Jerusalem

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Wie soll mit Jerusalem verfahren werden?

Die Stadt muß zwischen Israelis und Palästinenser geteilt werden!
46
23%
Jerusalem gehört den Israelis!
71
36%
Jerusalem gehört den Palästinensern!
18
9%
Jerusalem sollte eine Stadt unter UN-Verwaltung werden!
45
23%
Keine Ahnung!
19
10%
 
Abstimmungen insgesamt: 199
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Liegestuhl
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Re: Jerusalem

Beitragvon Liegestuhl » Mo 12. Feb 2018, 15:54

Alter Stubentiger hat geschrieben:(12 Feb 2018, 15:44)
Du sagst Israel ist ein beeindruckendes Land. Das stimmt. Man hat eine Demokratie (auch wenn mir die Regierung nicht passt). Ein funktionierende Wirtschaft, ein gutes Bildungssystem, hervorragende Unsiversitäten, Forschung auf Weltniveau. All dies hat Palästina nicht. Und die Palästinenser hatten nie eine Möglichkeit überhaupt nur in Richtung moderne Gesellschaft aufzubrechen.


Es gibt ausreichend arabische Länder, die diese Möglichkeit hatten und trotzdem nicht in Richtung moderne Gesellschaft aufgebrochen sind. Das könnte etwas mit der Stellung des Islams innerhalb der Gesellschaft zu tun haben. Ist aber nur eine Vermutung.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Keoma
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Re: Jerusalem

Beitragvon Keoma » Mo 12. Feb 2018, 15:58

Liegestuhl hat geschrieben:(12 Feb 2018, 15:54)

Es gibt ausreichend arabische Länder, die diese Möglichkeit hatten und trotzdem nicht in Richtung moderne Gesellschaft aufgebrochen sind. Das könnte etwas mit der Stellung des Islams innerhalb der Gesellschaft zu tun haben. Ist aber nur eine Vermutung.


Sagen wir so, der Islam hindert weder die mangelnde Selbstreflektion noch die Opferhaltung.
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
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Re: Jerusalem

Beitragvon tabernakel » Mo 12. Feb 2018, 16:17

Die EU will 1,2 Millionen Euro von Israel als Entschädigung für humanitäre Projekte in Palästina, die mit EU-Mittel finanziert und von der israelischen Armee zerstört wurden. Annähernd 400 bauliche Strukturen, darunter Wohnunterkünfte, Schulen, Kindergärten, Spielplätze sowie Wasser- und Stromleitungen, seien seit Netanjahus Regierungsübernahme im Jahre 2009 vorsätzlich abgerissen oder konfisziert worden, heißt es in dem Text. Im Namen der europäischen Steuerzahler fordere man zumindest den Kostenanteil der EU mit Zahlungsfrist zum 31. Dezember zurück.

Auch so ein Thema. Die EU fordert vehement von den Israelis einen Siedlungsstop, baut dann ohne Autorisierung Siedlungen für Palästinenser in Area C, und heult dann rum wenn die Israelis diese abreissen? Wenn wir schon der Meinung sind uns dort einmischen zu müssen und Siedlungsstopps fordern, dann bitteschön für alle! Und ja, das bedeutet inklusive Area A+B! Alles andere ist schlicht und ergreifend eine aktive Parteiname in einen seit 70 Jahren gärenden Landkonflikt! :mad:
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Eulenwoelfchen
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Re: Jerusalem

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mo 12. Feb 2018, 16:27

Alter Stubentiger hat geschrieben:(12 Feb 2018, 15:44)

Dann also weiter so? [/i]


Was meinen Sie damit genau? Oder vielmehr einseitigerweise: Wohl nur Israel? Darin liegt Ihr Problem, meiner Meinung nach.
Sie fordern ausschließlich ein Umdenken und Umschwenken der Politik Israels. Kein Wort über eine Änderung der paläst. Politik
und Verhaltensweise gegenüber Israel. Wie schon gesagt, man kann das so einseitig sehen.
Aber dann wird es genauso - weiter gehen.

[quote=](12 Feb 2018, 15:44)
http://www.fr.de/politik/israel-eu-will ... -a-1405142[/quote]
-----------------------------------------------
Wenn die FR solche Meldungen rund um die bekannt antissraelische Hauptstimme Inge Günther solche Meldungen in den Vordergrund stellt,
stellvertretend genannt für viele deutsche Leitmedien wie auch SZ oder SPIEGEL, zeigt das nur eines: Den ebenso antiisraelischen Kurs der EU, der leider seit langem nichts Neues darstellt. Insofern verwundert es auch nicht,
dass die EU diese Forderung aufstellt. Kein Wort darüber, dass die Politik sowohl von Hamas als auch Abbas/Fatah Milliarden an Fördergeldern und
Aufbauarbeit der EU vernichtete, weil man statt das Land zu entwickeln, lieber einen Krieg gegen Israel anzettelte.

Damit wären wir bei Ihrem weiter so. Die Palästinenser bekommen durchaus reichlich (auch finanziell) Unterstützung, um genau das, was sie fälschlicherweise
als "Null Chance" für die paläst. Bevölkerung bezeichnen, ad absurdum zu führen. Bei einer anderen, friedlichen Politik seitens der Palästinenser
könnte man dort weitaus weiter sein und durchaus eine positive, besonders für die jungen Leute dort, zukunftsorientierte Politik und Entwicklung
ins Werk setzen.

Warum aber geschieht das nicht? Haben Sie sich das schon einmal gefragt? - Das liegt sicher nicht an Israel. Um ihnen einen kleinen Tipp zu geben.

Sofern Sie - oder die EU - oder wer auch immer, ständig nur Israel in die Pflicht nehmen wollen, von der Politik der Hamas und Fatah (incl. Herrn Abbas)
aber so gut wie nichts an einer Änderung des "weiter so" fordern, wird es dabei bleiben.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 12. Feb 2018, 18:31

Liegestuhl hat geschrieben:(12 Feb 2018, 15:54)

Es gibt ausreichend arabische Länder, die diese Möglichkeit hatten und trotzdem nicht in Richtung moderne Gesellschaft aufgebrochen sind. Das könnte etwas mit der Stellung des Islams innerhalb der Gesellschaft zu tun haben. Ist aber nur eine Vermutung.


Religion ist immer ein Problem wenn sie mit patriarchalischen Strukturen zusammen trifft. Kann man auch bei den extremen ultraorthodoxen Juden in Israel sehen. Die leben in ihrer eigenen Welt des Mittelalters. Ähnliche Probleme gibt es im hinduistischen Indien. Da halten Angehörige der höhere Kasten mit Verweis auf die Religion die niederen Kasten und Unberührbaren klein. Man sollte sich nicht auf diese Ebene begeben. Das sind alles nur Ausreden. Ein so fortschrittliches Land wie Israel sollte sich nicht auf diese Position zurückziehen.
Zuletzt geändert von Alter Stubentiger am Mo 12. Feb 2018, 18:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 12. Feb 2018, 18:37

tabernakel hat geschrieben:(12 Feb 2018, 16:17)

Auch so ein Thema. Die EU fordert vehement von den Israelis einen Siedlungsstop, baut dann ohne Autorisierung Siedlungen für Palästinenser in Area C, und heult dann rum wenn die Israelis diese abreissen? Wenn wir schon der Meinung sind uns dort einmischen zu müssen und Siedlungsstopps fordern, dann bitteschön für alle! Und ja, das bedeutet inklusive Area A+B! Alles andere ist schlicht und ergreifend eine aktive Parteiname in einen seit 70 Jahren gärenden Landkonflikt! :mad:


Warum gibt es keine Autorisierung für Kindergärten? Werden die Kindergärten der Siedler auch abgerissen? Wie sieht es überhaupt mit Baugenehmigungen, Strom und Wasserleitungen aus? Warum ist es für Palästinenser so schwierig so etwas bauen zu dürfen? Warum hat Israel ein Problem damit wenn die EU versucht dass zu tun was Israel eigentlich tun könnte um ein besseres Verhältnis zu erreichen?
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Re: Jerusalem

Beitragvon Vongole » Mo 12. Feb 2018, 18:39

Alter Stubentiger hat geschrieben:(12 Feb 2018, 18:31)

Religion ist immer ein Problem wenn sie mit patriarchalischen Strukturen zusammen trifft. Kann man auch bei den extremen ultraorthodoxen Juden in Israel sehen. Die leben in ihrer eigenen Welt des Mittelalters. Ähnliche Probleme gibt es im hinduistischen Indien. Da halten Angehörige der höhere Kasten mit Verweis auf die Religion die niederen Kasten und Unberührbaren klein. Man sollte sich nicht auf diese Ebene begeben. Das sind alles nur Ausreden. Ein so fortschrittliches Land wie Israel sollte sich nicht auf diese Position zurückziehen.


Du verdrehst die Tatsachen, auf diese Strukturen ziehen sich die Palästinenser zurück und nähren damit ihren Israelhass.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 12. Feb 2018, 18:53

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(12 Feb 2018, 16:27)

Was meinen Sie damit genau? Oder vielmehr einseitigerweise: Wohl nur Israel? Darin liegt Ihr Problem, meiner Meinung nach.
Sie fordern ausschließlich ein Umdenken und Umschwenken der Politik Israels. Kein Wort über eine Änderung der paläst. Politik
und Verhaltensweise gegenüber Israel. Wie schon gesagt, man kann das so einseitig sehen.
Aber dann wird es genauso - weiter gehen.

(12 Feb 2018, 15:44)
http://www.fr.de/politik/israel-eu-will ... -a-1405142
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Wenn die FR solche Meldungen rund um die bekannt antissraelische Hauptstimme Inge Günther solche Meldungen in den Vordergrund stellt,
stellvertretend genannt für viele deutsche Leitmedien wie auch SZ oder SPIEGEL, zeigt das nur eines: Den ebenso antiisraelischen Kurs der EU, der leider seit langem nichts Neues darstellt. Insofern verwundert es auch nicht,
dass die EU diese Forderung aufstellt. Kein Wort darüber, dass die Politik sowohl von Hamas als auch Abbas/Fatah Milliarden an Fördergeldern und
Aufbauarbeit der EU vernichtete, weil man statt das Land zu entwickeln, lieber einen Krieg gegen Israel anzettelte.

Damit wären wir bei Ihrem weiter so. Die Palästinenser bekommen durchaus reichlich (auch finanziell) Unterstützung, um genau das, was sie fälschlicherweise
als "Null Chance" für die paläst. Bevölkerung bezeichnen, ad absurdum zu führen. Bei einer anderen, friedlichen Politik seitens der Palästinenser
könnte man dort weitaus weiter sein und durchaus eine positive, besonders für die jungen Leute dort, zukunftsorientierte Politik und Entwicklung
ins Werk setzen.

Warum aber geschieht das nicht? Haben Sie sich das schon einmal gefragt? - Das liegt sicher nicht an Israel. Um ihnen einen kleinen Tipp zu geben.

Sofern Sie - oder die EU - oder wer auch immer, ständig nur Israel in die Pflicht nehmen wollen, von der Politik der Hamas und Fatah (incl. Herrn Abbas)
aber so gut wie nichts an einer Änderung des "weiter so" fordern, wird es dabei bleiben.


Von Fatah und Hams erwarte ich nichts. Die sind so schlecht für alle daß man da nicht drüber zu disktieren braucht. Es kann nur besser werden wenn man die palästinensischen Führer vor ihrem eigenen Volk schlecht aussehen lässt. Gegenübe der DDR gab es mal eine Politik die nannte sich "Wandel durch Annäherung". Kern war die Beziehungen auf allen Ebenen zu verbessern und dies natürlich bei der jeder Gelegenheit in den Medien darzustellen. Das war eine langfristige Politik die sicher mitgeholfen daß die DDR-Bevölkerung die BRD positiv und als erstrebenswertes Ideal anzusehen und diese von ihrer Führung zu entfremden.

Man kann die Situation in Palästina sicher nicht mit der in der DDR vergleichen.

Es geht mir nur darum zu zeigen dass man einfach mal neue Wege suchen muß wenn die alten ausgelatschten Pfade nicht mehr weiterführen.
Zuletzt geändert von Alter Stubentiger am Di 13. Feb 2018, 08:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Alter Stubentiger » Mo 12. Feb 2018, 18:56

Vongole hat geschrieben:(12 Feb 2018, 18:39)

Du verdrehst die Tatsachen, auf diese Strukturen ziehen sich die Palästinenser zurück und nähren damit ihren Israelhass.

Du machst es dir ganz, ganz einfach.
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Re: Jerusalem

Beitragvon tabernakel » Mo 12. Feb 2018, 19:28

Alter Stubentiger hat geschrieben:(12 Feb 2018, 18:37)
Warum gibt es keine Autorisierung für Kindergärten? Werden die Kindergärten der Siedler auch abgerissen? Wie sieht es überhaupt mit Baugenehmigungen, Strom und Wasserleitungen aus?

Ja, die Kindergärten von illegalen Siedlern werden auch abgerissen falls Du's noch nicht mitbekommen hast: After 22 years, Israel dismantles illegal outpost of Amona. Gegen erbitterten Widerstand der Extremisten unter den Siedlern, wie Du Dir vorstellen kannst.

Alter Stubentiger hat geschrieben:Warum ist es für Palästinenser so schwierig so etwas bauen zu dürfen? Warum hat Israel ein Problem damit wenn die EU versucht dass zu tun was Israel eigentlich tun könnte um ein besseres Verhältnis zu erreichen?

In Area A+B bauen die Palästinenser nach belieben, und fleissig. Da dort keiner einen Baustopp fordert wäre es nur recht und billig den Israelis zuzugestehen dass sie ungehindert in Ostjerusalem und den größeren Siedlungsblöcken bauen. Denn sonst wird einer Seite in einem Landkonflikt eine Restriktion aufgebürdet die die andere nicht hat, was letztlich einer massiven Parteinahme gleichkommt.

Area C dagegen ist genau das Gebiet welches (neben Ostjerusalem) zwischen beiden Parteien primär umstritten ist, und welches wohl am Ende aufgeteilt werden wird. Da hat keine der beiden Seiten ein Interesse daran dass sich die jeweils andere dort ausbreitet, da das im Gegenzug die eigene Verhandlungsposition schwächt - nicht mehr, nicht weniger. Und daher ist es sowohl für Israelis als auch für Palästinenser sehr schwer in Area C zu bauen. Gibt's da Schlupflöcher? Ja, gab's für beide Seiten immer wieder. Gerade die illegalen Siedler haben immer wieder vom Dauerterror und unilateralen Aktionen der Palästinenser profitiert, weil das gerade in den 80ern durch die Israelis im Gegenzug mit retroaktiver Legalisierung von (damals illegalen) Siedlungen beantwortet wurde. Genauso haben natürlich die Palästinenser versucht bestehende Siedlungen illegal zu vergrößern und neue zu schaffen. Und ja, das mag zu Zeiten auch zu einer Art Wild-West Mentalität unter einigen Israelischen Siedlern geführt haben, die dann glaubten man müsse nur den Wunschhügel besetzen, die Legalisierung käme dann schon von selbst wenn man nur fest genug dran glaubt, auch weil die Palis das morden von Zivilisten nicht sein lassen können. Ist inzwischen aber auch schon länger Schnee von gestern, die Siedlungen werden heute zwar weiterhin ausgebaut wenn die Palästinenser unilateral handeln, aber es kommen schon seit langem kaum noch neue hinzu.

Und das alles ändert eines nicht: Es gibt keine moralische Äquivalenz zwischen Häuserbau und Auftragsterror, nicht mal ansatzweise! Egal was man vom Israelischen Siedlungsbau hält. Und daher hoffe ich auf den Tag wenn sich die politischen Führer sowohl der Hamas als auch der Fatah vor dem ICC wieder finden und für ihre Taten verantworten müssen, im selbstgeschaufelten Ungemach: Das würde ne lange Liste von schwerwiegenden Anklagepunkten, und von denen ist aus meiner Sicht keiner unschuldig. Bin mir auch sicher wir finden noch ein paar Gefängniszellen neben denen der Schergen die vom IS übrig sind ...

Und bevor Du jetzt noch den letzten Strohhalm auspackst und Dich beschwerst dass die armen Palis doch keinen Staat haben: Frag Dich mal warum Abbas in den letzten 10 Jahren nicht einfach auf seinen Balkon getreten ist und einen für Area A+B plus Gaza ausgerufen hat, statt vor der UN zu plärren. Die Israelis könnten ihn kaum daran hindern, Ansprüche auf Teile von Area C würde er damit auch nicht aufgeben, und einen einmal ausgerufenen Staat überrollen könnten sich die Israelis diplomatisch auch nicht leisten (im Gegensatz zur Türkei, die darf so was offensichtlich). Wenn Abbas wöllte hätte er morgen einen Staat, aber auf Opfer machen ist halt erfolgsversprechender wenn das einzige Ziel die Zerstörung des Staates der anderen Seite ist.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Vongole » Mo 12. Feb 2018, 21:56

Alter Stubentiger hat geschrieben:(12 Feb 2018, 18:56)

Du machst es dir ganz, ganz einfach.


Nein, ich seh es realistisch, und ich hab die bevormundende Art satt, mit der Israel die Bringschuld für alles abverlangt wird, was im nahen Osten im Argen liegt.
Selbst dafür, dass die Palis ihren Mors nicht hochkriegen, um ihre Situation zu ändern, sprich ihre korrupten terrroristischen Führer in die Wüste zu schicken, um dann mit Israel zu verhandeln.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Tom Bombadil » Di 13. Feb 2018, 01:22

So sieht es aus, Vongole! :thumbup:
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Re: Jerusalem

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 13. Feb 2018, 08:36

tabernakel hat geschrieben:(12 Feb 2018, 19:28)

Ja, die Kindergärten von illegalen Siedlern werden auch abgerissen falls Du's noch nicht mitbekommen hast: After 22 years, Israel dismantles illegal outpost of Amona. Gegen erbitterten Widerstand der Extremisten unter den Siedlern, wie Du Dir vorstellen kannst.

Das war ein einmaliger Fall weil die Beweislage gegen die Siedler letztlich zu erdrückend war. Besonders obskur erscheint mir daß Amona wohl mit Hilfe von Staatsgeldern gebaut wurde (Quelle: Wikipedia). Wenige Tage später wurden Hunderte von illegalen Bauten in Ostjerusalem im Nachhinein legalisiert.

Also bitte. Unterlasse es solche Statements zu verbreiten die nur die Wahrheit verschleiern.

In Area A+B bauen die Palästinenser nach belieben, und fleissig. Da dort keiner einen Baustopp fordert wäre es nur recht und billig den Israelis zuzugestehen dass sie ungehindert in Ostjerusalem und den größeren Siedlungsblöcken bauen. Denn sonst wird einer Seite in einem Landkonflikt eine Restriktion aufgebürdet die die andere nicht hat, was letztlich einer massiven Parteinahme gleichkommt.

Area C dagegen ist genau das Gebiet welches (neben Ostjerusalem) zwischen beiden Parteien primär umstritten ist, und welches wohl am Ende aufgeteilt werden wird. Da hat keine der beiden Seiten ein Interesse daran dass sich die jeweils andere dort ausbreitet, da das im Gegenzug die eigene Verhandlungsposition schwächt - nicht mehr, nicht weniger. Und daher ist es sowohl für Israelis als auch für Palästinenser sehr schwer in Area C zu bauen. Gibt's da Schlupflöcher? Ja, gab's für beide Seiten immer wieder. Gerade die illegalen Siedler haben immer wieder vom Dauerterror und unilateralen Aktionen der Palästinenser profitiert, weil das gerade in den 80ern durch die Israelis im Gegenzug mit retroaktiver Legalisierung von (damals illegalen) Siedlungen beantwortet wurde. Genauso haben natürlich die Palästinenser versucht bestehende Siedlungen illegal zu vergrößern und neue zu schaffen. Und ja, das mag zu Zeiten auch zu einer Art Wild-West Mentalität unter einigen Israelischen Siedlern geführt haben, die dann glaubten man müsse nur den Wunschhügel besetzen, die Legalisierung käme dann schon von selbst wenn man nur fest genug dran glaubt, auch weil die Palis das morden von Zivilisten nicht sein lassen können. Ist inzwischen aber auch schon länger Schnee von gestern, die Siedlungen werden heute zwar weiterhin ausgebaut wenn die Palästinenser unilateral handeln, aber es kommen schon seit langem kaum noch neue hinzu.

Und das alles ändert eines nicht: Es gibt keine moralische Äquivalenz zwischen Häuserbau und Auftragsterror, nicht mal ansatzweise! Egal was man vom Israelischen Siedlungsbau hält. Und daher hoffe ich auf den Tag wenn sich die politischen Führer sowohl der Hamas als auch der Fatah vor dem ICC wieder finden und für ihre Taten verantworten müssen, im selbstgeschaufelten Ungemach: Das würde ne lange Liste von schwerwiegenden Anklagepunkten, und von denen ist aus meiner Sicht keiner unschuldig. Bin mir auch sicher wir finden noch ein paar Gefängniszellen neben denen der Schergen die vom IS übrig sind ...

Und bevor Du jetzt noch den letzten Strohhalm auspackst und Dich beschwerst dass die armen Palis doch keinen Staat haben: Frag Dich mal warum Abbas in den letzten 10 Jahren nicht einfach auf seinen Balkon getreten ist und einen für Area A+B plus Gaza ausgerufen hat, statt vor der UN zu plärren. Die Israelis könnten ihn kaum daran hindern, Ansprüche auf Teile von Area C würde er damit auch nicht aufgeben, und einen einmal ausgerufenen Staat überrollen könnten sich die Israelis diplomatisch auch nicht leisten (im Gegensatz zur Türkei, die darf so was offensichtlich). Wenn Abbas wöllte hätte er morgen einen Staat, aber auf Opfer machen ist halt erfolgsversprechender wenn das einzige Ziel die Zerstörung des Staates der anderen Seite ist.


Das ist deine Darstellung. In meinen Augen versucht die EU nur das Leben von Menschen zu verbessern die dort schon leben. Es geht da nicht um illegale Zuwanderung. Ich verstehe deine Haltung da nicht. Jeder Kindergarten mehr, jede Stromleitung für einen armen Beduinen (und andere Leute gibts da gar nicht) nutzt Israel. Ein Beduine der mit seinen Olivenbäumen beschäftigt ist und abends Strom für den Fernseher hat sicher weniger Interesse daran Bomben zu bauen.

Außerdem verstehe ich deine Argumentation sowieso nicht. Baugenehmigungen gibt es für Einzelpersonen. Nicht für Völker.

Der palästinensische Staat ist sowieso obsolet. Aus einem Flickenteppich kann man keinen Staat machen. Nur einen gemeinsamen Staat. Aber dass ist wohl für alle zu visionär.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 13. Feb 2018, 08:46

Vongole hat geschrieben:(12 Feb 2018, 21:56)

Nein, ich seh es realistisch, und ich hab die bevormundende Art satt, mit der Israel die Bringschuld für alles abverlangt wird, was im nahen Osten im Argen liegt.
Selbst dafür, dass die Palis ihren Mors nicht hochkriegen, um ihre Situation zu ändern, sprich ihre korrupten terrroristischen Führer in die Wüste zu schicken, um dann mit Israel zu verhandeln.


Das wäre zwar gut ist aber unrealistisch. Die Idee das Volk für ihre Führer zu bestrafen um das Volk dazu zu bringen ihre Führer zu beseitigen ist schon sehr alt und funktioniert nicht. Man muß schon verstehen wie es Leute wie Assad machen dass sie quasi nicht zu beseitigen sind. Und vor allem wo ist denn eine Alternative zu Abbas? In der Regel kommen nach einem Umsturz immer Leute dran die den richtigen Machtinstinkt haben. Oder es kommt zum Bürgerkrieg. Darum hat Israel kein echtes Interesse daran Abbas loszuwerden.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Liegestuhl » Di 13. Feb 2018, 10:28

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Feb 2018, 08:46)
Die Idee das Volk für ihre Führer zu bestrafen um das Volk dazu zu bringen ihre Führer zu beseitigen ist schon sehr alt und funktioniert nicht.


Es muss ja gar nicht ums "bestrafen" gehen. Es würde reichen, wenn man den palästinensischen und arabischen Führern klar macht, dass dieser Weg falsch ist und man ihn nicht weiter mitgeht. Stattdessen werden die Araber immer weiter in die Unmündigkeit getrieben und in ihrem Opfermythos bestätigt.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Tom Bombadil » Di 13. Feb 2018, 10:45

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Feb 2018, 08:36)

Aber dass ist wohl für alle zu visionär.

Vor allen Dingen für diejenigen, die den Juden einen eigenen Staat und damit einen Rückzugsort gönnen, wohin sie fliehen können, sollte es mal wieder zu Judenverfolgungen kommen. Das gefällt natürlich nicht jedem.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 13. Feb 2018, 11:32

Liegestuhl hat geschrieben:(13 Feb 2018, 10:28)

Es muss ja gar nicht ums "bestrafen" gehen. Es würde reichen, wenn man den palästinensischen und arabischen Führern klar macht, dass dieser Weg falsch ist und man ihn nicht weiter mitgeht. Stattdessen werden die Araber immer weiter in die Unmündigkeit getrieben und in ihrem Opfermythos bestätigt.


Wie will du es Führern klar machen daß ihr Weg falsch ist? Wie willst du es Putin klar machen? Oder Maduro in Venezuela? Oder Kim in Nordkorea?
Sag es mir! Wieso fällt keinem was anderes ein als Sanktionen was letztlich auf eine Bestrafung des Volks hinausläuft.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Tom Bombadil » Di 13. Feb 2018, 11:36

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Feb 2018, 11:32)

Sag es mir!

Wie konnte denn das Volk dem DDR-Regime klarmachen, dass es nicht mehr mit seiner Politik einverstanden ist?
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Re: Jerusalem

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 13. Feb 2018, 11:39

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Feb 2018, 10:45)

Vor allen Dingen für diejenigen, die den Juden einen eigenen Staat und damit einen Rückzugsort gönnen, wohin sie fliehen können, sollte es mal wieder zu Judenverfolgungen kommen. Das gefällt natürlich nicht jedem.


Wer in diesem Thread hat den Juden das Recht auf einen eigenen Staat abgesprochen? Ich ganz sicher nicht. Das sollte man mir auch nicht durch so ein verklausuliertes Statement unterstellen.

Tatsächlich äußere ich mich nur zum Verhalten Israels in den besetzten Gebieten. Und ich merke daß mir bei dieser Kritik der blanke Hass entgegenschlägt.
Das ist mir bisher nur in rechten Foren passiert wo man freilich noch einen Schritt weiterging und mir mitunter mit der "Abrechnung" drohte wenn es zur ersehnten Machtübernahme kommt.
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Re: Jerusalem

Beitragvon Liegestuhl » Di 13. Feb 2018, 11:42

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Feb 2018, 11:32)

Wie will du es Führern klar machen daß ihr Weg falsch ist?


Im Fall der Palästinenser: Indem man ihnen keine Beachtung mehr schenkt, wenn sie sich in die Opferrolle zurückziehen. Wenn sie merken, dass sie damit nicht durchkommen, müssen sie sich andere Wege suchen.

Wenn ich als kleines Kind meinen Willen nicht durchbekam, habe ich angefangen zu heulen. Es gibt noch unzählige Fotos auf denen ich beleidigt und schmollend in der Ecke stehe. Zum Glück haben mir meine Eltern das nicht durchgehen lassen und ich stellte irgendwann fest, dass ich mit der Heulerei keinen Erfolg hatte. Ich musste also lernen, mich auf sachlichem Wege um meine Angelegenheiten zu kümmern. Das müssen die Araber auch und der Vergleich mit einem kleinen Kind ist nach sachlichen Kriterien nicht allzu weit hergeholt.
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