Quo vadis Türkei ?

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 29253
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon H2O » Do 7. Jan 2016, 21:07

Liegestuhl » 2016-01-07, 20:54 hat geschrieben:
Alles richtig. Aber es ist genau diese Diyanet, die in der Türkei vorschlägt, dass Verlobte nicht Händchenhalten sollten und dieses Verhalten als unislamisch geißelt.

Was denn für eine Claudia?


Claudia Roth/DIE GRÜNEN, die sich mit einigem
Erfolg für die Anerkennung der Türken als Mitbürger
in Deutschland eingesetzt hat.

https://de.wikipedia.org/wiki/Claudia_Roth

"Claudia Roth ist Stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-
Türkischen Parlamentariergruppe des Bundestages in der
17. Wahlperiode."
Benutzeravatar
Liegestuhl
Beiträge: 37205
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 12:04
Benutzertitel: Herzls Helfer
Wohnort: אולדנבורג

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon Liegestuhl » Fr 15. Jan 2016, 17:19

Meinungsfreiheit in der Türkei

Akademiker für Friedensaufruf festgenommen

Mehr als 1.000 Akademiker haben die türkische Regierung für ihr Vorgehen gegen Kurden kritisiert. Ihnen wird nun "Propaganda für eine Terrororganisation" vorgeworfen.


http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-01 ... n-petition

Die Sache mit den Kurden ist bei den Türken aber wirklich zur fixen Idee geworden. Der richtige Weg sieht zumindest anders aus.
Ich schulde dem Leben das Leuchten in meinen Augen.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 29253
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon H2O » Fr 15. Jan 2016, 17:54

Liegestuhl hat geschrieben:(15 Jan 2016, 17:19)

http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-01 ... n-petition

Die Sache mit den Kurden ist bei den Türken aber wirklich zur fixen Idee geworden. Der richtige Weg sieht zumindest anders aus.


Nein, da tun Sie den "1000 Akademikern" aber Unrecht!
Das sind doch auch Türken, vielleicht sogar türkische Patrioten!
Kohlmeise

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon Kohlmeise » Sa 16. Jan 2016, 21:19

Jekyll hat geschrieben:(29 Dec 2015, 19:37)

http://www.nzz.ch/international/demirtas-ist-angezaehlt-1.18669730

Demirtas ist kein Unschuldslamm. Seine Agitationen sind tatsächlich kontraproduktiv und zersetzend für die Gesellschaft und den Staat.

Sein Hauptproblem ist seine völlige Abhängigkeit von der PKK. Im Grunde genommen sagt er nichts anderes als Öcalan, dieser ist im Knast, er selbst im türkischen Parlament. Von aussen ist die türkische Politik also nicht ohne Weiteres verstehbar, da sie weder gradlinig noch stringent ist.
Benutzeravatar
Cat with a whip
Beiträge: 12220
Registriert: Fr 4. Jul 2008, 21:49

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon Cat with a whip » Mi 27. Jan 2016, 13:07

Erdogan legt bei den "Cumhuriyet"-Leuten nochmals ne Schippe drauf.

wegen Agitation gegen die Regierung und Terror-Unterstützung

In einem Essay aus der Haft, das der SPIEGEL veröffentlichte, warf Dündar der Europäischen Union vor, wegen der Flüchtlingskrise mit zweierlei Maß zu messen. "Über die ansonsten stets aktuelle Frage der Demokratisierung verlor man auf der Pressekonferenz nach Abschluss des EU-Türkei-Gipfels kein Wort", schrieb Dündar.

Erdogan hatte öffentlich gedroht, Dündar werde für seine Berichte bezahlen, und persönlich Strafanzeige gegen den Journalisten eingereicht.


http://www.spiegel.de/politik/ausland/t ... 74172.html
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
dzhayna
Beiträge: 4
Registriert: Mo 3. Jun 2019, 14:30

ANKARA ERHÖHT DIE SITUATION

Beitragvon dzhayna » Di 25. Jun 2019, 09:28

Die türkischen Behörden versuchen, die Führung der zentralasiatischen Republiken in mehrere Richtungen gleichzeitig zu beeinflussen.
Die Türkei hat enge Beziehungen zu den zentralasiatischen Republiken geknüpft und auf Kosten großer Kapitalinvestitionen ihre wirtschaftliche Präsenz in der Region gestärkt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion besetzte sie nach und nach den freien Raum im wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und militärischen Bereich.
In dieser Region stehen geopolitische Macht, der Zugang zu potenziell großem Reichtum, die Erreichung religiöser, nationaler Ziele und die Sicherheit in den unterschiedlichsten Aspekten auf dem Spiel.
Zentralasien verfügt über enorme Vorkommen an Mineralien, darunter sind Gold, Erdgas und Öl. Die einzigartige geopolitische Position Zentralasiens hat seine Rolle als Häufung großer Brutstätten regionaler Konflikte in Gebieten mit Instabilität, die auf Transport- und Transitrichtungen beruhen, bestimmt. Die reichen Energieressourcen der Region beginnen eine wichtige Rolle für die Weltwirtschaft und die Politik zu spielen. Dies sind vor allem die Ressourcen des Kaspischen Meeres.
Anton Evstratov, Politikwissenschaftler und Spezialist im Nahen und Mittleren Osten, erklärt: "Die Türkei versteht sich als" älterer Bruder "der zentralasiatischen Republiken."
Da Ankara geografisch von diesen Staaten entfernt ist und nicht in der Lage ist, mit dem politischen und wirtschaftlichen Einfluss Russlands in der Region zu konkurrieren, konzentrierte es sich hauptsächlich auf das, was heute als „Soft Power“ bezeichnet wird - auf kulturelle Seite. Dies umfasst den Bildungsbereich, einschließlich des Aufbaus und der Finanzierung von Sonderpädagogischen Einrichtungen, und die Einladung von Jugendlichen aus der Region, in der Türkei zu studieren, sowie Kino, Literatur und Musik.
In den neunziger Jahren, als die Länder der Region auf der Suche nach Identität, kulturellen und zivilisatorischen Leitlinien und Wegen zur Weiterentwicklung waren, wurde die „sanfte“ türkische Durchdringung loyaler und freundlicher wahrgenommen. Später, als die Ziele einer solchen Durchdringung klarer wurden, begannen die zentralasiatischen Staaten Versuche, sich ihr irgendwie zu widersetzen.
Die radikalsten Maßnahmen dieser Art wurden natürlich vom usbekischen Führer Islam Karimov ergriffen, der begriff, dass die nationale Sicherheit und Unabhängigkeit seines Landes auf dem Spiel standen. Heute versucht Ankara, die neue Führung der Republik zu „kaufen“, die unter akutem Finanz- und Investitionsmangel leidet.
Am freiesten fühlen sich türkische Abgesandte in Kirgisistan, wo es die liberalste Gesetzgebung in der Region gibt und es keine klar artikulierte Haltung zum Pan-Turkismus gibt. Was Kasachstan betrifft, so befindet es sich zwischen diesen abgegrenzten „Polen“ - zweifellos hat das Land Kontrollhebel über die Verbreitung der oben genannten Ideologie, aber es dringt immer noch vor.
In Zentralasien sind echte türkische Nomadentraditionen, Kultur; und die Frage, wer der jüngere Bruder und wer der älteste ist, offen. Darüber hinaus sind die Militärmacht Usbekistans und die Ressourcen Kasachstans durchaus mit den türkischen vergleichbar. Es ist sinnvoll, dass die zentralasiatischen Länder die Beziehungen zur Türkei nicht im Hinblick auf ihre Deaktivierung, sondern im Hinblick auf die Verlagerung des „Schwerpunkts“ des Zusammenwirkens der angegebenen Staaten radikal überdenken.
Türkische Geschäftsleute haben den zentralasiatischen Markt als einen Ort gesehen, an dem sie ihre Waren verkaufen konnten und können, die sie auf den europäischen Märkten nicht verkaufen können. Dies machte sich insbesondere nach dem Zusammenbruch der UdSSR bemerkbar. Zum Beispiel wurden die Produkte der türkischen Massenkultur - Popmusik, Filme, Serien - in den zentralasiatischen Ländern immer enthusiastisch wahrgenommen, auch wenn die Behörden dies im staatlichen Fernsehen nicht zuließen oder den Verkauf von Trägern dieser Produkte untersagten.
Es sollte bedacht werden, dass die Türkei ab 2019 eine Präsidentenrepublik wird, einen Schritt in Richtung Autoritarismus macht und versucht, eine regionale Supermacht zu werden. Wenn Zentralasien früher als Zone russischer Interessen betrachtet wurde, dann kann Zentralasien heute wieder die Aufmerksamkeit von Ankara auf sich ziehen, wenn die Länder der Region ihre Beziehungen zu Moskau (und nicht immer Russland) politisch überdenken. Die wirtschaftliche Hebelwirkung der Türkei ist nicht so groß, aber der kulturelle Einfluss ist durchaus realisierbar.
PS Ein Teil des Programms zur Annäherung an die zentralasiatischen Staaten wurde bereits von Ankara abgeschlossen. Ihre schnelle und vielfältige Integration erklärt sich aus vielen geopolitischen kulturell-traditionellen und sozioökonomischen Faktoren.
Es muss jedoch zugegeben werden, dass die moderne Türkei kaum Chancen hat, die Rolle eines älteren Bruders in der „türkischen Welt“ zu spielen. Erstens beraubte der Zusammenbruch der UdSSR und die Souveränisierung der ehemaligen südsowjetischen Republiken sie der Rolle eines Vorpostens des Westens gegen die "sowjetische Expansion". Zweitens verfügt Ankara nicht über ausreichende finanzielle und wirtschaftliche Möglichkeiten, um Märkte und Rohstoffquellen im postsowjetischen Raum zu erobern.
Benutzeravatar
streicher
Beiträge: 1121
Registriert: Di 13. Feb 2018, 09:07

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon streicher » Fr 24. Jan 2020, 09:03

Die Türkei will im Ölgeschäft nicht nur im Mittelmeerraum mitspielen, sondern auch in Somalia bohren lassen.
Die Zukunft ist Geschichte.
Benutzeravatar
Bolero
Beiträge: 2286
Registriert: Mi 6. Aug 2008, 22:32
Wohnort: Um Stuttgart herum

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon Bolero » Mi 29. Jan 2020, 15:03

Skandal-Gesetzentwurf in der Türkei: Vergewaltiger straffrei, wenn sie ihr Opfer heiraten

Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP will diese Woche im türkischen Parlament einen Gesetzentwurf vorlegen, der vorsieht, dass Männer, die Minderjährige vergewaltigen, straffrei bleiben sollen – wenn sie ihr Opfer anschließend heiraten!
Die einzige Voraussetzung: Die Ehe muss einvernehmlich eingegangen werden.


https://www.bild.de/politik/ausland/pol ... .bild.html

Das heißt nicht "Vergewaltiger straffrei", sondern vogelfrei!
Ich hasse Menschen, die die Wahrheit hassen!

BLEIBT SAUBER!! :thumbup:
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 14137
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Es ist Zeit fuer eine Pause.

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon imp » Mi 29. Jan 2020, 18:37

H2O hat geschrieben:(07 Jan 2016, 20:59)

Für uns Deutsche ist die Organisation türkischer Moslems ziemlich
undurchschaubar:

https://de.wikipedia.org/wiki/Islamisch ... b.C3.A4nde

"Die Rolle der DITIB ist umstritten, da mit ihr ein ausländischer Staat,
nämlich die Türkei, direkten Einfluss auf das islamische Leben in
Deutschland nimmt."

Aus meiner Sicht müsste eine Art Staatsvertrag mit islamischen Gemein-
den ausgehandelt werden, der sie zu in Deutschland aufgewachsenen
Predigern und zur Verkündigung in deutscher Sprache verpflichtet. Dazu
müsste eine Moschee-Steuer erhoben werden, aus der die Geistlichen
bezahlt werden.

Aber vermutlich haben wir zur Zeit andere Sorgen...

Welchen Vorteil hätte das für die Gläubigen? In jeder Moschee einen Staatsspitzel, der in der falschren Sprache die ungeliebte Ideologie verkündet und dafür auch noch neue Steuern zahlen?
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 29253
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon H2O » Mi 29. Jan 2020, 19:32

imp hat geschrieben:(29 Jan 2020, 18:37)

Welchen Vorteil hätte das für die Gläubigen? In jeder Moschee einen Staatsspitzel, der in der falschren Sprache die ungeliebte Ideologie verkündet und dafür auch noch neue Steuern zahlen?


Die Gläubigen könnten endlich einen Islam leben, der sie nicht in den Verdacht stellt, als 5. Kolonne Ankaras in unser Gemeinschaftsleben zum Nachteil der Gemeinschaft und zum Vorteil für die Türkei zu wirken. Wir wollen keinen Staat im Staate haben,
keine zahlenmäßig große Gruppen, die die Interessen anderer Mächte durchsetzen möchten, deren Führungspersonal auf fremde Rechnung arbeitet. Bei Größenordnung 10.000 Menschen ist das nicht bedenklich. Bei Größenordnung 1,5 Mio schon.

Die Zielvorgabe Erdogans war schon, daß sich Menschen mit türkischen Wurzeln durch sehr weitgehende Integration in Deutschland als wertvoller Vorposten der Türkei erweisen, indem sie über den Islam türkischer Prägung eine Klammer zur Türkei bilden. DITIB ist eine Unterabteilung des türkischen Religionsministers. Da sind im Zweifelsfall immer Konflikte mit der Staatstreue im Spiel.
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 14137
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Es ist Zeit fuer eine Pause.

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon imp » Mi 29. Jan 2020, 19:38

H2O hat geschrieben:(29 Jan 2020, 19:32)

Die Gläubigen könnten endlich einen Islam leben, der sie nicht in den Verdacht stellt, als 5. Kolonne Ankaras in unser Gemeinschaftsleben zum Nachteil der Gemeinschaft und zum Vorteil für die Türkei zu wirken.

Das glaube ich nicht. Solche Nachrede hat keine Grundlage und braucht auch keine. Sie ist böswillig und durch keinerlei Verhalten abzuwehren.

Die Zielvorgabe Erdogans war schon, daß sich Menschen mit türkischen Wurzeln durch sehr weitgehende Integration in Deutschland als wertvoller Vorposten der Türkei erweisen, indem sie über den Islam türkischer Prägung eine Klammer zur Türkei bilden. DITIB ist eine Unterabteilung des türkischen Religionsministers. Da sind im Zweifelsfall immer Konflikte mit der Staatstreue im Spiel.

Es gibt keinen Grund, warum ein religiöser Anführer unbedingt besonders dem Staat nach dem Mund reden sollte. Gerade mit Blick auf die Kurie im 2. Weltkrieg möchte man lieber keine allzu gehorsame Kirche haben.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
Vongole
Vorstand
Beiträge: 7129
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon Vongole » Mi 29. Jan 2020, 19:48

imp hat geschrieben:(29 Jan 2020, 19:38)

(..)


Es gibt keinen Grund, warum ein religiöser Anführer unbedingt besonders dem Staat nach dem Mund reden sollte. Gerade mit Blick auf die Kurie im 2. Weltkrieg möchte man lieber keine allzu gehorsame Kirche haben.

Es gibt auch keinen Grund, H2O das Wort im Mund herumzudrehen. Die DITIB vermittelt einen türkisch-staatstreuen Neo-Osmanismus, der die Gläubigen auf Treue zu Erdogan an- und von der Staatstreue zum Staates, in dem sie leben,
abhalten soll. Diese Art des "nach dem Mund redens" scheint Dich nicht weiter zu stören.
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 14137
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Es ist Zeit fuer eine Pause.

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon imp » Mi 29. Jan 2020, 19:54

Vongole hat geschrieben:(29 Jan 2020, 19:48)

Es gibt auch keinen Grund, H2O das Wort im Mund herumzudrehen. Die DITIB vermittelt einen türkisch-staatstreuen Neo-Osmanismus, der die Gläubigen auf Treue zu Erdogan an- und von der Staatstreue zum Staates, in dem sie leben,
abhalten soll. Diese Art des "nach dem Mund redens" scheint Dich nicht weiter zu stören.

Das stört mich tatsächlich nicht. Andere große Moscheeförderer, etwa vom Golf, machen mir schon eher Sorgen.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
Vongole
Vorstand
Beiträge: 7129
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon Vongole » Mi 29. Jan 2020, 20:01

imp hat geschrieben:(29 Jan 2020, 19:54)

Das stört mich tatsächlich nicht. Andere große Moscheeförderer, etwa vom Golf, machen mir schon eher Sorgen.

Stimmt, ich hatte vergessen, dass Du ja ziemlich Erdogan-affin bist.
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 14137
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Es ist Zeit fuer eine Pause.

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon imp » Mi 29. Jan 2020, 20:09

Vongole hat geschrieben:(29 Jan 2020, 20:01)

Stimmt, ich hatte vergessen, dass Du ja ziemlich Erdogan-affin bist.

Ich fremdele ein wenig mit solcher Personalisierung aber es stimmt schon, dass mir viele politische Entscheidungen der Türkei unter ihrem aktuellen, langjährigen Anführer sinnvoll und richtig erscheinen. Für mich gehört die Türkei ganz klar zu Europa. Wäre etwa die muslimische Gemeinde in Bosnien hinreichend finanzstark, wäre das auch ein Geberland. Wir in Deutschland verdanken den Türken sehr viel.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 29253
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon H2O » Mi 29. Jan 2020, 20:13

imp hat geschrieben:(29 Jan 2020, 19:38)

Das glaube ich nicht. Solche Nachrede hat keine Grundlage und braucht auch keine. Sie ist böswillig und durch keinerlei Verhalten abzuwehren.

Also hat es in Deutschland keine Auseinandersetzungen mit Kurden und keine Bespitzelung von vermeintlichen Anhängern der Gülen-Bewegung gegeben? Alles böswillige Verleumdung, oder was?

Es gibt keinen Grund, warum ein religiöser Anführer unbedingt besonders dem Staat nach dem Mund reden sollte. Gerade mit Blick auf die Kurie im 2. Weltkrieg möchte man lieber keine allzu gehorsame Kirche haben.

Genau, und Geistliche sollten schon gar nicht einem fremden Staat verpflichtet sein durch Entsendung und Bezahlung.
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 14137
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Es ist Zeit fuer eine Pause.

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon imp » Mi 29. Jan 2020, 20:25

H2O hat geschrieben:(29 Jan 2020, 20:13)

Also hat es in Deutschland keine Auseinandersetzungen mit Kurden und keine Bespitzelung von vermeintlichen Anhängern der Gülen-Bewegung gegeben? Alles böswillige Verleumdung, oder was?


Hier nochmal dein Wortlaut:

Die Gläubigen könnten endlich einen Islam leben, der sie nicht in den Verdacht stellt,


Das ist es, was ich meine. Die deutschen Behörden können die Motive der türkischen Förderung und das Tun der bezahlten Kräfte kritisieren. Dazu sind sie sozusagen beauftragt, das ist ihre Arbeit, da hinzugucken.

Was aber nicht geht, ist, die Gläubigen zu verdächtigen. Wenn wir das tun, stellen wir die Gläubigen in den Ditib-Moscheen in ein falsches Licht. Ich sehe nicht, wie sich jemand dagegen wirksam verteidigen sollte. Es ist ein ungehöriger Vorwurf. Die Menschen handeln aus freien Stücken. Es ist auch vollkommen klar, dass ein solcher Vorwurf bei einem Trägerwechsel nicht verhallt. Wir sollten das nicht tun.

Selbstverständlich wirkt die Türkei auf Deutschland, einen Nato-Partner ein, damit Deutschland kein Rückzugsraum für PKK-Terroristen und dergleichen wird. Es ist vollkommen berechtigt, zu hinterfragen, was da legitim ist und wo die Grenzen sein müssen. Ich sehe die Sorgen der Türkei da teilweise als gut begründet an.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 29253
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon H2O » Mi 29. Jan 2020, 20:48

imp hat geschrieben:(29 Jan 2020, 20:25)

Hier nochmal dein Wortlaut:



Das ist es, was ich meine. Die deutschen Behörden können die Motive der türkischen Förderung und das Tun der bezahlten Kräfte kritisieren. Dazu sind sie sozusagen beauftragt, das ist ihre Arbeit, da hinzugucken.

Was aber nicht geht, ist, die Gläubigen zu verdächtigen. Wenn wir das tun, stellen wir die Gläubigen in den Ditib-Moscheen in ein falsches Licht. Ich sehe nicht, wie sich jemand dagegen wirksam verteidigen sollte. Es ist ein ungehöriger Vorwurf. Die Menschen handeln aus freien Stücken. Es ist auch vollkommen klar, dass ein solcher Vorwurf bei einem Trägerwechsel nicht verhallt. Wir sollten das nicht tun.

Ein Geistlicher ist in seinem Umfeld ein mächtiger Verstärker seiner Auftraggeber, folgt im besten Fall dabei auch noch seiner Überzeugung. Ich halte es für blauäugig, diese Zusammenhänge zu leugnen.
Selbstverständlich wirkt die Türkei auf Deutschland, einen Nato-Partner ein, damit Deutschland kein Rückzugsraum für PKK-Terroristen und dergleichen wird. Es ist vollkommen berechtigt, zu hinterfragen, was da legitim ist und wo die Grenzen sein müssen. Ich sehe die Sorgen der Türkei da teilweise als gut begründet an.

In Deutschland werden PKK-Aktivitäten verfolgt; denn die PKK ist hier als terroristische Vereinigung gelistet. Aber nicht jeder Kurde ist PKK-Aktivist, und schon gar nicht ist es die Aufgabe der türkischen Gemeinden, hier im Auftrag der Türkei Menschen aus zu spähen... ob nun Kurden oder Gülen-Anhänger. Die Türkei sollte Ihre Sorgen unserem Außenminister oder der Bundeskanzlerin ans Herz legen. Das ist die übliche Form staatlicher Beziehungen. Ein Netz von Spionen entspricht eher sehr unfreundlichen bis feindseligen Beziehungen.
Benutzeravatar
imp
Beiträge: 14137
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 20:37
Benutzertitel: Es ist Zeit fuer eine Pause.

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon imp » Mi 29. Jan 2020, 20:53

H2O hat geschrieben:(29 Jan 2020, 20:48)

Ein Geistlicher ist in seinem Umfeld ein mächtiger Verstärker seiner Auftraggeber, folgt im besten Fall dabei auch noch seiner Überzeugung. Ich halte es für blauäugig, diese Zusammenhänge zu leugnen.


Dass man die Geistlichen genau beobachtet, ist doch normal. Problematisch ist, den Gläubigen Vorwürfe zu machen. Das erscheint mir nicht gut.

In Deutschland werden PKK-Aktivitäten verfolgt; denn die PKK ist hier als terroristische Vereinigung gelistet. Aber nicht jeder Kurde ist PKK-Aktivist

Natürlich nicht. Viele Kurden sind ganz normale Bürger in Deutschland oder der Türkei. Einige jedoch sind einen zweiten Blick wert.


und schon gar nicht ist es die Aufgabe der türkischen Gemeinden, hier im Auftrag der Türkei Menschen aus zu spähen... ob nun Kurden oder Gülen-Anhänger. Die Türkei sollte Ihre Sorgen unserem Außenminister oder der Bundeskanzlerin ans Herz legen.

Das findet statt. Daneben haben viele Länder auch Agenten im Land. Auch Deutschland unterhält Geheimdienste.
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 29253
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Quo vadis Türkei ?

Beitragvon H2O » Mi 29. Jan 2020, 21:13

imp hat geschrieben:(29 Jan 2020, 20:53)

Dass man die Geistlichen genau beobachtet, ist doch normal. Problematisch ist, den Gläubigen Vorwürfe zu machen. Das erscheint mir nicht gut.

Mache ich auch gar nicht. Aber mit der geistlichen Betreuung sollten schon hier sozialisierte Geistliche beauftragt werden. So verstehe ich die Gründung islamischer Lehrstühle und das Wirken islamischer Lehrbeauftragter an deutschen Hochschulen.


Natürlich nicht. Viele Kurden sind ganz normale Bürger in Deutschland oder der Türkei. Einige jedoch sind einen zweiten Blick wert.

Dafür unterhält Deutschland einen Verfassungsschutz. Fremde Dienste sind dazu unerwünscht; Zusammenarbeit auf staatlicher Ebene aber erwünscht.



Das findet statt. Daneben haben viele Länder auch Agenten im Land. Auch Deutschland unterhält Geheimdienste.

Die Ziele fremder Agenten sind aber nicht die Menschen, die hier leben, sondern politische und wirtschaftliche Vorgänge, um unser Land besser einschätzen zu können. Eine völlig andere Aufgabe!

Zurück zu „34. Türkei“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 1 Gast