Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

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Odin1506
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon Odin1506 » Mo 29. Apr 2019, 09:22

Nightrain hat geschrieben:(27 Apr 2019, 19:35)

Ich vermute auch, dass Luxusartikel wie das Auto das Letzte ist, wo gespart wird. Dann kauft man halt noch eine Runde billigeres Fleisch im Discounter ein, um die erhöhten Spritpreise auszugleichen.
Vielleicht wird aber ein Auto mit einem etwas geringeren Verbrauch gekauft. Mit "Vorsprung durch Technik" lässt sich auch prima angeben... :)

Die Strategie nur noch teure Elektroautos zu erlauben dürfte dagegen aufgehen. Der Gebrauchtmarkt ist aufgrund der Alterung der teuren Akkus kaum vorhanden und die Preise liegen weit über den bisherigen Kosten für die Einstiegsklasse. Hier ist die Chance gut die Geringverdiener wirklich zu erwischen und aus der Einzelmobilität zu treiben. Das entlastet gerade in den Städten dann auch massiv die Straßen.

Die Verkehrsinfrastruktur ist Jahrzente alt und es reicht ein Blick auf die Anzahl der zugelassenen PKW aus um zu erkennen, dass die Zunahme nicht zu verkraften ist und jetzt die Chance besteht die Anzahl der PKW wieder mindestens zu halbieren.
PKW 1960: 4.500.000 (100%)
PKW 1990: 30.685.000 (682%)
PKW 2019: 47.096.000 (1466%)

Als SUV-Fahrer würde ich hohe Autopreise eher befürworten, denn dann hat man nicht einfach nur das "bessere" Auto gegenüber der Nachbarn, sondern man hat als einer der wenigen in der Straße überhaupt das exklusive Privileg ein Auto zu besitzen.


Wie wäre das: "Alle Autos nebs Taxis aus den Großstädten zu verbannen? Das würde die Städte noch mehr entlasten.
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 29. Apr 2019, 16:25

Alster hat geschrieben:(29 Apr 2019, 09:00)

Auch hier ist das soziale Argument widerlegt.

Eine Anhebung der Kraftstoffpreise wird Wirkung zeigen. Die paar Superreichen die mit ihren SUV's dann noch bleiben gehen dem Klima am Arsch vorbei.

Die Wirkung wird genau bei denen einsetzen die ohne Auto aufgeschmissen sind. Also alle die die hohen Mieten in die Randbezirke treiben. Da sind sie dann voll in der Kostenfalle die du noch zusätzlich aufbauen möchtest. Das ist absolut unsozial.
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon frems » Di 30. Apr 2019, 05:05

Alter Stubentiger hat geschrieben:(29 Apr 2019, 16:25)

Die Wirkung wird genau bei denen einsetzen die ohne Auto aufgeschmissen sind. Also alle die die hohen Mieten in die Randbezirke treiben. Da sind sie dann voll in der Kostenfalle die du noch zusätzlich aufbauen möchtest. Das ist absolut unsozial.

Naja, jetzt ist es ja so, dass manch einer meint, er könne billig ins Umland ziehen und die verursachten Kosten auf die Mitmenschen abwälzen, ob durch volkswirtschaftliche Schäden seiner Abgase oder durch betriebswirtschaftliche Kosten bei der Straßennutzung, da der MIV bekanntlich ein Zuschussgeschäft ist und seine Kosten nicht deckt. Das ist nicht nur unsozial, sondern auch egoistisch. Höhere Steuern, um zumindest auf eine schwarze Null zu kommen, sind da nur folgerichtig.
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 30. Apr 2019, 06:41

frems hat geschrieben:(30 Apr 2019, 05:05)

Naja, jetzt ist es ja so, dass manch einer meint, er könne billig ins Umland ziehen und die verursachten Kosten auf die Mitmenschen abwälzen, ob durch volkswirtschaftliche Schäden seiner Abgase oder durch betriebswirtschaftliche Kosten bei der Straßennutzung, da der MIV bekanntlich ein Zuschussgeschäft ist und seine Kosten nicht deckt. Das ist nicht nur unsozial, sondern auch egoistisch. Höhere Steuern, um zumindest auf eine schwarze Null zu kommen, sind da nur folgerichtig.

Menschen werden doch durch die Immobilienspekulanten in Scharren aus den Städten getrieben. Und jetzt erzählst du mir diese Leute wollten es sich schön billig machen. Als wenn pendeln soviel Spaß machen würde.
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon frems » Di 30. Apr 2019, 10:45

Alter Stubentiger hat geschrieben:(30 Apr 2019, 06:41)

Menschen werden doch durch die Immobilienspekulanten in Scharren aus den Städten getrieben. Und jetzt erzählst du mir diese Leute wollten es sich schön billig machen. Als wenn pendeln soviel Spaß machen würde.

Wo werden Leute aufs platte Land vertrieben, wo es zum Pkw keine halbwegs verträgliche Alternative gibt? :?:
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 30. Apr 2019, 12:41

frems hat geschrieben:(30 Apr 2019, 10:45)

Wo werden Leute aufs platte Land vertrieben, wo es zum Pkw keine halbwegs verträgliche Alternative gibt? :?:

Erkläre doch den Pendlern die jeden Tag 2 Stunden im Stau stehen die Welt. Vielleicht lassen sie sich von deinen Weisheiten erleuchten.
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon frems » Di 30. Apr 2019, 13:00

Alter Stubentiger hat geschrieben:(30 Apr 2019, 12:41)

Erkläre doch den Pendlern die jeden Tag 2 Stunden im Stau stehen die Welt. Vielleicht lassen sie sich von deinen Weisheiten erleuchten.

Ich kenne keinen Menschen, der aufgrund von Mietpreisen in die Pampa gezogen ist, obwohl er lieber stadtnah leben würde. In den Metropolen gibt's genug Wohnraum in weniger attraktiven Wohngebieten, aber mit ÖPNV-Anschluss. Selbiges für das Umland. Klingt daher wie eine schlechte Ausrede. "Ich wäre ja gerne irgendwo in Berlin geblieben, aber Pankow, Treptow oder Lichtenberg? Viel zu teuer so 'ne Platte. Deshalb pendel ich nun von der Uckermark aus und zahle ein paar Hunderter an Sprit jeden Monat"
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon jorikke » Mi 1. Mai 2019, 19:46

Alter Stubentiger hat geschrieben:(30 Apr 2019, 12:41)

Erkläre doch den Pendlern die jeden Tag 2 Stunden im Stau stehen die Welt. Vielleicht lassen sie sich von deinen Weisheiten erleuchten.


Die Stauhauptstadt Deutschlands ist Berlin. 154 h pro Jahr. Macht täglich eine knappe halbe Stunde.
Auch nicht schön aber warum musst du so auf die Kacke hauen?
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon Alster » Do 2. Mai 2019, 11:44

Alter Stubentiger hat geschrieben:(29 Apr 2019, 16:25)

Die Wirkung wird genau bei denen einsetzen die ohne Auto aufgeschmissen sind. Also alle die die hohen Mieten in die Randbezirke treiben. Da sind sie dann voll in der Kostenfalle die du noch zusätzlich aufbauen möchtest. Das ist absolut unsozial.

In den Randbezirken ist die anbindung über ÖPNV meist sehr gut.
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon Tom Bombadil » Do 2. Mai 2019, 12:27

Alster hat geschrieben:(02 May 2019, 11:44)

In den Randbezirken ist die anbindung über ÖPNV meist sehr gut.

Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Ich kenne hier einige Randbezirke, in denen die ÖPNV-Anbindung beschissen bzw. gar nicht erst vorhanden ist, da fährt nur der Schulbus und sonst nix.
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 2. Mai 2019, 16:04

Alster hat geschrieben:(02 May 2019, 11:44)

In den Randbezirken ist die anbindung über ÖPNV meist sehr gut.

Also ich komme ohne Auto nur über eine Weltreise und lange Fußwege zur Arbeit....in 13 km Entfernung. Aber ich fahre immerhin Kleinwagen und ich fahre nur zur Arbeit mit dem Auto. Ansonsten mache ich fast alles mit dem Rad.
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon Alster » Sa 4. Mai 2019, 09:35

Alter Stubentiger hat geschrieben:(02 May 2019, 16:04)
Ansonsten mache ich fast alles mit dem Rad.

... aber die 13 km zur Arbeit sind Dir dann doch zu viel???? Lächerlich!
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon Alster » Sa 4. Mai 2019, 09:41

Tom Bombadil hat geschrieben:(02 May 2019, 12:27)

Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Ich kenne hier einige Randbezirke, in denen die ÖPNV-Anbindung beschissen bzw. gar nicht erst vorhanden ist, da fährt nur der Schulbus und sonst nix.

Dazu ist anzumerken, dass die Anbindung vieler Gegenden als Folge des katastrophalen Underpricings im Kraftstoffbereich im Individualverkehr erst runtergefahren wurde. Der Versuch diese Fehlentwicklung als Naturgesetz zu verkaufen geht fehl. Natürlich kann man den Kraftstoffpreis nicht von heute auf morgen verdoppeln. Eine schrittweise Anhebung verbunden mit einer ebenfalls schrittweisen Reaktivierung stillgelegter Nahverkehrsverbindungen wäre die gefragte Strategie.
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon Alster » Sa 4. Mai 2019, 09:47

Es zeichnet sich im übrigen ab, dass es in D zwar keine direkte erhöhte Besteuerung fossiler Kraftstoffe, jedoch eine CO2 Steuer geben wird
https://www.welt.de/politik/deutschland ... andes.html

Für kleine Verbraucherinnen und Verbraucher wird das denselben Effekt haben, jedoch mit mehr Bürokratie, mehr Aufwand der Verwaltung und Gesetzgebung, jedoch unter Schonung gewisser Lobbies. Dafür mehr Gängelung der Normalverbraucher mit weniger Möglichkeiten eigene Schwerpunkte zu setzen. Eine urdeutsche Lösung halt.
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Kael
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon Kael » Sa 4. Mai 2019, 09:51

fossile Brennstoffe werden schon hoch besteuert. ca. 0,90€ von 1l Sprit geht an den Staat.

Und wenn es noch teurer wird fängt es an den 'armen' an den Kragen zu gehen.

Ich erinnere mich noch an meine Situation:

Eine Wohnung in der Stadt -> Zu teuer
Bezahlbare Wohnung -> Auto 20minuten zur Uni entfernt
Mit dem Bus/Bahn zur Uni? -> ohne 'Verzögerungen: 2h Bus/Bahnfahrt

Also bleibt bloß weg mit so einem Unfug oder sorgt dafür das Wohnungen in Städten mit 300-400€ für 25qm warm bezahlbar werden.


"CO-2 Steuer" ist auch ein ungeheurer Mumpitz der vor allem Leuten die auf ein Auto angewiesen sind in den Bauch tritt. "Ja dann zieh doch in die Stadt und nutze den ÖVPN!" - JA! DAnn sorgt dafür das der ÖVPN PÜNKTLICH dort ankommt wo er soll und das man sich eine Wohnung auch LEISTEN kann ohne verhungern zu müssen wenn man diese bezieht.
Realitätsferne Menschen die nicht wissen was für den Bürger von Interesse ist.

Und falls es jemanden Interessiert: Ich habe in meiner Uni-Zeit außerhalb der Stadt gewohnt weil ich mir die Stadt nicht leisten konnte. WITZIGERWEISE war ich mit einem Auto GÜNSTIGER als wenn ich in die Stadt gezogen wäre. (Gesamtkosten von Wohnung + Auto + Sprit im Monat ca. 500€. Wohnung in der Stadt ohne Auto ca. 700€).
Und außerhalb der Stadt hatte ich auch eine weitaus größere Wohnung (ca. 60qm) und in der Stadt wäre ich bei 15-20qm gewesen. Für das doppelte.

Wenn die nun den Leuten noch eine CO-2 Steuer aufhalsen weiß ich das ich in Zukunft nur noch 'andere - unbeliebte' Parteien wählen kann. Die fordern so einen Unsinn nämlich nicht.

Und "Das Bürger an anderer Stelle entlastet werden sollen" - Was soll denn dieser Unsinn? Dann muss man die CO2 Steuer gar nicht erst einführen. Waren diese Leute niemals in einem Wirtschaftsseminar und wissen überhaupt das so etwas unnütz, mehr Kosten erzeugt als das es wirklich was bringt?

Idiotie wohin man sieht.
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 4. Mai 2019, 17:09

Alster hat geschrieben:(04 May 2019, 09:35)

... aber die 13 km zur Arbeit sind Dir dann doch zu viel???? Lächerlich!

Wenn du es sagst. Ich sitz ja nicht nur dumm rum wenn ich arbeite. 6 Tage die Woche auf 2 Beinen. Und dann hinterher noch nach Hause laufen bei Wind und Wetter. 13x2 = 26km.
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon Nightrain » Sa 4. Mai 2019, 22:12

Alster hat geschrieben:(04 May 2019, 09:47)

Es zeichnet sich im übrigen ab, dass es in D zwar keine direkte erhöhte Besteuerung fossiler Kraftstoffe, jedoch eine CO2 Steuer geben wird
https://www.welt.de/politik/deutschland ... andes.html

Für kleine Verbraucherinnen und Verbraucher wird das denselben Effekt haben, jedoch mit mehr Bürokratie, mehr Aufwand der Verwaltung und Gesetzgebung, jedoch unter Schonung gewisser Lobbies. Dafür mehr Gängelung der Normalverbraucher mit weniger Möglichkeiten eigene Schwerpunkte zu setzen. Eine urdeutsche Lösung halt.


Schön zu sehen, dass Habeck die Argumentation nicht mal ansatzweise zu verstehen scheint. Woher kommt denn der Glaube daran, dass die sozial schwächeren weniger CO2 verbrauchen würden? Wie schaut denn der Vergleich aus zwischen der schicken Neubau-Eigentumswohnung aus, die ab 2021 nur noch nach Niedrigstenergie (Kfw-40) oder Nullenergiestandard gebaut werden dürfen gegenüber einer 50 jahre alten Sozialwohnung? Welche Bevölkerungsschicht kann sich den Umstieg auf Elektromobilität überhautp leisten? Wer hat das Geld für viel teurere CO2-vorteilhafte Bioprodukte aus der Region?
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon frems » So 5. Mai 2019, 07:09

Alter Stubentiger hat geschrieben:(04 May 2019, 17:09)

Wenn du es sagst. Ich sitz ja nicht nur dumm rum wenn ich arbeite. 6 Tage die Woche auf 2 Beinen. Und dann hinterher noch nach Hause laufen bei Wind und Wetter. 13x2 = 26km.

13km pro Strecke sind aber wirklich wenig, vor allem wenn entspannte Wege ohne viel Verkehr zur Verfügung stehen. Alternativ gönnt man sich ein (S-)Pedelec, um auch im Sommer schweißfrei auf der Arbeit zu erscheinen. Das erklärt aber auch, warum der Durchschnitts-Pkw nur so wenige Kilometer im Alltag zurücklegt, wenn aus Faulheit selbst Kurzstrecken mit der Dreckschleuder zurückgelegt werden.

Kael hat geschrieben:(04 May 2019, 09:51)

"CO-2 Steuer" ist auch ein ungeheurer Mumpitz der vor allem Leuten die auf ein Auto angewiesen sind in den Bauch tritt. "Ja dann zieh doch in die Stadt und nutze den ÖVPN!" - JA! DAnn sorgt dafür das der ÖVPN PÜNKTLICH dort ankommt wo er soll und das man sich eine Wohnung auch LEISTEN kann ohne verhungern zu müssen wenn man diese bezieht.

Es heißt ÖPNV und CO2. Der Bindestrich kommt zum Wort Steuer, sprich, CO2-Steuer. Genau genommen müsste die 2 noch runtergesetzt sein, aber das macht die Software des Forums nicht mit. So wird aus der FH keine Uni.

Wer sich selbst von einem Pkw abhängig macht, sollte die Schuld nicht bei anderen suchen. Das ist nur eine billige Ausrede.
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon frems » So 5. Mai 2019, 07:19

Nightrain hat geschrieben:(04 May 2019, 22:12)

Schön zu sehen, dass Habeck die Argumentation nicht mal ansatzweise zu verstehen scheint. Woher kommt denn der Glaube daran, dass die sozial schwächeren weniger CO2 verbrauchen würden? Wie schaut denn der Vergleich aus zwischen der schicken Neubau-Eigentumswohnung aus, die ab 2021 nur noch nach Niedrigstenergie (Kfw-40) oder Nullenergiestandard gebaut werden dürfen gegenüber einer 50 jahre alten Sozialwohnung? Welche Bevölkerungsschicht kann sich den Umstieg auf Elektromobilität überhautp leisten? Wer hat das Geld für viel teurere CO2-vorteilhafte Bioprodukte aus der Region?

https://www.zeit.de/2019/19/klimageld-c ... gverdiener
https://www.heise.de/tp/news/CO2-statt- ... 03976.html

Es ist übrigens kein Glaube:

Mit höherem Einkommen steigen auch die Konsumausgaben und damit verbunden der Energieverbrauch der privaten Haushalte. Im Jahr 2016 (neuere Daten nicht verfügbar) gaben Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 1.300 Euro durchschnittlich 1.025 Euro für den privaten Konsum aus (siehe Tab. „Konsumausgaben privater Haushalte nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen 2016“). Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 5.000 bis unter 18.000 Euro wendeten im Durchschnitt mehr als viermal so viel auf. Mit steigendem Nettoeinkommen nimmt der Ausgabenanteil für viele Konsumbereiche zu. Nur die Ausgabenanteile für die Grundbedürfnisse Ernährung, Wohnen und Post, Telekommunikation sinken mit wachsendem Einkommen (siehe Abb. „Konsumausgaben privater Haushalte nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen 2016“).

https://www.umweltbundesamt.de/daten/pr ... textpart-2

Da muss sich niemand künstlich armrechnen, um sich dann als social just warrior aufzuspielen, der die Klassenfrage auf einmal für sich entdeckt hat. Davon ab: nur weil man in der Schule faul war, rechtfertigt dies nicht die Verdreckung der Umwelt. Davon ab finde ich den (oft genutzten) Begriff von "sozialschwach" sehr daneben, da diese Menschen nicht weniger sozial sind als andere, sondern "finanzschwach" gemeint ist.
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Re: Hohe Besteuerung fossiler Brennstoffe

Beitragvon Nightrain » So 5. Mai 2019, 09:52

frems hat geschrieben:(05 May 2019, 07:19)

https://www.zeit.de/2019/19/klimageld-c ... gverdiener
https://www.heise.de/tp/news/CO2-statt- ... 03976.html

Es ist übrigens kein Glaube:


https://www.umweltbundesamt.de/daten/pr ... textpart-2

Da muss sich niemand künstlich armrechnen, um sich dann als social just warrior aufzuspielen, der die Klassenfrage auf einmal für sich entdeckt hat. Davon ab: nur weil man in der Schule faul war, rechtfertigt dies nicht die Verdreckung der Umwelt. Davon ab finde ich den (oft genutzten) Begriff von "sozialschwach" sehr daneben, da diese Menschen nicht weniger sozial sind als andere, sondern "finanzschwach" gemeint ist.


Die verlinkten Beiträge wiederholen nur erneut den Unsinn. Höhere Ausgaben sind überhaupt kein Indikator dafür, dass auch mehr CO2 verbraucht wird. Der Reiche Single in seinem Apartment zahlt vielleicht die doppelte Miete, aber verheizt dafür nur 1/4 der Menge, wie der Arbeitslose in seiner kleinen ungedämmten Altbauwohnung mit Ölofen und Warmwasserboiler.
Bei Ernährung und Bekleidung das gleiche Spiel. Menschen, die hochwertige CO2-freundliche Kleidung aus regionaler Produktion kaufen werden an den Pranger gestellt und ermahnt weniger zu konsumieren. Vielleicht doch lieber die 5€ Sneaker bei KiK kaufen?

Aber eines könnte die CO2 Steuer schon aufzeigen: "finanzschwache" Menschen konsumieren derzeit unverantwortlich Billigprodukte mit schlechter CO2-Bilanz. Da wäre es Zeit, dass diese den Konsum weiter einschränken und auf weniger und dafür hochwertige Waren umsteigen. Gelbe Westen gibt es sicher auch aus Ökobaumwolle. :p
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