Lügenpresse oder Realitätspresse

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Sören74
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Sören74 » So 23. Jun 2019, 11:25

Skeptiker hat geschrieben:(23 Jun 2019, 11:09)

Du bestätigst damit leider die These, dass viele Menschen nicht mehr zwischen Berichterstattung und Meinungsportal unterscheiden können.

Wir schreiben hier ÜBER Berichterstattung IN einem Meinungsportal. Das IST ein Unterschied.


Absolut richtig. Nur versucht Julian so zu tun, als wenn er hier Berichterstattung betreibt.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Sören74 » So 23. Jun 2019, 11:29

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Jun 2019, 11:23)

Welches Problem hast du eigentlich mit dem Wort "neutral"?


Neutral war früher bei uns ein richtiges Schimpfwort. So wie farblos, ohne Meinung sein, kein Bezug zur Sache nehmen. Mag sein, dass andere unter neutral etwas anderes verstehen, so wie objektiv oder ausgewogen. Das sind auch Begrifflichkeiten, mit denen ich im Journalismus etwas anfangen kann. Aber was soll "neutral" im Journalismus sein? Ich warte da immer noch auf eine Antwort.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Tom Bombadil » So 23. Jun 2019, 11:43

Sören74 hat geschrieben:(23 Jun 2019, 11:29)

Neutral war früher bei uns ein richtiges Schimpfwort.

Das ist dann aber dein Problem. Neutral, objektiv, sachlich, unparteiisch, überparteilich, stehen mMn. für wichtige Aspekte der Berichterstattung, nämlich über einen Sachverhalt zu berichten, ohne eine Wertung vorzunehmen, das soll der Leser anhand der dargebotenen Informationen selber tun. Es ist doch Sinn und Zweck unseres Bildungssystems den mündigen Bürger hervorzubringen, der sich selbstbestimmt seine Meinung bildet und darauf aufbauend handelt und dafür die Verantwortung übernimmt.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Julian » So 23. Jun 2019, 11:44

Sören74 hat geschrieben:(23 Jun 2019, 10:59)

Dir scheinbar auch. :) Deine Postings sind ja gespickt mit Wertungen.


Na klar. Ich befinde mich ja hier in einem Forum, wo Pro und Contra argumentiert wird. Wenn ich dann in manchen Fällen
nur Contra argumentiere, dann eben, um den Pro-Argumenten etwas entgegenzusetzen und um ein Gleichgewicht wiederherzustellen.

Ich betätige mich ja hier nicht journalistisch; es gibt hier ja vor allem Meinungen und weniger Berichterstattung, und vieles ist überspitzt und polemisch, auch von meiner Seite.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Julian » So 23. Jun 2019, 11:50

Sören74 hat geschrieben:(23 Jun 2019, 11:25)

Absolut richtig. Nur versucht Julian so zu tun, als wenn er hier Berichterstattung betreibt.


Nein, das würde ich nicht tun. Ich bin hier irgendwie in die Rolle des bösen Hetzers gerutscht und genieße mittlerweile meinen Status. Um das Klischee zu erfüllen, muss ich manchmal etwas dick auftragen. Oft will ich nur zeigen, dass man verschiedene Perspektiven und Meinungen haben kann.

Von Medienberichterstattung erwarte ich mir aber etwas anderes. Natürlich dürfen auch dort Meinungen, auch provokante, vorgetragen werden; dann aber bitte mit entsprechender Kennzeichnung und Trennung von der Berichterstattung.

Wenn Sie im SPIEGEL lesen, werden Sie finden, dass dort Berichterstattung und Meinung komplett ineinander verfließen, ebenso die Beobachtung der politischen Arena und die eigene Teilnahme des Journalisten daran in Form von Appellen. Das ist ziemlich übel, zumal viele immer noch zum SPIEGEL aufblicken als dem deutschen Leitmedium.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Selina » So 23. Jun 2019, 11:51

Julian hat geschrieben:(23 Jun 2019, 10:00)

Mir ging ein Licht auf, als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal eine amerikanische Zeitung las. So etwas hatte ich vorher noch nie gelesen! Es war ein Artikel, in dem berichtet wurde, was geschehen war und wer was dazu gesagt hatte. Das Bemühen um eine objektive, neutrale Berichterstattung ohne Präferenz einer ideologischen Richtung, ohne den Willen, zu belehren, war für mich erstaunlich.

Für die Zitate wurden neutrale Wörter verwendet, etwa so:

Mr. XY said: "I do not believe that this is the right decision". Oder: Mr. XY said that he did not believe this was the right decision. Also nicht etwa: Mr. XY "kritisierte"/ "polemisierte"/ "entgegnete"/ "betonte", sondern einfach nur: "sagte". Das wäre deutschen Journalisten viel zu langweilig.

Ihr Hinweis auf Menschenfeindlichkeit zeigt aber, dass es Ihnen um etwas anderes geht, eben nicht um Information, sondern um Erziehung und Belehrung. Und was Menschenfeindlichkeit ist, entscheidet die Bundesregierung oder das Politbüro? Nein danke.


Was Menschenfeindlichkeit ist, dafür gibt es allgemeinverbindliche Erklärungen. Zum Beispiel ist Rassismus Menschenfeindlichkeit. Oder Gewaltverherrlichung. Oder Bagatellisierung von Mord und Totschlag. Oder auch, mit körperlicher Gewalt auf Ansichten von politischen Gegnern zu reagieren. Frauen- und Behindertenfeindlichkeit ist Menschenfeindlichkeit und und und. Menschenfeindlich ist es auch, ganze Gruppen von Menschen wegen ihrer Herkunft oder ihrer religiösen Traditionen auszugrenzen und zu diffamieren.

Und was die Medien anbelangt: Es gibt keine "neutralen" Zeitungen und Sender, alle haben entsprechende politische Profile. Sie brauchen nur mal diverse große Blätter googeln, ob nun Welt oder Die Zeit oder FAZ oder Süddeutsche. Da kommt immer an einer bestimmten Stelle die Erklärung zum Profil. Und diese Profile sind nun mal äußerst unterschiedlich. Deswegen haben diese Zeitungen auch unterschiedliche Leserkreise mit unterschiedlicher politischer Heimat. Berichterstattung und Kommentierung werden immer diesem Profil entsprechen. Was der eine Leser dann als ungerechtfertigte Kritik an der eigenen politischen Auffassung betrachtet, findet der andere gerade richtig so. Dazu gibt es nun mal die unterschiedlichen Profile. Alle Zeitungen ergeben in ihrer Gesamtheit dann ein buntes pluralistisches Bild. Und der Rezipient hat die Wahl. Er ist nicht gezwungen, dieses oder jenes Blatt, diesen oder jenen Sender zu konsumieren. Was er in der Regel ja auch nicht tut, zwangsweise etwas rezipieren.

Aber selbstverständlich gibt es ein paar journalistische Prinzipien. Objektivität gibt es dabei nie zu 100 Prozent, sondern es wird immer nur eine Annäherung an die Objektivität geben. Dabei spielt unter anderem auch der subjektive Faktor eine Rolle. Das können Sie gut testen, wenn sie mal in einer heterogenen Gruppe eine These in den Raum stellen und jeden Einzelnen auffordern, diese These mit den eigenen Worten wiederzugeben und dann auch noch zu kommentieren. Sie werden sehen, wie unterschiedlich das Ergebnis ist. 100 Prozent Objektivität wäre dann eine Zeitung ohne jegliches Profil, eine ohne Meinung, ohne politische Kommentierung. Und das gibt es nicht. Muss es auch nicht geben. Mal von der Gärtnerzeitung abgesehen. Aber selbst zur Gartenarbeit gibt es unterschiedliche Meinungen :D

Dennoch gibt es auch immer Dinge im Journalismus zu kritisieren. Das ist normal, läuft er doch in der Öffentlichkeit ab. Ich zum Beispiel kritisiere ständig die Tatsache, dass ziemlich oft nicht die Gegenseite gehört und zitiert wird. Das aber ist ein Grundprinzip im Journalismus: Immer die andere Seite auch hören und zitieren! Das hat was mit Ausgewogenheit, Wahrhaftigkeit und Überprüfbarkeit von Sachverhalten zu tun. Heute wird oft nur ein Umstand, Fakt, Sachverhalt in den Raum gestellt. Einer (zum Beispiel der Bundesaußenminister) kommentiert ihn bzw. sagt aus seiner Sicht was dazu und das wars dann auch. Aber gerade bei schwierigen politischen Sachverhalten, von denen unter Umständen die Sicherheit auf der Welt abhängt, gehört immer die Gegenseite dazu. Der kritisierten Seite muss die Möglichkeit eingeräumt werden zu reagieren. Aber keine einzige Zeitung, auch nicht die rechtsnationalen Blätter, halten sich an dieses Prinzip. Achten Sie mal spaßenshalber darauf. Und so wird bei bestimmten Sachverhalten ein verzerrtes Bild entstehen, kein ausgewogenes. Ein sehr kritikwürdiger Zustand.

Was aber die Position der Neuen Rechten anbelangt, die ja sagt, die großen Blätter und Sender würden allesamt "lügen", "erziehen" wollen oder gar ein "Meinungsdiktat" ausüben, das ist natürlich Unfug. Es ist allerhöchstens eine andere Meinung als die eigene, die man lesen und hören kann, aber keine "Erziehung". Im Übrigen ist es jedem Leser und Zuschauer erlaubt, sich an die Redaktionen mit seiner Kritik zu wenden. Die Online-Redaktionen vieler Zeitungen veröffentlichen häufig sehr konträre Meinungen. Das halte ich schon für sehr frei und demokratisch.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Sören74 » So 23. Jun 2019, 11:54

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Jun 2019, 11:43)

Das ist dann aber dein Problem. Neutral, objektiv, sachlich, unparteiisch, überparteilich, stehen mMn. für wichtige Aspekte der Berichterstattung, nämlich über einen Sachverhalt zu berichten, ohne eine Wertung vorzunehmen, das soll der Leser anhand der dargebotenen Informationen selber tun. Es ist doch Sinn und Zweck unseres Bildungssystems den mündigen Bürger hervorzubringen, der sich selbstbestimmt seine Meinung bildet und darauf aufbauend handelt und dafür die Verantwortung übernimmt.


Dann soll man doch einfach objektiv und sachlich sagen, wenn das hinter "neutral" steht.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Sören74 » So 23. Jun 2019, 11:57

Julian hat geschrieben:(23 Jun 2019, 11:44)

Na klar. Ich befinde mich ja hier in einem Forum, wo Pro und Contra argumentiert wird. Wenn ich dann in manchen Fällen
nur Contra argumentiere, dann eben, um den Pro-Argumenten etwas entgegenzusetzen und um ein Gleichgewicht wiederherzustellen.


Wieso gestehst Du dann Zeitungen nicht diese Funktion zu, ein Gegengewicht in der öffentlichen Diskussion zu sein?

Julian hat geschrieben:Ich betätige mich ja hier nicht journalistisch; es gibt hier ja vor allem Meinungen und weniger Berichterstattung, und vieles ist überspitzt und polemisch, auch von meiner Seite.


Gut das Du festhältst, hier Meinungen wiederzugeben. :)
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Tom Bombadil » So 23. Jun 2019, 11:58

Sören74 hat geschrieben:(23 Jun 2019, 11:54)

Dann soll man doch einfach objektiv und sachlich sagen, wenn das hinter "neutral" steht.

Tut mir leid, du kannst den Leuten nicht vorschreiben, welche Worte sie zu benutzen haben, nur weil sie für dich eine andere Bedeutung haben.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Sören74 » So 23. Jun 2019, 11:59

Julian hat geschrieben:(23 Jun 2019, 11:50)
Wenn Sie im SPIEGEL lesen, werden Sie finden, dass dort Berichterstattung und Meinung komplett ineinander verfließen, ebenso die Beobachtung der politischen Arena und die eigene Teilnahme des Journalisten daran in Form von Appellen. Das ist ziemlich übel, zumal viele immer noch zum SPIEGEL aufblicken als dem deutschen Leitmedium.


Also wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich das gerne mal mit Dir an einem Fallbeispiel durchexerzieren. Du darfst auch den Artikel selbst aussuchen. :)
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Sören74 » So 23. Jun 2019, 12:01

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Jun 2019, 11:58)

Tut mir leid, du kannst den Leuten nicht vorschreiben, welche Worte sie zu benutzen haben, nur weil sie für dich eine andere Bedeutung haben.


Da hast Du Recht, das kann ich nicht. :) Aber um eine babylonische Sprachverwirrung zu vermeiden, bin ich ein großer Freund von gemeinsamen Begriffsdefinitonen. Denn wenn jeder bei einem Wort was anderes versteht, ist eine konstruktive Diskussion nicht mehr möglich.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Tom Bombadil » So 23. Jun 2019, 12:09

Sören74 hat geschrieben:(23 Jun 2019, 12:01)

Denn wenn jeder bei einem Wort was anderes versteht, ist eine konstruktive Diskussion nicht mehr möglich.

Dafür gibt es den Duden.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon watisdatdenn? » So 23. Jun 2019, 12:10

Sören74 hat geschrieben:(23 Jun 2019, 11:02)
Ich frage gerne nochmal, wie soll konkret eine neutrale Berichterstattung aussehen? Zum Beispiel beim Mordfall Lübke?

Was mir z.B. gut an der "Zeit" gefallen hat, dass sie zu kritischen Themen immer ein "Pro" und "Contra" hatten, bei dem man die

Das gibt es nicht mehr..

Bei Lübke sehe ich bis jetzt kein Problem in der Berichterstattung.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Brainiac » So 23. Jun 2019, 12:19

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Jun 2019, 11:02)

Tweet Augstein: "Die @welt gehört zu den publizistischen Wegbereitern der AfD – bürgerliches Gewand, zynische Gesinnung."

Und du nimmst Augstein - der selbst innerhalb des Spiegel-Teams sehr weit links steht -, oder vielleicht einige Foristen hier, als repräsentativ dafür, dass beide besagten Zeitungen nun in Deutschland generell als rrrääächts verrufen seien? Ich bitte dich.

Wenn es dich beruhigt, ich halte beide für recht vertrauenswürdige Informationsquellen. Wenn man die Nutzerzahlen und Auflagen betrachtet, scheine ich da nicht der einzige zu sein. Tendenziell geht der Printbereich natürlich den Bach runter, wie bei allen, aber das ist ein anderes Thema.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Sören74 » So 23. Jun 2019, 12:34

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Jun 2019, 12:09)

Dafür gibt es den Duden.


https://www.duden.de/rechtschreibung/neutral

Von "objektiv" oder "sachlich" steht dort nichts. Auch im Thesaurus findet man diese Begriffe nicht unter "neutral".
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Sören74 » So 23. Jun 2019, 12:36

watisdatdenn? hat geschrieben:(23 Jun 2019, 12:10)

Was mir z.B. gut an der "Zeit" gefallen hat, dass sie zu kritischen Themen immer ein "Pro" und "Contra" hatten, bei dem man die


Okay. Das würde ich aber nicht als "neutral" bezeichnen, sondern als ausgewogen.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Tom Bombadil » So 23. Jun 2019, 12:42

Brainiac hat geschrieben:(23 Jun 2019, 12:19)

...dass beide besagten Zeitungen nun in Deutschland generell als rrrääächts verrufen seien?

Dass diese Medien generell in Deutschland als "rächts" verrufen seien hatte ich nicht behauptet. Warum fällt es eigentlich so schwer, bei dem zu bleiben, was wirklich geschrieben wurde: "dass mittlerweile konservative Publikationen als "rächts" und damit nicht mehr zitierfähig angegriffen werden"?

Sören74 hat geschrieben:(23 Jun 2019, 12:34)

https://www.duden.de/rechtschreibung/neutral
Von "objektiv" oder "sachlich" steht dort nichts.

Also wenn ich diese Seite aufrufe finde ich:
Synonyme zu neutral
nicht festgelegt, parteilos, sachlich, unbefangen, unparteiisch, unvoreingenommen, vorurteilsfrei, vorurteilslos; (bildungssprachlich) objektiv
(Sprachwissenschaft) sächlich
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Sören74 » So 23. Jun 2019, 12:47

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Jun 2019, 12:42)

Also wenn ich diese Seite aufrufe finde ich:
Synonyme zu neutral
nicht festgelegt, parteilos, sachlich, unbefangen, unparteiisch, unvoreingenommen, vorurteilsfrei, vorurteilslos; (bildungssprachlich) objektiv
(Sprachwissenschaft) sächlich


Tatsächlich. Steht wirklich da. Dann war es einfach mein Fehler. :) Wieder was gelernt.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Brainiac » So 23. Jun 2019, 13:57

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Jun 2019, 12:42)

Dass diese Medien generell in Deutschland als "rächts" verrufen seien hatte ich nicht behauptet. Warum fällt es eigentlich so schwer, bei dem zu bleiben, was wirklich geschrieben wurde: "dass mittlerweile konservative Publikationen als "rächts" und damit nicht mehr zitierfähig angegriffen werden"?

Ich habe versucht, deine Position mit meinen Worten wiederzugeben, und einen großen Unterschied sehe ich da nicht. Aber gut, sorry. Also: "[...] dass mittlerweile konservative Publikationen als "rächts" und damit nicht mehr zitierfähig angegriffen werden". Dafür hast du Welt und Focus als Beispiele gebracht. Klar, Leute die weit links stehen, wie Augstein, tun das vielleicht. Das taten sie aber schon immer, ich sehe da keine Veränderung. Ich sehe ebenfalls nicht, dass diese Abwertung dieser beiden Zeitungen, in der von dir beschriebenen Form, über klar links orientierte Bevölkerungsschichten - keine Mehrheit in Deutschland - hinaus gehen würde. Sie ist damit kein Beleg für eine generelle Verschiebung des allgemein Sagbaren und Akzeptablen. Disclaimer: Letztere These will ich dir nicht explizit in den Mund legen, aber das ist der allgemeine Tenor bei vielen hier, weswegen ich mir diesen Kommentar erlaube. Sorry wenn ich deinen Beitrag unpassenderweise als Aufhänger dazu genommen haben sollte. Ich hoffe, ich habe mich jetzt hinreichend präzise ausgedrückt. :|
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Sören74 » So 23. Jun 2019, 14:04

Solche Eingruppierungen in links und rechts sagen doch mehr über die Leute aus, die sie verwenden, als diejenigen, die damit eingruppiert wird. Für einen Rechtsextremisten liegt die AfD in der Mitte und alles andere ist ganz weit rechts. Und für Linksextreme ist die Linke eine neoliberale Partei. Ich finde das nur peinlich, aber jeder wie er mag.

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