Linker Antisemitismus

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schokoschendrezki
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 8. Jul 2020, 00:56

JJazzGold hat geschrieben:(19 Jun 2020, 11:55)

Lassalle.....war das nicht derjenige, den Marx als “kraushaarigen Niggerjuden“ bezeichnete?

Letztendlich war Marx nicht weniger Antisemit als Luther. Beide forderten von den Juden sich ihrer Religion zu entledigen, wenn auch aus unterschiedlicher Intention in der geforderten Assimilation.

Die Rede vom "jüdischen Nigger Lassalle" steht in einem Brief an Engels, in welchem es um die prekäre finanzielle Lage von Marx geht und um die Ablehnung eines daraus resultierenden Geldleihgesuchs an Lassalle. Bei Marx als Person und bei den Marxens als Familiie, das sollte man wissen, ging es so zu: Wenn kein Geld da war, war kein Geld da und zur Not brachte man das Klavier ins Pfandleihhaus und Marx saß im Lesesaal der öffentlichen Bibliothek und tüftelte am "Kapital". Wenn Geld da war, flossen Wein und Champagner. Lassalle kam bekanntlich in deinem Duell wegen einer Frauengeschichte ums Leben. Jüdischer Herkunft waren sie beide. Also: Ideologie? Ich würde das eher für einen deftigen Ausbruch zwischen Leuten halten, die beide ziemlich gut wissen, wer sie sind und wohin sie beide gemeinsam gehören. Aber .., gehört das nicht ins Forum 8 :p

Der Linke Antisemitismus - hier in Europa jedenfalls - ist vielleicht am wirksamsten zu bekämpfen durch eine - im linksliberalen Sinne - positive Erzählung vom Projekt Zionismus. Das sollte solchen Erzählungen wie denen von Kuba oder Nicaragua entgegengesetzt werden. Die "Sandinisten", ehemalige Groß-Helden linker Erzählungen sind heute schlimmere Autokraten und Selbstbereicherer als der Somoza-Clan, gegen den sie in den 70er antraten. Und womit sie fast schon einen biblisch verklärten Befreier- und Erlösermythos erlangten. Tatsächlich jedoch ist das Zionismus-Projekt an sich bis heute wesentlich besser geeignet für eine linksutopische Erzählung. Vorausgesetzt man reduziert "Israel" und "Zionismus" nicht auf die gegenwärtige Regierung Israels. Die Herstellung einer festen positiven Assoziation zu Wörtern wie "Israel" und "Zionismus" innerhalb der linksliberalen Kultur Europas ... das wäre eine gute Sache ... auch als Gegenposition zu dieser traditionellen Festlegung auf "nationale Befreiungsbewegungen". Zionismus als ursprünglich eiigentlich linkes Projekt. Und auch als Gegenstrategie zu den erwartungsgemäß negativen Folgen für den Trump-Nahost-Plan.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Perkeo » Fr 24. Jul 2020, 07:15

Selina hat geschrieben:(18 Jun 2020, 16:57)

Ich setze nichts gleich. Ich stelle nur fest, dass der hochgelobte Autor an einer Online-Zeitung mitwirkt, die sich inhaltlich im Grenzbereich erzkonservativ bis neurechts bewegt. Und diesem Mann soll ich dann eine Marx-Analyse glauben?

Wenn du umgekehrt dann auch nie wieder die Analyse eines Marxisten über den Kapitalismus - oder die Analyse eines Palästinensers über Israel - glaubst, wäre dies selbstkonsistent.
Generell aber ist argumentum ad personam ein schlechter Ratgeber. Eine Äußerung ist nicht rassistisch, weil sie von einem “Rechten” geäußert wird, sondern rassistische Äußerungen machen den Rassisten. Alle die Marx entschuldigen, sollten sich überlegen was sie sagen würden wenn Bismarck das Gleiche gesagt hätte.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Maxxy01 » Fr 24. Jul 2020, 10:51

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 Jul 2020, 00:56)
Zionismus als ursprünglich eiigentlich linkes Projekt.

War es so? Zionismus ist doch jüdischer Nationalismus und Nationalismus ist per se rechts.
Wenn ein Linker (Antinationalist) den Zionismus ablehnt, muss das Motiv nicht zwangsläufig Judenhass sein.

"Linker Antisemitismus" ist an sich ein Widerspruch, denn Linke verachten keine Menschen aufgrund von Hautfarbe, Relgion, Herkunft, Ethnie, Nationalität.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Billie Holiday » Fr 24. Jul 2020, 10:59

Maxxy01 hat geschrieben:(24 Jul 2020, 10:51)

War es so? Zionismus ist doch jüdischer Nationalismus und Nationalismus ist per se rechts.
Wenn ein Linker (Antinationalist) den Zionismus ablehnt, muss das Motiv nicht zwangsläufig Judenhass sein.

"Linker Antisemitismus" ist an sich ein Widerspruch, denn Linke verachten keine Menschen aufgrund von Hautfarbe, Relgion, Herkunft, Ethnie, Nationalität.


Ganz im Gegenteil finden sie alle ganz toll, ohne diese persönlich zu kennen. Ein „ich hab dich gern, weil du schwarz bist“ ist ein subtiler Rassismus, den man nicht sofort merkt. :thumbup:
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon JJazzGold » Fr 24. Jul 2020, 11:04

Billie Holiday hat geschrieben:(24 Jul 2020, 10:59)

Ganz im Gegenteil finden sie alle ganz toll, ohne diese persönlich zu kennen. Ein „ich hab dich gern, weil du schwarz bist“ ist ein subtiler Rassismus, den man nicht sofort merkt. :thumbup:


:thumbup: Perfekt ausgedrückt.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Maxxy01 » Fr 24. Jul 2020, 11:06

Billie Holiday hat geschrieben: Ein „ich hab dich gern, weil du schwarz bist“ ist ein subtiler Rassismus, den man nicht sofort merkt. :thumbup:


Das stimmt, aber wer denkt schon so?
Die Christen vielleicht, mit ihrer Nächstenliebe.

Aber sonst sollte doch jeder wissen, dass sich alle Menschen charakterlich unterscheiden.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon tarkomed » Fr 24. Jul 2020, 11:16

Billie Holiday hat geschrieben:(24 Jul 2020, 10:59)

Ganz im Gegenteil finden sie alle ganz toll, ohne diese persönlich zu kennen.

Immer noch besser, als wenn man sie hassen würde, ohne sie persönlich zu kennen. Das kommt nämlich viel häufiger vor, aber nicht bei den Linken.
Billie Holiday hat geschrieben:(24 Jul 2020, 10:59)
Ein „ich hab dich gern, weil du schwarz bist“ ist ein subtiler Rassismus, den man nicht sofort merkt. :thumbup:

Warum muss denn die Hautfarbe eine Rolle spielen, ob man jemanden liebhat oder nicht?
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
Wenn sie es trotzdem tun, dann bist du es...
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 24. Jul 2020, 12:56

Maxxy01 hat geschrieben:(24 Jul 2020, 10:51)

War es so? Zionismus ist doch jüdischer Nationalismus und Nationalismus ist per se rechts.
Wenn ein Linker (Antinationalist) den Zionismus ablehnt, muss das Motiv nicht zwangsläufig Judenhass sein.

"Linker Antisemitismus" ist an sich ein Widerspruch, denn Linke verachten keine Menschen aufgrund von Hautfarbe, Relgion, Herkunft, Ethnie, Nationalität.


->

Israelische Rechtskonservative fürchten eine „antizionistische“ Regierung. Sich selbst sehen sie als Garanten des zionistischen Traums und nennen sich Neo-Zionisten. Aber was soll das sein? Schließlich war der Zionismus von jeher eher links geprägt.

Interessanter, empfehlenswerter Beitrag: https://www.deutschlandfunkkultur.de/ne ... _id=460336 ("Eine rechtskonservative Idee mit linken Wurzeln").
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon BlueMonday » Fr 24. Jul 2020, 14:38

schokoschendrezki hat geschrieben:(24 Jul 2020, 12:56)

->


Interessanter, empfehlenswerter Beitrag: https://www.deutschlandfunkkultur.de/ne ... _id=460336 ("Eine rechtskonservative Idee mit linken Wurzeln").



Wobei es damals auch linke oder liberale Vorstellungen gab, die Diaspora weiterhin vorzuziehen. Und diese Ansicht gibt es offensichtlich bis heute. Mehr als die Hälfte der Juden lebt eben dauerhaft nicht in Israel.
Und das ist es ja wohl, was heute auch noch als "links" gilt, eine weltweite Zerstreutheit vs eines strikten, isolierenden Nationalismus.

Und hier noch ein interessantes Buch über das Verhältnis von zionistischer Bewegungen und Antisemitismus im 3. Reich (von Francis R. Nicosia):

http://www.igdj-hh.de/files/IGDJ/pdf/ha ... tismus.pdf

"Er stellte heraus, dass Theodor Herzl mit der Veröffentlichung seines Werkes Der Judenstaat: Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage (1896) ein zum Teil taktisches Ziel verfolgt hatte. Herzl wollte damit auch die Unterstützung nichtjüdischer Gruppen für seine Vorschläge erreichen, die unter Juden umstritten waren und in der damaligen Zeit kaum Anklang fanden. Da die jüdischen Reaktionen auf Herzls Buch größtenteils negativ waren, hoffte er auf positive Reaktionen von nichtjüdischer Seite. Und diese Rezipienten sprachen durchaus darauf an : Ihre Reaktionen reichten von Gleichgültigkeit bis zu Akzeptanz und sogar Enthusiasmus. Insgesamt beschrieb Herzl die Reaktion der Antisemiten folgendermaßen : »Die Antisemiten behandeln mich fair.«11 Zur Zeit der Veröffentlichung des Buches Der Judenstaat scheint sich Herzl damit auseinandergesetzt zu haben, dass das Verhältnis zwischen Antisemiten und Zionisten für beide Seiten in den kommenden Jahren ein heikles Thema sein würde. Während nichtjüdische Kritik am Zionismus oder dem Staat Israel heutzutage oft als Ausdruck eines tiefer liegenden Antisemitismus gewertet werden, so hätte zu Herzls Zeit eine nichtjüdische Unterstützung der zionistischen Idee zu einer ähnlichen Wirkung führen können."

Zum einen wird da die innerjüdische Kontroverse zum Thema Zionismus wieder bewusst (die es auch bis zum heutigen Tage gibt). Und interessant auch, dass damals die Vorzeichen völlig umgekehrt waren. Dass man gerade mit einer starken Befürwortung des Zionismus sich eher dem Verdacht des Antisemitismus "aussetzte". Und eine gewisse "Überlappung" der Interessen beider so verschieden wirkender Gruppen gab es damals ja unübersehbar.
Greif niemals in ein Wespennest, doch wenn du greifst, dann greife fest.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 24. Jul 2020, 16:50

BlueMonday hat geschrieben:(24 Jul 2020, 14:38)

Wobei es damals auch linke oder liberale Vorstellungen gab, die Diaspora weiterhin vorzuziehen. Und diese Ansicht gibt es offensichtlich bis heute. Mehr als die Hälfte der Juden lebt eben dauerhaft nicht in Israel.
Und das ist es ja wohl, was heute auch noch als "links" gilt, eine weltweite Zerstreutheit vs eines strikten, isolierenden Nationalismus.


Montreal, Toronto und natürlioch New York. Nur als Beispiel zu Montreal:
The Jewish left and secular Jewish culture have flourished in Montreal, producing famous artists and public figures such as Charles Krauthammer, Mort Zuckerman, Naomi Klein, Leonard Cohen, Irving Layton and Gerald Cohen.

"Zerstreutheit" kann man das wohl nicht nennen. Es sind eher einzelne urbane Zentren dann auch nicht ganz linker sondern doch eher liberaler oder linksliberaler jüdischer Kultur. Ich persönlich bin in dieser Hinsicht vor allem von der musikalischen Szene um die etwas neuere Band "God Speed You! Black Emperor" und speziell von dessen Kontrabassisten Thierry Amar und seinen Projekten "Black Ox Orkestar" und "A Silver Mt. Zion" beeinflusst. Einen ziemlich linksliberalen oder zumindest antikonservativen Bias haben die schon.

Jetzt kommt aber in jüngerer Zeit ein angebliches Revival der definitiv sehr sehr linken Kibbuz-Bewegung in Israel selbst dazu. "Angeblich" deshalb, weil ich dies selbst und aus erster Hand nicht objektiv beurteilen kann. Dieses Revival kann ganz einfach auch mit den Teuerungen und insbesondere den Mietsteigerungen in Israel zusammenhängen. Die Bewerbung bei einem der neueren privaten oder auch klassischen gemeinschaftlichen Kibuzze kann natürlich auch einfach damit zusammenhängen, dass sich selbst sagen wir mal ein gutverdienender Programmierer aus Tel Aviv dort eine Wohnung nicht mehr leisten kann oder will und auf der anderen Seite keine Lust hat, wie etliche seiner Landsleute für eine gewisse Zeit in eine europäische Metropole wie Berlin zu wechseln.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Gutmensch1 » Sa 25. Jul 2020, 12:11

Billie Holiday hat geschrieben:(24 Jul 2020, 10:59)

Ganz im Gegenteil finden sie alle ganz toll, ohne diese persönlich zu kennen. Ein „ich hab dich gern, weil du schwarz bist“ ist ein subtiler Rassismus, den man nicht sofort merkt. :thumbup:


In zwei Sätzen alles auf den Punkt gebracht. Respekt! :thumbup:
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Vongole » Sa 25. Jul 2020, 23:51

Ich möchte euch bitten, beim Thema zu bleiben, und das hat weder etwas mit der Kibbuz-Bewegung noch mit rechts-links-Verortung zu tun.

- Mod. -
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Findulin » So 26. Jul 2020, 17:22

Maxxy01 hat geschrieben:(24 Jul 2020, 10:51)

"Linker Antisemitismus" ist an sich ein Widerspruch, denn Linke verachten keine Menschen aufgrund von Hautfarbe, Relgion, Herkunft, Ethnie, Nationalität.



Das sehen die Linken selbst offenbar anders: https://www.facebook.com/photo.php?fbid ... 0..&type=3
Der Satz "Straßburg war mal deutsch" erzeugt Aufregung, Empörung und Parteiaustritte - Harald Schmidt
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Maxxy01 » So 26. Jul 2020, 19:06

Findulin hat geschrieben:(26 Jul 2020, 17:22)

Das sehen die Linken selbst offenbar anders: https://www.facebook.com/photo.php?fbid ... 0..&type=3

Es kommt vor, dass manch Linker unlinkes Zeug von sich gibt.
Wenn Frau Wagenknecht über Asylanten redet, klingt sie auch wie eine von der AfD.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon McKnee » So 26. Jul 2020, 21:55

Maxxy01 hat geschrieben:(26 Jul 2020, 19:06)

Es kommt vor, dass manch Linker unlinkes Zeug von sich gibt.
Wenn Frau Wagenknecht über Asylanten redet, klingt sie auch wie eine von der AfD.


Also machst du es so, wie es passt

Wenn Meuthen sagt, wir sind keine Rechtsextremisten, dann lügt er.

Macht das Leben leichter, auch wenn es an den Realitäten vorbei ist.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Chajm » So 26. Jul 2020, 22:39

Maxxy01 hat geschrieben:(26 Jul 2020, 19:06)

Es kommt vor, dass manch Linker unlinkes Zeug von sich gibt.
Wenn Frau Wagenknecht über Asylanten redet, klingt sie auch wie eine von der AfD.

Nun, eindeutiger kann sich linker Antisemitismus nicht entlarven!
"Where no counsel is, the people fall, but in the multitude of counselors there is safety."
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Vongole » So 26. Jul 2020, 23:51

Antisemitismus, komme er von links, rechts oder sonstwo, wird nicht diskutiert, indem man "linke" oder andere Positionen von Juden verorten will.
Der nächste Versuch, sich über Moderationsanweisungen hinwegzusetzen, zieht eine Sanktion nach sich.

- Mod. -
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Zunder » Mo 27. Jul 2020, 00:40

Maxxy01 hat geschrieben:(24 Jul 2020, 10:51)

War es so? Zionismus ist doch jüdischer Nationalismus und Nationalismus ist per se rechts.
Wenn ein Linker (Antinationalist) den Zionismus ablehnt, muss das Motiv nicht zwangsläufig Judenhass sein.

"Linker Antisemitismus" ist an sich ein Widerspruch, denn Linke verachten keine Menschen aufgrund von Hautfarbe, Relgion, Herkunft, Ethnie, Nationalität.

Im Zionismus artikuliert sich der Anspruch, daß auch Juden das Recht auf Selbstbestimmung als Volk zusteht, wie das für jedes andere Volk als selbstverständlich angenommen wird. Der Zionismus läßt sich ohne den Antisemitismus, der trotz Aufklärung den Juden die rechtliche Gleichstellung verwehrte, überhaupt nicht verstehen.

Den grundsätzlich emanzipatorischen Charakter des Zionismus als Nationalchauvinismus zu denunzieren, gehört, neben der Identifikation der Zirkulationsphäre des Kapitals mit dem Judentum, zum Wesenskern des linken Antisemitismus. Die Verlogenheit dieses Ansatzes läßt sich nur mit einer sehr gepflegten Ignoranz übersehen, wenn "nationale Befreiungsbewegungen" unterstützt werden, die wie die Hamas bzw. in den 70ern die PLO nicht weniger als die Vernichtung Israels anstreben.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Maxxy01 » Mo 27. Jul 2020, 05:44

Zunder hat geschrieben:Den grundsätzlich emanzipatorischen Charakter des Zionismus als Nationalchauvinismus zu denunzieren, gehört, neben der Identifikation der Zirkulationsphäre des Kapitals mit dem Judentum, zum Wesenskern des linken Antisemitismus.

Letzteres ist ja auch wesentlich für den Irrglauben der Nationalsozialisten. Manche meinen ja, dass der NS weniger eine rechte sondern grundsätzlich eine linke Ideologie ist.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Maxxy01 » Mo 27. Jul 2020, 05:49

McKnee hat geschrieben:(26 Jul 2020, 21:55)

Wenn Meuthen sagt, wir sind keine Rechtsextremisten, dann lügt er.

So ist es, denn sonst würde die AfD einen völkischen Sozialisten wie Höcke rauswerfen.
Vielleicht ist Meuthen selber ein gemäßigter Rechter. Aber in seiner Partei sind viele Rechtsextremisten.

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