Was ist die beste Religionskritik?

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Die beste(n) Formen der Religionskritik ist/sind meiner Meinung nach...

Psychoanalyse
2
4%
Bertrand Russel
1
2%
Logischer Empirismus
7
14%
Kritischer Rationalismus
7
14%
Existenzialismus
1
2%
Neomarxismus
2
4%
Agnostizismus
7
14%
Relativismus
1
2%
Eklktizismus
1
2%
Naturwissenschaftliches Weltbild
21
42%
 
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Keoma
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Keoma » Di 10. Jul 2018, 14:36

Dampflok94 hat geschrieben:(10 Jul 2018, 15:33)

Du bist der Meinung, es seien Hirngespinste. Nicht mehr und weniger.

Ich glaube ja diese Arroganz kommt von einer gewissen Unsicherheit her. Ein Großteil der Menschheit glaubt an Dinge, die nicht beweisbar sind. Die einen glauben daran, daß die Geister ihrer Vorfahren weiterhin unter uns weilen und bringen diesen Opfer dar, damit diese ihnen helfen. Wieder andere glauben an die Wiedergeburt und gleich an ein ganzes Götteruniversum. Und die Anhänger der großen monotheistischen Religionen glauben eben an einen Schöpfergott. Wer also der kleinen Minderheit angehört, die gar nichts dergleichen tut, muß sich umso stärker selbst versichern richtig zu liegen. Und dazu wird die eigene Meinung als die einzig rationale verklärt.

Ich glaube nicht, daß auch nur eine einzige Religion auf der Erde der Realität nahe kommt. Aber ich bin überzeugt, der Atheismus tut das genauso wenig. :)


Na ja, irgendwer muss ja recht haben.
Entweder gibt es einen Schöpfer oder nicht.
Moralische Entrüstung ist Eifersucht mit einem Heiligenschein.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Uffzach » Di 10. Jul 2018, 14:55

Dampflok94 hat geschrieben:(10 Jul 2018, 15:33)

Du bist der Meinung, es seien Hirngespinste. Nicht mehr und weniger.

Nein, Wissenschaftlichkeit hat nichts mit Meinungen zu tun, sondern mit Evidenzen. Ein Begriff, der nichts bezeichnet, für den es keine wissenschaftliche Evidenz gibt, ist ein Hirngespinst, wobei der Ausdruck "Hirngespinst" zugegebenermaßen der Umgangssprache entnommen wurde.

Dampflok94 hat geschrieben:Ein Großteil der Menschheit glaubt an Dinge, die nicht beweisbar sind.

Ja, der Großteil der Menschheit leidet an Irrationalität.

Dampflok94 hat geschrieben:Ich glaube nicht, daß auch nur eine einzige Religion auf der Erde der Realität nahe kommt. Aber ich bin überzeugt, der Atheismus tut das genauso wenig. :)

"Realität" ist ein zu definierender Ausdruck.
Ich denke zudem, dass es einen Unterschied gibt zwischen der rationalen Position der Zurückweisung aller Religionen und dem, was so unter dem Label "Atheismus" kursiert.
Vermutlich gibt es nicht mal einen "Atheismus" in Reinform, sondern immer nur in Gemeinschaft mit Ideologien, die selbst irrational sind. :cool:
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Ein Terraner » Di 10. Jul 2018, 19:16

Dampflok94 hat geschrieben:(10 Jul 2018, 15:33)

Ich glaube nicht, daß auch nur eine einzige Religion auf der Erde der Realität nahe kommt. Aber ich bin überzeugt, der Atheismus tut das genauso wenig. :)

Dann hast du nicht verstanden was Atheismus ist.
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Dampflok94
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Dampflok94 » Di 10. Jul 2018, 20:51

Keoma hat geschrieben:(10 Jul 2018, 15:36)

Na ja, irgendwer muss ja recht haben.
Entweder gibt es einen Schöpfer oder nicht.

Völlig richtig :thumbup:

Und wer die richtige Antwort weiß und vor allem beweisen kann, bekommt einen Nobelpreis. Ich weiß nur noch nicht welchen. :D
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Dampflok94 » Di 10. Jul 2018, 21:05

Uffzach hat geschrieben:(10 Jul 2018, 15:55)
Nein, Wissenschaftlichkeit hat nichts mit Meinungen zu tun, sondern mit Evidenzen. Ein Begriff, der nichts bezeichnet, für den es keine wissenschaftliche Evidenz gibt, ist ein Hirngespinst, wobei der Ausdruck "Hirngespinst" zugegebenermaßen der Umgangssprache entnommen wurde.

Dafür, daß diese Begriffe nichts bezeichnen, haben sie aber ganz schön große Auswirkungen :cool:
Es geht um Glauben nicht um Wisseen. Daher ist wissenschaftliche Evidenz nicht erforderlich. Die braucht man um zu wissen.
Ja, der Großteil der Menschheit leidet an Irrationalität.

"Alle blöd außer mir!" Diese Haltung kann man natürlich haben. Ich halte sie für völlig abgehoben.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Skeptiker » Di 10. Jul 2018, 21:59

Ein Terraner hat geschrieben:(10 Jul 2018, 20:16)
Dann hast du nicht verstanden was Atheismus ist.

Das ist ein verbreitetes Problem unter Theisten. Mein Eindruck ist, dass man das nicht lösen kann. Es scheinen schon in der Kindheit die Stukturen für entweder rationales oder theistisches Denken gelegt. Da kommen nur die wenigsten raus.

Wenn dann das Argument kommt Atheismus wäre ja auch eine Religion, dann weiss man schon Bescheid. Vieles läuft eben auf ein grundlegendes, in meinen Augen aber auch kultiviertes, Missverständnis des Rationalismus und der Wissenschaft hinaus.

Daher halte ich ein naturwissenschaftliches Weltbild auch für die beste Religionskritik. Ein mangelhaftes naturwissenschaftliches Weltbild ist für mich hauptverantwortlich für das wiedererstarkten der Religion. War halt schon immer so, je weniger man wusste umso leichteres Spiel haben diejenigen die den Glauben vertreiben.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Skeptiker » Di 10. Jul 2018, 22:37

Uffzach hat geschrieben:(10 Jul 2018, 15:55)
...
Ich denke zudem, dass es einen Unterschied gibt zwischen der rationalen Position der Zurückweisung aller Religionen und dem, was so unter dem Label "Atheismus" kursiert.
Vermutlich gibt es nicht mal einen "Atheismus" in Reinform, sondern immer nur in Gemeinschaft mit Ideologien, die selbst irrational sind. :cool:

Atheismus ist die Ablehnung von Gott oder Göttern. Warum soll es das nicht in Reinform geben?

Ich bin fest davon überzeugt, dass Gottesglaube ein menschlicher psychologischer Effekt ist. Er entspringt aber nicht ursächlich der wahren Natur der Dinge, sondern eben den menschlichen Denkstrukturen.

Was daran ist irrational oder ideologisch? Ich sehe keinen wissenschaftlichen Beleg für die Existenz Gottes und ich bin dennoch kein fanatischer Religionshasser. Ich halte Religion halt schlicht für ein falsches Konzept, dadurch bin ich doch kein Ideologe.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 11. Jul 2018, 13:19

Die beste Religionskritik ist noch immer die, bei der du KEINE Sanktionen zu gewärtigen hast.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Klarsteller » Mi 11. Jul 2018, 13:23

Die beste Religion ist eine ohne Klerus, ohne Sanktionen, ohne Regeln und notwendigen Ausnahmen von den allgemein gültigen Gesetzen. Da bleibt nicht viel oder?
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 11. Jul 2018, 13:30

Klarsteller hat geschrieben:(11 Jul 2018, 14:23)

Die beste Religion ist eine ohne Klerus, ohne Sanktionen, ohne Regeln und notwendigen Ausnahmen von den allgemein gültigen Gesetzen. Da bleibt nicht viel oder?

Das (virtuelle) Nirvana...
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Klarsteller » Mi 11. Jul 2018, 13:40

Fuerst_48 hat geschrieben:(11 Jul 2018, 14:30)

Das (virtuelle) Nirvana...


Was soll das sein? Selbst das Internet wird doch vermeintliche Regeln, welche natürlicht nicht unbedingt eingehalten werden müssen, und einem Klerus dominiert. Dies wurde mir auch hier gleich am ersten Tag bzw. am Montag bestätigt. ;)
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 11. Jul 2018, 13:59

Klarsteller hat geschrieben:(11 Jul 2018, 14:40)

Was soll das sein? Selbst das Internet wird doch vermeintliche Regeln, welche natürlicht nicht unbedingt eingehalten werden müssen, und einem Klerus dominiert. Dies wurde mir auch hier gleich am ersten Tag bzw. am Montag bestätigt. ;)

Mit dem Buddhismus hast du dich offenbar noch nicht beschäftigt, und mit Kierkegaard und Heidegger auch nicht ?
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Klarsteller » Mi 11. Jul 2018, 14:14

Fuerst_48 hat geschrieben:(11 Jul 2018, 14:59)

Mit dem Buddhismus hast du dich offenbar noch nicht beschäftigt, und mit Kierkegaard und Heidegger auch nicht ?


Beim Buddhismus gibt es keinen Klerus? Keine Regeln?

Und die beiden anderen Religionen sagen mir nix.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon aleph » Mi 11. Jul 2018, 14:18

Der buddhistische Klerus in Thailand steht teilweise über den König. Einige Priester müssen sich vor dem König nicht verbeugen. Verbindliche Regeln gibt es in jeder Religion.
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein. Walter Jens
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 11. Jul 2018, 14:37

Klarsteller hat geschrieben:(11 Jul 2018, 15:14)

Beim Buddhismus gibt es keinen Klerus? Keine Regeln?

Und die beiden anderen Religionen sagen mir nix.

Kierkegaard und Heidegger sind 2 Philosophen, die sich mit existentiellen Fragen beschäftigt haben.... :mad2:
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 11. Jul 2018, 14:40

>>>Mir ist schon klar, dass nicht jeder Teilnehmer hier ein Studium absolviert (hat) ... aber Kierkegaard und Heidegger als Religionen zu bezeichnen, ds ist stark...
Gut, dass es IGNO gibt. Sorry...
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 11. Jul 2018, 14:45

Skeptiker hat geschrieben:(10 Jul 2018, 23:37)

Atheismus ist die Ablehnung von Gott oder Göttern. Warum soll es das nicht in Reinform geben?

Ich bin fest davon überzeugt, dass Gottesglaube ein menschlicher psychologischer Effekt ist. Er entspringt aber nicht ursächlich der wahren Natur der Dinge, sondern eben den menschlichen Denkstrukturen.

Was daran ist irrational oder ideologisch? Ich sehe keinen wissenschaftlichen Beleg für die Existenz Gottes und ich bin dennoch kein fanatischer Religionshasser. Ich halte Religion halt schlicht für ein falsches Konzept, dadurch bin ich doch kein Ideologe.

Ablehnen von Gott (oder Göttern)...ist geschickter formuliert als Leugnen. Die Existenz etwa von Gott kann ich ablehnen, aber nicht leugnen.
Alter semantischer Winkelzug....
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Klarsteller » Mi 11. Jul 2018, 14:47

Fuerst_48 hat geschrieben:(11 Jul 2018, 15:37)

Kierkegaard und Heidegger sind 2 Philosophen, die sich mit existentiellen Fragen beschäftigt haben.... :mad2:


Achso, hinsichtlich der Religionskritik. Danke. Habe es nicht so mit Philiosphie und darum kannte ich die nicht.

Tante Edith:
Mir war durchaus bewusst, dass diese beiden keine Religionen sind. Aber da es um Religionen ging, blieb nur diese lustige Antwort. Leider ist wohl auch dies hier nicht erwünscht.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Skeptiker » Mi 11. Jul 2018, 14:53

Fuerst_48 hat geschrieben:(11 Jul 2018, 15:45)
Ablehnen von Gott (oder Göttern)...ist geschickter formuliert als Leugnen. Die Existenz etwa von Gott kann ich ablehnen, aber nicht leugnen.
Alter semantischer Winkelzug....

Also lt. Wikipedia ist Atheismus die Ablehung des Glaubens an Gott oder Götter. So besser?

Ich bin mir dennoch nicht im Klaren darüber was Du mir damit sagen möchtest.
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Re: Was ist die beste Religionskritik?

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 11. Jul 2018, 15:04

Skeptiker hat geschrieben:(11 Jul 2018, 15:53)

Also lt. Wikipedia ist Atheismus die Ablehung des Glaubens an Gott oder Götter. So besser?

Ich bin mir dennoch nicht im Klaren darüber was Du mir damit sagen möchtest.

Die Ablehnung des Glaubens ... ja, ist stabiler in der Formulierung. (Es lacht das Herz des SEMANTIKERS!)
Was jemand glauben will oder nicht, ist jedermann freigestellt. Mir ging es nur um die "sprachliche Bereinigung". Die hat ja nun stattgefunden.

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