Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

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Alster
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Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Alster » Di 13. Mär 2018, 18:00

In 2016 durfen wir im ZDF von Böhmermann lernen, dass es Satire sei das Worte wie "Ziegen ficken" auf unliebsame Türken anzuwenden.
Sicher sind an Stammtischen seither viele Diskutanten auf diesen Zug aufgesprungen. Durch die Medien gegangen ist als etwas prominenterer Schüler Böhmermanns ein gewisser Herr Poggenburg, AfD, ("Kameltreiber"). Das sei dann auch satirisch gemeint gewesen, schließlich hätte die Rede ja an einem Aschermittwoch stattgefunden.
Selbstverständlich gibt es derlei auch mit anderem Vorzeichen. So hat eine Frau S. Rambatz (Linksjugend) Vorliebe für Filme geäußert, "wo Deutsche sterben". Leider waren (ihrer Meinung nach) auch hier die Kritiker zu blöd diese feinsinnige Satire zu verstehen.

Ein schönes Beispiel, wie gute Ideen aus den öffentlichen Meinungsbildungs Anstalten den Diskurs in D befruchten.

p.s.: Links brauchts m.E. hier keine alle Vorgänge sind relativ leicht zu googeln.
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KarlRanseier

Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon KarlRanseier » Di 13. Mär 2018, 18:28

Alster hat geschrieben:(13 Mar 2018, 18:00)

In 2016 durfen wir im ZDF von Böhmermann lernen, dass es Satire sei das Worte wie "Ziegen ficken" auf unliebsame Türken anzuwenden.
Sicher sind an Stammtischen seither viele Diskutanten auf diesen Zug aufgesprungen. Durch die Medien gegangen ist als etwas prominenterer Schüler Böhmermanns ein gewisser Herr Poggenburg, AfD, ("Kameltreiber"). Das sei dann auch satirisch gemeint gewesen, schließlich hätte die Rede ja an einem Aschermittwoch stattgefunden.
Selbstverständlich gibt es derlei auch mit anderem Vorzeichen. So hat eine Frau S. Rambatz (Linksjugend) Vorliebe für Filme geäußert, "wo Deutsche sterben". Leider waren (ihrer Meinung nach) auch hier die Kritiker zu blöd diese feinsinnige Satire zu verstehen.

Ein schönes Beispiel, wie gute Ideen aus den öffentlichen Meinungsbildungs Anstalten den Diskurs in D befruchten.

p.s.: Links brauchts m.E. hier keine alle Vorgänge sind relativ leicht zu googeln.



Böhmermanns "Gedicht" war niveaulos, ich persönlich würde es als Mumpitz einstufen, Satire sollte eigentlich etwas niveauvoller sein. Allerdings trug er es in einer Satiresendung vor.

AfDisten allerdings haben, soweit mir bekannt ist, noch nie irgendetwas so gemeint, wie sie es sagten. Es sind nicht integrierte und intellektuell sehr benachteiligte Menschen, denen die Fähigkeit fehlt, sich in ihrer Muttersprache halbwegs verständlich zu artikulieren. Hassjargon ist bei Höcke, Poggenburg, Gauland und Weidel üblich, aber wie geschrieben, in Wirklichkeit meinen sie das bestimmt gar nicht so und werden ständig von bösen "Volksverrätern", der "Lügenpresse" und den "Linksversifften" missverstanden.

Rambatz hingegen flog für ihre inakzeptable Äußerung vom Listenplatz ihrer Partei. Vielleicht kann sie ja zu den Hasspredigern der AfD wechseln, dort sind solche Töne nicht nur beliebt, sie fördern gar die politische Karriere! :thumbup:
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon imp » Mi 14. Mär 2018, 09:06

Ich finde es nicht schlimm, wenn man gern Filme schaut, in denen Deutsche sterben. Ich sehe auch gern den Tatort und "Remagen".
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Alster » Mi 14. Mär 2018, 11:34

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Mar 2018, 09:06)

Ich finde es nicht schlimm, wenn man gern Filme schaut, in denen Deutsche sterben. Ich sehe auch gern den Tatort und "Remagen".

Möglicherweise hatte ich zu sehr darauf vertraut, dass der Leser sich die vollständigen Vorgänge selbst ergoogelt oder dass die ggf. bekannt sind.
Rambatz hatte zuerst nach "antideutschen Filmempfehlungen" gefragt. Da gehört Tatort sicher nicht dazu. Bei Remagen bin ich mir nicht sicher. Nehmen wir ersatzweise den Private Ryan, da kommt definitiv zumindest ein fieser Deutscher vor, aber wenn ich mich recht erinnere stirbt ausgerechnet der dann nicht?
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Alster » Mi 14. Mär 2018, 12:06

KarlRanseier hat geschrieben:(13 Mar 2018, 18:28)
Böhmermanns "Gedicht" war niveaulos, ich persönlich würde es als Mumpitz einstufen, Satire sollte eigentlich etwas niveauvoller sein. Allerdings trug er es in einer Satiresendung vor.

Böhmis Problem ist, dass er keine Einfälle hat. D.h. eine Idee liefert nicht nur einen Gag, die muss für einen ganzen Sketch herhalten. Insoweit entspricht es natürlich den Interessen des ZDF Konsens herbeizuführen, dass es ausreiche eine Nummer in einer Satiresendung vorzutragen um sie als Satire einzustufen.
Auf diese innovative Interpretation setzt nun Poggi auf, wenn er argumentiert, etwas sei schon dann Satire, wenn es nur am Aschermittwoch vorgetragen wird.


KarlRanseier hat geschrieben:(13 Mar 2018, 18:28)
Rambatz hingegen flog für ihre inakzeptable Äußerung vom Listenplatz ihrer Partei. Vielleicht kann sie ja zu den Hasspredigern der AfD wechseln, dort sind solche Töne nicht nur beliebt, sie fördern gar die politische Karriere! :thumbup:

Wenn ich mich recht erinnere hat Poggi dann auch in der AfD eine Vertrauensabstimmung verloren und "alle Ämter niedergelegt" (was immer das auch heißt). Alles in Allem komme ich damit dann eher zu der Einschätzung, dass beide Parteien in derselben Liga spielen.
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon becksham » Mi 14. Mär 2018, 13:04

Alster hat geschrieben:(14 Mar 2018, 12:06)
...Wenn ich mich recht erinnere hat Poggi dann auch in der AfD eine Vertrauensabstimmung verloren und "alle Ämter niedergelegt" (was immer das auch heißt). Alles in Allem komme ich damit dann eher zu der Einschätzung, dass beide Parteien in derselben Liga spielen.

Nicht alle Ämter. Er will als Vorsitzender der Landtagsfraktion und als Parteivorsitzender Sachsen-Anhalt zurücktreten. Im Fraktionsvorstand möchte er schon noch mitarbeiten.
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Gluck » Mi 14. Mär 2018, 13:15

Alster hat geschrieben:(13 Mar 2018, 18:00)

In 2016 durfen wir im ZDF von Böhmermann lernen, dass es Satire sei das Worte wie "Ziegen ficken" auf unliebsame Türken anzuwenden.
Sicher sind an Stammtischen seither viele Diskutanten auf diesen Zug aufgesprungen. Durch die Medien gegangen ist als etwas prominenterer Schüler Böhmermanns ein gewisser Herr Poggenburg, AfD, ("Kameltreiber"). Das sei dann auch satirisch gemeint gewesen, schließlich hätte die Rede ja an einem Aschermittwoch stattgefunden.
Selbstverständlich gibt es derlei auch mit anderem Vorzeichen. So hat eine Frau S. Rambatz (Linksjugend) Vorliebe für Filme geäußert, "wo Deutsche sterben". Leider waren (ihrer Meinung nach) auch hier die Kritiker zu blöd diese feinsinnige Satire zu verstehen.

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"Unser Deniz" fehlt da noch in deiner Aufzählung, da seine Fanboys stets darauf Hinweisen, dass Yücels Äußerungen lediglich "satirisch" gemeint sind. Dabei wird gerne verdrängt, dass seine Bemerkung über Thilo Sarazzin sogar per Gericht missbilligt wurde:
Der Deutsche Presserat sprach im Dezember 2012 eine Missbilligung aus. Es sei unvereinbar mit der Menschenwürde Sarrazins, ihm eine schwere Krankheit oder Schlimmeres zu wünschen, und stellte fest, der Beitrag gehe über eine kritische Meinungsäußerung weit hinaus. Ferner gab das Landgericht Berlin einer Klage Sarrazins wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte statt. Es sprach Sarrazin eine Entschädigung in Höhe von 20.000 Euro zu und untersagte der taz, den Text weiter zu veröffentlichen und zu verbreiten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Deniz_Yüc ... s_(Auswahl)
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Brainiac » Mi 14. Mär 2018, 19:09

[MOD] Also entweder findet in diesem Strang jemand noch irgendwie zum Thema zurück, oder er (der Strang) wird massiv um Spam erleichtert, oder landet in der Weinstube.
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Brainiac » Fr 16. Mär 2018, 07:44

Brainiac hat geschrieben:(14 Mar 2018, 19:09)

[MOD] Also entweder findet in diesem Strang jemand noch irgendwie zum Thema zurück, oder er (der Strang) wird massiv um Spam erleichtert, oder landet in der Weinstube.

Done. Versuchen wir es noch mal.
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 16. Mär 2018, 09:37

Die Aufregung um Rambatz erinnert mich ein wenig an die sogenannte "Killerspieldebatte" Anfang der Nullerjahre. Heute und inzwischen wird selbst der Begriff "Killerspiel" so gut wie kaum noch verwendet. Von dem (sogenannten) "Skandalautor" Michel Houellebecq ließen sich Dutzende von Äußerungen anführen, die noch um einiges provokanter sind als die von Rambatz. ("Stalin ist klasse, weil er die Anarchisten umbrachte", nur mal als Beispiel. Also Bezugnahme auf ein reales Geschehen und nicht eine filmische Darstellung). Und dennoch gilt er als "Intellektueller".#

Das soll die bundesrepublikanische Gesellschaft nicht aushalten können? Dafür muss man einer unbedarften jungen Frau mit Morddrohungen kommen? Bitte?
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Alster » Fr 16. Mär 2018, 11:25

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Mar 2018, 09:37)

Die Aufregung um Rambatz erinnert mich ein wenig an die sogenannte "Killerspieldebatte" Anfang der Nullerjahre. Heute und inzwischen wird selbst der Begriff "Killerspiel" so gut wie kaum noch verwendet. Von dem (sogenannten) "Skandalautor" Michel Houellebecq ließen sich Dutzende von Äußerungen anführen, die noch um einiges provokanter sind als die von Rambatz. ("Stalin ist klasse, weil er die Anarchisten umbrachte", nur mal als Beispiel. Also Bezugnahme auf ein reales Geschehen und nicht eine filmische Darstellung). Und dennoch gilt er als "Intellektueller".#

Das soll die bundesrepublikanische Gesellschaft nicht aushalten können? Dafür muss man einer unbedarften jungen Frau mit Morddrohungen kommen? Bitte?

Das ist ja genau das Thema meines Eingangsbeitrages, dass "Rassismus als Satire" keine Erfindung von Poggenburg und Rambatz ist, sondern auf Kosten staatlicher Zwangsfinanzierung vorgeführt wurde. Keiner kann sagen, dass Rassismus als Satire neben Anfeindungen in unserem Land nicht auch große Unterstützung geniese.

Huellebecq sei übrigens angeblich vor Anfeindungen schon 1998 nach Irland geflohen. Im übrigen stehen Anfeindungen einer Rezeption als Intellektueller nicht entgegen (und vice versa)
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Zunder
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Zunder » Fr 16. Mär 2018, 21:10

Zu Sarah Rambatz:

"Ich bin eine junge Linke – so werde ich von rechten Frauenfeinden bedroht"

Zitate "rechter Frauenfeinde":

“Du hure ich töte dich!” (9. September 18:42 Uhr)

“Missgeburt!” (11. September 05:34 Uhr)

“Ey du nazi nutte ich töte dich” (11. September 16:55 Uhr)

“Schlampentochter” (26. Oktober 13:26 Uhr)

“Hure Ich töte dich” (28. Oktober 20:19 Uhr)

“Hure” (20. Januar 14:08 Uhr)

Oder zuletzt: “Scheiss Deutsche hurentochter ich werd dich vergewaltigen und danach töten.”


http://www.huffingtonpost.de/entry/sara ... 6300739e74

Ist das die Sprache rechter Frauenfeinde? Das Mädchen macht auf mich einen reichlich naiven Eindruck.
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Cat with a whip » Fr 16. Mär 2018, 22:22

Offensichtlich ticken so Frauenfeindliche Linkenhasser. Zumindestens diejenigen die sich mutig hinter Pseudonymen verstecken. Ob die nun "rechts" sind kommt ja auf die Perspektive an. Genügend entmenschte Linkenhasser gibts ja auch bei den Liberalen.
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
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Zunder
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Zunder » Sa 17. Mär 2018, 00:18

Ein völkischer "Kabarettist" aus Sachsen:

Uwe Steimles Stuhl oder: Der geschlossene Freiberger Dom, der gar nicht geschlossen ist.

In der neuen Fassung trifft Uwe Steimle erst während der Dreharbeiten zur Verkostung der Freiberger Eierschecke auf seine Gesprächspartnerin, die ihm den geschlossenen Dom mit der vertrauten Wendung „Die kacken hintern Altar“ erklärt.
Auch die Antwort auf Steimles Nachfrage, wer denn also „die“ seien, wird jetzt konkreter: „Deutsche machen solche Haufen nicht.“

http://blog.hoaxmap.org/2018/02/27/uwe- ... ossen-ist/

Hetze mit Humor. Ganz toll.
https://www.youtube.com/watch?v=9nP7RJUKApc
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Alster » Sa 17. Mär 2018, 11:55

Zunder hat geschrieben:(16 Mar 2018, 21:10)
... “Ey du nazi nutte ich töte dich” (11. September 16:55 Uhr)" ....

Dass es Satire sei eine andersdenkende Frau mit dem Attribut "Nazischlampe" zu belegen hat uns auch erst kürzlich ein Herr Ehring im Auftrag des NDR gelehrt. Das mit dem "töten" dürfte allerdings selbst die Rechtsabteilung des ÖR vor eine schwer lösbare Aufgabe stellen.
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Sorgenking » Sa 17. Mär 2018, 16:52

Zunder hat geschrieben:(17 Mar 2018, 00:18)

Ein völkischer "Kabarettist" aus Sachsen:

Uwe Steimles Stuhl oder: Der geschlossene Freiberger Dom, der gar nicht geschlossen ist.

In der neuen Fassung trifft Uwe Steimle erst während der Dreharbeiten zur Verkostung der Freiberger Eierschecke auf seine Gesprächspartnerin, die ihm den geschlossenen Dom mit der vertrauten Wendung „Die kacken hintern Altar“ erklärt.
Auch die Antwort auf Steimles Nachfrage, wer denn also „die“ seien, wird jetzt konkreter: „Deutsche machen solche Haufen nicht.“

http://blog.hoaxmap.org/2018/02/27/uwe- ... ossen-ist/

Hetze mit Humor. Ganz toll.
https://www.youtube.com/watch?v=9nP7RJUKApc


Komischer Typ, auch wenn ich das mit den "Haufen" nicht wirklich verstanden habe.
Gegen Ende kommt so ein wenig der Rechte Verschwörungstheoretiker durch.

Ich finde grundsätzlich man sollte Satire immer drennen. Wenn jetzt ein Böhmermann "Ziegenficker" sagt & ein Poggenburg von "Kameltreibern" spricht, wer von beiden meint es wohl eher Ernst? EiN Satiriker oder ein Politker einer rechten Partei? Man sollte Satire grundsätzlich nicht einschränken, aber wenn Rassisten ihren Müll mit Satire begründen wollen, dann sollte man sich klar dagegen positionieren.
Dieses Beispiel ist ja noch relativ einfach, die Frage ist nur, wie geht man bei weniger eindeutigen damit um?
Man muss aufjedenfall alles im Kontext betrachten und dann schauen. Im Grunde ist es jeden selbst überlassen, wie er sowas sieht.
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Alster » Mo 19. Mär 2018, 10:39

Sorgenking hat geschrieben:(17 Mar 2018, 16:52)Wenn jetzt ein Böhmermann "Ziegenficker" sagt & ein Poggenburg von "Kameltreibern" spricht, wer von beiden meint es wohl eher Ernst?

Beide meinen es gleich ernst. Böhmi will einen gewählten türkischen Politiker TATSÄCHLICH kritisieren. Poggi hat sich mit genau derselben Absicht gegen türkische Verbandfunktionäre gewandt. In beiden Fällen ist der Angriff auf Türken ernst gemeint.



Sorgenking hat geschrieben:(17 Mar 2018, 16:52)Ich finde grundsätzlich man sollte Satire immer drennen. Wenn jetzt ein Böhmermann "Ziegenficker" sagt & ein Poggenburg von "Kameltreibern" spricht, wer von beiden meint es wohl eher Ernst? EiN Satiriker oder ein Politker einer rechten Partei?

Erste Frage: Steht eine Äußerung für sich, oder ist die offizielle Amtsbezeichnung des Sprechers in einer staatlichen Anstalt relevant? Ich würde für ersteres plädieren.

Wenn man jedoch sich für zweiteres entscheiden würde, stellt sich die Frage ob Böhmermann Satiriker sei. Hierzu habe ich in diesem Thread bereits Stellung bezogen:
Alster hat geschrieben:(14 Mar 2018, 12:06)

Böhmis Problem ist, dass er keine Einfälle hat. D.h. eine Idee liefert nicht nur einen Gag, die muss für einen ganzen Sketch herhalten. Insoweit entspricht es natürlich den Interessen des ZDF Konsens herbeizuführen, dass es ausreiche eine Nummer in einer Satiresendung vorzutragen um sie als Satire einzustufen.
Auf diese innovative Interpretation setzt nun Poggi auf, wenn er argumentiert, etwas sei schon dann Satire, wenn es nur am Aschermittwoch vorgetragen wird.

Wenn das offizielle Amt "Satiriker" als Entschuldigung für Rassismus herhalten soll, wäre an diesen Status schon gewisse Minimalanforderungen zu stellen, denen Böhmi genausowenig gerecht wird, wie Poggi.
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Sorgenking » Mo 19. Mär 2018, 13:03

Alster hat geschrieben:(19 Mar 2018, 10:39)

Beide meinen es gleich ernst. Böhmi will einen gewählten türkischen Politiker TATSÄCHLICH kritisieren. Poggi hat sich mit genau derselben Absicht gegen türkische Verbandfunktionäre gewandt. In beiden Fällen ist der Angriff auf Türken ernst gemeint.




Erste Frage: Steht eine Äußerung für sich, oder ist die offizielle Amtsbezeichnung des Sprechers in einer staatlichen Anstalt relevant? Ich würde für ersteres plädieren.

Wenn man jedoch sich für zweiteres entscheiden würde, stellt sich die Frage ob Böhmermann Satiriker sei. Hierzu habe ich in diesem Thread bereits Stellung bezogen:

Wenn das offizielle Amt "Satiriker" als Entschuldigung für Rassismus herhalten soll, wäre an diesen Status schon gewisse Minimalanforderungen zu stellen, denen Böhmi genausowenig gerecht wird, wie Poggi.


Das ist eine interessante Sichtweiße.
Zuerst einmal zu Böhmermann:
Das Böhmermann sehr gute Satire kann hat er glaube ich oft genug unter Beweis gestellt. Ich fand auch dieses Gedicht nicht schlecht, weil es den Sinn hatte auf diesen veralteten Paragraphen hinzuweißen und diesen lächerlich zu machen. Dazu wurde ein Politiker, der wirklich Satire-Sendung verklagt auch nochmal ins lächerlich gezogen.
Es ist also sehr wohl ein satirischer Kontext da, den ich persönlich auch gelungen finde. Diese Meinung muss man nicht Teilen, aber das dies eine satirische Aktion war, sollte schon deutlich sein.
Wo Poggenburg jetzt eine satirische Aktion gebracht hat naja. Wenn man es als Kritik an Böhmermann auffasst, ok dann vielleicht irgenwie. Wenn man aber bedenkt, dass er bereits mehrfach durch ähnlich Hetzereien auffällig geworden ist, denke ich dass der Fall hier klar liegt.
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Alster » So 25. Mär 2018, 12:19

Sorgenking hat geschrieben:(19 Mar 2018, 13:03)
Das Böhmermann sehr gute Satire kann hat er glaube ich oft genug unter Beweis gestellt. Ich fand auch dieses Gedicht nicht schlecht...

Das Gedicht war sogar für Stammtisch- oder Sandkastenniveau bestenfalls mittelmäßig. Wer lesen will, was intelligentes Stammtischniveau ist, der sei auf den Erdogan-Limmerick von Boris Johnson verwiesen.
Interessant, dass bei Boris Johnson in einem Fünfzeiler mehr Intelligenz drinsteckt als bei Böhmi in einem ellenlangen Gedicht.
Dass Böhmi aus Mangel an Ideen auf eine höchst wirtschaftliche Verwertung derselben angewiesen ist, wurde meinerseits weiter oben schon ausgeführt.


Sorgenking hat geschrieben:(19 Mar 2018, 13:03)
... weil es den Sinn hatte auf diesen veralteten Paragraphen hinzuweißen ...

Die Diskussion um diesen Paragraphen kam m.W. nach dem Böhmi-Gedicht erst auf.
Als Motivation ist viel wahrscheinlicher, eine südländisch patriarchalisch geprägte Kultur anzugreifen - also ein klar rassistisches Motiv.


Roady66 hat geschrieben:(19 Mar 2018, 13:28)
B ist aus seiner allgemein bekannten Stellung heraus als Künstler/ Satiriker infiziert. Poggenburg ist aus seiner Stellung eindeutig Politiker.

Dem folge ich - wie gesagt - nicht. Der satirische Gehalt eines Textes muss m.E. aus dem Text heraus, für sich gestellt, klar werden.
s. auch oben mein Hinweis auf Boris Johnson.



Roady66 hat geschrieben:(19 Mar 2018, 13:30)

..übrigends

So wie heute der sog Memmi-Rassismus herumgereicht wird und jeder Schwachmaat Rassismus schreien kann, ist es auch Satire.

Memmi hat richtig erkannt, dass tatsächlicher Rassismus bei kulturellen Eigenheiten ansetzen muss, da ein biologischer Rassebegriff beim Menschen reine Fiktion ist.
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Re: Rassismus als "Satire": Böhmermann - Poggenburg - Rambatz

Beitragvon Sorgenking » So 25. Mär 2018, 12:44

Alster hat geschrieben:(25 Mar 2018, 13:19)

Das Gedicht war sogar für Stammtisch- oder Sandkastenniveau bestenfalls mittelmäßig. Wer lesen will, was intelligentes Stammtischniveau ist, der sei auf den Erdogan-Limmerick von Boris Johnson verwiesen.
Interessant, dass bei Boris Johnson in einem Fünfzeiler mehr Intelligenz drinsteckt als bei Böhmi in einem ellenlangen Gedicht.
Dass Böhmi aus Mangel an Ideen auf eine höchst wirtschaftliche Verwertung derselben angewiesen ist, wurde meinerseits weiter oben schon ausgeführt.

Die Diskussion um diesen Paragraphen kam m.W. nach dem Böhmi-Gedicht erst auf.
Als Motivation ist viel wahrscheinlicher, eine südländisch patriarchalisch geprägte Kultur anzugreifen - also ein klar rassistisches Motiv.


Nein, denn im Grunde war dieses Gedicht die Antwort auf den Extra3 Beitrag, nachdem daraus ja erst eine Staatsaffäre gemacht wurde. Von daher ist das mit dem Motiv schlichtweg falsch und zwar ziemlich eindeutig.
Ob man es mag oder nicht, es hat seine BErechtigung. Es gab einen Anlass und es hat das getan was es sollte, Aufmerksamkeit! Auf ein lächerliches Regime und auf eben diesem Paragraphen. Ob einem Selbst die Form gefällt oder nicht, dass sollte hier nicht ausschlaggebend sein.

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