Linker Antisemitismus

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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Moses » Do 18. Jun 2020, 16:41

Selina hat geschrieben:(18 Jun 2020, 16:38)

Nein, aber auf der Achsen-Autoren-Liste.

Mit solchen Gleichsetzungen wäre ich vorsichtig.
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Selina
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Selina » Do 18. Jun 2020, 16:43

Elmar Brok hat geschrieben:(18 Jun 2020, 16:38)

Ob er Rassist war? Keine Ahnung. Vermutlich ist etwas dran. Was das für unser Erinnern bedeutet? Noch viel weniger Ahnung.

Wie diese Debatte geführt wird, ist aber mehr als peinlich. Reinstes Schubladendenken und dem Narrativ eines linken vs rechten Kulturkampfs folgend. Der ist rechts —> abreißen, der ist links—> abreißen. Ziemlich peinlich eigentlich. Hatte das Niveau hier und in Deutschland eigentlich höher eingeschätzt.


Ja. Man könnte auch sagen, eine moderne Bilderstürmerei. So ein Käse, das mit der Denkmal-Abreißerei. Besser wäre: Alles stehenlassen und sich inhaltlich auseinandersetzen mit den Leuten. Da gibts meistens sehr widersprüchliche Hintergründe, nix Schwarz-Weißes. Und würde man ein wenig in der Geschichte der alten Bundesrepublik "blättern", fände man ebenfalls jede Menge Rassismus.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Vongole » Do 18. Jun 2020, 16:43

Elmar Brok hat geschrieben:(18 Jun 2020, 16:38)

Ob er Rassist war? Keine Ahnung. Vermutlich ist etwas dran. Was das für unser Erinnern bedeutet? Noch viel weniger Ahnung.

Wie diese Debatte geführt wird, ist aber mehr als peinlich. Reinstes Schubladendenken und dem Narrativ eines linken vs rechten Kulturkampfs folgend. Der ist rechts —> abreißen, der ist links—> abreißen. Ziemlich peinlich eigentlich. Hatte das Niveau hier und in Deutschland eigentlich höher eingeschätzt.

Ich bin überhaupt nicht - mit wenigen Ausnahmen - für abreißen, aber für eine Auseinandersetzung mit den jeweiligen Thesen/Aussagen, sei es nun Marx oder Churchill.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Billie Holiday » Do 18. Jun 2020, 16:45

Selina hat geschrieben:(18 Jun 2020, 16:38)

Nein, aber auf der Achsen-Autoren-Liste.


Und die ist vergleichbar mit Untersuchungen des Simon-Wiesenthal-Zentrums bezüglich der Aufarbeitung des Holocaust.
:|
Das ist peinlich..
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Selina » Do 18. Jun 2020, 16:52

Billie Holiday hat geschrieben:(18 Jun 2020, 16:45)

Und die ist vergleichbar mit Untersuchungen des Simon-Wiesenthal-Zentrums bezüglich der Aufarbeitung des Holocaust.
:|
Das ist peinlich..


Ich habe nichts verglichen. Peinlich ist es eher, in dieser Autorengemeinschaft mitzuwirken.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Keoma » Do 18. Jun 2020, 16:54

Selina hat geschrieben:(18 Jun 2020, 16:52)

Ich habe nichts verglichen. Peinlich ist es eher, in dieser Autorengemeinschaft mitzuwirken.


Da wäre es mir schon peinlicher, auf der Liste des Wiesenthal-Instituts zu stehen.
Auch Moralapostel sollten, aus Gründen der Abschreckung, dann und wann gekreuzigt werden.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Selina » Do 18. Jun 2020, 16:57

Moses hat geschrieben:(18 Jun 2020, 16:41)

Mit solchen Gleichsetzungen wäre ich vorsichtig.


Ich setze nichts gleich. Ich stelle nur fest, dass der hochgelobte Autor an einer Online-Zeitung mitwirkt, die sich inhaltlich im Grenzbereich erzkonservativ bis neurechts bewegt. Und diesem Mann soll ich dann eine Marx-Analyse glauben?
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Elmar Brok » Do 18. Jun 2020, 16:57

Vongole hat geschrieben:(18 Jun 2020, 16:43)

Ich bin überhaupt nicht - mit wenigen Ausnahmen - für abreißen, aber für eine Auseinandersetzung mit den jeweiligen Thesen/Aussagen, sei es nun Marx oder Churchill.

Dann kam es vielleicht falsch rüber. Die Auseinandersetzung unterstütze ich. Ich halte sie für sehr spannend. Habe aber mehr Fragen als Antworten. Aus dieser Perspektive ist der ntv-Artikel durchaus eine Anregung/eine Provokation, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Er sollte aber auf keinen Fall als Diskussions- oder gar Faktenlage gelten. Intention des Autors dürfte klar sein. Benennt er ja auch selbst. Gefährlich sind ebenfalls Aussagen wie, wenn Churchill fällt, dann fällt auch Marx (oder umgekehrt). Oder: Bismarck war Rassist, aber Marx war doch viel schlimmer. Genau auf diese Ebene sollte die Diskussion nicht rutschen. Denn dann wird es ein reines Kräftemessen. Deshalb halte ich auch das Abreißen ohne einen demokratischen und gesellschaftliche Prozess, der dem vorher geht, für fatal. Wobei die Situation in den USA nochmal eine andere sein kann.

Mir ist durchaus bewusst, dass diese Diskussion mühsam ist. Wahrscheinlich wird sie auch zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis kommen. Wichtig ist es zwar, gleiche Maßstäbe anzuwenden, jede Persönlichkeit individuell und ihrem Kontext entsprechend zu bewerten.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Moses » Do 18. Jun 2020, 17:01

Selina hat geschrieben:(18 Jun 2020, 16:57)

Ich setze nichts gleich. Ich stelle nur fest, dass der hochgelobte Autor an einer Online-Zeitung mitwirkt, die sich inhaltlich im Grenzbereich erzkonservativ bis neurechts bewegt. Und diesem Mann soll ich dann eine Marx-Analyse glauben?

Wenn Du meinen Hinweis nicht verstanden hast oder nicht verstehen willst, ich kann ihn gerne auch in grün wiederholen.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Elmar Brok » Do 18. Jun 2020, 17:02

Selina hat geschrieben:(18 Jun 2020, 16:43)

Ja. Man könnte auch sagen, eine moderne Bilderstürmerei. So ein Käse, das mit der Denkmal-Abreißerei. Besser wäre: Alles stehenlassen und sich inhaltlich auseinandersetzen mit den Leuten. Da gibts meistens sehr widersprüchliche Hintergründe, nix Schwarz-Weißes. Und würde man ein wenig in der Geschichte der alten Bundesrepublik "blättern", fände man ebenfalls jede Menge Rassismus.

Richtig, vielleicht müssen wir uns damit abfinden, dass die allermeisten historischen Persönlichkeiten nicht gut oder böse waren, sondern facettenreich und durchaus ambivalent, was die Bewertung angeht.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon JJazzGold » Do 18. Jun 2020, 18:02

Gutmensch1 hat geschrieben:(18 Jun 2020, 15:01)

Sehr gut!



Wie erwartet, die Linken und ihr antiimperialistischer Reflex, sie denken und handeln nach der Devise, der Feind meines Feindes, ist mein Freund. Daran erkennt man die pure Heuchelei ihres zu Unrecht gepachteten, humanistischen Anspruchs. :rolleyes:



Das ist zutiefst bigottes Verhalten der versammelten Linken, an Israel einen anderen Maßstab zu legen, als an die anderen Staaten. Dieses jetzt ratifizierte Abkommen wird seit Jahren gelebt. Der Versuch ist ergo pure linke Symbolpolitik der versammelten Linken, die sich noch nicht einmal schämen dies zuzugeben, dass sie “den Juden“ nach ihrer Facon erziehen, den kommunistischen Bruder China aber gewähren lassen wollen.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon JJazzGold » Do 18. Jun 2020, 18:36

Selina hat geschrieben:(18 Jun 2020, 16:18)

Selbstverständlich war Marx kein Rassist und auch kein Antisemit. Da hat der Herr Weimer wohl einiges nicht verstanden und aus dem Zusammenhang gerissen. Vielleicht hätte er sich mal die Jahreszahlen der Marxschen Veröffentlichungen anschauen und sich mit dem geschichtlichen und philosophischen Kontext dieser Äußerungen befassen sollen. Aber damit wäre der brave Herr Weimer ganz sicher überfordert gewesen. Hier mal zwei interessante Blog-Texte dazu:

https://www.freitag.de/autoren/elisanow ... in-rassist

https://solidaritaet.info/2020/06/war-k ... r-rassist/


Das ist enttäuschend. Von Ihnen, die Marx quasi mit der Muttermilch aufgesogen hat, hätte ich eine detaillierte Erklärung erwartet, wie der Briefwechsel zwischen Marx und Runge bezüglich der Jahreszahlen und im Kontext mit Geschichte und Philosophie zu verstehen sei und weshalb Marx von daher dem Vorwurf des Antisemitismus nach Meinung der Linken entgeht.

Statt dessen folgen zwei indiskutable Blogeinträge.
Statt dessen ereifern Sie sich über den Autor des n-tv Beitrags, was dessen Beitrag über Marx nicht entkräftet, sondern eher hilflos wirkt. Vielleicht weil dann letztendlich doch die geschichtliche und philosophische Substanz fehlt, um Marx,

Quote
„Die gesellschaftliche Emanzipation des Juden ist die Emanzipation der Gesellschaft vom Judentum“.
unquote

nicht als Antisemiten zu entlarven, sondern ihn uns im Licht des Befreiers der Juden von ihrer Zugehörigkeit zum jüdischen Volk und ihrer jüdischen Religion nahezulegen?


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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon jack000 » Fr 19. Jun 2020, 00:17

Selina hat geschrieben:(18 Jun 2020, 16:38)

Nein, aber auf der Achsen-Autoren-Liste.

Aber ein entscheidender Autor von "achgut" ist doch Hendrik M. Broder und daher ist doch davon auszugehen, das dieser kein Interesse daran hat auf einer Liste von Autoren zu stehen, die antisemitisch sind?
DU30:
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Zunder » Fr 19. Jun 2020, 01:08

Gibt es eigentlich eine Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts, die nach heutigen Maßstäben kein Rassist war?
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Selina » Fr 19. Jun 2020, 08:36

jack000 hat geschrieben:(19 Jun 2020, 00:17)

Aber ein entscheidender Autor von "achgut" ist doch Hendrik M. Broder und daher ist doch davon auszugehen, das dieser kein Interesse daran hat auf einer Liste von Autoren zu stehen, die antisemitisch sind?


Er ist nicht nur entscheidender Autor, sondern Mitbegründer des Blogs. Ein anderer Mitbegründer hatte ihn ja gleich anfangs wegen des Rechtsschwenks des Online-Blättleins verlassen.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon conscience » Fr 19. Jun 2020, 09:58

Es ist eine Tatsache, dass diese Zitate von Marx und Engels existieren. Von Engels sind mir allerdings auch andere Zitate bekannt: sinngemäß dass man als Sozialist, die antisemitische Karte nicht spielen könne, da wichtige Begründer des Sozialismus der jüdischen Religion angehörten: "Außerdem verdanken wir den Juden viel zuviel. Von Heine und Börne zu schweigen, war Marx von stockjüdischem Blut; Lassalle war Jude. Viele unserer besten Leute sind Juden. Mein Freund Victor Adler, der jetzt seine Hingebung für die Sache des Proletariats im Gefängnis in Wien abbüßt, Eduard Bernstein, der Redakteur des Londoner "Sozialdemokrat", Paul Singer, einer unserer besten Reichstagsmänner - Leute, auf deren Freundschaft ich stolz bin, und alles Juden! Bin ich doch selbst von der "Gartenlaube" zum Juden gemacht worden, und allerdings, wenn ich wählen müßte, dann lieber Jude als "Herr von"!" Quelle.

Ich führe den "Antisemitismus" bei Marx und einigen anderen Sozialisten und Kommunisten darauf zurück, dass neben ihrem eigentümlichen Konzept der Proletarischen Revolution noch andere Konzepte existieren, die möglich waren, aber nie auf der politischen Tagesordnung standen. Siehe dazu die wenig gelesen Schrift "Marxismus und Industrielle Revolution" (Ernst Nolte, 1983) und den Aufsatz "Marxismus und Nationalsozialismus". Online.
Zuletzt geändert von conscience am Fr 19. Jun 2020, 10:54, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon JJazzGold » Fr 19. Jun 2020, 10:19

Selina hat geschrieben:(19 Jun 2020, 08:36)

Er ist nicht nur entscheidender Autor, sondern Mitbegründer des Blogs. Ein anderer Mitbegründer hatte ihn ja gleich anfangs wegen des Rechtsschwenks des Online-Blättleins verlassen.


Hat z.B. der Briefaustausch zwischen Marx und Runge stattgefunden, oder nicht?

Man kann sich des Verdachts nicht mehr erwehren, dass dieser nicht stattgefunden hat, so der Autor, der sich darauf bezieht, für ein von stramm linker Seite abgelehntes Forum schreibt. Würde allerdings ein Autor, der einem linken Blatt zuzuordnen ist, sich auf diesen Briefwechsel beziehen, dann hat dieser stattgefunden. Selbstverständlich mit Marx'scher Reinwaschung.

So ist es ein Leichtes, die Diskussion ob Marx ein Antisemit war zügig zum Erliegen zu bringen und zeitgleich einem Autor und dessen Publikum nicht nur die Kompetenz zur Beurteilung absprechen, sondern beide auch noch dem linksrandigen Dogma entsprechend dem rechtsrandigen Lager zuordnen.

Die Ursache liegt darin, dass es explizit der linke und der rechte Rand ist, der ausgewiesen gerne einst verliehene Heiligenscheine seiner Vorbilder poliert und jede kritische Hinterfragung untersagen will.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon conscience » Fr 19. Jun 2020, 10:25

Und noch eine persönliche Anmerkung zum Antisemitismus von Links: das ist primär ein Antizionismus von Links, der aus der Parteinahme für die nur scheinbar unterdrückten Palaestinenser erwächst, dieser Antisemitismus ist jüngeren Datums und in seinem Anhang treten mit diesem wieder die älteren antisemitischen Ideologeme und Stereotypen auf. Das macht den Antizionismus von Links nicht besser sondern verwerflicher, da diese sich nicht über ihren eigenen Ursprung Rechenschaft ablegen.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon Elmar Brok » Fr 19. Jun 2020, 10:27

Zunder hat geschrieben:(19 Jun 2020, 01:08)

Gibt es eigentlich eine Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts, die nach heutigen Maßstäben kein Rassist war?

Es gibt sie. Aber es dürften nicht allzu Viele sein. Ein Artikel wie auf n-tv ließe sich wohl über die meisten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts zusammstellen.
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Re: Linker Antisemitismus

Beitragvon JJazzGold » Fr 19. Jun 2020, 11:55

conscience hat geschrieben:(19 Jun 2020, 09:58)

Es ist eine Tatsache, dass diese Zitate von Marx und Engels existieren. Von Engels sind mir allerdings auch andere Zitate bekannt: sinngemäß dass man als Sozialist, die antisemitische Karte nicht spielen könne, da wichtige Begründer des Sozialismus der jüdischen Religion angehörten: "Außerdem verdanken wir den Juden viel zuviel. Von Heine und Börne zu schweigen, war Marx von stockjüdischem Blut; Lassalle war Jude. Viele unserer besten Leute sind Juden. Mein Freund Victor Adler, der jetzt seine Hingebung für die Sache des Proletariats im Gefängnis in Wien abbüßt, Eduard Bernstein, der Redakteur des Londoner "Sozialdemokrat", Paul Singer, einer unserer besten Reichstagsmänner - Leute, auf deren Freundschaft ich stolz bin, und alles Juden! Bin ich doch selbst von der "Gartenlaube" zum Juden gemacht worden, und allerdings, wenn ich wählen müßte, dann lieber Jude als "Herr von"!" Quelle.

Ich führe den "Antisemitismus" bei Marx und einigen anderen Sozialisten und Kommunisten darauf zurück, dass neben ihrem eigentümlichen Konzept der Proletarischen Revolution noch andere Konzepte existieren, die möglich waren, aber nie auf der politischen Tagesordnung standen. Siehe dazu die wenig gelesen Schrift "Marxismus und Industrielle Revolution" (Ernst Nolte, 1983) und den Aufsatz "Marxismus und Nationalsozialismus". Online.


Lassalle.....war das nicht derjenige, den Marx als “kraushaarigen Niggerjuden“ bezeichnete?

Letztendlich war Marx nicht weniger Antisemit als Luther. Beide forderten von den Juden sich ihrer Religion zu entledigen, wenn auch aus unterschiedlicher Intention in der geforderten Assimilation.
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