SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

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Cat with a whip
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SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Cat with a whip » Di 19. Jan 2016, 19:43

http://www.sueddeutsche.de/politik/land ... -1.2824467

Die Parteien SPD und Grüne wollen Talkrunden mit den Rechtsextremisten/Neonazis/Rassisten von der AfD boykottieren. Daraufhin entschloss sich der SWR die AfD nicht einzuladen.

Das ist einmal eine eigenständige Entscheidung eines Senders, schliesslich könnte man ja auch die Partei mit dem Jogischen Fliegen einladen, andererseits wäre es doch konsequent, wenn die Parteien SPD und Grüne dann ernst machen und selbst tatsächlich nicht erscheinen. Das wäre ein viel deutlicheres und souveräneres Signal gegen die Rechtsextremisten. Ein Boykott ist immer ein Zeichen der Schwäche.

Was meint der User?

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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Merkel_Unser » Di 19. Jan 2016, 19:51

Mal objektiv gesehen ist es für SPD/Grüne die dümmste Entscheidung von allen möglichen Optionen. Wenn man inhaltlich soviel bessere Argumente vorzuweisen hat, was spricht gegen eine Diskussion? Blamieren kann sich in dem Falle ja nur die AfD, im Falle von vermeintlich fremdenfeindlichen Äußerungen.

Ein Boykott suggeriert, dass man sich inhaltlich den Argumenten von AfD nicht gewachsen sieht. Es ist relativ naiv zu glauben, mit dieser Taktik den Wahlerfolg der AfD zu schmälern. Das Gegenteil wird nämlich der Fall sein.
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Boraiel
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Boraiel » Di 19. Jan 2016, 20:04

Cat with a whip hat geschrieben:(19 Jan 2016, 19:43)

http://www.sueddeutsche.de/politik/land ... -1.2824467

Die Parteien SPD und Grüne wollen Talkrunden mit den Rechtsextremisten/Neonazis/Rassisten von der AfD boykottieren. Daraufhin entschloss sich der SWR die AfD nicht einzuladen.

Das ist einmal eine eigenständige Entscheidung eines Senders, schliesslich könnt man ja auch die Partei mit dem Jogischen Fliegen einladen, anderersits wäre es doch Konsequent, wenn die Parteien SPD und Grüne dann erst machen und tatsächlich nicht erscheinen. Das wäre ein viel deutlicheres und souveräneres Signal gegen die Rechtsextremisten. ein Boykott ist immer ein Zeichen der Schwäche.

Was meint der Unser?

Eine schreckliche Entscheidung des SWR, nach Boykottandrohungen der SPD und der Grünen, zufällig den zwei Regierungsparteien in BW, lädt man den politischen Gegner aus! Da hat man beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk mal seine Staatsferne bewiesen! Solche Entscheidungen gehen gar nicht, für Staatspropaganda brauchen wir die Öffentlich-Rechtlichen nun wirklich nicht, da sollte man dem Bürger lieber sein Geld zurückgeben und den Betrieb einstellen. Richtig gewesen wäre es die relevanten Parteien einzuladen und das mit denen, die kommen wollen (ohne expresserische Forderungen) durchzuführen.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon frems » Di 19. Jan 2016, 20:04

Die Zahl der Rot-Grün-Wähler, die wegen dieses Vorfalls nun zur braunen AfD strömen, dürfte überschaubar sein. Kritik kommt ja generell auch nur von jenen, die niemals SPD oder Grüne wählen würden und nun halt aufjaulen wie getroffene Hunde. Sollte eigentlich schon alles sagen. Ansonsten verwundert die Entscheidung aber auch nicht. Wenn man über Jahre von Volksverrätern, Lügenpresse, Altparteien etc. schwadroniert, sollte man nicht überrascht sein, wenn einem nicht der rote Teppich ausgerollt und jeder weitere Wunsch von den Lippen abgelesen wird. (Welche Wünsche von WDR, SPD, Grüne etc. die AfD in ihrer Freizeit regelmäßig erfüllt, frag ich lieber nicht.)
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon frems » Di 19. Jan 2016, 20:07

Boraiel hat geschrieben:(19 Jan 2016, 20:04)

Eine schreckliche Entscheidung des SWR, nach Boykottandrohungen der SPD und der Grünen, zufällig den zwei Regierungsparteien in BW, lädt man den politischen Gegner aus! Da hat man beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk mal seine Staatsferne bewiesen! Solche Entscheidungen gehen gar nicht, für Staatspropaganda brauchen wir die Öffentlich-Rechtlichen nun wirklich nicht, da sollte man dem Bürger lieber sein Geld zurückgeben und den Betrieb einstellen. Richtig gewesen wäre es die relevanten Parteien einzuladen und das mit denen, die kommen wollen (ohne expresserische Forderungen) durchzuführen.

Als Elefantenrunde wird eine Debatte im Fernsehen bezeichnet, an der in der Regel die Vorsitzenden der im Parlament vertretenen politischen Parteien teilnehmen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Elefantenrunde

Willkommen in Westdeutschland. Grund zur Hysterie braucht man auch nicht, da die AfD trotzdem wie gewohnt viele Plattformen bekommt. In Talkshows ist sie ja schon Dauergast und wird medial gehypet, weil es sich gut verkauft. Die Linke ist übrigens auch nicht im Parlament und folglich nicht bei der Elefantenrunde. Aber das kann man ja mal übersehen im Eifer des Gefechts.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Boraiel » Di 19. Jan 2016, 20:07

frems hat geschrieben:(19 Jan 2016, 20:04)

Die Zahl der Rot-Grün-Wähler, die wegen dieses Vorfalls nun zur braunen AfD strömen, dürfte überschaubar sein. Kritik kommt ja generell auch nur von jenen, die niemals SPD oder Grüne wählen würden und nun halt aufjaulen wie getroffene Hunde. Sollte eigentlich schon alles sagen. Ansonsten verwundert die Entscheidung aber auch nicht. Wenn man über Jahre von Volksverrätern, Lügenpresse, Altparteien etc. schwadroniert, sollte man nicht überrascht sein, wenn einem nicht der rote Teppich ausgerollt und jeder weitere Wunsch von den Lippen abgelesen wird. (Welche Wünsche von WDR, SPD, Grüne etc. die AfD in ihrer Freizeit regelmäßig erfüllt, frag ich lieber nicht.)

Du findest ein solches Verhalten des SWR steht im Einklang mit dem Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks? :?:
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon frems » Di 19. Jan 2016, 20:10

Boraiel hat geschrieben:(19 Jan 2016, 20:07)

Du findest ein solches Verhalten des SWR steht im Einklang mit dem Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks? :?:

Absolut. Etwas fragwürdig finde ich, dass der Sender nun mit zahlreichen Interviews einen Kompromiss anstrebt und der AfD weitere Plattformen anbietet. Aber das ist natürlich von der Pressefreiheit gedeckt. Nur sehr merkwürdig, dass man es ausgerechnet für die AfD nun umkrempelt, aber ich kann mir die Gründe ja denken.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Boraiel » Di 19. Jan 2016, 20:18

frems hat geschrieben:(19 Jan 2016, 20:07)

Als Elefantenrunde wird eine Debatte im Fernsehen bezeichnet, an der in der Regel die Vorsitzenden der im Parlament vertretenen politischen Parteien teilnehmen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Elefantenrunde

Willkommen in Westdeutschland. Grund zur Hysterie braucht man auch nicht, da die AfD trotzdem wie gewohnt viele Plattformen bekommt. In Talkshows ist sie ja schon Dauergast und wird medial gehypet, weil es sich gut verkauft. Die Linke ist übrigens auch nicht im Parlament und folglich nicht bei der Elefantenrunde. Aber das kann man ja mal übersehen im Eifer des Gefechts.

Vor fünf Jahren hatte der SWR im Südwesten einen Linken-Vertreter eingeladen, obwohl die Partei nicht im Landtag war. Boudgoust betonte, der Sender habe angesichts der von ihm für falsch gehaltenen Haltung von SPD und Grünen keine Alternative gehabt, als das ursprüngliche Konzept einer großen „Elefantenrunde“ mit AfD und Linken abzuändern

http://www.stimme.de/suedwesten/nachrichten/pl/Medien-Wahlen-Baden-Wuerttemberg-SWR-Elefantenrunden-ohne-AfD-Vertreter;art19070,3553081
Ich bleibe dabei, eindeutig falsche Entscheidung des SWR, auch wenn das der Quote nicht gut tut, lieber FDP, CDU, AFD und Linke diskutieren lassen als auf die Erpressungsversuche der Regierungsparteien einzugehen.
Ein solches Verhalten würde das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk stärken und man würde seiner Aufgabe nachkommen.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon frems » Di 19. Jan 2016, 20:22

Boraiel hat geschrieben:(19 Jan 2016, 20:18)

http://www.stimme.de/suedwesten/nachrichten/pl/Medien-Wahlen-Baden-Wuerttemberg-SWR-Elefantenrunden-ohne-AfD-Vertreter;art19070,3553081
Ich bleibe dabei, eindeutig falsche Entscheidung des SWR, auch wenn das der Quote nicht gut tut, lieber FDP, CDU, AFD und Linke diskutieren lassen als auf die Erpressungsversuche der Regierungsparteien einzugehen.
Ein solches Verhalten würde das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk stärken und man würde seiner Aufgabe nachkommen.

Es ist doch jeder Partei selbst überlassen, wo sie auftritt und wo nicht. Davon abgesehen war die AfD in den letzten Monaten ja sehr präsent in den öffentlich-rechtlichen Medien. Wenn sie nun in einem Format, das gezielt an die im Parlament vertretenen Parteien gerichtet, nicht vorkommt, muss man keine Staatskrise ausrufen. Als wenn sich die ganze Welt nur um die AfD dreht und jeder sofort zu springen hat, wenn die Partei irgendwelche Wünsche äußert. Dass der SWR nun freiwillig der AfD Angebote macht, die er vorher anderen nicht entgegenbrachte, sollte man bei all der Hysterie auch nicht ignorieren. Und nein, Aufgabe ist nicht, nur Formate anzubieten, die die Lügenpresse-Krakeeler persönlich wünschen. Wir sind noch immer ein pluralistisches Land mit Freiheitsrechten. Nach der Machtergreifung könnt Ihr das ja gerne versuchen zu ändern.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Boraiel » Di 19. Jan 2016, 20:29

frems hat geschrieben:(19 Jan 2016, 20:22)

Es ist doch jeder Partei selbst überlassen, wo sie auftritt und wo nicht. Davon abgesehen war die AfD in den letzten Monaten ja sehr präsent in den öffentlich-rechtlichen Medien. Wenn sie nun in einem Format, das gezielt an die im Parlament vertretenen Parteien gerichtet, nicht vorkommt, muss man keine Staatskrise ausrufen. Als wenn sich die ganze Welt nur um die AfD dreht und jeder sofort zu springen hat, wenn die Partei irgendwelche Wünsche äußert. Dass der SWR nun freiwillig der AfD Angebote macht, die er vorher anderen nicht entgegenbrachte, sollte man bei all der Hysterie auch nicht ignorieren. Und nein, Aufgabe ist nicht, nur Formate anzubieten, die die Lügenpresse-Krakeeler persönlich wünschen. Wir sind noch immer ein pluralistisches Land mit Freiheitsrechten. Nach der Machtergreifung könnt Ihr das ja gerne versuchen zu ändern.

Ich kritisiere auch gar nicht unbedingt das Verhalten von Grünen und SPD, das ist zwar eine Entscheidung, die ich anders getroffen hätte, aber deren Sachen - wie du auch sagst, das Verhalten des SWR ist zu kritisieren. Also von dem Intendanten https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Boudgoust. Es stellt sich durchaus die Frage, ob der Herr nicht vielleicht eher der CDU nahesteht und Grüne und SPD schwächen möchte, indem er auf den ersten Blick den Eindruck erweckt, von den Regierungsparteien dazu gezwungen worden zu sein, obwohl das nur seine eigene, falsche Entscheidung war.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Nichtwähler » Di 19. Jan 2016, 20:32

Was ist von Rot/Grün denn anders zu erwarten?

Die SPD befindet sich im freien Fall, die Grünen stagnieren und werden wohl weitere Wähler verlieren. Man hat einfach vor der AfD "die Hose voll" und ist mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bereit, seine "Pfründe" zu sichern. Da scheut man nicht einmal solche Mittel und erpresst - natürlich durch die Blume - mal eben der SWR und gibt sich nach aussen dafür auch noch als Demokraten aus.

Das Wort Demokratie aus Grünem Munde ist in etwa so, als wenn der Teufel in der Kirche übernachtet weil es draussen kalt ist.

Die SPD möchte ihren freien Fall aufhalten, koste es was es wolle und scheut auch nicht davor zurück, den Wähler undemokratisch zu behandeln.

Sozialisten eben.

Meinetwegen könnten sie auch die Linken ( zwar mag ich sie nicht, aber . . . ) einladen oder was sonst noch zur Wahl ansteht.

Dieses ewige Wischi waschi der etablierten Parteien, ich meine das um zu reden um eine Frage und dann ganz etwas anderes umständlich zu beantworten, bin ich schon lange satt.
Die Grünen diskutieren schon lange nicht mehr, nein sie schreien alles nieder, lassen andere selten ausreden und glauben sie wären die Erdachse persönlich. Fast ebenso verhalten sich einige Linke. Na ja, Brüder im Geiste, da kann man nichts anderes erwarten.
Zuletzt geändert von Nichtwähler am Di 19. Jan 2016, 20:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon frems » Di 19. Jan 2016, 20:35

Boraiel hat geschrieben:(19 Jan 2016, 20:29)

Ich kritisiere auch gar nicht unbedingt das Verhalten von Grünen und SPD, das ist zwar eine Entscheidung, die ich anders getroffen hätte, aber deren Sachen - wie du auch sagst, das Verhalten des SWR ist zu kritisieren. Also von dem Intendanten https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Boudgoust. Es stellt sich durchaus die Frage, ob der Herr nicht vielleicht eher der CDU nahesteht und Grüne und SPD schwächen möchte, indem er auf den ersten Blick den Eindruck erweckt, von den Regierungsparteien dazu gezwungen worden zu sein, obwohl das nur seine eigene, falsche Entscheidung war.

Öhm, im Wahlkampf sind Grüne und SPD nur ihren Mitgliedern und Wählern verpflichtet. Nicht der AfD. Gilt andersrum genau so. Würdest Du mit wem zusammensitzen wollen, der Dich über Jahre primitiv diffamiert und Lügen verbreitet, wenn er es gerade gerne hätte? Also ich nicht. Wenn ein Mindestmaß an Anstand nicht zu erkennen ist, muss man sich das nicht freiwillig antun. Ein kleines Novum, extra zur Besänftigung der AfD eingerichtet:
Allerdings werden im Voraus Interviews sowohl mit Jörg Meuthen (Alternative für Deutschland) als auch mit Bernd Riexinger (Die Linke) aufgezeichnet, die im Anschluss an die Gesprächsrunde ungeschnitten ausgestrahlt werden.

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedw ... 19,3637264

Elefantenrunden richten sich eben traditionell an die Parteien, die in den letzten vier bis fünf Jahren im Parlament saßen, um halt über die Leistung von Regierung und Opposition zu diskutieren und zu streiten. Da wäre die AfD fehl am Platze. Zudem wird die AfD sehr wahrscheinlich in den Landtag einziehen und dann 2021 in der Elefantenrunde sitzen, selbst wenn sie in Umfragen dann unter "Sonstige" laufen sollte. So war's halt schon immer üblich.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Boraiel » Di 19. Jan 2016, 21:11

frems hat geschrieben:(19 Jan 2016, 20:35)

Öhm, im Wahlkampf sind Grüne und SPD nur ihren Mitgliedern und Wählern verpflichtet. Nicht der AfD. Gilt andersrum genau so. Würdest Du mit wem zusammensitzen wollen, der Dich über Jahre primitiv diffamiert und Lügen verbreitet, wenn er es gerade gerne hätte? Also ich nicht. Wenn ein Mindestmaß an Anstand nicht zu erkennen ist, muss man sich das nicht freiwillig antun. Ein kleines Novum, extra zur Besänftigung der AfD eingerichtet:

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedw ... 19,3637264

Elefantenrunden richten sich eben traditionell an die Parteien, die in den letzten vier bis fünf Jahren im Parlament saßen, um halt über die Leistung von Regierung und Opposition zu diskutieren und zu streiten. Da wäre die AfD fehl am Platze. Zudem wird die AfD sehr wahrscheinlich in den Landtag einziehen und dann 2021 in der Elefantenrunde sitzen, selbst wenn sie in Umfragen dann unter "Sonstige" laufen sollte. So war's halt schon immer üblich.

Nun der Beste soll gewinnen, wer sich argumentativ überlegen fühlt und gewählt werden will, der sollte sich auch dem argumentativ unterlegenen Gegner stellen können! Für mich ist klar, warum die SPD und Grünen sich der Diskussion mit der AfD nicht stellen.
Der eigentliche Fehler liegt aber, wie gesagt, beim SWR. Man ist aufgrund der Ankündigung der SPD und der Grünen vom dem letztmaligen und dem wieder geplanten Format abgewichen. Das hinterlässt nun mal keinen guten Eindruck!
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Cat with a whip » Di 19. Jan 2016, 21:31

frems hat geschrieben:(19 Jan 2016, 20:07)

Als Elefantenrunde wird eine Debatte im Fernsehen bezeichnet, an der in der Regel die Vorsitzenden der im Parlament vertretenen politischen Parteien teilnehmen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Elefantenrunde



So wäre es ja sogar seltsam, wenn ausgerechnet für die AfD Extrawürste gebraten werden. Eigentlich könnten die zufrieden sein, die haben in sonstigen Shows doch genug Bühne, weil man sich im ÖRRF davon verspricht die Quote mit den flachen Parolen der Krawallschachteln anzuheben.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Progressiver » Di 19. Jan 2016, 21:48

Die PIRATEN wurden 2011 auch schon in einigen Medien gehyped. In eine Elefantenrunde durften sie aber ebenfalls nicht, weil sie ja nicht in der vorhergehenden Legislaturperiode im Landtag saßen. Bei der LINKEN dagegen hatte man es mit einer Partei zu tun, die zumindest im Bundestag stark vertreten war. Da gab es zumindest theoretisch eine Chance, dass sie vielleicht auch in den Landtag kommen könne.

Die AfD jedenfalls sitzt weder bereits im Landtag noch im Bundestag. Also gehört auch sie nicht in die diesjährige Elefantenrunde. Das ist doch ganz einfach, oder?
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Cat with a whip » Di 19. Jan 2016, 21:53

Progressiver hat geschrieben:(19 Jan 2016, 21:48)

Die PIRATEN wurden 2011 auch schon in einigen Medien gehyped. In eine Elefantenrunde durften sie aber ebenfalls nicht, weil sie ja nicht in der vorhergehenden Legislaturperiode im Landtag saßen. Bei der LINKEN dagegen hatte man es mit einer Partei zu tun, die zumindest im Bundestag stark vertreten war. Da gab es zumindest theoretisch eine Chance, dass sie vielleicht auch in den Landtag kommen könne.

Die AfD jedenfalls sitzt weder bereits im Landtag noch im Bundestag. Also gehört auch sie nicht in die diesjährige Elefantenrunde. Das ist doch ganz einfach, oder?



Dann müsste man ja eher thematisieren warum der SWR eingangs die AfD bevorzugen wollte, weil es gegen die Tradition gestanden hätte. Hier scheinen sich alle Vorzeichen umgedreht zu haben und es wird etwas künstlich skandalisiert, was gar kein Skandal sein sollte.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Provokateur » Di 19. Jan 2016, 22:19

Man sollte sie ruhig reden lassen. Jetzt hat man genau das erreicht, was alle vermeiden wollten - die AFD kann einen auf "Schaut, sie wollen uns zum schweigen bringen!" machen und die anderen stehen als Feiglinge da.

Mehr noch, es wird der Eindruck erweckt, man hätte keine Gegenargumente. So etwas ist fatal.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon frems » Di 19. Jan 2016, 22:52

Boraiel hat geschrieben:(19 Jan 2016, 21:11)

Nun der Beste soll gewinnen, wer sich argumentativ überlegen fühlt und gewählt werden will, der sollte sich auch dem argumentativ unterlegenen Gegner stellen können! Für mich ist klar, warum die SPD und Grünen sich der Diskussion mit der AfD nicht stellen.
Der eigentliche Fehler liegt aber, wie gesagt, beim SWR. Man ist aufgrund der Ankündigung der SPD und der Grünen vom dem letztmaligen und dem wieder geplanten Format abgewichen. Das hinterlässt nun mal keinen guten Eindruck!

Im Parlament werden sie sich der AfD stellen müssen, aber doch nicht in ihrer Freizeit, nur weil es die AfD gerne so hätte. Wär ja noch schöner, wenn eine Kleinpartei den ganzen Diskurs diktieren kann. Wir leben noch immer in einer liberalen Demokratie.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon JJazzGold » Di 19. Jan 2016, 23:16

Provokateur hat geschrieben:(19 Jan 2016, 22:19)

Man sollte sie ruhig reden lassen. Jetzt hat man genau das erreicht, was alle vermeiden wollten - die AFD kann einen auf "Schaut, sie wollen uns zum schweigen bringen!" machen und die anderen stehen als Feiglinge da.

Mehr noch, es wird der Eindruck erweckt, man hätte keine Gegenargumente. So etwas ist fatal.


Dementsprechend müsste man alle Parteien einladen, die zur Landtagswahl in BW antreten, ansonsten könnte das jede der nicht eingeladenen Parteien behaupten.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Provokateur » Di 19. Jan 2016, 23:34

Naja, keine der anderen Parteien steht bei ~10%.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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