Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

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Soll wieder ein Pflichtdienst in der Bundesrepublik eingeführt werden?

Umfrage endete am Fr 30. Mär 2018, 18:26

JA - Wehr- und Wehrersatzdienst
23
25%
JA - NUR Wehrdienst
0
Keine Stimmen
JA - NUR Sozialdienst
5
5%
NEIN - keine Dienstverpflichtung
30
32%
Pflichtdienst NUR für Männer
2
2%
Pflichtdienst NUR für Frauen
2
2%
Pflichtdienst für ALLE
31
33%
 
Abstimmungen insgesamt: 93
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 4. Mär 2018, 22:00

think twice hat geschrieben:(04 Mar 2018, 21:57)

Es gibt die Möglichkeit des freiwilligen sozialen Jahres, die auch gut angenommen wird. Allemal sinnvoller, als junge Menschen zwingen zu wollen, alten Menschen die Hinteren zu putzen oder Denkmäler zu pflegen, wenn ihnen nicht der Sinn danach steht.

Ich denke auch, dass man den Alten und Dementen keine Pfleger zumuten sollte, die diese Arbeit an diesen Menschen für dieses Geld freiwillig nicht machen wollen. Das ist für niemanden gut.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Provokateur » So 4. Mär 2018, 22:04

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:00)

Jetzt wird's albern. Vielleicht sollten wir die Zwangsarbeiter auch noch in die Metzgereien abstellen, weil sich dort kein Nachwuchs mehr findet, und es noch wichtiger dass wir doch alle Wurst haben bevor ein junger Mensch Work-and-Travel in Australien macht.

Du hast ja schon komplett ein Rad ab. Du bist ja total fernab der Realität. Ehrlich, ich find da gar keine Worte mehr dafür.


Metzgereien dienen nicht der Allgemeinheit.
Dass du sprachlos wirst, spricht dafür, dass wir das Thema erschöpfend diskutiert haben. Ich ändere meine (richtige) Meinung nicht, lasse dir aber deine (falsche).
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon think twice » So 4. Mär 2018, 22:04

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:00)

Ich denke auch, dass man den Alten und Dementen keine Pfleger zumuten sollte, die diese Arbeit an diesen Menschen für dieses Geld freiwillig nicht machen wollen. Das ist für niemanden gut.

Ist ja eigentlich egal, was sie machen sollen. Allein die idee, erwachsene Menschen ohne Not zwangsweise einer erzieherischen Massnahme zuführen zu wollen, lässt mich irgendwie an totalitäre Systeme denken. :rolleyes:
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » So 4. Mär 2018, 22:04

Provokateur hat geschrieben:(04 Mar 2018, 21:59)

Am besten, wir schaffen auch die Schulpflicht ab, wenn den jungen Leuten nicht der Sinn danach steht. Ist immerhin ein schwerer Eingriff und so. Wird nicht einmal bezahlt.

Merkst du noch was?


klar und jetzt spielst du wieder die beleidigte Leberwurst und ziehst dich in dein Schmolleck zurück. Nur weil wir die Schulpflicht haben, brauchen wir auch noch 18 Montate Aktensortieren im Finanzamt als Erziehungsmaßnahme.

Willst du echt jetzt auf diesem Niveau diskutieren, wenn dir keine Argumente einfallen? Nennt sich neudeutsch "whataboutism" .. nur zur Info. Für mich ist das heute erledigt. Vielleicht denkt bis morgen jeder mal nach.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Moses » So 4. Mär 2018, 22:11

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(04 Mar 2018, 21:55)

ich verweise auf diesen Beitrag

viewtopic.php?p=4147726#p4147726

Und das ist der Schlusssatz zu dem Gutachten das du gepostet hast. Und genau da liegt das Problem. Es gibt keinen allgemeinen Pflichtdienst, sofern es keine Notwendigkeit dafür gibt, die das Interesse des Einzelnen deutlich übersteigt.

andernfalls befinden wir uns auf dem Niveau totalitärer Staaten. Auch dieser Zusammenhang wurde dort erläutert.

Ich springe ein letztes mal über meinen Schatten,

ich habe mich sehr lange und intensiv mit Schranken und Schranken-Schranken zwischen den Grundrechten im GG beschäftigt, viele unterschiedliche Meinungen studiert und mit vielen Staatsrechtlern diskutiert.

allein die Aussage:
"Keiner sieht das anders als ich" ist Schwachsinn
und die Aussage:
Diese dürfen jedoch die von der Menschenwürdegarantie (Art. 79 Abs. 3 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG)
gezogenen Grenzen nicht überschreiten. Letzteres wäre der Fall, wenn die Dienstpflichten die
betroffenen Frauen und Männer unverhältnismäßig belasten und ihren unantastbaren Bereich
menschlicher Freiheit verletzen.


lässt Spielraum für bücherdicke Auslegungen, Interpretationen und Diskussionen. (für Fachleute)
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Provokateur » So 4. Mär 2018, 22:12

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:04)

klar und jetzt spielst du wieder die beleidigte Leberwurst und ziehst dich in dein Schmolleck zurück. Nur weil wir die Schulpflicht haben, brauchen wir auch noch 18 Montate Aktensortieren im Finanzamt als Erziehungsmaßnahme.

Willst du echt jetzt auf diesem Niveau diskutieren, wenn dir keine Argumente einfallen? Nennt sich neudeutsch "whataboutism" .. nur zur Info. Für mich ist das heute erledigt. Vielleicht denkt bis morgen jeder mal nach.


Würde ich schmollen, dann würde ich nicht mehr diskutieren.

Es geht doch um folgendes, sehr grundsätzliches: Staat entsteht nicht ex machina. Er braucht Menschen. Menschen, die ihn gestalten, und Menschen, die durch ihn gestaltet werden. Ich sehe einen Pflichtdienst als sinnvolles Mittel, Staat gemeinsam zu gestalten, egal, in welchem Bereich. Es müsste ja auch erst einmal geklärt werden, wo so etwas wirklich Sinn macht. Impulse habe ich gegeben, ob es bei einer Diskussion dazu käme - ich weiß es nicht.

Die Mehrheit der Bürger ist für einen solchen Dienst, das hat Moses im Eröffnungpost belegt.
Verfassungsrechtlich ist der Dienst auch möglich, das hat Moses auch belegt.

Es wird dennoch nicht dazu kommen (3sk und tt können also die Taschentücher weglegen, die jungen Leute können weiter nach Australien und werden nicht zu grauenhafter, unmenschlicher, gemeinnütziger Arbeit gezwungen), denn der politische Wille fehlt.

Momentan. Noch.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 4. Mär 2018, 22:15

think twice hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:04)

Ist ja eigentlich egal, was sie machen sollen. Allein die idee, erwachsene Menschen ohne Not zwangsweise einer erzieherischen Massnahme zuführen zu wollen, lässt mich irgendwie an totalitäre Systeme denken. :rolleyes:

Das trifft es ganz gut. Außerhalb akuter Notsituationen ist es einfach ineffizient und der Freiheit über Gebühr abträglich, die Menschen in ihrer Freiheit zu Angebot und Nachfrage zu beschneiden. Das muss sich im Einzelfall rechtfertigen. Koalitionsfreiheit (!), Schulpflicht und Umweltschutzauflagen begründen sich nun mal anders als Pflichtdienste. Sachlich ist am Zivi nichts dran, das ihn besser befähigt als den ausgebildeten Freiwilligen. Tatsächlich kam aus organisatorischen Gründen die Ausbildung meist irgendwann spät dienstbegleitend, während ohne die vermittelten Kenntnisse vorher schon hilfsarbeitermäßig herumgepfuscht wurde. Auch dies ohne eine Anlernphase, die qualifiziertere Kräfte andauernd oder immer wieder bindet, nicht zu haben.

Praktisch wurden Millionen Menschen Kenntnisse und Erfahrungen vermittelt, die diese nicht wollten und für ihren weiteren Lebensweg nicht brauchten - und diese mehr oder minder innerlich ablehnenden Menschen wurden auf Patienten, Bewohner und Betreute losgelassen. Weder Hostels/Jugendherbergen noch Altenpflege sind ohne Zivis undenkbar. Kostet evtl ein paar Euro mehr. Das ist auch der ganze Hintergrund der Begehrlichkeit. Man will das nicht so finanzieren, dass die Alten und Kranken von qualifiziertem, willigem Personal in ausreichender Zahl betreut werden.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon think twice » So 4. Mär 2018, 22:19

Provokateur hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:12)


Die Mehrheit der Bürger ist für einen solchen Dienst, das hat Moses im Eröffnungpost belegt.
Verfassungsrechtlich ist der Dienst auch möglich, das hat Moses auch belegt.

Es wird dennoch nicht dazu kommen (3sk und tt können also die Taschentücher weglegen, die jungen Leute können weiter nach Australien und werden nicht zu grauenhafter, unmenschlicher, gemeinnütziger Arbeit gezwungen), denn der politische Wille fehlt.

Momentan. Noch.

Hallo, dieses Forum ist nun sicherlich kein Maßstab für die Wünsche der Bürger im Allgemeinen. Die law and order -Fraktion ist hier schon über durchschnittlich vertreten.

Außerdem waren es ja der Kater und ich, die gesagt haben dass eine allgemeine Dienstpflicht schon aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist.

WIR brauchen also keine Taschentücher. ;)
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Provokateur » So 4. Mär 2018, 22:21

think twice hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:19)
Außerdem waren es ja der Kater und ich, die gesagt haben dass eine allgemeine Dienstpflicht schon aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist.


Aber ihr wurdet eines besseren belehrt - MÖGLICH ist sie. Mit einer Verfassungsänderung.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon think twice » So 4. Mär 2018, 22:26

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:15)

Praktisch wurden Millionen Menschen Kenntnisse und Erfahrungen vermittelt, die diese nicht wollten und für ihren weiteren Lebensweg nicht brauchten - und diese mehr oder minder innerlich ablehnenden Menschen wurden auf Patienten, Bewohner und Betreute losgelassen. Weder Hostels/Jugendherbergen noch Altenpflege sind ohne Zivis undenkbar. Kostet evtl ein paar Euro mehr. Das ist auch der ganze Hintergrund der Begehrlichkeit. Man will das nicht so finanzieren, dass die Alten und Kranken von qualifiziertem, willigem Personal in ausreichender Zahl betreut werden.

Heute ist es auch nicht viel besser. Heute werden Arbeitslose vom Jobcenter benötigt, eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin zu absolvieren. Man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Arbeitslosen verschwinden aus der Statistik und die Heime lindern ihren Pflegenotstand. Die unfreiwillig Freiwilligen erkennt man im Heim dann sofort an über aus emphatischen Verhalten den Bewohnern gegenüber. :(
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 4. Mär 2018, 22:27

think twice hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:19)

Hallo, dieses Forum ist nun sicherlich kein Maßstab für die Wünsche der Bürger im Allgemeinen. Die law and order -Fraktion ist hier schon über durchschnittlich vertreten.

Außerdem waren es ja der Kater und ich, die gesagt haben dass eine allgemeine Dienstpflicht schon aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist.

WIR brauchen also keine Taschentücher. ;)

Das Recht ist kein guter Maßstab in dieser Frage. Hitler war auch rechtlich möglich und wäre es heute noch, wie wir seit der letzten Wahl wieder vermehrt beobachten können. Das soll also nicht unser Argument sein. Diese Pflichtdienste sind eine ungeheure Verschwendung von Lebenszeit, kulturellem, wirtschaftlichem und wissenschaftlichem Potential und indirekt auch Steueraufkommen. Wenn ein jeder frei ist, seinen Platz zwischen Selbsterfüllung, Opportunität, Nachfrage der Anderen und sonstigen Rahmenbedingungen zu finden, dann wird dies im Durchschnitt immer bessere Gesamtbilder ergeben, sei es nun in der Qualität der Ausführung, im gesellschaftlichen Preis oder in der Lebenszufriedenheit aller. Es ist eine offene Frage, ob bei der Sehnsucht nach Zwangsdiensten wirklich der Mensch im Mittelpunkt steht oder doch eher der Staat als verselbständigte Entität.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Provokateur » So 4. Mär 2018, 22:30

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:27)
Es ist eine offene Frage, ob bei der Sehnsucht nach Zwangsdiensten wirklich der Mensch im Mittelpunkt steht oder doch eher der Staat als verselbständigte Entität.


Ich sehe sie eher als Stabilitätsfaktor. Natürlich steht da der Staat im Mittelpunkt - aber der Staat besteht nun einmal aus seiner Bevölkerung.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 4. Mär 2018, 22:31

think twice hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:26)

Heute ist es auch nicht viel besser. Heute werden Arbeitslose vom Jobcenter benötigt, eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin zu absolvieren. Man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Arbeitslosen verschwinden aus der Statistik und die Heime lindern ihren Pflegenotstand. Die unfreiwillig Freiwilligen erkennt man im Heim dann sofort an über aus emphatischen Verhalten den Bewohnern gegenüber. :(

Das ist eine andere Qualität. Ich möchte das Problem nicht kleinreden. Jedoch steht es jedem Frei, dem Jobcenter auszukommen, indem er im Rahmen seiner Güterabwägung, Verdiensterwartung, persönlichen Entfaltungs- und Eignungsvorstellungen usw proaktiv eine andere Stelle anstrebt. Gegenwärtig ist es sogar so, dass viele alternative Qualifikationen erworben werden können - der Arbeitsmarkt ist leer wie selten.

Das ist eine ganz andere Situation als ein Pflichtdienst.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon think twice » So 4. Mär 2018, 22:31

Provokateur hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:21)

Aber ihr wurdet eines besseren belehrt - MÖGLICH ist sie. Mit einer Verfassungsänderung.

Ich habe auch nur bestritten, dass es aufgrund bestehenden Gesetzesvorgaben wie Artikel 12 und 12a GG möglich ist.
Und eine 2/3 Mehrheit wird es für die geforderten erzieherischen Massnahmen, die du beschönigend Buergerdienst nennst, niemals geben.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Weltregierung » So 4. Mär 2018, 22:32

DarkLightbringer hat geschrieben:(04 Mar 2018, 09:19)

Es fehlen die Leute, weit mehr als in Schweden und eine Entspannungslage ist nicht in Sicht, ganz im Gegenteil.

https://www.berliner-zeitung.de/politik ... t-28952454

Die Friedensdividende, die sich aus den Jahren nach der Wende 1989/90 ergab und über 10 Jahre lang zu ständig sinkenden Militärausgaben geführt hatte, ist leider vorbei. Selbst wenn man die Augen verschließen wollte und die Krisen von Libyen bis zur Ukraine und bis Afghanistan zu ignorieren gedächte, würde sich die Sicherheitslage nicht einfach so verbessern. Der Isolationismus-Gedanke zwischen den beiden Weltkriegen mag diese Zeit ideell versüßt haben, gleichzeitig ermöglichte er erst ein Ansteigen der Bedrohungslage.

So unkomfortabel es ist, es muss eine neue Friedensstärke her. Die Dividende ist verbraucht.


Dass kaum jemand freiwillig bei der Bundeswehr für einen Hungerlohn dienen möchte, ist nun wirklich nicht verwunderlich, und ist sicher kein Anlass, junge Menschen wieder zum Wehrdienst zu verpflichten. Das hat offenbar sogar vdL begriffen.
kein gott, kein staat, kein vaterland,
keine gesetze und auch kein flaschenpfand
https://www.youtube.com/watch?v=J6SJoGeqBFo
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Provokateur » So 4. Mär 2018, 22:33

think twice hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:31)

Ich habe auch nur bestritten, dass es aufgrund bestehenden Gesetzesvorgaben wie Artikel 12 und 12a GG möglich ist.
Und eine 2/3 Mehrheit wird es für die geforderten erzieherischen Massnahmen, die du beschönigend Buergerdienst nennst, niemals geben.


Mit dem Brexit, Trump als Präsident und Rassisten im Bundestag hat auch lange niemand gerechnet. Ich wäre mir also an deiner Stelle nicht zu sicher ;)
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon think twice » So 4. Mär 2018, 22:38

Provokateur hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:33)

Mit dem Brexit, Trump als Präsident und Rassisten im Bundestag hat auch lange niemand gerechnet. Ich wäre mir also an deiner Stelle nicht zu sicher ;)

Das stimmt, aber es ist schon krass, dass dir zu deinen Forderungen nur (weitere) abschreckende Beispiele einfallen. ;)
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 4. Mär 2018, 22:38

Provokateur hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:30)

Ich sehe sie eher als Stabilitätsfaktor. Natürlich steht da der Staat im Mittelpunkt - aber der Staat besteht nun einmal aus seiner Bevölkerung.

Der Staat als Institution ist nicht die Bevölkerung, deshalb sind beide begrifflich auch verschieden. Der Staat tritt gegenüber dem Einzelnen, also auch gegenüber allen, als besondere und abgeschiedene Partei auf, mit eigenen Organen und eigenem Haushalt. Die Agenda des politischen Staates ist nicht die Summe oder der Kompromiss der Anliegen in der Bevölkerung.

Dem Staatshaushalt ist auf der Ausgabenseite auch nicht mehr anzusehen, zu welchen Teilen seine Mittel der Tätigkeit seiner Bevölkerung oder sonstiger Menschen entsprechen, etwa Durchreisender.

Da muss man politisch schon scharf hingucken, ob man das mit dem Staat so will oder lieber doch anders, weniger, nicht so "stabil".
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Provokateur » So 4. Mär 2018, 22:44

think twice hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:38)

Das stimmt, aber es ist schon krass, dass dir zu deinen Forderungen nur (weitere) abschreckende Beispiele einfallen. ;)


Wird mal Zeit für was gutes und sinnvolles, oder?

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:Der Staat als Institution ist nicht die Bevölkerung, deshalb sind beide begrifflich auch verschieden.


Der Staat besteht aus Staatsgebiet, Staatsform und Bevölkerung. Wir haben eine Demokratie, weswegen bei uns die Bevölkerung auch die Staatsform stellt.

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:Der Staat tritt gegenüber dem Einzelnen, also auch gegenüber allen, als besondere und abgeschiedene Partei auf, mit eigenen Organen und eigenem Haushalt. Die Agenda des politischen Staates ist nicht die Summe oder der Kompromiss der Anliegen in der Bevölkerung.


Alles in allem muss ich dir widersprechen. Der Staat ist der Überbrau, wenn man so will, der die Bevölkerung zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammenschweißt und der durch seine Bevölkerung geformt wird.

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:Dem Staatshaushalt ist auf der Ausgabenseite auch nicht mehr anzusehen, zu welchen Teilen seine Mittel der Tätigkeit seiner Bevölkerung oder sonstiger Menschen entsprechen, etwa Durchreisender.


Muss es das?

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:Da muss man politisch schon scharf hingucken, ob man das mit dem Staat so will oder lieber doch anders, weniger, nicht so "stabil".


Und da bin ich anderer Meinung. Freiheit braucht die Arbeit aller, um erhalten zu bleiben.
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Re: Umfrage: Mehrheit für Pflichtdienst in Deutschland?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 4. Mär 2018, 22:53

Provokateur hat geschrieben:(04 Mar 2018, 22:44)
Der Staat besteht aus Staatsgebiet, Staatsform und Bevölkerung. Wir haben eine Demokratie, weswegen bei uns die Bevölkerung auch die Staatsform stellt.

Das ist eine Fiktion von Staatsfetischisten. Praktisch ist der Staat von Heinz Müller und Katerina Krajewski klar zu unterscheiden. Der Staat hat ein von ihnen besonderes Eigentum, zu dem sie keine nominelle Aktie und keine praktischen Zugriffe haben. Er stellt ihnen auch eine Fülle von Anmaßungen entgegen, die sie nicht stellvertretend-anteilhaft einfach selber gegen andere Menschen wahrnehmen können. Der Versuch endet desaströs. Man sollte sich über den Staat keine Illusion machen. Dem hilft auch der Verweis auf die allgemeine Wahl nicht ab. Das führt jetzt aber etwas weit - die Frage hier im Thread ist eher danach, ob man diese Fülle von Anmaßungen noch "zur Stabilisierung" weiter anschwellen lassen sollte. Staatsidealisten könnten sich fragen, ob sich das für den Staat rechnet. Anhand meiner Argumente: Vermutlich nicht. Diese Frage möchte ich aber nicht zu der meinen machen. Meine Linse ist doch eher auf Menschen scharfgestellt, nicht auf den Staat.


Und da bin ich anderer Meinung. Freiheit braucht die Arbeit aller, um erhalten zu bleiben.

Wir wollen Freiheit nicht mit dem Staat verwechseln, der die Arbeit aller aufbraucht, um erhalten zu bleiben. Freiheit wird durch Zwangsdienste eher gestört.
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