Elektro Tretroller

Moderator: Moderatoren Forum 4

Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 13487
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 8. Jul 2019, 12:56

Wo sind die Tamagotchis der 90er Jahre geblieben? Irgendwo auf dem Müll. In der Drogeriekette Müller gabs vor kurzem eine Nostalgie-Neuauflage zu kaufen.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 10401
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 19:48
Wohnort: München

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Jul 2019, 12:59

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 Jul 2019, 12:56)

Wo sind die Tamagotchis der 90er Jahre geblieben? Irgendwo auf dem Müll. In der Drogeriekette Müller gabs vor kurzem eine Nostalgie-Neuauflage zu kaufen.

Unterstützung und Kurzstrecken Anbindung für Öffentliche mit Pixelbrei aus den 90er zu vergleichen ist schon hart. Fällt dir sonst kein Propagandamüll mehr ein ?
Licht und Dunkel

Kritik an der CDU/CSU ist ab sofort per Gesetz verboten.
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 13487
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 8. Jul 2019, 13:02

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Jul 2019, 12:59)

Unterstützung und Kurzstrecken Anbindung für Öffentliche mit Pixelbrei aus den 90er zu vergleichen ist schon hart. Fällt dir sonst kein Propagandamüll mehr ein ?

DIe Kurzstreckenanbindung für Öffentliche kann mit dem ganz gewöhnlichen Fahrradprinzip hergestellt werden und wird auch. Es kann mir keiner erzählen, dass hier nicht einfach ein gut verkäuflicher Trend und Hype gepusht wird.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 24174
Registriert: Di 19. Mai 2009, 22:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon ThorsHamar » Mo 8. Jul 2019, 13:05

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Jul 2019, 12:46)

Beim Rechts abbiegen hat man auf Verkehr von Geh- und Radweg zu achten. Jetzt kapiert ?


Saach ma, hast Du'n Rad ab? .... ICH habe dem Vogel das Leben gerettet, weil DER bei ROT fahren wollte ....
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
Eric Arthur Blair
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 10401
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 19:48
Wohnort: München

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Jul 2019, 13:06

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 Jul 2019, 13:02)

DIe Kurzstreckenanbindung für Öffentliche kann mit dem ganz gewöhnlichen Fahrradprinzip hergestellt werden und wird auch. Es kann mir keiner erzählen, dass hier nicht einfach ein gut verkäuflicher Trend und Hype gepusht wird.


Nur sind Scooter um einiges praktischer als so ein sperriges Rad, aber dir gefällt vermutlich der Gedanke wenn sich 30 Leute mit ihren Rädern in ein Bus quetschen. Und das ist kein Hype, das war mal vor 10 Jahren als die Teile erfunden wurden ein Hype. Inzwischen versucht man einfach nur die rückständische Entwicklung in Deutschland auszugleichen und das leider gegen enormen widerstand der üblichen konservativen Bremser.
Licht und Dunkel

Kritik an der CDU/CSU ist ab sofort per Gesetz verboten.
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 10401
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 19:48
Wohnort: München

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Jul 2019, 13:11

ThorsHamar hat geschrieben:(08 Jul 2019, 13:05)

Saach ma, hast Du'n Rad ab? .... ICH habe dem Vogel das Leben gerettet, weil DER bei ROT fahren wollte ....


Ob hier das Rotlicht überhaupt ersichtlich war oder für ihn gegolten hat ist überhaupt nicht klar, da hättest du schön blöd geschaut wenn sich darum Gutachter prügeln wer denn nun Schuld hatte.

https://radverkehrspolitik.de/endlich-r ... ln-fahren/

Noch dazu kommt:

Er erlaubt allen Fahrzeugen das Abbiegen nach rechts trotz roten Lichtzeichens an einer Ampel, wenn sie zuvor an der Haltlinie angehalten haben und wenn eine Behinderung oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, insbesondere des Fußgänger- und Fahrzeugverkehrs der freigegebenen Verkehrsrichtung, ausgeschlossen ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCnpfeil

Wenn man Rechts abbiegt hat man auf Geh- und Radweg zu achten, Ende der Diskussion.
Licht und Dunkel

Kritik an der CDU/CSU ist ab sofort per Gesetz verboten.
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 24174
Registriert: Di 19. Mai 2009, 22:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon ThorsHamar » Mo 8. Jul 2019, 13:13

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Jul 2019, 13:11)

Ob hier das Rotlicht überhaupt ersichtlich war oder für ihn gegolten hat ist überhaupt nicht klar, da hättest du schön blöd geschaut wenn sich darum Gutachter prügeln wer denn nun Schuld hatte.

https://radverkehrspolitik.de/endlich-r ... ln-fahren/

Noch dazu kommt:


https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCnpfeil

Wenn man Rechts abbiegt hat man auf Geh- und Radweg zu achten, Ende der Diskussion.


:p OK, melde dich wieder, wenn Du 'nen Führerschein hast.
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
Eric Arthur Blair
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 10401
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 19:48
Wohnort: München

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Jul 2019, 13:15

ThorsHamar hat geschrieben:(08 Jul 2019, 13:13)

:p OK, melde dich wieder, wenn Du 'nen Führerschein hast.


Den habe ich, deswegen Achte ich ja auch auf Geh- und Radwege und schalte bei einem Grünen Pfeil nicht mein Hirn ab.
Licht und Dunkel

Kritik an der CDU/CSU ist ab sofort per Gesetz verboten.
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 24174
Registriert: Di 19. Mai 2009, 22:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon ThorsHamar » Mo 8. Jul 2019, 13:18

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Jul 2019, 13:15)

Den habe ich, deswegen Achte ich ja auch auf Geh- und Radwege und schalte bei einem Grünen Pfeil nicht mein Hirn ab.


Mach Dir doch mal 'nen grünen Pfeil auf Dein Keyboard am Comp ....
Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.
Eric Arthur Blair
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 13487
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 8. Jul 2019, 13:29

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Jul 2019, 13:06)

Nur sind Scooter um einiges praktischer als so ein sperriges Rad, aber dir gefällt vermutlich der Gedanke wenn sich 30 Leute mit ihren Rädern in ein Bus quetschen. Und das ist kein Hype, das war mal vor 10 Jahren als die Teile erfunden wurden ein Hype. Inzwischen versucht man einfach nur die rückständische Entwicklung in Deutschland auszugleichen und das leider gegen enormen widerstand der üblichen konservativen Bremser.


Zufällig habe ich mich grad gestern mit dem Rad in einen SEV-Bus gequetscht (ohne dass es der Fahrer bemerkt hat, war nämlich gar nicht zulässig). Nein. Hat mir nicht gefallen. Aber Busse im Stadtbetrieb sind doch - im Gegensatz zu Schienenfahrzeugen - selbst so etwas wie Überbrückung. Ich bin jeden Tag mit dem Rad in der ausgesprochen großflächigen Stadt berlin unterwegs. Ab und zu nutze ich die Tram und regelmäßig bei Zeitknappheit S-Bahn und Regionalverkehr. Ich bin noch nie auf den Gedanken gekommen, ein Rad mit in einen Bus zu nehmen. Aber man könnte auch Busse so bauen, dass Rädermitnahme möglich ist.

Abgesehen davon gibts ja auch konventionelle Treter ohne E-Antrieb. Auch wenn die keine 40kmh fahren. Es handelt sich aus meiner Sicht einfach um eine eigentlich redundante zusätzliche Energieerzeugungsquelle. Und wenn man wirklich 40kmh fährt, dann um einen weiteren unangenehmen Gast in der Familie des motorisierten Individualverkehrs. Der soll zurückgerdrängt und nicht noch ausgebaut werden. In den Städten wenigstens. Wenn das konservativ ist, dann bin ich halt konservativ.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 10401
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 19:48
Wohnort: München

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Jul 2019, 13:35

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 Jul 2019, 13:29)

Zufällig habe ich mich grad gestern mit dem Rad in einen SEV-Bus gequetscht (ohne dass es der Fahrer bemerkt hat, war nämlich gar nicht zulässig). Nein. Hat mir nicht gefallen. Aber Busse im Stadtbetrieb sind doch - im Gegensatz zu Schienenfahrzeugen - selbst so etwas wie Überbrückung. Ich bin jeden Tag mit dem Rad in der ausgesprochen großflächigen Stadt berlin unterwegs. Ab und zu nutze ich die Tram und regelmäßig bei Zeitknappheit S-Bahn und Regionalverkehr. Ich bin noch nie auf den Gedanken gekommen, ein Rad mit in einen Bus zu nehmen. Aber man könnte auch Busse so bauen, dass Rädermitnahme möglich ist.

Wieso sollte man die Öffentlichen größer bauen wenn es möglich ist die Räder kleiner zu machen? Irgendwie zäumst du das Pferd von hinten auf

Abgesehen davon gibts ja auch konventionelle Treter ohne E-Antrieb. Auch wenn die keine 40kmh fahren. Es handelt sich aus meiner Sicht einfach um eine eigentlich redundante zusätzliche Energieerzeugungsquelle. Und wenn man wirklich 40kmh fährt, dann um einen weiteren unangenehmen Gast in der Familie des motorisierten Individualverkehrs. Der soll zurückgerdrängt und nicht noch ausgebaut werden. In den Städten wenigstens. Wenn das konservativ ist, dann bin ich halt konservativ.


Aber sicher, genau da wo sie sinnvoll sind soll man sie zurückdrängen. Fortschritt wirst du nicht zurückdrängen, vielleicht bremsen, so wie das Deutschland die letzten 30 Jahre gemacht hat. Aber zurückdrängen, no way.

P.S.
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sen ... s-100.html
Licht und Dunkel

Kritik an der CDU/CSU ist ab sofort per Gesetz verboten.
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 13487
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 8. Jul 2019, 13:52

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Jul 2019, 13:35)

Wieso sollte man die Öffentlichen größer bauen wenn es möglich ist die Räder kleiner zu machen? Irgendwie zäumst du das Pferd von hinten auf

Das Argument ist ja richtig. Ich will ja auch gar nicht die Busse größer machen. Weil ich sie ohnehin nicht Rad benutzen wollte.
Aber sicher, genau da wo sie sinnvoll sind soll man sie zurückdrängen. Fortschritt wirst du nicht zurückdrängen, vielleicht bremsen, so wie das Deutschland die letzten 30 Jahre gemacht hat. Aber zurückdrängen, no way.

Ja. Was ist Fortschritt. Was haben die Menschen, die sich gegen angebliche Fortschrittsfeindlichkeit in Bezug auf Verkehr in Deutschland wenden, als reale Verkehrssituation geschaffen? Ein Blick ins Innenleben der meisten Städte reicht. Welche Botschaften transportieren aktuelle Werbespots für aktuelle SUVs? Die Botschaft der FOrtschrittsfeindlichkeit? Die richten sich an typischerweise fortschrittsfeindliche Menschen? Doch wohl nicht.

Inzwischen ist die Aufforderung zur Entschleunigung der eigentliche Fortschrittsgedanke.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 10401
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 19:48
Wohnort: München

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Jul 2019, 14:02

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 Jul 2019, 13:52)

Ja. Was ist Fortschritt. Was haben die Menschen, die sich gegen angebliche Fortschrittsfeindlichkeit in Bezug auf Verkehr in Deutschland wenden, als reale Verkehrssituation geschaffen? Ein Blick ins Innenleben der meisten Städte reicht. Welche Botschaften transportieren aktuelle Werbespots für aktuelle SUVs? Die Botschaft der FOrtschrittsfeindlichkeit? Die richten sich an typischerweise fortschrittsfeindliche Menschen? Doch wohl nicht.

Inzwischen ist die Aufforderung zur Entschleunigung der eigentliche Fortschrittsgedanke.


Fortschritt war schon immer ein Synonym für kleiner, leichter, schneller, stabiler, sicherer. Autos in Innenstädten zählen da sicher nicht dazu, stell dir doch einfach mal vor was man mit dem ganzen Platz den Straßen und Parkplätze jetzt in den Innenstädten einnehmen machen könnte. Ok, man braucht mindestens eine Spur für Lieferverkehr, Handwerker usw.. Aber der Rest, Überdachte Transportbänder und Radwege, vielleicht sogar mehrstöckig pro Fahrtrichtung. Freie Plätze für Fußgänger, grüne Parkanlagen, Wohnraum.

Das nenne ich Entschleunigung.
Licht und Dunkel

Kritik an der CDU/CSU ist ab sofort per Gesetz verboten.
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 44752
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 14:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon frems » Mo 8. Jul 2019, 14:20

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 Jul 2019, 12:52)

Die 50er waren eine Zeit des Überfluss-Anstrebens und dann der Fresswellen.

Meine Vorstellungen haben gar nix mit Weltschmerz oder Nostalgie zu tun sondern mit einer urbanen minimalistischen Ästhetik. Das Single-Speed-Fahrrad ohne irgendwas als Gegenstück zum SUV oder zum 48-Gänge-Mobil. Es geht auch mit immer noch weniger. Ich hab' mich vielleicht auch etwas verquer ausgedrückt. Ich bin auch überzeugt, dass ökologisch und politisch vertretbare Akkutechnologie kommen wird. Die E-Scooter sind nur wieder etwas, was eigentlich nicht sein muss. Für mich persönlich. Das stimmt schon. Verbohrte Menschen können nur den Drang, andere von ihren verbohrten Ideen zu überzeugen zuweilen nicht lassen.

So ist das halt, wenn etwas neues auf dem Markt erscheint und manch einer sich mit der Verweigerungshaltung brüstet. Ich kannte auch diverse Kollegen -- und das waren nicht nur Babyboomer --, die stolz verkündeten, dass sie kein Smartphone jemals haben möchten. Das sei ihnen alles zu viel und früher ging's ja auch ohne. Aber irgendwann stellten sie fest, dass so ein Gerät auch schlichtweg ein praktisches Werkzeug sein kann und man nicht sofort in Abwehrhaltung geht, weil man glaubt, es gäbe einen "Trend" und es liege in der Natur der Sache, dass man sich dem selbstverständlich widersetzt. Dabei muss man daraus keinen Glaubenskampf machen.

Emin hat geschrieben:(08 Jul 2019, 12:53)

Es wird aber viel Geld in den Aufbau einer Ladeinfrastruktur investiert, die so erst mal nur mit Lithium-Ionen-Batterien kompatibel ist. Dazu legen sich auch viele große Unternehmen (darunter auch VW) bereits auf diese Batterien fest und bauen entsprechende Lieferungsketten auf. Das geschieht vor allem auf politischen Willen hin, weil diverse Regierungen unbedingt schnellstmöglich alle Autos durch elektrische ersetzen wollen. Inwiefern dieser Schritt aber die Umwelt schützt kann man sehr wohl in Frage stellen. Sowohl, weil die Forderung der seltenen Erden genau so Landstriche verwüstet, wie es der Klimawandel tut, den die Elektroautos eigentlich bekämpfen sollen. Als auch, weil vor allem große Akkus in großen Autos verkauft werden (da nur diese eine ausreichende Reichweite haben), wo auch die CO2-Bilanz im Vergleich zu einem kleinen Diesel-Auto bereits eher schlecht ist. Das grundlegende Problem ist, dass für Elektroautos sehr große Akkus benötigt werden, was die ganze Sache im Kontext des Umweltschutzes nun mal reichlich absurd erscheinen lässt. Elektrische Antriebe sollten nur in kleinem Format gefördert werden, wie eben bspw. bei Tretrollern.

Naja, dann müsste man aufzeigen, dass die globalen Gefahren durch den Klimawandel ein identisches Ausmaß (monetarisiert) haben wie der Abbau der gar nicht so seltenen Seltenen Erden, die nicht nur für Elektrofahrzeuge gefördert werden. Zum anderen stellt sich für einen Autokäufer ja nicht die Frage, ob er einen SUV mit Batterie oder einen kleinen Diesel-Pkw kauft, sondern ihm schwebt eine Klasse/Ausstattung vor. Ansonsten kann man auch einen kleinen Stromer mit einem hungrigen Benziner oder Diesel vergleichen... aber das hilft auch niemandem weiter. Abgesehen davon ist CO2 nur ein Aspekt neben vielen, in denen Elektrofahrzeuge besser abschneiden. Vergessen wird gerne wie viele Menschen bspw. durch Stickoxide und Feinstaub frühzeitig sterben. Ebenso die gesundheitsschädigende Belästigung durch Schallemissionen. Da schneiden Stromer auch deutlich besser ab. Aber es sind natürlich weiterhin Pkw mit ihren entsprechenden Problemen, ob Flächenversiegelung oder auch Verkehrsunfälle. Dem toten Schüler dürfte es egal sein, welche Antriebstechnik ihn über den Haufen fuhr, weil der Fahrer beim Abbiegen nicht so aufmerksam war. Aber in Deutschland fürchtet man sich offenbar auf Gehwegen mehr vor kleinen Tretrollern als vor Pkw und Lkw, die allein in Deutschland jedes Jahr Tausende Tote und Hunderttausende Verletzte verursachen.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 13487
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 8. Jul 2019, 15:31

frems hat geschrieben:(08 Jul 2019, 14:20)

So ist das halt, wenn etwas neues auf dem Markt erscheint und manch einer sich mit der Verweigerungshaltung brüstet. Ich kannte auch diverse Kollegen -- und das waren nicht nur Babyboomer --, die stolz verkündeten, dass sie kein Smartphone jemals haben möchten.

Das Paradox der gegenwärtigen Technikentwicklung besteht darin, dass "Fortschritt" eigentlich etwas Menschengemachtes ist. Menschen bringen Innovationen hervor. Dass aber andererseits die verbreitete Vorstellung besteht, der Fortschritt "käme auf die Menschen zu". Und man schreite nicht eigentlich fort sondern akzeptiere oder verweigere den Fortschritt. Eigentlich absurd. Karl Marx hat das im Kapital im Zusammenhang mit der Produktion einen "Fetisch" genannt. Und die Fetischisierung von Technik hat tatsächlich ja auch weniger etwas mit technischen Eigenschaften oder Nutzungseigenschaften sondern mit der Vergesellschaftung der Herstellung und Nutzung zu tun. Es sind weniger die praktischen Vorteile als die Tatsache, dass das eben alle so machen.

Eine sehr ferne Zukunftsvision bestünde darin, dass es tatsächlich einen auch als aktiv empfundenen Fortschritt gibt. Dass die Menschen tatsächlich fortschreiten und nicht "den Fortschritt" auf sich zukommen sehen. Voraussetzung dafür wäre eine weitgehende Autonomie der Individuen, eine Auflösung der gesellschaftlichen Zwangszusammenhänge.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 13487
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 16:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 8. Jul 2019, 15:41

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Jul 2019, 14:02)

Fortschritt war schon immer ein Synonym für kleiner, leichter, schneller, stabiler, sicherer.
...
Das nenne ich Entschleunigung.

Da muss man wahrscheinlich zwischen "Fortschritt" und "Zeitgeist" unterscheiden. Der "Zeitgeist" steht momentan auf große und schwere Hotelschiffe, die die kleinen und wendigen Boote unter einer Donaubrücke in Budapest in die Tiefe reißen.

Vielleicht muss man im Namen des Fortschritts sich auch einmal gegen den Zeitgeist wenden?
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Emin
Beiträge: 1922
Registriert: Fr 30. Mär 2012, 13:38

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon Emin » Mo 8. Jul 2019, 16:13

frems hat geschrieben:(08 Jul 2019, 14:20)



Naja, dann müsste man aufzeigen, dass die globalen Gefahren durch den Klimawandel ein identisches Ausmaß (monetarisiert) haben wie der Abbau der gar nicht so seltenen Seltenen Erden, die nicht nur für Elektrofahrzeuge gefördert werden.


Elektroautos brauchen aber nun mal viel riesigere Mengen, als alle anderen Einsatzgebiete. Alleine der Verkauf von ein paar Hunderttausend Autos hat die Lithium-Preise in die Höhe schießen lassen und Produktionskapazitäten ausgereizt. Wie soll das werden, wenn man mal Dutzende Millionen jedes Jahr produzieren muss? Die katastrophalen Konsequenzen für die Umwelt werden schon ersichtlich, wo der Anteil an Elektroautos noch bei ca. 1% liegt.

Zum anderen stellt sich für einen Autokäufer ja nicht die Frage, ob er einen SUV mit Batterie oder einen kleinen Diesel-Pkw kauft, sondern ihm schwebt eine Klasse/Ausstattung vor. Ansonsten kann man auch einen kleinen Stromer mit einem hungrigen Benziner oder Diesel vergleichen... aber das hilft auch niemandem weiter. Abgesehen davon ist CO2 nur ein Aspekt neben vielen, in denen Elektrofahrzeuge besser abschneiden.


Der Unterschied ist, dass ein Auto mit einer für die meisten Käufer akzeptablen Reichweite schon mal eine gewisse Mindestgröße haben muss. Die meisten Elektroautos, die verkauft werden, sind Limousinen und SUVs, Mercedes und Audi werden auch SUVs auf den Markt bringen. Man sollte sich auch bewusst machen, dass diese Entwicklung ohne politische Einmischung nie stattgefunden hätte. Nach den Marktregeln wäre erst eine wirklich gute Batterietechnologie in Masse produziert worden. Die Politik hat die Lithium-Batterien reingedrückt, und damit auch schon bis zu einem gewissen Grad Marktstrukturen geschaffen, die sich nicht mehr so leicht rückgängig machen lassen - und damit auch den Einstieg einer vielleicht bald entwickelten besseren Batterietechnologie erschwert.

Vergessen wird gerne wie viele Menschen bspw. durch Stickoxide und Feinstaub frühzeitig sterben. Ebenso die gesundheitsschädigende Belästigung durch Schallemissionen. Da schneiden Stromer auch deutlich besser ab. Aber es sind natürlich weiterhin Pkw mit ihren entsprechenden Problemen, ob Flächenversiegelung oder auch Verkehrsunfälle. Dem toten Schüler dürfte es egal sein, welche Antriebstechnik ihn über den Haufen fuhr, weil der Fahrer beim Abbiegen nicht so aufmerksam war. Aber in Deutschland fürchtet man sich offenbar auf Gehwegen mehr vor kleinen Tretrollern als vor Pkw und Lkw, die allein in Deutschland jedes Jahr Tausende Tote und Hunderttausende Verletzte verursachen.


Es stimmt natürlich, dass lokale Emissionsfreiheit erst mal ein großer Vorteil der Elektroautos ist.
"Sir, we're surrounded"
"Excellent, now we can attack in any direction"
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 11088
Registriert: Do 29. Sep 2016, 15:33

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon Selina » Mo 8. Jul 2019, 16:15

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 Jul 2019, 15:31)

Das Paradox der gegenwärtigen Technikentwicklung besteht darin, dass "Fortschritt" eigentlich etwas Menschengemachtes ist. Menschen bringen Innovationen hervor. Dass aber andererseits die verbreitete Vorstellung besteht, der Fortschritt "käme auf die Menschen zu". Und man schreite nicht eigentlich fort sondern akzeptiere oder verweigere den Fortschritt. Eigentlich absurd. Karl Marx hat das im Kapital im Zusammenhang mit der Produktion einen "Fetisch" genannt. Und die Fetischisierung von Technik hat tatsächlich ja auch weniger etwas mit technischen Eigenschaften oder Nutzungseigenschaften sondern mit der Vergesellschaftung der Herstellung und Nutzung zu tun. Es sind weniger die praktischen Vorteile als die Tatsache, dass das eben alle so machen.

Eine sehr ferne Zukunftsvision bestünde darin, dass es tatsächlich einen auch als aktiv empfundenen Fortschritt gibt. Dass die Menschen tatsächlich fortschreiten und nicht "den Fortschritt" auf sich zukommen sehen. Voraussetzung dafür wäre eine weitgehende Autonomie der Individuen, eine Auflösung der gesellschaftlichen Zwangszusammenhänge.


Zustimmung. Da gibts interessante Forschungen zum Warenfetisch. Aber was meinst du mit "Auflösung der gesellschaftlichen Zwangszusammenhänge". Dass Menschen miteinander agieren, bestimmte Interessen und Ziele teilen, gerade weil es um Fortschritt geht, halte ich nicht für falsch. Ja, natürlich völlig ohne Zwang, ganz freiwillig. Der Ansatz müsste eben immer nur sein, dass nicht der Gewinn das oberste Prinzip/Ziel ist, sondern vor allem der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Fokus dieser Fortschrittsbestrebungen steht.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
Benutzeravatar
Ein Terraner
Beiträge: 10401
Registriert: Sa 7. Mai 2016, 19:48
Wohnort: München

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon Ein Terraner » Mo 8. Jul 2019, 16:41

Selina hat geschrieben:(08 Jul 2019, 16:15)

Zustimmung. Da gibts interessante Forschungen zum Warenfetisch. Aber was meinst du mit "Auflösung der gesellschaftlichen Zwangszusammenhänge". Dass Menschen miteinander agieren, bestimmte Interessen und Ziele teilen, gerade weil es um Fortschritt geht, halte ich nicht für falsch. Ja, natürlich völlig ohne Zwang, ganz freiwillig. Der Ansatz müsste eben immer nur sein, dass nicht der Gewinn das oberste Prinzip/Ziel ist, sondern vor allem der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Fokus dieser Fortschrittsbestrebungen steht.


Steht der Mensch nicht ohnehin im Fokus der Fortschrittsbestrebungen? Ich habe heute zufällig diesen Vortrag von Precht gesehen wo es um die Zuchtfleisch geht.
https://www.youtube.com/watch?v=CsGJwO-flYc

Was wenn nicht die Bedürfnisse des Menschen stehen im Fokus dieses Fortschritts ? Ebenso ist es mit den Scootern, was außer den Bedürfnissen der Menschen stand während der Entwicklung im Fokus?
Licht und Dunkel

Kritik an der CDU/CSU ist ab sofort per Gesetz verboten.
Benutzeravatar
Selina
Beiträge: 11088
Registriert: Do 29. Sep 2016, 15:33

Re: Elektro Tretroller

Beitragvon Selina » Mo 8. Jul 2019, 17:08

Ein Terraner hat geschrieben:(08 Jul 2019, 16:41)

Steht der Mensch nicht ohnehin im Fokus der Fortschrittsbestrebungen? Ich habe heute zufällig diesen Vortrag von Precht gesehen wo es um die Zuchtfleisch geht.
https://www.youtube.com/watch?v=CsGJwO-flYc

Was wenn nicht die Bedürfnisse des Menschen stehen im Fokus dieses Fortschritts ? Ebenso ist es mit den Scootern, was außer den Bedürfnissen der Menschen stand während der Entwicklung im Fokus?


Bestimmter technischer Fortschritt entstand aus sowas Zerstörerischem wie dem Krieg. Und bestimmte technische "Errungenschaften", die früher als das Nonplusultra galten, wie die Erfindung des Automobils, richten sich eines Tages gegen den Menschen, indem die Umweltschäden durch den immensen Autoverkehr kaum noch aufzuhalten, geschweige denn wiedergutzumachen sind. Die menschlichen Bedürfnisse befinden sich in ständiger Entwicklung. Eine eben noch als Fortschritt bezeichnete Sache entpuppt sich zig Jahre später als rückschrittlich. Und ob heute wirklich alles, was so erfunden wird, sich an wirklichen menschlichen Bedürfnissen orientiert, wäre zu hinterfragen. Manches wird auch zuerst entwickelt, womit dann ein Schein-Bedürfnis danach geschaffen wird. In dieser Reihenfolge.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz

Zurück zu „41. Verkehrswesen - Fahrzeuge - Logistik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste