Wie weiter mit Syrien ?

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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Alexyessin » Sa 21. Apr 2018, 12:14

Polibu hat geschrieben:(21 Apr 2018, 13:12)

Das sehe ich ebenfalls so. Es gibt eben auch die Kehrseite der Medaille. Und da bin ich wieder bei der syrischen Bevölkerung.

Es würde jetzt jahrelang Krieg geführt und am Ende bleibt Assad an der Macht. Im Moment sieht es zumindest nicht so aus, als ob er den Weg frei macht.

Und was wurde jetzt für die syrische Bevölkerung gewonnen? Nichts. Es wurde alles noch schlimmer. D

Wie gesagt. Bei zwei Übeln wählt man eigentlich immer das geringere Übel.


Ich denke das Russland Assad dazu bringen kann aufzuhören.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 21. Apr 2018, 12:16

Ein weiterer Krieg drohe - meint die >>Berner Zeitung<<.

Israel will verhindern, dass sich iranische Soldaten in Syrien festsetzen. Sicherheitsexperten empfehlen einen Präventivangriff auf das Nachbarland.
https://www.bernerzeitung.ch/ausland/na ... y/15661719

Insbesondere der Luftangriff auf den T-4-Stützpunkt wird seitens des Hisbollah-Chefs als direkter Angriff auf den Iran gewertet.
Tatsächlich könnten die Iraner das eigentliche Ziel des israelischen Angriffs gewesen sein.

Der Iran ist in Syrien direkt militärisch beteiligt mit Soldaten des regulären Militärs, vor allem aber mit Beratern und Spezialeinheiten der für Auslandseinsätze zuständigen Quds-Bridgaden der Revolutionsgarden – al-Quds ist die arabische Bezeichnung für Jerusalem, «die Heilige».
(...)
Sie fungieren auch als Kommandanten der vom Iran rekrutierten schiitischen Milizen in Syrien.
Zehntausende afghanische, pakistanische und irakische Söldner kämpfen dort aufseiten der Regierung von Präsident Bashar al-Assad.

Ein iranisch-israelischer Konflikt würde die Lage im Nahen Osten weiter verkomplizieren.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon ThorsHamar » Sa 21. Apr 2018, 12:16

zollagent hat geschrieben:(21 Apr 2018, 12:16)

Die von dir so genannte "Benutzung" von Rebellen impliziert eine Steuerung von außen, eben "dem Benutzer".


Richtig.

Das war zu Anfang des Konflikts nicht der Fall.


...habe ich ja auch gar nicht behauptet.


Und hier kam dann die "Hilfe" von Seiten der Islamisten, ....


Eben. Danke für die Bestätigung ....


Deine diktaturgläubige Darstellung ist falsch von vorne bis hinten.


Tja, immerhin hast Du doch meine Meinung bestätigt.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Polibu » Sa 21. Apr 2018, 12:17

Alexyessin hat geschrieben:(21 Apr 2018, 13:14)

Ich denke das Russland Assad dazu bringen kann aufzuhören.


Dafür muss man Russland aber etwas anbieten. Im Moment ist das Verhältnis zu Russland eher schlecht.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 21. Apr 2018, 12:24

Polibu hat geschrieben:(21 Apr 2018, 13:17)

Dafür muss man Russland aber etwas anbieten. Im Moment ist das Verhältnis zu Russland eher schlecht.

Die Gewährsmacht ist eigentlich der Iran, nur die hat Milizen überall am Boden. Man müsste also Teheran etwas anbieten, ein paar Länder und die Atombombe vielleicht.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » Sa 21. Apr 2018, 12:52

Polibu hat geschrieben:(21 Apr 2018, 13:17)

Dafür muss man Russland aber etwas anbieten. Im Moment ist das Verhältnis zu Russland eher schlecht.

Was sollte man ihm denn anbieten? Einen Freifahrtschein für Völkermord?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » Sa 21. Apr 2018, 12:53

ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2018, 13:16)

Richtig.



...habe ich ja auch gar nicht behauptet.




Eben. Danke für die Bestätigung ....




Tja, immerhin hast Du doch meine Meinung bestätigt.

Die zeitliche Reihenfolge, die du hier zugrundelegst, ist schlicht falsch. Mal ganz abgesehen von der offenkundigen Sympathie für den Despoten. Die halte ich auch für falsch.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon ThorsHamar » Sa 21. Apr 2018, 13:22

zollagent hat geschrieben:(21 Apr 2018, 13:53)

Die zeitliche Reihenfolge, die du hier zugrundelegst, ist schlicht falsch. Mal ganz abgesehen von der offenkundigen Sympathie für den Despoten. Die halte ich auch für falsch.


Ich habe keinerlei Sympathie für Despoten. Ich habe Sympathie für ehrliche Analysen und ehrlich begründete Handlungen, sogar dann, wenn die nicht gerade legal und zivilisiert sein sollten.
Die Frage ist hier: Wie weiter mit Syrien?
Das was eben passiert, in unserem Namen, und nur darum geht es mir persönlich, ist in keiner Weise dazu geeignet, eine Antwort darzulegen!
Chaos ohne Lebensperspektive haben wir schon in Libyen und Irak hinterlassen.
Und die Prozeduren und die propagandistische Begleitung waren praktisch identisch ....
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Julian » Sa 21. Apr 2018, 13:49

ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2018, 14:22)
[...]
Chaos ohne Lebensperspektive haben wir schon in Libyen und Irak hinterlassen.
Und die Prozeduren und die propagandistische Begleitung waren praktisch identisch ....


Dass die Leute nicht bereit sind, aus der Erfahrung mit Libyen oder Irak zu lernen, finde ich bei dieser ganzen Diskussion am bemerkenswertesten. Dabei gibt es viele Parallelen, bis hin zu der Dämonisierung eines Despoten.

Ein Beispiel: Man mag ja wirklich wenig Sympathien für einen Despoten wie Assad haben, aber warum wird er hier im Diskussionsstrang teilweise als Völkermörder bezeichnet? Wissen die Leute nicht, was ein Völkermord ist?

Und wieder einmal ist man nicht bereit, die Gegenseite genau anzuschauen. Wer kämpft denn gegen Assad? Sind diese Leute besser als Assad? Was würde mit Syrien passieren, wenn sie gewinnen?

Und vor allem wird wieder einmal nicht gefragt, was in deutschem Interesse ist.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » Sa 21. Apr 2018, 13:53

ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2018, 14:22)

Ich habe keinerlei Sympathie für Despoten.


Angesichts deiner Aussagen und ihrer Tendenzen muß ich dir sagen: Ich glaube dir nicht!


ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2018, 14:22) Ich habe Sympathie für ehrliche Analysen und ehrlich begründete Handlungen, sogar dann, wenn die nicht gerade legal und zivilisiert sein sollten.


Das dann auf offensichtliche Lügen und Verdrehungen der Täter aufzubauen, wäre paradox.

ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2018, 14:22)Die Frage ist hier: Wie weiter mit Syrien?
Das was eben passiert, in unserem Namen, und nur darum geht es mir persönlich, ist in keiner Weise dazu geeignet, eine Antwort darzulegen!
Chaos ohne Lebensperspektive haben wir schon in Libyen und Irak hinterlassen.
Und die Prozeduren und die propagandistische Begleitung waren praktisch identisch ....


Parallelen könnte man viele ziehen. Es gab schon mehrere Giftgasattacken, und jedesmal stand Assads Armee im Fokus. Und das Herumgehampel Russlands ähnlich wie bei MH-17 spricht für sich. Fakt ist, daß eine Fortsetzung der Assad-Herrschaft auch eine Fortsetzung des Krieges bedeutet. Das, mein Freund, ist Realismus.
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Re: Die wahren Gründe für den Krieg in Syrien

Beitragvon think twice » Sa 21. Apr 2018, 13:54

Der General hat geschrieben:(21 Apr 2018, 12:43)

Es entspricht nicht den Tatsachen, dass der ganze "Arabische Frühling", so wie Allgemein behauptet, hauptsächlich aus friedlichen Demonstranten entstanden ist und ganz besonders in Syrien und Libyen, waren von Anfang an die "Demonstranten" bewaffnet! Im März/April 2011 entstanden meist nach den Freitagsgebete kleinere Islamistische Gruppierungen die regelmäßig zum "Tage des Zorns" aufriefen. Es sind genau die gleichen, die Zivilisten als Schutzschilde missbrauchten und anderen die Köpfe abschnitten. Viele Sicherheitskräfte und Polizisten wurden erschossen Zivile Soldaten der Syrischen Armee sogar gelyncht ! Trotzdem kündigte Assad in einer Öffentlichen Rede an, die Gefangenen wieder frei zu lassen und gleichzeitig Reformen durchzuführen. Ohne Erfolg, die sogenannten "Demonstranten" organisierten sich in den diversen Moscheen weiter und blieben Gewaltbereit. Die Sicherheitskräfte antworteten auf die brutale Gewalt der Aufständischen mit Gegengewalt und der Bürgerkrieg begann !

Belege dafür finden sich auf den Zahlreichen Videos und Recherchen des Renommierten TV Journalisten Imad Karim. Er ist deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Fernsehjournalist und Filmautor. Seine Filme wurden in den Fernsehanstalten WDR, hr, BR, MDR, ORB, SR, SWR, NDR, 3Sat, Phoenix gesendet und ist ganz sicher kein Verschwöhrungstheoretiker !

.

"Seit Beginn der Flüchtlingskrise engagiert sich Karim in der medialen Kritik an dem politischen Islam.[4][3] Dabei trat Karim auch als externer Gastredner bei Veranstaltungen der Alternative für Deutschland (AfD) auf.[5][6] Im März 2018 gab die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung bekannt, dass sie Karim in das Kuratorium der Stiftung berufen habe
(...)
Am 14. April 2017 wurde das Profil von Imad Karim bei Facebook komplett gelöscht. Erst nach der Einschaltung des Medien-Anwalts Joachim Steinhöfel wurde Karims Facebook-Seite wiederhergestellt. Am 31. Juli 2017 sendete die ARD dann die 45-minütige Reportage „Im Netz der Lügen – Der Kampf gegen Fake News“ von Claus Hanischdörfer, in dem unter anderem ein Facebook-Post von Imad Karim als Beispiel für die Verbreitung von „Fake News“ angeführt wird.[11] Imad Karim antwortete via Youtube auf die Vorwürfe und wirft seinerseits Claus Hanischdörfer fragwürdige journalistische Methoden vor."
(Wikipedia)

Was liest man noch, wenn man den Typen googelt? Naja, das Uebliche:

Gastkommentare bei epochtimes, tichyseinblick, Cicero
Treffen mit Beatrix von Storch
Gastredner beim Marsch in Kandel
Gespräch mit Jörg Meuthen
Film über ARD-Fake-News
Diskussion mit Abdel-Samad

Und solche Typen wollen die "Wahrheit" sprechen? :rolleyes:
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » Sa 21. Apr 2018, 13:58

Julian hat geschrieben:(21 Apr 2018, 14:49)

Dass die Leute nicht bereit sind, aus der Erfahrung mit Libyen oder Irak zu lernen, finde ich bei dieser ganzen Diskussion am bemerkenswertesten. Dabei gibt es viele Parallelen, bis hin zu der Dämonisierung eines Despoten.

Ein Beispiel: Man mag ja wirklich wenig Sympathien für einen Despoten wie Assad haben, aber warum wird er hier im Diskussionsstrang teilweise als Völkermörder bezeichnet? Wissen die Leute nicht, was ein Völkermord ist?

Und wieder einmal ist man nicht bereit, die Gegenseite genau anzuschauen. Wer kämpft denn gegen Assad? Sind diese Leute besser als Assad? Was würde mit Syrien passieren, wenn sie gewinnen?

Und vor allem wird wieder einmal nicht gefragt, was in deutschem Interesse ist.

Das "deutsche Interesse" ist hier nicht von Belang. Und wer Massenvernichtungswaffen gegen sein eigenes Volk einsetzt oder gar duldet, daß Verbündete Waffen gerade so unter der Atomschwelle einsetzen, und das in Wohngebieten, der ist für alle Zukunft indiskutabel. Es gibt nun mal nicht nur den Despoten und die Islamisten. Das ist das simple Weltbild derer, die nicht komplexer denken können oder wollen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon zollagent » Sa 21. Apr 2018, 14:35

ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2018, 15:21)

An solchen Stellen frage ich mich immer wieder: Setzt da irgendwie der Verstand aus??
Warum sollte ich hier nicht eindeutig erklären und dazu stehen, wenn ich Assad oder Putin oder Netanyahu als Staatslenker toll fände??
Erkläre DU mir doch mal bitte, warum ich DICH hier anlügen sollte???
Das interessiert mich wirklich ...


Deine Aussagen, die schlichtweg nichts weiter tun, als Despoten für alternativlos zu erklären. Übrigens ist Netanyahu in dieser Reihe zwar fehl am Platze, aber doch deiner Tendenz geschuldet. Q.E.D.

ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2018, 15:21)Eben! Man kann doch sagen: Wir wollen Assad weghaben und eine Axe Iran - Syrien unmöglich machen, weil wir damit u.a. Israels Interessen durchsetzen wollen.


Wer spricht von "Israels Interessen"? Der Militärschlag gegen die Chemiewaffenkomplexe war ganz sicher nicht wegen Israel durchgeführt worden.

ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2018, 15:21)Stattdessen wird so getan, als interessierte sich "der Westen" für das Schicksal von syrischen Menschen vor Ort!


Offenbar schon. Ist (fast) die gleiche Argumentation, als man die serbische Armee aus dem Kosovo vertrieb. Ach da war "der Weltfrieden in Gefahr", "das Völkerrecht gebrochen", aber den drohenden Genozid hat Keiner der Beschwerdeführer interessiert. Es wurde so getan, als gäbe es ihn nicht. Und heute wird so getan, als ob es keinen Giftgasangriff gegeben hätte. Und gleichzeitig alles, damit das nicht überprüft werden kann. Auch hier wieder "der Weltfriede in Gefahr", "das Völkerrecht gebrochen". Daß der Komplize des mutmaßlichen Täters gleichzeitig alles getan hat, daß eben die UN da handlungsunfähig ist, ist schlichtweg verschwiegen worden, von den "Völkerrechtsrettern". Vielleicht sollten wir das Völkerrecht umbenennen in Tyrannenschutzrecht. Dann wäre wenigstens eine Lüge aus der Welt....

ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2018, 15:21)Es soll gegen islamistischen Terrorismus gekämpft werden und dabei helfen wir islamistischen Rebellen und Saudi Arabien! Watt'n Witz ....


Zu Anfang waren es keine islamistischen Rebellen, sondern syrische Bürger, die politische Rechte einforderten. Die wurden - leider - auch vom Westen im Stich gelassen und der Despot konnte handeln, wie er wollte. Und heute wird wieder nur den Tyrannen das Wort geredet, wobei wir wieder am Anfang des Beitrags wären, nämlich genau aus dem Grund glaube ich dir nicht.



ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2018, 15:21)Fakt ist, dass Assad keinen Krieg angefangen hat und kriegerische Operationen ohne völkerrechtliche Legitimation "vom Westen", von Russland und von Israel durchgeführt wurden.


Dieser "Fakt" ist schlicht eine Verdrehung und Lüge. Das hat weder was mit Recht, noch mit Moral zu tun. Einfach nur mit der Unterstützung von Kriegsverbrechen und Kriegsverbrechern. Lies meine Signatur, die paßt ganz genau auf diesen Fall.

Sorry, Edit 2 x schiefgegangen.
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Re: Die wahren Gründe für den Krieg in Syrien

Beitragvon Antonius » Sa 21. Apr 2018, 14:48

think twice hat geschrieben:(21 Apr 2018, 14:54)

"Seit Beginn der Flüchtlingskrise engagiert sich Karim in der medialen Kritik an dem politischen Islam.[4][3] Dabei trat Karim auch als externer Gastredner bei Veranstaltungen der Alternative für Deutschland (AfD) auf.[5][6] Im März 2018 gab die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung bekannt, dass sie Karim in das Kuratorium der Stiftung berufen habe
(...)
Am 14. April 2017 wurde das Profil von Imad Karim bei Facebook komplett gelöscht. Erst nach der Einschaltung des Medien-Anwalts Joachim Steinhöfel wurde Karims Facebook-Seite wiederhergestellt. Am 31. Juli 2017 sendete die ARD dann die 45-minütige Reportage „Im Netz der Lügen – Der Kampf gegen Fake News“ von Claus Hanischdörfer, in dem unter anderem ein Facebook-Post von Imad Karim als Beispiel für die Verbreitung von „Fake News“ angeführt wird.[11] Imad Karim antwortete via Youtube auf die Vorwürfe und wirft seinerseits Claus Hanischdörfer fragwürdige journalistische Methoden vor."
(Wikipedia)
Was liest man noch, wenn man den Typen googelt? Naja, das Uebliche:
Gastkommentare bei epochtimes, tichyseinblick, Cicero
Treffen mit Beatrix von Storch
Gastredner beim Marsch in Kandel
Gespräch mit Jörg Meuthen
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Diskussion mit Abdel-Samad
Und solche Typen wollen die "Wahrheit" sprechen? :rolleyes:
Vielen Dank für einige Daten von Imad Karim, den ich, das muß ich zugeben, bisher noch gar nicht kannte.

Sein Interview mit dem Wissenschaftler Hamed Abdel-Samad ist wirklich erhellend.
Es werden genau die Probleme angesprochen, die die mohammedanischen Zuwanderer betreffen:
https://www.youtube.com/watch?v=ZpOtpgPoajQ

Allerdings muß man konstatieren, daß bereits andere Wissenschaftler, Journalisten, auch Islamkritiker, diese Themen angesprochen haben.
Bereits vor mehr als 12 Jahren hat Ayaan Hirsi Ali in ihrem ersten Werk beispielsweise den weitverbreiteten Antisemitismus
in den mohammedanischen Gesellschaften benannt.
SAPERE AUDE - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
Immanuel Kant (1724-1804)
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Antonius » Sa 21. Apr 2018, 14:58

ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2018, 15:21)
(...)
Fakt ist, dass Assad keinen Krieg angefangen hat und kriegerische Operationen ohne völkerrechtliche Legitimation "vom Westen", von Russland und von Israel durchgeführt wurden.

Das ist weitgehend auch der Kenntnisstand, wenn man noch Saudi-Arabein als Kriegspartei mit einschließt, den ich bisher hatte.
Sogar Jürgen Todenhöfer hat seinerzeit davon berichtet, daß die Regierung Assad politisch von der großen Mehrheit in Syrien getragen würde....
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 21. Apr 2018, 15:32

Antonius hat geschrieben:(21 Apr 2018, 15:58)

Das ist weitgehend auch der Kenntnisstand, wenn man noch Saudi-Arabein als Kriegspartei mit einschließt, den ich bisher hatte.
Sogar Jürgen Todenhöfer hat seinerzeit davon berichtet, daß die Regierung Assad politisch von der großen Mehrheit in Syrien getragen würde....

Das war jener, der die süßen Kirschen von Daraa beschrieben hat, als sie längst die Leute in die Folterkeller verschleppten.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 21. Apr 2018, 15:42

ThorsHamar hat geschrieben:(21 Apr 2018, 14:22)

Ich habe keinerlei Sympathie für Despoten. Ich habe Sympathie für ehrliche Analysen und ehrlich begründete Handlungen, sogar dann, wenn die nicht gerade legal und zivilisiert sein sollten.
Die Frage ist hier: Wie weiter mit Syrien?
Das was eben passiert, in unserem Namen, und nur darum geht es mir persönlich, ist in keiner Weise dazu geeignet, eine Antwort darzulegen!
Chaos ohne Lebensperspektive haben wir schon in Libyen und Irak hinterlassen.
Und die Prozeduren und die propagandistische Begleitung waren praktisch identisch ....

Die Erfahrungen sollten sagen, wie wichtig die zivile Komponente und die Krisen-Nachsorge ist. Sie sollten aber auch sagen, dass der Extremismus nicht gut ist.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 21. Apr 2018, 15:55

Julian hat geschrieben:(21 Apr 2018, 14:49)

Dass die Leute nicht bereit sind, aus der Erfahrung mit Libyen oder Irak zu lernen, finde ich bei dieser ganzen Diskussion am bemerkenswertesten. Dabei gibt es viele Parallelen, bis hin zu der Dämonisierung eines Despoten.
Der saudische Kronprinz, über den es heißt, er sei ein Bewunderer Churchills, sagt, die historische Erfahrung Europas zeige, dass Appeasement zum Weltkrieg führe. Er meint weiter, Khamenei sei der neue Hitler.

Ein Beispiel: Man mag ja wirklich wenig Sympathien für einen Despoten wie Assad haben, aber warum wird er hier im Diskussionsstrang teilweise als Völkermörder bezeichnet? Wissen die Leute nicht, was ein Völkermord ist?
Man könnte es auch als Dezimierung der Bevölkerung betrachten.

Und wieder einmal ist man nicht bereit, die Gegenseite genau anzuschauen. Wer kämpft denn gegen Assad? Sind diese Leute besser als Assad? Was würde mit Syrien passieren, wenn sie gewinnen?
Da gibt es verschiedene Gegenseiten. Die Syrische Nationalkoalition jedenfalls will ein Mehrparteien-System mit freien Wahlen.

Und vor allem wird wieder einmal nicht gefragt, was in deutschem Interesse ist.
Es ist offenkundig, dass deutsches Interesse nicht in Moskau oder Teheran bedacht wird.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 21. Apr 2018, 23:43

Gipfeltreffen der Arabischen Liga:
Saudi-Arabien kritisiert Irans “offene Einmischung” in arabische Angelegenheiten

Stehen die Zeichen gar auf Sturm ? Auf der ewigen Suche nach Beweisen haben OPCW-Experten mittlerweile Bodenproben entnommen. Diplomatische Initiativen sollten jedoch idealerweise zügig ergriffen werden. Denn Kampfjets des Assad-Regimes und der russischen Verbündeten flogen bereits Angriffe gegen die "Südliche Front". Das kann sehr schnell sehr heikel werden.
“Wir bekräftigen unsere entschiedene Verurteilung iranischer Terrorakte in der arabischen Region”, sagte er.
https://www.24matins.de/topnews/pol/sau ... iten-88175
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon van Kessel » So 22. Apr 2018, 00:20

wie schaut denn die neuere Politik Syriens aus?
Die Staatsgründung Israels, gegen das Syrien an vier Kriegen teilnahm, und der Panarabismus unter Führung von Ägyptens Gamal Abdel Nasser, dazu eine laizistische Regierung, waren die dominierenden Themen der Nachkriegszeit vor dem Hintergrund des Kalten Krieges. Seit 1963 beherrscht die bis 2003 auch im Irak herrschende Baath-Partei das Land, die sich vielfach im Libanon einmischte, den sie als Teil Syriens betrachtet. Ab 1970 dominierte Hafiz al-Assad, der 1982 einen Islamistenaufstand niederschlug, und der sich an die Sowjetunion anlehnte, später Russland, seit 2000 sein Sohn Baschar al-Assad. Seit 2011 herrscht ein von zahlreichen Gruppen befeuerter Bürgerkrieg, in den sich schließlich auch Russland massiv einmischte, ebenso wie die USA und jüngst die Türkei.so der übersichtliche Wiki-Artikel.

Dass es sich bei der Baath-Partei um eine sozialistische, laizistische Partei handelt(e) [wie auch schon in Ägypten], ist auch ein Grund der umliegenden, religiös geprägten Länder, dies zu ändern. Assad ist Alevit und hat gegen die Schiiten und Sunniten keine Chance. Gibt er die Macht ab, so fallen die Kuttenträger über das Land her. Da er aber vom Westen außer Ausraubungsangeboten wenig Hilfe erwarten konnte und das Menetekel-Diktator aufgepappt hatte, holte er sich die Iraner und dann noch die Russen ins Land, auch weil sein einstiger 'Freund' Erdoğan, den Rebellen fleißig geklautes Öl abkaufte (was eigentlich syrisches Öl war).

Wenig bekannt dürfte auch sein, dass die Türken an der Grenze zu Syrien, vom Großen Bruder empfohlen, Ölbohrungen abteuften, welche dann mit recht simpler Ablenktechnik, in die horizontale gingen und unter syrischem Boden, deren Ölvorkommen abzog. Öl - nicht die Kurden - ist auch der Antrieb des Erdoğan sich an der syrisch-irakischen Grenze herum zu treiben.
Da die Kurden momentan aber die irakischen Ölvorräte 'verwalten', denkt sich der Pascha, dass es ihm gehört, denn schließlich war alles mal ein Teil des Osmanischen Reiches.

Für mich unverständlich, zeigte sich Israel sehr dumm mit seinen syrischen Aktionen. Verliert Assad Macht und Leben, kommen die Mullahs oder Kopfjäger was für Israel die Sache nicht einfacher macht. Hätte Israel sich mit Assad geeinigt (Golanproblem ist auch lösbar), hätten sie die fanatischen 'Gläubigen' in Schach halten können. Wie Syrien ist auch Israel ein eher sozialistischer Staat (auch wenn kein laizistischer). Da die USA diese Länder zwar destabilisieren aber nicht als Kolonie übernehmen wollen, kann für Israel auch nicht der kostbare Stoff (Öl) abgezogen werden, ohne dass es knallt.

Es ist empfehlenswert, den kurzen Abschnitt des Wiki-Titels mit der Wirklichkeit der Interessen zu vergleichen. Sender Gleiwitz-Aktionen (so begannen bekanntlich die Nazis ihren Krieg gegen Polen) sind noch immer Kriegsgründe; auch wenn sie 'verfeinert' wurden mittels tödlichem Gaseinsatz.

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