Handelskrieg

Moderator: Moderatoren Forum 1

Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 54467
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Do 14. Jun 2018, 22:45

Kölner1302 hat geschrieben:(14 Jun 2018, 23:43)

Miteinander reden, nicht übereinander. Sich in den anderen hineindenken, Empathie ist gefragt. Die Globalisierung hat zu viele Verlierer: die Entwicklungsländer, die Mittelschichten der Industieländer. Gewinner sind die neuen Industrien und Superreichen sowohl in den alten Industieländern und den Schwellenländern.
Die Globalisierung kann so gelenkt werden, dass viel größere Anteile der Weltbevölkerung, wenn nicht sogar fast alle Menschen sowohl in den Entwicklungs- als auch in den Industrieländern, von ihr profitieren können. Nötig ist ein System einer neuen globalen Reserve, der Ausbau von Umschulungsmaßnahmen für Beschäftigte, eine sehr viel strengere Regulierung der Finanzmärkte und Umschuldungsmaßnahmen für Schuldnerländer. Den Schwellen- und Entwicklungsländern muss ein größeres Mitspracherecht bei der Gestaltung des globalen Systems eingeräumt werden. Und nicht zuletzt müssen die Linksparteien sich für die entrechteten Arbeitnehmer einsetzen, was sie bisher nicht getan haben.

Trump und Empathie? Ich glaube, die Fassenachtssaison beginnt erst am 11.11. :D :D :D

Oder glaubst du im Ernst, daß einem Oligarchen wie Trump irgend ein armer Schlucker und seine Situation etwas bedeutet? Schau dir an, was er in Gang gesetzt hat und wer davon profitiert. Das sind die Reichen, der Rest kriegt bestenfalls Brosamen.
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 32791
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Do 14. Jun 2018, 22:59

odiug hat geschrieben:(14 Jun 2018, 22:16)

Wie verhandelst du mit jemanden, dessen erstes Wort eine Drohung ist :?:
Welche Drohung denn? Der Brause-Verkäufer will einfach bessere Konditionen. Da nimmt man Platz, stellt zwei Drinks auf den Tisch und spricht darüber - möglichst ohne Fantasien aus dem europäischen Mittelalter.

Du drohst zurück ... und hoffst darauf, der andere kommt wieder auf den Teppich.
Ein Kommentator hat das sehr schön beschrieben - man spitzt den Mund, kann aber nicht pfeifen.
Nebenbei haben wir noch eine Regierungskrise und Europa driftet immer weiter auseinander. Sich in dieser Situation auf die Brust zu trommeln als ob man mehr Power wie China hätte, ist nahezu albern.
Das wird den Brause-Verkäufer nicht beeindrucken, er wird gelangweilt auf die Uhr sehen. Der Punkt ist, er hat ziemlich viel Brause.

Und wie schon oben von mir erwähnt ... Zölle auf Erdnussbutter sind eher ein symbolischer Akt.
Das stimmt. Ein Akt der Hoffnung. Man schwankt zwischen Brusttrommeln und blanker Hoffnung.

Wenn man den US Wirtschaft wirklich ans Leder will, dann nimmt man die Softwareindustrie und Finanzindustrie ins Visier ... da tut es den USA wirklich weh.
Aber soweit wird es hoffentlich nicht kommen.
Man hofft also auf ein Einlenken des Brause-Verkäufers, will aber kein Angebot machen.

Trump sucht sich die EU aus, weil er denkt, sie ist schwach ... und damit hat er oberflächlich betrachtet sogar recht, weil der Konsens zwischen 27 Staaten oft schwierig zu erreichen ist und da setzt Trump sein Hackebeil an ... siehe Bexit.
Nur der Punkt ist, dieses Spiel hat seine Limitationen.
Den Brexit hat der Brause-Verkäufer nicht zu verantworten, ebenso wenig wie die ständige Uneinigkeit. Das Hackebeil halten die Europäer doch selbst in den Händen und schlimmer noch, sie nutzen es, um das eigene Boot zu versenken.

Selbst Polen weiß, wenn es wirklich Hart auf Hart kommt ist Berlin und Paris viel viel näher, als Washington, vor allem dann, wenn Trump einerseits die Nähe zu Putin sucht und den US Firmen vorschreibt, ihre Investitionen aus dem Ausland abzuziehen.
Gerade die Länder an der Ostflanke - Polen, Baltikum, Ukraine - setzen auf die USA als Schutzmacht. Die Europäer werden vom Feind noch weniger ernst genommen wie von Freunden, das ist ein gewisses Problem.
In Polen gibt es sogar Begrüßungsfeste statt Demonstrationen, wenn Amis und Kanadier oder Verbündete überhaupt heran rücken. Man schätzt Sicherheit. Das hat sicherlich auch historische Gründe.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 32791
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Do 14. Jun 2018, 23:05

zollagent hat geschrieben:(14 Jun 2018, 23:27)

Ich nicht. Trumps Truppe sollte dafür sorgen, daß in den USA Produkte hergestellt werden, die vom Käufer in Europa akzeptiert und gewollt werden, statt Mehrexporte per Ordre de Mufti anweisen zu wollen.

Zollabbau ist ja kein Kaufzwang. Es ermöglicht nur dem Verbraucher, eine faire Auswahl zu treffen. Manche Konsumenten wollen es günstig haben, andere wollen eine bestimmte Qualität haben.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 32791
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Do 14. Jun 2018, 23:07

zollagent hat geschrieben:(14 Jun 2018, 23:29)

Aus dem gleichen Grund, warum Nicht-US-Textilien mit 25 % belegt sind. Wobei die EU-Zölle bei solchen Produkten zwischen 6,5 und 12 % liegen. ;)

Das hat damit zu tun, weil die USA noch eine Textilindustrie hat, wir haben das ja von den Chinesen überrennen lassen. ;)
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 32791
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Do 14. Jun 2018, 23:10

zollagent hat geschrieben:(14 Jun 2018, 23:32)

...wie gesagt, auf Wunsch der USA. Auch dir wäre anzuraten, es besser zu machen als Trump und dich über die Dinge, die dich beschweren, vielleicht vorher kundig zu machen. ;)

Also, lange Rede hin oder her, du würdest der EU empfehlen, beim 0-Standpunkt zu bleiben und eine Weltwirtschaftskrise eben sprachlos in Kauf zu nehmen.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 32791
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Do 14. Jun 2018, 23:47

Skull hat geschrieben:(14 Jun 2018, 23:31)

Der Herr Trump kann doch "seinem" eigenen Volk mal vorschreiben, das SIE nicht(s) mehr aus dem Ausland kaufen. :D

America FIRST. Amerikanische Qualität per Pflicht. :p

mfg

Das ist eine stark vereinfachende Stimmungsmache.

Es ist nichts so wahnsinnig abwegiges, über Fragen der Handelspolitik einen Dialog zu führen.

China betont Gesprächsbereitschaft im Handelsstreit mit USA
https://de.reuters.com/article/usa-chin ... EKBN1JA0U6
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 19118
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Handelskrieg

Beitragvon Skull » Fr 15. Jun 2018, 07:14

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Jun 2018, 00:47)

Das ist eine stark vereinfachende Stimmungsmache.

???

Der einzige der in diesem Zusammenhang "Stimmung" macht, ist der Herr Trump.

Der amerikanische Präsident sollte sich einfach nur an Regeln, Konventionen und Veträge halten.

Das würde der Welt schon helfen. Wie schon andere schrieben,
die USA sollte ihre eigenen Hausaufgaben machen,
statt die "anderen" für ihre eigenen und hausgemachten Fehler und Probleme verantwortlich zu machen.

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 54467
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Fr 15. Jun 2018, 07:31

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Jun 2018, 00:10)

Also, lange Rede hin oder her, du würdest der EU empfehlen, beim 0-Standpunkt zu bleiben und eine Weltwirtschaftskrise eben sprachlos in Kauf zu nehmen.

Tja, auf das Gegreine eines kleinen Kindes, das an der Kasse unbedingt Süßigkeiten haben will und deswegen herumkreischt, muß man nicht reagieren. Diese Krise wird dann von ihm verursacht. So wenig wie man einem Diktator wie Assad, einem Autokraten Putin ihre Herrsch- und Hegemonieansprüche gewähren muß, so wenig muß man einem Schreihals wie Trump aus Unwissen und Gier geborene Ansprüche gewähren, nur, weil er der Meinung ist, er brauche nichts zu leisten, damit ihm entgegengekommen wird, sozusagen "Nachteile" auszugleichen, die er sich einnbildet. Wenn er was will, soll er dafür arbeiten. Basta!
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 54467
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Fr 15. Jun 2018, 07:33

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Jun 2018, 00:07)

Das hat damit zu tun, weil die USA noch eine Textilindustrie hat, wir haben das ja von den Chinesen überrennen lassen. ;)

Erkennst du die Parallele zur den Äpfeln? :D :D :D
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 54467
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Fr 15. Jun 2018, 07:36

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Jun 2018, 00:05)

Zollabbau ist ja kein Kaufzwang. Es ermöglicht nur dem Verbraucher, eine faire Auswahl zu treffen. Manche Konsumenten wollen es günstig haben, andere wollen eine bestimmte Qualität haben.

Und wo sind die Artikel, die der Verbraucher "fair auswählen" könnte? Trump hat nichts zu bieten außer Gejammer und Ansprüchen. Nahrungsmittel, die mit Methoden "haltbar" gemacht wurden, die der Gesundheit abträglich sind, braucht niemand, auch niemand, der "billig" will. Schon mal in einem US-Supermarkt nachgesehen, was das ist, was dort billig ist? Chlorhühnchen. Guten Appetit.
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 32791
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 15. Jun 2018, 08:40

Skull hat geschrieben:(15 Jun 2018, 08:14)

???

Der einzige der in diesem Zusammenhang "Stimmung" macht, ist der Herr Trump.

Der amerikanische Präsident sollte sich einfach nur an Regeln, Konventionen und Veträge halten.

Das würde der Welt schon helfen. Wie schon andere schrieben,
die USA sollte ihre eigenen Hausaufgaben machen,
statt die "anderen" für ihre eigenen und hausgemachten Fehler und Probleme verantwortlich zu machen.

mfg

Das machen wir in Europa genauso, wir stellen Regeln auf und halten sie selbst nicht ein. Beispiel Eurokrise, Flüchtlingskrise, Umgang mit Polen und Österreich, Ukraine-Krieg.
Dabei kümmern wir uns ja nicht mal um sonderlich viel, sondern überlassen alles Schwierige den Amerikanern - Nordkorea, Palästina, Naher Osten, Iran, China, Russland usw.

Und haben wir jetzt nicht auch einen Schuldigen gefunden, der förmlich zum Bocksbeinigen hochstilisiert wird ?
Darauf begrenzt sich die "Stimmung" auch schon, die EU legt nicht mal ein Verhandlungsangebot vor.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Skull
Vorstand
Beiträge: 19118
Registriert: Do 12. Apr 2012, 21:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Handelskrieg

Beitragvon Skull » Fr 15. Jun 2018, 08:54

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Jun 2018, 09:40)

Das machen wir in Europa genauso, wir stellen Regeln auf und halten sie selbst nicht ein.


Ich verstehe immer noch nicht, worauf Du hinauswillst.

Das Trump toll ist ? :?:

Das er international ganz tolle Dinge macht ? :?:

Oder das seine Sicht- und Verhaltensweisen zu Partnern ganz ganz toll sind. :?:

ICH kann DEM alles nichts abgewinnen.

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 32791
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 15. Jun 2018, 09:06

zollagent hat geschrieben:(15 Jun 2018, 08:31)

Tja, auf das Gegreine eines kleinen Kindes, das an der Kasse unbedingt Süßigkeiten haben will und deswegen herumkreischt, muß man nicht reagieren. Diese Krise wird dann von ihm verursacht. So wenig wie man einem Diktator wie Assad, einem Autokraten Putin ihre Herrsch- und Hegemonieansprüche gewähren muß, so wenig muß man einem Schreihals wie Trump aus Unwissen und Gier geborene Ansprüche gewähren, nur, weil er der Meinung ist, er brauche nichts zu leisten, damit ihm entgegengekommen wird, sozusagen "Nachteile" auszugleichen, die er sich einnbildet. Wenn er was will, soll er dafür arbeiten. Basta!

So bald das Gegreine mit Waffengewalt untermauert wird, ist die europäische Diplomatie nicht nur am Ende, sondern geht zum Agreement über - Assad kann seit 7 Jahren machen, was er will, Putin will Gas über Nordstream 2 verkaufen, da sagen wir nicht nein, und jetzt will der Iran auch noch ein paar "Garantien" im Ölgeschäft.
Die Amerikaner arbeiten an den Konditionen, nicht nur im Handel, sondern auch darin, zu einer höheren Selbstbeteiligung an Sicherheitsleistungen zu ermuntern. Das wollte Obama auch schon, beließ es aber bei freundlichen Worten.
Wir sind nicht in der Position, eine reine Basta-Politik zu fahren, wir können nur sehenden Auges in die Krise schlittern - wenn wir das unbedingt wollen.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 54467
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Fr 15. Jun 2018, 09:07

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Jun 2018, 09:40)

Das machen wir in Europa genauso, wir stellen Regeln auf und halten sie selbst nicht ein. Beispiel Eurokrise, Flüchtlingskrise, Umgang mit Polen und Österreich, Ukraine-Krieg.
Dabei kümmern wir uns ja nicht mal um sonderlich viel, sondern überlassen alles Schwierige den Amerikanern - Nordkorea, Palästina, Naher Osten, Iran, China, Russland usw.

Und haben wir jetzt nicht auch einen Schuldigen gefunden, der förmlich zum Bocksbeinigen hochstilisiert wird ?
Darauf begrenzt sich die "Stimmung" auch schon, die EU legt nicht mal ein Verhandlungsangebot vor.

Es gibt bei Paranoia nichts zu verhandeln, eher zu behandeln. Sonst würde ich dir empfehlen, mal etwas über Bundesstaaten und Staatenbünde zu lesen und dir die Unterschiede zu erarbeiten.
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 32791
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 15. Jun 2018, 09:08

zollagent hat geschrieben:(15 Jun 2018, 08:33)

Erkennst du die Parallele zur den Äpfeln? :D :D :D

Aha, wir müssen also unsere Produkte mit Zöllen schützen, werfen es aber umgekehrt vor.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 54467
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Fr 15. Jun 2018, 09:13

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Jun 2018, 10:06)

So bald das Gegreine mit Waffengewalt untermauert wird, ist die europäische Diplomatie nicht nur am Ende, sondern geht zum Agreement über - Assad kann seit 7 Jahren machen, was er will, Putin will Gas über Nordstream 2 verkaufen, da sagen wir nicht nein, und jetzt will der Iran auch noch ein paar "Garantien" im Ölgeschäft.


Diktatoren machen seit eh und jeh, was sie wollten. Das zu beenden, ginge nur über eine Intervention. Im Übrigen kann er definitiv nicht alles machen, was er will. Europa sanktioniert ihn. Und das wesentlich gründlicher als die USA. Putins Handel ist durchaus mit Vorsicht zu genießen, aber hier scheinst du das gleiche anzunehmen, was Putin mit der Ukraine haben will, nämlich Europa als weisungsentgegennehmendes Einflußgebiet der USA anzusehen.

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Jun 2018, 10:06)Die Amerikaner arbeiten an den Konditionen, nicht nur im Handel, sondern auch darin, zu einer höheren Selbstbeteiligung an Sicherheitsleistungen zu ermuntern. Das wollte Obama auch schon, beließ es aber bei freundlichen Worten.
Wir sind nicht in der Position, eine reine Basta-Politik zu fahren, wir können nur sehenden Auges in die Krise schlittern - wenn wir das unbedingt wollen.

Wer Streit will, der kann ihn haben.
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 54467
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Fr 15. Jun 2018, 09:17

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Jun 2018, 10:08)

Aha, wir müssen also unsere Produkte mit Zöllen schützen, werfen es aber umgekehrt vor.

Du mußt es nicht umkehren. DU warst es, der das kritisieren wollte. Das Dumme daran ist, daß hier ein Dummer, nämlich ein Herr Trump, Dinge kritisiert, die er offenbar gar nicht wirklich kennt, und du dich mit deiner Argumentation völlig kritiklos da dran hängst. Wer im Glashaus sitzt.........
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 32791
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 15. Jun 2018, 09:28

zollagent hat geschrieben:(15 Jun 2018, 10:13)

Diktatoren machen seit eh und jeh, was sie wollten. Das zu beenden, ginge nur über eine Intervention. Im Übrigen kann er definitiv nicht alles machen, was er will. Europa sanktioniert ihn. Und das wesentlich gründlicher als die USA. Putins Handel ist durchaus mit Vorsicht zu genießen, aber hier scheinst du das gleiche anzunehmen, was Putin mit der Ukraine haben will, nämlich Europa als weisungsentgegennehmendes Einflußgebiet der USA anzusehen.

Ja, Asma al-Assad kann keine Designer-Schuhe mehr von Christian Louboutin einkaufen, wie sie das früher immer so gern gemacht hatte und das Ehepaar hat Einreiseverbot - großartige Sache.
Es gibt eigentlich kaum jemanden, der den 7-jährigen Vernichtungskrieg in Syrien für einen besonderen Glanzpunkt der Weltgemeinschaft hält. Dabei böte sich gerade jetzt die Chance, an einem Strang zu ziehen - nicht nur USA und Israel sind bereit, den Terrorismus im Nahen Osten einzudämmen, sondern auch die arabischen Partner.
Putin führt Krieg in Europa und möchte ihn über das Gas finanzieren lassen. Darüber verhandeln wir ohne mit der Wimper zu zucken und wundern uns dann noch, wenn Verbündete lieber auf die USA als Schutzmacht setzen als auf lustige Formate, die erstmal eine Fact-Finding-Commission bilden - zur Feststellung, ob ein Krieg überhaupt stattfindet.

Wer Streit will, der kann ihn haben.

Das ist ganz trumpy Style, darauf wird Washington wohl eingehen.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 32791
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Handelskrieg

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 15. Jun 2018, 09:42

Skull hat geschrieben:(15 Jun 2018, 09:54)

Ich verstehe immer noch nicht, worauf Du hinauswillst.

Das Trump toll ist ? :?:

Das er international ganz tolle Dinge macht ? :?:

Oder das seine Sicht- und Verhaltensweisen zu Partnern ganz ganz toll sind. :?:

ICH kann DEM alles nichts abgewinnen.

mfg

Ich will darauf hinaus, dass Europa erwachsener wird, sich um Dinge kümmert und einen Beitrag leistet, um innere und äußere Gefahren abzuwenden.
Der Dialog mit Feinden sollte realistischer und der Dialog mit Freunden solidarischer geführt werden.
Es gibt internationale Herausforderungen, die Entschlossenheit erfordern.

Einer der EU-Berater appelliert öffentlich:
Was die Europäische Union tun kann, um einen Bedeutungsverlust gegenüber USA und anderen Weltmächten zu vermeiden – ein Appell an das Europäische Parlament.
https://www.tagesspiegel.de/politik/eur ... 07554.html
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 54467
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Handelskrieg

Beitragvon zollagent » Fr 15. Jun 2018, 09:58

DarkLightbringer hat geschrieben:(15 Jun 2018, 10:28)

Ja, Asma al-Assad kann keine Designer-Schuhe mehr von Christian Louboutin einkaufen, wie sie das früher immer so gern gemacht hatte und das Ehepaar hat Einreiseverbot - großartige Sache.
Es gibt eigentlich kaum jemanden, der den 7-jährigen Vernichtungskrieg in Syrien für einen besonderen Glanzpunkt der Weltgemeinschaft hält. Dabei böte sich gerade jetzt die Chance, an einem Strang zu ziehen - nicht nur USA und Israel sind bereit, den Terrorismus im Nahen Osten einzudämmen, sondern auch die arabischen Partner.
Putin führt Krieg in Europa und möchte ihn über das Gas finanzieren lassen. Darüber verhandeln wir ohne mit der Wimper zu zucken und wundern uns dann noch, wenn Verbündete lieber auf die USA als Schutzmacht setzen als auf lustige Formate, die erstmal eine Fact-Finding-Commission bilden - zur Feststellung, ob ein Krieg überhaupt stattfindet.


Das ist ganz trumpy Style, darauf wird Washington wohl eingehen.

Man sieht, du hast KEINE Ahnung, wie umfangreich die Sanktionen der EU gegenüber Syrien sind. Wie du schon schriebst, Trumpy-Stile. Danke für's Gespräch.

Zurück zu „1. Wirtschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast