Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

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jack000
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Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon jack000 » Fr 5. Dez 2014, 22:00

Als es vor 100 Jahren nur wenige Autos in Deutschland in den Städten gab, gab es auch so gut wie keine Regularien wie sie heute bekannt sind (Führerschein, TÜV, Verkehrsregeln, Fahrverbote, etc...).
Aber deren Zahl erhöhte sich stetig und es endete in der "Autogerechten Stadt" die heute bereits lange Geschichte ist.

Nun aber geht es um Fahrradgerechte Städte und einer kontinuierlich steigenden Zahl von Fahrradfahrern, die derzeit quasi ohne wirklich sanktionierbare Regeln ihr Dasein häufig rücksichtslos ausleben.

Wie sich eine stark dominante aber wenig geregelte Fahrradzunft auswirkt, kann man in Kopenhagen beobachten:
Kopenhagen - Oft gelten Fahrradfahrer als die unterdrückte Zunft im Straßenverkehr, drangsaliert von fiesen Autofahrern, ausgebremst von schlafwandelnden Fußgängern. Im dänischen Kopenhagen ist das jedoch ein bisschen anders. Dort sind aus den einst Unterdrückten selbst Unterdrücker geworden. Dabei kann es mitunter recht grob zugehen.

Dänemarks betont umweltfreundliche Hauptstadt Kopenhagen bezeichnet sich gern als die Radfahrerhauptstadt der Welt. In der Tat gibt es international wohl keine andere Metropole, die so viel für Fahrradfahrer tut. 50 Prozent aller Kopenhagener sollen täglich das Rad nutzen. Um die Stadt bis 2020 kohlendioxidneutral zu machen, sollen es noch mehr werden. Dafür gibt es überall breite Fahrradwege, riesige Fahrradschnellstraßen, die fast wie Autostraßen aussehen, es gibt Fahrrad-Freeways, die Pendler auf Stelzen schwebend durch die Stadt führen, teure Fahrradbrücken, die Stadtteile verbinden, Ausleihfahrräder mit GPS und Elektromotoren und Unmengen an Straßenschildern mit der Aufschrift „Nur für Fahrräder!“.

Inzwischen haben Autofahrer und Fußgänger einen Heidenrespekt vor den Zweirädern. Sie scheinen in der Überzahl, Blechesel reiht sich an Blechesel, der Verkehr wirkt teilweise wie ein ständiger Startschuss für die Tour de France. Dabei ist den Fahrradfahrern das zügige Vorankommen oft wichtiger, als Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer zu nehmen. So erregte John Heilbrunn, der Vizevorsitzende des Blindenverbands, großes Aufsehen, als er das rüpelhafte Verhalten der Radler demonstrierte. Fußgänger, die den Bus verlassen, müssen oft Fahrradwege passieren. Eigentlich müssen Fahrradfahrer dann anhalten. Der blinde Heilbrunn, ein älterer Herr, ließ sich von der Zeitung „Politiken“ filmen, als er mit seinem ­weißen Blindenstock auf den Boden schlagend versuchte, einen Fahrradweg zu passieren. Statt anzuhalten oder auch nur langsamer zu werden, schrien ihn die vorbeizischenden Fahrradfahrer aggressiv an: „Weg vom Fahrradweg“ oder „Pass doch auf, Schwachkopf“.

Kopenhagens Alltag ist voll von solch’ Rücksichtslosigkeit. In einem anderen Fall hat eine Fahrradfahrerin eine Mutter und ihre beiden kleinen Kinder in der S-Bahn recht unfreundlich aufgefordert, von den für Mütter mit Kinderwagen vorgesehenen Klappstühlen aufzustehen, damit sie dort ihr Fahrrad anlehnen könne. Die Mutter folgte der Anweisung und räumte mit ihren Kleinen das Feld. Die Fahrradfahrerin hielt das für selbstverständlich. Ein Dank war nicht nötig.

Gerade ausländische Touristen, die von ihrer nicht so fortschrittlichen Heimat noch die Allmacht der Autofahrer gewöhnt sind und in Kopenhagen gern über Fahrradwege traben, geraten oft in brenzlige Situationen mit aggressiven Fahrradfahrern. „Die Fahrradfahrer Kopenhagens müssen das Rücksichtnehmen noch erlernen, so wie es die Autofahrer einst mussten. Wenn so viele Rad fahren, können sie sich einfach nicht mehr die Freiheiten herausnehmen, die sie noch hatten, als sie weniger waren“, so die Meinung von immer mehr Bürgern, die härtere Regeln fordern. So kostet das Fahren auf dem Bürgersteig oder über eine rote Ampel nun 700 bis 1000 Kronen Strafe (umgerechnet 94 bis 134 Euro). Fahrräder, die im Parkverbot stehen, ebenfalls ein immer größeres Problem für Kopenhagen, werden manchmal sogar gebührenpflichtig abgeschleppt.

Probleme mit rücksichtslosen Radlern haben auch deutsche Städte. So ergab eine vom Berliner Senat in Auftrag gegebene Studie, dass sich 56 Prozent der Befragten von Radfahrern auf dem Gehweg bedroht fühlen. Stolze 32 Prozent fühlen sich sogar von jenen Radfahrern bedroht, die ordnungsgemäß auf dem Radweg fahren.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... 77acb.html

Generell gilt derzeit auch in Deutschland (um das Fahrradfahren attraktiver zu machen): Alles was Fahrrädern in dem Weg steht hat zu weichen oder wird weggeräumt.
Als Ergebnis wird das haben, dass ähnlich wie damals den Autofahrern (deren Belange inzwischen keinerlei Relevanz mehr haben) entsprechende Repressalien aufgedrückt wurden (Was ja auch generell nicht falsch ist).

Aber wie soll die Zukunft des Fahrradfahrwesens in Deutschland (zum Schutz von Fußgängern, Kindern und Behinderten) geregelt und gemaßregelt werden? Wie wird Kopenhagen seine Fahrradpolitik ändern müssen, damit die Missstände behoben werden?
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » Mo 8. Dez 2014, 18:27

Es wäre ja auch verwunderlich, wenn asoziale Autofahrer, die aufs Rad umsteigen, ohne Ausnahme sich plötzlich sozial gegenüber ihrer Umwelt verhalten -- auch wenn Bewegung so manch Aggression mildert. Daß sich im ÖPNV auch zwei Menschen in die Haare kriegen resp. sich wer unhöflich verhält, ist auch nichts, was man mit Regeln aus der Welt schaffen könnte; Räder hin oder her. Kopenhagen macht's aber schon ganz gut, indem sie vielerorts eine physische Trennung der Systeme durchführen und den Straßenraum neu verteilen, der in nahezu allen Städten noch bevorzugt für Kfz vergeben wird. Ich bezweifel bloß, daß die Deutschen schon so weit sind. Dänemark, Amsterdam etc. haben keine mächtigen Automobillobbys und so manch Dogma kriegt man nicht so leicht aus den Köpfen der Menschen raus. In Deutschland glauben ja selbst viele, sie würden über Steuern etc. mehr Geld für die Mobilität abdrücken als die öffentliche Hand in Verkehrswege steckt. Oder daß Unfälle volkswirtschaftlich eine gute Sache seien. Da seh ich schwarz und glaub nicht, daß der Radanteil im Modal Split rasant steigen wird.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Blickwinkel » Mo 8. Dez 2014, 18:36

frems » Mo 8. Dez 2014, 19:27 hat geschrieben:Es wäre ja auch verwunderlich, wenn asoziale Autofahrer, die aufs Rad umsteigen, ohne Ausnahme sich plötzlich sozial gegenüber ihrer Umwelt verhalten -- auch wenn Bewegung so manch Aggression mildert. Daß sich im ÖPNV auch zwei Menschen in die Haare kriegen resp. sich wer unhöflich verhält, ist auch nichts, was man mit Regeln aus der Welt schaffen könnte; Räder hin oder her. Kopenhagen macht's aber schon ganz gut, indem sie vielerorts eine physische Trennung der Systeme durchführen und den Straßenraum neu verteilen, der in nahezu allen Städten noch bevorzugt für Kfz vergeben wird. Ich bezweifel bloß, daß die Deutschen schon so weit sind. Dänemark, Amsterdam etc. haben keine mächtigen Automobillobbys und so manch Dogma kriegt man nicht so leicht aus den Köpfen der Menschen raus. In Deutschland glauben ja selbst viele, sie würden über Steuern etc. mehr Geld für die Mobilität abdrücken als die öffentliche Hand in Verkehrswege steckt. Oder daß Unfälle volkswirtschaftlich eine gute Sache seien. Da seh ich schwarz und glaub nicht, daß der Radanteil im Modal Split rasant steigen wird.


Die gibts auch, es soll allerdings auch rücksichtslose Radfahrer geben, wie ich immer wieder in der Stadt beobachten kann. Für die sind dann rote Ampeln auch eher eine Empfehlung und durch die Fußgängerzone wird dann auch gerne mal zügig gefahren, sollen die dummen Fußgänger doch mal aufpassen oder zur Seite springen, wenn die Radler unterwegs sind.

Insofern bin ich erstmal für Nummerschildern an den Fahrrädern, Helmpflicht für Radfahrer und natürlich saftige Strafen für diejenigen, die kreuz und quer rumbrettern ohne Rücksicht auf Verluste. Ach ja, neueste Mode sind ja diese Fahrräder mit Anhänger, mit denen gerne mitten durch die Stadt gefahren wird. Auch hier finde ich, sollte es Einschränkungen geben innerhalb der Stadt, weil diese Fahrräder entsprechend mehr Platz brauchen und diesen auch einfordern.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » Mo 8. Dez 2014, 18:41

Blickwinkel » Mo 8. Dez 2014, 18:36 hat geschrieben:
Die gibts auch, es soll allerdings auch rücksichtslose Radfahrer geben, wie ich immer wieder in der Stadt beobachten kann. Für die sind dann rote Ampeln auch eher eine Empfehlung und durch die Fußgängerzone wird dann auch gerne mal zügig gefahren, sollen die dummen Fußgänger doch mal aufpassen oder zur Seite springen, wenn die Radler unterwegs sind.

Mein Punkt war nur: Die Gesellschaft wird nicht eine andere, nur weil jemand -- wie in Kopenhagen -- nicht mehr mit dem Auto, sondern zukünftig mit dem Rad fährt.

Insofern bin ich erstmal für Nummerschildern an den Fahrrädern, Helmpflicht für Radfahrer und natürlich saftige Strafen für diejenigen, die kreuz und quer rumbrettern ohne Rücksicht auf Verluste. Ach ja, neueste Mode sind ja diese Fahrräder mit Anhänger, mit denen gerne mitten durch die Stadt gefahren wird. Auch hier finde ich, sollte es Einschränkungen geben innerhalb der Stadt, weil diese Fahrräder entsprechend mehr Platz brauchen und diesen auch einfordern.

Also allerlei Maßnahmen, die für die Verkehrssicherheit praktisch nichts bringen, aber viele davon abhalten werden, mit dem Rad zu fahren. Dann noch ein frohes Schnuppern: http://www.handelsblatt.com/unternehmen ... alse#image

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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Fadamo » Mo 8. Dez 2014, 20:53

jack000 » Fr 5. Dez 2014, 22:00 hat geschrieben:Als es vor 100 Jahren nur wenige Autos in Deutschland in den Städten gab, gab es auch so gut wie keine Regularien wie sie heute bekannt sind (Führerschein, TÜV, Verkehrsregeln, Fahrverbote, etc...).
Aber deren Zahl erhöhte sich stetig und es endete in der "Autogerechten Stadt" die heute bereits lange Geschichte ist.

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Wie sich eine stark dominante aber wenig geregelte Fahrradzunft auswirkt, kann man in Kopenhagen beobachten:

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Generell gilt derzeit auch in Deutschland (um das Fahrradfahren attraktiver zu machen): Alles was Fahrrädern in dem Weg steht hat zu weichen oder wird weggeräumt.
Als Ergebnis wird das haben, dass ähnlich wie damals den Autofahrern (deren Belange inzwischen keinerlei Relevanz mehr haben) entsprechende Repressalien aufgedrückt wurden (Was ja auch generell nicht falsch ist).

Aber wie soll die Zukunft des Fahrradfahrwesens in Deutschland (zum Schutz von Fußgängern, Kindern und Behinderten) geregelt und gemaßregelt werden? Wie wird Kopenhagen seine Fahrradpolitik ändern müssen, damit die Missstände behoben werden?




Man sollte indische strassenregeln einführen.
Hat sich sehr bewährt.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Sonnenwaage » Mo 8. Dez 2014, 21:00

jack000 » Fr 5. Dez 2014, 22:00 hat geschrieben:Als es vor 100 Jahren nur wenige Autos in Deutschland in den Städten gab, gab es auch so gut wie keine Regularien wie sie heute bekannt sind (Führerschein, TÜV, Verkehrsregeln, Fahrverbote, etc...).
Aber deren Zahl erhöhte sich stetig und es endete in der "Autogerechten Stadt" die heute bereits lange Geschichte ist.

Nun aber geht es um Fahrradgerechte Städte und einer kontinuierlich steigenden Zahl von Fahrradfahrern, die derzeit quasi ohne wirklich sanktionierbare Regeln ihr Dasein häufig rücksichtslos ausleben.

Wie sich eine stark dominante aber wenig geregelte Fahrradzunft auswirkt, kann man in Kopenhagen beobachten:

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... 77acb.html

Generell gilt derzeit auch in Deutschland (um das Fahrradfahren attraktiver zu machen): Alles was Fahrrädern in dem Weg steht hat zu weichen oder wird weggeräumt.
Als Ergebnis wird das haben, dass ähnlich wie damals den Autofahrern (deren Belange inzwischen keinerlei Relevanz mehr haben) entsprechende Repressalien aufgedrückt wurden (Was ja auch generell nicht falsch ist).

Aber wie soll die Zukunft des Fahrradfahrwesens in Deutschland (zum Schutz von Fußgängern, Kindern und Behinderten) geregelt und gemaßregelt werden? Wie wird Kopenhagen seine Fahrradpolitik ändern müssen, damit die Missstände behoben werden?


Das hat nichts mit der Fahrradpolitik zu tun, sondern mit sexueller Repression.

So aggressiv ist kein normaler Fahrradfahrer.
»Die Wahrheit aber«, so heißt es,»wird Euch frei machen.«
Aber nur, wenn wir unter ihr stehen und die Liebe nicht zerstören.
Denn »wer in der Liebe ist, ist in der Wahrheit.«
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Blickwinkel » Di 9. Dez 2014, 10:02

frems » Mo 8. Dez 2014, 19:41 hat geschrieben:Mein Punkt war nur: Die Gesellschaft wird nicht eine andere, nur weil jemand -- wie in Kopenhagen -- nicht mehr mit dem Auto, sondern zukünftig mit dem Rad fährt.


Also allerlei Maßnahmen, die für die Verkehrssicherheit praktisch nichts bringen, aber viele davon abhalten werden, mit dem Rad zu fahren. Dann noch ein frohes Schnuppern: http://www.handelsblatt.com/unternehmen ... alse#image

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Klar tragen die was zur Verkehrssicherheit bei, wenn hier ähnliche Regeln wie für andere Zweiräder gilt. Das würde auch bürokratisch einiges vereinfachen. Ja, das Feinstaubproblem ließe sich auch durch mehr Elektrofahrzeuge innerstadts reduzieren. Ach ja, eine Helmpflicht und Kennzeichen für Fahrräder wären deswegen ganz gut um die Rowdys mit Bußgeldern zu belegen, denn wie du schon sagst, die Menschen ändern sich nicht ob sie Fahrrad oder Auto fahren. Manche wollen sich nicht an Verkehrsregeln halten und da wäre es gut, wenn man diesen Menschen klar macht, dass diese Regeln keine Gängelung sind, sondern auch zur Verkehrssicherheit dienen.
Zuletzt geändert von Blickwinkel am Di 9. Dez 2014, 10:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon jack000 » Di 9. Dez 2014, 10:27

frems » Mo 8. Dez 2014, 18:41 hat geschrieben:Mein Punkt war nur: Die Gesellschaft wird nicht eine andere, nur weil jemand -- wie in Kopenhagen -- nicht mehr mit dem Auto, sondern zukünftig mit dem Rad fährt.

Autofahrer sind strengen Regeln unterzogen und man hat was zu verlieren, wenn man sich nicht an diese hält.
Fahrradfahrer hingegen können sich da weit mehr rausnehmen und somit ist es ja klar, dass wenn man weniger zu verlieren hat, bzw. ein geringes Risiko eingeht belangt zu werden, ist das Verhalten nun mal ein anderes.

Das Beispiel Kopenhagen zeigt doch ganz klipp und klar, dass es ohne strengere Regeln, mehr Kontrollen und höheren Strafen bei Vergehen nicht geht (Welches Motiv sonst sollte eine fahrradfreundliche Stadt wie Kopenhagen denn haben plötzlich restriktiv gegen Fahrradfahrer vorzugehen? => Natürlich um die schwarzen Schafe herauszufischen!)


Insofern bin ich erstmal für Nummerschildern an den Fahrrädern, Helmpflicht für Radfahrer und natürlich saftige Strafen für diejenigen, die kreuz und quer rumbrettern ohne Rücksicht auf Verluste. Ach ja, neueste Mode sind ja diese Fahrräder mit Anhänger, mit denen gerne mitten durch die Stadt gefahren wird. Auch hier finde ich, sollte es Einschränkungen geben innerhalb der Stadt, weil diese Fahrräder entsprechend mehr Platz brauchen und diesen auch einfordern.

Also allerlei Maßnahmen, die für die Verkehrssicherheit praktisch nichts bringen, aber viele davon abhalten werden, mit dem Rad zu fahren.

Es hat auch niemanden die Kennzeichenpflicht, die Gurtpflicht oder die Kfz.-Zulassungsstelle davon abgehalten, sich ein Auto zu beschaffen.
Genauso wie heute das Dosenpfand und Mülltrennung völlig Alltag sind, werden sich auch die Fahrradfahrer an die Veränderungen gewöhnen und auch im eigenen Interesse gar nicht mehr in Frage stellen.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » Di 9. Dez 2014, 10:38

* edit. Auch egal. Manche werden halt nie verstehen, daß ein Rad kein Auto ist und es neben "Risiken" wie Bußgeldern auch noch das Menschenleben gibt, was scheinbar eh nicht viel zählt.
Zuletzt geändert von frems am Di 9. Dez 2014, 11:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Blickwinkel » Mi 10. Dez 2014, 08:08

frems » Di 9. Dez 2014, 11:38 hat geschrieben:* edit. Auch egal. Manche werden halt nie verstehen, daß ein Rad kein Auto ist und es neben "Risiken" wie Bußgeldern auch noch das Menschenleben gibt, was scheinbar eh nicht viel zählt.


Entschuldige mal, die Helmpflicht dient dem Schutz der Fahrradfahrer und auch die Bußgelder für unbelehrbare Menschen. Wenn jemand mit dem Rad meint, quer bei Rot über eine vielbefahrene Straße zu fahren, dann ist das sehr gefährlich für diese Person, genauso wie für andere, wenn z.B. der Autofahrer diesem Idioten ausweichen muss innerorts.

Oder ein anderes Thema sind Radfahrer, die in dunkeler Kleidung ohne Licht jetzt im Winter rumfahren und leicht von Autos übersehen werden können. Auch hier müsste es eine Pflicht geben, Reflektorwesten zu führen, sobald es dunkel wird.

Aber hey, dient alles nur der Gängelung der Radfahrer, wichtiger ist es, alle Fußgänger und Autofahrer aus der Stadt zu schmeißen, damit die Radfahrer ungestört kreuz und quer fahren können.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 10. Dez 2014, 09:57

Wie viele Unfälle gibt es denn, bei denen Radfahrer Fußgänger über den Haufen fahren? Da muss schon auch die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Die StVO gilt ja auch für Radfahrer und wenn sie erwischt werden, müssen sie auch Bußgelder zahlen, evtl. sollte man in Städten mit großer Radfahrerdichte vermehrt auf Polizisten mit Rädern setzen und so mehr präventiv zu wirken.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Kanzlerqualle » Mi 10. Dez 2014, 11:04

.. laut Statisk ereignen sich 75 % aller Unfälle innerhalb geschlossener Ortschaften und davon sind 75 % auf zu hohe Geschwindigkeit , oder nicht angepaßte Geschwindigkeit zurückzuführen ...
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Ove Haithabu » Mi 10. Dez 2014, 15:01

Blickwinkel » Mon 8. Dec 2014, 18:36 hat geschrieben:
Die gibts auch, es soll allerdings auch rücksichtslose Radfahrer geben, wie ich immer wieder in der Stadt beobachten kann. Für die sind dann rote Ampeln auch eher eine Empfehlung und durch die Fußgängerzone wird dann auch gerne mal zügig gefahren, sollen die dummen Fußgänger doch mal aufpassen oder zur Seite springen, wenn die Radler unterwegs sind.

Insofern bin ich erstmal für Nummerschildern an den Fahrrädern, Helmpflicht für Radfahrer und natürlich saftige Strafen für diejenigen, die kreuz und quer rumbrettern ohne Rücksicht auf Verluste. Ach ja, neueste Mode sind ja diese Fahrräder mit Anhänger, mit denen gerne mitten durch die Stadt gefahren wird. Auch hier finde ich, sollte es Einschränkungen geben innerhalb der Stadt, weil diese Fahrräder entsprechend mehr Platz brauchen und diesen auch einfordern.


Saftige Strafe sind ja bereits vorgeschrieben. Für das Überfahren einer roten Ampel mit dem Fahrrad gibt es zum Beispiel EUR 60 Strafe und 1 Punkt in Flensburg.

Nummernschilder halte ich weder für durchsetzbar noch notwendig. Es gibt ja auch keinen Halter an sich oder eine Zulasslungs- oder Versicherungspflicht für Fahrräder. Es darf ja ferner jedes Kind Fahrrad fahren und man kann andere sein Fahrrad nutzen lassen wie man möchte. Von da her gibt es auch nicht viel, was überprüfen muss und damit schränkt sich auch der Sinn der Nummernschildes ein.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Blickwinkel » Do 11. Dez 2014, 12:08

Kanzlerqualle » Mi 10. Dez 2014, 12:04 hat geschrieben:.. laut Statisk ereignen sich 75 % aller Unfälle innerhalb geschlossener Ortschaften und davon sind 75 % auf zu hohe Geschwindigkeit , oder nicht angepaßte Geschwindigkeit zurückzuführen ...


Von Radfahrern?
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Blickwinkel » Do 11. Dez 2014, 12:14

Ove Haithabu » Mi 10. Dez 2014, 16:01 hat geschrieben:
Saftige Strafe sind ja bereits vorgeschrieben. Für das Überfahren einer roten Ampel mit dem Fahrrad gibt es zum Beispiel EUR 60 Strafe und 1 Punkt in Flensburg.


Es sehen sehr viele Radfahrer es noch als Bagatell an, wenn sie mal eben über rote Ampeln fahren. Gleichzeitig ist das Rad so eine Art Allround-Einsatzgerät, mal wird auf dem Bordstein gefahren, dann wieder auf de Straße oder auf dem Radweg. Je nachdem wie es den Radfahrern beliebt. Mittlerweile gibt es auch in manchen Großstädten Kontrollen, aber noch viel zu wenig.

Mir fällt das eben nur mal auf, wenn ich in der Stadt als Fußgänger unterwegs bin, dass manche Radfahrer kreuz und quer fahren und dadurch natürlich auch Unfälle passieren können.

Nummernschilder halte ich weder für durchsetzbar noch notwendig. Es gibt ja auch keinen Halter an sich oder eine Zulasslungs- oder Versicherungspflicht für Fahrräder. Es darf ja ferner jedes Kind Fahrrad fahren und man kann andere sein Fahrrad nutzen lassen wie man möchte. Von da her gibt es auch nicht viel, was überprüfen muss und damit schränkt sich auch der Sinn der Nummernschildes ein.


Ja und nein, es gibt auch Fahrräder mit Elektromotor usw. oder Fahrräder, die eine Art Harley mit Tretpedalen sind oder eben die üblichen Fahrräder mit Anhänger, die dann den ganzen Radweg blockieren. Also es hat schon Auswüchse angenommen, die man vor Jahren nicht gedacht hat.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » Do 11. Dez 2014, 18:36

Blickwinkel » Mi 10. Dez 2014, 08:08 hat geschrieben:Aber hey, dient alles nur der Gängelung der Radfahrer, wichtiger ist es, alle Fußgänger und Autofahrer aus der Stadt zu schmeißen, damit die Radfahrer ungestört kreuz und quer fahren können.

Das wäre schon ein sinnvollerer Vorschlag. Die Helmpflicht bringt bekanntlich für die Verkehrssicherheit mehr Nach- als Vorteile. Deshalb ist sie abzulehnen, zumindest für Erwachsene. Wer über rot fährt als Radfahrer, begeht ja jetzt schon einen Verstoß. Daher ist da kein Handlungsbedarf, zumal auch gerne Fußgänger von rücksichtslosen Autofahrern über den Haufen gefahren werden und daher der Schulterschluß nicht so recht hinhaut. Wobei Du ja ansatzweise schon erkannt hast, daß ein Fußgänger oder Radfahrer, der sich nicht an die Regeln hält, in erster Linie ein Risiko für sich eingeht. Ein Pkw- oder Lkw-Fahrer aber wird zu einem Risiko für andere. Deshalb differenziert der Gesetzgeber auch und es sollte eigentlich einleuchten.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Ove Haithabu » Do 11. Dez 2014, 21:43

Blickwinkel » Thu 11. Dec 2014, 12:14 hat geschrieben:
Es sehen sehr viele Radfahrer es noch als Bagatell an, wenn sie mal eben über rote Ampeln fahren. Gleichzeitig ist das Rad so eine Art Allround-Einsatzgerät, mal wird auf dem Bordstein gefahren, dann wieder auf de Straße oder auf dem Radweg. Je nachdem wie es den Radfahrern beliebt. Mittlerweile gibt es auch in manchen Großstädten Kontrollen, aber noch viel zu wenig.

Wenn nicht kontrolliert wird, bringt auch eine Kennzeichenpflicht nichts.

Blickwinkel » Thu 11. Dec 2014, 12:14 hat geschrieben:
Mir fällt das eben nur mal auf, wenn ich in der Stadt als Fußgänger unterwegs bin, dass manche Radfahrer kreuz und quer fahren und dadurch natürlich auch Unfälle passieren können.

Autos, Fahrräder und Fußgänger müssen auf der Straße miteinander auskommen. Das der ein oder andere Radfahrer noch Optimierungsspielraum hat, möchte ich ja nicht bestreiten. Allerdings gibt es auch Autofahrer und Fußgänger, die sich so verhalten, dass eine Konfrontation unausweichlich scheint. Als Radfahrer fallen mir zum Beispiel oft Fußgänger oder parkende Autos auf dem Radweg auf.

Blickwinkel » Thu 11. Dec 2014, 12:14 hat geschrieben:
Ja und nein, es gibt auch Fahrräder mit Elektromotor usw. oder Fahrräder, die eine Art Harley mit Tretpedalen sind oder eben die üblichen Fahrräder mit Anhänger, die dann den ganzen Radweg blockieren. Also es hat schon Auswüchse angenommen, die man vor Jahren nicht gedacht hat.

Fahrräder mit Elektromotor müssen soweit ich weiss bereits ein Kennzeichen haben. Der Motor ist, glaube ich, ein ganz guter Ansatzpunkt wenn man die Grenze zwischen Kennzeichen ja oder Kennzeichen nein ziehen will.

Bezüglich der Anhänger muss man die Angelegenheit wohl beobachten. Werden die Anhänger so groß, dass der ganze Radweg blockiert wird, so ist niemanden gedient. Einfach verbieten oder diese "Gefährte" auf Straße oder Fußweg verbannen geht natürrlich auch nicht. Eventuell muss man tatsächlich wohl mal laut über maximale Abmessungen auf Radwegen nachdenken. Am wahrscheinlichsten wäre es wohl, bestimmte Radwege für Fahrräder mit Anhänger zu schliessen aber Radwege generall dafür offen zu lassen.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Blickwinkel » Sa 13. Dez 2014, 17:48

frems » Do 11. Dez 2014, 19:36 hat geschrieben:Das wäre schon ein sinnvollerer Vorschlag. Die Helmpflicht bringt bekanntlich für die Verkehrssicherheit mehr Nach- als Vorteile. Deshalb ist sie abzulehnen, zumindest für Erwachsene. Wer über rot fährt als Radfahrer, begeht ja jetzt schon einen Verstoß. Daher ist da kein Handlungsbedarf, zumal auch gerne Fußgänger von rücksichtslosen Autofahrern über den Haufen gefahren werden und daher der Schulterschluß nicht so recht hinhaut.


Die werden doch auch schon geahndet.

Wobei Du ja ansatzweise schon erkannt hast, daß ein Fußgänger oder Radfahrer, der sich nicht an die Regeln hält, in erster Linie ein Risiko für sich eingeht. Ein Pkw- oder Lkw-Fahrer aber wird zu einem Risiko für andere. Deshalb differenziert der Gesetzgeber auch und es sollte eigentlich einleuchten.


Mir geht es um das Problem, dass man als Fußgänger in der Innenstadt mit Radfahrern, die rücksichtslos fahren hat. Autos fahren dort nur sehr selten und LKWs nur, wenn sie Geschäfte anliefern müssen (das wird auch immer so bleiben oder wie sollen die Waren in die Innenstadtgeschäfte kommen? Per Rad?).
Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken läßt. (Ludwig Erhard)
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Blickwinkel » Sa 13. Dez 2014, 17:50

Ove Haithabu » Do 11. Dez 2014, 22:43 hat geschrieben:Wenn nicht kontrolliert wird, bringt auch eine Kennzeichenpflicht nichts.


Hast Recht, da müssen wir noch kontrollieren.

Autos, Fahrräder und Fußgänger müssen auf der Straße miteinander auskommen. Das der ein oder andere Radfahrer noch Optimierungsspielraum hat, möchte ich ja nicht bestreiten. Allerdings gibt es auch Autofahrer und Fußgänger, die sich so verhalten, dass eine Konfrontation unausweichlich scheint. Als Radfahrer fallen mir zum Beispiel oft Fußgänger oder parkende Autos auf dem Radweg auf.


Tja, Pech, der Autofahrer muss auch auf die Radfahrer Rücksicht nehmen, du als Radfahrer auch auf die Fußgänger.
Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken läßt. (Ludwig Erhard)
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frems
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » So 14. Dez 2014, 13:47

Blickwinkel » Sa 13. Dez 2014, 17:48 hat geschrieben:Mir geht es um das Problem, dass man als Fußgänger in der Innenstadt mit Radfahrern, die rücksichtslos fahren hat. Autos fahren dort nur sehr selten und LKWs nur, wenn sie Geschäfte anliefern müssen (das wird auch immer so bleiben oder wie sollen die Waren in die Innenstadtgeschäfte kommen? Per Rad?).

Dann muß der Straßenraum halt neu verteilt werden, damit Fußgänger und Radfahrer sich seltener auf die Pelle rücken. Wobei die Radfahrer weniger das Problem sind. In Städten wie Berlin sind "nur" 10% aller Fahrzeuge auf den Straßen LKW, aber sie verursachen über 50% der Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern. Dort nun auf einen Radfahrer herumzuhacken, der etwas dicht an einem Fußgänger vorbeifuhr, geht an der Realität gewaltig vorbei. Abgesehen davon: Ja, Räder werden zunehmend für Wirtschaftsverkehre eingesetzt. Natürlich nicht für alle Güter, aber für viele reichen sie aus: http://www.fr-online.de/frankfurt/fahrr ... 89884.html

Hat neben der gesunkenen Unfallquote (und -schwere) auch den Vorteil, daß Lärm und Feinstaub reduziert werden.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.

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