Grundsatzdiskussion Islam

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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Skeptiker » So 4. Nov 2018, 22:30

MäckIntaier hat geschrieben:(04 Nov 2018, 16:32)
Das ist eine andere Welt, nicht für uns Westler, sondern auch für diejenigen, deren Köpfe sich der Westler zerbricht und auf der Basis seiner eigenen Werte nur als unterdrückte Wesen vorstellen kann. Würde der Westler dort ohne Rückflugticket hingehen, würde er von diesem Gedanken Abstand nehmen oder aber versuchen müssen, in einer Parallelwelt zu leben.

Was die Frage der Islamkritikerinnen angeht, so nimmt man deren Stimmen für mehr, als sie sind. Das ist so, als würde man sich irgendwo in Amerika ein Bild von der deutschen Wirklichkeit auf Basis eines queeren Genderprofessx oder eines Pegida-Vertreters machen. Da ist der Wunsch dessen, was sein soll, und nicht das, was ist, der Vater des Gedankens.

Das sehe ich genauso. Natürlich ist es richtig darauf hinzuweisen, dass in muslimisch geprägten Gesellschaften männerdominante Machtstrukturen herrschen. Es wäre aber zu einfach in den Männern alleine die "Schuld" für etwas zu suchen, was seit Anbeginn der Menschheit die bevorzugte gesellschaftliche Rollenaufteilung gewesen ist. Haben Männer seit der Menschwerdung die Frau brutal unterdrückt? Das würde die Rolle der Frau doch sehr klein erscheinen lassen und wirkt klischeehaft aufgesetzt.

Tatsache ist, dass da zwei grundsätzlich unterschiedliche Vorstellung vom Zusammenleben der Geschlechter aufeinandertreffen. Dabei haben beide Gesellschaften ähnlich wenig Verständnis für die Lebensart der jeweils anderen. Wer in aufgabenteiligen Gesellschaften aufgewachsen ist, der wird sich gegen eine Änderung seines Umfeldes in ein modernes ebenso wehren, wie Menschen die in moderner Gesellschaft aufgewachsen sind und nun auf einmal ins Archaikum zurück sollen. Frag doch mal einer seine Urgroßmutter wie gut der Opa damals die Wäsche gewaschen hat. Die würde es als Angriff auf ihre Ehre verstehen, hätte sie ihn das machen lassen. So lang ist die Zeit auch hier noch nicht vorbei ...

Das ist ja leider einer der wesentlichen Unterschiede der westlichen von den muslimischen Gesellschaften. Der Verweis aufs GG hilft da nur bedingt weiter, weil die Sozialisation das Verhalten viel stärker prägt als der gesetzliche Rahmen eines Staates, dessen Werte man somit garnicht teilt. Daher sind die Integrationsprobleme weniger ein peinliches Versagen z.B. des deutschen Staates, als ein folgerichtiger Effekt aus grundsätzlich anderen Wertvorstellungen, die auch durch die Religion manifestiert werden.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon ThorsHamar » So 4. Nov 2018, 22:45

Skeptiker hat geschrieben:(04 Nov 2018, 22:30)

....Tatsache ist, dass da zwei grundsätzlich unterschiedliche Vorstellung vom Zusammenleben der Geschlechter aufeinandertreffen. Dabei haben beide Gesellschaften ähnlich wenig Verständnis für die Lebensart der jeweils anderen.....


Das ist bei räumlicher Trennung überhaupt kein Problem. Wer bei den "Anderen" leben möchte, passt sich dort bewusst an und gut iss ....
Wer aber bei den "Anderen" so leben möchte, wie in seiner Community oder zu Hause, muss sich bewusst sein, zwangsläufig einen Konflikt zu produzieren.
Und man darf darüber nachdenken, warum diese Konfliktsituation, angesichts vieler Alternativen, praktisch gesucht wird.
Wer Moslem sein möchte, kann schliesslich in verschiedene muslimische Paradiese ziehen, ohne jeden Konflikt mit Ungläubigen.
Ein ganz normaler Umzug ins Glück hilft da sofort. Man muss nicht mal fliehen .....
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Skeptiker » So 4. Nov 2018, 22:57

Vongole hat geschrieben:(04 Nov 2018, 15:25)
Moin. :)

Stimmt, Frauen sind der soziale Kitt jeder Gesellschaft, aber Du unterschätzt den Machtfaktor Angst.

In den meisten muslimischen Staaten sind autoritäre, männergeführte Regierungen am Werk, die den Islam nutzen, um durch religiös fundamentierte Gesetzgebung Menschen- und Frauenrechte zu unterdrücken.
Selbst die wenigen selbstbewussten Frauen, die in diesen Staaten Unternehmen führen, oft Mode und Lifestyle in streng muslimischer Ausprägung, sind abhängig, entweder von ihrem Mann, (und damit nur beschränkt geschäftsfähig), oder als Single vom Wohlwollen der Machthaber.
Sobald eine Regierung, wie letzt in Saudi-Arabien, die Gesetze für Frauen ein wenig lockert, kann man beobachten, wie befreit und selbstbewusst die Frauen reagieren, und wie schnell dann eine Gegenreaktion einsetzt.
In fast allen muslimischen Staaten werden Frauenrechtsaktivistinnen verfolgt, eingesperrt, hingerichtet, werden Frauenrechte nur insoweit akzeptiert, dass sie der Männergesellschaft dienen.
Der Status einer verheirateten Frau hängt auch davon ab, ob sie Söhne gebärt, die Mutter von Töchtern wird als wertlos angesehen.

Das alles wiederum führt oft dazu, dass sich Frauen entweder mit dem Islam arrangieren bis hin zur völligen Identifikation, und/oder sich zusätzlich eigene Machtfaktoren schaffen, wie die weiblichen Mitglieder der iranischen Sittenpolizei.

Ich möchte gar nicht bestreiten, dass viele, viel zuviele Frauen die isl. Gesetze nicht nur hinnehmen, sondern freiwillig danach leben, man muss nur einigen Vetreterinnnen der DITIB in Deutschland zuhören.
Die, die das nicht möchten, können hier Auswege finden, es gibt jede Menge Beratungs- und viele Schutzeinrichtungen für abtrünnige Frauen, die von der Familie verfolgt werden.
Aber wohin wenden sich diese Frauen in islamischen Staaten? Da gibt es nichts.

Ich bezweifle garnicht, dass es in islamischen Ländern größer werdende Gruppen gibt, die für Frauenrechte eintreten. Das begrüße ich auch sehr. Das sind aber, so wie MäckIntaier richtig schreibt, eher progressive Minderheiten. Die Mentalität der breiten Masse der Frauen ist Lichtjahre von der Mentalität westlicher Frauen entfernt. Erst der Vergleich mit westlichen Lebensmodellen, wie die Informationsgesellschaft und die Globalisierung sie automatisch mit sich bringen, dürfte für manche Frauen Anlass sein sich diesen Vorstellungen anzunähern.

Das dürfte für muslimisch-konservative Gesellschaften übrigens ganz ähnliche Probleme mit sich bringen, wie die Konfrontation der westlichen Gesellschaften mit größeren Anzahlen von Menschen aus archaisch rollenbehafteten Gesellschaften. Wo unser liberales Weltverständnis gekränkt ist, ist es dort ihr muslimisch konservatives.

Das soll aber alles keine Entschuldigung oder gar Verteidigung des archaischen Gesellschaftsmodelles sein. Es soll vielmehr klarstellen wie groß das Problem ist und dass pauschalisiertes Männerbashing hier nicht weiterhilft. Durch die starke Rollenvorgabe aus den islamischen Schriften wird ein gesellschaftlicher Konfliktstoff dauerhaft am Leben bleiben. Zurechtweisungen das GG wäre als Wertegrundlage anzuerkennen, werden abprallen. Die Aussichtlosigkeit dieser Forderungen ist für mich offensichtlich, genauso wie die Ignoranz bestimmter politischer Strömungen dieses Problem als solches anzuerkennen.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon van Kessel » So 4. Nov 2018, 23:49

Den Islam gibt es in vielen Geschmacksrichtungen. Importierter Islam (z.B. nach Afrika) ist wesentlich toleranter als der Islam wie er aus den Kernbereichen der Intoleranz Iran und SA kommt. Die weltlichen Führer islamisch dominierter Länder haben schnell erkannt, welche Gefahr ein fanatischer Islam mit einer Gemeinschaft anrichten kann.
Hat der Westen nicht kapiert und die Gefängniswärter (wie Gaddafi, Saddam Hussein, al Assad usw.) bestraft. So wurde der Geist aus der Flasche gelassen und kommt potenziert über die 'Helfer'.

Leider hat der Islam arabischer Prägung, unter dem Sand den Stoff gelagert, nach welchem der aufgeklärte Westen giert. So will er (der Westen) sich in einer seltsamen Art damit versöhnen, wie diese Völker ihren Islam interpretieren und schickt ihm Waffen. Wird nicht klappen, auch wenn er sich in sein aufgeklärtes Mäntelchen weiter wickeln möchte.

Der Islam der intoleranten Prägung kann nur bezwungen werden, indem man den Islam, welcher mit der Injektion einer älteren Glaubensform versehen ist, fördert. Damit meine ich aber weder Juden- noch Christentum, sondern die animistischen Vorstellungen alter Stammesgesellschaften.

In Afrika 'läuft' neben dem Islam, still die Praxis eines Schamanentums (wie übrigens auch in Mittel-/Südamerika das Christentum mit diesem animistischen Virus infiziert ist). Ich kann mich nicht entsinnen, dass das was wir 'Schwatte' nennen, je einen Selbstmordanschlag verübte. So wichtig ist der Islam dort nun auch nicht. Und was die Frauenrolle betrifft, wissen die Afrikaner südlich der Sahara, was sie an ihnen haben (in der Breite, nicht wie es verrückte Islamisten wie Boko Haram so treiben).
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon aleph » Di 6. Nov 2018, 13:04

ein interessanter artikel zum islamismus in pakistan
http://m.spiegel.de/politik/ausland/pak ... 36792.html
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon MäckIntaier » Di 6. Nov 2018, 13:15

aleph hat geschrieben:(06 Nov 2018, 13:04)

ein interessanter artikel zum islamismus in pakistan
http://m.spiegel.de/politik/ausland/pak ... 36792.html


Interessant, ja (ich hatte ihn am Morgen gelesen). Man ist schon mit der Wortwahl ganz tief in der Grundsatzdiskussion, die hier schon geführt wird. Nämlich: Ist das Islamismus oder Islam, und wer bestimmt, wann es das ist? In Bezug worauf? Reicht die vermutlich konsensfähige Annahme, dass dies nicht hiesigen Vorstellungen entspricht, aus, um hier von Islamismus zu sprechen? Ist das nicht der Versuch, die Definitionshoheit über den Islam an sich zu reißen? (So arbeiten im Offenen und im Verdeckten Medien. Es reicht ja, "Islamisten" hinzuschreiben, dann weiß der hiesige Leser sofort, dass ja nur die Bösen, aber nicht die Normalen auf die Straße gehen, bzw. man nimmt ihm die Arbeit ab, darüber nachzudenken)
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon ThorsHamar » Di 6. Nov 2018, 13:29

MäckIntaier hat geschrieben:(06 Nov 2018, 13:15)

Interessant, ja (ich hatte ihn am Morgen gelesen). Man ist schon mit der Wortwahl ganz tief in der Grundsatzdiskussion, die hier schon geführt wird. Nämlich: Ist das Islamismus oder Islam, und wer bestimmt, wann es das ist? In Bezug worauf? Reicht die vermutlich konsensfähige Annahme, dass dies nicht hiesigen Vorstellungen entspricht, aus, um hier von Islamismus zu sprechen? Ist das nicht der Versuch, die Definitionshoheit über den Islam an sich zu reißen? (So arbeiten im Offenen und im Verdeckten Medien. Es reicht ja, "Islamisten" hinzuschreiben, dann weiß der hiesige Leser sofort, dass ja nur die Bösen, aber nicht die Normalen auf die Straße gehen, bzw. man nimmt ihm die Arbeit ab, darüber nachzudenken)


Islamisten sind Moslems, immer! Und Islamismus IST Islam, auch immer!
Dort, wo irgendein Islam Macht hat, gibt es praktisch NUR Islamismus. Dort herrscht ganz normaler Islam. Alle Opfer dieser Diktatur werden das bestätigen können.
Hier im Westen sind viele Muslime nur deshalb "friedlich", weil sie nicht so dürfen, wie sie eigentlich wollen. Das ändert sich mit Mehrheitsverhältnissen, anzusehen in den muslimischen Ghettos in Deutschland oder Frankreich ...
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon MäckIntaier » Di 6. Nov 2018, 13:38

ThorsHamar hat geschrieben:(06 Nov 2018, 13:29)

Islamisten sind Moslems, immer! Und Islamismus IST Islam, auch immer!


Das geht an dem, was ich schrieb, vorbei. Die Frage lautete, wer definiert eigentlich, was und wer Islamismus ist. Der Begriff wird ja von zwei ganz unterschiedlichen politischen Lagern inzwischen völlig unreflektiert benutzt.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon ThorsHamar » Di 6. Nov 2018, 13:57

MäckIntaier hat geschrieben:(06 Nov 2018, 13:38)

Das geht an dem, was ich schrieb, vorbei. Die Frage lautete, wer definiert eigentlich, was und wer Islamismus ist. Der Begriff wird ja von zwei ganz unterschiedlichen politischen Lagern inzwischen völlig unreflektiert benutzt.


Ja, das ist selbstredend und logisch. Es sind übrigens noch mehr Lager, politische und religiöse ( wenn man das trennen will ).
Was Islamismus ist, definiert jedes Opfer selbst. Fakt ist, also ohne Zweifel zutreffend, dass Islamismus immer Islam IST und somit jeder Islamist ein Moslem. Jede Muslima und jeder Moslem ist für mich auch potentiell Islamist, wenn sie/er diesen "Glauben" so ernst nimmt, wie es gefordert wird.
Ich unterscheide da überhaupt nicht, denn das steht mir als Nichtmitglied in diesem Verein nicht zu.
Wer in unserer Gesellschaft Moslem sein will, darf das gerne tun, wir haben ja schliesslich Freiheit für religiöse Verblödung ins GG geschrieben.
Mein Vertrauen gebe ich deshalb trotzdem nicht einfach so her .....
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Occham » Di 6. Nov 2018, 14:19

Ich bin ja immer noch der Meinung, das Religion eine Stütze für ärmere Gesellschaften ist. Wir brauchen also keine Religion. Andere (ärmere) Länder vielleicht schon? In ärmeren Ländern funktioniert hald kein Rechtsstaat.
Die beste Lösung eines Problems ist meist die Einfachste.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon MäckIntaier » Di 6. Nov 2018, 14:38

Occham hat geschrieben:(06 Nov 2018, 14:19)

In ärmeren Ländern funktioniert hald kein Rechtsstaat.


Der funktioniert auch in reichen Ländern nicht. Es mag unbequem sein für viele Beteiligten an den "Islamdiskussionen", den zahlreichen Illusionisten aller Coleur zumal, aber es gibt Staaten, in denen zumindest auf der nicht zentralen Ebene der Islam der einzige, wenn auch nicht westlich-demokratische Ordnungsfaktor ist, während die staatlichen Institutionen allesamt von absoluter Willkür geprägt sind. Das macht ihn nicht sympathischer, als er ist, aber wer die Beiträge Skeptikers oben gelesen hat, wird vielleicht zwischendurch mal die eigenen Urteile etwas hinterfragen.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Fliege » Di 6. Nov 2018, 15:35

Occham hat geschrieben:(06 Nov 2018, 14:19)
Ich bin ja immer noch der Meinung, das Religion eine Stütze für ärmere Gesellschaften ist. Wir brauchen also keine Religion. Andere (ärmere) Länder vielleicht schon? In ärmeren Ländern funktioniert hald kein Rechtsstaat.
MäckIntaier hat geschrieben:(06 Nov 2018, 14:38)
Es mag unbequem sein für viele Beteiligten an den "Islamdiskussionen", den zahlreichen Illusionisten aller Coleur zumal, aber es gibt Staaten, in denen zumindest auf der nicht zentralen Ebene der Islam der einzige, wenn auch nicht westlich-demokratische Ordnungsfaktor ist, während die staatlichen Institutionen allesamt von absoluter Willkür geprägt sind. Das macht ihn nicht sympathischer, als er ist [...].

Daraus ergibt sich:
Der Islam gehört nicht nach und nicht zu Deutschland.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon MäckIntaier » Di 6. Nov 2018, 15:52

Fliege hat geschrieben:(06 Nov 2018, 15:35)

Daraus ergibt sich:
Der Islam gehört nicht nach und nicht zu Deutschland.


Das könnte man, "gehört nicht" in diesem Fall normativ verstanden, als Fazit ziehen. Da jedoch Art. 16 (1) GG die Entziehung der Staatsbürgerschaft verbietet bzw. an ein Gesetz und eine weitere Bedingung knüpft, wird man "gehören" im Sinne eines Faktums auf rechtlichem Wege nicht verhindern können. Denn auch der Weg über ein Einwanderungsgesetz wäre grundgesetzlich verwehrt. Es gibt also nur die Möglichkeit, mit dem Faktum umzugehen, jedoch keine, es rückgängig zu machen.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Fliege » Di 6. Nov 2018, 17:04

MäckIntaier hat geschrieben:(06 Nov 2018, 15:52)
Das könnte man, "gehört nicht" in diesem Fall normativ verstanden, als Fazit ziehen.

Ich würde es gern nicht normativ (oder gar moralisch), sondern als Willensäußerung verstehen:
Ich/wir (hinreichend mehrheitlich) möchten nicht, dass sich der Islam in Deutschland (wie oben besprochen) betätigt.

MäckIntaier hat geschrieben:(06 Nov 2018, 15:52)
Da jedoch Art. 16 (1) GG die Entziehung der Staatsbürgerschaft verbietet bzw. an ein Gesetz und eine weitere Bedingung knüpft, wird man "gehören" im Sinne eines Faktums auf rechtlichem Wege nicht verhindern können. Denn auch der Weg über ein Einwanderungsgesetz wäre grundgesetzlich verwehrt. Es gibt also nur die Möglichkeit, mit dem Faktum umzugehen, jedoch keine, es rückgängig zu machen.

Was du mit "Faktum" ansprichst, ist das Faktum, dass einige Deutsche sowie einige Gastarbeiter und Sonstige privat dem Islam anhängen. Man kann diesen Personenkreis auf die Privatheit ihres Glaubenbekenntnisses festlegen. Somit ist/wäre das Islam-Problem gelöst.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon MäckIntaier » Di 6. Nov 2018, 18:01

Fliege hat geschrieben:(06 Nov 2018, 17:04)

Ich würde es gern nicht normativ (oder gar moralisch), sondern als Willensäußerung verstehen:
Ich/wir (hinreichend mehrheitlich) möchten nicht, dass sich der Islam in Deutschland (wie oben besprochen) betätigt.


Die Sinnhaftigkeit von Willensäußerungen hängt wesentlich an den Mitteln, die zur Realisierung des Willens zur Verfügung stehen. Wo entsprechende verfassungsändernde Mehrheiten herkommen sollen, scheint derzeit unklar.

Fliege hat geschrieben:(06 Nov 2018, 17:04)
Was du mit "Faktum" ansprichst, ist das Faktum, dass einige Deutsche sowie einige Gastarbeiter und Sonstige privat dem Islam anhängen. Man kann diesen Personenkreis auf die Privatheit ihres Glaubenbekenntnisses festlegen. Somit ist/wäre das Islam-Problem gelöst.


Ob der Alkoholismus gelöst ist, wenn die Alkoholiker auf die Privatheit ihres Trinkens festgelegt würden?

Probleme werden dann gelöst, wenn man sich ihnen stellt, indem man konkrete praktische Lösungen findet. Jemanden auf die Privatheit seines Glaubens festlegen ist als Ansatz so konkret wie die unzähligen, auf besseren Bildungsangeboten fußenden "Lösungen".
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Fliege » Di 6. Nov 2018, 18:24

MäckIntaier hat geschrieben:(06 Nov 2018, 18:01)
Jemanden auf die Privatheit seines Glaubens festlegen ist als Ansatz so konkret wie die unzähligen, auf besseren Bildungsangeboten fußenden "Lösungen".

Religionsfreiheit bezieht sich wesentlich auf die Privatheit von Glauben und Weltanschauung. Mit dieser Regelung bin ich zufrieden.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon MäckIntaier » Di 6. Nov 2018, 18:39

Fliege hat geschrieben:(06 Nov 2018, 18:24)

Religionsfreiheit bezieht sich wesentlich auf die Privatheit von Glauben und Weltanschauung. Mit dieser Regelung bin ich zufrieden.


Vielleicht wäre es sinnvoller, das im Burka-Strang zu diskutieren, weil es hier auf Abwege führt, dort aber exakt zum Thema passen würde.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon aleph » Do 8. Nov 2018, 04:38

asia bibi ist inzwischen frei gekommen und außer landes. hier ein interview mit ihrem anwalt
http://m.spiegel.de/politik/ausland/pak ... 37276.html
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon van Kessel » Do 8. Nov 2018, 23:38

Was @MäckIntaier über die Ordnungsfunktion des Islam in 'unterentwickelten Ländern' schrieb, kann nur bestätigt werden. Man setzt - wenn man denn diskutieren will - die katholische Kirche auch nicht mit der Inquisition gleich. In vielen Ländern des Islam, sind öffentliche Schulen von den Eltern zu bezahlen (wenn sie ihre Sprösslinge denn nicht zur Feldarbeit o.ä. benötigen [Abstellung ihrer Kinder als Haussklaven z.B.). Die islamische Community informiert (auch wenn in jämmerlichen Blech- oder Grashütten), Jungen und Mädchen über die Grundlagen des Schreibens. Zwar von rechts nach links und in arabischen Zeichen, aber immerhin ist dies mehr, als überhaupt keine Unterrichtung über nonverbale Kommunikation.

In den lokalen Koranschulen ist auch keine Schuluniform Pflicht (wie in staatlichen Schulen) weil die Eltern häufig nicht die Mittel haben, diese Uniformen zu bezahlen (von Büchern ganz zu schweigen). Unser Bild wird beherrscht von den Eliten, wie sie sich in der UN langweilen und mit ihren Rolex spielen; es wird nicht gesehen, dass der gewöhnlich 'zu Entwickelte', die gleichen Interessen, Wünsche und Talente hat ein normal ausgebildetes, euro/amerikanisches Kind.

Der Islam als Verkündungsreligion hat ein vitales Interesse, durch Zuwendungen aus den Ölländern, in den anderen Ländern Fuß zu fassen. Der Verdrängungswettbewerb geht so weit, dass Zahlungen an Interessenten erfolgen, wenn sie z.B. dem Christentum abschwören und sich dem Islam zuwenden. Saudi-Arabien baut 'für umme' südlich der Sahara Moscheen und teuft Brunnen ab. Andere Religionen befinden sich auf dem Rückzug (Baptisten [Relikt aus der Kolonialzeit] und anderer christliche Kirchen). Einzig uralte Stammesreligionen führen ein stilles Leben, ohne politisch aufzufallen.

Europäische Entwicklungshilfe ist a-ideell und will nur die wirtschaftliche Kompetenz der Menschen verbessern. Sie - diese Politik - hat aber vergessen, dass 'der Mensch nicht allein vom Brote lebt'. Die Herzen der Menschen werden damit nicht erreicht und so kann der missionarische Islam, Land für Land abhaken.
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Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon van Kessel » Fr 9. Nov 2018, 00:04

hey "aleph"](08 Nov 2018, 04:38)
asia bibi ist inzwischen frei gekommen und außer landes. hier ein interview mit ihrem anwalt
http://m.spiegel.de/politik/ausland/pak ... 37276.html
2014 zahlte Deutschland 5,1 Milliarden € an Pakistan für 'Entwicklungshilfe'. Können wir uns, angesichts der Unversöhnlichkeit des Islam, eigentlich sparen, der Nutzeffekt ist gleich Null, wenn dieses Geld 'die Denke' dieser Menschen verändern soll. Pakistan, als Atomstaat, hat seine Prioritäten gesetzt, welche nicht eine westliche Humanität zum Ziele hat.

Dass Deutschland - als Exportland - erpressbar ist (für jedes Land, welches Interesse zeigt deutsche Produkte zu kaufen) ist leider Fakt. Also lasst uns aufhören herumzugreinen über die böse Welt und jedem alles zu liefern. Die holländischen Nachbarn sind (als Calvinisten) da weniger zimperlich. Moslemische Rechtsanwälte unter Todesdrohungen ihrer Mitmenschen habe da eben nur die A-Karte gezogen. So wenig wie ein Genscher eine deutsche Studentin aus einem argentinischen Todestrakt holen wollte (während einer Fußballweltmeisterschaft dort), so wenig wird jede deutsche Regierung, der Moral und den westlichen 'Werten', ein Geschäft opfern.

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