[SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

Moderator: Moderatoren Forum 1

Positiv Denkender
Beiträge: 3522
Registriert: Sa 16. Apr 2016, 16:51

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Positiv Denkender » Sa 3. Feb 2018, 18:26

Alter Stubentiger hat geschrieben:(03 Feb 2018, 18:03)


Das ist nur wieder so eine Behauptung. Normale Arbeitnehmer müssen auch immer wieder Änderungen in ihrer Absicherung hinnehmen. Es ist nur eine Frage des politischen Willens.

Nee ist es nicht . Beamten hat man Besoldung und Zuzahlung bei der KV genau wie die Pensionsregel.
Man kann nicht Beamten Pensions Ansprüche und KV streichen . Der Staat müsste den AG Anteil zahlen somit auch die
Bruttogehälter der Beamten anheben . 1. Das könnte er sich finanziell nicht leisten . 2. Es würden sich noch weniger
Menschen für eine Beamtenlaufbahn entscheiden .Welche Verschlechterung bei der KV müssen GV hinnehmen ?
Wenn überhaupt kann man Umstellungen nur bei Neueinstellungen vornehmen . Selbst das würde den Staat mehr Geld kosten .
Oder möchtest du die Nettogehälter der Beamten kürzen ? Beamte verdienen, bei gleicher Ausbildung ,weitaus weniger als AN in der freien Wirtschaft . Für GV würde sich nichts verändern .
Benutzeravatar
Alter Stubentiger
Beiträge: 3599
Registriert: Fr 6. Jan 2012, 08:20
Benutzertitel: Sozialdemokrat

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 3. Feb 2018, 19:42

Positiv Denkender hat geschrieben:(03 Feb 2018, 18:26)

Nee ist es nicht . Beamten hat man Besoldung und Zuzahlung bei der KV genau wie die Pensionsregel.
Man kann nicht Beamten Pensions Ansprüche und KV streichen . Der Staat müsste den AG Anteil zahlen somit auch die
Bruttogehälter der Beamten anheben . 1. Das könnte er sich finanziell nicht leisten . 2. Es würden sich noch weniger
Menschen für eine Beamtenlaufbahn entscheiden .Welche Verschlechterung bei der KV müssen GV hinnehmen ?
Wenn überhaupt kann man Umstellungen nur bei Neueinstellungen vornehmen . Selbst das würde den Staat mehr Geld kosten .
Oder möchtest du die Nettogehälter der Beamten kürzen ? Beamte verdienen, bei gleicher Ausbildung ,weitaus weniger als AN in der freien Wirtschaft . Für GV würde sich nichts verändern .


Was für ein Unfug. Dir ist nicht klar wie teuer die PKV für den Staat ist. Mit der PKV wird der Staat dann auch gleich die 100% Lohnfortzahlung für Beamte los. Auch so ein nicht zu rechtfertigendes Privileg. Und wer besonders lange krank feiert kann auch frühpensioniert werden. Natürlich ebenfalls die volle Pension. Unabhängig vom Lebensalter.

Alles Kosten die mit der normalen Absicherung für normal sterbliche Arbeitnehmer niemals anfallen. Wer da wegen Krankheit in Rente geht muß schon einen fehlenden Arm vorweisen und darf dann von einer mickrigen Erwerbsunfähigkeitsrente leben.

Und Beamte gibt es Unterschiedliche. In de Verwaltung sitzen die Unfähigen die ohnehin nie in die freie Wirtschaft gehen würden. Und bei Polizei/ Feuerwehr ist das Problem hausgemacht. Da wurde gerade unter schwarz/gelben Regierungen extrem Personal abgebaut. Klar daß man jetzt in Zeiten der Hochkonjunktur keine neuen Leute kriegt. Die PKV ist da keine große Hilfe. Mach dir nichts vor. Die Beamten sind der letzte Strohhalm für die PKV. Junge Gutverdiener meiden die PKV immer häufiger weil viele mitkriegen welche Probleme sich, wenn es schlecht läuft, aus der PKV ergeben können.

Die PKV ist ebenso ein Anachronismus wie die Kapital-Lebensversicherung. Manche Dinge sind einfach nicht mehr zeitgemäss.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
Positiv Denkender
Beiträge: 3522
Registriert: Sa 16. Apr 2016, 16:51

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Positiv Denkender » So 4. Feb 2018, 14:59

Alter Stubentiger hat geschrieben:(03 Feb 2018, 19:42)

Was für ein Unfug. Dir ist nicht klar wie teuer die PKV für den Staat ist. Mit der PKV wird der Staat dann auch gleich die 100% Lohnfortzahlung für Beamte los. Auch so ein nicht zu rechtfertigendes Privileg. Und wer besonders lange krank feiert kann auch frühpensioniert werden. Natürlich ebenfalls die volle Pension. Unabhängig vom Lebensalter.

Alles Kosten die mit der normalen Absicherung für normal sterbliche Arbeitnehmer niemals anfallen. Wer da wegen Krankheit in Rente geht muß schon einen fehlenden Arm vorweisen und darf dann von einer mickrigen Erwerbsunfähigkeitsrente leben.

Und Beamte gibt es Unterschiedliche. In de Verwaltung sitzen die Unfähigen die ohnehin nie in die freie Wirtschaft gehen würden. Und bei Polizei/ Feuerwehr ist das Problem hausgemacht. Da wurde gerade unter schwarz/gelben Regierungen extrem Personal abgebaut. Klar daß man jetzt in Zeiten der Hochkonjunktur keine neuen Leute kriegt. Die PKV ist da keine große Hilfe. Mach dir nichts vor. Die Beamten sind der letzte Strohhalm für die PKV. Junge Gutverdiener meiden die PKV immer häufiger weil viele mitkriegen welche Probleme sich, wenn es schlecht läuft, aus der PKV ergeben können.

Die PKV ist ebenso ein Anachronismus wie die Kapital-Lebensversicherung. Manche Dinge sind einfach nicht mehr zeitgemäss.

Behauptest du .Deine Berichterstattung gegenüber Beamte werde ich nicht kommentieren.
Dir scheint nicht klar zu sein wie teuer es dem Staat käme wenn Beamte in die GKV eingegliedert würden .
Die Brutto Löhne müssten angehoben werden und der Staat müsste dann den AG Anteil übernehmen .
Wenn es denn so ist dass jüngere Menschen (die müssten ja über der Bemessungsgrenze liegen was für Berufsanfänger
selten zutrifft )in die GKV gehen warum jammerst du den und plädierst für den Einheitsbrei .
Die 2 Klassen Medizin beruht auf Behauptungen von Sozis und Linken .Wartezeiten haben nichts aber auch gar nichts mit
angeblicher Bevorzugung von PV zu tun sondern allein mit der Auslastung von Praxen .Eine reine Lüge zu behaupten weil
2-3 PV eher einen Termin bekommen müssten GV 4-6 Wochen länger warten . Nebenbei auch völlig unlogisch .
Benutzeravatar
syna
Beiträge: 423
Registriert: Fr 30. Okt 2015, 08:04

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon syna » So 4. Feb 2018, 22:28

syna hat geschrieben:Für 2015 sind die Gesamtausgaben der GKVen 200 Mrd. Euro, die der PKVen
30 Mrd. Euro, das entspricht knapp 9 % der Gesamtausgaben im
Gesundheitssystem. Medizinische Großgeräte werden im laufenden Betrieb im
obigen Verhältnis - also zu 91% - von der GKV finanziert.

Die Solidargemeinschaft - GKVen und Steuerzahler - zahlen allerdings insgesamt
mehr als die 91%. Denn die gesamte Infrastruktur der Krankenhäuser wird
alleine von den Ländern finanziert. Hierzu gehören auch alle Großgeräte, im
Wesentlichen MRTs, CTs, OP-Einrichtungen usw.

Und trotzdem werden diese Einrichtungen überproportional von den
PKV-Versicherten genutzt.


Realist2014 hat geschrieben:(03 Feb 2018, 16:43)

da die PKV Versicherten sie "überproportional" nutzen, BEZAHLEN sie logischerweise auch überproportional.
nämlich das 2-3 fache pro NUTZUNG.
somit bezahlen sie NUR bei der "Technik" wesentlich MEHR als die 9%.
egal ob bei Krankenhäusern oder Praxen.
deswegen werden die PKV Versicherten ja "bevorzugt"


jorikke hat geschrieben:Die Untersuchungen an den Großgeräten werden von Ärzten angeordnet, weil sie dann höher abrechnen können, die Geräte sind besser ausgelastet und amortisieren sich eher, das kommt den GKV Versicherten zugute. Solange die PKV Versicherungen das Spiel mitmachen, sollte man sich nicht beschweren.


@Realist2014 + @jorikke:

Bei der Betrachtung "Wer was bezahlt" müssen wir immer
auseinanderhalten:

1. Investitionskosten
2. Laufende Kosten

--------------------------------------------------------------------------------------

Bei (2) den "laufenden Kosten" habt ihr recht: Dadurch, dass die PKV-
Patienten pro Behandlungspunkt nach GOÄ 2-4,3 mal höher abgerechnet
werden, bezahlen sie an dieser Stelle auch mehr. Aufgrund dieser höheren
Bezahlung werden sie auch tendenziell öfter in den Genuss der
Großgerätediagnostik (MRT, CT, Szintigramm usw.) kommen. Und sie
tragen dadurch erheblich zur Finanzierung dieser Großgeräte bei. Diese
Finanzierung ist aber in den obigen 9% der Gesamtausgaben der PKVen
enthalten.

Bei (1) den "Investitionen" - d.h. dem Bau der Krankenhäuser und der Erst-
ausstattung mit Großgeräten - jedoch zahlt dies die Gemeinschaft aller
Steuerzahler. Und das ist mein Argument: Insgesamt zahlt die Gemeinschaft die
Großgeräte (die Investitonen nämlich vollständig!) - aber PKVler kommen öfter
als es ihr Anteil an den gesamten Patienten ausmacht - daher
"überproportional" - in den Genuß durch die Geräte.

--------------------------------------------------------------------------------------

Aber zurück zu (2):

Bei den "Laufenden Kosten" ist der Anteil der PKV-ler bezüglich der Kosten
der Großgeräte in der Tat hoch. Diese Tatsache offenbart aber gerade, dass wir
eine 2-Klassenmedizin haben.

Denn immer dann, wenn der Arzt sich in einem "Graubereich" befindet, d.h.
wenn es einen Verdacht gibt, aber nicht so richtig klar ist, wie's weitergehen soll
- bei der Diagnose oder bei der Therapie - dann wird der Arzt bei einem PKV-
Patient eher geneigt sein, weitere, teuere Diagnosen (oder Therapien) zu
veranlassen. Deshalb kommen ja gerade mehr PKV-Patienten zu den
Großgeräten!

Das sieht ja sogar Realist2014 ein:
Realist2014 hat geschrieben:deswegen werden die PKV Versicherten ja "bevorzugt"

Und genau darum geht es bei der Einführung einer Bürgerversicherung:
Jeder soll - unabhängig von seiner finanziellen Leistungsfähigkeit - die
gleiche gute medizinische Versorgung erhalten. Es soll keine
"Bevorzugung" geben - und die Ineffizienzien aufgrund dieser Bevorzugung,
die für alle das Gesundheitssystem teurer machen, sollen abgebaut werden.
--~~/§&%"$!\~~--
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 2667
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Ger9374 » Mo 5. Feb 2018, 06:04

Meine Frau ist PV.
Sie wird wie früher als sie noch Gkv war gut behandelt. Die Rechnungen sind wirklich um ein vielfaches höher , da sie ja alle Rechnungen sammelt und einreicht sieht sie das.
Sie wird nicht im wartezimmer vorgezogen, bei manchem Facharzt wartet sie auf einen Termin bis zu 3 monate.Obwohl sie regelmässige termine dort hat.Wenn mal ein patient nicht kommt wird sie wie alle anderen in den genuss des arztes etwas früher kommen. Trotzdem wundere ich mich was sich die leute mit dem begriff 2 klassen medezin so zusammenreimen.Habt ihr schon mal eine praxis mit getrennten wartezimmern für PV und GKV versicherte gesehen, ich nicht!
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
Wähler
Beiträge: 4047
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Wähler » Mo 5. Feb 2018, 06:37

Ger9374 hat geschrieben:(05 Feb 2018, 06:04)
Meine Frau ist PV.
Sie wird wie früher als sie noch Gkv war gut behandelt. Die Rechnungen sind wirklich um ein vielfaches höher , da sie ja alle Rechnungen sammelt und einreicht sieht sie das.
Sie wird nicht im wartezimmer vorgezogen, bei manchem Facharzt wartet sie auf einen Termin bis zu 3 monate.Obwohl sie regelmässige termine dort hat.Wenn mal ein patient nicht kommt wird sie wie alle anderen in den genuss des arztes etwas früher kommen. Trotzdem wundere ich mich was sich die leute mit dem begriff 2 klassen medezin so zusammenreimen.Habt ihr schon mal eine praxis mit getrennten wartezimmern für PV und GKV versicherte gesehen, ich nicht!

Es gibt persönliche Erfahrungen und empirische Studien:
https://www.aerztezeitung.de/politik_ge ... hteil.html
Ärtzezeitung 5. Mai 2017 Nach einer aktuellen Erhebung der Grünen geht bei den Wartezeiten bei niedergelassenen Fachärzten die Schere zwischen Kassen- und Privatpatienten weiter auseinander
"Auf Initiative der Bundestagsabgeordneten aus Münster hatten Anrufer je zwei Mal in 405 Facharztpraxen in Nordrhein-Westfalen angerufen und um einen Termin gebeten – einmal als Kassenpatient, das nächste Mal als Privatpatient...Im Schnitt mussten Kassenpatienten rund 27 Tage länger auf einen Termin warten als Privatversicherte. Bei einer ähnlichen Erhebung vor zwei Jahren hatte die Differenz noch 20 Tage betragen. Nach Angaben von Klein-Schmeink hat sich dieser Trend auch bei Untersuchungen in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg gezeigt.
Klein-Schmeink macht darauf aufmerksam, dass es bei den Anfragen nicht um planbare Termine gegangen sei. Die Anrufer hätten Beschwerdebilder genannt, die das Wohlbefinden beeinträchtigen und bei denen weiteres Warten zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands führen konnte."
siehe auch eine andere Studie und Umfrage:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/g ... -1.3820465
SZ 11. Januar 2018 Am Ende des Quartals schicken Ärzte Kassenpatienten weg.
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/p ... -1.3822294
SZ 13. Januar 2018 Privat und gesetzlich Versicherte berichten der SZ über ihre Erlebnisse
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
syna
Beiträge: 423
Registriert: Fr 30. Okt 2015, 08:04

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon syna » Di 6. Feb 2018, 12:57

Ger9374 hat geschrieben:(05 Feb 2018, 06:04)

Meine Frau ist PV.
Sie wird wie früher als sie noch Gkv war gut behandelt. Die Rechnungen sind wirklich um ein vielfaches höher , da sie ja alle Rechnungen sammelt und einreicht sieht sie das.
Sie wird nicht im wartezimmer vorgezogen, bei manchem Facharzt wartet sie auf einen Termin bis zu 3 monate.Obwohl sie regelmässige termine dort hat.Wenn mal ein patient nicht kommt wird sie wie alle anderen in den genuss des arztes etwas früher kommen. Trotzdem wundere ich mich was sich die leute mit dem begriff 2 klassen medezin so zusammenreimen.Habt ihr schon mal eine praxis mit getrennten wartezimmern für PV und GKV versicherte gesehen, ich nicht!


Lieber Ger(hard)?

"Einigkeit und Recht und Freiheit" ist ein schöner Titel!
Wenn dieses Motto nur mehr Leute berücksichtigen würden.

W A R T E Z E I T E N

Es gibt unterschiedliche persönliche Erfahrungen. Und es gibt ja auch Ärzte, die
sich der 2-Klassengesellschaft sehr bewusst sind, und gerade deshalb versuchen,
dagegen anzuarbeiten. Weil ihre persönliche Ethik ihnen eine 2-Klassenbehandlung
verbietet.

Bei den meisten Ärzten ist aber der finanzielle Druck (laufende Kredite
usw.) so groß, dass der ökonimische Druck sie dazu z w i n g t, PKV-Patienten
zu bevorzugen. Ein Journalisit führt den Test durch:

Morgenpostreporterin hat geschrieben:Ein Warteraum für die Privatpatienten, einer für den Pöbel. Extra-Service für die Privilegierten – und Fließband-Behandlung für den Rest. In der MOPO packte eine Arzthelferin aus. Nur: Müssen Kassenpatienten auch bei Schmerzen länger auf Behandlung warten?

Am Telefon fragte der Reporter Christoph Heinemann bei zehn Ärzten nach einem Termin. Hausärzte, Internisten, Kardiologen. Irgendwie seien da heftige Schmerzen, im Magen und am Herz, klage ich. Um es gleich vorwegzunehmen: Geholfen hat es wenig ...

Der erste Versuch: eine feine Kardiologenpraxis in der City. „Belastungs-EKG? Erst Mitte August, wir sind sehr voll“, sagt die Arzthelferin. Aber es sei wirklich dringend, schwindele ich. Plötzlich ist schon am 2.8. etwas frei. Als ich mich dann als Privatpatient oute, schlägt die Dame einen anderen Tonfall an. „Mal schauen“, säuselt sie, „Ich kann Ihnen kommenden Montag um acht Uhr anbieten. Ist das für Sie noch akzeptabel?

Beim Anruf einer Hausarztgemeinschaft in Bramfeld läuft das Gespräch ähnlich ab. Diesmal will ich einen Termin für einen allgemeinen Gesundheits-Check. Aufwendig sei das, stöhnt die Arzthelferin. In sechs Wochen, frühestens. „Aber ich bin doch Privatpatient!“ – sie überlegt, fragt eine Kollegin, dann ist die Sache klar. Übermorgen kann ich vorbeischauen. Beim erfahrensten Arzt des Hauses.

„Mir gefällt das auch nicht, aber wir haben eben einen Extra-Terminkalender für privat Versicherte“, sagt sie, als ich mich als MOPO-Reporter zu erkennen gebe. Andere Praxen würden sich ganze Tage für die Privatpatienten freihalten. Dann der Satz, den ich noch öfter hören werde: „Schuld sind ja die Krankenkassen. Die Zahlen für Privatpatienten einfach mehr.“

Das bleibt für viele Ärzte leider ähnlich wichtig wie das Wohl der Patienten. Die Bilanz des Tests: Nur in zwei von zehn Praxen gab es keinen Bonus für Privatpatienten. Bei den anderen Fachärzten müssen Kassenpatienten fast eine Woche länger auf die Untersuchung warten. Schmerzen hin oder her.


Quelle: Mopo-Artikel 21.07.2011, S.9

Die Arzthelferin Anita S. sagt:

Felix Horstmann, MOPO, 2011, hat geschrieben:Kassenpatienten sind nur die zweite Wahl und werden systematisch schlechter behandelt: Unterschiedliche Wartezimmer und -zeiten, Luxus-Service für Privatversicherte und Prämien für das Praxis-Team bei einem Privatpatienten-Zuwachs. Eine Arzthelferin packt nun aus!

Privat oder Kasse?:|

- diese Frage muss Annika S. (27) jedem Patienten stellen. Während der frühstmögliche Termin für Kassenpatienten meist mehrere Monate in der Zukunft liegt, kann der Privatpatient am nächsten Tag kommen. Diese Zwei-Klassen-Gesellschaft war für Annika S. in einer Bramfelder Hausarztpraxis am extremsten. Nach ihrer Ausbildung zur Arzthelferin war sie dort knapp dreieinhalb Jahre als erste Kraft tätig.
--~~/§&%"$!\~~--
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 38536
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Realist2014 » Di 6. Feb 2018, 13:28

syna hat geschrieben:(06 Feb 2018, 12:57)

Lieber Ger(hard)?

"Einigkeit und Recht und Freiheit" ist ein schöner Titel!
Wenn dieses Motto nur mehr Leute berücksichtigen würden.

W A R T E Z E I T E N

Es gibt unterschiedliche persönliche Erfahrungen. Und es gibt ja auch Ärzte, die
sich der 2-Klassengesellschaft sehr bewusst sind, und gerade deshalb versuchen,
dagegen anzuarbeiten. Weil ihre persönliche Ethik ihnen eine 2-Klassenbehandlung
verbietet.

Bei den meisten Ärzten ist aber der finanzielle Druck (laufende Kredite
usw.) so groß, dass der ökonimische Druck sie dazu z w i n g t, PKV-Patienten
zu bevorzugen. Ein Journalisit führt den Test durch:



Quelle: Mopo-Artikel 21.07.2011, S.9

Die Arzthelferin Anita S. sagt:


dein Wunsch wird dir ja teilweise erfüllt werden.

Die Honorare für die Ärzte auf dem Land sollen steigen, finanziert durch Anhebung der Beiträge zur GKV.

Damit habe ich kein Problem... :p
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 38536
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Realist2014 » Di 6. Feb 2018, 13:35

syna hat geschrieben:(04 Feb 2018, 22:28)

@Realist2014 + @jorikke:

Bei der Betrachtung "Wer was bezahlt" müssen wir immer
auseinanderhalten:

1. Investitionskosten
2. Laufende Kosten

--------------------------------------------------------------------------------------

Bei (2) den "laufenden Kosten" habt ihr recht: Dadurch, dass die PKV-
Patienten pro Behandlungspunkt nach GOÄ 2-4,3 mal höher abgerechnet
werden, bezahlen sie an dieser Stelle auch mehr. Aufgrund dieser höheren
Bezahlung werden sie auch tendenziell öfter in den Genuss der
Großgerätediagnostik (MRT, CT, Szintigramm usw.) kommen. Und sie
tragen dadurch erheblich zur Finanzierung dieser Großgeräte bei. Diese
Finanzierung ist aber in den obigen 9% der Gesamtausgaben der PKVen
enthalten.

Bei (1) den "Investitionen" - d.h. dem Bau der Krankenhäuser und der Erst-
ausstattung mit Großgeräten - jedoch zahlt dies die Gemeinschaft aller
Steuerzahler. Und das ist mein Argument: Insgesamt zahlt die Gemeinschaft die
Großgeräte (die Investitonen nämlich vollständig!) - aber PKVler kommen öfter
als es ihr Anteil an den gesamten Patienten ausmacht - daher
"überproportional" - in den Genuß durch die Geräte.

--------------------------------------------------------------------------------------

Aber zurück zu (2):

Bei den "Laufenden Kosten" ist der Anteil der PKV-ler bezüglich der Kosten
der Großgeräte in der Tat hoch. Diese Tatsache offenbart aber gerade, dass wir
eine 2-Klassenmedizin haben.

Denn immer dann, wenn der Arzt sich in einem "Graubereich" befindet, d.h.
wenn es einen Verdacht gibt, aber nicht so richtig klar ist, wie's weitergehen soll
- bei der Diagnose oder bei der Therapie - dann wird der Arzt bei einem PKV-
Patient eher geneigt sein, weitere, teuere Diagnosen (oder Therapien) zu
veranlassen. Deshalb kommen ja gerade mehr PKV-Patienten zu den
Großgeräten!

Das sieht ja sogar Realist2014 ein:
Und genau darum geht es bei der Einführung einer Bürgerversicherung:
Jeder soll - unabhängig von seiner finanziellen Leistungsfähigkeit - die
gleiche gute medizinische Versorgung erhalten. Es soll keine
"Bevorzugung" geben - und die Ineffizienzien aufgrund dieser Bevorzugung,
die für alle das Gesundheitssystem teurer machen, sollen abgebaut werden.



Der Realist empfiehlt dir mal etwas Kostenrechnung ..
Verursacherprinzip

jeder PKV Versicherte bezahlt ANTEILIG an jedem Krankenhaus oder Großgerät MEHR als jeder GKV Versicherte ( durch die Gebühren)

deine "Gruppierung" in die zwei Gruppen als jeweiligen "Anteil" des Gesamten ist ökonomisch falsch

und ich plädiere nach wie vor für das schweizer System

Beiträge völlig unabhängig von der "Leistungsfähigkeit= Einkommen)

so wie heute bei der PKV in D
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Wähler
Beiträge: 4047
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Wähler » Mi 7. Feb 2018, 11:38

Es sieht nach Bewegung bei diesem komplexen Thema aus:
http://www.faz.net/aktuell/politik/live ... 36687.html
FAZ 7. Februar 2018 Liveblog 11 Uhr 19
"Union und SPD wollen eine Kommission für eine mögliche Angleichung der Arzt-Honorare für gesetzlich und privat Versicherte einrichten. Die Kommission soll eine gemeinsame Honorarordnung für die gesetzliche und die private Krankenversicherung vorbereiten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Verhandlungskreisen in Berlin."
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
Dampflok94
Moderator
Beiträge: 12499
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 16:59
Benutzertitel: Betriebsrat
Wohnort: Berlin

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Dampflok94 » Mi 7. Feb 2018, 14:35

Wähler hat geschrieben:(07 Feb 2018, 11:38)

Es sieht nach Bewegung bei diesem komplexen Thema aus:
http://www.faz.net/aktuell/politik/live ... 36687.html
FAZ 7. Februar 2018 Liveblog 11 Uhr 19
"Union und SPD wollen eine Kommission für eine mögliche Angleichung der Arzt-Honorare für gesetzlich und privat Versicherte einrichten. Die Kommission soll eine gemeinsame Honorarordnung für die gesetzliche und die private Krankenversicherung vorbereiten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Verhandlungskreisen in Berlin."

Sicher? Gilt da nicht eher: Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründ ich einen Arbeitskreis? Damit läßtsich das Thema gut auf die lange Bank schieben. Wiedervorlage in 3 Jahren,wenn der neue Wahlkampf anläuft.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
pikant
Beiträge: 54531
Registriert: Mi 10. Feb 2010, 13:07

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon pikant » Mi 7. Feb 2018, 14:37

Wähler hat geschrieben:(07 Feb 2018, 11:38)

Es sieht nach Bewegung bei diesem komplexen Thema aus:
http://www.faz.net/aktuell/politik/live ... 36687.html
FAZ 7. Februar 2018 Liveblog 11 Uhr 19
"Union und SPD wollen eine Kommission für eine mögliche Angleichung der Arzt-Honorare für gesetzlich und privat Versicherte einrichten. Die Kommission soll eine gemeinsame Honorarordnung für die gesetzliche und die private Krankenversicherung vorbereiten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Verhandlungskreisen in Berlin."


hoert sich gut an :)
Positiv Denkender
Beiträge: 3522
Registriert: Sa 16. Apr 2016, 16:51

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Positiv Denkender » Mi 7. Feb 2018, 16:54

Wähler hat geschrieben:(05 Feb 2018, 06:37)

Es gibt persönliche Erfahrungen und empirische Studien:
https://www.aerztezeitung.de/politik_ge ... hteil.html
Ärtzezeitung 5. Mai 2017 Nach einer aktuellen Erhebung der Grünen geht bei den Wartezeiten bei niedergelassenen Fachärzten die Schere zwischen Kassen- und Privatpatienten weiter auseinander
"Auf Initiative der Bundestagsabgeordneten aus Münster hatten Anrufer je zwei Mal in 405 Facharztpraxen in Nordrhein-Westfalen angerufen und um einen Termin gebeten – einmal als Kassenpatient, das nächste Mal als Privatpatient...Im Schnitt mussten Kassenpatienten rund 27 Tage länger auf einen Termin warten als Privatversicherte. Bei einer ähnlichen Erhebung vor zwei Jahren hatte die Differenz noch 20 Tage betragen. Nach Angaben von Klein-Schmeink hat sich dieser Trend auch bei Untersuchungen in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg gezeigt.
Klein-Schmeink macht darauf aufmerksam, dass es bei den Anfragen nicht um planbare Termine gegangen sei. Die Anrufer hätten Beschwerdebilder genannt, die das Wohlbefinden beeinträchtigen und bei denen weiteres Warten zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands führen konnte."
siehe auch eine andere Studie und Umfrage:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/g ... -1.3820465
SZ 11. Januar 2018 Am Ende des Quartals schicken Ärzte Kassenpatienten weg.
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/p ... -1.3822294
SZ 13. Januar 2018 Privat und gesetzlich Versicherte berichten der SZ über ihre Erlebnisse

In der letzten Woche konnte man auf T online lesen GKK die 2 Klassenmedizin als Märchen bezeichneten .
Eine reine Unterstellung .Wartezeiten haben nichts mit der medizinischen Versorgung zu tun .
Wer akut erkrankt, wird auch umgehend medizinisch versorgt . Wartezeiten fallen allenfalls bei Fachärzten an
bei denen Patienten zur Kontrolluntersuchungen kommen .Da ist es vollkommen Wurst ob jemand 2 oder 4 Wochen wartet .
Persönlich verabreden wir seit Jahren Termine nach dem letzten Kontrollbesuch .
Eine Lüge dass Ärzte akut erkrankte wochenlang warten lassen .
Oder kannst du beweisen dass Patienten die mit dem Notarztwagen eingeliefert werden erst nach der KV Karte gefragt werden ?
Kannst du beweisen, das z.B . Unfallopfer nicht versorgt werden, weil sie in der GKV sind ?
Eine Bürgerversicherung bringt für GV nicht einen Vorteil . Weder bei der Versorgung noch bei der Terminvergabe.
Selbst wenn tatsächlich einige PV von manchen Praxen schneller einen Termin bekommen beweist das nicht das
GV deshalb länger warten müssen . Selbst wenn eine Arztpraxis tatsächlich 2 PV dazwischen schiebt hat dies keine Auswirkung
auf die Terminvergabe von GV .
Benutzeravatar
John Galt
Beiträge: 14664
Registriert: So 1. Jun 2008, 22:44
Benutzertitel: No Gods or Kings. Only Man.

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon John Galt » Mi 7. Feb 2018, 17:07

Wähler hat geschrieben:(07 Feb 2018, 11:38)

Es sieht nach Bewegung bei diesem komplexen Thema aus:
http://www.faz.net/aktuell/politik/live ... 36687.html
FAZ 7. Februar 2018 Liveblog 11 Uhr 19
"Union und SPD wollen eine Kommission für eine mögliche Angleichung der Arzt-Honorare für gesetzlich und privat Versicherte einrichten. Die Kommission soll eine gemeinsame Honorarordnung für die gesetzliche und die private Krankenversicherung vorbereiten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Verhandlungskreisen in Berlin."


Die Komission findet dann raus, dass dazu der Preis für die GKV enorm steigen müsste, da die PKVler oftmals das doppelte bezahlen. Ein Preis für beide wäre dann teurer für die GKV und billiger für die PKV.

Das Papier der Komission landet dann ganz schnell im Papiereimer.
Civilization is the progress toward a society of privacy. The savage’s whole existence is public, ruled by the laws of his tribe. Civilization is the process of setting man free from men.
Benutzeravatar
syna
Beiträge: 423
Registriert: Fr 30. Okt 2015, 08:04

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon syna » Mi 7. Feb 2018, 21:37

John Galt hat geschrieben:(07 Feb 2018, 17:07)

Die Komission findet dann raus, dass dazu der Preis für die GKV enorm steigen müsste, da die PKVler oftmals das doppelte bezahlen. Ein Preis für beide wäre dann teurer für die GKV und billiger für die PKV.

Das Papier der Komission landet dann ganz schnell im Papiereimer.


Naja, der springende Punkt ist: Die PKVen müssen sich dann auch an
den Solidarkosten beteiligen. D.h. sie müssen in den RSA (=Risiko-
Struktur-Ausgleich) einbezogen werden.

Wenn man das gerecht durchführen würde, dann könnte man einen
gemeinsamen Gebührenkatalog erstellen. Für die GKVen könnte das
ein Nullsummenspiel sein, denn dass, was sie pro Leistung mehr zahlen,
bekämen sie über den RSA wieder.

Für die PKVen würde es einerseits billiger, weil sie ja pro Arztleistung
weniger als jetzt zahlen würden. Allerdings müssten sie via RSA
erhebliche Gelder an die GKVen abführen. So wäre es auch hier -
im Idealfall - ein Nullsummenspiel.

------------------------------------------------------------------------------------------

Soviel zum Ideal. Aber natürlich gibt es - wie bei jeder Reform -
Gewinner und Verlierer. Und die Verlierer werden Himmel und
Hölle in Bewegung setzen - nach Gott und dem Grundgesetz
rufen - um so eine Reform zu verhindern.
--~~/§&%"$!\~~--
Benutzeravatar
John Galt
Beiträge: 14664
Registriert: So 1. Jun 2008, 22:44
Benutzertitel: No Gods or Kings. Only Man.

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon John Galt » Do 8. Feb 2018, 00:17

Die PKV sorgt doch schon für Risiken vor, warum sollen das Risiko der GKV finanzieren? :?: :?: :?: Macht überhaupt keinen Sinn und übergrenzt schon das rechtlich mögliche.

Wenn in Brüssel nicht so viele Kommunisten sitzen würden, dann hätten die schon lange dem Treiben, dass der Staat die Preise für Ärzte festsetzt ein Ende gesetzt.
Civilization is the progress toward a society of privacy. The savage’s whole existence is public, ruled by the laws of his tribe. Civilization is the process of setting man free from men.
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 2667
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Ger9374 » Do 8. Feb 2018, 00:27

Eine Reform nur der Reform wegen?

Bin ich im Kasperltheater?
Was kostet der unsinn dann wieder?
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
Wähler
Beiträge: 4047
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Wähler » Do 8. Feb 2018, 07:24

Ger9374 hat geschrieben:(08 Feb 2018, 00:27)
Eine Reform nur der Reform wegen?
Bin ich im Kasperltheater?
Was kostet der unsinn dann wieder?

Der Schritt zur Überarbeitung der Gebührenordnung der PKVs ist sinnvoll. Es muss auch nicht mehr Geld kosten, wenn zukünftig nur noch der zweifache statt dem dreifachen Satz abgerechnet werden kann. Davon wird kein Facharzt in Pleite gehen. Bei PKV-Patienten gibt es erwiesener Maßen zuviele medizinisch unnötige Untersuchungen und Behandlungen. Warum sollen nur die GKV-Patienten und deren Ärzte Kostenreduzierungen hinnehmen?
Wähler hat geschrieben:(05 Feb 2018, 06:37)
Es gibt persönliche Erfahrungen und empirische Studien:
https://www.aerztezeitung.de/politik_ge ... hteil.html
Ärtzezeitung 5. Mai 2017 Nach einer aktuellen Erhebung der Grünen geht bei den Wartezeiten bei niedergelassenen Fachärzten die Schere zwischen Kassen- und Privatpatienten weiter auseinander
"Auf Initiative der Bundestagsabgeordneten aus Münster hatten Anrufer je zwei Mal in 405 Facharztpraxen in Nordrhein-Westfalen angerufen und um einen Termin gebeten – einmal als Kassenpatient, das nächste Mal als Privatpatient...Im Schnitt mussten Kassenpatienten rund 27 Tage länger auf einen Termin warten als Privatversicherte. Bei einer ähnlichen Erhebung vor zwei Jahren hatte die Differenz noch 20 Tage betragen. Nach Angaben von Klein-Schmeink hat sich dieser Trend auch bei Untersuchungen in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg gezeigt.
Klein-Schmeink macht darauf aufmerksam, dass es bei den Anfragen nicht um planbare Termine gegangen sei. Die Anrufer hätten Beschwerdebilder genannt, die das Wohlbefinden beeinträchtigen und bei denen weiteres Warten zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands führen konnte."
siehe auch eine andere Studie und Umfrage:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/g ... -1.3820465
SZ 11. Januar 2018 Am Ende des Quartals schicken Ärzte Kassenpatienten weg.
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/p ... -1.3822294
SZ 13. Januar 2018 Privat und gesetzlich Versicherte berichten der SZ über ihre Erlebnisse
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
syna
Beiträge: 423
Registriert: Fr 30. Okt 2015, 08:04

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon syna » Do 8. Feb 2018, 15:12

Ger9374 hat geschrieben:(08 Feb 2018, 00:27)

Eine Reform nur der Reform wegen?

Bin ich im Kasperltheater?
Was kostet der unsinn dann wieder?


Na - weil das Deutsche Gesundheitssystem eine der eklantastesten
Schiefstände enthält. Schiefstände sozial und ökonomisch! Kein anderes
Gesundheitssystem in Europa hat so eine "Duale Vergütungsstruktur".

Diese "Duale Vergütungsstruktur" führt dazu, dass viele Ressourcen
verschwendet werden, und dass Gesundheit in Deutschland im Vergleich
übermäßig teuer ist.
--~~/§&%"$!\~~--
Positiv Denkender
Beiträge: 3522
Registriert: Sa 16. Apr 2016, 16:51

Re: [SPD + Gesundheit] Bürgerversicherung?

Beitragvon Positiv Denkender » Do 8. Feb 2018, 17:16

syna hat geschrieben:(08 Feb 2018, 15:12)

Na - weil das Deutsche Gesundheitssystem eine der eklantastesten
Schiefstände enthält. Schiefstände sozial und ökonomisch! Kein anderes
Gesundheitssystem in Europa hat so eine "Duale Vergütungsstruktur".

Diese "Duale Vergütungsstruktur" führt dazu, dass viele Ressourcen
verschwendet werden, und dass Gesundheit in Deutschland im Vergleich
übermäßig teuer ist.


Kaum ein Gesundheitssystem in Europa ist ausgereifter und besser als das deutsche .
Verbesserungen sind immer möglich nur Gleichmacherei bedeuten nicht Verbesserungen .
Ganz abgesehen davon, dass deine Auffassung GV stützen PV völlig aus der Luft gegriffen ist .
Ohne PV würden GV höhere Beiträge zahlen müssen, weil sonst die medizinische Gesamtversorgung nicht mehr möglich wäre.
Immer wieder erstaunlich, dass du nicht begriffen hast, dass diejenigen das Gesundheitssystem finanzieren die auch den Löwenanteil der Beiträge bezahlt. Die Bemessungsgrenzen ( sowohl für die GKV sowie wie für die GRV )müssten herabgesetzt werden .
Das wäre gerecht .

Zurück zu „10. Sozialpolitik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Kölner1302 und 1 Gast