Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

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imp
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Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon imp » Mo 2. Jul 2018, 20:08

Kennen Sie das? Sie benutzen die Bürste, doch der lang ungeputzte Schmutzrand sitzt so fest, es hilft alles nichts. Es ist nicht Ihre Schuld. Das Vereinsheim, der Jugendclub oder die Schuitoilettn ist nicht durch Ihre Einwirkung in diesen jämmerlichen Zustand versetzt, wie sie sich nun präsentieren. So ähnlich ist es auch mit Martin Heidegger. Dass der den Nationalsozialismus mehr oder weniger begeistert affirmierte, ist seine eigene Leistung und seit den 1990er Jahren unbestritten. Wollten Schüler, Apologeten und Adepten die Kritik lange Zeit als "Biographismus" wegwischen, hat sich jedoch schon 1988 aus der linksradikalen Ecke eine inhaltlich am Hauptwerk orientierte Heidegger-Kritik nachlesen lassen, wie auch immer man zu ihr stehe.

So heißt es in der den "Roten Zellen" nahestehenden MSZ 3-1988

Ein chilenischer Exfan des Meisters hat zum
x-ten Mal nachgewiesen, was jedem bekannt war: einen Einfluß des Nationalsozialismus auf Heidegger.
Die neuerliche “Enthüllung” soll in Frankreich eine “halbe Staatsaffaire ausgelöst” haben; der
Einfluß von Heideggers Denken ist dort so groß, heißt es diesmal umgekehrt. Das ist zwar ganz
falsch und ziemlich übertrieben, markiert aber das Thema, das sich offenbar
grenzüberschreitender Beliebtheit erfreut: Geist und Macht wird wieder einmal ausgiebig
verwechselt. Da steht vor allem in der Sache alles auf dem Kopf.
Wie faschistisch ist Philosophie? oder: Wie philosophisch war der Faschismus?
Der Vorwurf, Heidegger sei ein faschistischer Denker, kommt merkwürdigerweise immer ohne Berücksichtigung des eigentlich philosophischen Werkes aus. Dabei könnte man darin - ginge es
tatsächlich um die Besonderheit (faschistisch-)philosophischer Gedanken -, durchaus Affinitäten
zu einem Staatsprogramm entdecken, das sich der Vorbereitung eines großen Krieges gewidmet
und dafür auf Tugenden seiner Mannschaft Wert gelegt hat, die die fälligen Opfer bis hin zur
Aufgabe des eigenen Lebens als sinnerfüllenden Dienst an einem übergeordneten Ganzen
erscheinen lassen und nichts als diesen Lohn versprechen.


So weit, so lange her. Es verwundert, dass in hippen Philosophenheften, wie man sie am Bahnhofskiosk gleich hinter dem Sexhefte-Regal neben "Compact" und "Esoterik Aktuell" kaufen kann, dieser tote Hund heute noch eine Rolle spielen kann. Hintergrund sind die sogenannten "Schwarzen Hefte". Die seit 2014 serienweise verlegten Denktagebücher Heideggers haben noch einmal unbestreitbar aufgezeigt, wie tief Heidegger in seinem Denken und Wirken in den Nationalsozialismus eingetaucht war. Das Abiturientenmagazin "Hohe Luft" dreht daraus eine veritable Endlosserie, wie sie an Kundenbindungswirkung höchstens die Foto-Love-Story der Bravo in den 90er Jahren erzielen wollte: Unter den Schlagworten "Fall Heidegger" und "Schwarze Hefte" sind seit 2014 insgesamt über 30 Beiträge veröffentlicht worden, darunter eine Streitserie zwischen dem Verleger der Heidegger-Gesamtausgabe und seinen Kritikern, Artikel über die Heidegger-Tagung in - wo wohl, na klar - Siegen, Antworten auf den Artikel zur Heidegger-Tagung, Antworten auf Antworten, steile Thesen wie "Moralische Schuld ist in Heideggers Philosophie nicht möglich" (meint Trawny, der Herausgeber der Schwarzen Hefte), aber auch jede Menge Meta und Meta zum Meta. Heidegger und kein Ende? Wird das dem letztlich doch banalen Gedankenwartehäuschen gerecht, das er da zimmerte?
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon H2O » Mo 2. Jul 2018, 21:18

Als Kulturbanause ist mir der Name des Philosophen wohl bekannt, und die geistige Verstrickung in das Entstehen völkischer Überhebung. Aber das war es denn auch. Gibt es denn einen guten Grund für Otto Normalverbraucher, sich mit dem Werk dieses Philosophen zu befassen? Oder ist das nicht doch eher eine Art Selbstbeschäftigung von Leuten, die sich mit solchen Gedanken ganztags spielerisch befassen?

Mir ist bewußt, daß ich unter Philosophen nun als ungebildeter Trottel durchgehe. Sei's drum; meine Frage steht im Raum.
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Ammianus
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon Ammianus » Mo 2. Jul 2018, 21:27

Von Filosofi lass ich lieber meine Pfoten. Aber das hier ist lustig:

https://www.youtube.com/watch?v=3goPOfcu-JI

Also, da hat der Heidegger nicht umsonst gelebt ...
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon odiug » Mo 2. Jul 2018, 21:56

Ammianus hat geschrieben:(02 Jul 2018, 22:27)

Von Filosofi lass ich lieber meine Pfoten. Aber das hier ist lustig:

https://www.youtube.com/watch?v=3goPOfcu-JI

Also, da hat der Heidegger nicht umsonst gelebt ...

Wollte ich auch gerade posten :p
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Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon watisdatdenn? » Di 3. Jul 2018, 08:16

Ammianus hat geschrieben:(02 Jul 2018, 22:27)
Von Filosofi lass ich lieber meine Pfoten. Aber das hier ist lustig:

https://www.youtube.com/watch?v=3goPOfcu-JI

Also, da hat der Heidegger nicht umsonst gelebt ...

Laut Martin Sellner, war dieses Video(!) der Grund warum er die Identitäre Bewegung gegründet hat!
Martin Sellner
vor 7 Monaten
Das hat mich motiviert die IB zu gründen.


Darf sowas hier gepostet werden?
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon H2O » Di 3. Jul 2018, 09:59

watisdatdenn? hat geschrieben:(03 Jul 2018, 09:16)

Laut Martin Sellner, war dieses Video(!) der Grund warum er die Identitäre Bewegung gegründet hat!


Darf sowas hier gepostet werden?


Na, fast machen Sie mich neugierig... (auch als Moderator! :D )
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon Alexyessin » Di 3. Jul 2018, 10:31

H2O hat geschrieben:(03 Jul 2018, 10:59)

Na, fast machen Sie mich neugierig... (auch als Moderator! :D )


Hüstl.....Philo :)
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon watisdatdenn? » Di 3. Jul 2018, 10:36

H2O hat geschrieben:(03 Jul 2018, 10:59)
Na, fast machen Sie mich neugierig... (auch als Moderator! :D )

Hier was schönes zu Heidegger:
https://www.youtube.com/watch?v=qHhhjuVp9R0
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon H2O » Di 3. Jul 2018, 10:41

Alexyessin hat geschrieben:(03 Jul 2018, 11:31)

Hüstl.....Philo :)


Fachleute für Welterschütterndes?
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon Alexyessin » Di 3. Jul 2018, 10:41

watisdatdenn? hat geschrieben:(03 Jul 2018, 11:36)

Hier was schönes zu Heidegger:
https://www.youtube.com/watch?v=qHhhjuVp9R0


Passender Kommentar eines youtubers dazu:

nformationsgehalt bezüglich Heidegger = 0. Um ein philosophsiches Konzept sinnvoll darzustellen sollte man nicht einfach nur eine Behauptung aus der Theorie herausgreifen, sondern lieber mal erklären wie der Philosoph eben diese Behauptung begründet. Von welchen Prämissen er ausgeht und mit welchen Argumenten er von dort aus zum Ergebnis kommt. Einfach zu sagen "Dinge werden nur als Funktion" wahrgenommen erklärt ja in keinster Weise Heideggers


Das Ding an sich - um bei Heidegger zu bleiben - ist das auch er das Denken nicht neu erfinden konnte und ist damit in der NS Zeit eben genau an der gleichen Thematik gescheitert, wie alle die eine philosophische Ableitung zum Völkischen versucht haben.
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon Alexyessin » Di 3. Jul 2018, 10:42

H2O hat geschrieben:(03 Jul 2018, 11:41)

Fachleute für Welterschütterndes?


Nein, mein Moderationsforum. :)
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon H2O » Di 3. Jul 2018, 10:48

Alexyessin hat geschrieben:(03 Jul 2018, 11:42)

Nein, mein Moderationsforum. :)


Na, dann nehme ich alles zurück! :(
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon Alexyessin » Di 3. Jul 2018, 10:50

H2O hat geschrieben:(03 Jul 2018, 11:48)

Na, dann nehme ich alles zurück! :(


Alles gut. :)
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon watisdatdenn? » Di 3. Jul 2018, 10:52

Alexyessin hat geschrieben:(03 Jul 2018, 11:41)
Passender Kommentar eines youtubers dazu:

Finde ich nicht.

Das Video gibt diese Philosphie Heideggers doch nicht schlecht wieder:

Bei einer Bestimmung des Seins als beispielsweise Substanz oder Materie werde das Sein nur in Bezug auf die Gegenwart vorgestellt: Das Vorhandene ist gegenwärtig, jedoch ohne dass es Bezüge zu Vergangenheit und Zukunft hätte. Heidegger versuchte im Verlauf der Untersuchung zu zeigen, dass im Gegensatz dazu die Zeit eine wesentliche Bedingung für ein Verständnis des Seins ist, da sie – vereinfacht gesagt – einen Verständnishorizont darstellt, in dessen Rahmen die Dinge in der Welt erst sinnhafte Bezüge zwischeneinander ausbilden können. So dient beispielsweise der Hammer dazu, Nägel in Bretter zu schlagen, um ein Haus zu bauen, welches Schutz vor kommenden Unwettern bietet. Es lässt sich also nur im Gesamtzusammenhang einer Welt mit zeitlichen Bezügen verstehen, was der Hammer außer einem vorhandenen Stück Holz und Eisen ist.

~ https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_He ... Seinsfrage

Es handelt sich hier anscheinend um eine Variante des Holismuses?

Aber ich beschäftige mich mit Heidegger auch erst seit 20 Minuten..


Die Idee dass "Sinn" nur aus der Interaktion zwischen Dingen entstehen kann, finde ich einen interessanten Gedanken.
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon Alexyessin » Di 3. Jul 2018, 10:59

watisdatdenn? hat geschrieben:(03 Jul 2018, 11:52)

Finde ich nicht.

Das Video gibt diese Philosphie Heideggers doch nicht schlecht wieder:


~ https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_He ... Seinsfrage

Es handelt sich hier anscheinend um eine Variante des Holismuses?

Aber ich beschäftige mich mit Heidegger auch erst seit 20 Minuten..


Die Idee dass "Sinn" nur aus der Interaktion zwischen Dingen entstehen kann, finde ich einen interessanten Gedanken.


Sein und Zeit kann man sich schon mal reinziehen - aber es ist schon eine gewissen philosophische Vorbildung notwendig. Das ist jetzt nix zwischen Klo und Dusche.
Gut, die Sinnfrage ist ja eine der elementarsten Fragen der Philosophie. Ob das jetzt nur auf dem Bereich des Matrialismus ( zwischen existenten Dingen ) entstehen kann halte ich aber für zu einfach gedacht.
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon H2O » Di 3. Jul 2018, 11:01

Alexyessin hat geschrieben:(03 Jul 2018, 11:41)

...

... wie alle die eine philosophische Ableitung zum Völkischen versucht haben.


Mein Mißverständnis im Übereifer:

... wie alle, die eine philosophische Anleitung zum Völkischen gesucht haben. :?
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon Alexyessin » Di 3. Jul 2018, 11:03

H2O hat geschrieben:(03 Jul 2018, 12:01)

Mein Mißverständnis im Übereifer:

... wie alle, die eine philosophische Anleitung zum Völkischen gesucht haben. :?


Im Zeitalter des Nationalismus haben sich einige Philosophen versucht mittels komplexer Gedankengänge die völkischen Denkweisen zu bestätigen. Und somit den klassischen Fehler der Philosophie begangen, das Denken hin zum Ziel und nicht das Denken als solches zu erklären. ( Siehe auch Aquin oder Karl Marx ).
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon watisdatdenn? » Di 3. Jul 2018, 11:04

Alexyessin hat geschrieben:(03 Jul 2018, 11:59)
Sein und Zeit kann man sich schon mal reinziehen - aber es ist schon eine gewissen philosophische Vorbildung notwendig. Das ist jetzt nix zwischen Klo und Dusche.
Gut, die Sinnfrage ist ja eine der elementarsten Fragen der Philosophie. Ob das jetzt nur auf dem Bereich des Matrialismus ( zwischen existenten Dingen ) entstehen kann halte ich aber für zu einfach gedacht.

Wenn man etwas abstrahiert nicht zwischen klo und dusche erklären kann, kann man es nicht gut erklären.

Ich kann ja auch meiner Tochter die Relativitätstheorie zwischen Klo und Dusche mit wenigen Worten erklären, ohne gleich Christoffelsymbole einbringen zu müssen, die für die mathematische Beschreibung zwingend gebraucht werden (wenn man nicht alles in Matritzen schreiben will..).
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon watisdatdenn? » Di 3. Jul 2018, 11:16

Alexyessin hat geschrieben:(03 Jul 2018, 11:59)
Gut, die Sinnfrage ist ja eine der elementarsten Fragen der Philosophie. Ob das jetzt nur auf dem Bereich des Matrialismus ( zwischen existenten Dingen ) entstehen kann halte ich aber für zu einfach gedacht.

für mich als hardcore Materialisten (alles "transzendente" basiert auf atomaren/chemischen prozessen), stellt sich die Sinnfrage natürlich nur im menschlichen Kontext.
Soweit bekannt, definiert nur der Mensch "Sinn". Darum gibt es für mich auch keinen Sinn, wenn der Mensch ihn nicht zuweist.
Darum kann "Sinn" für unterschiedliche Menschen auch ganz unterschiedlich sein.

"Sinn" ist also rein subjektiv und nicht objektiv.

Heidegger geht wenn ich ihn verstanden habe in eine ähnliche Richtung. Nur durch Interaktion entsteht Sinn.

Es kann also nach dieser Logik ein einfacher Stein in einem ansonst komplett leeren Universum keinen Sinn haben (auch weil der Menschliche Betrachter fehlt, der Sinn hineinbringen kann).
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Re: Heidegger: 30 Jahre Faschismusvorwurf und kein gutes Ende

Beitragvon H2O » Di 3. Jul 2018, 11:50

watisdatdenn? hat geschrieben:(03 Jul 2018, 12:04)

Wenn man etwas abstrahiert nicht zwischen klo und dusche erklären kann, kann man es nicht gut erklären.

Ich kann ja auch meiner Tochter die Relativitätstheorie zwischen Klo und Dusche mit wenigen Worten erklären, ohne gleich Christoffelsymbole einbringen zu müssen, die für die mathematische Beschreibung zwingend gebraucht werden (wenn man nicht alles in Matritzen schreiben will..).


Damit könnten Sie sich in diesem Unterforum doch bleibende Verdienste erwerben, nachdem hier der Editor mathematische Symbole nur sehr eingeschränkt zuläßt! Ich meine das wirklich nicht spöttisch! Also Titelvorschlag: "Relativitätstheorie für Normalverbraucher". Nichts gegen Ihre Tochter; die wird Ihnen später auch die Welt erklären. ;)

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