Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 49108
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon Tom Bombadil » So 2. Jun 2019, 15:14

H2O hat geschrieben:(02 Jun 2019, 14:05)

Darauf müßten die Araber aber von allein kommen, nachdem sie 70 Jahre nur Prügel bezogen haben, wenn sie ihr Glück mit Gewalt erreichen wollten.

Klar, die Araber sollen alleine darauf kommen, während die UN und die EU permanent an Israel rummäkeln, weil die sich gegen Krieg und Terror verteidigen, das bestärkt die Terroristen doch nur und dadurch fühlen sie sich im Recht.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Diffamierer der Linken.
Benutzeravatar
Vongole
Vorstand
Beiträge: 10305
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon Vongole » So 2. Jun 2019, 15:28

H2O hat geschrieben:(02 Jun 2019, 14:26)

Das will ich jetzt einmal nicht vermuten. Aber ausschließen kann man auch das nicht. Es reicht auch, wenn in der Außenpolitik herüber kommt: Hier kommt kein Feind, sondern hier kommt jemand, der mit Dir auf Augenhöhe reden will.


1977 sagte Helmut Helmut Schmidt anlässlich der Entführung der Landshut: "Mit Terroristen ist nicht zu verhandeln", und er tat es auch nicht.
Heutzutage verhandelt man nicht nur mit Terroristen wie dem Mullah-Regime, nein, man setzt sich unter Augenhöhe mit ihnen an einen Tisch, lässt sich erpressen um des reinen Profits willen,
schaut zu, wie das Regime mit der Bombe droht, wenn kein Geld fließt, wie dieses Regime Terror überall im Nahen Osten verbreitet, auch und ganz besonders gegen Israel, und lässt eine Demo im eigenen Land zu, die von der Terror-Organisation Hisbollah initiiert,
vom Iran finanziert wird und zur Auslöschung Israels aufruft.

Ach ja, gestern wurden wieder 2 Raketen aus Syrien auf Israel abgeschossen, Liebesgrüße aus Teheran.
Und Sie vertreten allen Ernstes den Standpunkt, Deutschland verhalte sich dabei der Sicherheit Israels entsprechend, und verstehen die daran vorgebrachte Kritik nicht? :rolleyes:
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 34297
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon H2O » So 2. Jun 2019, 17:00

Vongole hat geschrieben:(02 Jun 2019, 15:28)

1977 sagte Helmut Helmut Schmidt anlässlich der Entführung der Landshut: "Mit Terroristen ist nicht zu verhandeln", und er tat es auch nicht.
Heutzutage verhandelt man nicht nur mit Terroristen wie dem Mullah-Regime, nein, man setzt sich unter Augenhöhe mit ihnen an einen Tisch, lässt sich erpressen um des reinen Profits willen,
schaut zu, wie das Regime mit der Bombe droht, wenn kein Geld fließt, wie dieses Regime Terror überall im Nahen Osten verbreitet, auch und ganz besonders gegen Israel, und lässt eine Demo im eigenen Land zu, die von der Terror-Organisation Hisbollah initiiert,
vom Iran finanziert wird und zur Auslöschung Israels aufruft.

Ach ja, gestern wurden wieder 2 Raketen aus Syrien auf Israel abgeschossen, Liebesgrüße aus Teheran.
Und Sie vertreten allen Ernstes den Standpunkt, Deutschland verhalte sich dabei der Sicherheit Israels entsprechend, und verstehen die daran vorgebrachte Kritik nicht? :rolleyes:


Ich verstehe alles mögliche; aber ich meine, daß der Wahnsinn ohne Gespräche nicht
beendet werden wird. Helmut Schmidts Terroristen waren von der politischen und militärischen Macht her kein lebensgefährlicher Gegner. Das sehe ich im Fall Iran anders.

Für Europa und Deutschland ist es wichtig, daß Iran keine Kernwaffen einsetzen kann. Das dürfte in gleicher Weise für Israel eine Überlebensfrage sein. Mir ist der Verhandlungsweg lieber.
Benutzeravatar
Vongole
Vorstand
Beiträge: 10305
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon Vongole » So 2. Jun 2019, 17:18

H2O hat geschrieben:(02 Jun 2019, 17:00)

Ich verstehe alles mögliche; aber ich meine, daß der Wahnsinn ohne Gespräche nicht
beendet werden wird. Helmut Schmidts Terroristen waren von der politischen und militärischen Macht her kein lebensgefährlicher Gegner. Das sehe ich im Fall Iran anders.

Für Europa und Deutschland ist es wichtig, daß Iran keine Kernwaffen einsetzen kann. Das dürfte in gleicher Weise für Israel eine Überlebensfrage sein. Mir ist der Verhandlungsweg lieber.


Das dürften die Hinterbliebenen von Ponto, Schleyer, der deutschen Diplomaten von Stockholm, Kapitän Schumann wohl anders sehen.
Und spätestens nach dem Mykonos-Attentat 1992 in Berlin wissen deutsche Regierungen genau, wie das Mullah-Regime tickt.

Dass dieses Regime nur eins versteht, zeigt das Gesprächsangebot Rohanis vom Samstag an die USA.
Europa, und damit auch Deutschland hat der Iran dagegen mit der Weiterentwicklung der Bombe gedroht.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 34297
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon H2O » So 2. Jun 2019, 18:35

Vongole hat geschrieben:(02 Jun 2019, 17:18)

Das dürften die Hinterbliebenen von Ponto, Schleyer, der deutschen Diplomaten von Stockholm, Kapitän Schumann wohl anders sehen.
Und spätestens nach dem Mykonos-Attentat 1992 in Berlin wissen deutsche Regierungen genau, wie das Mullah-Regime tickt.

Dass dieses Regime nur eins versteht, zeigt das Gesprächsangebot Rohanis vom Samstag an die USA.
Europa, und damit auch Deutschland hat der Iran dagegen mit der Weiterentwicklung der Bombe gedroht.


Jeder Mensch für sich allein hat nur ein Leben. Aber neben der Trauer über den Verlust dieser einzelnen Menschen habe ich mir ein Gefühl für das Ausmaß des Schreckens bewahrt, der von einem durchgeknallten Herrschaftssystem ausgehen kann. Wenn Iran... wie angedroht... in einem Jahr die Arbeiten an Kernwaffen wieder aufnimmt, dann ist eine neue Lage entstanden, die neue Antworten benötigt. Bis dahin sollte die EU und auch Deutschland den Versuch fortsetzen, Iran von Kernwaffen ab zu bringen.

Das iranische Gesprächsangebot an die USA war eine einzige Provokation: "Wir können uns jederzeit treffen, aber wenn Du nichts an zu bieten hast, dann kannst Du auch zu Hause bleiben!" So, wie die Dinge liegen, würde ich das Gespräch dennoch führen. Aber ein roter Teppich sieht anders aus.
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 18742
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 08:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon Dark Angel » Mo 3. Jun 2019, 13:33

H2O hat geschrieben:(01 Jun 2019, 20:22)

Es geht eben darum, das Mullah-Herrschaftssystem davon ab zu bringen:

1.
einen noch größeren Krieg im Nahen Osten vom Zaun zu brechen

2.
sich Kernwaffen zu beschaffen, mit denen dann die Vernichtung Israels in einem Krieg vorstellbar ist.

Beides ist nicht im Interesse unseres Landes. Deshalb unternimmt es etwas, um diese Entwicklung zu hemmen. Darin ist es auch nicht allein in Europa; wohl aber sind seine Verbindungen zu Israel besonders zahlreich und gut.

Das funktioniert jedoch nicht, wenn man dem Mullahregime in den Arxxx kriecht, wie die Bundesregierung das macht, das funktioniert nur, indem man politisch/diplomatisch "klare Kante" zeigt und notfalls Sanktionen anwendet.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
PeterK
Beiträge: 9536
Registriert: Di 31. Mai 2016, 11:06

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon PeterK » Mo 3. Jun 2019, 14:23

Dark Angel hat geschrieben:(03 Jun 2019, 13:33)
Das funktioniert jedoch nicht, wenn man dem Mullahregime in den Arxxx kriecht, wie die Bundesregierung das macht, das funktioniert nur, indem man politisch/diplomatisch "klare Kante" zeigt und notfalls Sanktionen anwendet.

Du hast meine Frage dazu wahrscheinlich überlesen:
PeterK hat geschrieben:(02 Jun 2019, 10:18)
BTT: Wie "knallhart" soll sich die deutsche Regierung Deiner Ansicht nach gegenüber dem Mullahregime verhalten? Sollte man dem Beispiel der "Resolution 661" (1990) folgen?
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 18742
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 08:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon Dark Angel » Mo 3. Jun 2019, 14:29

H2O hat geschrieben:(01 Jun 2019, 20:32)

Alles wohlbekannt und oft genug dargestellt! Mit Iran wurden unter wesentlicher Beteiligung Deutschlands Verträge ausgehandelt, die die Herstellung von Kernwaffen in Iran verhindern sollen. Deutschland und seine europäischen Partner stehen auch zu diesen Verträgen und versuchen zu retten, was davon zu retten ist. Aus europäischer Sicht ist das im besten Interesse Israels und der Begrenzung des Nahostkonflikts, in dem nicht nur Israel bei Leib und Leben bedroht ist.

Und was, bitte sehr, hat das mit dem "Frieden im Nahen Osten" zu tun, was hat das mit Friedensverhandlungen zwischen Palästinensern und Israel zu tun?
Kannst du bitte erklären, was dieser Strohmann soll?
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 34297
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon H2O » Mo 3. Jun 2019, 14:51

Dark Angel hat geschrieben:(03 Jun 2019, 14:29)

Und was, bitte sehr, hat das mit dem "Frieden im Nahen Osten" zu tun, was hat das mit Friedensverhandlungen zwischen Palästinensern und Israel zu tun?
Kannst du bitte erklären, was dieser Strohmann soll?


Den Strohmann können Sie sich gern erzeugen, wenn Ihnen das Genugtuung verschafft. Ich sehe den Nahostkonflikt als fast nicht auflösbares Knäuel, und selbst verständlich kamen wir beiden in diese Auseinandersetzung über das Thema AlKuds-Demonstration, für die ich gar kein Verständnis habe, wenn sie auf deutschem Staatsgebiet zugelassen wird. Die Verbindung zu Palästinensern werden Sie sicher ohne meine Hilfe hinbekommen. Was Kernwaffen in diesem Knäuel bedeuten, dürfte Ihnen auch klar sein. Da grenzen drei Möchtegern-Imperien aneinander, und je nach Entwicklung der Lage arbeiten sie gegeneinander oder miteinander. Hoffen wir einmal auf beständiges Gegeneinander.
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 18742
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 08:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon Dark Angel » Mo 3. Jun 2019, 14:52

H2O hat geschrieben:(02 Jun 2019, 14:11)

Ich bin der Überzeugung, daß die Bundesregierung sich im besten Interesse Israels verhält, wenn sie im Einzelfall abwägt, wie sie Beziehungen zu Feinden Israels gestaltet. Das wollen und können Leute nicht verstehen, die auf bedingungslose Gefolgschaft setzen.

Achso und dieses "Abwägen, wie sich die Bundesregierung am besten im Interesse Israels verhält", besteht dann darin, dass die Bundesregierung zusammen/gemeinsam MIT dem Mullahregime für UN-Resulutionen GEGEN Israel stimmt.
Das ist natürlich auch ne Logik, wenn auch eine ziemlich verquere.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 34297
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon H2O » Mo 3. Jun 2019, 15:01

Dark Angel hat geschrieben:(03 Jun 2019, 13:33)

Das funktioniert jedoch nicht, wenn man dem Mullahregime in den Arxxx kriecht, wie die Bundesregierung das macht, das funktioniert nur, indem man politisch/diplomatisch "klare Kante" zeigt und notfalls Sanktionen anwendet.


Das macht man aber erst, wenn Hopfen und Malz verloren ist. Und so weit sind wir da noch nicht. Das könnte eintreten, wenn in angekündigter Jahresfrist Iran die Entwicklung von Kernwaffen wieder aufnimmt. Bis dahin bemüht sich die deutsche Außenpolitik mit ihren Partnern in Europa darum, Iran von diesem verhängnisvollen Irrweg ab zu bringen.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 34297
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon H2O » Mo 3. Jun 2019, 15:08

Dark Angel hat geschrieben:(03 Jun 2019, 14:52)

Achso und dieses "Abwägen, wie sich die Bundesregierung am besten im Interesse Israels verhält", besteht dann darin, dass die Bundesregierung zusammen/gemeinsam MIT dem Mullahregime für UN-Resulutionen GEGEN Israel stimmt.
Das ist natürlich auch ne Logik, wenn auch eine ziemlich verquere.


Die Logik ist dabei, daß bedingungslose Gefolgschaft ungefähr so viele konstruktive Gespräche mit Feinden Israels zuläßt, wie sie die israelische Regierung mit ihren Gegnern führt. Israelische Regierungen konnten das aber schon einmal anders, siehe Ägypten oder Jordanien.
PeterK
Beiträge: 9536
Registriert: Di 31. Mai 2016, 11:06

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon PeterK » Mo 3. Jun 2019, 17:39

Dark Angel hat geschrieben:(03 Jun 2019, 17:26)
Ich habe nichts von "knallhart" geschrieben [...]

Naja:
Dark Angel hat geschrieben:(01 Jun 2019, 19:50)
Nein, da ist nix ähnlich, weil die Bundesregierung nämlich NICHT mit der DDR-Regierung gekuschelt, sondern knallharte Bedingungen gestellt hat [...]

Du beantwortest übrigens meine Frage zu den Sanktionen (Resolution 661) nicht. Sollten die deutsche und andere Regierungen nach dem Muster verfahren, wenn es um den Iran geht?
Benutzeravatar
Dark Angel
Moderator
Beiträge: 18742
Registriert: Fr 7. Aug 2009, 08:08
Benutzertitel: From Hell

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon Dark Angel » Mo 3. Jun 2019, 20:15

PeterK hat geschrieben:(03 Jun 2019, 17:39)

Naja:

Du beantwortest übrigens meine Frage zu den Sanktionen (Resolution 661) nicht. Sollten die deutsche und andere Regierungen nach dem Muster verfahren, wenn es um den Iran geht?

Aus welchem Grund sollte ich deinen Strohmann füttern?!
Ich habe geschrieben, dass sich die Bundesregierung eindeutig positionieren soll - gemeint ist damit politisch positionieren und ich schrieb notfalls Sanktionen.
Wie Du da auf den Trichter kommst, ich könnte Sanktionen militärischer Art meinem, wird wohl Dein Geheimnis bleiben!
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen
Benutzeravatar
Moses
Vorstand
Beiträge: 11907
Registriert: Di 20. Mär 2012, 14:43
Benutzertitel: Cogito ergo hic erro.
Wohnort: Da wo die Liebste wohnt

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon Moses » Mo 3. Jun 2019, 20:57

Zur Reinigung geschlossen.

Moses
Mod
+++++++++++++++++++++++++++++++
wieder offen.

Moses
Mod
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Benutzeravatar
Vongole
Vorstand
Beiträge: 10305
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon Vongole » Mi 17. Jul 2019, 16:17

Führende Antisemitismusforscher/innen und andere Wissenschaftler/innen aus Deutschland und dem Ausland richten einen dringenden Appell an die Bundesregierung, den BDS-Beschluss des Bundestages mitzutragen:
Erklärungen deutscher und internationaler Wissenschaftler, die BDS als legitim und friedlich darstellen, versetzen uns in tiefe Sorge. Denn sie verkennen die heute gefährlichste Form des Antisemitismus, die sich gegen den Staat Israel als das lebendige Zeichen jüdischen Lebens in der Gegenwart und den einzigen Zufluchtsort für verfolgte Juden richtet. Indem sie sich um Argumente für die politische Legitimierung von BDS bemühen, fördern sie – ganz sicher ohne Absicht – antisemitische Kräfte in der gesamten Gesellschaft. Gerade Wissenschaftler, die sich mit dem Nahen Osten befassen, sollten sich dieser Gefahr bewusst sein.

Wir appellieren daher an die Bundesregierung und alle ihre Ministerien, sich in aller Klarheit den Beschluss des Bundestages zu eigen zu machen, um der BDS-Kampagne keinen Raum zu bieten.

https://fmueller-rosentritt.abgeordnete ... semitismus

Die FAZ hat zu diesem - und dem anderen - Appell einen bemerkenswerten Artikel verfasst:

Wegbereiter des Judenhasses
Die Bewegung BDS sagt, sie kritisiere Israel – in Wahrheit liefert sie die israelischen Juden einem Umfeld aus, das sie vernichten will


und beleuchtet auch die Haltung unseres Außeministeriums:

Kurios wirkt die Haltung des deutschen Außenministeriums, das einerseits Ehrenerklärungen zum Schutz Israels abgibt und zugleich Staaten hofiert, die offen dessen Zerstörung betreiben. War es ein Akt der Diplomatie, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dem diktatorischen Regime Irans, dessen religiöses Staatsoberhaupt den Holocaust leugnet und alle Juden umbringen will, zum vierzigsten Geburtstag gratulierte? Oder drückt sich hier eine Haltung aus, die an der Existenz des israelischen Staates nur rhetorisch interessiert ist? Warum fördert das Auswärtige Amt den Wohltätigkeitsverein Islamic Relief, der zum Aktionsgeflecht der islamistischen Muslimbruderschaft gehört und im Verdacht steht, einen Teil der Steuergelder an die Terrororganisation Hamas weiterzuleiten? Die Hamas beschwört in ihrer bis heute gültigen Charta: „The Day of Judgment will not come about until Moslems fight Jews and kill them. Then, the Jews will hide behind rocks and trees, and the rocks and trees will cry out: ,O Moslem, there is a Jew hiding behind me, come and kill him‘.“

Die Justiz hat dazu ebenso wie der Koalitionsvertrag klar Position bezogen: Verfassungsfeindliche Vereine dürfen nicht unterstützt werden, was, sollte man meinen, auch für Terrororganisationen gilt. Die Förderung von Bewegungen, die sich am Rand der Verfassung und darüber hinaus bewegen, hat in der SPD allerdings eine breitere Basis. So ließ sich eine Aktivistin des von der sozialdemokratischen Staatssekretärin Sawsan Chebli gegründeten Vereins Juma mit einem Maschinengewehr auf dem Holocaust-Mahnmal ablichten. Wo blieb der Aufschrei der Genossen?

https://edition.faz.net/faz-edition/feu ... 8/?GEPC=s9
Benutzeravatar
Vongole
Vorstand
Beiträge: 10305
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon Vongole » Mi 14. Aug 2019, 16:20

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Müller-Rosentritt rechnet mit der Nahost-Politik der Bundesregierung ab:

Es wäre längst an der Zeit, dass Deutschland gemeinsam mit seinen europäischen und anderen westlichen Verbündeten eine sehr viel stärkere aussenpolitische Gestalterrolle einnähme. Doch die Bilanz – insbesondere in der Nahostpolitik in den vergangenen anderthalb Jahren unter Aussenminister Heiko Maas – ist kläglich.
Während verbündete Demokratien regelmässig vor den Kopf gestossen werden, geht man im Auswärtigen Amt allzu oft auf Kuschelkurs gegenüber autoritären und totalitären Staaten. Darunter leidet vor allem das Verhältnis zu Israel, Deutschlands wichtigstem Partner in der krisengeschüttelten Region des Nahen Ostens. Unter Heiko Maas, der laut eigenen Angaben einst wegen Auschwitz in die Politik gegangen ist, jagt in der Nahostpolitik ein fragwürdiger Fehltritt den nächsten.

https://www.nzz.ch/meinung/die-aussenpo ... ktcid=smsh

Es wird Zeit, dass die FDP wieder in Regierungsverantwortung kommt, und Deutschland dann vielleicht durch einen Außenminister von Format repräsentiert wird, der schöne Worte mit Inhalten füllt.
Eulenwoelfchen

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mi 14. Aug 2019, 21:24

Was sagt eigentlich die "Diplomatin" dazu? - Wohl nichts, was den Herrn Maas und sein Gewissen zum Umdenken bewegen könnte...
---
Träumst du auch manchmal davon, dass du im Doppelschlafsack unbehelligt vor einer Synagoge in D liegst? Mit einem (mir nicht bekannten, dafür dir höchst sympathischen) Kerl?
Und während ihr ein Tütchen raucht, kommt ein FDP- Bundesaussenminister des Weges und gratuliert dir zu deiner graziösen Haltung. Das Kompliment von diesem
Mann mit Format gefällt dir. Und du lässt ihn zur Belohnung einmal ziehen. :D

Anspieltipp:
Eulenwoelfchen

Re: Umgang der Bundesregierung mit Israel und dem Nahostkonflikt

Beitragvon Eulenwoelfchen » Do 15. Aug 2019, 09:33

Vongole hat geschrieben:(14 Aug 2019, 16:20)

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Müller-Rosentritt rechnet mit der Nahost-Politik der Bundesregierung ab:

[i]...Doch die Bilanz – insbesondere in der Nahostpolitik in den vergangenen anderthalb Jahren unter Aussenminister Heiko Maas – ist kläglich....


Vielleicht ein kleiner Hoffnungsschimmer. Heiko Maas ist angeblich auch als möglicher, neuer SPD-Vorsitzender im Kandidatentheater aufgetaucht.
In diese bezüglich Israel obskure Partei würde er als Parteihäuptling (und scheinheiliger Israelfreund) sicherlich besser passen und auch weniger politischen Schaden anrichten können.
Im Grunde war Maas schon immer ein politisches Leichtgewicht. Jemand, der weder im Saarland, noch sonst irgendwo etwas zustande brachte, das man nicht
in der Rubrik "Labertasche" einsortieren müsste, sondern im Bereich tatkräftiger, guter Politik. Ein typischer, politischer Nichtsnutz in Dandymanier, der sich ölig wie eine Sardine
in seinem persönlichen Karrierekanal hochschlängelt. In D geht das gut. Ölsardinen sind hierzulande recht beliebt.

Die Frage ist halt, welchen Nachfolger/in er haben wird? - Die Bestandsaufnahme des FPD-Gastschreibers ist ernüchternd, leider nur zu wahr und
realitätszutreffend. Kurzum: Eine Beschreibung der deutschen Regierungshaltung, die man nur noch unanständig, unnötig und katastrophal nennen kann...

Und leider etwas, wo unsere amtierende Kanzlerin und ihre CDU (bewusst?) versagt, indem sie nicht korrigiert... *Es ist einfach eine Schande*

Zurück zu „35. Israel & Palästina“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste