderung der Lebensbedingungen hervorgehen.

Allerdings ist jede Änderung der Lebensbedingungen insbesondere für alle Geschöpfe gefährlich und anstrengend, die sich nicht so schnell anpassen wollen oder können. Es geht also weniger darum OB man etwas tun muss, sondern wann, was und wieviel. Entweder heute alles tun die Veränderung zu verlangsamen, oder später mehr tun um mit den Folgen klarzukommen. Was immer man macht, in erster Linie aber machen es die Menschen für SICH, nicht für "die Erde", oder "das Klima".

Es will mir nicht so recht in den Kopf warum gerade besonders konservative Menschen sich so krampfhaft an jede Verschwörungstheorie klammern, Hauptsache sie verspricht ihnen sich nicht bewegen zu müssen. Dabei ist offensichtlich, dass wir mitten drin stecken im Wandel. Das zu ignorieren hat etwas von Vogel-Strauß-Politik.


:thumbup: Guter Beitrag zum Klimathema und gerade hierzulande waren die Parteien mit dem C im Namen beim Natur - und Klimaschutz Totalversager ( das erfolgreiche Bienenvolksbegehren in Bayern spricht da Bände) und wurden ihrem C inhaltlich auf diesem Themengebiet überhaupt nicht gerecht oder wie war dass noch gleich mit dem Anliegen der "Bewahrung der Schöpfung"???, labber Rahbabber
Zuletzt geändert von Alpha Centauri am So 21. Apr 2019, 23:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon streicher » Mo 22. Apr 2019, 13:30

Gen_Y hat geschrieben:(20 Apr 2019, 21:54)

Jede gute Bewegung hat ein Gesicht, einen Sprecher.
Deshalb ist diese Aufstehen-Bewegung gescheitert, weil sich Sahra Wagenknecht nicht 100% als Identifikationsfigur hergeben wollte.
Außerdem ist Personenkult menschlich.
Ich bewundere Greta, geheiligt sei ihr Name, ebenfalls. Denn gehypte Menschen landen schnell im Dschungel Camp und manchmal auch in der Labradorsee. Sie nimmt dieses Risiko in Kauf, weil sie an die Sache glaubt.
Allerdings nervt mich, dass die römisch-katholische Kirche schon wieder ihr Fähnchen in den Wind hängt. Das gefällt mir am Islam. Die haben mit dem Co2-Gedöns nichts am Hut und kümmern sich um den Glauben.
Personenkult ist menschlich. So schaut man, was sie macht. Dabei kommt es darauf an, was die Masse macht. Und wenn es um Einsatz für die Umwelt geht, könnte jeder etwas machen.
Es ist schon richtig, dass sie nun auch als Botschafterin fungiert. Aber Konzepte und nachhaltige Strategien entwickeln andere. Die Bewegung läuft Gefahr, dass es bei langem Demonstrieren bleibt. Dabei wurde sie auf lange Sicht mehr bewegen, wenn einige aus der Bewegung den Weg durch die Institutionen anstreben, um es mit Rudi Dutschke zu sagen.

Sagt der Islam zum Umgang mit der Natur nichts?
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon space » Mo 22. Apr 2019, 14:05

Fliege hat geschrieben:(21 Apr 2019, 17:53)

Du weißt schon, was Laberfächer sind (vornehmer: Verbalwissenschaft ist)?


und genau das ist der Grund, warum die Rechte seit Jahrhunderten intellektuell sagen wir.....herausgefordert ist und kaum etwas Nennenswertes zum Kanon der Geisteswissenschaften, die immerhin die Grundlage für das sind, was wir heute Zivilisation nennen, beitragen.

'Laberfach' ist letztlich die Verbalisierung eines antizivilisatorischen Reflexes.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Fliege » Mo 22. Apr 2019, 17:06

space hat geschrieben:(22 Apr 2019, 14:05)
und genau das ist der Grund, warum die Rechte seit Jahrhunderten intellektuell sagen wir.....herausgefordert ist und kaum etwas Nennenswertes zum Kanon der Geisteswissenschaften, die immerhin die Grundlage für das sind, was wir heute Zivilisation nennen, beitragen.

'Laberfach' ist letztlich die Verbalisierung eines antizivilisatorischen Reflexes.

Du rechnest wohl Heidegger, Derridada und die Butlerin, Destruktivismus und Postmodernismus, Social- und Gender-Studies zum "Kanon der Geisteswissenschaften". *wohl bekomm's*

Diese drei Namen (und einige weitere Namen) stehen für Gegenaufklärung im 20. Jahrhundert mit üblen Wirkungen auf das 21. Jahrhundert.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon space » Mo 22. Apr 2019, 17:38

Fliege hat geschrieben:(22 Apr 2019, 17:06)

Du rechnest wohl Heidegger, Derridada und die Butlerin, Destruktivismus und Postmodernismus, Social- und Gender-Studies zum "Kanon der Geisteswissenschaften". *wohl bekomm's*

Diese drei Namen (und einige weitere Namen) stehen für Gegenaufklärung im 20. Jahrhundert mit üblen Wirkungen auf das 21. Jahrhundert.


Natürlich. Wobei Heidegger einer der wenigen Rechten war, der in der Richtung etwas hinbekommen hat. Was nun aber die üblen Wirkungen von Derrida und Butler sind, fände ich interessant zu erfahren.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon imp » Mo 22. Apr 2019, 18:22

space hat geschrieben:(22 Apr 2019, 17:38)

Natürlich. Wobei Heidegger einer der wenigen Rechten war, der in der Richtung etwas hinbekommen hat. Was nun aber die üblen Wirkungen von Derrida und Butler sind, fände ich interessant zu erfahren.

Bei Butler wird immer das Team Israel ganz traurig. In meinen Augen ist Butler eher eine Fußnote. Heidegger ist eigentlich der Vorzeigefaschist der jungen Republik. Wie Derrida in so eine Aufzählung passt?
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon space » Mo 22. Apr 2019, 18:41

imp hat geschrieben:(22 Apr 2019, 18:22)

Bei Butler wird immer das Team Israel ganz traurig. In meinen Augen ist Butler eher eine Fußnote. Heidegger ist eigentlich der Vorzeigefaschist der jungen Republik. Wie Derrida in so eine Aufzählung passt?


Ich es ging dem Vorredner darum, dass es unter denjenigen, die ich einem geisteswissenschaftlichen Kanon zurechnen würde, Leute gab und gibt, die die Aufklärung in dialektisches Verhältnis setzen und deswegen nicht seine Ansichten über 'Laberfächer' problemtisch hinsichtlich der Entwicklung der heutigen Gesellschaft sind, sondern eben einige Positionen in den 'Laberfächern'.
Das ist natürlich nicht richtig und reine Ablenkung, denn auch der Antihumanismus der Poststrukturalisten bedarf des Humanismus.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon imp » Mo 22. Apr 2019, 18:44

space hat geschrieben:(22 Apr 2019, 18:41)

Ich es ging dem Vorredner darum, dass es unter denjenigen, die ich einem geisteswissenschaftlichen Kanon zurechnen würde, Leute gab und gibt, die die Aufklärung in dialektisches Verhältnis setzen und deswegen nicht seine Ansichten über 'Laberfächer' problemtisch hinsichtlich der Entwicklung der heutigen Gesellschaft sind, sondern eben einige Positionen in den 'Laberfächern'.
Das ist natürlich nicht richtig und reine Ablenkung, denn auch der Antihumanismus der Poststrukturalisten bedarf des Humanismus.

Der Terminus "Laberfach" beinhaltet gar keine richtige Kritik, er ist eine Absage an Befassung mit Wissenschaft. Wer aber von Wissenschaft nur schweigen will, sollte auch nicht darüber sprechen.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Fliege » Mo 22. Apr 2019, 19:10

imp hat geschrieben:(22 Apr 2019, 18:22)
In meinen Augen ist Butler eher eine Fußnote. Heidegger ist eigentlich der Vorzeigefaschist der jungen Republik. Wie Derrida in so eine Aufzählung passt?

Derrida ist als Linksheideggerianer ein gelehriger Schüler seines Meisters.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon streicher » Mi 24. Apr 2019, 21:21

Demonstrieren und Fordern ist Eines, selber Handeln ein Anderes. Auf Unterricht kann man verzichten um zu demonstrieren - das hat Nachhall. Aber nun wird auch das eigene Handeln reflektiert. Denn die Forderung, wenn es um Klimawandel geht, dass Politik und Wirtschaft sofort handeln muss, gilt dann auch für den Demonstrierenden selbst: der eigene ökologische Fußabdruck sollte ab sofort verkleinert werden. Also greift die in Schweden schon bekannt Flugscham um sich. Ist ja auch irgendwie konsequent.
Bei den Kundgebungen, aber auch in vielen Schulen landauf landab wird nun diskutiert, ob auch eigene drastische Opfer geboten sind. Johannes Strehler von der Schülervertretung Hessen beobachtet: „Das Thema Flugverzicht ist stark in die Köpfe eingezogen.“ Man könne das aber nicht in Zahlen messen. „Seit den Freitagsdemos ist klimaneutrales Reisen auf jeden Fall ein großes Thema in den Schulgemeinschaften.“ Auch Zelten in der Nähe mache vielen Spaß. „Keiner fliegt heute mehr einfach so.“
Dagegen meint Markus, ein Schüler aus dem Ruhrgebiet, bei einigen herrsche eine „Doppelmoral“: Also Demo Yes, Flugverzicht No.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 24. Apr 2019, 23:18

Fliege hat geschrieben:(22 Apr 2019, 19:10)

Derrida ist als Linksheideggerianer ein gelehriger Schüler seines Meisters.



Eure Nebenkriegsschauplätze aus schon kurios von den Schülerdemos auf Linkshegelanismus zu kommen alle Achtung ( eher was was ins Philosophie Forum gehört) also von eigentlichen Strang Thema abzuschweifen ist schon wieder eine Kunst für sich . :D
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Fliege » Do 25. Apr 2019, 11:26

imp hat geschrieben:(22 Apr 2019, 18:22)
Heidegger
Fliege hat geschrieben:(22 Apr 2019, 19:10)
Linksheideggerianer
Alpha Centauri hat geschrieben:(24 Apr 2019, 23:18)
Linkshegelanismus

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 Apr 2019, 23:18)
was ins Philosophie Forum gehört

Philosophie als Querschnittsthema ist für alle Bereiche menschlicher Rede relevant. ;-)
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon imp » Do 25. Apr 2019, 12:12

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 Apr 2019, 23:18)

Eure Nebenkriegsschauplätze aus schon kurios von den Schülerdemos auf Linkshegelanismus zu kommen alle Achtung ( eher was was ins Philosophie Forum gehört) also von eigentlichen Strang Thema abzuschweifen ist schon wieder eine Kunst für sich . :D

Wir erleben von Woche zu Woche jetzt wärmeres Klima. Ich hegel keinen Groll gegen Menschen, die deshalb an die frische Luft möchten.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon jack000 » Mi 29. Mai 2019, 14:39

Sitzenbleiben fürs Klima? Den Schülern, die jeden Freitag bei den „Fridays for Future“-Demos für Klimaschutz mitmachen, droht jetzt genau das. Denn die Fehlzeiten im Unterricht häufen sich bedrohlich. Ein Fall aus Berlin macht derzeit exemplarisch die Runde.

Die Schüler der 9. und 10. Klasse des Lessing-Gymnasiums im Berliner Stadtteil Wedding sind sauer. Den „dreizehn aktivsten Schülern“, die sich jeden Freitag während der Schulzeit an den „Fridays for Future“-Demos für Klimaschutz beteiligen, sei gedroht worden, so schreiben es die Jugendlichen in einer Pressemitteilung. „Bei einem weiteren Streikbesuch“ könnten die Schüler nicht mehr in die nächsthöhere Jahrgangsstufe versetzt werden, sei ihnen mitgeteilt worden.

Groß war das Entsetzen unter den Schülern, mit einer spontanen Demo vor dem Schulgebäude am Donnerstag machten sie ihrem Unmut Luft. Sie fühle sich wie eine Schulschwänzerin behandelt, obwohl sie doch für die Zukunft aller auf die Straße gehe, sagte eine Schülerin zur Berliner Morgenpost.

Gnadenlose Vorschriften
Doch die Schule sagt, sie habe keine andere Wahl. „Ich halte die Thematik der Demonstration für unterstützenswert“, heißt es in einem Schreiben von Schulleiter Michael Wüstenberg an die Eltern, das auf der Website des Gymnasiums veröffentlicht wurde. „Trotzdem müssen wir hinsichtlich des Zeugnisvermerkes diese Demonstration am Vormittag wie andere auch behandeln.“

https://www.focus.de/familie/schule/fal ... oeadbGWzpQ
Soviel zum Thema "Sitzenbleiben fürs Klima" :D Geschieht diesen Schulschwänzern vollig recht!
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Sören74 » Mi 29. Mai 2019, 14:44

Wer immer noch mit diesem kleinkarierten Unterrichtsausfall-Argument auftaucht, wird vermutlich auch in 20 Jahren nicht begreifen, warum CDU/CSU und FDP bei den jungen Generationen abkacken und die Grünen immer mehr an Zustimmung gewinnen. Von daher, weiter so. :p
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 29. Mai 2019, 14:51

Solange Menschen, egal welchen Alters, meinen, dass das persönlich initiierte Ausfallenlassen von Schule, also die persönliche Absage an ein Grundrecht auf Bildung, ein STREIK sei und dass das Wort KLIMASCHUTZ in deutscher Sprache einen Sinn ergäbe, ist es müssig, über die Ziele eines "Schulstreikes für Klimaschutz" zu debattieren.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon relativ » Mi 29. Mai 2019, 15:09

streicher hat geschrieben:(24 Apr 2019, 21:21)

Demonstrieren und Fordern ist Eines, selber Handeln ein Anderes. Auf Unterricht kann man verzichten um zu demonstrieren - das hat Nachhall. Aber nun wird auch das eigene Handeln reflektiert. Denn die Forderung, wenn es um Klimawandel geht, dass Politik und Wirtschaft sofort handeln muss, gilt dann auch für den Demonstrierenden selbst: der eigene ökologische Fußabdruck sollte ab sofort verkleinert werden. Also greift die in Schweden schon bekannt Flugscham um sich. Ist ja auch irgendwie konsequent.
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Das jeder einzelne auch gefragt ist, ist auch Selbstverständlich, aber man kann es eben jeden Einzelnen nicht zutrauen , oder zumuten gegen ein System anzuarbeiten, welches mit dem Klimaschutz, wie gedacht, nicht konform geht. Mit anderen Worten kein Einzelner hat die Macht eine System in einer Marktwirtschaft so zu beeinflussen, daß sich dort Mittelfristig etwas zignifikantes ändert.
Die schädlichen Marktmechanismen bezüglich Klimaschädlich, müssen eingepreist, oder aber durch Regulierung verändert werden, sonst funktioniert sowas nicht, bzw. wahrscheinlich nicht schnell genug.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Sören74 » Mi 29. Mai 2019, 16:13

ThorsHamar hat geschrieben:(29 May 2019, 14:51)

Solange Menschen, egal welchen Alters, meinen, dass das persönlich initiierte Ausfallenlassen von Schule, also die persönliche Absage an ein Grundrecht auf Bildung


Moment mal, wenn ich temporär auf die Ausübung eines Grundrechts verzichte, dann ist das gleichbedeutend mit einer Absage an ein Grundrecht? Also wenn ich beispielsweise darauf verzichte, über ein Thema XYZ meine Meinung zu sagen, dann erteile ich dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit eine Absage? Ehrlich gesagt kann ich dieser Sichtweise nicht zustimmen.

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