Lügenpresse oder Realitätspresse

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Wolverine
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Wolverine » Di 2. Apr 2019, 09:59

Fliege hat geschrieben:(01 Apr 2019, 17:37)

Die ARD sendete immerhin im Frühsommer 2018 einen Kommentar von Brüssel-Korrespondent Malte Pieper mit dem Titel "Merkel traut in der EU keiner mehr über den Weg" (ARD-Tagesschau online, Kommentar, 26. Juni 2018: "Räumen Sie das Kanzleramt für einen Nachfolger, dessen Name nicht so belastet ist, wie es der Ihre ist").

Und vom ehemaligen DPA-Journalisten Laszlo Trankovits ist zu hören, allerdings nicht bei DPA (Deusche Presse-Agentur): "Der Virus der Moralisierung hat selbst die Basis jeder journalistischen Arbeit infiziert. Auch die nachrichtliche Berichterstattung leidet unter den neuen, unausgesprochenen Geboten des Haltungsjournalismus. [...] Sowohl der Nachrichtenausstoß der Nachrichtenagenturen als auch die Nachrichtensendungen von ARD und ZDF sind in mehrfacher Hinsicht parteiisch geprägt, deutlich getragen von dem Wunsch, Haltung zu demonstrieren. Die Parteilichkeit spiegelt sich in der Themenauswahl, den Quellen, den zitierten Personen und den erläuterten Positionen" (Tichys Einblick online, Gesinnungsjournalismus gefährdet unsere Demokratie, 9. März 2019).

Von der DPA ausgehend verbreitet sich dieser Haltungsjournalismus in Deutschland bis in die Berichterstattung der Regionalblätter durch die Übernahme von DPA-Artikeln (in den überregionalen Rubriken für Politik, Wirtschaft, Sport, Vermischtes).


Danke für den Beitrag. Haltungsjournalismus, danach habe ich gesucht. Danke. :thumbup:
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Alexyessin » Di 2. Apr 2019, 10:35

Wolverine hat geschrieben:(02 Apr 2019, 09:59)

Danke für den Beitrag. Haltungsjournalismus, danach habe ich gesucht. Danke. :thumbup:


Naja, von tichyseinblick ist das aber nicht gerade objektiv.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Wolverine » Di 2. Apr 2019, 10:41

Alexyessin hat geschrieben:(02 Apr 2019, 10:35)

Naja, von tichyseinblick ist das aber nicht gerade objektiv.


Das ist richtig. Aber ich halte es für den richtigen Ausdruck. Klingt besser als Lügenpresse, was es meiner Ansicht nach nicht wirklich gibt und zeigt doch eine Tendenz.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon schokoschendrezki » Di 2. Apr 2019, 10:59

sunny.crockett hat geschrieben:(02 Apr 2019, 09:49)
Das geht nur in Kombination. Mann muss die Realität objektiv und unparteiisch darstellen, sollte dann aber auch verschiedene Meinungen zulassen, diese aber als solche kenntlichmachen. Bei de ÖR ist viel zu oft in Berichten die Persönliche Meinung "eingeschmuggelt".

Das ist meiner Meinung nach ein ganz grundsätzliches Missverständnis, was die Rolle, die Möglichkeiten und auch die Chancen einer freien Presse anbetrifft. Journalisten tun ihre Arbeit. Selbstverständlich fließt dabei ein persönlicher Standpunkt ein. Das kann gar nicht anders sein. Das Wahlergebnis für Trump ist das Wahlergebnis. Freie Wahlen und Freie Presse sind nicht nur als solche unabhängig sondern auch voneinander unabhängig. Sonst macht dieser Aspekt der Gewaltenteilung überhaupt keinen Sinn! Die Leute müssen nicht die Partei wählen, die ihnen in der Zeitung empfohlen wird und die Zeitungen müssen nicht die Partei loben, die von einer Mehrheit gewählt wird. Demokratische Wahlen sollen ein möglichst adäquates Bild der realen Meinungsverteilungen herstellen. In einer freien Presse arbeiten freie Journalisten mit einer freien Meinung. "Realitätspresse" ist ein ziemlich übler demagogischer Kampfbegriff, der mit den Vorstellungen von Pressefreiheit überhaupt nix zu tun hat. Er erinnert mich eher an das Dogma des "sozialistischen Realismus" als ideologisch vorgegebener Literaturstilrichtung.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Fliege » Di 2. Apr 2019, 11:38

sunny.crockett hat geschrieben:(02 Apr 2019, 09:49)
Also Merkels Mann ist bei der Springer-Stiftung als Berater unterwegs. Da ist auch die Frage, wie objektiv die Springer-Medien über Merkel berichten :s

Welt und Welt-TV (Ex-N24) können immerhin Stefan Aust aufbieten (und einen Hauptstadt-Reporter wie Robin Alexander), was Blätter wie FAZ und Süddeutsche doch deutlich in den Schatten stellt.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Alexyessin » Di 2. Apr 2019, 11:49

Fliege hat geschrieben:(02 Apr 2019, 11:38)

Welt und Welt-TV (Ex-N24) können immerhin Stefan Aust aufbieten (und einen Hauptstadt-Reporter wie Robin Alexander), was Blätter wie FAZ und Süddeutsche doch deutlich in den Schatten stellt.


Kannst du dies ein wenig ausformulieren, wie du auf diesen Gedanken kommst? Ich mein, die Süddeutsche hat einen Prantl.....
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Fliege » Di 2. Apr 2019, 13:36

Alexyessin hat geschrieben:(02 Apr 2019, 11:49)
Kannst du dies ein wenig ausformulieren, wie du auf diesen Gedanken kommst? Ich mein, die Süddeutsche hat einen Prantl.....

Ja, Heribert Prantl ist das SZ-Gegenstück zu Aust, wobei Prantl leider schon beim Relotieren erwischt worden ist und zwar 2012. Unter der Überschrift "Prantl-Affäre - Wer hat den Längsten?" schrieb die Tageszeitung: "SZ-Edelfeder Heribert Prantl beschrieb ein Essen, bei dem er nicht mit am Tisch saß. Aber er ist nicht der erste Mann, der sich von seiner Eitelkeit lenken lässt" (TAZ online, 5. August 2012).

TAZ-Kolumnistin Silke Burmester briet Prantl dies über: "Nein, es gibt keine Beweise dafür, dass Journalisten sich Dinge für ihre Texte ausdenken, Journalistinnen aber nicht. Es fällt nur auf, dass die Fälle, in denen herauskommt, dass Dinge erzählt wurden, Interviews geführt, die so nie stattgefunden haben, Männer die Urheber waren. Ich halte das nicht für einen Zufall. Ich halte das für systemimmanent. Auswuchs des Systems 'Journalismus', das noch immer männlich geprägt ist und damit von der Idee des Wettbewerbs und des Schwanzvergleichs" (ebenda, meine Unterstreichung).

Heute und nach Relotius spricht man nicht mehr von "Eitelkeit". Burmester griff wohl zu diesem lächerlich-unangemessenen Terminus, weil sie unbedingt ein pseudo-feministisches Schurkenstück machen wollte.

Immerhin erläuterte Burmester: "Es geht um seine Ausführungen in einem Artikel über den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle. In diesem Text (erschienen am 10. Juli) beschreibt Prantl eine Szene, die er nicht erlebt hat, die sich aber gar nicht anders lesen lässt, als dass Prantl dabei war: 'Man muss ihn am Küchentisch erleben. Man muss erleben, wie er ein großes Essen vorbereitet.' Vor knapp anderthalb Jahren ist wegen einer ähnlichen Situation – der Spiegel-Autor beschreibt die Geschehnisse im Spieleisenbahnkeller von CSU-Chef Horst Seehofer – René Pfister der Egon-Erwin-Kisch-Preis aberkannt worden. Die Aufregung war groß" (ebenda).

Und sie erkannte bereits die "Reportage, das große Autorenstück" als Schwachstelle: "Sprich, die Vermutung entstand, dass es für sie nicht unüblich ist, Texte ins Blatt zu heben, für die die Autoren sich dieser Praxis bedienen, des 'so tun, als ob'" (ebenda).

Nun möchte ich noch hoffen, dass Burmester an keiner Preisverleihung an Relotius beteiligt war.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Alexyessin » Di 2. Apr 2019, 13:42

Fliege hat geschrieben:(02 Apr 2019, 13:36)

Ja, Heribert Prantl ist das SZ-Gegenstück zu Aust, wobei Prantl leider schon beim Relotieren erwischt worden ist und zwar 2012. Unter der Überschrift "Prantl-Affäre - Wer hat den Längsten?" schrieb die Tageszeitung: "SZ-Edelfeder Heribert Prantl beschrieb ein Essen, bei dem er nicht mit am Tisch saß. Aber er ist nicht der erste Mann, der sich von seiner Eitelkeit lenken lässt" (TAZ online, 5. August 2012).

TAZ-Kolumnistin Silke Burmester briet Prantl dies über: "Nein, es gibt keine Beweise dafür, dass Journalisten sich Dinge für ihre Texte ausdenken, Journalistinnen aber nicht. Es fällt nur auf, dass die Fälle, in denen herauskommt, dass Dinge erzählt wurden, Interviews geführt, die so nie stattgefunden haben, Männer die Urheber waren. Ich halte das nicht für einen Zufall. Ich halte das für systemimmanent. Auswuchs des Systems 'Journalismus', das noch immer männlich geprägt ist und damit von der Idee des Wettbewerbs und des Schwanzvergleichs" (ebenda, meine Unterstreichung).

Heute und nach Relotius spricht man nicht mehr von "Eitelkeit". Burmester griff wohl zu diesem lächerlich-unangemessenen Terminus, weil sie unbedingt ein pseudo-feministisches Schurkenstück machen wollte.

Immerhin erläuterte Burmester: "Es geht um seine Ausführungen in einem Artikel über den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle. In diesem Text (erschienen am 10. Juli) beschreibt Prantl eine Szene, die er nicht erlebt hat, die sich aber gar nicht anders lesen lässt, als dass Prantl dabei war: 'Man muss ihn am Küchentisch erleben. Man muss erleben, wie er ein großes Essen vorbereitet.' Vor knapp anderthalb Jahren ist wegen einer ähnlichen Situation – der Spiegel-Autor beschreibt die Geschehnisse im Spieleisenbahnkeller von CSU-Chef Horst Seehofer – René Pfister der Egon-Erwin-Kisch-Preis aberkannt worden. Die Aufregung war groß" (ebenda).

Und sie erkannte bereits die "Reportage, das große Autorenstück" als Schwachstelle: "Sprich, die Vermutung entstand, dass es für sie nicht unüblich ist, Texte ins Blatt zu heben, für die die Autoren sich dieser Praxis bedienen, des 'so tun, als ob'" (ebenda).

Nun möchte ich noch hoffen, dass Burmester an keiner Preisverleihung an Relotius beteiligt war.


Gut soweit, aber was ist mit deiner ursprüngliche Aussage, die ich gerne etwas erklärt hätte?
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Vongole » Di 2. Apr 2019, 16:58

Kohlhaas hat geschrieben:(01 Apr 2019, 19:13)

Und nach " Nach schweren Angriffen der isr. Armee auf den Gazastreifen...." hast Du nicht weiter mitgehört oder zugesehen? Willst Du behaupten, dass es die "schweren Angriffe" nicht gegeben hat?


Natürlich habe ich weiter zugehört, und zwar wie immer bei diesem Thema sehr genau.
Ja, sicherlich gab es die Angriffe, aber als Reaktion, nicht als grundlose Aktion, und diese Differenzierung macht guten Journalismus aus.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Wolverine » Di 2. Apr 2019, 17:17

Kohlhaas hat geschrieben:(01 Apr 2019, 19:13)

Und nach " Nach schweren Angriffen der isr. Armee auf den Gazastreifen...." hast Du nicht weiter mitgehört oder zugesehen? Willst Du behaupten, dass es die "schweren Angriffe" nicht gegeben hat?


Schwere Angriffe auf den Gazastreifen ist schon gelogen. Da fängt es schon an. Israel lokalisiert die Stellungen der Hamas und greift die an. Sogar die UN musste zugeben, dass die Hamas bevorzugt aus Wohngebieten, neben Moscheen oder Kindergärten ihre Stellungen aufbaut. Das ist ein Kriegsverbrechen. Der Angriff Israels auf diese Stellungen ist keines. Das weiß die UN aber offensichtlich nicht. Aber die Israelis wissen das. Die Israelis dürfen sogar die Stellung bekämpfen, auch wenn sie sich in Wohngebieten befinden, denn das ist die Schuld der Angreifer. :)
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Kohlhaas » Di 2. Apr 2019, 19:38

Vongole hat geschrieben:(02 Apr 2019, 16:58)

Natürlich habe ich weiter zugehört, und zwar wie immer bei diesem Thema sehr genau.
Ja, sicherlich gab es die Angriffe, aber als Reaktion, nicht als grundlose Aktion, und diese Differenzierung macht guten Journalismus aus.

Da gebe ich Dir vollkommen recht! Diese Differenzierung ist entscheidend. Und nun sei ein guter Journalist und liefer einen Beleg dafür, dass die deutsche "Systempresse" (NICHT irgendwelche dubiosen Untergrundblogger!) das als "grundlose Aktion" bezeichnet haben soll.


Passend wäre es, wenn Du mit Belegen nachweisen könntest, dass die ARD! genau das getan haben soll. Denn eben das wird der ARD in dieser Diskussion gerade vorgeworfen. Erkläre mir, warum die ARD hier immer noch der "Lüge" bezichtigt wird, obwohl die ARD nachweisbar (und in der Mediathek immer noch nachprüfbar!) belegt hat, dass die Vorwürfe LÜGEN sind!
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Vongole » Di 2. Apr 2019, 19:54

Kohlhaas hat geschrieben:(02 Apr 2019, 19:38)

Da gebe ich Dir vollkommen recht! Diese Differenzierung ist entscheidend. Und nun sei ein guter Journalist und liefer einen Beleg dafür, dass die deutsche "Systempresse" (NICHT irgendwelche dubiosen Untergrundblogger!) das als "grundlose Aktion" bezeichnet haben soll.


Passend wäre es, wenn Du mit Belegen nachweisen könntest, dass die ARD! genau das getan haben soll. Denn eben das wird der ARD in dieser Diskussion gerade vorgeworfen. Erkläre mir, warum die ARD hier immer noch der "Lüge" bezichtigt wird, obwohl die ARD nachweisbar (und in der Mediathek immer noch nachprüfbar!) belegt hat, dass die Vorwürfe LÜGEN sind!


Ich habe keine Ahnung, wovon Du redest! :?:
Weder "System"- noch "Lügenpresse" gehören zu meinem Vokabular, ich habe auch die ARD nicht der Lüge bezichtigt, sondern einer undifferenzierten, weil tendenziösen Berichterstattung zum Thema Israel.
Also sei Du doch bitte ein guter Journalist und konfrontiere diejenigen User mit diesem Vorwurf, die ihn erhoben haben.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Kohlhaas » Mi 3. Apr 2019, 13:13

Der Titel des Diskussionsstrangs enthält das Wort "Lügenpresse". Darüber wird hier doch die ganze Zeit diskutiert. Das wollte ich Dir persönlich aber gar nicht vorwerfen. Also entschuldige ich mich dafür, dass ich das zu hart ausgedrückt habe. Ich nehme zur Kenntnis, dass Du lediglich von undifferenzierter und tendenziöser Berichterstattung gesprochen hast. Auch dafür hätte ich aber gern Belege. Gerade die ARD zeichnet sich meiner Ansicht nach hinsichtlich Israel nämlich durch sehr ausgewogene und sachliche Berichterstattung aus.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Wolverine » Mi 3. Apr 2019, 13:22

Kohlhaas hat geschrieben:(03 Apr 2019, 13:13)

Der Titel des Diskussionsstrangs enthält das Wort "Lügenpresse". Darüber wird hier doch die ganze Zeit diskutiert. Das wollte ich Dir persönlich aber gar nicht vorwerfen. Also entschuldige ich mich dafür, dass ich das zu hart ausgedrückt habe. Ich nehme zur Kenntnis, dass Du lediglich von undifferenzierter und tendenziöser Berichterstattung gesprochen hast. Auch dafür hätte ich aber gern Belege. Gerade die ARD zeichnet sich meiner Ansicht nach hinsichtlich Israel nämlich durch sehr ausgewogene und sachliche Berichterstattung aus.



Guggsu hier.
https://meedia.de/2019/04/01/andrea-kie ... er-medien/
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon sunny.crockett » Mi 3. Apr 2019, 13:39

Wer sich den Bericht in der Tagesschau nochmal ansehen möchte:

http://mediathek.daserste.de/Tagesschau ... d=61502988

8:59 Min: schwere Angriffe von Israel....Zerstörung wichtiger Einrichtungen im Gaza-Streifen..man sei bereit für noch mehr (23 Sekunden)
8:22 Min: Am Montag habe die Hamas bei einem Raketenangriff ein Haus in Israel zerstört (5 Sekunden)

Ich würde das schon als unsachlich bezeichnen, wenn der Auslöser der Gewalt mit 5 Sekunden bedacht wird, über die Reaktion von Israel mit der fast 5fachen Zeit und Begriffen wie "schwere Angriffe", "Zerstörung wichtiger Einrichtungen" und "noch mehr" berichtet wird.
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Beitragvon schokoschendrezki » Mi 3. Apr 2019, 14:05

Unter der Vorausstzung, dass wir von denselben Ereignissen reden hier zum Vergleich:
Raketen in Nahost
Zwischen Israel und den Palästinensern droht Eskalation

Nach einem palästinensischen Raketenangriff nahe Tel Aviv und den darauffolgenden israelischen Luftangriffen auf Gaza ist die Lage im Nahen Osten wieder äußerst gespannt. Eine Entspannung ist aber möglich, da keiner Interesse an einem Krieg hat – wäre da nicht der innenpolitische Druck auf beiden Seiten.

Die Männer und Frauen im Weißen Haus bemühten sich um eine feierliche Stimmung. Im Zentrum der Veranstaltung: Israels Premier Netanjahu und US-Präsident Trump. Der unterzeichnete ein Dekret, mit dem die USA die israelische Kontrolle über die Golanhöhen anerkennen.

Rund 9.500 Kilometer entfernt kam es gleichzeitig zu einer weiteren Eskalation. Die israelische Luftwaffe griff Dutzende Ziele im Gazastreifen an. Diese Aufnahme soll zeigen, wie ein Gebäude in die Luft gesprengt wird, in dem sich das Büro von Ismael Hanije befunden haben soll. Hanije ist der politische Anführer der Hamas, die Gaza kontrolliert. Mit dem Angriff reagierte Israel auf einen Raketenangriff aus dem Gazastreifen. Die Rakete hatte ein Haus nördlich von Tel Aviv weitgehend zerstört, sieben Israelis wurden verletzt, darunter Kinder und ein Baby.
https://www.deutschlandfunk.de/raketen-in-nahost-zwischen-israel-und-den-palaestinensern.1773.de.html?dram:article_id=444596
Ich find solche genauen Sprachanalysen in Berichterstattungen ja sehr interessant insofern als dass man bestimmte politische Intentionen aus ihnen herauslesen kann.

Hat diese Meldung ebenfalls einen "Bias"? Ich denke eher nicht. Hier werden die Ereignisse nicht einfach so geschildert sondern vor dem Hintergrund ganz konkreter Interessenslagen. Hinter "Gaza" steht nicht einfach nur die "Hamas" als abstrakter Begriff sondern als eine konkrete Organisation, die ganz konkrete Interessen verfolgt und dazu ein Kalkül und eine Art Geschäftsmodell verfolgt. Und auch die Reaktionen der israelischen Regierung werden nicht unabhängig von den konkreten laufenden politischen Vorgängen geschildert. Schon allein die Bemerkung, dass an sich keine der beiden Seiten aktuell ein Interesse an einer Eskalation hat sondern einem Kalkül folgt. ist für mich ein Hinweis darauf, dass hier nicht ideologisch ausgerichtete sondern analytische Berichterstattung läuft.

Es handelt sich eben um Rundfunk und nicht um TV. Es geht um Texte, egal ob gehört oder gelesen und nicht um Bilder, egal ob bewegt oder nicht bewegt. Ein Hörer oder Leser soll verstehen und nicht durch Bilder manipuliert werden.
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Vongole » Mi 3. Apr 2019, 15:43

Kohlhaas hat geschrieben:(03 Apr 2019, 13:13)

Der Titel des Diskussionsstrangs enthält das Wort "Lügenpresse". Darüber wird hier doch die ganze Zeit diskutiert. Das wollte ich Dir persönlich aber gar nicht vorwerfen. Also entschuldige ich mich dafür, dass ich das zu hart ausgedrückt habe. Ich nehme zur Kenntnis, dass Du lediglich von undifferenzierter und tendenziöser Berichterstattung gesprochen hast. Auch dafür hätte ich aber gern Belege. Gerade die ARD zeichnet sich meiner Ansicht nach hinsichtlich Israel nämlich durch sehr ausgewogene und sachliche Berichterstattung aus.


Ok, angenommen.
Der Diskussionsstrang enthält auch das Wort "Realtitätspresse", da bin ich eher unterwegs.

Der Link, den Wolverine eingestellt hat, trifft eigentlich sehr gut, was ich meine. Was bei der Zeitung die Schlagzeile, ist bei TV-Nachrichten die Anmoderation oder der erste Satz der Nachricht,
und die bleibt eher hängen als der Rest einer halbminütlichen Meldung.
Auch das ZDF ist da nicht zimperlich, oder wie soll man diesen Satz der Nahost-Korrespondetin Nicola Albrecht in "Heute" einordnen: »Ein Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv wird in Israel bereits als große Eskalation betrachtet.«
Wie würde sie denn einen Raketenangriff auf den Großraum Berlin bezeichnen, als nächtliche Ruhestörung?

Nachtrag:
The ideological roots of media bias against Israel
http://fathomjournal.org/the-ideologica ... st-israel/

Lesenswert!
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Kohlhaas » Mi 3. Apr 2019, 19:11


Habe ich geguggt. Und was steht da? Die Wahrheit oder eine Meinung?
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Kohlhaas » Mi 3. Apr 2019, 19:30

sunny.crockett hat geschrieben:(03 Apr 2019, 13:39)

Wer sich den Bericht in der Tagesschau nochmal ansehen möchte:

http://mediathek.daserste.de/Tagesschau ... d=61502988

8:59 Min: schwere Angriffe von Israel....Zerstörung wichtiger Einrichtungen im Gaza-Streifen..man sei bereit für noch mehr (23 Sekunden)
8:22 Min: Am Montag habe die Hamas bei einem Raketenangriff ein Haus in Israel zerstört (5 Sekunden)

Ich würde das schon als unsachlich bezeichnen, wenn der Auslöser der Gewalt mit 5 Sekunden bedacht wird, über die Reaktion von Israel mit der fast 5fachen Zeit und Begriffen wie "schwere Angriffe", "Zerstörung wichtiger Einrichtungen" und "noch mehr" berichtet wird.

Was findest Du denn daran unsachlich? Meinst Du, die israelischen Luftangriffe waren nicht "schwer"? Meinst Du, bei den Angriffen seien im Gaza-Streifen keine "wichtigen Einrichtungen" zerstört worden? Willst Du andeuten, Israel sei nicht bereit für "noch mehr"? Stimmt es etwa nicht, dass am Montag zuvor Raketen aus dem Gaza-Streifen abgefeuert wurden und dass eine davon ein Haus in Israel getroffen hat?

Hat die ARD alles berichtet. Reduziert sich die Kritik jetzt wieder nur darauf, dass die Berichterstattung über israelische Luftangriffe oder palästinensiche Raketenangriffe "gefühlt" an einer anderen Stelle hätte erfolgen müssen?

War irgendwas an der ARD-Berichterstattung "falsch"? Oder war es nur so, dass die ARD-Berichterstattung in dem konkreten Moment Deine Meinung nicht bedient hat? Wenn zweiters der Fall sein sollte, dann wette ich, dass sich ARD-Beiträge finden lassen, die auch Deine Meinugn bedienen. Das ist das entscheidende Merkmal ausgewogener Berichterstattung. Die Medien präsentieren oftmals Fakten, die manch einer nicht hören/lesen/sehen will.

Wenn jemand nachweisen kann, dass die so präsentierten Fakten falsch sind, dann darf er der Presse "Verlogenheit" nachsagen. Wenn dieser Nachweis aber nicht erbracht werden kann, dann ist die Behauptung, dass die Presse lügt, eine Lüge!
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Re: Lügenpresse oder Realitätspresse

Beitragvon Sören74 » Mi 3. Apr 2019, 20:21

sunny.crockett hat geschrieben:(03 Apr 2019, 13:39)

Wer sich den Bericht in der Tagesschau nochmal ansehen möchte:

http://mediathek.daserste.de/Tagesschau ... d=61502988

8:59 Min: schwere Angriffe von Israel....Zerstörung wichtiger Einrichtungen im Gaza-Streifen..man sei bereit für noch mehr (23 Sekunden)
8:22 Min: Am Montag habe die Hamas bei einem Raketenangriff ein Haus in Israel zerstört (5 Sekunden)

Ich würde das schon als unsachlich bezeichnen, wenn der Auslöser der Gewalt mit 5 Sekunden bedacht wird, über die Reaktion von Israel mit der fast 5fachen Zeit und Begriffen wie "schwere Angriffe", "Zerstörung wichtiger Einrichtungen" und "noch mehr" berichtet wird.


Ich würde mal sagen, dass die Tagesschau dem aktuellen Ereignis zeitlich mehr Platz einräumt als dem vergangenen Ereignis. Das dürfte wohl bei einer Nachrichtensendung nicht wirklich überraschen.

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