Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 13. Dez 2019, 21:01

Audi hat geschrieben:(13 Dec 2019, 20:36)

Du wolltest dich von Kiew beraten lassen, vergessen? Lass gut sein

Mir persönlich würde ein ganz schlichter Steuerberater eigentlich schon genügen. Du wirst es vielleicht nicht glauben, aber ich bin an überhaupt keinem Energie-Unternehmen beteiligt, nicht mal an einem noch so schäbigen Windrädchen und ich habe auch keinerlei Kontakt zur russischen Botschaft in Berlin. Ich fürchte, einem Piskorski würde der Spaß an mir nicht nur aus rein moralischen Gründen versagt bleiben. ;)

Aber, um es vereinfacht zu sagen: Korruption muss nicht sein, es gibt Hilfe.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Audi » Fr 13. Dez 2019, 21:49

DarkLightbringer hat geschrieben:(13 Dec 2019, 21:01)

Mir persönlich würde ein ganz schlichter Steuerberater eigentlich schon genügen. Du wirst es vielleicht nicht glauben, aber ich bin an überhaupt keinem Energie-Unternehmen beteiligt, nicht mal an einem noch so schäbigen Windrädchen und ich habe auch keinerlei Kontakt zur russischen Botschaft in Berlin. Ich fürchte, einem Piskorski würde der Spaß an mir nicht nur aus rein moralischen Gründen versagt bleiben. ;)

Aber, um es vereinfacht zu sagen: Korruption muss nicht sein, es gibt Hilfe.

Ja lass dir von porschenko helfen :thumbup:
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 13. Dez 2019, 22:54

Audi hat geschrieben:(13 Dec 2019, 21:49)

Ja lass dir von porschenko helfen :thumbup:

Der neue heißt Selenskyi, es gibt immer wieder mal Wahlen.

Die Ukraine hat u. a. eine viel beachtete Polizei-Reform durchgeführt. Das war so populär, dass die Leute ständig Selfies mit den Polizisten machen wollten.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Tiefsinniger » Mi 18. Dez 2019, 15:54

Und in der Zwischenzeit ist schon ein neues "Maidan" in Kijev unterwegs ?

Mich erinnert die ganze Vorgeschichte dieser Unruhen - an einen Beitrag im deutschen politischen Forum (existiert nicht mehr). Ein junger Mann erzaehlte, dass er immer, wohnend in der DDR, sich selbst als einen ueberzeugten Rechten meinte, weil er die Kommunisten und alles, was zu ihnen gehoerte, hasste. Und dann kam die Wende. Der Betrieb, wo er als ein Arbeiter eingestellt war, besuchten die neuen Eigentuemer. Das waren zwei modisch angezogenen 30-jaehrige Maenner, die etwas aengstlich und zimperlich die grossen Maschinen anschauten, und ihr Direktor mit liebedienerischem Laecheln lief vor ihnen. Jetzt fuehlte der junge Mann schon einen Aerger gegen die neuen Eigentuemern : warum duerfen sie jetzt hier alles entscheiden? Aber auf vernuenftiger Weise identifizierte er seine Gefuehle als definitiv "linke". Das war einfach eine persoenliche Ueberraschung fuer ihn selbst, wie schnell der innere Zustand sich aendern kann.

Jetzt passiert in der Ukraine etwas aehnliches. Gerade vor einigen Jahren war die ganze Ukraine wuetend "recht" : die Denkmaeler Lenins fielen runter (mir ist das sch***egal, die Russenhetzer, wie Lenin, brauchen keine Denkmaeler zu haben). Die Loesungen waren "Kommunjaku na giljaku !" (Ein Kommunist gehoert auf einem Zweig gehaengt zu werden), und und und.

Und was passiert jetzt? Die grossen Antikommunisten, die Teilnehmer von "Euromaidan-2013", auch die fuehrenden Politiker unter ihnen, kaempfen wuetend schon - um die Erbe Lenins aufzubewahren? Und zwar das staatliche Eigentum fuers landwirtschaftliche Land ? In Russland war das schon seit mehreren Jahren vorbei, und man erlebte alles, was dazu gehoerte : die "Landesmafias", das gekaufte, aber nicht bearbeitete wirtschaftliche Land, und usw. Alle wussten : die Russen hatten etwas dagegen, weil sie in ihrem Inneren noch "kommunistisch gepraegt" waeren?
Was nun? Ist das gut oder schlecht - wenn man jetzt kaempft?
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Cobra9 » Mo 23. Dez 2019, 21:41

Positiv mal das man was sinnvolles tut

https://www.zeit.de/news/2019-12/23/ukr ... naustausch



Die Ukraine möchte neue Kampfhubschrauber


https://www.aerobuzz.de/militar-news/di ... -ersetzen/
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Cobra9 » Mi 26. Feb 2020, 13:01

Was Russland der Ukraine antut darf man nicht vergessen. Auch aktuell nicht !

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... erden.html
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 26. Feb 2020, 13:07

Cobra9 hat geschrieben:(26 Feb 2020, 13:01)

Was Russland der Ukraine antut darf man nicht vergessen. Auch aktuell nicht !

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... erden.html

Unbedingt. Das ist entscheidend für die Russland-Politik und die der kollektiven Sicherheit.
Aggression in Europa darf sich nicht lohnen.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Audi » Mi 26. Feb 2020, 18:34

Cobra9 hat geschrieben:(26 Feb 2020, 13:01)

Was Russland der Ukraine antut darf man nicht vergessen. Auch aktuell nicht !

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... erden.html

Natürlich nicht. Die Ato wurde ja aus einer Putschregierung gestartet mit Nazis an der Spitze. Das darf man wirklich nie vergessen
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Cobra9 » Mi 26. Feb 2020, 19:46

Da hier wieder Hetze und Falschdarstellung Einzug gehalten hat muss man reagieren.


Wechsel der Regierung

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Euromaidan

Die ATO war lediglich eine Reaktion auf Russlands Aggression


https://de.m.wikipedia.org/wiki/Euromaidan
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Krieg_i ... _seit_2014



Nazis müssen jetzt wieder herhalten für die Begründung was Russland getrieben hat
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon zollagent » Do 27. Feb 2020, 08:48

Audi hat geschrieben:(26 Feb 2020, 18:34)

Natürlich nicht. Die Ato wurde ja aus einer Putschregierung gestartet mit Nazis an der Spitze. Das darf man wirklich nie vergessen

Die ewige Behauptung "Putschregierung" mag in den Augen von Putins Fans angenehm klingen. Mit der Realität hat sie nichts zu tun. Putins Statthalter hat sich doch mit Koffern voller Geld zu seinem Lehensherrn abgesetzt. Hätte man den Regierungssessel für den Herrn warmhalten sollen?
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon schokoschendrezki » Do 27. Feb 2020, 08:52

Cobra9 hat geschrieben:(26 Feb 2020, 13:01)

Was Russland der Ukraine antut darf man nicht vergessen. Auch aktuell nicht !

https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... erden.html

In dem Artikel geht es aber zentral eher um das Problem, dass die Ukraine zur taktischen und strategischen "Manövriermasse" westlicher Führungsmächte wird bzw. geworden ist. Und tatsächlich. So sieht es aus.

Wenn es am Ende des Artikels dann heißt:
Alle politischen und zivilgesellschaftlichen Kräfte im Westen, die es mit der Verteidigung der liberalen Demokratie ernst meinen, müssen sich dieser Tendenz mit aller Macht entgegenstellen. Sie dürfen nicht zulassen, dass die Ukraine in den Schatten vermeintlich größerer weltpolitischer Krisen rückt und die Bedeutung ihres Kampfs für die Freiheit ganz Europas in Vergessenheit gerät.


Bitte, Hand aufs Herz und realistisch betrachtet: Wieviel Promille der Einwohner ganz Europas außerhalb der Ukraine sehen die politischen Bemühungen und vergangenen politischen Befreiungskämpfe dort als bedeutsam für "die Freiheit ganz Europas" an. Der Abschnitt klingt reichlich weltfremd und pathetisch. Die Niederlande - sozusagen als traditonelles EU-Kernland - haben sich in einem Referendum gegen ein Assoziierungsabkommen mit der Ukraine ausgesprochen. Ein großer Teil vor allem der Westeuropäer will von Menschen östlich von Elbe und Donau absolut nix wissen. Um die Bedeutung der politischen Entwicklungen in der Ukraine für Europa wirklich ermessen zu können, müsste erst einmal der nach wie vor oder auch wieder herabgelassene Eiserne Vorhang in dern Köpfen der Westeuropäer wieder durchbrochen werden.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Monakatz » Do 27. Feb 2020, 08:58

Weil die einzelnen Länder so eine Union anstreben.


Welche Länder wären das? Russland und Weißrussland? Wer bleibt denn da?
Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Voltaire)
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon schokoschendrezki » Do 27. Feb 2020, 09:28

DarkLightbringer hat geschrieben:(13 Dec 2019, 16:08)

Ich war derjenige mit der Ansicht, man solle sich beraten lassen, um postsowjetische Verhältnisse hier zu vermeiden bzw. zu begrenzen.

Dabei könnten mittelosteuropäische Nachbarn eine Hilfe sein, deren Geheimdienste u. U. viel mehr Erfahrung in dem Bereich haben.
So haben etwa polnische Behörden einen Kontaktmann der AfD festgenommen, der allerdings auch dem deutschen Geheimdienst bekannt war.
Weitere Stichworte wären Gazprom oder Schweiz Connection.

Ein bißchen Aufklärung würde da nicht schaden.

Immerhin, der Tiergarten-Mord ist jüngst bei "Illner" debattiert worden, hat aber mit Korruption wohl nichts zu tun.


Mindestens zwei der Hardliner und sich als "Chefideologen" verstehenden AfD-Politiker (Hans-Thomas Tillschneider und Marc Jongen) haben ihre Wurzeln in deutschen Minderheiten außerhalb der heutigen Bundesrepublik. Ähnlich wie Erika Steinbach oder Bernd Posselt (CSU). Eine kritischere Haltung gegenüber Russland aus dieser Ecke beziehen zu wollen, hieße für mich mit dem Feuer spielen. Die Haltung einiger mittelosteuropäischer Regierungen gegenüber Russland heute ist äußerst zwiespältig und ambivalent. Der Volkaufstand von 1956 gibt den Anlass für einen Nationalfeiertag in Ungarn. Gleichzeitig überträgt Orbán praktisch den gesamten Betrieb und Ausbau seiner Kernenergieerzeugung an Russland.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Cobra9 » Do 27. Feb 2020, 10:11

schokoschendrezki hat geschrieben:(27 Feb 2020, 08:52)

In dem Artikel geht es aber zentral eher um das Problem, dass die Ukraine zur taktischen und strategischen "Manövriermasse" westlicher Führungsmächte wird bzw. geworden ist. Und tatsächlich. So sieht es aus.

Wenn es am Ende des Artikels dann heißt:


Bitte, Hand aufs Herz und realistisch betrachtet: Wieviel Promille der Einwohner ganz Europas außerhalb der Ukraine sehen die politischen Bemühungen und vergangenen politischen Befreiungskämpfe dort als bedeutsam für "die Freiheit ganz Europas" an. Der Abschnitt klingt reichlich weltfremd und pathetisch. Die Niederlande - sozusagen als traditonelles EU-Kernland - haben sich in einem Referendum gegen ein Assoziierungsabkommen mit der Ukraine ausgesprochen. Ein großer Teil vor allem der Westeuropäer will von Menschen östlich von Elbe und Donau absolut nix wissen. Um die Bedeutung der politischen Entwicklungen in der Ukraine für Europa wirklich ermessen zu können, müsste erst einmal der nach wie vor oder auch wieder herabgelassene Eiserne Vorhang in dern Köpfen der Westeuropäer wieder durchbrochen werden.



Der Artikel ist als Kommentar verfasst, nicht also unbedingt ein neutraler Beitrag. Allerdings falsch ist die Behauptung das die Ukraine zur Verfügungsmasse der EU Staaten wurde. Es ist Russland wo das Spiel ausgelöst hat und betreibt.

Ich habe nicht behauptet das meine Meinung für die EU Bevölkerung zu zählen hat. Aber der normale EU Bürger ist auch relativ naiv. Wenn dann der Kessel brodelt ist das Gejammere und Geheul dann gross.

Nix neues weshalb ich es immer wieder anspreche auch die Ukraine
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Do 27. Feb 2020, 10:21

schokoschendrezki hat geschrieben:(27 Feb 2020, 09:28)

Mindestens zwei der Hardliner und sich als "Chefideologen" verstehenden AfD-Politiker (Hans-Thomas Tillschneider und Marc Jongen) haben ihre Wurzeln in deutschen Minderheiten außerhalb der heutigen Bundesrepublik. Ähnlich wie Erika Steinbach oder Bernd Posselt (CSU). Eine kritischere Haltung gegenüber Russland aus dieser Ecke beziehen zu wollen, hieße für mich mit dem Feuer spielen. Die Haltung einiger mittelosteuropäischer Regierungen gegenüber Russland heute ist äußerst zwiespältig und ambivalent. Der Volkaufstand von 1956 gibt den Anlass für einen Nationalfeiertag in Ungarn. Gleichzeitig überträgt Orbán praktisch den gesamten Betrieb und Ausbau seiner Kernenergieerzeugung an Russland.

Natürlich wird man sich von faschistoiden Strömungen keine besondere Abgrenzung gegenüber einem rechtsgerichteten Regime wie das gegenwärtige in Russland erwarten dürfen. Ganz im Gegenteil, man sieht sich da im selben Boot, welches autoritär zu steuern sei. Ambivalent ist die Alte Linke, innerhalb derer ein ostalgischer Kreis verwirrt ist und sich mit Abgrenzungen zum russischen Rechts- und Kriegskurs eher schwer tut. Das mag etwas mit den Erinnerungen an den Kalten Krieg zu tun haben.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon schokoschendrezki » Do 27. Feb 2020, 10:31

Cobra9 hat geschrieben:(27 Feb 2020, 10:11)

Der Artikel ist als Kommentar verfasst, nicht also unbedingt ein neutraler Beitrag. Allerdings falsch ist die Behauptung das die Ukraine zur Verfügungsmasse der EU Staaten wurde. Es ist Russland wo das Spiel ausgelöst hat und betreibt.

Ich habe nicht behauptet das meine Meinung für die EU Bevölkerung zu zählen hat. Aber der normale EU Bürger ist auch relativ naiv. Wenn dann der Kessel brodelt ist das Gejammere und Geheul dann gross.

Nix neues weshalb ich es immer wieder anspreche auch die Ukraine

Naja, "Verfügungsmasse" natürlich nicht, "Manövriermasse" schon eher ...

Das Problem ist, dass der allgemein wahrgenommene subjektive Demokratie- und Freiheitsgrad in Europa und der Welt ganz erheblich geringer ist als der objektive. 1976 gab es weltweit (mindestens) 62 Länder mit klar und eindeutig autoritären bis diktatorischen Regimes. 2017 waren es noch 13. Und die Vorgänge in heutigen Ländern wie Ukraine oder Georgien sind klar Teil dieser objektiv positiven Entwicklung. Nur: Die subjektive Wahrnehmung - so wie sie sich etwa in dem Referendum in den Niederlanden zu Assoziierung der Ukraine zeigte - ist ganz anders: Überall wird Verfall und Niedergang wahrgenommen. Und die Reaktion ist Einigelung, Besinnung auf Heimat und Vaterland. Das Problem ist aus meiner Sicht: Ein nicht gerade kleiner Teil der ukranischen Politiker setzen ja selbst auf Einigelung. Poroschenko jüngst: "Armee, Sprache, Glaube" Mein Gott! Von Tymoschenkos Vaterlandspartei gar nicht zu reden. Ist das das "Treiben Putins"? Oder sind das rückwärtsgerichtete Parolen rückwärtsgerichteter nationalistisch-populistischer Politiker? Wundert euch doch nicht, wenn aufgeklärte, kosmopolitische Menschen dieser Ukraine den Rücken kehren. Und zwar auch solche, denen es völlig klar ist, dass Russland eine aggressive und verurteilenswerte Hegemonialpolitik betreibt.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon zollagent » Do 27. Feb 2020, 10:36

schokoschendrezki hat geschrieben:(27 Feb 2020, 10:31)

Naja, "Verfügungsmasse" natürlich nicht, "Manövriermasse" schon eher ...

Das Problem ist, dass der allgemein wahrgenommene subjektive Demokratie- und Freiheitsgrad in Europa und der Welt ganz erheblich geringer ist als der objektive. 1976 gab es weltweit (mindestens) 62 Länder mit klar und eindeutig autoritären bis diktatorischen Regimes. 2017 waren es noch 13. Und die Vorgänge in heutigen Ländern wie Ukraine oder Georgien sind klar Teil dieser objektiv positiven Entwicklung. Nur: Die subjektive Wahrnehmung - so wie sie sich etwa in dem Referendum in den Niederlanden zu Assoziierung der Ukraine zeigte - ist ganz anders: Überall wird Verfall und Niedergang wahrgenommen. Und die Reaktion ist Einigelung, Besinnung auf Heimat und Vaterland. Das Problem ist aus meiner Sicht: Ein nicht gerade kleiner Teil der ukranischen Politiker setzen ja selbst auf Einigelung. Poroschenko jüngst: "Armee, Sprache, Glaube" Mein Gott! Von Tymoschenkos Vaterlandspartei gar nicht zu reden. Ist das das "Treiben Putins"? Oder sind das rückwärtsgerichtete Parolen rückwärtsgerichteter nationalistisch-populistischer Politiker? Wundert euch doch nicht, wenn aufgeklärte, kosmopolitische Menschen dieser Ukraine den Rücken kehren. Und zwar auch solche, denen es völlig klar ist, dass Russland eine aggressive und verurteilenswerte Hegemonialpolitik betreibt.

Ich sehe diese "Einigelungsbestrebungen" durchaus auch als Reaktion auf Putins Hegemonieanspruch, den er ja selbst mit Krieg auf verschiedenen Ebenen durchsetzen will.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon schokoschendrezki » Do 27. Feb 2020, 10:48

DarkLightbringer hat geschrieben:(27 Feb 2020, 10:21)

Natürlich wird man sich von faschistoiden Strömungen keine besondere Abgrenzung gegenüber einem rechtsgerichteten Regime wie das gegenwärtige in Russland erwarten dürfen. Ganz im Gegenteil, man sieht sich da im selben Boot, welches autoritär zu steuern sei. Ambivalent ist die Alte Linke, innerhalb derer ein ostalgischer Kreis verwirrt ist und sich mit Abgrenzungen zum russischen Rechts- und Kriegskurs eher schwer tut. Das mag etwas mit den Erinnerungen an den Kalten Krieg zu tun haben.

Nur ist weder die Fidesz noch die PiS eine "faschistoide Strömung" sondern eine demokratisch gewählte rechtsliberale bis nationalkonservative Partei.

Du forderst "Abgrenzung" (zum russischen Rechts- und Kriegskurs). Andere fordern ein Bekenntnis zum "Westen" (über dessen "Entwestlichung" gerade auf der Münchner Konferenz diskutiert wurde). Ich persönlich komme mir von Jahr zu Jahr zunehmend für dumm verkauft vor. Die, die politische Haltung, Abgrenzung usw. fordern sind nicht etwa "faschistoid" sondern vor allem eines: Opportunisten. Die ihren jeweiligen Dampfer auf Sicht fahren und bei der nächsten besseren sich bietenden Passage die Richtung wechseln. Während ihre Anhängerschaft treu und dumm weiter Lieder singend Kurs hält.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Do 27. Feb 2020, 13:32

schokoschendrezki hat geschrieben:(27 Feb 2020, 10:48)

Nur ist weder die Fidesz noch die PiS eine "faschistoide Strömung" sondern eine demokratisch gewählte rechtsliberale bis nationalkonservative Partei.

Es steht mir an dieser Stelle völlig fern, die polnische Demokratie zu bewerten und Mittelost- bzw. Gesamteuropa besteht ja auch nicht nur aus einer einzigen, polnischen Partei.

Du forderst "Abgrenzung" (zum russischen Rechts- und Kriegskurs). Andere fordern ein Bekenntnis zum "Westen" (über dessen "Entwestlichung" gerade auf der Münchner Konferenz diskutiert wurde). Ich persönlich komme mir von Jahr zu Jahr zunehmend für dumm verkauft vor. Die, die politische Haltung, Abgrenzung usw. fordern sind nicht etwa "faschistoid" sondern vor allem eines: Opportunisten. Die ihren jeweiligen Dampfer auf Sicht fahren und bei der nächsten besseren sich bietenden Passage die Richtung wechseln. Während ihre Anhängerschaft treu und dumm weiter Lieder singend Kurs hält.

Meine "Forderung" ist die, dass sich eine Aggression in Europa nicht lohnen soll. Das ist eine strategische und sicherheitsrelevante Frage.
Nebenbei ließen sich noch die gemeinhin bekannten historische Erfahrungen hinzuziehen.

Darauf wird auch der von dir ins Visier genommene Korrespondent R. Herzinger abgezielt haben.
Ein Nein zum Krieg in Europa heißt in erster Konsequenz Nein zur russisch-föderalen Aggression in der Ukraine. In zweiter Konsequenz muss man sich dann fragen, wer die Verbündeten sind, die eine Sicherheitsarchitektur im Haus Europa zu tragen gewillt sind.

Die Schlußakte von Helsinki - damals noch mitten im Kalten Krieg erschaffen - war fraglos eine Leistung der sog. friedlichen Koexistenz. Mit dem Handstreich auf der Krim ist diese allerdings obsolet geworden. Daraus resultieren Gefahren, die man sehen sollte.

Der Osten von früher ist heute teils westlicher als der traditionelle Westen. Es spielt aber eigentlich kaum eine Rolle, wie man was nennen möchte. Der Punkt ist, wie man sich zur Aggression verhält, abgrenzend oder annähernd, belohnend oder belastend.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon schokoschendrezki » Do 27. Feb 2020, 15:35

zollagent hat geschrieben:(27 Feb 2020, 10:36)

Ich sehe diese "Einigelungsbestrebungen" durchaus auch als Reaktion auf Putins Hegemonieanspruch, den er ja selbst mit Krieg auf verschiedenen Ebenen durchsetzen will.

Die Realität ist wie häufig komplizierter. Beispiel Sprachenpolitik: Die Unterdrückung der ukrainischen Sprache geht bis auf die Zeit des Zarenreichs zurück. Und die "Wiederentdeckung" ist nicht nur ein Reflex auf die gegenwärtige russische Politik sondern auch eine Aufarbeitung ziemlich alter Zurücksetzungen. Gleichzeitig hat der Einzug des Russischen in das Gebiet der heutigen Ukraine eine Menge mit der Industrialisierung der Ostukraine ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu tun. Kohle und Stahl. Das Russische war um die Jahrhundertwende in der Ukraine ein bissel sowas wie das Englische heute in Westeuropa. Während Ukrainisch zu jener Zeit eher im agrarisch geprägten Westen der Ukraine verbreitet war und im Prinzip auch für kulturelle Rückständigkeit stand. Heute steht nun wieder gerade "Stahl und Kohle" für Rückständigkeit. Und anders als etwa im Baltikum ist Zweisprachigkeit in der Ukraine mehr oder weniger überall vorhanden und nicht streng nach ethnischen Gruppen verteilt.

Wenn man sich heute eine Reportage über eine Schuldirektorin im Grenzgebiet zu den Ostrepubliken anhört und ihr Bemühen um eine Durchsetzung des Ukrainischen als einheitlicher Sprache und als PatriotismusVehikel ... so ist das - denke ich mal - auch eine Reaktion auf in mehreren Generationen vollzogene Wellen von Verunsicherungen. Sprache, Nation, Heimat, Identität scheinen eine Sicherheit gegen alle Auflösungserscheinungen zu sein. Sind sie aber nicht! Die Ukraine ist ein Riesenland, das nicht nur Russland gegenübersteht sondern eine geopolitische Bedeutung zwischen Europa, Russland, dem Nahen Osten, der Türkei, dem mittleren Osten und China hat. Man kann die Reflexe dieser Schuldirektorin nachvollziehen. Aber es nützt nix!
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