Elektro Tretroller

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firlefanz11
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon firlefanz11 » Mo 15. Jul 2019, 12:15

frems hat geschrieben:(15 Jul 2019, 11:58)
Schon heute sind 80 bis 90 Sekunden ohne große Probleme möglich: https://www.siemens.ch/panorama/article/49

OK, I stand corrected... Nur wie viele davon fahren ausser in Nürnberg in Deutschland, und nicht in New York, São Paulo, Paris oder Barcelona?
Na?

Keine Ahnung, wer Dir anderes eingetrichtert hat und Du es unkritisch einfach nachplapperst, ...

Hmm... ein BVG (jetzt BVB) U-Bahn Zugführer?
Und das war NICHT der ZUgführerh vom Schulz-Zug... :D
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon frems » Mo 15. Jul 2019, 13:29

firlefanz11 hat geschrieben:(15 Jul 2019, 12:15)
Hmm... ein BVG (jetzt BVB) U-Bahn Zugführer?

Also jemand, der vom Thema entfernt ist und einer schlichten, leicht ersetzbaren Tätigkeit nachgeht. Wenn Du etwas über moderne Fahrzeugtechnik wissen willst, fragst Du doch auch einen Maschinenbauingenieur und nicht einen Taxi- oder Busfahrer.

Teeernte hat geschrieben:
Nun - auch mit ETCS ist nicht viel mehr machbar.

Wenn für Dich 90 statt 180 Sekunden "nicht viel mehr machbar" sind, ok.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon Teeernte » Mo 15. Jul 2019, 22:25

frems hat geschrieben:(15 Jul 2019, 13:29)


Wenn für Dich 90 statt 180 Sekunden "nicht viel mehr machbar" sind, ok.


Wieviel Sekunden braucht - in D - das ETCS 1 von "Gefahr" (Zugschlussmeldung kommt nicht/Streckenmeldung - "Bahn in Gefahr-Alle Züge HALT" - Telefonische Meldung Baustelle ) bis ICE Nachfolger (250kmh) halt ...(Vor Gefahrenstelle ?) ?

Ach ja .....ICE 2 lass ich mal aussen vor.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon frems » Mo 15. Jul 2019, 23:09

Teeernte hat geschrieben:(15 Jul 2019, 22:25)

Wieviel Sekunden braucht - in D - das ETCS 1 von "Gefahr" (Zugschlussmeldung kommt nicht/Streckenmeldung - "Bahn in Gefahr-Alle Züge HALT" - Telefonische Meldung Baustelle ) bis ICE Nachfolger (250kmh) halt ...(Vor Gefahrenstelle ?) ?

Ach ja .....ICE 2 lass ich mal aussen vor.

Guten Morgen Teeernte. Wir reden vom Nahverkehr. U-Bahn und so. Hast du vielleicht schon mal gehört.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon schokoschendrezki » Di 16. Jul 2019, 10:46

Vom SPIEGEL mag man ja halten was man will ... aber das wunderbar bösartige und zynische Titelbild der aktuellen Ausgabe bringt es auf den Punkt. Schöne-Neue-Welt-Brillen. Der Herr Versicherungsvertreter mit wiederverwendbarem Espresso-Becher und Gummiflugzeug und die Frau Deutsch-Gymnasiallehrerin mit Veggie-Tasche auf dem E-Tretroller. Wir stellen um und alles wird gut. Was? Du hast noch nicht auf E-Mobilität umgestellt? Was? Du bezahlst noch mit Bargeld? Was? Du hast gar keinen Messenger-Account?

Konsequente Verweigerung sieht anders aus. Erstens. Und ist zweitens ein Gewinn und kein Verzicht.

Auch wenn das eigentliche Thema des Titel-Artikels schwieriger und komplizierter ist.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon TheManFromDownUnder » Di 16. Jul 2019, 11:16

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jul 2019, 10:46)

Vom SPIEGEL mag man ja halten was man will ... aber das wunderbar bösartige und zynische Titelbild der aktuellen Ausgabe bringt es auf den Punkt. Schöne-Neue-Welt-Brillen. Der Herr Versicherungsvertreter mit wiederverwendbarem Espresso-Becher und Gummiflugzeug und die Frau Deutsch-Gymnasiallehrerin mit Veggie-Tasche auf dem E-Tretroller. Wir stellen um und alles wird gut. Was? Du hast noch nicht auf E-Mobilität umgestellt? Was? Du bezahlst noch mit Bargeld? Was? Du hast gar keinen Messenger-Account?

Konsequente Verweigerung sieht anders aus. Erstens. Und ist zweitens ein Gewinn und kein Verzicht.

Auch wenn das eigentliche Thema des Titel-Artikels schwieriger und komplizierter ist.


Den Artikel den ich lessen wollte war auf Spiegel+. Ich habe keine subscription dafuer!

Wie ich vermute viel Yuppie Getue. Es ist in...…

Sah schon vor jahren Typen in LA im Anzug auf Treetrollern mit Schnuller im Mund.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon frems » Di 16. Jul 2019, 13:01

Es hatten auch viele Menschen Angst bei der Einführung der Eisenbahn. Das legt sich über die Zeit von selbst.

Den Deutschen wird gerne nachgesagt, dass sie passionierte Bedenkträger seien. Egal wie gut es ihnen gehe und welche Vorteile man ihnen gewähre, sie fänden immer ein Haar in der Suppe. Johannes Gross hat diese Auffassung in einem Beitrag des FAZ Magazins folgendermaßen karikiert: „Als die ersten Menschen sich aufrichteten, um auf zwei Beinen zu gehen, ist gleich ein Deutscher zugeeilt, um dringlich zu warnen: Das sei gefährlich, es drohe der Sturz, besonders bei Kindern und Alten; vor allem sei es unsolidarisch gegen die übrigen Vierbeiner, auch theologisch bedenklich, denn es wende das Menschengesicht ab von der Erde, dem mütterlichen Grund“

Aus "Das Risikoparadox" von Prof. Ortwin Renn. Aber nun gut, er bezieht sich viel auf Statistiken und weitere wissenschaftliche Quellen. Geht es nur um das Bedürfnis, wonach jeder mitkriegen muss, worauf man verzichtet (ob nun Fleisch oder Elektronik), dann stirbt der akademische Anspruch vor seiner Geburt.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon Ein Terraner » Di 16. Jul 2019, 13:07

frems hat geschrieben:(16 Jul 2019, 13:01)

Es hatten auch viele Menschen Angst bei der Einführung der Eisenbahn. Das legt sich über die Zeit von selbst.


Konservative, panische Angst vor Veränderung.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon schokoschendrezki » Di 16. Jul 2019, 13:32

Ein Terraner hat geschrieben:(16 Jul 2019, 13:07)

Konservative, panische Angst vor Veränderung.


Apropos "Konservativ". Es gibt den in sich eigentlich völlig paradoxen Begriff des "Neokonservativismus". Es gibt die "neo cons". Eines ihrer Kennzeichen: Voraussetzungslose Bejahung von Technologie und technologischen Neuerungen.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon schokoschendrezki » Di 16. Jul 2019, 13:48

frems hat geschrieben:(16 Jul 2019, 13:01)
Es hatten auch viele Menschen Angst bei der Einführung der Eisenbahn. Das legt sich über die Zeit von selbst.

Diese Entwicklungen werden von wirtschaftlichen und allen möglichen anderen Interessen gelenkt.

Es gibt das sogenannte "Wunder von Echterdingen". Nach einer Havarie des Luftschiffs LZ 4 1908 gab es eine Sammelspende von 6 Millionen Reichsmark, die zur Weiterführung der Luftschifftechnologie führte. Das Volk wollte ein großes stolzes Deutschland mit großen stolzen "Luftschiffen". Es ist heute kaum vorstellbar, dass ausgerechnet eine schwere Havarie zu einer populären Unterstützung für eine bestimmte Verkehrstechnologie führte.

Und es gibt DIskontinuitäten. Sowohl um die Jahrhundertwende 1900 herum als auch in der unmittelbaren Nachkriegszeit war die Technologie-Begeisterung schier grenzenlos. Alles schien möglich. Ein kluger Mensch steht immer mindestens einen Meter abseits und beobachtet das Treiben mit Skepsis.

Das Hyperloop-Projekt von Elon Musk wäre wohl so etwas wie die Zeppeline von gestern. Einschließlich der Tatsache, dass für den Güterverkehr sowohl Luftschiffe wie auch Hyperloop-Transportkapseln interessant sind/wären. Abseits von den populären Erzählungen. Hyperloop ist vielleicht aber ein Thema für sich.

Was E-Scooter anbelangt ist gar nicht so sehr die Technik sondern die Art und Weise der gesellschaftlichen Akzeptanzerzeugung interessant.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon frems » Di 16. Jul 2019, 15:44

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Jul 2019, 13:48)

Diese Entwicklungen werden von wirtschaftlichen und allen möglichen anderen Interessen gelenkt.

Damals wie heute, genau. Völlig normal.

Es ist heute kaum vorstellbar, dass ausgerechnet eine schwere Havarie zu einer populären Unterstützung für eine bestimmte Verkehrstechnologie führte.

So eine Spende ist ja auch nicht nötig, wenn man bereits Kunden bedienen kann und somit Geld einnimmt. Aber ich stimme Dir zu: in Deutschland ist das nicht mehr vorstellbar. Zu gesättigt und überaltert. Alles, was neu erscheint, gilt als Feind. Und erst danach schaut man, was für skurrile "Einwände" man dramatisch bis polemisch einbringen kann. Manchmal ist es ja auch lustig. Beim autonomen Fahren sagte mal ein Diskutant, dass dies niemals möglich sein wird. Seine stichhaltige Begründung: das Übersetzungsprogramm für Fremdsprachen von Google war vor Jahren noch nicht zu seiner Zufriedenheit.

Ein kluger Mensch steht immer mindestens einen Meter abseits und beobachtet das Treiben mit Skepsis.

Naja, Skepsis und Kritik sind immer so schön gesagt. Geht es um totale Fundamentalopposition aus ideologischen Gründen, dann ist das nicht mehr ganz treffend. Ein Beobachter krakeelt nicht vom Hand herum und prophezeit den Weltuntergang, wenn mehr Leute irgendeine Technik nutzen.

Das Hyperloop-Projekt von Elon Musk wäre wohl so etwas wie die Zeppeline von gestern. Einschließlich der Tatsache, dass für den Güterverkehr sowohl Luftschiffe wie auch Hyperloop-Transportkapseln interessant sind/wären. Abseits von den populären Erzählungen. Hyperloop ist vielleicht aber ein Thema für sich.

So sehr steckt Musk da nicht (mehr) drin. Die beiden großen Betreiber sind ohne Bezug. Musk ist aber ein schönes Beispiel für eine andere Mentalität, die viele deutsche Spitzenforscher in die Ferne treibt. Man lernt aus Fehlschlägen und macht es besser. In Deutschland ist man schon enttäuscht, wenn man ein vermeintliches Problem analysieren möchte und und im Laufe der Forschung feststellt, dass es eigentlich gar kein Problem ist. Oder wenn sich jemand selbstständig gemacht hat und das Unternehmen nach wenigen Jahren bereits gescheitert ist. "Hab ich's doch gewusst", "Such Dir doch einen festen Job", "Das Unternehmertum ist nichts für Dich" hört man sicherlich häufiger als "Na, Du hast ja viel gelernt und kennst die Gründe. Mach's beim nächsten mal mit diesen Erkenntnissen besser".



Was E-Scooter anbelangt ist gar nicht so sehr die Technik sondern die Art und Weise der gesellschaftlichen Akzeptanzerzeugung interessant.

Find ich nicht, da es die selben niederen Beweggründe sind, die man bei anderen technischen Entwicklungen und Neuheiten auch immer wieder zu hören bekam. Das verschwindet mit der Zeit, sobald der beobachtende Skeptiker seine Komfortzone verlässt und zum Beispiel mal selbst so ein Gerät ausprobiert. Oder mit einem guten Bekannten redet, der ihm von seinen Erfahrungen berichtet und man sich das mal unvoreingenommen anhört. Dann löst sich die verkrampfte Sicht, wonach es niemand braucht (auch wenn man es, mit Ausnahme von Behinderten, mantraartig über Jahre predigte), von selbst und man sieht unemotional, dass es einfach ein Gerät ist, das einigen Leuten Spaß macht und für andere eine kleine Nische einer Distanz, die zwischen typischen Fußverkehrs- und Radverkehrsnutzungen liegt, ausmacht. Alles nicht so spektakulär.

Die anfänglichen Wehwehchen sind da normal. Das war bei Handys nicht anders. Oder E-Zigaretten. Oder Gasautos. Irgendwo am anderen Ende der Welt passiert etwas und man leidet unter dem, was der besagte Prof. Renn in dem erwähnten Buch mal gut beschrieb:

Gedankenanker: Eine Information wird überbewertet oder die darin erhaltene Aussage als wichtiger oder wahrscheinlicher eingestuft, je mehr Anknüpfungspunkte an bereits im Gedächtnis verankerte Assoziationen mit dieser Information vorliegen.

Verfügbarkeit: Eine Information wird überbewertet oder die darin erhaltene Aussage als wichtiger oder wahrscheinlicher eingestuft, je eher der Inhalt dieser Information mental verfügbar ist, d.h. er bereits früher im Gedächtnis abgespeichert wurde.

Repräsentationsschluss: Informationen zu Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten werden auch dann zu allgemeinen Schlussfolgerungen genutzt, a) wenn viel zu wenig Einzelfälle vorliegen, b) wenn redundante Informationen als unabhängig voneinander gewertet, c) wenn man von sich aus erwartet, dass man schnell und kompetent Schlüsse ziehen kann (ungerechtfertigte Sicherheit) und d) wenn Informationen den schon eingenommen Standpunkt verstärken (Status-quo-Erhalt).

Affekt-Heurismus: Eine Information wird überbewertet oder die darin erhaltene Aussage als wichtiger oder wahrscheinlicher eingestuft, je mehr emotionale Anknüpfungspunkte mit dieser Information verbunden sind.

Man muss schon sehr klug sein, wenn man Einzelerlebnisse entsprechend nicht mehr angemessen einordnen kann und hysterisch bis bestätigend auf sie reagiert. Das zeugt von Weitsicht und dem Streben nach Objektivität.

Und so hört man von einem autonomen Google-Auto, das in Nevada irgendwo von einem Bus (mit menschlichem Fahrer) angefahren wurde und redet darüber in deutschen Talkshows. Oder eine Britin auf einem Roller wird von einem Lkw übersehen und überfahren. Oder ein Australier kriegt auf einem Roller einen Herzinfarkt und stirbt danach. Oder eine (selbstgebaute) E-Zigarette explodiert. Oder ein illegaler Umbau eines Pkw in Osteuropa für die Verwendung von Erdgas fängt Feuer. Oder in Norwegen explodiert eine Wasserstofftankstelle. Währenddessen im kleinen Deutschland: 2.636.468 polizeilich erfasste Unfälle, 396.018 Verletzte und 3.275 Tote: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesel ... cationFile

Aber dafür hat der Skeptiker in der Ferne kein Auge. Es ist für ihn normal und er sieht keinen Handlungsbedarf. Neue Verkehrsmittel hingegen nicht. Die sind unbekannt und fremd. Natürliche Reaktion: totale Ablehnung.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon Teeernte » Di 16. Jul 2019, 18:26

frems hat geschrieben:(15 Jul 2019, 23:09)

Guten Morgen Teeernte. Wir reden vom Nahverkehr. U-Bahn und so. Hast du vielleicht schon mal gehört.


Blöd dass bei der Bahn nicht jeder Zug SEIN Gleis hat....

Wenn Du natürlich NUR S-Bahn hast - NACH Sasel... :D :D :D
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 17. Jul 2019, 07:45

frems hat geschrieben:(16 Jul 2019, 15:44)
Find ich nicht, da es die selben niederen Beweggründe sind, die man bei anderen technischen Entwicklungen und Neuheiten auch immer wieder zu hören bekam. Das verschwindet mit der Zeit, sobald der beobachtende Skeptiker seine Komfortzone verlässt und zum Beispiel mal selbst so ein Gerät ausprobiert.

Was vermutest Du als "niedere" Beweggründe? Das würde mich mal interessieren.

In der aktuellen ZEIT gibts einen Artikel zur Krise des politischen Konservativismus. (Thomas Biebricher : "Ein Schwundprozess", aktuell noch nicht frei online verfügbar). Darin gibts eine interessante Passage zu Helmut Schelsky und dem von ihm so bezeichneten "technokratischen Konservativismus". Das entspricht weit eher meinen persönlichen Erfahrungen als der etwas weiter oben von user Terraner herbeigeredete Zusammenhang von Konservativismus und Veränderungsangst. Der politische Konservativismus jüngerer Zeit und Technologieaufgeschlossenheit, Technikbegeisterung sind schon seit längerem unzertrennliche Brüder und dicke Freunde. Fortschrittlichkeit, Progressivität dagegen schließt immer auch Skepsis ein.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon firlefanz11 » Mi 17. Jul 2019, 11:57

Meanwhile back in the jungle:
Angesichts zunehmender Meldungen über Unfälle mit Elektro-Tretrollern und über alkoholisierte Fahrer ruft Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zu härterem Durchgreifen auf.

https://www.n-tv.de/politik/Scheuer-nim ... 50137.html
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon Ein Terraner » Mi 17. Jul 2019, 12:02

firlefanz11 hat geschrieben:(17 Jul 2019, 11:57)

Meanwhile back in the jungle:

https://www.n-tv.de/politik/Scheuer-nim ... 50137.html


Meine letzte eScooter Begegnung ist Wochen her, ich frage mich echt wo die immer diese Weltuntergänge her bekommen.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon frems » Do 18. Jul 2019, 14:49

schokoschendrezki hat geschrieben:(17 Jul 2019, 07:45)

Was vermutest Du als "niedere" Beweggründe? Das würde mich mal interessieren.

Die damit verbundene Selbstsucht und Profilieren, fatalistisch jede Veränderung abzulehnen, sich selbst zu erhöhen und den eigenen Lebensstil als den einzig richten zu verkünden. Die Muster wiederholen sich halt und haben viele gemeinsame Nenner, von denen ich einige genannt habe.

Fortschrittlichkeit, Progressivität dagegen schließt immer auch Skepsis ein.

Von Skepsis ist wenig zu sehen, wenn man sich nicht näher mit einer Materie beschäftigt hat und sie als Teufelszeug bezeichnet, das es am besten gar nicht geben sollte. Das ist so als wenn ich "Ausländer raus!" in Dresden oder "Israel ist unser Unglück!" in Dortmund brülle und mich darauf berufe, dass ich doch nur etwas Abstand zu einem Thema suche und doch auch ein wenig skeptisch sein darf. Man sieht sich als passiv, aber ist aktiv. Fakten sind hingegen nie da, sondern Scheinargumente und Ablenkungsmanöver. Das ist halt leicht zu durchschauen. Frag mal Genosse Lobo:

Das Geschimpfe und Getöse gegen E-Scooter ist typisch deutsch: Neues wird erst einmal pauschal abgelehnt, notfalls unter Verdrehung der Tatsachen.

Es ist nichts weniger als eine Todesgefahr, und obwohl sie so offen sichtbar ist, wird kaum darüber diskutiert. Schlimmer noch, wo man längst über ein Verbot reden sollte, sieht die Politik tatenlos zu. Die Rede ist vom Zufußgehen, einer der gefährlichsten Fortbewegungsarten überhaupt. Die international übliche Messgröße sind Tote je 100 Millionen Personenkilometer, und da ist die Wahrscheinlichkeit, als Fußgänger zu sterben, acht Mal höher als im Auto (Statistik als PDF). Und immer noch 50 Prozent höher als mit dem Fahrrad. In Städten sind die Zahlen noch dramatischer. Und trotzdem dürfen Millionen Menschen in diesem Land weiterhin jeden Tag unbehelligt und unkontrolliert herumfußgängern. Ohne Helm und ohne Gurt, dazu noch anonym.

Ich wünschte, es wäre ein Scherz, aber an der Debatte über E-Scooter erkennt man: Ist es nicht. Im Gegenteil. Es wird in Deutschland ernsthaft über die Gefährlichkeit von E-Scootern diskutiert unter kompletter Aussparung jenes Geräts, das die Gefahr wirklich verursacht - des Autos. Das ist ungefähr so, als würde man Menschen zwingen, Kreuzworträtsel im Tigerkäfig zu lösen, und wenn sie sterben, eine Diskussion über die Gefährlichkeit von Kreuzworträtseln anzetteln. Es ist so hochgradig irrational, so grotesk perspektivverschoben, dass ich nicht anders kann, als dahinter ein Prinzip zu vermuten.

Es ist eine menschliche, ganz besonders aber deutsche Spezialität, den Status quo für zwingend richtig, schützenswert und nachgerade heilig zu halten. Das größte deutsche Vermögen ist das Beharrungsvermögen, verwaltet wird es von der Gewohnheit. In deutschen Köpfen verschmelzen "Ich bin es so gewohnt" und "Es ist prinzipiell richtig" bis zur völligen Nichtunterscheidbarkeit. Das Problem: So wird die subjektive Empfindung zur objektiven Wahrheit umgedeutet. Und dann braucht man bizarre Verrenkungen, um seiner ganz persönlichen Gewohnheit den Anschein der Allgemeingültigkeit zu verleihen. Eine dieser bizarren Verrenkungen ist die Kausalumkehr, also Ursache und Folge einfach zu vertauschen: Es regnet, weil die Straße nass ist. E-Scooter, Fahrräder, Füße sind gefährlich, weil so oft Autos gegen die Verwender gegenfahren.

https://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets ... 77730.html

So laufen übrigens viele Verkehrsthemen, ob autonomes Fahren, ob Stickoxide, ob Dieselfahrverbote, ob Temopolimits, ob Ökobilanzen.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon imp » Do 18. Jul 2019, 15:34

firlefanz11 hat geschrieben:(17 Jul 2019, 11:57)

Meanwhile back in the jungle:

https://www.n-tv.de/politik/Scheuer-nim ... 50137.html

Ja, das hätte man auch gleich haben können. Erfahrung aus andere Land es gab schon zu viel.

Auch in Frankreich, es sind viele neue Regeln. In den Dörfern, man sieht viele Menschen nicht mit dem Roller aber zu Fuß zu dem Autobus eilen.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon schokoschendrezki » Do 18. Jul 2019, 15:40

frems hat geschrieben:(18 Jul 2019, 14:49)

Die damit verbundene Selbstsucht und Profilieren, fatalistisch jede Veränderung abzulehnen, sich selbst zu erhöhen und den eigenen Lebensstil als den einzig richten zu verkünden. Die Muster wiederholen sich halt und haben viele gemeinsame Nenner, von denen ich einige genannt habe.


Von Skepsis ist wenig zu sehen, wenn man sich nicht näher mit einer Materie beschäftigt hat und sie als Teufelszeug bezeichnet, das es am besten gar nicht geben sollte. Das ist so als wenn ich "Ausländer raus!" in Dresden oder "Israel ist unser Unglück!" in Dortmund brülle und mich darauf berufe, dass ich doch nur etwas Abstand zu einem Thema suche und doch auch ein wenig skeptisch sein darf. Man sieht sich als passiv, aber ist aktiv. Fakten sind hingegen nie da, sondern Scheinargumente und Ablenkungsmanöver. Das ist halt leicht zu durchschauen. Frag mal Genosse Lobo:


https://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets ... 77730.html

So laufen übrigens viele Verkehrsthemen, ob autonomes Fahren, ob Stickoxide, ob Dieselfahrverbote, ob Temopolimits, ob Ökobilanzen.



Also erstens ... falls ich der Adressat bin: Ich trete für einen radikalen Bruch des bestehenden Zustands einer noch immer weitgehenden Orientierung auf den motorisierten Individualverkehr ein. Ich persönlich lehne nicht nur nicht jede Veränderung ab sondern fordere sie ein.

Zweitens: Dieselbe Zeitung Spiegel, die du zitierst, ich habe darauf hingewiesen, karikiert auf dem Titelbild mit dem E-Tretroller ihrer aktuellen Ausgabe, das was man als "schöne-neue-Welt-Euphorie" bezeichnen könnte. Und das sehe ich halt ebenfalls kritisch. Ansicht erstens und zweitens widersprechen sich nicht zwangsläufig.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon frems » Do 18. Jul 2019, 15:59

schokoschendrezki hat geschrieben:(18 Jul 2019, 15:40)

Also erstens ... falls ich der Adressat bin

Wenn Du Deine Show und meinen Kommentar in Verbindung gebracht siehst, wird das seine Gründe haben.

Zweitens: Dieselbe Zeitung Spiegel, die du zitierst, ich habe darauf hingewiesen, karikiert auf dem Titelbild mit dem E-Tretroller ihrer aktuellen Ausgabe, das was man als "schöne-neue-Welt-Euphorie" bezeichnen könnte. Und das sehe ich halt ebenfalls kritisch. Ansicht erstens und zweitens widersprechen sich nicht zwangsläufig.

Lobo nannte es "bizarrer Verrenkung". Damit das Weltbild heil bleibt, ignoriert man 90% der Kommentare von Personen und bei Links begnügt man sich mit dem Hinweis, das man inhaltlich zu den Punkten nichts sagen kann/will, aber in der Zeitung mal etwas gelesen hat, was man sich ebenfalls kreativ zurückbiegt, damit es einen bestätigt. Und das soll pari pari dann wohl irgendwas ausgleichen und fertig ist die Laube. Das ist schon sehr deutsch.
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Re: Elektro Tretroller

Beitragvon schokoschendrezki » Do 18. Jul 2019, 16:08

frems hat geschrieben:(18 Jul 2019, 15:59)

Wenn Du Deine Show und meinen Kommentar in Verbindung gebracht siehst, wird das seine Gründe haben.


Lobo nannte es "bizarrer Verrenkung". Damit das Weltbild heil bleibt, ignoriert man 90% der Kommentare von Personen und bei Links begnügt man sich mit dem Hinweis, das man inhaltlich zu den Punkten nichts sagen kann/will, aber in der Zeitung mal etwas gelesen hat, was man sich ebenfalls kreativ zurückbiegt, damit es einen bestätigt. Und das soll pari pari dann wohl irgendwas ausgleichen und fertig ist die Laube. Das ist schon sehr deutsch.

Von mir aus. Wir diskutieren ja auch in deutscher Sprache. Ich hab' deinen Text schon gelesen. Sonst wäre ich nicht konkret auf die Formulierung "niedere Beweggründe" eingegangen. "Niedere Beweggründe" aus Richtung von "Wir sind die Guten" kann man auch auf den Gesichtern der beiden Personen auf dem Tretroller auf dem Spiegel-Titelbild ausmachen. Das Karikaturhafte biegt dies jedoch zu einem "Wir sind die Dummen" im Auge des Betrachters um.

Nebenbei. Heute sah ich auf einem LKW ein Firmenschild für eine "Stahlbiegerei". Das hat mir gefallen! Von einer "Stahlbiegerei" hab' ich noch nie etwas gehört. Ich liebe die deutsche Sprache!
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