SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

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Nathan
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Nathan » Di 19. Jan 2016, 23:37

Cat with a whip hat geschrieben:(19 Jan 2016, 19:43)

http://www.sueddeutsche.de/politik/land ... -1.2824467

Die Parteien SPD und Grüne wollen Talkrunden mit den Rechtsextremisten/Neonazis/Rassisten von der AfD boykottieren. Daraufhin entschloss sich der SWR die AfD nicht einzuladen.

Das ist einmal eine eigenständige Entscheidung eines Senders, schliesslich könnte man ja auch die Partei mit dem Jogischen Fliegen einladen, andererseits wäre es doch konsequent, wenn die Parteien SPD und Grüne dann ernst machen und selbst tatsächlich nicht erscheinen. Das wäre ein viel deutlicheres und souveräneres Signal gegen die Rechtsextremisten. Ein Boykott ist immer ein Zeichen der Schwäche.

Was meint der User?

//Tippfehler beseitigt


Das ist das einzig Wahre. Warum sich mit erklärten Antidemokraten und Verfassungsfeinden an einen Tisch setzen und sie damit vor aller Augen als ernstzunehmende Alternative zu bestätigen? Du möchtest Faschisten mit demokratischen Mitteln bekämpfen? Muss ich ausgerechnet dir erklären warum das völlig sinnlos, ja sogar richtig gefährlich für die Demokratie ist?
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Dingo » Di 19. Jan 2016, 23:41

Provokateur hat geschrieben:(19 Jan 2016, 22:19)

Man sollte sie ruhig reden lassen. Jetzt hat man genau das erreicht, was alle vermeiden wollten - die AFD kann einen auf "Schaut, sie wollen uns zum schweigen bringen!" machen und die anderen stehen als Feiglinge da.

Mehr noch, es wird der Eindruck erweckt, man hätte keine Gegenargumente. So etwas ist fatal.
Der Eindruck wird wohl eher bei denen erweckt, die ohnehin eher die AfD als die SPD oder die Grünen wählen würden. Die gieren ja nach jedem klitzekleinen Indiz, das ihren Glauben an die Verschwörung der Medien und der anderen Parteien gegen die AfD stützen könnte.

Ansonsten finde ich die Argumente von frems, daß die AfD eben nicht in eine "Elefantenrunde" gehört, absolut nachvollziehbar. Mag bei der nächsten Wahl anders aussehen, wenn sich SPD und Grüne dann weigern sollten, mit der AfD in einer "Elefantenrunde" zu diskutieren, wird es zum Skandal. Bis dahin: Wer schert sich um ein paar beleidigte AfDler, die keine Extrawurst bekommen haben?
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Sollten weiterführende Links auf Seiten, die ich verlinke, zu Inhalten führen, die als Gewaltaufruf verstanden werden könnten, so mache ich mir diese ausdrücklich nicht zu eigen.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Excellero » Di 19. Jan 2016, 23:45

Wenn man keine Argumente hat bedient man sich eben anderer Methoden um sich einen unbequemen Gegner vom Hals zu halten. Und wenn es nur am "Begriff" Elefantenrunde liegt... könnte man ganz einfach umbenennen in großes Spitzentreffen. Aber der SWR ist ja zu blöd um auf so ne Idee zu kommen.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Dingo » Di 19. Jan 2016, 23:47

Und was hätte die AfD mit der aktuellen "Spitze" zu tun? Nüscht...
Ich bin ein Flüchtlingskind.

Sollten weiterführende Links auf Seiten, die ich verlinke, zu Inhalten führen, die als Gewaltaufruf verstanden werden könnten, so mache ich mir diese ausdrücklich nicht zu eigen.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon frems » Di 19. Jan 2016, 23:54

Excellero hat geschrieben:(19 Jan 2016, 23:45)

Wenn man keine Argumente hat bedient man sich eben anderer Methoden um sich einen unbequemen Gegner vom Hals zu halten. Und wenn es nur am "Begriff" Elefantenrunde liegt... könnte man ganz einfach umbenennen in großes Spitzentreffen. Aber der SWR ist ja zu blöd um auf so ne Idee zu kommen.

Gibt doch genug Talkshows auf Bundes- und Landesebene. Höcke war letzten Monat bei Jauch, kurz darauf durfte Petry bei den Öffentlich-Rechtlichen lügen und gestern war Gauland erst wieder bei Plasberg. Welche andere Minipartei kriegt so viel Aufmerksamkeit von den Sendeanstalten? Nun zu jammern, weil man mal nicht dabei ist, zumal das Format/Konzept seit Jahrzehnten bekannt ist, wirkt schon sehr arrogant -- vor allem, wenn man das Format extra für die AfD änderte und ihnen ein paar Redeminuten einräumt. Nimmersatt.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon JJazzGold » Mi 20. Jan 2016, 00:04

Provokateur hat geschrieben:(19 Jan 2016, 23:34)

Naja, keine der anderen Parteien steht bei ~10%.


Die AfD hat, wie ich gerade amüsiert in einem anderen Thread las, in einer Telekom Umfrage sogar 60% erreicht. Trotzdem sitzt sie nicht im B-W Landtag. Die Die Linke auch nicht und deshalb hat diese auch keine Einladung erhalten. Fair enough. Wenn die AfD mal im Landtag sitzt, dann darf sie auch mitreden und vor der nächsten Wahl mitdiskutieren, auch wenn die Umfrage dann nur auf 3,3% AfD kommen sollte.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Excellero » Mi 20. Jan 2016, 03:24

JJazzGold hat geschrieben:(20 Jan 2016, 00:04)

Die AfD hat, wie ich gerade amüsiert in einem anderen Thread las, in einer Telekom Umfrage sogar 60% erreicht.



Ach wär das schön wenn die Umfrage repräsentativ wäre ;) ;)
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Cat with a whip » Mi 20. Jan 2016, 04:56

Provokateur hat geschrieben:(19 Jan 2016, 22:19)

Man sollte sie ruhig reden lassen. Jetzt hat man genau das erreicht, was alle vermeiden wollten - die AFD kann einen auf "Schaut, sie wollen uns zum schweigen bringen!" machen und die anderen stehen als Feiglinge da.

Mehr noch, es wird der Eindruck erweckt, man hätte keine Gegenargumente. So etwas ist fatal.


Klar aber warum dann nicht die Tierschutzpartei in die Elefantenrunde des Südwestens einladen?
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Hamilton » Mi 20. Jan 2016, 05:09

Das ist eine angemessene Reaktion, dadurch, dass sich die AfD radikalisiert hat, ist das durchaus richtig.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon John Galt » Mi 20. Jan 2016, 05:28

Sehr pluralistisch, dieser öffentlich-rechtliche Rundfunk. Aber was will man von der Lügenpresse auch erwarten. :)
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 20. Jan 2016, 07:30

frems hat geschrieben:(19 Jan 2016, 23:54)

Gibt doch genug Talkshows auf Bundes- und Landesebene. Höcke war letzten Monat bei Jauch, kurz darauf durfte Petry bei den Öffentlich-Rechtlichen lügen und gestern war Gauland erst wieder bei Plasberg. Welche andere Minipartei kriegt so viel Aufmerksamkeit von den Sendeanstalten?

Das genau war für RP-Regierungschefin "Malu" Dreyer der Grund für eine Weigerung an einer TV-Runde gemeinsam mit AfD teilzunehmen:
Malu Dreyer hat geschrieben:Ich hab mir diese Entscheidung gar nicht leicht gemacht, und sie ist eigentlich gar nicht getroffen worden mit Blick auf die Landtagswahl, sondern es ging zunächst um die bundespolitischen Talkshows, in die ich nicht gegangen bin. Und damals habe ich mir betrachtet, die Repräsentanten der AfD und wie sie sich in diesen Talkshows gerieren. Und mein Eindruck war nicht, dass sie auch nur annähernd ein Interesse daran haben, zum Austausch von Argumentation, sondern dass es ausschließlich darum geht, ein öffentliches Forum zu nutzen für die eigenen populistischen Aussagen, und ich persönlich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich nicht ein solches Forum biete.

Das ist zwar nachvollziehbar. Ich finds trotzdem arg unklug, sich auf (natürlicherweise völlig informelle) "Definitionen" von Begriffen wie "Elefantenrunde" zu berufen. Journalisten sollten auf möglichst kreative Art ein Bild des anstehenden politischen Spektrums vermitteln und dabei sogar ganz bewusst gängige "Formate" durchbrechen. Exemplarisch eine der sich bewerbenden Kleinstparteien einzuladen, wäre zum Beispiel eine sehr gute Idee. Und dass die AfD bei solchen Veranstaltungen weniger diskutiert sondern die Öffentlichkeit zur Repräsentation nutzt, ist ganz sicher kein Alleinstellungsmerkmal.

Das eigentliche Problem sehe ich auch hier eher in der Überrepräsentanz von TV-Formaten. Im Hörfunk wäre das Ganze schnell auf eine viel sachlichere Ebene heruntergekocht.
Ich habe nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv geliebt ... ich liebe in der Tat nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig (Hannah Arendt)
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon JJazzGold » Mi 20. Jan 2016, 09:35

Excellero hat geschrieben:(20 Jan 2016, 03:24)

Ach wär das schön wenn die Umfrage repräsentativ wäre ;) ;)


Ich wüsste nicht, was daran erstrebenswert wäre. Ich bin generell gegen absolute Mehrheiten.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon nichtkorrekt » Mi 20. Jan 2016, 09:37

Merkel_Unser hat geschrieben:(19 Jan 2016, 19:51)

Mal objektiv gesehen ist es für SPD/Grüne die dümmste Entscheidung von allen möglichen Optionen. Wenn man inhaltlich soviel bessere Argumente vorzuweisen hat, was spricht gegen eine Diskussion? Blamieren kann sich in dem Falle ja nur die AfD, im Falle von vermeintlich fremdenfeindlichen Äußerungen.

Ein Boykott suggeriert, dass man sich inhaltlich den Argumenten von AfD nicht gewachsen sieht. Es ist relativ naiv zu glauben, mit dieser Taktik den Wahlerfolg der AfD zu schmälern. Das Gegenteil wird nämlich der Fall sein.


Die hat man eben nicht, deswegen stellt man sich nicht der Diskussion, die Republikaner wurden früher genauso behandelt, damals mit Erfolg leider, aber da gab es auch noch Internet und keine sozialen Netzwerke. Einige sind der Ansicht, es helfe letztlich der AfD:

http://www.welt.de/debatte/kommentare/a ... e-AfD.html

Die herrschenden politischen Eliten in SPD und bei den ehemaligen (und nun etablierten) Alternativen fühlen sich der AfD wohl argumentativ nur unzureichend gewachsen. Dabei wäre das "Lügenpresse"-Gewäsch der nörgelnden Putin- und D-Mark-Freunde durch nichts so wirkungsvoll zu entkräften wie durch eine offene, respektvolle Auseinandersetzung mit jenen, die, aktuellen Umfragen nach, zum erfolgreichsten Produkt der Parteienlandschaft gehören.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Nathan » Mi 20. Jan 2016, 09:39

Excellero hat geschrieben:(19 Jan 2016, 23:45)

Wenn man keine Argumente hat bedient man sich eben anderer Methoden um sich einen unbequemen Gegner vom Hals zu halten. Und wenn es nur am "Begriff" Elefantenrunde liegt... könnte man ganz einfach umbenennen in großes Spitzentreffen. Aber der SWR ist ja zu blöd um auf so ne Idee zu kommen.


Was genau hätte eine AfD bei einem "großen Spitzentreffen" zu suchen?

---

oops...schon wieder diese Dingo... :mad2:
Zuletzt geändert von Nathan am Mi 20. Jan 2016, 09:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Merkel_Unser » Mi 20. Jan 2016, 09:41

nichtkorrekt hat geschrieben:(20 Jan 2016, 09:37)

Die hat man eben nicht, deswegen stellt man sich nicht der Diskussion, die Republikaner wurden früher genauso behandelt, damals mit Erfolg leider, aber da gab es auch noch Internet und keine sozialen Netzwerke. Einige sind der Ansicht, es helfe letztlich der AfD:

http://www.welt.de/debatte/kommentare/a ... e-AfD.html


Ich will nicht im Voraus bewerten, wer den vermeintlich besseren Auftritt hinlegt. Ich gehe in meiner Aussage von der SPD/den Grünen aus, die natürlich der Meinung sind, sie hätten die besseren Argumente. Von daher ist es umso mehr ein Armutszeugnis.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon nichtkorrekt » Mi 20. Jan 2016, 09:45

Merkel_Unser hat geschrieben:(20 Jan 2016, 09:41)

Ich will nicht im Voraus bewerten, wer den vermeintlich besseren Auftritt hinlegt. Ich gehe in meiner Aussage von der SPD/den Grünen aus, die natürlich der Meinung sind, sie hätten die besseren Argumente. Von daher ist es umso mehr ein Armutszeugnis.


Ich schaus mir nicht an, meine Wahlentscheidung steht fest.
Wer nicht AfD wählt, wählt Merkel.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Julian » Mi 20. Jan 2016, 09:51

Nathan hat geschrieben:(19 Jan 2016, 23:37)

Das ist das einzig Wahre. Warum sich mit erklärten Antidemokraten und Verfassungsfeinden an einen Tisch setzen und sie damit vor aller Augen als ernstzunehmende Alternative zu bestätigen? Du möchtest Faschisten mit demokratischen Mitteln bekämpfen? Muss ich ausgerechnet dir erklären warum das völlig sinnlos, ja sogar richtig gefährlich für die Demokratie ist?


Was genau ist denn nun so antidemokratisch und verfassungsfeindlich an der AfD? Zugegeben, es gibt da ein gewisses Ausfransen zum rechten Rand hin, aber das gibt es ebenso bei der Linkspartei, die ja auch ins kommunistische und/ oder gewaltbereite Spektrum ausfranst. Aber die AfD ist ja nun nicht mit der NPD gleichzusetzen.

Die meisten europäischen Länder haben eine Partei, die man als rechtspopulistisch bezeichnen könnte, sei es die FPÖ in Österreich, die Partij voor de Vrijheid in den Niederlanden, oder die SVP in der Schweiz. Man muss deren Auffassungen ja nicht teilen, ja, kann sie auch gerne bekämpfen, aber ich sehe nicht, dass diese Parteien eine Diktatur errichten und den Pluralismus abschaffen wollen. Selbst der FN in Frankreich ist auf einem guten Weg, sich in das republikanische Staatsverständnis zu integrieren.

Ich finde es wichtig, dass solche Parteien und ihre Wähler ins demokratische Spektrum eingebunden werden, wie es ja auch mit der Linkspartei gemacht wurde. Eine Ausgrenzungsstrategie kann nach hinten losgehen, weil sie sich dann tatsächlich als Fundamentalopposition zum System verstehen könnten. Dies ist in Deutschland umso wichtiger, als es ja eine Allparteienkoalition in der Flüchtlingsfrage gibt und die Wähler kaum Alternativen haben, wenn sie eine andere Meinung vertreten.

In der vorliegenden Frage hat der SWR gezeigt, dass er vor der Regierung kuscht, wenn es darauf ankommt. Letztes Mal wurden ja durchaus auch Vertreter wichtiger Parteien eingeladen, die nicht im Landtag vertreten waren, aber das waren halt linke, also genehme Parteien. So sehr die Elefantenrunde den "elephant in the room" leugnen wird, er wird für die Zuschauer sichtbar sein und die ganze Veranstaltung ins Lächerliche ziehen.
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Beitragvon JJazzGold » Mi 20. Jan 2016, 09:59

Ich bin mal gespannt, über wie viele Seiten sich diese AfD Flennerei noch hinzieht.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Nathan » Mi 20. Jan 2016, 10:10

Merkel_Unser hat geschrieben:(20 Jan 2016, 09:41)

Ich will nicht im Voraus bewerten, wer den vermeintlich besseren Auftritt hinlegt. Ich gehe in meiner Aussage von der SPD/den Grünen aus, die natürlich der Meinung sind, sie hätten die besseren Argumente. Von daher ist es umso mehr ein Armutszeugnis.


Ich habe noch nie ein zukunftsweisendes Argument von der neuen Rechten gehört. Da geht es prinzipiell immer nur um Destruktion. Ich weiß inzwischen, was die Neue Rechte und ihr deutsches politisches Organ AfD nicht wollen, was nicht geht und was deswegen notfalls mit Gewalt bekämpft werden muss. Mir ist inzwischen bekannt dass sie den Münchner Oberbürgermeister nicht wollen und offen vorschlagen, es möge ihn bitte einer erschießen. Ich weiß, dass ihre offenen Sympathisanten diverse Politiker nicht wollen und am liebsten an einem Galgen aufhängen würden oder ad hoc mit Messern angreifen.

Aber überall da, wo die neuen Vertreter der AfD auftauchen sagen sie uns nicht, was sie wollen, wie ihre Alternativen aussehen. Wie sieht ihr Wirtschaftsprogramm aus, nachdem die Zugbrücke hochgezogen wurde? Wie sieht der Umgang mit China und Russland aus? Wie stehen sie zur NATO? Was kommt nach Abschaffung des Euro? Wie sieht der Umgang mit eingebürgerten Migranten "südländischen Aussehens" aus? Wie sieht ihr Vorschlag für eine Beendigung der Syrienkrise aus? Wie ist das Kulturverständnis der AfD? Welche bildungspolitischen Konzepte schweben ihnen vor?

Wir wissen von der AfD nur eines: Sie wollen an die Macht um jeden Preis, Mord&Totschlag inklusive. Und mit solchen Leuten soll man sich an einen Tisch setzen und "Argumente" austauschen? Da muss man ja schon froh sein, kein Messer zwischen die Rippen zu kriegen.
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Re: SPD und Grüne: nicht mit AfD an einen Tisch

Beitragvon Nathan » Mi 20. Jan 2016, 10:13

Julian hat geschrieben:(20 Jan 2016, 09:51)

Was genau ist denn nun so antidemokratisch und verfassungsfeindlich an der AfD? Zugegeben, es gibt da ein gewisses Ausfransen zum rechten Rand hin, aber das gibt es ebenso bei der Linkspartei, die ja auch ins kommunistische und/ oder gewaltbereite Spektrum ausfranst. Aber die AfD ist ja nun nicht mit der NPD gleichzusetzen.

...


"Dein Ausfransen zum rechten Rand hin" ist spätestens mit Höcke einem hammerharten Rechtsextremismus gewichen. Am meisten stören mich die überaus aggressiven Töne aus der AfD, die weder ein klares Bekenntnis zur Gewaltfreiheit noch ein klares Bekenntnis zu unserer Verfassung enthalten. Im Gegenteil.

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