Wie weiter mit Syrien ?

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Re: Die wahren Gründe für den Krieg in Syrien

Beitragvon Der General » So 22. Apr 2018, 03:15

Alexyessin hat geschrieben:(21 Apr 2018, 12:48)

Doch, das ist richtig. Und ist auch belegt. Also, komm nicht mit irgendwelchen VTs. Die große Mehrzahl der Menschen in Syrien waren Anfangs friedliche Demonstranten. Das es da auch Spinner der islamradikalen Seite gab, würde ich nicht bestreiten, aber die waren Anfangs in der Minderheit. Libyen ist ein ganz anderes Thema.


Sorry, aber Du irrst Dich da einfach. Wikipedia als auch die "Westlichen Medien" veräußerten diese Sichtweise, aber auch nur aufgrund von "Dritt-Quellen" !

Mittlerweile und Aktuell gibt es ganz viele (Seriöse) Quellen im Netz, sehr oft mit Belegen in Originalem Bild und Ton die etwas ganz anderes dokumentieren !

Die "Spinner der islamradikalen Seite" so wie Du es nennst war der Auslöser ! Wohlgemerkt in Syrien und Libyen, nicht in Tunesien und Ägypten, dort gab es tatsächlich Friedliche Demonstranten die den "Arabischen Frühling" so zu sagen erschaffen haben.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon unity in diversity » So 22. Apr 2018, 03:23

zollagent hat geschrieben:(21 Apr 2018, 09:40)

...lieber betreiben diese gefühlten Mehrheiten eine Appeasement-Politik. Wer die Lehren der Geschichte nicht befolgt, ist verdammt, sie zu wiederholen. George Santayana (* 16. Dezember 1863 in Madrid; † 26. September 1952 in Rom

Zitat aus dem Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes:
„…So stellen sich die alliierten Luftangriffe dann im Ergebnis eher als unverhohlene Rückkehr zu einer Form der – völkerrechtlich überwunden geglaubten – bewaffneten Repressalie im humanitären Gewand dar...“

Neben veralteten, sturen Kommissköpfen, gibt es wohl doch noch intelligentes Leben in Deutschland.

Weiterführender Hinweis:
http://www.tagesschau.de/ausland/syrien ... n-101.html

Wenn du jetzt behauptest, die Tagesschau Redaktion diene einem Despoten, kann man dich nicht mehr ernst nehmen.
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Die wahren Gründe für den Krieg in Syrien

Beitragvon Der General » So 22. Apr 2018, 03:42

Alexyessin hat geschrieben:(21 Apr 2018, 12:52)

Das Problem bei dir und vielen, die gerne antiamerikanischen VTs anhängen ist, das ihr da Dinge einfach in den Zusammenhang setzt, die so nicht im Zusammenhang stehen. Benütze negative Dialektik, das hilft hier weiter.


Speziell von den Aussagen des Generals Clark, dass man Länder erobern will bzw. dessen Regierungen Gewaltsam stürzen möchte, andere Administratoren der US Regierung davon sprachen, man wolle eine Neue Weltherrschaft anstreben und ganz aktuell droht, den Iran mit einem Krieg zu Belegen, sind alles andere als Verschwörungstheorien, sondern Aussagen der genannten Personen, die das genauso Kommuniziert haben und auch ganz Leicht im Netz zu finden sind !

Sorry "Alexyessin", die Zeiten das die Massenmedien Immer Recht haben und andere nachweißbare und sichere Belege mit Verschwörungen diffamiert werden, sind längst vorbei !

Alexyessin hat geschrieben:Die Betrachtung der Außenpolitik der USA führe ich schon immer kritisch durch. Kritisch - und nicht automatisch verdammend und russlandbejubelnd wie du.
Erkenne den Unterschied.

Ich habe bewusst zwei Beiträge verfasst.


Ich "jubel" nicht automatisch wenn Russland/Putin irgend etwas in die Welt setzt. Es gibt vieles was man auch dort kritisieren kann !

ABER, all das ist bei weitem nicht so schlimm was sich die USA und in Teilen auch der "Westen" erlaubt !

DU schreibst: "Erkenne den Unterschied". Genau diesen habe ich seit vielen Jahren erkannt. Putin /Ruland, ist der einzige der die Pläne der USA durchkreuzt bzw. erkannt hat wie das Spiel so läuft. Eigentlich gar keine Meisterleistung, weil es Öffentlich und Unverblümt kommuniziert wurde.

Gerade letzteres ist für mich sehr erschreckend und es ist sehr schlimm, dass hierzulande darüber Öffentlich bis auf wenige Ausnahmen geschwiegen wird :(
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Re: Die wahren Gründe für den Krieg in Syrien

Beitragvon Der General » So 22. Apr 2018, 04:05

think twice hat geschrieben:(21 Apr 2018, 14:54)

"Seit Beginn der Flüchtlingskrise engagiert sich Karim in der medialen Kritik an dem politischen Islam.[4][3] Dabei trat Karim auch als externer Gastredner bei Veranstaltungen der Alternative für Deutschland (AfD) auf.[5][6] Im März 2018 gab die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung bekannt, dass sie Karim in das Kuratorium der Stiftung berufen habe
(...)
Am 14. April 2017 wurde das Profil von Imad Karim bei Facebook komplett gelöscht. Erst nach der Einschaltung des Medien-Anwalts Joachim Steinhöfel wurde Karims Facebook-Seite wiederhergestellt. Am 31. Juli 2017 sendete die ARD dann die 45-minütige Reportage „Im Netz der Lügen – Der Kampf gegen Fake News“ von Claus Hanischdörfer, in dem unter anderem ein Facebook-Post von Imad Karim als Beispiel für die Verbreitung von „Fake News“ angeführt wird.[11] Imad Karim antwortete via Youtube auf die Vorwürfe und wirft seinerseits Claus Hanischdörfer fragwürdige journalistische Methoden vor."
(Wikipedia)

Was liest man noch, wenn man den Typen googelt? Naja, das Uebliche:

Gastkommentare bei epochtimes, tichyseinblick, Cicero
Treffen mit Beatrix von Storch
Gastredner beim Marsch in Kandel
Gespräch mit Jörg Meuthen
Film über ARD-Fake-News
Diskussion mit Abdel-Samad

Und solche Typen wollen die "Wahrheit" sprechen? :rolleyes:


Und weil solche "Typen" auch mal mit der AfD sprechen stellst Du seine Zahlreiche Dokumentationen, die er Teilweise mit vielen Videos als Realität als Beleg ins Netzt stellt in Frage ?

Es ist einfach nur noch erschreckend und Traurig zu gleich wie Naiv und Oberflächlich man sich eine Meinung bildet.

Der Vorwurf "Fake News" zu verbreiten, konterte Imad Karim Erfolgreich durch seine Videos auf youtube, deshalb habe ich Ihn hier auch erwähnt :cool:
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Re: Die wahren Gründe für den Krieg in Syrien

Beitragvon zollagent » So 22. Apr 2018, 08:37

Der General hat geschrieben:(22 Apr 2018, 05:05)

Und weil solche "Typen" auch mal mit der AfD sprechen stellst Du seine Zahlreiche Dokumentationen, die er Teilweise mit vielen Videos als Realität als Beleg ins Netzt stellt in Frage ?

Es ist einfach nur noch erschreckend und Traurig zu gleich wie Naiv und Oberflächlich man sich eine Meinung bildet.

Der Vorwurf "Fake News" zu verbreiten, konterte Imad Karim Erfolgreich durch seine Videos auf youtube, deshalb habe ich Ihn hier auch erwähnt :cool:

Mit den gleichen Werkzeugen und einer analogen Argumentation kommst du doch auch. Merkst du was? ;) :D :D :D
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » So 22. Apr 2018, 08:41

van Kessel hat geschrieben:(22 Apr 2018, 01:20)

wie schaut denn die neuere Politik Syriens aus?
Die Staatsgründung Israels, gegen das Syrien an vier Kriegen teilnahm, und der Panarabismus unter Führung von Ägyptens Gamal Abdel Nasser, dazu eine laizistische Regierung, waren die dominierenden Themen der Nachkriegszeit vor dem Hintergrund des Kalten Krieges. Seit 1963 beherrscht die bis 2003 auch im Irak herrschende Baath-Partei das Land, die sich vielfach im Libanon einmischte, den sie als Teil Syriens betrachtet. Ab 1970 dominierte Hafiz al-Assad, der 1982 einen Islamistenaufstand niederschlug, und der sich an die Sowjetunion anlehnte, später Russland, seit 2000 sein Sohn Baschar al-Assad. Seit 2011 herrscht ein von zahlreichen Gruppen befeuerter Bürgerkrieg, in den sich schließlich auch Russland massiv einmischte, ebenso wie die USA und jüngst die Türkei.so der übersichtliche Wiki-Artikel.

Dass es sich bei der Baath-Partei um eine sozialistische, laizistische Partei handelt(e) [wie auch schon in Ägypten], ist auch ein Grund der umliegenden, religiös geprägten Länder, dies zu ändern. Assad ist Alevit und hat gegen die Schiiten und Sunniten keine Chance. Gibt er die Macht ab, so fallen die Kuttenträger über das Land her. Da er aber vom Westen außer Ausraubungsangeboten wenig Hilfe erwarten konnte und das Menetekel-Diktator aufgepappt hatte, holte er sich die Iraner und dann noch die Russen ins Land, auch weil sein einstiger 'Freund' Erdoğan, den Rebellen fleißig geklautes Öl abkaufte (was eigentlich syrisches Öl war).

Wenig bekannt dürfte auch sein, dass die Türken an der Grenze zu Syrien, vom Großen Bruder empfohlen, Ölbohrungen abteuften, welche dann mit recht simpler Ablenktechnik, in die horizontale gingen und unter syrischem Boden, deren Ölvorkommen abzog. Öl - nicht die Kurden - ist auch der Antrieb des Erdoğan sich an der syrisch-irakischen Grenze herum zu treiben.
Da die Kurden momentan aber die irakischen Ölvorräte 'verwalten', denkt sich der Pascha, dass es ihm gehört, denn schließlich war alles mal ein Teil des Osmanischen Reiches.

Für mich unverständlich, zeigte sich Israel sehr dumm mit seinen syrischen Aktionen. Verliert Assad Macht und Leben, kommen die Mullahs oder Kopfjäger was für Israel die Sache nicht einfacher macht. Hätte Israel sich mit Assad geeinigt (Golanproblem ist auch lösbar), hätten sie die fanatischen 'Gläubigen' in Schach halten können. Wie Syrien ist auch Israel ein eher sozialistischer Staat (auch wenn kein laizistischer). Da die USA diese Länder zwar destabilisieren aber nicht als Kolonie übernehmen wollen, kann für Israel auch nicht der kostbare Stoff (Öl) abgezogen werden, ohne dass es knallt.

Es ist empfehlenswert, den kurzen Abschnitt des Wiki-Titels mit der Wirklichkeit der Interessen zu vergleichen. Sender Gleiwitz-Aktionen (so begannen bekanntlich die Nazis ihren Krieg gegen Polen) sind noch immer Kriegsgründe; auch wenn sie 'verfeinert' wurden mittels tödlichem Gaseinsatz.

Sorry, einen solchen Despoten als "machbare Alternative" verkaufen zu wollen, das zeugt für mich von einer perversen Politikauffassung. Pakte mit dem Teufel haben immer auch einen Pferdefuß. Und solche Regenten sind definitiv NICHT das letzte Bollwerk gegen das Chaos, wie sich ja auch Adolf verkaufen wollte. Sie treten genau dieses Chaos selbst los.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Julian » So 22. Apr 2018, 09:21

Auf Karten zum syrischen Bürgerkrieg, so etwa hier, war im südlichen Damaskus immer eine kleine Fläche, die als unter der Kontrolle des Islamischen Staates stehend gekennzeichnet war.

Nun tatsächlich, dieses Gebiet entspricht offenbar Jarmuk, einem zwei Quadratkilometer großen Gebiet in Damaskus, gar nicht so weit weg vom Präsidentenpalast, das nun vom Assad-Regime erobert wurde. Natürlich finden das viele deutsche Medien gar nicht gut; sie stricken mal wieder eine Verschwörungstheorie, dass Assad hier absichtlich Islamisten habe walten lassen, um die Anstrengungen der heldenhaften, demokratischen, guten Rebellen zu torpedieren.

Assads Kalkül ging auf

Wie in anderen Teilen Syriens auch, kämpften bald verschiedene Milizen um Macht und Einfluss. Radikale Islamisten, säkular orientierte Gruppen und palästinensische Pro-Assad-Einheiten stritten rücksichtslos um die Kontrolle über die zwei Quadratkilometer große Trümmerlandschaft in Damaskus.

Das Kalkül des Regimes ging auf: Die ausweglose Lage trieb mehr und mehr junge Männer in Jarmuk in die Arme des IS. In der Hoffnung auf Unterstützung von der militärisch stärksten Miliz in Syrien, nahmen Palästinenser aus Jarmuk Kontakt zum IS auf und schlossen sich der Terrormiliz an. Es folgten drei Jahre IS-Terrorherrschaft.

Damit ist jetzt Schluss: An die Stelle der islamistischen Unterdrücker treten nun wieder jene Kräfte, gegen die sich die Bewohner von Jarmuk vor sieben Jahren erhoben.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 04021.html

Ich kann nichts Schlechtes daran erkennen, dass die islamistische Brut aus Damaskus vertrieben wurde. Ich gebe offen zu: Assad ist mir lieber als der Islamische Staat. Der Spiegel ist offenbar anderer Meinung, was mich schon etwas an der Zurechnungsfähigkeit der dort tätigen Journalisten zweifeln lässt. Glauben sie inzwischen ihre eigene Propaganda vom Massenmörder Assad, der sich an der Ermordung von Kindern ergötzt und nichts anderes vorhat, als sein eigenes Volk abzuschlachten?

Und den jungen Männern in Jarmuk blieb praktisch nichts anderes übrig, als zum IS überzulaufen, weil die Lage so ausweglos war? Und was hätte Assad dagegen tun sollen? An mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen, also etwa Ost-Ghouta und Jarmuk gleichzeitig angehen? Haben Journalisten von militärischen Feldzügen wirklich so wenig Ahnung?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » So 22. Apr 2018, 10:24

Die Gruppe, die sich „Südliche Front“ nennt, bekämpfte nicht nur die Terrormiliz IS, sondern auch Einheiten Assads.
http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 99658.html

Die Befürworter Assads vergessen stets, dass dieser nur Statthalter ist. Hinter ihm stehen die Mullahs und Terroristen. Und ja, auch die Mullahs sind Islamisten.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon ThorsHamar » So 22. Apr 2018, 10:32

zollagent hat geschrieben:(21 Apr 2018, 15:35)

Deine Aussagen, die schlichtweg nichts weiter tun, als Despoten für alternativlos zu erklären.


Das liest Du aus meiner eindeutigen Aussage: "Ich habe keinerlei Sympathie für Despoten." ? :)

Na dann ....
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon ThorsHamar » So 22. Apr 2018, 10:33

Antonius hat geschrieben:(21 Apr 2018, 15:58)

Das ist weitgehend auch der Kenntnisstand, wenn man noch Saudi-Arabein als Kriegspartei mit einschließt, den ich bisher hatte.
Sogar Jürgen Todenhöfer hat seinerzeit davon berichtet, daß die Regierung Assad politisch von der großen Mehrheit in Syrien getragen würde....


Eben ...
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » So 22. Apr 2018, 10:38

ThorsHamar hat geschrieben:(22 Apr 2018, 11:33)

Eben ...

Assads Alternativlosigkeit wird von einer Mehrheit in Teheran und Moskau getragen. Ohne fremde Hilfe wäre er längst weg vom Fenster, das ist praktisch Allgemeinwissen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » So 22. Apr 2018, 10:54

Julian hat geschrieben:(22 Apr 2018, 10:21)

Auf Karten zum syrischen Bürgerkrieg, so etwa hier, war im südlichen Damaskus immer eine kleine Fläche, die als unter der Kontrolle des Islamischen Staates stehend gekennzeichnet war.

Nun tatsächlich, dieses Gebiet entspricht offenbar Jarmuk, einem zwei Quadratkilometer großen Gebiet in Damaskus, gar nicht so weit weg vom Präsidentenpalast, das nun vom Assad-Regime erobert wurde. Natürlich finden das viele deutsche Medien gar nicht gut; sie stricken mal wieder eine Verschwörungstheorie, dass Assad hier absichtlich Islamisten habe walten lassen, um die Anstrengungen der heldenhaften, demokratischen, guten Rebellen zu torpedieren.


http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 04021.html

Ich kann nichts Schlechtes daran erkennen, dass die islamistische Brut aus Damaskus vertrieben wurde. Ich gebe offen zu: Assad ist mir lieber als der Islamische Staat. Der Spiegel ist offenbar anderer Meinung, was mich schon etwas an der Zurechnungsfähigkeit der dort tätigen Journalisten zweifeln lässt. Glauben sie inzwischen ihre eigene Propaganda vom Massenmörder Assad, der sich an der Ermordung von Kindern ergötzt und nichts anderes vorhat, als sein eigenes Volk abzuschlachten?

Und den jungen Männern in Jarmuk blieb praktisch nichts anderes übrig, als zum IS überzulaufen, weil die Lage so ausweglos war? Und was hätte Assad dagegen tun sollen? An mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen, also etwa Ost-Ghouta und Jarmuk gleichzeitig angehen? Haben Journalisten von militärischen Feldzügen wirklich so wenig Ahnung?

Am südlichen Zipfel ist u. a. ein Ableger der FSA präsent, die sich "Südliche Front" nennt. Diese bekämpfen sowohl IS wie auch pro-iranische Assadisten.

Wenn Assad - der Sklave Teherans - die Hisbollah und dergleichen in diese südliche Ecke bringt, wird das seitens Israel unmittelbar als terroristische Bedrohung aufgefasst. Eine Ausweitung des Krieges ist damit so gut wie vorprogrammiert.

„Die iranische Krake versucht, uns die Luft abzuschneiden und uns einzuschüchtern. Aber Israel ist stärker als sie es sind“, sagte Bildungsminister Naftali Bennett am Dienstag bei einer Feier zum Gedenken an die israelische Staatsgründung vor 70 Jahren. „An dieser Stelle sei den Anführern des Irans, Syriens sowie der Hamas und der Hisbollah gesagt: Fordert uns nicht heraus!“
http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 99658.html
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » So 22. Apr 2018, 11:03

ThorsHamar hat geschrieben:(22 Apr 2018, 11:32)

Das liest Du aus meiner eindeutigen Aussage: "Ich habe keinerlei Sympathie für Despoten." ? :)

Na dann ....

Das halte ich mit Verlaub für ein Lippenbekenntnis. Von mir würdest du keine so positive Aussage zu einem Verbrecher, wie du sie hier machst NACH diesem Satz hören. Ein Verbrecher ist auch dann ein Verbrecher, wenn es andere gibt, die mehr verbrochen haben sollten.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » So 22. Apr 2018, 11:05

ThorsHamar hat geschrieben:(22 Apr 2018, 11:33)

Eben ...

Leider hat auch Todenhöfer nichts Anderes als die Aussagen der Parteigänger Assads und derjenigen, mit denen er reden DURFTE. Auch in Nordkorea würde man dir z.B. keinen Kontakt zu einer Opposition gestatten. "Es gibt Keine, alle lieben den Herrscher". ;)
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon van Kessel » So 22. Apr 2018, 11:08

"zollagent"
Sorry, einen solchen Despoten als "machbare Alternative" verkaufen zu wollen, das zeugt für mich von einer perversen Politikauffassung. Pakte mit dem Teufel haben immer auch einen Pferdefuß. Und solche Regenten sind definitiv NICHT das letzte Bollwerk gegen das Chaos, wie sich ja auch Adolf verkaufen wollte. Sie treten genau dieses Chaos selbst los.
ich verkaufe hier nichts, weil ich nicht Pippi Langstrumpf bin, die sich die Welt so macht, wie es ihr gefällt.

Die Anerkennung der Realität (Wandel durch Annäherung) brachte übrigens erst Deutschland in den Kreis der 'freien Länder' zurück und nicht ein Beharren, dass man als einziges Land ein 'richtiges' Leben hat. Wenn man alle Despotien und bösen Herrschaftsformen abschaffen wollte, müsste man Gott sein. Daher muss man tatsächlich auch mit Teufeln sprechen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon ThorsHamar » So 22. Apr 2018, 11:13

DarkLightbringer hat geschrieben:(22 Apr 2018, 11:38)

Assads Alternativlosigkeit wird von einer Mehrheit in Teheran und Moskau getragen. Ohne fremde Hilfe wäre er längst weg vom Fenster, das ist praktisch Allgemeinwissen.


Ohne "fremde Hilfe" wären Konflikte in Syrien Konflikte in Syrien geblieben.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » So 22. Apr 2018, 11:14

ThorsHamar hat geschrieben:(22 Apr 2018, 12:13)

Ohne "fremde Hilfe" wären Konflikte in Syrien Konflikte in Syrien geblieben.

Also versteckte Morde stören dich nicht?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » So 22. Apr 2018, 11:15

van Kessel hat geschrieben:(22 Apr 2018, 12:08)

"zollagent"
ich verkaufe hier nichts, weil ich nicht Pippi Langstrumpf bin, die sich die Welt so macht, wie es ihr gefällt.

Die Anerkennung der Realität (Wandel durch Annäherung) brachte übrigens erst Deutschland in den Kreis der 'freien Länder' zurück und nicht ein Beharren, dass man als einziges Land ein 'richtiges' Leben hat. Wenn man alle Despotien und bösen Herrschaftsformen abschaffen wollte, müsste man Gott sein. Daher muss man tatsächlich auch mit Teufeln sprechen.

Sprechen schon. Den Weg ebnen muß man ihnen nicht.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon ThorsHamar » So 22. Apr 2018, 11:16

zollagent hat geschrieben:(22 Apr 2018, 12:03)

....Ein Verbrecher ist auch dann ein Verbrecher, wenn es andere gibt, die mehr verbrochen haben sollten.


Ein bedeutungsvoller Satz. Ich hoffe, Du hast ihn selbst in seiner ganzen Tragweite begriffen ....
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » So 22. Apr 2018, 11:18

ThorsHamar hat geschrieben:(22 Apr 2018, 12:16)

Ein bedeutungsvoller Satz. Ich hoffe, Du hast ihn selbst in seiner ganzen Tragweite begriffen ....

Habe ich. Und DESHALB lehne ich auch jegliche "kleineren Übel" ab, die letztlich nichts weiter bezwecken, als eine Unrechtsherrschaft zu zementieren.
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