Rote_Galaxie Sammelthread

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3x schwarzer Kater
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Re: kommunismus/kapitalismus

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 13. Sep 2018, 21:58

Sanity hat geschrieben:(13 Sep 2018, 20:49)

die Formel stammt aus der Entstehungsrechnung der VGR

der Produktionswert besteht aus

Umsatz
+ unfertige Erzeugnisse (zu den Kosten der darin investierten Vorleistungen)
= Produktionswert



Keine Ahnung, wo du diese Formel her hast. Aber du hast sicherlich eine Quelle dafür.
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Skull
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Re: kommunismus/kapitalismus

Beitragvon Skull » Do 13. Sep 2018, 23:03

Sanity hat geschrieben:(13 Sep 2018, 20:49)

die Formel stammt aus der Entstehungsrechnung der VGR

der Produktionswert besteht aus

Umsatz
+ unfertige Erzeugnisse (zu den Kosten der darin investierten Vorleistungen)
= Produktionswert

zur Berechnung der Bruttowertschöpfung werden von diesem Produktionswert die gesamten Vorleistungen abgezogen
und somit wird der vorher addierte Wert der "unfertigen Erzeugnisse" wieder abgezogen:

Produktionswert
- Vorleistungen gesamt
= Bruttowertschöpfung

ist gleichbedeutend mit

Umsatz
- Vorleistungen in die umsatzrelevanten Produkte (also ohne die Vorleistungen in "unfertige Erzeugnisse")
= Bruttowertschöpfung

Da bastelt sich einer seine eigene VGR-Rechnung, oder ?

Produktionswert ist die Summe des Wertes aller in der Vw produzierten Güter und Dienstleistungen.

Also der Wert aller Verkäufe von Waren und Dienstleistungen (Umsatz)
PLUS den Werten der Bestandsveränderungen an Halb- und Fertigwaren aus eigener Produktion
PLUS den Werten der selbsterstellten Anlagen.

Die Bewertung erfolgt zu Herstellungspreisen (ohne Steuern und Subventionen)

Wenn man davon die Vorleistungen abzieht erhält man die Bruttowertschöpfung.

Der Produktionswert ist also UNGLEICH des Umsatzes (unter Berücksichtigung der Vorleistungen), wie Du es Dir bastelst.

Ich hoffe, dass das nun endlich geklärt ist und man sich nun dem "Hauptthema" des Stranges widmen kann. :D

mfg
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Re: kommunismus/kapitalismus

Beitragvon Realist2014 » Fr 14. Sep 2018, 09:18

Sanity hat geschrieben:(13 Sep 2018, 22:15)

und aus den gleichen Quellen folgendes Zitat:

"Was motiviert die Marktteilnehmer, Güter zu produzieren ...."

und google spuckt zu "Güter produzieren" mehr als 18.000 Suchtreffer aus

nanu, da verwenden noch andere die "übliche Terminologie " :rolleyes:



nochmal

in der deutschen Sprache gibt es die Formulierung "Dienstleistungen produzieren" NICHT

auch NICHT in den von dir angeführten Quellen

Dienstleistungen werden ERBRACHT und NICHT "produziert"
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: kommunismus/kapitalismus

Beitragvon Sanity » Fr 14. Sep 2018, 09:22

Skull hat geschrieben:(14 Sep 2018, 00:03)
Produktionswert ist die Summe des Wertes aller in der Vw produzierten Güter und Dienstleistungen.

Also der Wert aller Verkäufe von Waren und Dienstleistungen (Umsatz)
PLUS den Werten der Bestandsveränderungen an Halb- und Fertigwaren aus eigener Produktion
PLUS den Werten der selbsterstellten Anlagen.

Die Bewertung erfolgt zu Herstellungspreisen (ohne Steuern und Subventionen)

Wenn man davon die Vorleistungen abzieht erhält man die Bruttowertschöpfung.



das ist soweit alles korrekt und wurde von mir auch so dargestellt.

der einzige strittig Punkt war der Saldo aus "unfertige Erzeugnisse" abzüglich Vorleistungen:

Der Produktionswert ist also UNGLEICH des Umsatzes (unter Berücksichtigung der Vorleistungen),


Ausgangspunkt war das Beispiel mit Bauer A und B . Meine Aussage war, dass nur getauschte Werte im BIP erfasst werden, weil nur bei diesen ein Wert ermittelbar ist. Daraufhin haben 3x schwarzer Kater und BlueMonday widersprochen.

der im Produktionswert summierte Wert der "unfertigen Erzeugnisse" wird gebildet aus den Herstellungskosten, also den Kosten der Einkäufe von anderen Unternehmen (Vorleistungen) und den Kosten der in diesem Unternehmen geleisteten Lohnarbeit, bei der ja auch bereits ein Tausch Geld gegen Leistung stattfand und damit eine Wertermittlung. Wenn später in der VGR von den "unfertigen Erzeugnissen" die Kosten der Vorleistungen (Kosten der Einkäufe von anderen Unternehmen) abgezogen werden, bleiben nur noch die Löhne übrig, die auf diesem Weg in den Wert der Bruttowertschöpfung eingehen und in der Entstehungsrechnung in das BIP einfließen. In der Verwendungsrechnung der VGR werden die Löhne hingegen als eigene Position hinzugezählt. Wird die Arbeit hingegen von Freiberuflern oder Selbständigen erledigt, werden deren Wertschöpfungen in ihrem Unternehmen gesondert erfasst und erhöhen das BIP auf diesem Weg und nicht in dem Unternehmen, für das die Leistung erbracht wurde, wie bei der Lohnarbeit. Wenn also in einer Firma die Arbeiten nur von Selbständige/Freiberuflern ausgeführt werden, werden diese Kosten genauso behandelt, wie Einkäufe von Waren von Unternehmen, wodurch der Saldo aus "unfertige Erzeugnisse" abzüglich Vorleistungen gleich NULL ist. Der Wert der "unfertigen Erzeugnisse" bestünde ja nur aus "zugekauften" Gütern, die ihre Wertschöpfung bereits in anderen Unternehmen realisiert hatten und nur weil in diese investiert wurde, findet ja keine Wertsteigerung statt.

Um auf den Ausgangspunkt, dem Beispiel mit Bauer A und B zurück zu kommen. Der Bestand an Apfel und Birne erhöht das BIP erst dann, wenn durch einen Tausch ein Wert ermittelbar ist, wenn also z.b. ein Lohnarbeiter den Apfel gepflückt hätte und dafür den Lohn erhalten hat (z.b. ein zweiter gepflückter Apfel, den der Arbeiter als Lohn behalten darf). Dann würde der Wert dieses zweiten Apfels den Wert in "unfertige Erzeugnisse" repräsentieren und das BIP erhöhen. Der erste Apfel im Lager des Bauern hat damit nichts zu tun und wäre immer noch nicht im BIP erfasst, da dieser Apfel den noch nicht realisierten Gewinn des Bauern darstellt. Nur der Aufwand zur Herstellung des ersten Apfels wird in "unfertige Erzeugnisse" dargestellt und der besteht nur aus dem Lohn des Arbeiters (=1 Apfel), selbst wenn er insgesamt 5 Äpfel für diesen Lohn gepflückt hätte. Die Wertschöpfung der anderen 4 Äpfel, die dem Bauern als "hypothetischer" Gewinn dann bleiben, steht noch aus, deshalb sind diese noch nicht im BIP erfasst. Er hat den Gewinn aus der investierten Lohnarbeit also noch nicht realisiert.
Die dritte Möglichkeit, wie die Früchte in diesem Beispiel ins BIP eingehen können, wäre, wenn Apfel oder Birne der beiden Bauern aus einem früheren Tausch stammen, dann ist der Wert allerdings als Wertschöpfung des vorherigen Tausches schon ins BIP eingegangen.

Vor einem Tauschgeschäft ist also nicht klar, ob Apfel oder Birne überhaupt ein werthaltiges Gut in der Volkswirtschaft darstellen. Der Anfangswert des BIP in diesem Beispiel ist also Null.

[Korrektur: das Beispiel mit Bauer A und B wurde hier nochmal präzisiert, da das Hinzufügen des Lohns eines Arbeiters eine Änderung notwendig machte]
Zuletzt geändert von Sanity am Fr 14. Sep 2018, 17:17, insgesamt 12-mal geändert.
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Re: kommunismus/kapitalismus

Beitragvon Sanity » Fr 14. Sep 2018, 09:26

Realist2014 hat geschrieben:(14 Sep 2018, 10:18)

nochmal

in der deutschen Sprache gibt es die Formulierung "Dienstleistungen produzieren" NICHT

auch NICHT in den von dir angeführten Quellen

Dienstleistungen werden ERBRACHT und NICHT "produziert"


diese Wortwahl habe ich ja auch nicht verwendet, sondern du ;) :thumbup:

Ich schrieb:
Güter sind materielle Produkte und Dienstleistungen, also alles was im Wirtschaftskreislauf an Werten produziert wird

ich sprach also von "Werte produzieren"

daraufhin du:
nein, Dienstleistungen werden nicht " produziert"..

"produziert" wird nur im "produzierenden Gewerbe" ....

es werden höchste "Werte geschaffen"
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Re: kommunismus/kapitalismus

Beitragvon Realist2014 » Fr 14. Sep 2018, 10:07

Sanity hat geschrieben:(14 Sep 2018, 10:26)

diese Wortwahl habe ich ja auch nicht verwendet, sondern du ;) :thumbup:

Ich schrieb:
ich sprach also von "Werte produzieren"

daraufhin du:



auch "Werte produzieren" ist ganz schlechtes Deutsch... :x

Es werden "Werte geschaffen".... :)
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Re: kommunismus/kapitalismus

Beitragvon Sanity » Fr 14. Sep 2018, 10:57

Realist2014 hat geschrieben:(14 Sep 2018, 11:07)

auch "Werte produzieren" ist ganz schlechtes Deutsch... :x

Es werden "Werte geschaffen".... :)


du solltest vielleicht mehr Fachliteratur lesen ...dabei werden dir dann solche Ausdrücke und deren Bedeutung "geläufiger" ;)
Aber lass dich nicht aufhalten, wenn du das "Haar spalten" möchtest, hast du hier im Forum viel Arbeit vor dir :D
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Re: kommunismus/kapitalismus

Beitragvon Realist2014 » Fr 14. Sep 2018, 11:07

Sanity hat geschrieben:(14 Sep 2018, 11:57)

du solltest vielleicht mehr Fachliteratur lesen ...dabei werden dir dann solche Ausdrücke und deren Bedeutung "geläufiger" ;)


ich verweise auf die korrekten Begriffe der deutschen Sprache.

Und einige deiner Verwendungen derselben sind schlicht und einfach unpräzise und somit falsch

aber das ist ja sekundär zu der Diskussion im Moment ( VGR etc.)

Der Ausgangspunkt war ja DEINE Behauptung, dass der Anteil des BIP, welches dem Produktionsfaktor Kapital zugeordnet werden kann, angeblich ungebührlich groß sei in Relation des Anteils, welcher dem Produktionsfaktor Arbeit zugeordnet werden kann.

Einen objektiven Nachweis hast du bis jetzt aber NICHT liefern können
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Re: kommunismus/kapitalismus

Beitragvon Sanity » Fr 14. Sep 2018, 11:27

Realist2014 hat geschrieben:(14 Sep 2018, 12:07)

ich verweise auf die korrekten Begriffe der deutschen Sprache.

Und einige deiner Verwendungen derselben sind schlicht und einfach unpräzise und somit falsch


ach was, die Verwendung der deutschen Sprache hier im Forum ist allgemein unpräzise (aber deshalb nicht gleich falsch), und natürlich auch deine ;) Sie ist den Anforderungen an die Diskussionen hier angepasst. Wir führen hier ja schließlich nur einen lockeren Austausch und keine wissenschaftlichen Diskussionen.
Du solltest dir vielleicht lieber mehr Zeit nehmen und deine eigenen "Unzulänglichkeiten" in Sprachgebrauch und Verständnis der Zusammenhänge nehmen. Aber bei 25 Beiträgen am Tag habe ich vollstes Verständnis dafür, dass dafür wenig Zeit bleibt ;)


Der Ausgangspunkt war ja DEINE Behauptung, dass der Anteil des BIP, welches dem Produktionsfaktor Kapital zugeordnet werden kann, angeblich ungebührlich groß sei in Relation des Anteils, welcher dem Produktionsfaktor Arbeit zugeordnet werden kann.

nein, das habe ich nicht. Ich habe lediglich versucht die Rechnung von Attac nachzuvollziehen. Nicht schon wieder alles durcheinander bringen ;)
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Re: kommunismus/kapitalismus

Beitragvon Realist2014 » Fr 14. Sep 2018, 11:39

Sanity hat geschrieben:(14 Sep 2018, 12:27)



nein, das habe ich nicht. Ich habe lediglich versucht die Rechnung von Attac nachzuvollziehen. Nicht schon wieder alles durcheinander bringen ;)


ach so.

Du bist also NICHT der Meinung, dass der Anteil des BIP, welches dem Produktionsfaktor Kapital zugeordnet werden kann, ungebührlich groß ist in Relation zum Anteil, welcher dem Produktionsfaktor Arbeit zugeordnet werden kann.

dann sind wir ja EINER Meinung.
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Re: kommunismus/kapitalismus

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 14. Sep 2018, 11:53

Sanity hat geschrieben:(14 Sep 2018, 10:22)

das ist soweit alles korrekt und wurde von mir auch so dargestellt.

der einzige strittig Punkt war der Saldo aus "unfertige Erzeugnisse" abzüglich Vorleistungen:

l.


Nein, das war nicht der strittige Punkt. Der strittige Punkt war, dass du behauptet hast nur verkaufte Güter fließen in das BIP ein. Und das ist eben falsch. Das BIP repräsentiert die Produktionsleistung einer Volkswirtschaft. Es fließen nicht nur die verkauften Güter in das BIP ein, sondern eben auch die Bestandsveränderung an Halbfertig- und Fertigprodukten (also das was auf Lager produziert und eben nicht verkauft wird) und Selbsterstellung Anlagegüter (die ja auch nicht verkauft werden).
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Re: Rote_Galaxie Sammelthread

Beitragvon zollagent » Fr 14. Sep 2018, 12:05

Nur mal so aus Neugierde, zu welchem Ergebnis soll dieser kleinkarierte Streit denn so führen? Welche dieser Begriffsverwendungen sind denn nun pro-Kapitalismus und welche pro-Kommunismus?
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Re: kommunismus/kapitalismus

Beitragvon Sanity » Fr 14. Sep 2018, 13:02

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(14 Sep 2018, 12:53)

Nein, das war nicht der strittige Punkt. Der strittige Punkt war, dass du behauptet hast nur verkaufte Güter fließen in das BIP ein. Und das ist eben falsch. Das BIP repräsentiert die Produktionsleistung einer Volkswirtschaft. Es fließen nicht nur die verkauften Güter in das BIP ein, sondern eben auch die Bestandsveränderung an Halbfertig- und Fertigprodukten (also das was auf Lager produziert und eben nicht verkauft wird) und Selbsterstellung Anlagegüter (die ja auch nicht verkauft werden).


nein, ich sagte, "...dass nur getauschte Werte im BIP erfasst werden..." ihr habt darauf erwidert, dass "...nicht nur getauschte Güter erfasst werden". Der Fehler war, dass ich die unterschiedliche Bedeutung zwischen Wert und Gut in unseren beiden Aussagen nicht erkannt habe. Ich bezeichne getauschte Lohnarbeit ebenfalls als Wert. Streng genommen ist Lohnarbeit aber kein Gut im volkswirtschaftlichen Sinne und wird zumindest in der Entstehungsrechnung der VGR nicht separat erfasst, wie ich später erst erkannt habe und an diesem begrifflichen Unterschied sind unsere Aussagen wohl anfangs gegenseitig missverstanden worden. Es ändert jedoch nichts an den von mir genannten Zusammenhängen, wenn man sich auf eine gegenseitig verständliche Terminologie einigt. Der Wert des Kontos "unfertigen Erzeugnisse" bzw. "selbst erstellte Analgen" nach Abzug der Vorleistungen wird nur durch die Kosten in die Lohnarbeit repräsentiert. Das noch unverkaufte Erzeugnis im Lager ist nach Abzug der Vorleistungen und der Kosten für die Lohnarbeit der noch nicht realisierte Gewinn. Was aber bereits durch Tausch realisiert wurde, sind die Kosten der in dieses Erzeugnis investierten Lohnarbeit und nur diese Kosten werden deshalb nach Abzug der Vorleistung im Wert als "unfertige Erzeugnisse" erfasst. Die Gegenleistung für die Lohnarbeit ist der Teil der Arbeit an dem Erzeugnis, den der Arbeiter ausgezahlt bekommt, der andere Teil der Arbeit ist der noch nicht realisierte Gewinn. Dieser wird noch nicht im BIP erfasst, da dessen Wertschöpfung noch aussteht. (siehe das Beispiel mit den Äpfeln/Birnen)
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Re: kommunismus/kapitalismus

Beitragvon Sanity » Fr 14. Sep 2018, 15:23

Realist2014 hat geschrieben:(14 Sep 2018, 12:39)

ach so.

Du bist also NICHT der Meinung, dass der Anteil des BIP, welches dem Produktionsfaktor Kapital zugeordnet werden kann, ungebührlich groß ist in Relation zum Anteil, welcher dem Produktionsfaktor Arbeit zugeordnet werden kann.

dann sind wir ja EINER Meinung.


um eine Aussage zu Verhältnissen zwischen den Produktionsfaktoren treffen zu können, müsste ich belastbare Zahlen haben. In der VGR wird leider einiges zusammengefasst und dadurch "verschleiert", um den Faktor "Arbeit" daraus genau ermitteln zu können. Das ist ja auch in der Realität schon nicht so einfach und auch nicht das Ziel der VGR ;)
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Re: kommunismus/kapitalismus

Beitragvon Realist2014 » Fr 14. Sep 2018, 15:31

Sanity hat geschrieben:(14 Sep 2018, 16:23)

um eine Aussage zu Verhältnissen zwischen den Produktionsfaktoren treffen zu können, müsste ich belastbare Zahlen haben. In der VGR wird leider einiges zusammengefasst und dadurch "verschleiert", um den Faktor "Arbeit" daraus genau ermitteln zu können. Das ist ja auch in der Realität schon nicht so einfach und auch nicht das Ziel der VGR ;)


das ist ja unstrittig, dass dieses nicht so einfach ist.

Versuchen wir es doch an zwei konkreten Beispielen:

a) Ein Konzern wie BMW/ Aktiengesellschaft
Was ist da aus deiner Sicht eine angemessene Dividendenrendite für die Aktionäre?

b) ein Handwerksbetrieb mit 4 Gesellen und dem Meister als alleinigen Eigentümer.

Welchen Gewinn ( = Lohn für die Arbeit) würdest du für den Meister/Eigentümer als angemessen erachten, wenn das Gehalt der Gesellen jeweils 30tsd Euro im Jahr beträgt ( normaler Arbeitsvertrag mit 40 Stundenwoche)
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Re: Produktionswege ohne Preise

Beitragvon Gruwe » Do 20. Sep 2018, 08:03

Betrachter hat geschrieben:(20 Sep 2018, 08:32)

In einer Planwirtschaft wird für Bedürfnisse produziert. In einer Marktwirtschaft werden Bedürfnisse benutzt, um Gewinn zu erwirtschaften.
Unterschied erkannt?

Wenn in der Marktwirtschaft für Bedürfnisse produziert würde, dann würden keine Menschen vor vollen Getreidesilos verhungern. Es gäbe keine Obdachlosen bei gleichzeitigem Wohnungsleerstand.


Nö!

In einer Planwirtschaft gibt es eine zentrale Stelle, die stets behauptet zu wissen, was die Menschen in welcher Menge konsumieren wollen bzw. zu haben wollen.
In einer Marktwirtschaft wird das über die Teilnahme der jeweiligen Individuen am Markt geregelt, was zu einer besseren Informationsverarbeitung ("was wollen die Leute haben bzw. was sind deren Bedürfnisse") führt
und dadurch die Produktionspläne sich besser an die tatsächlichen Bedürfnisse anpassen!

Monetärer Gewinn ist ja nur eine Abbildung dieser realen Umstände in einem Finanzsystem! Du kannst uns ja gerne mal erklären, warum du meinst, dass "Gewinn" entsteht und was dieser bedeutet.

Mal ein Hinweis:
Meinen Gewinn erhöhe ich mit einer zusätzlich zur Verfügung gestellten Einheit eines Gutes immer dann, wenn das Gut mehr Wert (Bedürfnisse erfüllt) ist, als die Summe der Ressourcen, die "verbraucht" wurden, um das Gut herzustellen. Produziere ich eine Einheit mehr und sinkt dadurch mein Gewinn, so ist diese Einheit des Gutes weniger wert als die Summe der Ressourcen. Ich habe also Ressourcen zusammengefügt, bei dem das Ausgangsprodukt weniger Nutzen stiftet als der Fall, wenn ich diese Ressourcen zur Herstellung anderer Güter eingesetzt hätte.

Vielleicht einfach mal ein wenig nachdenken, welche Größen wie zustande kommen und was das in der "realen Welt" (nicht der Finanzwelt in Finanzgrößen) bedeutet!
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Re: Planwirtschaft

Beitragvon Betrachter » Do 20. Sep 2018, 08:44

Gruwe hat geschrieben:(20 Sep 2018, 09:03)

Nö!

In einer Planwirtschaft gibt es eine zentrale Stelle, die stets behauptet zu wissen, was die Menschen in welcher Menge konsumieren wollen bzw. zu haben wollen.
In einer Marktwirtschaft wird das über die Teilnahme der jeweiligen Individuen am Markt geregelt, was zu einer besseren Informationsverarbeitung ("was wollen die Leute haben bzw. was sind deren Bedürfnisse") führt
und dadurch die Produktionspläne sich besser an die tatsächlichen Bedürfnisse anpassen!

Monetärer Gewinn ist ja nur eine Abbildung dieser realen Umstände in einem Finanzsystem! Du kannst uns ja gerne mal erklären, warum du meinst, dass "Gewinn" entsteht und was dieser bedeutet.

Mal ein Hinweis:
Meinen Gewinn erhöhe ich mit einer zusätzlich zur Verfügung gestellten Einheit eines Gutes immer dann, wenn das Gut mehr Wert (Bedürfnisse erfüllt) ist, als die Summe der Ressourcen, die "verbraucht" wurden, um das Gut herzustellen. Produziere ich eine Einheit mehr und sinkt dadurch mein Gewinn, so ist diese Einheit des Gutes weniger wert als die Summe der Ressourcen. Ich habe also Ressourcen zusammengefügt, bei dem das Ausgangsprodukt weniger Nutzen stiftet als der Fall, wenn ich diese Ressourcen zur Herstellung anderer Güter eingesetzt hätte.

Vielleicht einfach mal ein wenig nachdenken, welche Größen wie zustande kommen und was das in der "realen Welt" (nicht der Finanzwelt in Finanzgrößen) bedeutet!


Wer sagt dir denn, dass in einer Planwirtschaft von oben herab festgesetzt wird, was Menschen brauchen? Bedarfsermittlung ist keine Diktatur, sondern die nüchterne Feststellung der individuellen "Wunschzettel". Als ob z. B. in der Wasserwirtschaft eines modernen Staates nicht ermittelt würde, wieviel Wasser wann gebraucht wird. Da sitzen sogar Leute bei der Fußball- WM vor dem Fernseher, um genau den Zeitpunkt der Spielpause mitzukriegen und dann die Hähne des Wasserwerks ordentlich aufzudrehen. Geplant wird überall- jede Bank weiß auf den Cent, wo "ihr" Geld liegt. Fahrpläne funktionieren (meistens).
Das Problem im Kapitalismus ist tatsächlich, dass oberstes Prinzip des Wirtschaftens der Gewinn ist. Und der muss in der Konkurrenz erkämpft werden.
Warum sollte das in einer Planwirtschaft, die nach Bedürfnissen und nicht nach Gewinn funktioniert, nicht wegfallen? Warum nicht Kooperation statt Konkurrenz?
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Re: Planwirtschaft

Beitragvon zollagent » Do 20. Sep 2018, 09:07

Betrachter hat geschrieben:(20 Sep 2018, 09:44)

Wer sagt dir denn, dass in einer Planwirtschaft von oben herab festgesetzt wird, was Menschen brauchen? Bedarfsermittlung ist keine Diktatur, sondern die nüchterne Feststellung der individuellen "Wunschzettel". Als ob z. B. in der Wasserwirtschaft eines modernen Staates nicht ermittelt würde, wieviel Wasser wann gebraucht wird. Da sitzen sogar Leute bei der Fußball- WM vor dem Fernseher, um genau den Zeitpunkt der Spielpause mitzukriegen und dann die Hähne des Wasserwerks ordentlich aufzudrehen. Geplant wird überall- jede Bank weiß auf den Cent, wo "ihr" Geld liegt. Fahrpläne funktionieren (meistens).
Das Problem im Kapitalismus ist tatsächlich, dass oberstes Prinzip des Wirtschaftens der Gewinn ist. Und der muss in der Konkurrenz erkämpft werden.
Warum sollte das in einer Planwirtschaft, die nach Bedürfnissen und nicht nach Gewinn funktioniert, nicht wegfallen? Warum nicht Kooperation statt Konkurrenz?

Weil das schon vielfach probiert wurde und es immer gescheitert ist. Solche System neigen nun mal dazu, autoritär zu werden und festzulegen, was gebraucht zu werden hat. Sie sind Innovationsfeindlich und ineffizient, weil sie einen großen Verwaltungsapparat brauchen. Gerade die Verbesserung der eigenen Situation gegenüber der Konkurrenz durch Innovation ist einer der Antriebe des Erfolgs der Marktwirtschaft. Eine Planwirtschaft hinkt da bestenfalls hinterher. Sie mag keine Veränderungen.
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Re: Planwirtschaft

Beitragvon Betrachter » Do 20. Sep 2018, 09:41

zollagent hat geschrieben:(20 Sep 2018, 10:07)

Weil das schon vielfach probiert wurde und es immer gescheitert ist. Solche System neigen nun mal dazu, autoritär zu werden und festzulegen, was gebraucht zu werden hat. Sie sind Innovationsfeindlich und ineffizient, weil sie einen großen Verwaltungsapparat brauchen. Gerade die Verbesserung der eigenen Situation gegenüber der Konkurrenz durch Innovation ist einer der Antriebe des Erfolgs der Marktwirtschaft. Eine Planwirtschaft hinkt da bestenfalls hinterher. Sie mag keine Veränderungen.


Über die Fehler des Realsozialismus können wir reden, wenn du Sozialismus verstanden hast. "Autoritär" gehts da nur zu, wenn es nicht anders geht.
Willst du jedesmal lange Diskussionen führen, bevor ein wichtiger Produktionsschritt unternommen wird? Es gibt fachliche Autoritäten. Die sollte man nicht mit politischen "Autoritäten" verwechseln, die in der Marktwirtschaft das Sagen haben.
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Re: Planwirtschaft

Beitragvon zollagent » Do 20. Sep 2018, 10:25

Betrachter hat geschrieben:(20 Sep 2018, 10:41)

Über die Fehler des Realsozialismus können wir reden, wenn du Sozialismus verstanden hast. "Autoritär" gehts da nur zu, wenn es nicht anders geht.
Willst du jedesmal lange Diskussionen führen, bevor ein wichtiger Produktionsschritt unternommen wird? Es gibt fachliche Autoritäten. Die sollte man nicht mit politischen "Autoritäten" verwechseln, die in der Marktwirtschaft das Sagen haben.

Eben, "wenn es nicht anders geht". Daß es anders geht und das noch um Vieles Effektiver, zeigt die Marktwirtschaft. Und damit ist das Modell Planwirtschaft aus dem Rennen. Punkt!

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