Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

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Alpha Centauri
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon Alpha Centauri » Di 6. Mär 2018, 14:40

[quote="H2O"](04 Mar 2018, 23:18)

Einfach ohne Wertung betrachtet: Die Herrschaft ist vorhanden, anderes verblaßt

Naja der technologische Fortschritt kennt aber keine Grenzen und macht eben jene laut Gasse überflüssig, zumal eher die zwiespältige Humanität der Nationalstaaten mit ins Auge fasst.
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Tom Bombadil
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon Tom Bombadil » Di 6. Mär 2018, 15:03

Alpha Centauri hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:50)

Naja man kann aber auch sagen sind nicht heute High Tech Unternehmen (!Google und Co) nicht viel.mächtiger als Nationalstaaten?

Nicht wirklich, wenn man sich zB. das NetzDG ansieht.
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon Alpha Centauri » Di 6. Mär 2018, 15:26

Ja und?
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon H2O » Di 6. Mär 2018, 16:06

Alpha Centauri hat geschrieben:(06 Mar 2018, 15:26)

Ja und?

Heißt aus meiner Sicht zumindest, daß man politische und kulturelle Herrschaft trennen muß. Denn "NetzDG" heißt, daß im politischen Herrschaftsbereich einer ansonsten fast ohne Wettbewerber herrschenden Technik Zügel angelegt werden können. Die Zügel können von Staat zu Staat durchaus unterschiedlich sein.
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 24. Mär 2018, 22:17

H2O hat geschrieben:(06 Mar 2018, 16:06)

Heißt aus meiner Sicht zumindest, daß man politische und kulturelle Herrschaft trennen muß. Denn "NetzDG" heißt, daß im politischen Herrschaftsbereich einer ansonsten fast ohne Wettbewerber herrschenden Technik Zügel angelegt werden können. Die Zügel können von Staat zu Staat durchaus unterschiedlich sein.



Kann man dass trennen? Und der Grundkonflikt grenzenlose digitale High Tech Welt da, begrenzte Welt der Nationalstaaten dort, da ist der Knall vorprogrammiert
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon H2O » So 25. Mär 2018, 07:29

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 Mar 2018, 22:17)

Kann man dass trennen? Und der Grundkonflikt grenzenlose digitale High Tech Welt da, begrenzte Welt der Nationalstaaten dort, da ist der Knall vorprogrammiert


Sicher kann man das; China führt diese Sache doch vor. Die größeren europäischen Staaten dürften auch über diese Fähigkeiten verfügen. Bisher war es bequemer, gar nichts zu tun. Jetzt merkt man allgemein, daß diese Unternehmungen den Staaten die Steuern für auf ihrem Gebiet oder mit ihren Bürgern durchgeführte Geschäfte verweigern. Da dürfte der eine oder andere Finanzminister wach werden.
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 16. Mai 2018, 11:29

H2O hat geschrieben:(25 Mar 2018, 08:29)

Sicher kann man das; China führt diese Sache doch vor. Die größeren europäischen Staaten dürften auch über diese Fähigkeiten verfügen. Bisher war es bequemer, gar nichts zu tun. Jetzt merkt man allgemein, daß diese Unternehmungen den Staaten die Steuern für auf ihrem Gebiet oder mit ihren Bürgern durchgeführte Geschäfte verweigern. Da dürfte der eine oder andere Finanzminister wach werden.



Das unbegrenzte globale digitale Internetzeitalter führt zum Niedergang der begrenzten und umgrenzten Nationalstaaten und das ist gut so.
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon H2O » Mi 16. Mai 2018, 12:01

Alpha Centauri hat geschrieben:(16 May 2018, 12:29)

Das unbegrenzte globale digitale Internetzeitalter führt zum Niedergang der begrenzten und umgrenzten Nationalstaaten und das ist gut so.


Derzeit scheint aber doch der Zug in Richtung Einzelstaat ab zu fahren. An sich schade, aber die Entwicklung ist wohl kaum zu bremsen.
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 16. Mai 2018, 12:01

Alpha Centauri hat geschrieben:(16 May 2018, 12:29)

Das unbegrenzte globale digitale Internetzeitalter führt zum Niedergang der begrenzten und umgrenzten Nationalstaaten und das ist gut so.

Das sind aber zunächst nur Vermutungen und unsichere Prognosen. Was ganz sicher tatsächlich stattfand und immer noch stattfindet, ist der Niedergang der großen Vielvölkerstaaten. Erst das Habsburger Reich. Dann die Sowjetunion. Dann Jugoslawien oder die Tschechoslowakei. Und der Brexit deutet in Hinsicht des Vielvölkergebildes EU auch in eine andere Richtung. Beim transatlantischen Bündnis sehen viele ganz aktuell einen Bruch. Und aus der Mehrheit der Bruchstücke der angeführten Gebilde wurden stramm abgegrenzte Nationalstaaten.
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon Alpha Centauri » Do 17. Mai 2018, 09:16

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 May 2018, 13:01)

Das sind aber zunächst nur Vermutungen und unsichere Prognosen. Was ganz sicher tatsächlich stattfand und immer noch stattfindet, ist der Niedergang der großen Vielvölkerstaaten. Erst das Habsburger Reich. Dann die Sowjetunion. Dann Jugoslawien oder die Tschechoslowakei. Und der Brexit deutet in Hinsicht des Vielvölkergebildes EU auch in eine andere Richtung. Beim transatlantischen Bündnis sehen viele ganz aktuell einen Bruch. Und aus der Mehrheit der Bruchstücke der angeführten Gebilde wurden stramm abgegrenzte Nationalstaaten.


Doch auch diese stramm abgegrenzten Nationalstaaten werden durch den technischen Fortschritt und Globalisierung hinweggefegt werden. Diejenigen die im Nationalismus alter Schule ihr Heil und sicheres Paradies suchen und ein zurück zur Nation und alter Tradition predigen verkennen die Tatsache das sich technologischer Fortschritt und mit ihm globaler Wandel nicht aufhalten lassen
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon Ein Terraner » Do 17. Mai 2018, 10:10

Alpha Centauri hat geschrieben:(17 May 2018, 10:16)

das sich technologischer Fortschritt und mit ihm globaler Wandel nicht aufhalten lassen

Es werden halt immer mehr Gesetze geschrieben mit denen versucht wird gut funktionierende Technologie zu pervertieren, hatten wir hier ja auch schon mit Zursels DNS Filter der Technologisch nicht möglich war.
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon Alpha Centauri » So 3. Jun 2018, 11:28

Auch für sen Philosophen Precht sind Nationalstaaten ein Auslaufmodell immer mehr gescheiterte Staaten oder Staaten die innerlich total gespalten sind ( USA EU Staaten) hat man ja heute schon uns es werden in Zukunft mehr..Der unbegrenzte technologische Fortschritt braucht sie begrenzten und altmodischen Nationalstaaten nicht sie werden hinwegfegt.
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon Teeernte » So 3. Jun 2018, 12:40

Alpha Centauri hat geschrieben:(03 Jun 2018, 12:28)

Auch für sen Philosophen Precht sind Nationalstaaten ein Auslaufmodell immer mehr gescheiterte Staaten oder Staaten die innerlich total gespalten sind ( USA EU Staaten) hat man ja heute schon uns es werden in Zukunft mehr..Der unbegrenzte technologische Fortschritt braucht sie begrenzten und altmodischen Nationalstaaten nicht sie werden hinwegfegt.


Natürlich ists gleich - ob man in einem Ghetto in Südamerika, Indien, Pakistan oder Afrika stirbt.

Über 70% der Bevölkerung wird in "Städten" leben (Eben die Selben Philosophen).

Wer Geld hat....hat Globalisierung...und Schutz. Welcher Staat auch immer dieses gewährleistet - ....hat je nach vorhandener Infrastruktur auch die Bewohner.

Randbedingungen wie Wetter, Stabilität und Preis nur am Rande...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon Polibu » So 3. Jun 2018, 14:14

Alpha Centauri hat geschrieben:(03 Jun 2018, 12:28)

Auch für sen Philosophen Precht sind Nationalstaaten ein Auslaufmodell immer mehr gescheiterte Staaten oder Staaten die innerlich total gespalten sind ( USA EU Staaten) hat man ja heute schon uns es werden in Zukunft mehr..Der unbegrenzte technologische Fortschritt braucht sie begrenzten und altmodischen Nationalstaaten nicht sie werden hinwegfegt.


Philosophen labern gerne irgendeinen Müll. Das ist deren Job. Zwischendurch kommt auch mal was Gutes bei rum. In diesem Fall allerdings nicht.
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon Alpha Centauri » So 3. Jun 2018, 15:36

Polibu hat geschrieben:(03 Jun 2018, 15:14)

Philosophen labern gerne irgendeinen Müll. Das ist deren Job. Zwischendurch kommt auch mal was Gutes bei rum. In diesem Fall allerdings nicht.



Ach und du meinst Politiker Ökonomen, kurz sogenannte "EXPERTEN" labbern niemals Müll :p
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon Alpha Centauri » So 3. Jun 2018, 15:38

Aber schaut man sich die Welt heute an, kann man da einfach sagen hat Precht mit seinem Befund der Gegenwart den ganz unrecht?
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon gallerie » So 3. Jun 2018, 15:52

Polibu hat geschrieben:(03 Jun 2018, 15:14)

Philosophen labern gerne irgendeinen Müll. Das ist deren Job. Zwischendurch kommt auch mal was Gutes bei rum. In diesem Fall allerdings nicht.

...Philosophen haben mehr als 2000 Jahre die Politik und Gesellschaft geformt.
Das sie in der heutigen Gesellschaft keine Rolle mehr spielen liegt an den empirischen Wissenschaften, die der Beweiskraft unterliegen.
Dennoch versteht sich die Philosophie auch heute noch als Brückenbauer zu den empirischen Wissenschaften.
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon Troh.Klaus » So 3. Jun 2018, 17:09

gallerie hat geschrieben:(03 Jun 2018, 16:52)
...Philosophen haben mehr als 2000 Jahre die Politik und Gesellschaft geformt.
Das sie in der heutigen Gesellschaft keine Rolle mehr spielen liegt an den empirischen Wissenschaften, die der Beweiskraft unterliegen.
Dennoch versteht sich die Philosophie auch heute noch als Brückenbauer zu den empirischen Wissenschaften.

Für wen bauen die Philosophen denn heute die Brücken zu den empirischen Wissenschaften? Und was liegt am Ausgangspunkt der Brücke?
Die Wissenschaften fordern Beweise, ja, dass also gleichartige Szenarien nachprüfbar und wiederholbar zu gleichen Ergebnissen führen. Die Philosophie fordert - im Gegensatz dazu - was? Zumindest keine Beweise, sondern eher Glauben?
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon Alpha Centauri » So 3. Jun 2018, 20:26

Troh.Klaus hat geschrieben:(03 Jun 2018, 18:09)

Für wen bauen die Philosophen denn heute die Brücken zu den empirischen Wissenschaften? Und was liegt am Ausgangspunkt der Brücke?
Die Wissenschaften fordern Beweise, ja, dass also gleichartige Szenarien nachprüfbar und wiederholbar zu gleichen Ergebnissen führen. Die Philosophie fordert - im Gegensatz dazu - was? Zumindest keine Beweise, sondern eher Glauben?


Es geht hier aber um eine andere Frage? Du weichst vom Thema ab
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Re: Eine Welt ohne Grenzen, der Nationalstaat am Ende?

Beitragvon Troh.Klaus » So 3. Jun 2018, 21:38

Alpha Centauri hat geschrieben:(03 Jun 2018, 21:26)
Es geht hier aber um eine andere Frage? Du weichst vom Thema ab

Richtig. Auch wenn Dein AusgangsStatement in diesem Thread sich ja auf Aussagen eines Philosophen bezieht. Ich wollte mit meinem Einwurf nur illustrieren, dass ich den Thesen von Philosophen bei dieser Frage nicht mehr und nicht weniger Deutungskraft zu messe wie anderen Teilnehmern an dieser Diskussion (über das Forum hinaus). Meine unmaßgebliche Meinung: Die Meldung vom baldigen Ableben des Nationalstaats ist etwas verfrüht. Noch lebt er, und es gibt sogar Anzeichen, dass er an Vitalität gewinnt. Was nicht in allen Fällen wünschenswert sein mag.

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