Strangumbennenung

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umbennen in "Entwicklung in Belarus"

Umfrage endete am Fr 21. Aug 2020, 11:34

Ja
8
40%
Nein
12
60%
 
Abstimmungen insgesamt: 20
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NicMan
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Re: Strangumbennenung

Beitragvon NicMan » So 16. Aug 2020, 15:59

Senexx hat geschrieben:(16 Aug 2020, 15:29)

Dürfen wir weiter "Weißrussland" sagen oder werden wir dann sanktioniert?


Es geht letzlich nur um eine Strangumbennenung, mehr nicht. Momentan ist eine Mehrheit gegen die Umbenennung.
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Europa2050
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Re: Strangumbennenung

Beitragvon Europa2050 » So 16. Aug 2020, 16:44

imp hat geschrieben:(16 Aug 2020, 15:03)

Die Opposition will in erster Linie Lukaschenko zu faireren Wahlen drängen und mehr Freiheit erreichen. Inwiefern eine Umgestaltung der Wirtschaft es auf kurze Sicht interessant macht, den Hauptabsatzmarkt und Energielieferanten (und einiges mehr) über Bord zu werfen - und für was eigentlich - das sind dort aktuell nicht die Themen. Mittelfristig ist auch in Russland ein ganz ähnlicher konfliktträchtiger Generationswechsel absehbar. Vielleicht schneller, als wir denken. Die Gründe und Anliegen, die hier gern aufgeblasen werden - etwa auch der Streit, wegen welcher Jahrhunderte lang vergessener Steppenschurkennman das Land nun mit fünf, zwölf oder vierzehn S schreibt - das sind dort aktuell einfach nicht die drängenden Fragen.


Im Prinzip ja, aber ...

Jede Oppositionsbewegung hat gewöhnlich ein Narrativ und zeigt das auch - das entsteht spontan, und macht es leichter, das was man will, ohne große Ausführungen darzustellen.

In Kiew seinerzeit waren es die Eu-Sternenbanner, die ohne große Erläuterungen die Zielsetzung verdeutlichten. Die belarusische Opposition tut gut daran, dies nicht nachzuahmen, sondern sich auf eigene Vorbilder zu stützen.

Bei Pegida und Co. zeigen die Russland-Fahnen, wo man hin will.

Und in Belarus sehen wir nun neben Weiß-rot-weiß den „Pahonia“, den heraldischen Bruder vom Vytis, den wir von den litauischen Euro-Münzen kennen.

Und das Narrativ dahinter heißt Freiheit, Toleranz und Orientierung weg von Asien nach Europa, da ist einfach genug Deckung zu den jetzigen Motiven da, dass man nichts fremdes braucht.

Übrigens - wer in den anderen Strang auf den ersten Beitrag vor sechs Jahren schaut, sieht, wer ihn damals mit „Weißrussland“ eröffnet hat :D
Ja, damals gab es schlichtweg das andere, nicht ostgewandte Narrativ nicht, da muss man es dann auch nicht von außen einbringen.

Heute will ein nicht unwesentlicher Teil der Belarusier eben etwas anderes.

Und Putin täte gut daran, die Sympatie in der Bevölkerung für Russland nicht auf dem Altar der Machtgeilheit zu opfern - nicht für sich, sondern für Russland. Aber vermutlich schaut er wie alle nationalistischen Führer eh erstmal auf sich und seinen Machterhalt.
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Re: Strangumbennenung

Beitragvon imp » So 16. Aug 2020, 16:59

Europa2050 hat geschrieben:(16 Aug 2020, 16:44)

Im Prinzip ja, aber ...

Jede Oppositionsbewegung hat gewöhnlich ein Narrativ und zeigt das auch - das entsteht spontan, und macht es leichter, das was man will, ohne große Ausführungen darzustellen.

In Kiew seinerzeit waren es die Eu-Sternenbanner, die ohne große Erläuterungen die Zielsetzung verdeutlichten. Die belarusische Opposition tut gut daran, dies nicht nachzuahmen, sondern sich auf eigene Vorbilder zu stützen.

Sie haben in gewisser Weise Glück. Die Situation hatten in der EU wenige auf dem Schirm. Es gibt keine Stiftungen, keine Ex-Sportler auf dem Sprung nach Minsk, keine Oligarchen mit Bindungen an die eine oder andere Richtung. Die Leute können sich ganz auf ihre eigenen Anliegen konzentrieren.

Und das Narrativ dahinter heißt Freiheit, Toleranz und Orientierung weg von Asien nach Europa, da ist einfach genug Deckung zu den jetzigen Motiven da, dass man nichts fremdes braucht.

Mit "Asien und Europa" kann ich nichts anfangen. Toleranz - wofür? Im Gegensatz wozu? Freiheit, wirtschaftlich und politisch, das schon. Das unbedingt.

Und Putin täte gut daran, die Sympatie in der Bevölkerung für Russland nicht auf dem Altar der Machtgeilheit zu opfern - nicht für sich, sondern für Russland. Aber vermutlich schaut er wie alle nationalistischen Führer eh erstmal auf sich und seinen Machterhalt.

Weder für Putin noch für Russland ist es wichtig, Europas letzten Sowjet mit aller Macht im Amt zu behalten. Weißrussland war vorher schon ein anstrengender Partner, daran wird sich nichts ändern, wenn der nächste Präsident seine Wahlen wirklich gewinnen muss. Russland hat hier viel zu gewinnen, indem es als interessierter Nachbar auftritt, den Dingen ihren Lauf lässt und hinterher über Geschäfte und Verträge redet.
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Re: Strangumbennenung

Beitragvon imp » So 16. Aug 2020, 22:05

Die Bildzeitung titelt:
Sensation in Weißrussland
Staatssender zeigen Lukaschenko-Rede nicht!
Der eine ist im Streik, der andere sendete lieber etwas anderes

sowie

Weissrusslands Oppositionschefin Kalesnikava im Interview
„Lukaschenko wird Putin um Hilfe bitten“
"Don't say words you gonna regret" - Eric Woolfson

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