Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

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schokoschendrezki
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon schokoschendrezki » Di 3. Apr 2018, 09:47

Woppadaq hat geschrieben:(02 Apr 2018, 00:18)
Die Linke hierzulande muss sich langsam mal wieder dem Nationalismus stellen, und sich dabei mal wieder auf die linken Wurzeln des Nationalismus besinnen. Sonst nimmt ihnen die Rechte dieses Thema komplett weg. Und das kostet nicht wenige Stimmen.

Die "Wurzeln des (europäischen) Nationalismus" liegen in den Bewegungen der Epoche von der französischen Revolution 1789 und dem Jakobinismus über den Vormärz bis hin und vor allem zu den Ereignissen 1848/49. Das was man allgemein so als "Völkerfrühling" bezeichnet. Als Beispiel dafür, dass diese Wurzeln des Nationalismus sich weder eindeutig links noch eindeutig rechts verorten lassen, nenne ich nur mal den Namen Ernst-Moritz Arndt. Ganz klar ein Völkerfrühlings-Patriot und Kämpfer gegen Napoleons Vorherrschaft und auf der anderen Seite ein extremer Reaktionär, Antisemit und völkisch gesinnter Franzosenhasser. So einfach geht das nicht. In der Marxschen Auffassung wird der Begriff der "Nation" weitgehend aus der ökonomischen Perspektive heraus gefasst. Und da vor allem aus der Perspektive sozialer Klassen. Der Arbeiter "habe kein Vaterland" ist eine der bekanntesten Thesen diesbzüglich aus dem Kommunistischen Manifest. "Linksnationalismen" sind nach meinem Verständnis sehr viel später entstanden. DIe Regimes in Venezuela der letzten Jahrzehnte würde ich als "linksnationalistisch" sehen. In der Beurteilung solcher Phänomene, da stimme ich zu, müssen sich die als "links" sehenden Kräfte in Deutschland tatsächlich eine realistischere Weltsicht erarbeiten.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon schokoschendrezki » Di 3. Apr 2018, 10:10

Excellero hat geschrieben:(03 Apr 2018, 00:29)

Villeicht haben einfach immer mehr Leute von Linken die Nase voll. Und machen wir uns nichts vor... in jedem europäischen Land sind die "Konservativen" doch auch schon über die Linie nach links gerutscht. Die Leute sehen wohin das führt und wenden sich ab. Und je größer die Abneigung um so härter wird der Gegenkurs eingeschlagen. Und das ist auch völlig richtig!

Das ist wieder eine dieser Gegenbalance-Argumente. Das halte ich für falsch. Dass rechte Bewegungen entstehen, weil klassisch-konservative Parteien angeblich immer mehr nach links driften. In Ungarn driftet die Fidesz-Partei (als EVP-Mitglied noch immer klassisch, bürgerlich, konservativ) immer weiter nach rechts, ohne dass das eine nennenswerte Auswirkung auf die Popularität der eindeutig rechtsextremen Partei Jobbik hätte. Jobbik ist auch tatsächlich das Musterbeispiel für die Art von politischen Tendenzen, um die es mir hier geht. Sie ist ganz klar im akademischen, und zwar vorwiegend geisteswissenschaftlichen, studentischen Millieu entstanden. Sie geht nach Untersuchungen weit effektiver mit neuen Medien, Internet usw. um als alle anderen ungarischen Parteien. Also: jünger, gebildeter, smarter, offen rassistischer, extremer.

Weiter oben wurde in einem Beitrag die AfD als eine Partei geschildert, die sich zwischen bürgerlich-sehr-rechts und offen rassistisch noch nicht entschieden hat. Ja. Das sehe ich ganz genauso.

Was mir ein ziemliches Rätsel ist und bleibt, ist der (eigentlich schon sehr lange dauernde) Aufstieg der Rechtsextremen in Skandinavien.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon BlueMonday » Di 3. Apr 2018, 12:27

Ein Problem dabei ist m.E. die völlige Verwässerung von Begriffen im Politischen.

Was ist denn radikal rechts? Personalismus statt Kollektivismus bspw. "Rassismus" ist dabei ein durch und durch kollektivtistisches Konzept, das individuelle Unterschiede negiert und praktisch eine riesige plumpe Schublade aufschiebt.
Rechts sieht und betont hingegen die Differenz. Links droht der Egalitarismus, die Nivellierung, das Hinwegsehen und Verleugnen von Unterschieden. Auf radikal rechter Seite gibt es nichts Identisches und keine Identität abgesehen von einzelnen Personen. Kollektive Identität ist ein linkes Konzept. Rechts schaut immer vom Einzelnen her. Natürlich kann sich ein Einzelnes auch mit anderen vereinen, oder überhaupt einen Bezug zu anderen Einzelnen und Teilen herstellen. Das ist sogar wahrscheinlich. Man schöpft aber eben nicht aus einem Kollektivmythos (Volk, Gesellschaft, Klasse, Rasse etc.) wie die Linken. Die Quelle ist der einzigartige Einzelne, man selbst.
So gesehen gibt es sehr wenige Rechte. Kuehnelt-Leddihn war vielleicht in diesem Sinne ein Rechter. Oder jemand wie Ernst Jünger.

Mal ein weiteres Beispiel zu Illustration: in seinem Roman "Eumeswil" unterscheidet Jünger zwischen Autoritätsgläubigkeit und Autoritätsbedürftigkeit. Also man kann durchaus bedürftig sein, sich nach einer Autorität sehnen, Führung bedürfen. Aber als Bedürftiger erzeugt man die Autorität durch die bezweckte, selbstgewählte und beendbare Unterordnung. Man kann jederzeit aus diesem Bezug aussteigen. Man ist die Quelle der Autorität. Der Linke/Gläubige hingegen glaubt an eine Macht über ihn, er ist ein Getriebener, Abhängiger, allenfalls rebelliert er gegen die Autorität, will sie entmachten, ersetzen, zerschlagen, alles einebnen und versteht dabei die eigentliche Quelle der Autorität nicht.
But who would build the roads?
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon schokoschendrezki » Di 3. Apr 2018, 14:39

BlueMonday hat geschrieben:(03 Apr 2018, 13:27)

Ein Problem dabei ist m.E. die völlige Verwässerung von Begriffen im Politischen.

Was ist denn radikal rechts? Personalismus statt Kollektivismus bspw. "Rassismus" ist dabei ein durch und durch kollektivtistisches Konzept, das individuelle Unterschiede negiert und praktisch eine riesige plumpe Schublade aufschiebt.
Rechts sieht und betont hingegen die Differenz. Links droht der Egalitarismus, die Nivellierung, das Hinwegsehen und Verleugnen von Unterschieden. Auf radikal rechter Seite gibt es nichts Identisches und keine Identität abgesehen von einzelnen Personen. Kollektive Identität ist ein linkes Konzept. Rechts schaut immer vom Einzelnen her. Natürlich kann sich ein Einzelnes auch mit anderen vereinen, oder überhaupt einen Bezug zu anderen Einzelnen und Teilen herstellen. Das ist sogar wahrscheinlich. Man schöpft aber eben nicht aus einem Kollektivmythos (Volk, Gesellschaft, Klasse, Rasse etc.) wie die Linken. Die Quelle ist der einzigartige Einzelne, man selbst.
So gesehen gibt es sehr wenige Rechte. Kuehnelt-Leddihn war vielleicht in diesem Sinne ein Rechter. Oder jemand wie Ernst Jünger.

Irgendwie hab' ich schon nach einigen Zeilen dieses Beitrags geahnt, dass der Name Ernst Jünger fallen wird ...
Ich habe aber einen Einwand: "Rechts" steht nicht einfach irgendwie für "Unterschiede" sondern für gesellschaftlich vertikale Unterschiede. Für ein hier oben und ein dort unten. Ein politisches Konzept, dass sozusagen horizontale Unterschiede nicht negieren sondern sogar betonen will, würde ich eher als Liberalismus ansehen. (Wie im entsprechenden Wikipedia-Eintrag vermerkt) "neben Konservatismus" (eher rechts) und Sozialismus (eher links) die dritte der drei großen politischen Strömungen, die im 17. und 18. Jahrhundert entstanden sind. Und so gesehen eigentlich nicht direkt ins links-rechts-Schema einzuordnen. Rechts schaut nicht nur "vom einzelnen" sondern vor allem auch "von oben" her. Jüngers wohl bekanntestes Buch "In Stahlgewittern" trägt nicht umsonst den Nebentitel "Aus dem Tagebuch eines Stoßtruppführers". Botho Strauß könnte man ja auch als herausragendes Beispiel für einen rechtskonservativen Intellektuellen nennen. Und seine Ansichten sind ebenfalls nicht einfach von einem Pro für geistige Vielfalt und Kontra Kollektivismus sondern einem ausgesprochenen geistigen Elitarismus geprägt. Er spricht ganz explizit von der Notwendigkeit der Heausbiildung "einer nationalen Elite".
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon schokoschendrezki » Di 3. Apr 2018, 14:45

Und damit noch einmal zurück zum Kernthema und auch hier möchte ich einen Schriftsteller zitieren (György Konrád im Interview mit der SZ):
Konrád: Die stärkste Kraft der Jobbik besteht in den Studenten. Natürlich gibt es bei der Jobbik viele Wirrköpfe. Aber mir erzählen Professoren von Studenten, die so artikuliert sprachen, dass man sie der Mitte oder der Linken hätte zuordnen können. Aber nein, es waren Jobbik-Sympathisanten. Hier beginnt etwas Neues. Kann sein, dass diese extreme Rechte eine intellektuelle Elite haben wird - anders als damals die Pfeilkreuzler. Diese jungen Leute sind informiert und mit Computern vertraut, im Gegensatz zu den Fidesz-Leuten. Viktor Orbán kann nicht mal mit dem PC umgehen.

http://www.sueddeutsche.de/politik/ungarn-gyoergy-konrd-im-gespraech-die-staerkste-kraft-der-jobbik-die-studenten-1.24896
(Die "Pfeilkreuzler" waren eine Mischung aus faschistischer Kampfgruppe und Partei in Ungarn).

Anders als in den Beiträgen zur Frage rechts/links gehts hier gar nicht so sehr um politische Philosophie sondern offenbar eher um einen soziologischen Millieuwandel. Um die Frage: Woher kommen eigentlich die Sympathisanten der neuen rechten Parteien in Europa?
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Di 3. Apr 2018, 21:55

schokoschendrezki hat geschrieben:(03 Apr 2018, 10:47)

Die "Wurzeln des (europäischen) Nationalismus" liegen in den Bewegungen der Epoche von der französischen Revolution 1789 und dem Jakobinismus über den Vormärz bis hin und vor allem zu den Ereignissen 1848/49. Das was man allgemein so als "Völkerfrühling" bezeichnet. Als Beispiel dafür, dass diese Wurzeln des Nationalismus sich weder eindeutig links noch eindeutig rechts verorten lassen, nenne ich nur mal den Namen Ernst-Moritz Arndt. Ganz klar ein Völkerfrühlings-Patriot und Kämpfer gegen Napoleons Vorherrschaft und auf der anderen Seite ein extremer Reaktionär, Antisemit und völkisch gesinnter Franzosenhasser. So einfach geht das nicht.


Ach Mensch, Schoko, wenn ich dir eins zugute halten muss, dann dass ich bei deinen Beiträgen richtig zu tun habe und immer erst mal nachdenken muss, bevor ich was schreibe. Ich bin zwar nicht immer deiner Meinung, aber ich nehm dir als so ziemlich einzigen hier ab, dass du keine Agenda hast.

Zur-Rechts-Links-Verortung des Nationalismus: den Begriff Links und Rechts gab es lange vor Marx, es gab ihn im Prinzip sogar schon vor 1789, die französische Generalversammlung hatte sich ja ihr Sitzschema vom britischen Unterhaus abgeguckt, wo die Regierungspartei rechts und die Opposition links vom Sprecher sass. Aber diese Generalversammlung hat diese Sitzordnungen erst zu Richtungen gemacht, denn rechts sassen die Befürworter eines absoluten Vetorechts für den französischen König, die Aristokraten, während die linke Seite für eine zeitlich begrenzte Monarchie (also quasi ein Präsidentschaftssystem) eintrat. Diese Linken, die für sich in Anspruch nahm, den Volkswillen zu stärken, nannten sich selbst "Patrioten". Der von ihnen propagierte Nationalismus war also ein Kontrapunkt gegen die absolute Monarchie. Diese damalige Aufteilung - links die eher kollektivistische, progressive, antielitäre, demokratische Strömung, rechts die eher konservative, um nicht zu sagen retroaktive, elitäre, zu Authoritäten neigende, in ihren Extremen im Grunde egoistische Strömung - hat sich in ihrer Bedeutung im Grunde bis heute gehalten.

Der Nationalismus selbst ist in meinen Augen, genau so wie der Fundamentalismus, ein eher administrativer Faktor, also etwas, was erst durch die Ideologie die ihm entsprechende, spezielle Form annimmt. Der Nationalismus eines Napoleon, der überall in Europa die bestehenden aristokratischen Strukturen abschaffen und durch seinen code civil ersetzen wollte, war ein anderer (eher linker) Nationalismus als der von Ernst-Moritz Arndt, der zwar viel weiter rechts steht, aber nicht eindeutig rechts ist. Beide Nationalismen spiegeln die Gedanken und Haltungen ihrer Nation wieder, und da eine Nation nie eindeutig links oder rechts ist, ist auch der Nationalismus selbst nie eine eindeutige Angelegenheit. Es sei denn, er wird explizit einer Ideologie unterworfen, so wie das beim Nationalsozialismus der Fall war.

In der Marxschen Auffassung wird der Begriff der "Nation" weitgehend aus der ökonomischen Perspektive heraus gefasst. Und da vor allem aus der Perspektive sozialer Klassen. Der Arbeiter "habe kein Vaterland" ist eine der bekanntesten Thesen diesbzüglich aus dem Kommunistischen Manifest.


Der Kosmopolitanismus der Kommunisten war zur damaligen Zeit vollkommen richtig, schliesslich ging es darum, dass sich Nationen zur Stärkung ihrer Wirtschaft nicht gegenseitig einen Wettlauf in Billiglöhnen und sozialen Einschnitten liefern. In diesem Sinne war Marx anti-nationalistisch, und die marxistische Linke ( da zähl ich die SPD auch dazu ) wird wohl auch immer eher zum Kosmopolitanismus tendieren. Bliebe halt die Frage, inwiefern andere linke Strömungen das genauso tun. Wie links ist zum Beispiel China, die einen sehr starken Nationalismus haben?
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Di 3. Apr 2018, 22:19

BlueMonday hat geschrieben:(03 Apr 2018, 13:27)

Was ist denn radikal rechts? Personalismus statt Kollektivismus bspw. "Rassismus" ist dabei ein durch und durch kollektivtistisches Konzept, das individuelle Unterschiede negiert und praktisch eine riesige plumpe Schublade aufschiebt.
Rechts sieht und betont hingegen die Differenz. Links droht der Egalitarismus, die Nivellierung, das Hinwegsehen und Verleugnen von Unterschieden. Auf radikal rechter Seite gibt es nichts Identisches und keine Identität abgesehen von einzelnen Personen. Kollektive Identität ist ein linkes Konzept. Rechts schaut immer vom Einzelnen her. Natürlich kann sich ein Einzelnes auch mit anderen vereinen, oder überhaupt einen Bezug zu anderen Einzelnen und Teilen herstellen. Das ist sogar wahrscheinlich. Man schöpft aber eben nicht aus einem Kollektivmythos (Volk, Gesellschaft, Klasse, Rasse etc.) wie die Linken. Die Quelle ist der einzigartige Einzelne, man selbst.
So gesehen gibt es sehr wenige Rechte. Kuehnelt-Leddihn war vielleicht in diesem Sinne ein Rechter. Oder jemand wie Ernst Jünger.


Ich glaube, du machst dir da was vor.

Was ich auch sehe, ist dass Rechts das Gegenteil von Kollektivismus ist, dass es die Differenz betont, und dass eine der radikalsten rechten Seiten nur die Identität von einzelnen Personen kennt. Du nennst das Personalismus, man kann es auch Ich-Ismus nennen. Bekannter ist aber das Wort Egoismus.

Die Sache mit dem Egoismus ist die, dass da am radikalsten Ende die einzelne Person steht, die alle anderen als Feind oder minderwertig betrachtet und bekämpft und nur sich selbst bevorzugt. Am radikalen linken, kollektivistischen Ende stehen Alle für Alle. Dazwischen schwankt die Grösse der Gruppierung, die das tut, sich danach ausrichtet, was der Egoist sonst für sich selbst tut. Und von der Mitte der Gesellschaft aus betrachtet, was entweder für Nation oder Mehrheit der Bevölkerung steht, da ist der Rassismus WEITAUS egoistischer als alles, was sich im linken Sprektrum befindet.

Ein Egoismus, der Eliten schaffen und das Individuelle betonen möchte, ist ein Egoismus, der von vielen durchaus oft positiv gesehen wird. Rassismus ist hingegen die Sorte Egoismus, die selbst der Mitte der Gesellschaft oft zu weit geht.

Der Linke/Gläubige hingegen glaubt an eine Macht über ihn, er ist ein Getriebener, Abhängiger, allenfalls rebelliert er gegen die Autorität, will sie entmachten, ersetzen, zerschlagen, alles einebnen und versteht dabei die eigentliche Quelle der Autorität nicht.


Das ist eine Art, den Linken (den es ebensowenig gibt wie den Rechten) zu sehen. Eine andere Art wäre die Erkenntnis, dass man nichts auf dieser Welt ganz allein schafft, dass man die Gesellschaft braucht - und die Gesellschaft einen braucht. Und dass irgendeiner führen muss. Der Egoist widerspricht dem allem nicht - es ist ihm bloss egal, weil er nur an sich denkt.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Di 3. Apr 2018, 22:26

schokoschendrezki hat geschrieben:(03 Apr 2018, 11:10)

Was mir ein ziemliches Rätsel ist und bleibt, ist der (eigentlich schon sehr lange dauernde) Aufstieg der Rechtsextremen in Skandinavien.


Inwiefern steigen die denn auf?
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 4. Apr 2018, 07:01

Woppadaq hat geschrieben:(03 Apr 2018, 23:26)

Inwiefern steigen die denn auf?

Na. Nur mal drei Beispiele: Norwegen. Fremskrittspartiet. 2009 22,9 Prozent Stimmen bei Parlamentswahl. Das ist europaweit (!) der absolute Spitzenwert für Rechtspopulisten in jüngerer Zeit. Dänemark. Europaweit längste Tradition der Mitgliedschaft einer rechtspopulistischen Partei im Parlament. Erst Fremskridtspartiet (Frp) seit 1973, dann ab 95 Dansk Folkeparti (DF) sogar mit Regierungsbeteiligung. Finnland: Bekanntermaßen die "Wahren Finnen". Das sind natürlich alles Beispiele für eher sich "bürgerlich" gebende Rechtsaußenparteien.

Bei den Schwedendemokraten sieht das schon anders aus. Die stellen mit Björn Söder einen der Parlamentsvizepräsidenten und in dieser Rolle äußerte er kürzlich ebendort im Parlament Samen, Kurden und Juden könnten niemals "richtige Schweden" werden. Das geht sehr deutlich in Richtung Rassismus. Und die neue Ausgründung aus den ohnehin schon sehr rechten "Schwedendemokraten", die "Alternative für Schweden" sieht sich selbst nochmals einen Zacken rassistischer. Also ich weiß nicht ...
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 4. Apr 2018, 07:26

Woppadaq hat geschrieben:(03 Apr 2018, 22:55)
Zur-Rechts-Links-Verortung des Nationalismus: den Begriff Links und Rechts gab es lange vor Marx, es gab ihn im Prinzip sogar schon vor 1789, die französische Generalversammlung hatte sich ja ihr Sitzschema vom britischen Unterhaus abgeguckt, wo die Regierungspartei rechts und die Opposition links vom Sprecher sass. Aber diese Generalversammlung hat diese Sitzordnungen erst zu Richtungen gemacht, denn rechts sassen die Befürworter eines absoluten Vetorechts für den französischen König, die Aristokraten, während die linke Seite für eine zeitlich begrenzte Monarchie (also quasi ein Präsidentschaftssystem) eintrat. Diese Linken, die für sich in Anspruch nahm, den Volkswillen zu stärken, nannten sich selbst "Patrioten". Der von ihnen propagierte Nationalismus war also ein Kontrapunkt gegen die absolute Monarchie. Diese damalige Aufteilung - links die eher kollektivistische, progressive, antielitäre, demokratische Strömung, rechts die eher konservative, um nicht zu sagen retroaktive, elitäre, zu Authoritäten neigende, in ihren Extremen im Grunde egoistische Strömung - hat sich in ihrer Bedeutung im Grunde bis heute gehalten.

Der Nationalismus selbst ist in meinen Augen, genau so wie der Fundamentalismus, ein eher administrativer Faktor, also etwas, was erst durch die Ideologie die ihm entsprechende, spezielle Form annimmt. Der Nationalismus eines Napoleon, der überall in Europa die bestehenden aristokratischen Strukturen abschaffen und durch seinen code civil ersetzen wollte, war ein anderer (eher linker) Nationalismus als der von Ernst-Moritz Arndt, der zwar viel weiter rechts steht, aber nicht eindeutig rechts ist. Beide Nationalismen spiegeln die Gedanken und Haltungen ihrer Nation wieder, und da eine Nation nie eindeutig links oder rechts ist, ist auch der Nationalismus selbst nie eine eindeutige Angelegenheit. Es sei denn, er wird explizit einer Ideologie unterworfen, so wie das beim Nationalsozialismus der Fall war.

Gut. Es bleibt aber dennoch als Quintessenz, dass diese Fokussierung auf die Nation (egal ob von rechts oder links) ihren Höhepunkt Mitte des neunzehnten Jahrhunderts hatte. Und erst dann diese Zusammenfügung von Staat und Nation sich als politische Richtung etablierte. Auch wenn der Begriff selbst viel älter ist.
Der Kosmopolitanismus der Kommunisten war zur damaligen Zeit vollkommen richtig, schliesslich ging es darum, dass sich Nationen zur Stärkung ihrer Wirtschaft nicht gegenseitig einen Wettlauf in Billiglöhnen und sozialen Einschnitten liefern. In diesem Sinne war Marx anti-nationalistisch, und die marxistische Linke ( da zähl ich die SPD auch dazu ) wird wohl auch immer eher zum Kosmopolitanismus tendieren. Bliebe halt die Frage, inwiefern andere linke Strömungen das genauso tun. Wie links ist zum Beispiel China, die einen sehr starken Nationalismus haben?

Der chinesische Nationalismus der dortigen KP wäre sicher einen eigenen Thread wert.

Wenn ich es hier nochmal auf den Kern bringen darf (also "neue Rechte in Europa", aktuelle Entwicklungen). Offener Rassismus wird eher durch verschiedene Auslegungen des "Kultur"-Begriffs ersetzt. Es findet allgemein eine Art von Kulturalisierung, Kulturalismus statt. Begleitet häufig von einem starken Geschichtsbezug. Für die Neuen Rechten in Ungarn ist der aus ihrer Sicht verheerende Vertrag von Trianon 1920 absolut essenziell. Für die serbischen Neuen Rechten die Schlacht af dem Amselfeld vor zig hundert Jahren. Nur als Beispiele. Solche Standpunkte sind ohne einen gewissen formalen Bildungsgrad gar nicht zu haben. Mir gehts wirklich um das Verstehen der Veränderungen der sozialen Milleus, in denen rechtes Gedankengut heute entsteht und gepflegt wird. Weniger um Ideologie oder Rechts-Links-Einordnung.

Ich würd'in dem Zusammenhang auch gern mal wissen, ob und wenn ja in welchem Maße es einen neuen Zulauf bei studentischen Verbindungen gibt.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Senexx » Mi 4. Apr 2018, 21:26

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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Provokateur » Mi 4. Apr 2018, 22:08

Ich frage mich die ganze Zeit, wie ich das "rassistischer" im Titel verstehen darf. Rassistisch ist man, oder man ist es nicht. Wenn man zwei Rassisten nebeneinander stellt, gibt es kein Score, nach dem man sagen könnte "der ist jetzt aber rassistischer als der andere".
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Mi 4. Apr 2018, 23:04

schokoschendrezki hat geschrieben:(04 Apr 2018, 08:01)

Na. Nur mal drei Beispiele: Norwegen. Fremskrittspartiet. 2009 22,9 Prozent Stimmen bei Parlamentswahl. Das ist europaweit (!) der absolute Spitzenwert für Rechtspopulisten in jüngerer Zeit. Dänemark. Europaweit längste Tradition der Mitgliedschaft einer rechtspopulistischen Partei im Parlament. Erst Fremskridtspartiet (Frp) seit 1973, dann ab 95 Dansk Folkeparti (DF) sogar mit Regierungsbeteiligung. Finnland: Bekanntermaßen die "Wahren Finnen". Das sind natürlich alles Beispiele für eher sich "bürgerlich" gebende Rechtsaußenparteien.


Also ich würde hier schon Unterschiede machen. Die norwegische Fremskrittspartiet ist seit 1980 im Parlament und hat inzwischen das geschafft, woran Lucke seinerzeit gescheitert ist: die Rechtspopulisten rauszudrängen, das Thema Immigration runterzuhalten und einen gemässigten Kurs zu fahren, der sie koalierbar macht. Deshalb ist sie derzeit auch in der Regierung drin. Die DF ist ein Unikum, weil sie sowohl rechtspopulistische wie sozialdemokratische Züge hat, also schwer als rein rechte Partei zu sehen ist und sowohl Konservativen wie Sozialdemokraten Stimmen wegzieht. Einzig die Wahren Finnen sind klar rechtspopulistisch - aber auch erst geworden, im Grunde machen sie die gleiche Entwicklungdurch wie die AfD hierzulande: von gemässigt rechts zu deutlich rechtsextrem, wobei sich die gemässigten abspalten und Splittergruppierungen gründen. Die dann sogar in der Regierung sind.

Bei den Schwedendemokraten sieht das schon anders aus. Die stellen mit Björn Söder einen der Parlamentsvizepräsidenten und in dieser Rolle äußerte er kürzlich ebendort im Parlament Samen, Kurden und Juden könnten niemals "richtige Schweden" werden. Das geht sehr deutlich in Richtung Rassismus. Und die neue Ausgründung aus den ohnehin schon sehr rechten "Schwedendemokraten", die "Alternative für Schweden" sieht sich selbst nochmals einen Zacken rassistischer. Also ich weiß nicht ...


Die Schwedendemokraten waren mal weitaus rechter als sie heute sind, es sagt einiges aus, wenn Söder schon als gemässigter gilt. Die "Alternative für Schweden" wurde abgespalten, eben weil sie zu rechts war.

Alles im allen seh ich nicht, dass die Skandinavier rechter werden, eher dass die Rechten wählbarer werden.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Mi 4. Apr 2018, 23:09

Provokateur hat geschrieben:(04 Apr 2018, 23:08)

Ich frage mich die ganze Zeit, wie ich das "rassistischer" im Titel verstehen darf. Rassistisch ist man, oder man ist es nicht. Wenn man zwei Rassisten nebeneinander stellt, gibt es kein Score, nach dem man sagen könnte "der ist jetzt aber rassistischer als der andere".


Ich denke mal, es geht um den Grad des offenen Zeigens. Zudem gibt es schon Unterschiede zwischen Ablehnung von Fremden und reinen Chauvinismus.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Mi 4. Apr 2018, 23:55

schokoschendrezki hat geschrieben:(04 Apr 2018, 08:26)

Gut. Es bleibt aber dennoch als Quintessenz, dass diese Fokussierung auf die Nation (egal ob von rechts oder links) ihren Höhepunkt Mitte des neunzehnten Jahrhunderts hatte. Und erst dann diese Zusammenfügung von Staat und Nation sich als politische Richtung etablierte. Auch wenn der Begriff selbst viel älter ist.


Es ist schon richtig, dass mit dem Aufkommen des Bürgertums der Nationalismus seine eigentlich bindende Funktion als klassenübergreifende Identitätsstiftung bekam. Ich vermute mal, dass er erst dann zum exklusiven Nationalismus wurde, als er sich irgendwie abgrenzen musste, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Denn die sich verschärfende Klassengegensätze liefen dieser Identitätsstiftung zuwider.

Ich denke mal, dass genau das den Nationalismus derzeit wieder attraktiv macht. Die Klassengegensätze spielen immer weniger eine Rolle, die Globalisierung und der damit einhergehende Identitätsverlust hingegen werden immer stärker als Belastung empfunden.

Wenn ich es hier nochmal auf den Kern bringen darf (also "neue Rechte in Europa", aktuelle Entwicklungen). Offener Rassismus wird eher durch verschiedene Auslegungen des "Kultur"-Begriffs ersetzt. Es findet allgemein eine Art von Kulturalisierung, Kulturalismus statt. Begleitet häufig von einem starken Geschichtsbezug. Für die Neuen Rechten in Ungarn ist der aus ihrer Sicht verheerende Vertrag von Trianon 1920 absolut essenziell. Für die serbischen Neuen Rechten die Schlacht af dem Amselfeld vor zig hundert Jahren. Nur als Beispiele. Solche Standpunkte sind ohne einen gewissen formalen Bildungsgrad gar nicht zu haben.


Zunächst mal zum Geschichtsbezug: Ich glaube, dass du das überbewertest. Es gibt in den rechten Parteien immer wieder mal revisionistische Diskussionen, die Toleranz dazu ist aber unterschiedlich. Der Vertrag von Trianon ist für Jobbik ungefähr so essentiell wie für die CSU die Benes-Dekrete. Und der serbische Nationalismus ist schon wegen des Jugoslawien-Krieges und allerspätestens seit dem Kosovo-Konflikt wirklich ein Fall für sich, die Schlacht auf dem Amselfeld ist gewissermassen das Versailles der Serben.

Zu der Sache mit dem Kultur-Begriff: ja, die Rechte passt sich an. Rassismus lässt sich leicht verurteilen und ist überall diskreditiert, Kulturalismus hingegen kann sich damit rausreden, ja nur die Kultur zu meinen, gibt dem Menschen also scheinbar die Möglichkeit, sich anzupassen. Damit ist er weit
akzeptabler als offener Rassismus. Zudem hätte der Anti-Islamismus in Europa das Potential, als quasi europäischer (exklusiver) Nationalismus zu fungieren, der auch von Juden akzeptiert wird. Womit er sich ein Stück mehr vom Vorwurf des Rechtsseins freiwaschen kann.

Mir gehts wirklich um das Verstehen der Veränderungen der sozialen Milleus, in denen rechtes Gedankengut heute entsteht und gepflegt wird. Weniger um Ideologie oder Rechts-Links-Einordnung.

Ich würd'in dem Zusammenhang auch gern mal wissen, ob und wenn ja in welchem Maße es einen neuen Zulauf bei studentischen Verbindungen gibt.


Ich denke mal, es ist eher so, dass linke Studentenvereinigungen nicht mehr die Strahlkraft haben wie früher, als noch alles möglich war und man das Gefühl hatte, die Welt noch ändern zu können. In dem Masse, wie das abgenommen hat, hat die Bedeutung konservativer Bewegungen wie Burschenschaften wahrscheinlich eher zugenommen. Zum einen, weil die jugend einfach rationeller geworden ist als ihre Eltern, die 68er, zum anderen, weil es diese Vereinigungen schon immer gab und damit ein gewisses Kontinuum hereinkam, welches sie heute attraktiver macht als damals.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Mi 4. Apr 2018, 23:58



Ach Gottchen, Anabel Schunke. Dazu hab ich auch was: https://karstenmende.wordpress.com/2017 ... amokfahrt/
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Watchful_Eye
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Watchful_Eye » Do 5. Apr 2018, 00:31

Provokateur hat geschrieben:(04 Apr 2018, 23:08)

Ich frage mich die ganze Zeit, wie ich das "rassistischer" im Titel verstehen darf. Rassistisch ist man, oder man ist es nicht. Wenn man zwei Rassisten nebeneinander stellt, gibt es kein Score, nach dem man sagen könnte "der ist jetzt aber rassistischer als der andere".

Das sehe ich etwas anders. Ich will mich auf keine Zahl festlegen, aber ich glaube, dass äußerst viele Menschen unterschwellig ein wenig rassistisch sind. Es ist ein Unterschied, ob man ein wenig unterschwellige Empathie oder Stolz für seine ethnische Herkunft empfindet oder ob im Extremfall mit vollem Ernst propagiert, einer Herrenrasse anzugehören und daraus politische Forderungen abzuleiten. Du findest z.B. bei sehr vielen historischen Autoren rassistische Tendenzen, und trotzdem sind diese natürlich nicht mit dem Rassismus der Nazis zu vergleichen.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon TheManFromDownUnder » Do 5. Apr 2018, 01:01

Provokateur hat geschrieben:(04 Apr 2018, 23:08)

Ich frage mich die ganze Zeit, wie ich das "rassistischer" im Titel verstehen darf. Rassistisch ist man, oder man ist es nicht. Wenn man zwei Rassisten nebeneinander stellt, gibt es kein Score, nach dem man sagen könnte "der ist jetzt aber rassistischer als der andere".


Sehe ich auch so. Rassistisch kommt von Rassismus.Un "ismus" kann nicht gesteigert werden.
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon TheManFromDownUnder » Do 5. Apr 2018, 01:02

Woppadaq hat geschrieben:(03 Apr 2018, 23:26)

Inwiefern steigen die denn auf?


Wenn es dem Esel zu gut geht dann geht er aufs Eis (oder so aehnlich)
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Re: Die neue Rechte in Europa: Jünger, gebildeter, smarter, rassistischer, extremer.

Beitragvon Woppadaq » Do 5. Apr 2018, 04:01

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(05 Apr 2018, 02:01)

Sehe ich auch so. Rassistisch kommt von Rassismus.Un "ismus" kann nicht gesteigert werden.


Was du alles nicht kannst...

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