Wohnungspolitik

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

Moderator: Moderatoren Forum 1

Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 8266
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Quatschki » Mo 18. Jun 2018, 15:28

Positiv Denkender hat geschrieben:(18 Jun 2018, 10:05)
Der Kardinalfehler besteht darin, dass man Migranten hauptsächlich in Großstädte unterbringt ,wo dann zwangsläufig
Wohnraum besetzt wird obwohl es in der Provinz massenhaften Leerstand gibt.

Warum sollten Migranten da leben wollen, wo die Deutschen wegen fehlender Erwerbsmöglichkeiten, Schulen, Geschäfte, Infrastruktur wegziehen?
Schon bei der Umvolkung der bis 1945 deutschen Siedlungsgebiete in Böhmen und östlich der Oder war es so, dass sich für die kleinen Dörfer nur schwer neue Siedler gewinnen ließen und die meisten schnell wieder aufgegeben haben und in die Städte gingen. Niemand bewohnt Häuser nur weil sie da sind.
Sundance
Beiträge: 18
Registriert: So 17. Jun 2018, 16:53
Benutzertitel: Einzelfall

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Sundance » Mo 18. Jun 2018, 15:34

Quatschki hat geschrieben:(18 Jun 2018, 16:28)

Warum sollten Migranten da leben wollen, wo die Deutschen wegen fehlender Erwerbsmöglichkeiten, Schulen, Geschäfte, Infrastruktur wegziehen
Warum sollten Schutzsuchende da leben dürfen, wo sie leben wollen? Dadurch entstehen die Problemviertel und rechtsfreie Räume, die es ja vorgeblich gar nicht gibt.
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 8266
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Quatschki » Mo 18. Jun 2018, 17:06

Sundance hat geschrieben:(18 Jun 2018, 16:34)

Warum sollten Schutzsuchende da leben dürfen, wo sie leben wollen?

Weil Mutti sonst sagt, dass das nicht mehr ihr Land sei...
Benutzeravatar
Misterfritz
Moderator
Beiträge: 4728
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: Badische Sahelzone

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Misterfritz » Mo 18. Jun 2018, 19:53

Leute ziehen meistens dorthin, wo schon Leute sind, mit denen sie sich verständigen können. Das ist wirklich nichts neues, oder wie sind Soho in London oder China Town in NY entstanden?
Benutzeravatar
Gruwe
Beiträge: 1266
Registriert: Mo 9. Nov 2015, 15:58
Benutzertitel: Obertransistorialrat
Wohnort: Saarland

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Gruwe » Di 19. Jun 2018, 09:47

Weltregierung hat geschrieben:(17 Jun 2018, 21:56)
Ein Grundstück am See braucht man auch nicht unbedingt. Eine Mietwohnung in der Stadt in der man arbeitet sollte aber schon drin sein, meinst Du nicht?


Naja, für das Problem, dass nicht alle dort leben können, wo sie arbeiten, gibt es ja zwei grundlegende Strategien zur Problemlösung:

a) Die Leute brauchen dort Wohnungen, wo sie arbeiten
b) Die Arbeitsplätze müssen dort hin, wo die Leute wohnen

Zu a)
Die Mieten in den Städten steigen, weil dort die Arbeitsplätze sind und die Leute dort hin wollen. Platz ist in der Stadt deutlich begrenzter als auf dem Land, gerade da ja Landflucht herrscht.
Hinzu kommt, dass gerade junge Leute nicht auf dem Land leben wollen, weil dort ist man abgehängt. Keine digitale Infrastruktur, kein vernünftiger öffentlicher Nahverkehr, usw.

Zu b)
Auch Unternehmen wollen ungern aufs Land, gleiche Gründe: In der Stadt finden sie deutlich bessere Infrastruktur, die Städte haben dadurch bei annähernd gleichen Gewerbesteuersätzen natürlich höhere Einnahmen, können investieren und für Unternehmen attraktiv bleiben. Das Land blutet aus, da die Arbeitsplätze und mit ihnen die Einwohner verschwinden. Entsprechend gering sind die Einnahmen und die Möglichkeiten, dieses Dilemma mittels Investitionen zu lösen. Regionale Monopolbildung könnte man sowas nennen! Wie wärs mal mit Steuerumverteilung von den strukturstarken Gemeinden zu den schwachen, so eine Art kommunaler Finanzausgleich? Anreize, doch zumindest eine grundlegende digitale Infrastruktur zu schaffen, so dass dieser Punkt für die Leute zumindest ansatzweise wegfällt. Ziehen dann wieder Bürger ein, wird es von ganz alleine für die Unternehmen interessant, dort ein gutes Angebot zu schaffen. Verbesserung des ÖPNV in diesen Gemeinden, auch zu den strukturstarken Gemeinden hin...dort liegt oft vorhandene Infrastruktur, wird nur nicht genutzt. Oder Anreize zur Telearbeit...wenn ich nur noch 2 mal die Woche den Weg zur Arbeit machen muss, bin ich vielleicht eher bereit die Fahrt zu machen, als wenn ich ganze 5 mal hin muss! Dazu bräuchte es aber auch wieder digitale Infrastruktur.

Aktuell unterstützt die Politik lieber a). Hauptsache alle wohnen irgendwann in der Stadt zusammengepfercht wie in der Schweinemast, gehen unter in Verkehr, etc., anstatt dass man mal anfängt, sinnvolle, nachhaltige regionale Strukturpolitik zu betreiben. Vor kurzem wurde in der ARD gezeigt, dass sich in Hamburg bereits viele Bürgerinitiativen bilden, die gegen weitere Umwandlung von innerstädtischen Grünflächen in Bauland sind...auch das Anliegen dieser Bürger ist doch bitte zu berücksichtigen.
Bei uns in der Stadt wollten sie vor zwei Jahren das beliebteste Naherholungsgebiet abreissen, damit man weitere Industrie- und Gewerbeflächen erschließen kann...in der Nachbargemeinde gibt's ausreichend Freiflächen, die genutzt werden könnten...aber da bekommt ja auch die Nachbargemeinde die Steuereinnahmen, und das will man ja schließlich um jeden Preis verhindern! Im Nachhinein könnte man diesen Versuch auch als Versuch eines politischen Selbstmords der beteiligten Politiker interpretieren...das Vorhaben ist sang- und klanglos am Einspruch der Bürger gescheitert.

Aber wir machen ja weiter wie die Lemminge...mit Mietpreisbremsen und ähnlichen Rohrkrepierern, anstatt mal nachhaltig zu werden!
Positiv Denkender
Beiträge: 3577
Registriert: Sa 16. Apr 2016, 16:51

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Positiv Denkender » Di 19. Jun 2018, 16:21

Alter Stubentiger hat geschrieben:(18 Jun 2018, 16:08)

Die Planung des BER lief schon zu Zeiten der CDU. So lange dauert dass in Berlin. Davon abgesehen wird der BER wird nicht von Parteien gebaut. Die Politiker sind letztlich genau solche Laien wie ein privater Bauherr der sich auf einen Bauträger verlässt. Und wenn solche Bauträger und/oder Bauleitung versagen steht jeder doof da. Wenn man ehrlich ist liegt es daran wie solche Großprojekte in D. angegangen werden. Denn egal wohin man schaut. Große Bauten werden in D. immer zu teuer und alles dauert viel zu lange. Auch wenn eine Stadt oder Landesregierung von rot zu schwarz oder grün und wieder zurück wechselt. Das ist völlig wurscht. Es klappt einfach nicht. Man sollte mal ernsthaft nachforschen wo das wirkliche Problem liegt.

Und die Berliner Bank war ein 90% CDU Skandal. Da gibts nichts zu diskutieren. Auch wenn einige Genossen sich auch haben bestechen lassen. Die Partei und Wowereit haben letztlich alles aufgedeckt. Wenn du anderer Meinung bist dann nenne bitte die Namen und die Partei derer die deiner Meinung nach Verantwortlich sind. Ich habe ja bereits Namen genannt. Die Verantwortlichkeiten kann jeder auf Wikipedia nachlesen. Wenn du keine besseren Quellen hast dann verschone uns mit deinem rot-rot-grün Gelaber.

Die Planung schon nur die Fehler sind beim Bauen gemacht worden . Welchen Skandal meinst du ? Alles was dir nicht passt ist
ein Skandal .In unserem BL ist die Bremer Landesbank zusammengebrochen .Regierung Rot Grün
Finanzsenatorin Grün. Zu allen Zeiten hat es Fehlentwicklungen gegeben . Das ist in jedem Land normal . Das bedeutet
allerdings nicht das deshalb unser Staat nicht intakt wäre .Schön, dass du im Leben alles richtig gemacht hast .
Der Unterschied, deine Fehler werden selten in der Öffentlichkeit behandelt . Trotzdem finde ich es interessant wenn
Menschen ständig meckern .Übrigens die Berliner Bank interessiert mich genauso wenig wie die ehemalige Bremer Landesbank .
Mein Leben mein Einkommen hat sich dadurch nicht verändern Das Leben aller anderen hier lebenden Bürger auch nicht Sicher hast du genügend Politiker auf der Pfanne die alles zu deiner
Zufriedenheit lösen würden .Natürlich ist es legitim über politische Entscheidungen zu murren . In Foren darf man das .
Nur zu glauben die eigne Meinung wäre die allein Richtige ist falsch wäre das so wären Wahlen überflüssig. .Fazit trotz aller Unstimmigkeiten geht es den Menschen in Deutschland seit 1949 mehrheitlich zunehmend .
Wäre es nicht so hätten sich nicht mehr als 15 Millionen Migranten ins land begeben .
Übrigens zu deiner Beruhigung auch in anderen Staaten gibt es unterschiedliche Meinungen . Die politischen System
weichen zumindest in Westeuropa nicht sonderlich von einander ab . Unterschiedlich ausgeprägt sind die Neidgefühle .
Darin ist Deutschland unangefochten Weltmeister .
Positiv Denkender
Beiträge: 3577
Registriert: Sa 16. Apr 2016, 16:51

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Positiv Denkender » Di 19. Jun 2018, 16:25

Realist2014 hat geschrieben:(17 Jun 2018, 21:59)

was soll die Unterstellung?

Ich sehe die Sache nur realistisch



das war noch NIE der Fall für alle

Schon seit Jahrzehnten wird "gependelt"

Zu BMW sind die Arbeiter schon vor 40 Jahren aus Niederbayen 100km mit dem Bus gefahren

Eine Mietwohnung in der Innenstadt war selten drin weil in Innenstädten nur wenige Menschen wohnen .
Wohngebiete benötigen Platz .Innenstädte bieten selten Platz für Wohnungsbau ,für sozialen Wohnungsbau schon gar nicht .
Benutzeravatar
Alter Stubentiger
Beiträge: 3700
Registriert: Fr 6. Jan 2012, 08:20
Benutzertitel: Sozialdemokrat

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 20. Jun 2018, 13:54

Positiv Denkender hat geschrieben:(19 Jun 2018, 17:21)

Die Planung schon nur die Fehler sind beim Bauen gemacht worden . Welchen Skandal meinst du ? Alles was dir nicht passt ist
ein Skandal .In unserem BL ist die Bremer Landesbank zusammengebrochen .Regierung Rot Grün
Finanzsenatorin Grün. Zu allen Zeiten hat es Fehlentwicklungen gegeben . Das ist in jedem Land normal . Das bedeutet
allerdings nicht das deshalb unser Staat nicht intakt wäre .Schön, dass du im Leben alles richtig gemacht hast .
Der Unterschied, deine Fehler werden selten in der Öffentlichkeit behandelt . Trotzdem finde ich es interessant wenn
Menschen ständig meckern .Übrigens die Berliner Bank interessiert mich genauso wenig wie die ehemalige Bremer Landesbank .
Mein Leben mein Einkommen hat sich dadurch nicht verändern Das Leben aller anderen hier lebenden Bürger auch nicht Sicher hast du genügend Politiker auf der Pfanne die alles zu deiner
Zufriedenheit lösen würden .Natürlich ist es legitim über politische Entscheidungen zu murren . In Foren darf man das .
Nur zu glauben die eigne Meinung wäre die allein Richtige ist falsch wäre das so wären Wahlen überflüssig. .Fazit trotz aller Unstimmigkeiten geht es den Menschen in Deutschland seit 1949 mehrheitlich zunehmend .
Wäre es nicht so hätten sich nicht mehr als 15 Millionen Migranten ins land begeben .
Übrigens zu deiner Beruhigung auch in anderen Staaten gibt es unterschiedliche Meinungen . Die politischen System
weichen zumindest in Westeuropa nicht sonderlich von einander ab . Unterschiedlich ausgeprägt sind die Neidgefühle .
Darin ist Deutschland unangefochten Weltmeister .


Ich hatte den Eindruck dass in deiner Welt nur rote oder grüne Politiker alles falsch machen und damit für dich alles geklärt ist. So ist es aber nun nicht. Gerade in Berlin sollte man schon mal genauer hinschauen. Und da hat die CDU nicht viel Positives bewirkt und durch die Berliner Bank einen Milliardenschaden verursacht. Das andere Landesbanken wie die Bayerische und die Bremer oder die West LB nicht besser abschneiden bestätigt mich nur. Politiker sind auch auf eine Sachkompetenz der Banker angewiesen. Da hilft nur echte Ursachenforschung. Aber da wird nur sehr selten so umfassend aufgeklärt wie bei der Berliner Bank.

Auf jeden Fall hatten die Roten in Berlin durch Fehler der Vergangenheit erstmal genug damit zu tun den Scherbenhaufen aufzulesen und nebenbei noch die vielen Berliner Bezirke zu reformieren. Für den sozialen Wohnungbau war da wenig Raum. Zumal damals die große Zeit der Wirtschaftliberalen war die jeden der sich mit sozilalem Wohnungsbau beschäftigte zum Kommunisten erklärte. Und jetzt haben wir die Probleme die der Markt laut Dogma der Marktradikalen eigentlich lösen sollte.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
Positiv Denkender
Beiträge: 3577
Registriert: Sa 16. Apr 2016, 16:51

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Positiv Denkender » Mi 20. Jun 2018, 22:11

Alter Stubentiger hat geschrieben:(20 Jun 2018, 14:54)

Ich hatte den Eindruck dass in deiner Welt nur rote oder grüne Politiker alles falsch machen und damit für dich alles geklärt ist. So ist es aber nun nicht. Gerade in Berlin sollte man schon mal genauer hinschauen. Und da hat die CDU nicht viel Positives bewirkt und durch die Berliner Bank einen Milliardenschaden verursacht. Das andere Landesbanken wie die Bayerische und die Bremer oder die West LB nicht besser abschneiden bestätigt mich nur. Politiker sind auch auf eine Sachkompetenz der Banker angewiesen. Da hilft nur echte Ursachenforschung. Aber da wird nur sehr selten so umfassend aufgeklärt wie bei der Berliner Bank.

Auf jeden Fall hatten die Roten in Berlin durch Fehler der Vergangenheit erstmal genug damit zu tun den Scherbenhaufen aufzulesen und nebenbei noch die vielen Berliner Bezirke zu reformieren. Für den sozialen Wohnungbau war da wenig Raum. Zumal damals die große Zeit der Wirtschaftliberalen war die jeden der sich mit sozilalem Wohnungsbau beschäftigte zum Kommunisten erklärte. Und jetzt haben wir die Probleme die der Markt laut Dogma der Marktradikalen eigentlich lösen sollte.

meinst du mit Problem die riesigen Leerstände .Wäre es so das alle die nach Berlin ziehen das tum weil sie dort
einen Job ausüben müsste ja die Arbeitslosenzahl dort bei 0 sein .Das Gegenteil ist aber der Fall .In den Ballungsgebieten
sind die Arbeitslosenzahlen höher .Unlogisch die Behauptung Menschen treibt es in Großstädte weil dort mehr freie Arbeitsplätze wären .
Zuletzt geändert von Positiv Denkender am Fr 22. Jun 2018, 14:32, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 3346
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon franktoast » Do 21. Jun 2018, 09:41

Gruwe hat geschrieben:(19 Jun 2018, 10:47)

Naja, für das Problem, dass nicht alle dort leben können, wo sie arbeiten, gibt es ja zwei grundlegende Strategien zur Problemlösung:

a) Die Leute brauchen dort Wohnungen, wo sie arbeiten
b) Die Arbeitsplätze müssen dort hin, wo die Leute wohnen

c) Falls der Wohnort wo anders ist als der Arbeitplatz, muss es eine schnelle und günstige Verkehrsverbindung geben.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 3346
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon franktoast » Do 21. Jun 2018, 09:46

Weltregierung hat geschrieben:(17 Jun 2018, 21:56)
Ein Grundstück am See braucht man auch nicht unbedingt. Eine Mietwohnung in der Stadt in der man arbeitet sollte aber schon drin sein, meinst Du nicht?

Aha und warum?
Also ich wohne aktuell in der Stadt in der ich arbeite. Aber ich überlege, umzuziehen aufs Land.
So spar ich zB. auf dem Land 300€ an Wohnkosten im Monat, hab aber wegen dem zusätzlichen Auto 300€ an Mehrkosten. Was ist nun besser? Dazu gibt es auf dem Land mehr Platz, näher an Natur, besser für Kinder. Aber in der Stadt spart man womöglich mehr Zeit, weil man schneller "wo hin" kommt.
Das Land bietet gegenüber der Stadt Vor- und Nachteile. Die Stadt ist eben teurer, aber in der Regel praktischer. Man spart an der Miete, aber man braucht ein Auto am Land.

Sollten mit der Zeit die Vorteile (abgesehen von den Kosten) der Stadt gegenüber des Landes zunehmen, dann gleicht sich das durch den Preis ziemlich gut aus, so dass Stadt und Land gleich attraktiv bleiben.

Wo ist das Problem?
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
Alter Stubentiger
Beiträge: 3700
Registriert: Fr 6. Jan 2012, 08:20
Benutzertitel: Sozialdemokrat

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 21. Jun 2018, 16:11

Positiv Denkender hat geschrieben:(20 Jun 2018, 23:11)

meinst du mit Problem die riesigen Leerstände .Wäre es so das alle die nach Berlin ziehen das tum weil sie dort
einen Job ausüben müsste ja die Arbeitslosenzahl dort bei o sein .Das Gegenteil ist aber der Fall .In den Ballungsgebieten
sind de Arbeitslosenzahlen höher .Unlogisch die Behauptung Menschen treibt es in Großstädte weil dort mehr freie Arbeitsplätze wären .


Leerstand in Berlin ist den Spekulanten geschuldet. Die wollen gar nicht vermieten. Die warten auf höhere Preise und verkaufen weiter. Die Quadratmeterpreise explodieren in Berlin. Das zieht die Spekulanten an wie die Motten das Licht. Mieter unerwünscht.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
Benutzeravatar
Misterfritz
Moderator
Beiträge: 4728
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: Badische Sahelzone

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Misterfritz » Do 21. Jun 2018, 20:53

franktoast hat geschrieben:(21 Jun 2018, 10:46)

Aha und warum?
Also ich wohne aktuell in der Stadt in der ich arbeite. Aber ich überlege, umzuziehen aufs Land.
So spar ich zB. auf dem Land 300€ an Wohnkosten im Monat, hab aber wegen dem zusätzlichen Auto 300€ an Mehrkosten. Was ist nun besser? Dazu gibt es auf dem Land mehr Platz, näher an Natur, besser für Kinder. Aber in der Stadt spart man womöglich mehr Zeit, weil man schneller "wo hin" kommt.
Das Land bietet gegenüber der Stadt Vor- und Nachteile. Die Stadt ist eben teurer, aber in der Regel praktischer. Man spart an der Miete, aber man braucht ein Auto am Land.

Sollten mit der Zeit die Vorteile (abgesehen von den Kosten) der Stadt gegenüber des Landes zunehmen, dann gleicht sich das durch den Preis ziemlich gut aus, so dass Stadt und Land gleich attraktiv bleiben.

Wo ist das Problem?
Wenn die Kosten sich die Waage halten, dann muss man halt wissen, was einem wichtiger ist, Natur und Ruhe oder mehr Zeit.
Das sind aber sehr persönliche Entscheidungen, die man nur treffen kann, wenn man das nötige Geld dafür hat.
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 3346
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon franktoast » Fr 22. Jun 2018, 08:05

Misterfritz hat geschrieben:(21 Jun 2018, 21:53)

Wenn die Kosten sich die Waage halten, dann muss man halt wissen, was einem wichtiger ist, Natur und Ruhe oder mehr Zeit.
Das sind aber sehr persönliche Entscheidungen, die man nur treffen kann, wenn man das nötige Geld dafür hat.

Verstehe ich nicht. Inwiefern benötigt man das nötige Geld, um seine Präferenzen umzusetzen? Dem einen macht die halbe Stunde Autofahrt am Morgen und Abends nix aus, der andere hasst es. Der eine mag es, wenn er von der Innenstadt zu Fuß nach Hause laufen kann, dem anderen ist das unwichtig. Der eine will einen Garten, der andere nicht.

Was ich immer denke ist eben, dass am liebsten alles hätte. Die Stadt soll attraktiver(= bezahlbarer) werden, aber gleichzeitig soll die Landflucht abnehmen. Geht zwar rein logisch nicht, aber das ist es, was die Menschen wollen...

Wenn es nach der öffentlichen Wahrnehmung geht, scheint aber Landflucht kein Problem zu sein.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 3346
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon franktoast » Fr 22. Jun 2018, 08:24

Alter Stubentiger hat geschrieben:(21 Jun 2018, 17:11)

Leerstand in Berlin ist den Spekulanten geschuldet. Die wollen gar nicht vermieten. Die warten auf höhere Preise und verkaufen weiter. Die Quadratmeterpreise explodieren in Berlin. Das zieht die Spekulanten an wie die Motten das Licht. Mieter unerwünscht.

Was ist deiner Ansicht nach der Grund, warum Mieter unerwünscht sind?
Nehmen wir an, du bist Spekulant und kaufst die Wohnung für 100 000€. Du erwartest, dass die Wohnung in 5 Jahren 130 000€ wert wäre. Da nichts sicher ist, liegt der Erwartungswert bei 20 000€ plus. Davon kommen 5000€ Fixkosten wie Versicherung und Grundsteuer weg. Eine solche Wohnung kann man für 500€ vermieten. Nach Abzug der Kosten bleiben womöglich 300€ übrig. Dann noch das Risiko der Mietnormaden ist da und Renovierungskosten nach dem Auszug bleiben 200€ übrig. Also 12 000€. Da der Spekulant keine Arbeit haben will, bezahlt er jemanden, der alles für einem macht. 2000€ nochmal weg.

Statt also 15 000€ erwartet, kämen nochmal 10 000€ oben drauf. Warum machen das die Spekulanten nicht?
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 43968
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon frems » Fr 22. Jun 2018, 09:09

franktoast hat geschrieben:(22 Jun 2018, 09:05)

Verstehe ich nicht. Inwiefern benötigt man das nötige Geld, um seine Präferenzen umzusetzen? Dem einen macht die halbe Stunde Autofahrt am Morgen und Abends nix aus, der andere hasst es. Der eine mag es, wenn er von der Innenstadt zu Fuß nach Hause laufen kann, dem anderen ist das unwichtig. Der eine will einen Garten, der andere nicht.

Was ich immer denke ist eben, dass am liebsten alles hätte. Die Stadt soll attraktiver(= bezahlbarer) werden, aber gleichzeitig soll die Landflucht abnehmen. Geht zwar rein logisch nicht, aber das ist es, was die Menschen wollen...

Wenn es nach der öffentlichen Wahrnehmung geht, scheint aber Landflucht kein Problem zu sein.

Das Landleben wird ja -- vor allem auch durch (zugezogene) Städter -- romantisiert: https://www.zeit.de/2018/25/landflucht- ... ettansicht

Und bezahlbar sind Städte ja. Wären sie es nicht, würde dort niemand leben. Und je attraktiver sie werden, desto mehr sind Menschen bereit, dafür zu bezahlen. Und im internationalen Vergleich sind Mieten in Deutschland ja spottbillig, was natürlich auch daran liegt, dass der deutsche Michel lieber Geld in eine Dreckschleuder investiert statt in eine schöne, komfortable Wohnung.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
franktoast
Beiträge: 3346
Registriert: So 29. Jun 2014, 09:24

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon franktoast » Fr 22. Jun 2018, 10:25

frems hat geschrieben:(22 Jun 2018, 10:09)

Das Landleben wird ja -- vor allem auch durch (zugezogene) Städter -- romantisiert: https://www.zeit.de/2018/25/landflucht- ... ettansicht

Und bezahlbar sind Städte ja. Wären sie es nicht, würde dort niemand leben. Und je attraktiver sie werden, desto mehr sind Menschen bereit, dafür zu bezahlen. Und im internationalen Vergleich sind Mieten in Deutschland ja spottbillig, was natürlich auch daran liegt, dass der deutsche Michel lieber Geld in eine Dreckschleuder investiert statt in eine schöne, komfortable Wohnung.

Ja, das sag ich auch immer. Niemand fragt sich, warum die Mieten in Berlin immer teurer werden. Man will es nur immer beheben. Denn nein, Mieten werden nicht teurer, wenn/weil es sich immer weniger leisten können.
Ein freier Mensch muß es ertragen können, daß seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muß sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 43968
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 13:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon frems » Fr 22. Jun 2018, 10:44

franktoast hat geschrieben:(22 Jun 2018, 11:25)

Ja, das sag ich auch immer. Niemand fragt sich, warum die Mieten in Berlin immer teurer werden. Man will es nur immer beheben. Denn nein, Mieten werden nicht teurer, wenn/weil es sich immer weniger leisten können.

Ebendt. Zudem steigen auch die Gehälter in Städten überproportional -- nicht zwangsläufig für alle bereits dort Lebenden, aber bspw. durch Schaffung neuer Stellen für Hochqualifizierte mit entsprechendem Zuzug von Fachkräften. Schaut man sich die prozentualen Mietausgaben am verfügbaren Haushaltsankommen an, hat sich in den letzten Jahrzehnten jedenfalls wenig getan. Zudem "braucht" heute offensichtlich jeder mehr Wohnraum (und nicht nur immer mehr PS, die sich in den letzten 20 Jahren bei Neuwagen verdoppelt haben). 1991 gab's noch weniger als 35 m² pro Einwohner. 2005 waren wir bei 41 m² angekommen und die letzten bekannten Werte von 2014 kamen auf 46,5 m²: http://www.spiegel.de/wirtschaft/servic ... 48708.html Geht man bis in die 50er zurück, waren es sogar nur 17 m². Da ist es nicht ungewöhnlich, wenn der Großstadtsingle heute in einer 60-Quadratmeter-Wohnung lebt, wo früher eine vierköpfige Familie drin war. Offensichtlich ist das "bezahlbar".
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Kölner1302
Beiträge: 293
Registriert: So 10. Jun 2018, 17:44

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Kölner1302 » Fr 22. Jun 2018, 14:29

Gruwe hat geschrieben:(19 Jun 2018, 10:47)

Naja, für das Problem, dass nicht alle dort leben können, wo sie arbeiten, gibt es ja zwei grundlegende Strategien zur Problemlösung:

a) Die Leute brauchen dort Wohnungen, wo sie arbeiten
b) Die Arbeitsplätze müssen dort hin, wo die Leute wohnen

Zu a)
Die Mieten in den Städten steigen, weil dort die Arbeitsplätze sind und die Leute dort hin wollen. Platz ist in der Stadt deutlich begrenzter als auf dem Land, gerade da ja Landflucht herrscht.
Hinzu kommt, dass gerade junge Leute nicht auf dem Land leben wollen, weil dort ist man abgehängt. Keine digitale Infrastruktur, kein vernünftiger öffentlicher Nahverkehr, usw.

Zu b)
Auch Unternehmen wollen ungern aufs Land, gleiche Gründe: In der Stadt finden sie deutlich bessere Infrastruktur, die Städte haben dadurch bei annähernd gleichen Gewerbesteuersätzen natürlich höhere Einnahmen, können investieren und für Unternehmen attraktiv bleiben. Das Land blutet aus, da die Arbeitsplätze und mit ihnen die Einwohner verschwinden. Entsprechend gering sind die Einnahmen und die Möglichkeiten, dieses Dilemma mittels Investitionen zu lösen. Regionale Monopolbildung könnte man sowas nennen! Wie wärs mal mit Steuerumverteilung von den strukturstarken Gemeinden zu den schwachen, so eine Art kommunaler Finanzausgleich? Anreize, doch zumindest eine grundlegende digitale Infrastruktur zu schaffen, so dass dieser Punkt für die Leute zumindest ansatzweise wegfällt. Ziehen dann wieder Bürger ein, wird es von ganz alleine für die Unternehmen interessant, dort ein gutes Angebot zu schaffen. Verbesserung des ÖPNV in diesen Gemeinden, auch zu den strukturstarken Gemeinden hin...dort liegt oft vorhandene Infrastruktur, wird nur nicht genutzt. Oder Anreize zur Telearbeit...wenn ich nur noch 2 mal die Woche den Weg zur Arbeit machen muss, bin ich vielleicht eher bereit die Fahrt zu machen, als wenn ich ganze 5 mal hin muss! Dazu bräuchte es aber auch wieder digitale Infrastruktur.

Aktuell unterstützt die Politik lieber a). Hauptsache alle wohnen irgendwann in der Stadt zusammengepfercht wie in der Schweinemast, gehen unter in Verkehr, etc., anstatt dass man mal anfängt, sinnvolle, nachhaltige regionale Strukturpolitik zu betreiben. Vor kurzem wurde in der ARD gezeigt, dass sich in Hamburg bereits viele Bürgerinitiativen bilden, die gegen weitere Umwandlung von innerstädtischen Grünflächen in Bauland sind...auch das Anliegen dieser Bürger ist doch bitte zu berücksichtigen.
Bei uns in der Stadt wollten sie vor zwei Jahren das beliebteste Naherholungsgebiet abreissen, damit man weitere Industrie- und Gewerbeflächen erschließen kann...in der Nachbargemeinde gibt's ausreichend Freiflächen, die genutzt werden könnten...aber da bekommt ja auch die Nachbargemeinde die Steuereinnahmen, und das will man ja schließlich um jeden Preis verhindern! Im Nachhinein könnte man diesen Versuch auch als Versuch eines politischen Selbstmords der beteiligten Politiker interpretieren...das Vorhaben ist sang- und klanglos am Einspruch der Bürger gescheitert.

Aber wir machen ja weiter wie die Lemminge...mit Mietpreisbremsen und ähnlichen Rohrkrepierern, anstatt mal nachhaltig zu werden!


Eine weitere Lösung wäre die Telearbeit. Sie bringt die Arbeit wieder aus der Stadt hinaus wohin auch immer. Dadurch wird der Wohnungsmarkt in den Ballungsräumen entspanmnt, Leerstände auf dem Land vermindert. Bei nur mässiger Internetgeschwindigkeit bräuchte man gar nicht mehr weg aus dem Dorf. Man könnte von der Ruhe, der guten Luft und den niedrigen Mieten profitieren. Außerdem könnte man sich besser um kranke Familienanghörige und die eigenen Kinder kümmern.

Ich finde die Politik sollte einen Anspruch auf Telearbeit ins Gesetz schreiben.
Positiv Denkender
Beiträge: 3577
Registriert: Sa 16. Apr 2016, 16:51

Re: Wohnungspolitik

Beitragvon Positiv Denkender » Fr 22. Jun 2018, 14:35

Alter Stubentiger hat geschrieben:(21 Jun 2018, 17:11)

Leerstand in Berlin ist den Spekulanten geschuldet. Die wollen gar nicht vermieten. Die warten auf höhere Preise und verkaufen weiter. Die Quadratmeterpreise explodieren in Berlin. Das zieht die Spekulanten an wie die Motten das Licht. Mieter unerwünscht.

Wer eine Wohnung lange leer stehen lässt wird auf Dauer wenig daran verdienen .
Zu

Zurück zu „10. Sozialpolitik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste