Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Do 19. Nov 2020, 13:53

Bericht oder eher Kommentar der Wiwo zu Putin und Wirtschaft
Recht hat der Schreiber


Russland Putins ökonomisches Scheitern

https://www.wiwo.de/politik/deutschland ... 28570.html
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Rautenberger
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Rautenberger » Fr 20. Nov 2020, 09:37

Cobra9 hat geschrieben:(19 Nov 2020, 13:53)

Bericht oder eher Kommentar der Wiwo zu Putin und Wirtschaft
Recht hat der Schreiber


Russland Putins ökonomisches Scheitern

https://www.wiwo.de/politik/deutschland ... 28570.html

Dieses Regime ist nicht dazu in der Lage, Russland wirtschaftlich zu entwickeln, weil es mit einer florierenden, freien Wirtschaft seine Machtbasis untergraben würde. Damit das Land wirklich vorankommt, müsste der Korruptionssumpf trockengelegt und die Abhängigkeit von Rohstoffexporten verringert werden - an beidem kann Putin aus persönlichen Gründen kein Interesse haben. Putin hat zuletzt am Beispiel von Belarus gesehen, wie sich eine wachsende, vom Regime unabhängige Branche (IT) gegen das Regime wendet.
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Fr 20. Nov 2020, 18:05

Rautenberger hat geschrieben:(20 Nov 2020, 09:37)

Dieses Regime ist nicht dazu in der Lage, Russland wirtschaftlich zu entwickeln, weil es mit einer florierenden, freien Wirtschaft seine Machtbasis untergraben würde. Damit das Land wirklich vorankommt, müsste der Korruptionssumpf trockengelegt und die Abhängigkeit von Rohstoffexporten verringert werden - an beidem kann Putin aus persönlichen Gründen kein Interesse haben. Putin hat zuletzt am Beispiel von Belarus gesehen, wie sich eine wachsende, vom Regime unabhälngige Branche (IT) gegen das Regime wendet.



Das hat Putin schon in der Ukraine gesehen und gedacht da mischen wir mit.

In der Ukraine ist der Versuch gescheitert ein pro Russland Regime zu etablieren. Putin versucht gewisse Dinge, Bewegungen zu unterdrücken. Aber Regime sind in der Regel vergänglich. Und Wirtschaftlich gesehen hat Putin relativ wenig bewirkt wenn man die Zeit usw. einfließen lässt.
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » So 22. Nov 2020, 09:47

Da kommt noch mehr Ärger für die Pipeline NS2


https://www.svz.de/deutschland-welt/pol ... 08612.html
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Do 26. Nov 2020, 06:47

Die Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland für die deutsche Wirtschaft sind nicht so schlimm wie wohl oft dargestellt.


https://www.mdr.de/nachrichten/wirtscha ... t-102.html


Die Wirkung gegenüber Russland ist nicht nur heiße Luft. Es kostet auch Russland einiges Geld. Schade das Russland relativ wenig gelernt hat aus den Reaktionen.
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Tom Bombadil » Do 26. Nov 2020, 08:28

Cobra9 hat geschrieben:(22 Nov 2020, 09:47)

Da kommt noch mehr Ärger für die Pipeline NS2

Es ist sowieso eine Schande, dass Deutschland das Projekt nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim nicht sofort gestoppt hat.
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Do 26. Nov 2020, 13:06

Tom Bombadil hat geschrieben:(26 Nov 2020, 08:28)

Es ist sowieso eine Schande, dass Deutschland das Projekt nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim nicht sofort gestoppt hat.



Jnein. Vertrag einhalten ist wichtig und man glaubte wohl man wird Russland schon im Gesprächen überzeugen.

Aber nach 6 Jahren sollte man gemerkt haben das Reden wenig bis null hilft. Russland bricht Recht, Verträge ect. nach eigenen Wünschen.

Warum sollten wir uns dann noch an was gebunden fühlen mit einem Russland unter Putin das ein Aggressor wurde.

Vor allem da NS2 sehr wahrscheinlich nicht mehr unbedingt nötig ist. Ich würde es zum Beispiel erstmal einfrieren. Baustop. 6 Monate erstmal.

Dann auf die Tagesordnung der EU mehrfach setzen. iin 8 Jahren ist dann mal was besprochen. Nicht das Ich mir wünsche Russland zu schaden unbedingt.

Aber was Russland treibt sollte man auch deutlich, hart bestrafen. Jetzt greifen die USA zu Sanktionen und das Heulen beginnt.

Es wird auch dreckig gearbeitet. Behauptet wird die Sanktionen verstoßen gegen Völkerrecht. Würde die Bundesregierung auch sagen.


Unter Bündnispartnern ist ein solches Vorgehen völlig indiskutabel“, sagte der Vorsitzende Oliver Hermes. Man beobachte bereits seit dem Sommer, dass die US-Regierung über ihre Botschaften in der Europäischen Union versuche, europäische Unternehmen unter Druck zu setzen und mit Sanktionen zu bedrohen.

„Extraterritoriale US-Sanktionen gegen europäische Projektbeteiligte sind ein unzulässiger Eingriff ins Völkerrecht“, sagte Hermes. Das hätten Bundesregierung und EU-Kommission mehrfach klargestellt

https://www.welt.de/wirtschaft/article2 ... tabel.html


Hat so niemand gesagt und von dem Herrn Hermes wohl auch nicht anders zu erwarten. Der Ostausschuss würde Nordkorea wahrscheinlich auch noch Waffen liefern.

Moral kennt man da nicht mehr finde ich. Dazu liegt man falsch.


Nur kommen Gutachten des Bundestages zu einem Schluss. Die Sanktionen sind legetim


Bundestagsgutachter sehen keinen Verstoß gegen Völkerrecht

Die US-Sanktionen gegen die neue Erdgaspipeline Nord Stream 2 verstoßen nach Überzeugung der Linken gegen das Völkerrecht. Ein Gutachten findet dafür eher keine Anhaltspunkte


https://www.spiegel.de/wirtschaft/nord- ... aa03283588



Das die USA eigene Interessen haben ist logisch. Aber wir müssen nicht unbedingt in den USA kaufen und ni9in Russland. Würden wir sinnvoll arbeiten wäre auch alles machbar.

Aber Politiker in Deutschland oder der EU..... Dumm, inkompetent und Opportunismus in Reinform.
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Tom Bombadil » Do 26. Nov 2020, 15:04

Cobra9 hat geschrieben:(26 Nov 2020, 13:06)

Vertrag einhalten ist wichtig...

Ich glaube nicht, dass man das in dem Fall müsste. Aber das wäre dann sicherlich ein Fall für ein internationales Gericht.
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Fr 27. Nov 2020, 09:37

Tom Bombadil hat geschrieben:(26 Nov 2020, 15:04)

Ich glaube nicht, dass man das in dem Fall müsste. Aber das wäre dann sicherlich ein Fall für ein internationales Gericht.


Mir ging es um die Verlässlichkeit.
Rechtlich kann man bei dem was Russland treibt solche Verträge kündigen
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Fr 4. Dez 2020, 21:54

Kleine Schlappe für Russland betreffend Yukos


https://m.onvista.de/news/russland-sche ... -417120233

https://www.bloomberg.com/news/articles ... olitics-vp


Ich denke in den nächsten Jahren ist das Thema dann geklärt. Nach meiner Meinung wird Russland verurteilt werden.

Dann wird kommen illegal, Krieg gegen Russland ect.

Ich bin dann gespannt wie Russland auf Pfändung reagieren würde. Spannend.
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon DevilsNeverCry » So 6. Dez 2020, 12:48

Ein interessanter Bericht vom Oxford Institut für Energiestudien - PDF herunterladen. Diese haben September 2019 eine Analyse über den Stand der Ölprojekte Russlands vollzogen und einen Forecast gemacht wie die Zukunft der russischen Ölförderung aussieht. Dieser Bericht ist insofern interessant da er auch abbildet was für Auswirkungen die Wirtschaftssanktionen auf die russische Ölindustrie hatte und in Zukunft haben wird.

- Kurz bzw. mittelfristig sollten die Wirtschaftssanktionen keine Auswirkungen haben (bis Anfang der 20'er) da Russland über viele Quellen verfügt die erst in den nächsten Jahren voll ausgeschöpft werden können. Da dieser Bericht noch vor der Corona Zeit erschienen ist, kann man davon ausgehen das Russland hier evtl. noch 1-2 Jahre dazu gewinnt. Schließlich ist die Nachfrage nach Öl weltweit stark gesunken was z. B. dazu geführt hat das Investitionen in LNG Projekte weltweit heruntergefahren wurden.
- Langfristig sieht es anders aus da das russische Energieministerium sich das Ziel gesetzt hat bis 2030 11 mb/d zu fördern. Stand aktuell würde es 2030 eine Lücke von 2.5 mb/d geben. 2025 wird man den Stellenwert von 11 mb/d unterschreiten wenn in neue Förderquellen nicht investiert wird (S.21). Die Ölproduktion von so genannten brownfields wird kontinuierlich abnehmen (Anm.: Das sind jene Felder in denen schon die operative Basis (Qualitätskontrolle, Material etc.) und Infrastruktur zur Förderung teilweise- oder ganz vorhanden ist). Die Zunahme der Ölproduktion durch greenfields wird das nicht komplett wieder gut machen können (Anm.: Diese Felder verlangen deutlich mehr Investitionen da operative Basis und Infrastruktur noch gar nicht vorhanden sind).
- Russland ist in der Lage in EOR zu investieren, also in tertiäre Ölgewinnung. Alleine Investitionen in diesem Bereich können bis 2030 800 kb/d zzl. bringen. Optimistische Szenarien gehen sogar davon aus das bis 2030 sogar 2 mb/d zzl. erreicht werden kann. Damit würde man der Lücke von 2.5 mb/d sehr nahekommen (S.21) Hier agiert Russland relativ autark im Vergleich zu anderen Bereichen (siehe weiter unten)
- Bei der Gewinnung von hard to recover oil sieht es für Russland düsterer aus - also Ölförderung durch fracking oder horizontales bohren. In diesem Bereich treffen Russland die Sanktionen relativ stark aufgrund der Inaktivität von Joint Venture Projekten und der Abhängigkeiten von Importen von Technologien. 2018 hat Russland ca. 760 kb/d produziert. Bis 2030 könnte Russland (beim aktuellen Stand) diese Produktion auf das doppelte hochfahren. Letzteres ist aber nur eine Einschätzung
- Bei der Erschließung der Arktisvorkommen ist Russland stark von Joint Venture Projekten vom Ausland abhängig. Vor allem Rosneft war in diesem Bereich mit ExxonMobil stark unterwegs. Seit 2014 ist es zu einem Stillstand in diesem Bereich gekommen. Rosneft unternimmt zwar Arktisexpeditionen und erforscht diesen Bereich selbstständig (RU Quellen), bis es aber die nötige Technologie zur Erschließung hat könnte noch viel Zeit vergehen. Laut Autor ist mit einer deutlichen Zunahme der Ölförderung in diesem Bereich vor 2030 nicht zu rechnen (S. 18-19)
- Offshore Projekte mit ExxonMobil, Eni und co. sind ebenfalls seit 2014 zum Stillstand gekommen. Evtl. sehen die Aussichten hier besser aus als bei der Erschließung der Arktisvorkommen.

https://www.oxfordenergy.org/publicatio ... long-term/

Fazit: Die Sanktionen treffen Russland hart, aber die nötigen 11 mb/d können bis 2030 in der Tat erreicht werden. Trotz Sanktionen. Würden die Sanktionen wegfallen, dann wäre es sehr wahrscheinlich das die prognostizierten 11 mb/d bis 2030 deutlich überschritten werden könnten
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Audi » So 6. Dez 2020, 18:49

Milchmarkt: Russland braucht Europas Milch nicht mehr

Russland war bis 2014 einer der größten Importeure von europäischen Milchprodukten. Das Handelsembargo hat zu einem kräftigen Ausbau der russischen kommerziellen Milcherzeugung und Verarbeitung geführt.

Verantwortlich dafür waren umfangreiche staatliche Investitions-Programme, die das Ziel hatten, das Land bis 2020 unabhängig von Importen zu machen. Das ist den Russen zwar noch nicht ganz gelungen – noch kommen nämlich beachtliche Einfuhren vor allem aus Weißrussland – doch das Wachstum setzt sich weiter fort.

https://www.agrarheute.com/markt/milch/ ... ehr-575807

Die Sanktionen haben auch gutes bewirkt. So kann Russland seine Wirtschaft unterstützen
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Mi 9. Dez 2020, 16:55

Ja was ist denn los mit Russland. Ich dachte NS2 wird jetzt mal fertig gebaut. Aber wohl zieht man das Schiff zum Verlegen ab. Verzögerungen wirds wohl geben.


https://www.nordkurier.de/mecklenburg-v ... 76412.html
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Sa 12. Dez 2020, 04:45

Russland baut weiter. Na also will Putin doch ein Zeichen setzen. Braver Zar!


Kudrun zur Wirtschaft


https://www.russland.capital/kudrin-sie ... r-talfahrt
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon DevilsNeverCry » So 13. Dez 2020, 09:18

Cobra9 hat geschrieben:(12 Dec 2020, 04:45)

Russland baut weiter. Na also will Putin doch ein Zeichen setzen. Braver Zar!


Kudrun zur Wirtschaft


https://www.russland.capital/kudrin-sie ... r-talfahrt




Ja es stimmt der russische Lebensstandard hat in den letzten Jahren gelitten. Da hat Kudrin recht. Das liegt zu einem

a) an dem auslaufenden Wirtschaftsmodell das Russland hat (siehe weiter unten meinen Beitrag)
b) den Sanktionen im Finanzbereich, Energiebereich und Rüstungsbereich

Allerdings könnte es passieren das Russland in diesem Jahr im Vergleich zu den meisten Industrie- und Schwellenländern der G20 deutlich besser abschneidet – siehe verlinkten Artikel unten von der Financial Times
Russia’s economy ‘recovered’ quicker than most of industrialised world
Deputy finance minister defends approach that restricted Covid-19 lockdowns to limit damage



https://www.ft.com/content/5a21001c-b16 ... 90c6b88a60

Russland hat im ersten und zweiten Quartal zusammen genommen neben Südkorea und China die beste Wirtschaftsperformance gehabt (siehe Grafik im verlinkten Artikel). Beim ersten Quartal könnte man argumentieren das Russland im Vergleich zu anderen G20 Staaten einen geringeren Einbruch hatte weil das Wachstum über das ganze Jahr 2019 hinweg nicht sonderlich groß war (man sollte aber vor Augen haben das Deutschland, Frankreich, die Türkei oder Brasilien in 2019 ein geringeres Wirtschaftswachstum hatten als Russland*). Dieses Argument wird aber mit dem 2 Quartal immer weniger haltbar. Russland hat in dem verlinkten Link oben eine gute Performance weil:

a) der Lockdown nicht so lange dauerte wie in den meisten EU-Staaten – natürlich stellt sich hier die Frage ob das aus moralischer Sicht korrekt war während die Corona Zahlen nach oben schießen.
b) Russland BIP nicht so stark vom Dienstleistungssektor abhängig ist wie in den meisten EU-Staaten und den USA
c) Nicht so stark vom Tourismus abhängig ist wie die Türkei
d) Viel früher mit Einreiseeinschränkungen von ausländischen Staatsbürgern aus Risikogebieten reagiert hat als andere Länder. Die Ukraine und Russland waren eines der ersten Länder überhaupt die Flüge gecancelt haben oder Menschen an der Einreise hinderten

Südkorea kommt wohl zu gute das sie kurz vor der eigentlichen Pandemie ein solches Szenario getestet haben. Dadurch hat man wertvolle Zeit gewonnen.

Das Jahr 2020 ist noch nicht um, also warten wir mal ab wie die einzelnen Länder hier abschneiden werden.
Die IMF Prognosen für 2021 sagen (Stand jetzt) 2,5% Wachstum für Russland voraus: https://in.reuters.com/article/imf-russ ... SL1N2IA0NQ ) Das ist natürlich immer noch nicht genügend, eigentlich wenig für ein Land mit so viel Potenzial. Hauptproblem sind die Öl,- Gas und Waffenlobby in diesem Land die keine große Änderungen wollen. Das hemmt das Wirtschaftswachstum erheblich. Das die nämlich anders können zeigt das Oxford Paper was ich hier vor ca. einer Woche hinterlegt habe (siehe weiter oben). Aber da ging es denen direkt an den Geldbeutel, daher haben die sich auch bewegt (siehe tertiäre Ölförderung und Schieferölförderung in Russland). Die Sanktionen haben das Förderpotenzial in Russland signifikant zurückgeworfen, aber gleichzeitig in diesem Bereich die Energieindustrie befeuert in neue Technologien zu investieren. Im Falle von tertiärer Ölförderung ist das Potenzial jetzt schon ersichtlich, bei der Arktisförderung ist wohl vor 2030 nicht viel zu erwarten.

Ca. 2018 hat man sich dazu entschieden von einem Nachfrageorientierten Wirtschaftsmodell (Förderung des Privatkonsums) auf ein angebotsorientiertes Wirtschaftsmodell (Förderung von Investitionen) umzustellen. Anhand der Zahlen sehe ich bislang keine großen Ergebnisse. Na ja, z. B. beim Schiffsbau tut sich was und die Hafeninfrastruktur des russischen Teils des baltischen Meers ist schon so stark ausgebaut worden das Estland und Lettland sich darüber beschweren das nicht mehr genügend Waren aus Russland über Ihre Häfen transportiert werden – Russland wickelt immer mehr über eigene Häfen ab. In der Automobilindustrie kann man sich nicht mal im eigenen Land gegen ausländische Konkurrenz durchsetzen. In der zivilen Flugzeugbauindustrie haben es auch China und co. schwer das Duopol von Airbus und Boeing zu knacken – aber hier hat Russland kaum Abnehmer außerhalb des eigenen Landes.
Jetzt sprechen die schon wieder davon das das Wirtschaftsmodell sich ändern muss. Halte ich aktuell für weniger wahrscheinlich, aber warten wir mal ab was 2021 so für Entscheidungen in Russland bringt.

* https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_c ... rowth_rate
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Di 15. Dez 2020, 11:21

Lese ich mir durch wenn möglich zeitlich. Im Moment schwer
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Cobra9 » Do 17. Dez 2020, 06:04

Nur erstmal 2,6 Kilometer im Bau. Rest ist fraglich

https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/ba ... 97532.html
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Re: Russlands Wirtschaft- Sammelstrang

Beitragvon Panarin » Do 4. Mär 2021, 11:15

Keine Fortschritte bei Innovationen

Russland hat in den vergangenen 15 Jahren fast 1 Bio. Rubel (11 Mrd. Euro) an Haushaltsmitteln für die Steigerung seiner Innovationskraft ausgegeben, berechnete „Vedomosti“ anhand von Daten der Russischen Schatzkammer. Die Erfolge der dabei engagierten staatlichen „Institute der Entwicklung“ sind mager, so das Urteil der Wirtschaftszeitung. So verharrt der Anteil „innovativer Produkte“ an der Gesamtproduktion des Landes bei 6%, weit hinter dem ursprünglich ausgegebenen Ziel von 25% im Jahr 2020. Der Anteil von Unternehmen, die an Innovationen beteiligt sind, fiel von 9,4% im Jahr 2010 auf 9,1% im Jahr 2019. Auch andere Parameter wie Investitionen in Forschung und die Zahl der Patente pro Einwohner haben sich nicht nennenswert verbessert. Quelle: Vedomosti (RU)

https://ostexperte.de/russische-innovationskraft-hinkt/


Ich weiss auch wo das ganze Geld gelandet ist.

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