Lügenpresse oder Realitätspresse

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Sören74
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Sören74 » Sa 22. Jun 2019, 19:04

Skeptiker hat geschrieben:(22 Jun 2019, 18:32)

Sören, das Beispiel mit Relotius ist doch offensichtlich. Du wünscht ein Beispiel bei dem Journalisten die Wahrheit verzerren, sich diese teilweise ausdenken, gedeckt durch mangelhafte Qualitätssysteme und die angetragene Glaubwürdigkeit eines Journalisten der genau das liefert was in den Köpfen der so denkenden Chefetagen die Realität abbildet. Das ist das Beispiel.


Dann stellt sich für mich die Frage, ist Relotius ein Einzelfall oder inwieweit lässt er sich auf die Allgemeinheit übertragen? Zumindest kann man eindeutig sagen, dass er nicht im Auftrag von Dritten gehandelt hat.

Skeptiker hat geschrieben:Relotius ist aufgeflogen und der Spiegel leistet respektable Aufklärungsarbeit. Tatsache ist aber auch, dass der Fall weit mehr offenbart als den einen Betrugsfall alleine. Es geht auch darum warum er gerade das tat was er tat und warum er damit so besonders lange und gut durchkam. Und die Erkenntnis daraus kann nur sein, dass er in diesem Fall die Weltanschauung des Spiegel verrät - Relotius galt als plausibel, er schrieb das von dem er wusste dass es nicht ernsthaft hinterfragt wurde - mehr noch, er schrieb das was erfolgversprechend war.


Relotius hat auch Reportagen und Artikel für die schweizerische Weltwoche geschrieben. Ich würde die wenig gewagte These aufstellen, dass der Spiegel und Weltwoche politisch unterschiedlich ausgerichtet sind. Wenn es wirklich nur darum ginge, Weltanschauungen zu bedienen, dann stellt sich die Frage, wieso das bei beiden Zeitschriften gleichzeitig funktioniert hat.

Skeptiker hat geschrieben:Es ist darüber hinaus natürlich immer eine komfortable Situation für Linke auf dem Besitzstand eines linkslastigen Journalismus zu sitzen und dann von den anderen zu fordern doch bitte nachzuweisen, dass dieser linkslastig ist. Nie habe ich auch nur einmal einen Zweifel eines Linken darüber gehört, dass irgendwelche rechten Blätter Mist verzapfen.


Weißt Du, ich bin gelernter Wissenschaftler. Wenn jemand eine These aufstellt, dann interessiert mich, wie diese These belegt wird. Das ist in den Naturwissenschaften für mich nicht anders als in den Geisteswissenschaften. Wenn ich also hier nach Beispielen frage, dann zum einen, weil das hier als guter Ton angesehen wird, seine Behauptungen nach Möglichkeit mit Quellen zu belegen, zum anderen weil es mich persönlich interessiert. :)

Skeptiker hat geschrieben:Vielleicht sollten mache einfach auch mal ein wenig in der Welt rumkommen und ihre hiesigen Maßstäbe an den fremden Realtäten neu kalibrieren. Dann wird man schwer ignorieren können, dass die deutsche Presselandschaft eine gewisse Linkslastigkeit hat. Ja, sie ist frei und kein Blatt ist der Neutralität verpflichtet (bei ÖR ist das anders), aber die Linkslastigkeit zu bestreiten, geht mE an den Realitäten vorbei.


Ich sehe das ziemlich pragmatisch. Ohne jetzt zu sagen, ob ich Deine These für richtig halte oder nicht, aber mal angenommen, es wäre so. Auf dem Medienmarkt bekommt man dann die meisten Marktanteile, wenn man das schreibt, was die Leser interessiert. Vielleicht ist einfach auch die Leserschaft linkslastig und entsprechend richtet sich der Journalismus darauf ein. Vielleicht kann man mal darüber nachdenken. :)
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Sören74
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Sören74 » Sa 22. Jun 2019, 19:08

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 Jun 2019, 18:52)

Das Problem ist ja auch nicht, dass es linkslastige Medien gibt, das halte ich für völlig normal, das Problem ist, dass mittlerweile konservative Publikationen als "rächts" und damit nicht mehr zitierfähig angegriffen werden.


Es wird immer Menschen geben, die finden die Welt und die FAZ zu weit rechts. Und es wird immer Menschen geben, für die ist der Spiegel ein linkes Kampfblatt. Das war schon vor 50 Jahren so. Und heute ebenfalls. Ich sehe da keinen Grund, mich weiter mit solchen politischen Geometrien zu befassen. Wenn jemand die Welt für rechts hält, dann sagt das mehr über die Person aus als über die Zeitung.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Uffhausen » Sa 22. Jun 2019, 19:32

Sören74 hat geschrieben:(22 Jun 2019, 13:39)

Ich hab manchmal den Eindruck, dass viele Leute glauben, da wo ich stehe ist neutral und objektiv. Und wenn eine Zeitung oder Sendung von dieser Linie abweicht, dann wird tendenziöser und subjektiver Journalismus vorgeworfen.

Danke, so sehe ich das auch. :)

Ich verstehe die ganzen u. a. Manipulationsvorwürfe bzgl. der Medien überhaupt nicht. Freilich kann man den einen oder anderen Medien unterstellen, dass sie zu einseitig oder zu extrem berichten o. ä. - aber na und? Es ist doch NIEMAND gezwungen, aufgrund der selbstverständlichen Existenz medialen Meinung seine eigene (ggf. anderslautende) selbstverständliche Meinung angegriffen oder unterdrückt zusehen - nur weil sie bspw. nicht in der Zeitung abgedruckt ist! Wer es trotzdem tut, hat ganz bestimmt ein oder mehrere andere Probleme, als ausschließlich evt. linksgrün dominierte Medienradaktionen! :rolleyes:

Unglaubwürdigkeit für die ganze fragwürdige Medienschelte entsteht durch den Umstand, dass sich die ganze Kritik auf herzlich wenig Themen begrenzt, z. B. Flüchtlings- oder EU-Politik. Das restliche Spektrum der insgesamten medialen Berichterstattung ist davon seltsamerweise überhaupt nicht betroffen - oder kennt jemand jemanden, der einer Medienredaktion "linksgrüne Meinungsmache" unterstellt, weil sie bspw. das Spiel des persönlich favorisierten Fußballclubs negtiviert und stattdessen das des persönlich verhassten Fußballclubs über den Klee lobt? Nein? Ach was! Warum eigentlich nicht? Wäre es denn nicht folgerichtig und konsequent, wenn man mal ALLES auf den Prüfstand stellen würde - anstatt sich mit kindischer Rosinenpickerei zu begnügen aka angebliche linksgrüne Meinungsmache und -manipulation? :?:
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Julian » Sa 22. Jun 2019, 21:09

Uffhausen hat geschrieben:(22 Jun 2019, 19:32)

Danke, so sehe ich das auch. :)

Ich verstehe die ganzen u. a. Manipulationsvorwürfe bzgl. der Medien überhaupt nicht. Freilich kann man den einen oder anderen Medien unterstellen, dass sie zu einseitig oder zu extrem berichten o. ä. - aber na und? Es ist doch NIEMAND gezwungen, aufgrund der selbstverständlichen Existenz medialen Meinung seine eigene (ggf. anderslautende) selbstverständliche Meinung angegriffen oder unterdrückt zusehen - nur weil sie bspw. nicht in der Zeitung abgedruckt ist! Wer es trotzdem tut, hat ganz bestimmt ein oder mehrere andere Probleme, als ausschließlich evt. linksgrün dominierte Medienradaktionen! :rolleyes:

Unglaubwürdigkeit für die ganze fragwürdige Medienschelte entsteht durch den Umstand, dass sich die ganze Kritik auf herzlich wenig Themen begrenzt, z. B. Flüchtlings- oder EU-Politik. Das restliche Spektrum der insgesamten medialen Berichterstattung ist davon seltsamerweise überhaupt nicht betroffen - oder kennt jemand jemanden, der einer Medienredaktion "linksgrüne Meinungsmache" unterstellt, weil sie bspw. das Spiel des persönlich favorisierten Fußballclubs negtiviert und stattdessen das des persönlich verhassten Fußballclubs über den Klee lobt? Nein? Ach was! Warum eigentlich nicht? Wäre es denn nicht folgerichtig und konsequent, wenn man mal ALLES auf den Prüfstand stellen würde - anstatt sich mit kindischer Rosinenpickerei zu begnügen aka angebliche linksgrüne Meinungsmache und -manipulation? :?:


Natürlich bezieht sich die Kritik an den Medien auf verschiedenste Themen. Bei der Flüchtlings- und EU-Politik war es eben besonders eklatant - aber es gibt zahlreiche weitere Beispiele. Von der Außen-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik bis hin zu Gesellschafts- und Steuerpolitik - überall will etwa die Journaille des SPIEGEL Politik nicht nur beobachten, berichten und analysieren - nein, diese Propagandisten sehen sich selbst als Aktivisten, die das Volk belehren und in eine bestimmte Richtung drängen wollen.

Wenn man natürlich mit diesen Medien aufgewachsen ist und von klein auf von linken Lehrern und später linken Professoren indoktriniert wurde, ist es schwer, das überhaupt zu erkennen. Ich empfehle einen längeren Auslandsaufenthalt, um sich einmal von der deutschen linksgrünen Blase zu entfernen.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Sören74 » Sa 22. Jun 2019, 21:24

Julian hat geschrieben:(22 Jun 2019, 21:09)

Natürlich bezieht sich die Kritik an den Medien auf verschiedenste Themen. Bei der Flüchtlings- und EU-Politik war es eben besonders eklatant - aber es gibt zahlreiche weitere Beispiele. Von der Außen-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik bis hin zu Gesellschafts- und Steuerpolitik - überall will etwa die Journaille des SPIEGEL Politik nicht nur beobachten, berichten und analysieren - nein, diese Propagandisten sehen sich selbst als Aktivisten, die das Volk belehren und in eine bestimmte Richtung drängen wollen.

Wenn man natürlich mit diesen Medien aufgewachsen ist und von klein auf von linken Lehrern und später linken Professoren indoktriniert wurde, ist es schwer, das überhaupt zu erkennen. Ich empfehle einen längeren Auslandsaufenthalt, um sich einmal von der deutschen linksgrünen Blase zu entfernen.


Eine schöne Ansammlung von Behauptungen und persönlichen Mutmaßungen. Wann kommst Du mal mit Quellen und Belegen?
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Uffhausen » Sa 22. Jun 2019, 21:25

Julian hat geschrieben:(22 Jun 2019, 21:09)

Natürlich bezieht sich die Kritik an den Medien auf verschiedenste Themen. Bei der Flüchtlings- und EU-Politik war es eben besonders eklatant - aber es gibt zahlreiche weitere Beispiele. Von der Außen-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik bis hin zu Gesellschafts- und Steuerpolitik - überall will etwa die Journaille des SPIEGEL Politik nicht nur beobachten, berichten und analysieren - nein, diese Propagandisten sehen sich selbst als Aktivisten, die das Volk belehren und in eine bestimmte Richtung drängen wollen.

Sagen die das von sich selbst (Belege bitte!) oder behauptest du das nur, weil es in dein Weltbild passt? :?:

Wenn man natürlich mit diesen Medien aufgewachsen ist und von klein auf von linken Lehrern und später linken Professoren indoktriniert wurde, ist es schwer, das überhaupt zu erkennen. Ich empfehle einen längeren Auslandsaufenthalt, um sich einmal von der deutschen linksgrünen Blase zu entfernen.

Und ich empfehle einen längeren Besuch beim Seelenklempner - um sich einmal vom fanatischen Manipulations- und Unterdrückungswahn heilen zu lassen. Vielleicht bist du ja mit irgendeiner entsprechenden Verschwörungsdoktrin aufgewachsen und deshalb dein Problem mit Andersdenkenden und Anderslautendem... :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Skeptiker » Sa 22. Jun 2019, 22:05

Sören74 hat geschrieben:(22 Jun 2019, 19:04)
Dann stellt sich für mich die Frage, ist Relotius ein Einzelfall oder inwieweit lässt er sich auf die Allgemeinheit übertragen? Zumindest kann man eindeutig sagen, dass er nicht im Auftrag von Dritten gehandelt hat.

Wer behauptet denn, dass er im Auftrag von Dritten gehandelt hat? Also was genau soll ich behauptet haben?
Relotius hat auch Reportagen und Artikel für die schweizerische Weltwoche geschrieben. Ich würde die wenig gewagte These aufstellen, dass der Spiegel und Weltwoche politisch unterschiedlich ausgerichtet sind. Wenn es wirklich nur darum ginge, Weltanschauungen zu bedienen, dann stellt sich die Frage, wieso das bei beiden Zeitschriften gleichzeitig funktioniert hat.

Er hat sogar für den Cicero geschrieben, wenn ich richtig informiert bin. Ich kenne allerdings keine Untersuchungen zu diesen Beschäftigungsverhältnissen und werde darüber also auch nicht spekulieren.
Weißt Du, ich bin gelernter Wissenschaftler. Wenn jemand eine These aufstellt, dann interessiert mich, wie diese These belegt wird. Das ist in den Naturwissenschaften für mich nicht anders als in den Geisteswissenschaften. Wenn ich also hier nach Beispielen frage, dann zum einen, weil das hier als guter Ton angesehen wird, seine Behauptungen nach Möglichkeit mit Quellen zu belegen, zum anderen weil es mich persönlich interessiert. :)

Dann nehmen wir doch ein weiteres Beispiel:
Eine Studie der amerikanischen Universität Harvard hat die Berichterstattung führender amerikanischer und europäischer Medien in den ersten 100 Amtstagen von US-Präsident Donald Trump ausgewertet. Die ARD wurde als einziges deutsches Medium in die Betrachtung mit einbezogen.
Das Ergebnis: Nirgends wurde negativer über den neuen Präsidenten reportiert als in dem deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender. 98 Prozent der wertenden Berichte in der Hauptnachrichtensendung im Ersten waren laut der Studie negativ, nur zwei Prozent positiv.

https://www.welt.de/politik/ausland/art ... sehen.html
Es wurden in Europa ARD, BBC und Financial Times untersucht. Das - nach offizieller Lesart - neutrale deutsche ÖR Programm ARD liegt dabei in der Berichterstattung extremer als der amerikanische Sender CNN, der erklärtermaßen konträr zu Trump steht.

Ist doch eher erstaunlich, wenn man davon ausgehen würde, dass unsere ÖR tatsächlich politisch neutral eingestellt wären, dann würde man doch irgendetwas zwischen CNN und FOX erwarten - aber weit gefehlt. Die BBC hingegen liegt auf dem Niveau des Wall Street Journals. Man muss es sich mal auf der Zunge zergehen lassen, sogar Jeff Bezos Washington Post ist um ein Vielfaches Trump-freundlicher als die ARD.

In meinen Augen ist vollkommen plausibel, dass von Journalisten die per Selbsteinschätzung folgerichtig kaum eine gute Meinung zu einem Präsidenten wie Trump entstehen kann, auch keine positiven Nachrichten in den Medien entstehen werden. Auch Journalisten sind nur Menschen die in einem Umfeld agieren. Ist dieses Umfeld derartig links/grün präpositioniert, wie es die Sonntagsfrage offenbart hat, dann ist ein tendenziöser Einfluss auf die Berichterstattung kaum zu verhindern. Ich will es mal so sagen: Wenn alle Journalisten Deutschlands dem Heimatverein von Wuppertal entstammen würden, dann würde es über Wuppertal eben kaum schlechte Nachrichten geben - aber eben ständig irgendwelche Reportagen in denen auch Wuppertal eine Rolle spielen würde. Menschen können halt nicht aus sich raus. Es ist daher die Selektion der Menschen bevor sie in die Position kommen berichterstattend tätig zu werden. Damit hat man dann das Biotop geschaffen und es wächst dort was gepflanzt wurde.
Ich sehe das ziemlich pragmatisch. Ohne jetzt zu sagen, ob ich Deine These für richtig halte oder nicht, aber mal angenommen, es wäre so. Auf dem Medienmarkt bekommt man dann die meisten Marktanteile, wenn man das schreibt, was die Leser interessiert. Vielleicht ist einfach auch die Leserschaft linkslastig und entsprechend richtet sich der Journalismus darauf ein. Vielleicht kann man mal darüber nachdenken. :)

Wenn wir davon ausgehen, dass die Bundestagswahl die politische Ausrichtung der Leserschaft in Grundzügen wiedergeben sollte, dann ist schlicht festzustellen, dass Journalisten in ihrer Zusammensetzung dazu DEUTLICH nach links und nach grün verschoben sind. Das ist Fakt. Wenn aber dort ein so eklatantes Missverhältnis besteht, dann ist nicht davon auszugehen, dass die Nachfrage des eher konservativen Marktes die Medien nach links bewegt hat. Eher ist davon auszugehen, dass die Journalisten noch wesentlich linker/grüner berichten würden, wenn es ihre auf Auflage bedachte Chefredaktion erlauben würde.

Zusätzlich zu der schon geposteten Sonntagsfrage hier ein weiterer Artikel dazu:
Die ersten Resultate der dänischen Studie unterstreichen das verbreitete Vorurteil. Am häufigsten stehen die Journalisten grünen Ideologien nahe, gefolgt vom Feminismus. Es gibt in den Redaktionen durchschnittlich drei Mal so viele Grüne und Feministen wie im Rest der Bevölkerung. Auf Platz drei liegt der Sozialliberalismus, gefolgt von Kommunismus und einer pro-europäischen Haltung. Diese drei Einstellungen sind bei den Medien doppelt so häufig vertreten wie in der Bevölkerung. Am seltensten ist eine nationalkonservative Haltung. Sie ist in der Bevölkerung rund sechs Mal häufiger vertreten als bei den Journalisten.

https://www.bazonline.ch/leben/gesellsc ... y/17603575
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 22. Jun 2019, 22:12

Skeptiker hat geschrieben:(22 Jun 2019, 22:05)

Das - nach offizieller Lesart - neutrale deutsche ÖR Programm ARD liegt dabei in der Berichterstattung extremer als der amerikanische Sender CNN, der erklärtermaßen konträr zu Trump steht.

Dazu braucht man sich nur mal die Bilder anzusehen, die von Trump in Deutschland veröffentlicht werden. Entweder sieht er aus wie ein Idiot oder wie in totaler Rage, normale oder - Gott bewahre - freundliche Bilder von Trump muss man mit der Lupe suchen.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Sören74 » Sa 22. Jun 2019, 23:59

Skeptiker hat geschrieben:(22 Jun 2019, 22:05)

Wer behauptet denn, dass er im Auftrag von Dritten gehandelt hat? Also was genau soll ich behauptet haben?


Ich habe jetzt nicht behauptet, dass Du das behauptet hast. :) Ich wollte das nur mal gerne klarstellen, dass er nicht zu den Fälschungen angestiftet wurde.

Skeptiker hat geschrieben:Dann nehmen wir doch ein weiteres Beispiel:

https://www.welt.de/politik/ausland/art ... sehen.html
Es wurden in Europa ARD, BBC und Financial Times untersucht. Das - nach offizieller Lesart - neutrale deutsche ÖR Programm ARD liegt dabei in der Berichterstattung extremer als der amerikanische Sender CNN, der erklärtermaßen konträr zu Trump steht.


Ich würde gerne, bevor ich was zum Inhalt sage, einen Mythos aufräumen. Es wurde zwar schon oft behauptet, dass der ÖR neutral sein soll oder nur neutrale Nachrichten senden darf. Es gibt aber keinerlei gesetzliche Grundlage für diese Behauptung. Im Rundfunkstaatsvertrag wird man kein einziges Mal das Wort "neutral" oder "Neutralität" finden. Dafür findet man aber das Wort "Ausgewogenheit". Unter §11 Artikel 2 steht:

" Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen. "


https://www.ard-werbung.de/fileadmin/us ... ertrag.pdf

Das ist in meinen Augen etwas anderes als Neutralität. Davon abgesehen, wie sollen eigentlich neutrale Nachrichten aussehen? Wie will man beispielweise den jetzigen Konflikt zwischen den USA und Iran neutral berichten? Ich wüsste es nicht. Wer es sich vorstellen kann, darf sich gerne mal probieren.

Zum Inhalt, mich überrascht es nicht wirklich, dass zwischen BBC, Financial Times und ARD, die ARD am kritischsten über Trump berichtet. Die anderen beiden sind britische Medien, die generell amerikafreundlicher sind, weil man sich als engster Verbündeter sieht.

Skeptiker hat geschrieben:Wenn wir davon ausgehen, dass die Bundestagswahl die politische Ausrichtung der Leserschaft in Grundzügen wiedergeben sollte, dann ist schlicht festzustellen, dass Journalisten in ihrer Zusammensetzung dazu DEUTLICH nach links und nach grün verschoben sind. Das ist Fakt. Wenn aber dort ein so eklatantes Missverhältnis besteht, dann ist nicht davon auszugehen, dass die Nachfrage des eher konservativen Marktes die Medien nach links bewegt hat. Eher ist davon auszugehen, dass die Journalisten noch wesentlich linker/grüner berichten würden, wenn es ihre auf Auflage bedachte Chefredaktion erlauben würde.


Okay, nur mal angenommen, Du hättest in allen Punkten recht. Quasi die große Mehrheit der Zeitungen sind linksgrün. Dann müssten doch Zeitungen mit einer rechten-konservativen Ausrichtung in eine riesige Marktlücke stoßen und hohe Absatzzahlen erzielen. Das findet aber meines Wissens nicht statt. Warum nicht?
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Cobra9 » So 23. Jun 2019, 02:43

Julian hat geschrieben:(22 Jun 2019, 21:09)

Natürlich bezieht sich die Kritik an den Medien auf verschiedenste Themen. Bei der Flüchtlings- und EU-Politik war es eben besonders eklatant - aber es gibt zahlreiche weitere Beispiele. Von der Außen-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik bis hin zu Gesellschafts- und Steuerpolitik - überall will etwa die Journaille des SPIEGEL Politik nicht nur beobachten, berichten und analysieren - nein, diese Propagandisten sehen sich selbst als Aktivisten, die das Volk belehren und in eine bestimmte Richtung drängen wollen.

Wenn man natürlich mit diesen Medien aufgewachsen ist und von klein auf von linken Lehrern und später linken Professoren indoktriniert wurde, ist es schwer, das überhaupt zu erkennen. Ich empfehle einen längeren Auslandsaufenthalt, um sich einmal von der deutschen linksgrünen Blase zu entfernen.


Bei Dir ist alles links. Ich empfehle Dir mal eine längere Kur in Theran oder Moskau. Istanbul ist auch schön. Da gibt's keine Linken und es dürfte politisch passen.

Oder siedel ganz um. Du kannst bestimmt belegen was Da blubbern tust ?!


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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Julian » So 23. Jun 2019, 07:59

Cobra9 hat geschrieben:(23 Jun 2019, 02:43)

Bei Dir ist alles links. Ich empfehle Dir mal eine längere Kur in Theran oder Moskau. Istanbul ist auch schön. Da gibt's keine Linken und es dürfte politisch passen.

Oder siedel ganz um. Du kannst bestimmt belegen was Da blubbern tust ?!


Bezogen auf

diese Propagandisten sehen sich selbst als Aktivisten, die das Volk belehren und in eine bestimmte Richtung drängen wollen.


Muss ich das echt belegen - nach Skandalen wie Relotius? Der SPIEGEL berichtet nicht, was ist, sondern Dinge, die er als belehrend für das Volk empfindet und sieht seinen politischen Auftrag im Kampf gegen Rechts, also gegen alles, was nicht links ist. Dazu muss man Dinge weglassen, andere ausschmücken oder eben ganz erfinden. Strafbar ist das nicht.

Relotius selbst war nicht das Hauptproblem. Das Hauptproblem war, wie sehr seine Lügen angekommen sind, wie viele Preise er abgeräumt hat, wie sehr er mit Lorbeeren überschüttet wurde, wie sehr er als Vorbild dargestellt wurde. Dies zeigt nämlich, dass wir es nicht mit einem isolierten Lügner zu tun haben, sondern mit einem lügnerischen System, das solche Figuren heranzüchtet.

Das Problem geht auch über den SPIEGEL hinaus und betrifft den Journalismus insgesamt, denn das Lügen wird an Journalistenschulen sogar gelehrt: So wird gelehrt, dass bei der Reportage bestimmte Lügen erlaubt sind, die der Dramatisierung dienen, etwa das Verdichten von mehreren realen Personen zu einer Person. Ich nenne das Fiktion, und wenn es als solche nicht gekennzeichnet ist, eine Lüge.

Michael Schmuck, Journalist, heute Anwalt für Presserecht, Dozent und ehemaliger Geschäftsführer der Nachfolge-Schule der Nannen-Schul-Dependance in Berlin (KLARA), bestätigte der Kommission auf Anfrage, dass es dort im Reportageseminar im Rahmen eines sechswöchigen Volontärskurses eine Unterrichtseinheit gegeben habe zum Thema »Ist Schwindeln und Erfinden erlaubt?« – die Frage sei von Dozenten keineswegs klar und kurz mit »Nein« beantwortet worden. Unterthemen seien gewesen:
l Darf es eine »Kunstfigur« geben? Einen Zusammenbau mehrerer realer Personen?
l Darf eine Woche Reportagezeit für den Leser zum Beispiel auf einen Tag verkürzt werden?
l Darf der Reporter dem Leser suggerieren, er habe selbst Beobachtungen gemacht, obwohl er nicht vor Ort war?
l Dürfen störende Fakten weggelassen oder fehlende ergänzt werden, um die Geschichte rund zu machen?
Schmuck: »Zu dieser Diskussionseinheit wurden bekannte Reporter oder Reporterinnen eingeladen. In aller Regel waren sie der Meinung: Ja, das alles darf man in gewissem Umfang. Was nun immer ›gewisser Umfang‹ heißen mag. Sie erzählten
dann auch aus ihren Reportagen solche Beispiele, die dann eben mal mehr und mal weniger die wahre Geschichte verfälschten. Aber Einigkeit bestand immer darin, dass das erlaubt sei.«

https://www.spiegel.de/media/media-44510.pdf

Derselbe Geist weht leider immer noch in den Redaktionen. Letztlich hat sich dort eine linksgrün dominierte Blase gebildet, die die Realität gar nicht mehr wahrnimmt.

Innerhalb eines selbstreferenziellen Systems der medialen Blase war niemand in der Lage, das Unwahrscheinliche in Relotius’ Texten als Fälschung zu vermuten oder gar zu erkennen. Was heißt das für den Journalismus, den Reportagejournalismus im Besonderen? Ganz allgemein gesagt: Man kann nicht einfach so weitermachen, wenn klar ist, wie anfällig diese journalistische Form für Betrug ist, wie leicht es für Relotius war, damit durchzukommen. Die Reportage ist eben nicht nur eine Form, und damit unschuldig. Sie verführt zur Fälschung und macht das Aufspüren der Fälschung oder der Verfälschung schwer. In der Reportage liegt also eine Gefahr, die umso größer ist, je weiter weg ihre Handlung spielt.

https://www.spiegel.de/media/media-44510.pdf

Außerdem spielt natürlich der Ehrgeiz eine Rolle - man möchte Preise abräumen. Dazu muss man eben entsprechende Geschichten erzählen, sonst klappt das nicht. Beispiele, was gut ankommt, ist die böse AfD oder der gute Flüchtling.

Kein anderes SPIEGEL-Ressort wird auch nur annähernd so oft mit Journalistenpreisen ausgezeichnet wie das Gesellschaftsressort, und im Ressort entsteht entsprechender Druck auf junge Kollegen. Einer sagt, zwei Ressortleiter hätten ihm vor Jahren vorgeworfen, seine Geschichten seien zwar gut, doch sie würden keine Preise gewinnen: »Aber darum geht es nun mal in unserem Ressort«, habe einer der Ressortleiter gesagt. Die ehemalige stellvertretende Chefredakteurin Susanne Beyer bestätigte im Gespräch mit der Kommission, dass von der Chefredaktion Journalistenpreise ausdrücklich gewünscht worden seien. Besonders auf das Gesellschaftsressort habe es dabei erheblichen Druck gegeben.

https://www.spiegel.de/media/media-44510.pdf
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Cobra9 » So 23. Jun 2019, 08:08

Julian hat geschrieben:(23 Jun 2019, 07:59)

Muss ich das echt belegen - nach Skandalen wie Relotius? Der SPIEGEL berichtet nicht, was ist, sondern Dinge, die er als belehrend für das Volk empfindet und sieht seinen politischen Auftrag im Kampf gegen Rechts, also gegen alles, was nicht links ist. Dazu muss man Dinge weglassen, andere ausschmücken oder eben ganz erfinden. Strafbar ist das nicht.

Relotius selbst war nicht das Hauptproblem. Das Hauptproblem war, wie sehr seine Lügen angekommen sind, wie viele Preise er abgeräumt hat, wie sehr er mit Lorbeeren überschüttet wurde, wie sehr er als Vorbild dargestellt wurde. Dies zeigt nämlich, dass wir es nicht mit einem isolierten Lügner zu tun haben, sondern mit einem lügnerischen System, das solche Figuren heranzüchtet.

Das Problem geht auch über den SPIEGEL hinaus und betrifft den Journalismus insgesamt, denn das Lügen wird an Journalistenschulen sogar gelehrt: So wird gelehrt, dass bei der Reportage bestimmte Lügen erlaubt sind, die der Dramatisierung dienen, etwa das Verdichten von mehreren realen Personen zu einer Person. Ich nenne das Fiktion, und wenn es als solche nicht gekennzeichnet ist, eine Lüge.


https://www.spiegel.de/media/media-44510.pdf

Derselbe Geist weht leider immer noch in den Redaktionen. Letztlich hat sich dort eine linksgrün dominierte Blase gebildet, die die Realität gar nicht mehr wahrnimmt.


https://www.spiegel.de/media/media-44510.pdf

Außerdem spielt natürlich der Ehrgeiz eine Rolle - man möchte Preise abräumen. Dazu muss man eben entsprechende Geschichten erzählen, sonst klappt das nicht. Beispiele, was gut ankommt, ist die böse AfD oder der gute Flüchtling.


https://www.spiegel.de/media/media-44510.pdf



Du nimmst einen Betrüger als Maßstab für ein ganzes System ?! ,Würde also nach der Logik bedeuten weil der Volksverhetzer Gedeon in der AFD ist erlaubt das die Aussage das ganze System der AFD und alle wo aktiv mitmachen sind auch Volksverhetzer ?

Du spiegelst immer nur deine Meinung wieder. Die aber natürlich nicht für die Journalisten oder gar die Bevölkerung sprechen kann
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Julian » So 23. Jun 2019, 08:14

Uffhausen hat geschrieben:(22 Jun 2019, 21:25)

Sagen die das von sich selbst (Belege bitte!) oder behauptest du das nur, weil es in dein Weltbild passt? :?:


Teilweise behaupten sie das selbst, teilweise lässt es sich an ihrer Art des Journalismus ablesen. Manchmal muss man tatsächlich auch selbst denken und seine Schlüsse ziehen.

Zu den Themen Flüchtlingskrise und Migrationspakt ist die einseitige, belehrende Berichterstattung im Sinne der Regierung durchaus belegt. Es gab auch Journalisten, die offen zugaben, dass sie angehalten wurden, im Sinne der Regierung zu berichten. Dass die Flüchtlingszuwanderung als etwas Positives dargestellt werden sollte, war Konsens in vielen Redaktionen; im Migrationspakt wird ja ganz offen mit Sanktionen gedroht für diejenigen, die es wagen, negativ zu berichten.

Hier ein Ausschnitt aus einem Artikel, der in Cicero veröffentlicht wurde, in dem es u.a. um Georg Restle geht, einem Propagandisten des Haltungsjournalismus, der sich gar nicht mehr um Neutralität bemüht.

Im Juli 2018 veröffentlichte Georg Restle, Chef des ARD-Politmagazins Monitor, sein „Plädoyer für einen werteorientierten Journalismus“. Den Essay zu lesen, lohnt sich: Kaum jemals wurde der mediale Schritt vom Wege der Neutralität ungenierter eingestanden. Dass Herr Restle wenig von den intellektuellen Fähigkeiten seines Publikums zu halten scheint, macht er überdeutlich: „Und meinen wir wirklich, neutral und ausgewogen zu sein, wenn wir nur alle zu Wort kommen lassen, weil die Wahrheit schließlich immer in der Mitte liegt? Und wenn die Mitte immer weiter nach rechts wandert, liegt die Wahrheit eben bei den Rechten? Und wenn die Mitte verblödet, bei den Blöden?“

„Falsche“ und „richtige“ Haltungen
Im Gegensatz zu den von ihm konstatierten journalistischen „Neutralitätswahn“ sei die offengelegte Parteinahme für die Benachteiligten nicht nur wahrhaftiger, sondern auch ehrlicher, lässt uns Restle wissen. Wer sich so leichthändig und ganz bewusst mit scheinlogischen Begründungen vom journalistischen Handwerk verabschiedet und stattdessen der bevormundenden Haltungsschreiberei das Wort redet, legt damit, zugunsten des eigenen Sendungsbewusstseins, die Axt an die Wurzel der Pressefreiheit. Er maßt sich und der journalistischen Zunft an, zu bestimmen, welche Haltung die einzig „richtige“ wäre und in der Folge Kollegen mit der „falschen“ Haltung aufs Abstellgleis zu befördern.

Dass eine derartige fatale Verschiebung der Koordinaten des Anstands bei vielen großen Medien längst erfolgt ist, zeigt die weiterhin rasant anwachsende Zahl von Journalistenpreisen, die im deutschsprachigen Raum inzwischen bei mindestens 570 liegt. Benötigt werden all die Statuen, Blechmedaillen und Urkunden nur zu einem einzigen Zweck: Journalistenpreise verleihen ihren Trägern eine Scheinautorität, die sie fürderhin dazu berechtigt, ihren Mitmenschen die von Haltungsfetischisten wie Restle gewünschte Brille aufzunötigen. Dass sie selbstverständlich auch die menschliche Eitelkeit bedienen, macht sie umso begehrenswerter, wodurch der Konformitätsdruck noch weiter ansteigt. „[…] Warum wir endlich damit aufhören sollten, nur abbilden zu wollen, ‚was ist‘“, twitterte Restle fröhlich, um weitere Leser für seinen Essay zu gewinnen.

https://www.cicero.de/kultur/fall-claas ... org-restle

Uffhausen hat geschrieben:(22 Jun 2019, 21:25)
Und ich empfehle einen längeren Besuch beim Seelenklempner - um sich einmal vom fanatischen Manipulations- und Unterdrückungswahn heilen zu lassen. Vielleicht bist du ja mit irgendeiner entsprechenden Verschwörungsdoktrin aufgewachsen und deshalb dein Problem mit Andersdenkenden und Anderslautendem... :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:


Auf persönliche Angriffe reagiere ich hier besser nicht.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Julian » So 23. Jun 2019, 08:15

Cobra9 hat geschrieben:(23 Jun 2019, 08:08)

Du nimmst einen Betrüger als Maßstab für ein ganzes System ?! ,Würde also nach der Logik bedeuten weil der Volksverhetzer Gedeon in der AFD ist erlaubt das die Aussage das ganze System der AFD und alle wo aktiv mitmachen sind auch Volksverhetzer ?

Du spiegelst immer nur deine Meinung wieder. Die aber natürlich nicht für die Journalisten oder gar die Bevölkerung sprechen kann


Ich habe es doch erklärt. Relotius konnte nur in einem bestimmten System gedeihen, das eine bestimmte Art des Haltungsjournalismus fördert. Dieses System existiert immer noch.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Cobra9 » So 23. Jun 2019, 08:18

Julian hat geschrieben:(23 Jun 2019, 08:15)

Ich habe es doch erklärt. Relotius konnte nur in einem bestimmten System gedeihen, das eine bestimmte Art des Haltungsjournalismus fördert. Dieses System existiert immer noch.



Ich habe erklärt das ist deine Meinung und nach deiner Logik ist dann auch die AFD nur wie Gedeon zu bewerten. Du möchtest den Eindruck erwecken deine Meinung sei übergreifend und akzeptiert.

Das ist mit größter Wahrscheinlichkeit falsch. Deshalb die Spiegelung mit den Meinungen der Journalisten. Du kannst nicht belegen das die deine Meinung teilen
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Skeptiker » So 23. Jun 2019, 08:51

Sören74 hat geschrieben:(22 Jun 2019, 23:59)
[…]

Ich würde gerne, bevor ich was zum Inhalt sage, einen Mythos aufräumen. Es wurde zwar schon oft behauptet, dass der ÖR neutral sein soll oder nur neutrale Nachrichten senden darf. Es gibt aber keinerlei gesetzliche Grundlage für diese Behauptung. Im Rundfunkstaatsvertrag wird man kein einziges Mal das Wort "neutral" oder "Neutralität" finden. Dafür findet man aber das Wort "Ausgewogenheit". Unter §11 Artikel 2 steht:

https://www.ard-werbung.de/fileadmin/us ... ertrag.pdf

Das ist in meinen Augen etwas anderes als Neutralität. Davon abgesehen, wie sollen eigentlich neutrale Nachrichten aussehen? Wie will man beispielweise den jetzigen Konflikt zwischen den USA und Iran neutral berichten? Ich wüsste es nicht. Wer es sich vorstellen kann, darf sich gerne mal probieren.

Es muss nicht jeder Beitrag im ÖR neutral sein - diese Vorgabe würde jegliche Reportage mit Wertung abwürgen. Das Gebot der Ausgewogenheit soll dazu führen, dass das "Gesamtbild" aller Beiträge ein ausgewogenes Bild abgibt. Wenn es aber um die ARD geht, dann beinhaltet die das Gesamtbild dessen was in der ARD berichtet wird. Berichtet also die ARD nicht neutral? Berichtet sie nicht ausgewogen?

Zum Inhalt, mich überrascht es nicht wirklich, dass zwischen BBC, Financial Times und ARD, die ARD am kritischsten über Trump berichtet. Die anderen beiden sind britische Medien, die generell amerikafreundlicher sind, weil man sich als engster Verbündeter sieht.

Es geht hier aber nicht um Amerika - Obama wird doch sehr freundlich dargestellt. Es geht um Trump, bzw. die Politik für die er steht.

Das Beispiel Obama verstärkt eher noch den Eindruck, dass es ganz und garnicht irgendetwas mit der Beziehung USA zu Deutschland zu tun hat - es IST die politische Richtung. Deine Entgegenhaltung ist erkennbar unplausibel.

Okay, nur mal angenommen, Du hättest in allen Punkten recht. Quasi die große Mehrheit der Zeitungen sind linksgrün. Dann müssten doch Zeitungen mit einer rechten-konservativen Ausrichtung in eine riesige Marktlücke stoßen und hohe Absatzzahlen erzielen. Das findet aber meines Wissens nicht statt. Warum nicht?

Das findet auch statt, aber eben nicht über die klassischen Medien, sondern die Leute wandern in soziale Netzwerke und andere Formate ab, weil sie vom gelebten Ethos des Journalismus in Deutschland enttäuscht sind und diesem nicht mehr vertrauen. Man wendet sich ab vom ganzen System - im leichten Fall von einzelnen Medienhäusern, in schwereren vom Journalismus, in extremen Fällen von der Gesellschaft, von der man sich nicht mehr verstanden und vertreten fühlt.

Das ist der selbe Effekt wie bei den Parteien. Jahrzehntelang gibt es einen Trend (weitweit) zu immer linkerer Gesellschaftspolitik. Zeitgleich sinken die Wahlbeteiligungen. Dann kommt eine rechte Gegenbewegung auf und schwupps sind die Wahlbeteiligungen wieder höher. Wie soll man das anders interpretieren, als dass gesellschaftlich konservative Menschen sind Jahrzehntelang vom System abgewendet haben, die nun über die AfD wieder aktiviert werden. Warum hat denn da die "Nachfrage" nicht schon viel früher zu einer scharf rechten Partei geführt?

Offensichtlich ist es eben nicht nur die Nachfrage die das Angebot reguliert, offensichtlich nehmen bestimmte Strömungen bestimmte Institutionen ein, bevor sie durch andere Strömungen aus diesen Positionen wieder verträngt werden. Das ist es was aktuell als Neurechte Bewegung dargestellt wird.

Ich kann dabei die Befürchtungen der Linken verstehen. Man sollte aber auch verstehen, dass man es als Korrektiv auffassen kann und nicht zwangsläufig in das andere Stereotyp verfallen muss.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Julian » So 23. Jun 2019, 08:52

Cobra9 hat geschrieben:(23 Jun 2019, 08:18)

Ich habe erklärt das ist deine Meinung und nach deiner Logik ist dann auch die AFD nur wie Gedeon zu bewerten. Du möchtest den Eindruck erwecken deine Meinung sei übergreifend und akzeptiert.

Das ist mit größter Wahrscheinlichkeit falsch. Deshalb die Spiegelung mit den Meinungen der Journalisten. Du kannst nicht belegen das die deine Meinung teilen


Georg Restle vom linken Monitor-Magazin der ARD wurde doch in dem Link zitiert. Er hält nichts von Neutralität, sondern will, dass Journalisten Partei ergreifen. Schon Rudolf Augstein sagte außerdem, dass der SPIEGEL im Zweifel links sei. Das heißt, im Zweifel geht es nicht um die Wahrheit, sondern um die richtige politische Richtung, also links.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Senexx » So 23. Jun 2019, 08:58

Unsere Lügenpresse versteht sich als volkserziehende, vierte Gewalt. Trennung von Bericht und Kommentar, Tatsachen und Suggestion ist dort fast durchweg nicht vorhanden,
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Bremer » So 23. Jun 2019, 09:09

Senexx hat geschrieben:(23 Jun 2019, 08:58)

Unsere Lügenpresse versteht sich als volkserziehende, vierte Gewalt. Trennung von Bericht und Kommentar, Tatsachen und Suggestion ist dort fast durchweg nicht vorhanden,

Die *Lügenpresse* deklariert durchaus persönliche Meinungen und Kommentare als solche, wärend die radikalen Hardliner jeglicher Couleur gern in volksverdummender Weise ihre persönlichen Ansichten als unumstrittene Fakten verkaufen.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Senexx » So 23. Jun 2019, 09:20

Ich weiß nicht, ob Sie überhaupt Vergleich Möglichkeiten haben. Ob Sie überhaupt Fremdsprachenkenntnisse besitzen.

Im Katalonienstrang habe ich etliche Beispiele dokumentiert, wie die deutsche Lügenpresse tendenziös, wahrheitswidrig "berichtet* und fehlinformiert. Zum Teil auch einfach nur falsch übersetzt.

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