Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

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Raskolnikof
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Raskolnikof » Fr 5. Jan 2018, 17:59

Man kann ja wirklich über viele Dinge und deren Sinn oder Unsinn leidenschaftlich diskutieren. Dafür sind Foren wie dieses ja geschaffen worden.
Wenn es dann aber, wie bei einigen Foristen zu beobachten in Richtung Selbstzerfleischung und dem Versuch der Missionierung geht kommen bei mir starke Bedenken. Diesen Menschen kann ich zu ihrem eigenen Schutz nur zu folgenden Maßnahmen raten:
- Klage einreichen um die Rechtmäßigkeit von was auch immer prüfen zu lassen
- Das Gespräch mit einem guten Therapeuten suchen mit dem Ziel, wieder frustfrei ein zufriedenes Leben genießen zu können
- Auswandern. Mögliche Zufluchtsorte: Pitcairn Island, Osterinsel, Papua Neu-Guinea oder der absolute Geheimtipp: die Insel Tristan da Cunha.

Auf alle Fälle hilft das Rufen und Schreien hier im Forum rein gar nichts. Die für euer Anliegen zuständigen Politiker hören euch garantiert nicht und lesen hier bestimmt nicht mit.
Ich habe meine Meinung zur hier besprochenen Thematik gesagt und verabschiede mich jetzt erst einmal als bekennender ÖR-Fan, der die verzweifelten Schwiegertöchter-Suchenden oder gar totalen Media-Abstinenzler nur bedauern kann.
Hoffentlich habt ihr wenigstens eine vertrauenswürdige Tageszeitung oder Magazin außerhalb der Einflussnahme von Springer, Burda und Konsorten.
Stell dir vor die Liebe deines Lebens geht an dir vorbei
und du schaust auf dein Smartphone.
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Amun Ra
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Amun Ra » Fr 5. Jan 2018, 18:22

Dampflok94 hat geschrieben:(05 Jan 2018, 17:29)

Tut mir leid, aber das ist doch Nonsens.

Bitte was?

Schlager:
  • Bayern 1
  • Bayern plus
  • hr4
  • MDR Schlagerwelt
  • NDR Plus
  • SWR 4 (und ich bin großzügig und zähle den nur als einen, denn SWR 4 BW und SWR 4 RP sind eher so eineinhalb Paar Stiefel, nicht wirklich zwei, aber eben auch nicht wirklich einer)
  • WDR 4
Sieben Sender, mit prinzipiell demselben Programm. Vielfalt? Ich bitte dich. Da könnte man ohne Mühe einen Sender draus machen der bundesweit sendet. Aber nein, wir brauchen ja "Vielfalt", nicht wahr?

klassische Musik:
  • BR-Klassik
  • MDR-Klassik
  • NDR-Kultur
Muss man Mozart auf drei unterschiedlichen Sendern hören um ihn richtig zu genießen? Oder tut es da nicht auch einer?

Pop:
  • Bayern 3
  • Bremen Vier
  • hr 3
  • MDR Jump
  • NDR 2
  • SWR 3
  • WDR 2
Die Top 20 der Musikcharts auf mindestens sechs Sendern. Wenn nicht noch mehr. Ein Unding, würde man den zusammenfassen und bundesweit aussenden. Hätte man ja garkeine Auswahl mehr auf welchem Sender man sich die Charts anhört.

'Jugend':
  • Deutschlandfunk NOVA
  • PULS
  • You FM
  • MDR Sputnik
  • N-Joy
  • Bremen Next
  • Fritz
  • UnserDing
  • DasDing
  • 1 Live
Zehn Sender. Zehn (10).

26 Sender für vier Sparten. Und du willst uns erzählen die ÖRR würden auf "Vielfalt" setzen? Unterschiedliche "Zielgruppen" (klar, die einen senden in BW, die anderen in Bayern, wieder andere in Hamburg, sind doch 'unterschiedliche Zielgruppen'... höhöhöhö) bedienen? Und ich komme jetzt noch nichtmal darauf zu sprechen, dass diese 'Sparten' teilweise für den Arsch sind, denn die Schnittmenge zwischen 'Jugend' und 'Pop' ist so gewaltig, da dürfte nicht sehr viel Unterscheidungsmerkmal über bleiben (DasDing und SWR 3 sind die BW-Sender. Und den Unterschied zwischen den beiden Sendern bemerkst du nicht. Wie das in anderen Ländern ist kann ich nicht beurteilen, aber ich behaupte mal rotzfrech: sehr ähnlich)
Dampflok94 hat geschrieben:(05 Jan 2018, 17:29)...
Beim Fernsehen das gleiche. Kann ja sein, daß Du KIKA oder Phönix mit Volksmusik und alten Leuten assoziierst. Aber das ist das ganz allein eine Wahrnehmungsstörung deinerseits.

ARD, ZDF und die einzelnen Landessender recyceln also nicht kontinuirlich ihr eigenes Programm? Man würde auf ARD niemals eine Sendung des ZDF sehen oder umgekehrt? Einzelne Beiträge werden niemals durch die Landessender herumgereicht wie eine Hafennutte auf einem Fischkutter? Und du wirfst mir 'Wahrnehmungsstörung' vor wenn ich sage, das hat nichts mit 'Vielfalt' zu tun? :rolleyes:
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jack000
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon jack000 » Fr 5. Jan 2018, 18:28

Amun Ra hat geschrieben:(05 Jan 2018, 18:22)

Bitte was?

Schlager:
  • Bayern 1
  • Bayern plus
  • hr4
  • MDR Schlagerwelt
  • NDR Plus
  • SWR 4 (und ich bin großzügig und zähle den nur als einen, denn SWR 4 BW und SWR 4 RP sind eher so eineinhalb Paar Stiefel, nicht wirklich zwei, aber eben auch nicht wirklich einer)
  • WDR 4
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klassische Musik:
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Pop:
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Zehn Sender. Zehn (10).

26 Sender für vier Sparten. Und du willst uns erzählen die ÖRR würden auf "Vielfalt" setzen? Unterschiedliche "Zielgruppen" (klar, die einen senden in BW, die anderen in Bayern, wieder andere in Hamburg, sind doch 'unterschiedliche Zielgruppen'... höhöhöhö) bedienen? Und ich komme jetzt noch nichtmal darauf zu sprechen, dass diese 'Sparten' teilweise für den Arsch sind, denn die Schnittmenge zwischen 'Jugend' und 'Pop' ist so gewaltig, da dürfte nicht sehr viel Unterscheidungsmerkmal über bleiben (DasDing und SWR 3 sind die BW-Sender. Und den Unterschied zwischen den beiden Sendern bemerkst du nicht. Wie das in anderen Ländern ist kann ich nicht beurteilen, aber ich behaupte mal rotzfrech: sehr ähnlich)

Die besondere Vielfalt erlebt man in Baden-Württemberg auch darin, das SWR4 (= Musikantenstadelsender) auf der A8 bei Stuttgart 4 mal mit Regionalen Sendern (SWR4 Stuttgart, SWR4 Tübingen, SWR4 Offenburg und SWR4 Karlsruhe) zu empfangen ist (Ansonsten mindestens 2-3 mal im restlichen Ländle) , aber ein SWR-Info (Informationskanal) nur in Stuttgart.
=> Wenn man die mal anschreibt, was der Scheiß soll, bekommt man folgende Antworten:
viewtopic.php?f=15&t=26961
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
Charles
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Charles » Fr 5. Jan 2018, 19:04

Dampflok94 hat geschrieben:(05 Jan 2018, 17:29)
Tut mir leid, aber das ist doch Nonsens. die Sender bedienen wie bereits gesagt völlig unterschiedlich Zielgruppen. Wenn ich hier beim RBB zum Beispiel Radio Fritz habe und das Inforadio, so haben die gar nix miteinander zu tun. Und mit Volksmusik erst recht nicht. Die findet man beim RBB sowieso sehr spärlich. Keine Ahnung, ob das beim BR anders ist.


In Berlin/Brandenburg gibt es laut Wikipedia über 30 verschiedene private, lokale Radiosender.

Über das Internet kannst du praktisch hunderte verschiedene Radiosender per Stream hören.
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Quatschki
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Quatschki » Fr 5. Jan 2018, 19:07

Alexyessin hat geschrieben:(05 Jan 2018, 17:52)

Dein Rumdrucksen und ad personam wird dich nicht davor bewahren das du die Behauptung nicht belegen kannst

Nehmen wir die Überschrift:
"Strache will Flüchtlinge kasernieren"
Eine reißerische Überschrift, die eine klare Lüge ist.
"Kasernieren" bedeutet Leute in eine Kaserne zu stecken und am Tor ein Posten, der nur jene raus lässt, die Ausgang bekommen haben.
Im Text erfahren wir, dass Strache anregt, statt privater Unterbringung auch die eine oder andere leer stehene Kaserne zu nutzen. Also in Wahrheit die Schilderung eines Luxusproblems, das Österreich hat, denn in Deutschland werden Asylanten seit Jahr und Tag in vormaligen Kasernen untergebracht, zum Teil sehr abgelegen im Wald, wo sie am wenigsten stören.
Auch die angebliche "Ausgangssperre", über die er nachdenkt, ist nur eine Art nächtlicher Zapfenstreich, wie er früher in Internaten und Wohnheimen überall üblich war. Also lauter harmlose Sachen, reißerisch verpackt, um die Legende vom pöhsen rechtspopulistischen Vizekanzler zu füttern! Was ist das anderes als Propaganda?
Und die Kommentare zeigen, dass die Leute darauf anspringen. Weil sie denkfaul sind und weil die Meinungsmacher dies einkalkulieren!
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Alster » Fr 5. Jan 2018, 19:10

Raskolnikof hat geschrieben:(04 Jan 2018, 15:06)Und sicherlich geht es hier auch um die Privaten!

Nein! Vergleich mit Privaten halten bereits BBC, France Television, SFR, NHK etc. sehr gut stand, die gerade mal die Hälfte kosten.
Um den Sonderweg in D mit Kostenaufschlag auf das Doppelte zu begründen müßtest Du Dir schon die Mühe machen einen Qualitätsvorsprung vor den o.g. Anstalten darzustellen. Man kann einen Mehraufwand von 3-4 Mrd EUR nicht unkommentiert unter den Tisch fallen lassen.


Raskolnikof hat geschrieben:(04 Jan 2018, 15:06)
Und was hätten wir dann? Schwiegertochter gesucht auf ARD? Nein Danke!

Was soll der Konjunktiv? Das HABEN wir längst:
http://www.spiegel.de/video/verona-poot ... 17771.html
... im weltweit teuersten ÖR


Raskolnikof hat geschrieben:(04 Jan 2018, 15:06)
Würde der öffentlich-rechtliche Rundfunk und das Fernsehen in der jetzigen, zwangsfinanzierten Form zusammenbrechen ...

Als Apologet musst Du hier im Thread natürlich die Extremlösung an die Wand malen. Schon das Schweizer Gesetz, das 2019 in Kraft treten soll, zeigt, dass soziale und rechtssstaatliche Methoden der Erhebung möglich sind.
Der internationale Vergleich zeigt auch, dass es vernünftige Programmqualität für die Hälfte gibt.


Raskolnikof hat geschrieben:(04 Jan 2018, 15:06)17,50 Euro/Monat zahle ich gern für den ÖR (wer zahlt denn 40 Euro?).

17,50 jeder
17,50 Pendler zusätzlich
1-3 Drittelbeiträge (Betriebsstätte, Auto) werden als "Freiberufler" abkassiert, wenn er das Pech hat nur einen Werkvertrag zu ergattern
macht Summa summarum zwischen EUR 41 und EUR 52
Natürlich gibt es die Möglichkeit in die Illegalität zu gehen und ggf. weniger zu entrichten ...


Raskolnikof hat geschrieben:(04 Jan 2018, 15:06)Und mit dem Informations- und Bildungsauftrag wäre es dann völlig dahin.

Obsolet! Der deutsche ÖR macht das schlechter als anstalten, die die Hälfte kosten. Ich schrieb längst:

Alster hat geschrieben:(30 Dec 2017, 20:06)

Nachdem das Ergebnis vor allem so ausschaut, dass sich der ÖR immer mehr den Privaten anpasst fragt man sich natürlich, wozu einem die Zwangsabgabe überhaupt noch abgezogen wird


Fr 29. Dez 2017, 23:48

Die Diskussion hatten wir schon zu Anfang dieses Thread. Ein user gab z.B. Hinweis auf
https://www.youtube.com/watch?v=-6hUhjyIW9E
wie unser Staatsfunk seine Pflicht zu einem Bildungsangebot im Bereich Deutsch für arabischsprachige Ausländer sieht.

Der BBC zeigt, dass es international durchaus öffentliche Sender gibt, die ihre Aufgaben ernst nehmen
http://www.bbc.com/arabic/learningenglish
http://www.bbc.com/arabic/exr.shtml

Dabei kostet der BBC mit 4,7 Mrd EUR deutlich weniger als der deutsche Staatsfunk mit knapp 8 Mrd.






pikant hat geschrieben:(04 Jan 2018, 15:13)muss ist das verkehrte Wort, denn diese Gebbuehr ist ja vom Bundesverwaltungsgericht als rechtes bezeichnet worden - sollte sozial ausgewogen sein ist sachbezogner.

... wobei Du Dir nicht mal die Mühe gemacht hast, das Urteil durchzulesen, sonst wäre Dir zumindest aufgefallen, dass von "Gebühr" nicht die Rede ist. Damit hast Du schön die beliebige Austauschbarkeit windiger Umgehungstatbestände gezeigt.
Meine Rechtsauffassung bleibt, dass eine Abgabe, die voraussetzungslos von der Allgemeinheit erhoben wird, sozial auszugestaltet werden MUSS. Dem nur das ausgelutschte argumentum ad autoritatem entgegenzusetzen, das noch nicht mal korrekt referiert wird, zeigt nichts weiter, als Desinteresse.


pikant hat geschrieben:(04 Jan 2018, 15:13)Aber was ueberhaupt nicht sozial ausgewogen ist, sind die Pay TV Formate der Privaten wo wirklich die Armen sich dieses nicht mehr leisten koennen und immer mehr von Privat geht in Privat Pay TV.
diese Entwicklung ist schlimmer als eine einheitliche Gebuehr von unter 20 Euro im Monat.

sozial ausgewogen sind auch nicht die Lebensmittelpreise bei Käfer oder im KaDeWe. Wenn es um Dinge geht, die kein Mensch braucht zieht dieses Argument nicht.


Raskolnikof hat geschrieben:(04 Jan 2018, 15:30)
Zudem sei gesagt, dass Hartz-IV Empfänger ... GEZ-Gebühr ganz oder teilweise erlassen wird.

soweit richtig und hier im thread längst diskutiert.


Raskolnikof hat geschrieben:(04 Jan 2018, 15:30)
Zudem sei gesagt, dass ... Menschen mit niedrigem Einkommen, ... GEZ-Gebühr ganz oder teilweise erlassen wird.

Stimmt NICHT. Die Befreiungsmöglichkeit wegen niedrigen Einkommens wurde bereits 2004 gestrichen. Menschen mit niedrigem Einkommen werden so in den Leistungsbezug gedrängt. Müssen dafür aber Enteignung und erhebliche Arbeitsbelastung, etc. in Kauf nehmen.


Raskolnikof hat geschrieben:(04 Jan 2018, 15:30)Würde der ÖR in der jetzigen Form wegfallen wären die unteren Einkommenssschichten und Hartz-IV Empfänger die Benachteiligten. Die müssten dann nämlich viel tiefer für Rundfunk und Fernsehen in die Tasche greifen. Denn von den Privaten dürfte da kaum mit Preisnachlässen zu rechnen sein.

oder schlimmer noch: sie könnten ihre Zeit für was anderes verwenden, als sich verblöden zu lassen.
Scherz beiseite: Besonders der Schaden für Kinder durch Bereithaltung eines TV in der Familie ist nicht zu beziffern. Es sollte finanzielle Anreize geben den TV aus einer Familie rauszuhalten.
dies ist keine Rechtsberatung sondern nur meine persönliche Meinung
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Alster » Fr 5. Jan 2018, 19:23

Raskolnikof hat geschrieben:(05 Jan 2018, 17:59)
Hoffentlich habt ihr wenigstens eine vertrauenswürdige Tageszeitung oder Magazin außerhalb der Einflussnahme von Springer, Burda und Konsorten.

soweit die brav nachgebeteten Feindbilder des eifrigen ÖR Jüngers.

Schon mal was gehört von:
- Spiegel Online
- Wikipedia
- youtube
- google maps
etc. etc.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon unity in diversity » Fr 5. Jan 2018, 19:29

Alexyessin hat geschrieben:(05 Jan 2018, 17:52)

Dein Rumdrucksen und ad personam wird dich nicht davor bewahren das du die Behauptung nicht belegen kannst

In den östlichen Prefäkturen verwechselt man die Tagesschau immer öfter mit der aktuellen Kamera.
Woran liegt das?
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Alexyessin » Fr 5. Jan 2018, 20:23

Quatschki hat geschrieben:(05 Jan 2018, 19:07)

Nehmen wir die Überschrift:
"Strache will Flüchtlinge kasernieren"


Joa, in Kasernen verfrachten und Ausgangssperren einsetzen versteht der Volksmund unter kasernieren. Ich weiß ja nicht, was in der ehemaligen dazu gesagt wurde, aber du kannst uns sicherlich noch ein paar seriösere Geschichten zu deiner Behauptung bringen, oder?
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Julian » Fr 5. Jan 2018, 21:11

Die Journalistin Claudia Zimmermann, die 2016 einen Skandal auslöste wegen ihrer Bemerkung, der öffentlich-rechtliche Rundfunk berichte pro-Regierung, in einem Interview:


Hätte nie gedacht, dass ich einmal einen Link zum Propagandakanal RT setze. Das Interview ist aber wirklich nicht schlecht und könnte denjenigen, die die Kritik an den Medien und insbesondere am öffentlich-rechtlichen Rundfunk verstehen wollen, helfen.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Woppadaq » Fr 5. Jan 2018, 22:40

Julian hat geschrieben:(05 Jan 2018, 21:11)

Hätte nie gedacht, dass ich einmal einen Link zum Propagandakanal RT setze. Das Interview ist aber wirklich nicht schlecht und könnte denjenigen, die die Kritik an den Medien und insbesondere am öffentlich-rechtlichen Rundfunk verstehen wollen, helfen.


Ja, das Interview ist wirklich gut. Die Kritik, dass investigativer Journalismus in Deutschland relativ breitfächerig nicht mehr gewollt und stellenweise stark behindert wird, teile ich. Wie sehr die Machenschaften bei den Öffis bisweilen an Diktaturen erinnern, ist erschreckend, dass bei der Berichterstattung die Tendenz oft wichtiger ist als der Inhalt und Neutralität oftmals nicht mehr gewährleistet ist - das kann, denke ich, keinem entgehen, der genauer bei den Berichten hinguckt. Und ja, das stinkt zum Himmel, erst Recht wenn man bedenkt, dass gerade die Differenziertheit das war, was die Öffis einst ausgemacht hat.

Dass man aber aus einem Bürgerkriegsland keine Schönwetterreportagen liefert, und ein ÖR-Sender auch kein Interesse hat, die völkerrechtlich bedenkliche Krim-Annexion von allen Seiten differenziert und wertneutral zu betrachten - das versteh ich irgendwo. Ich halte es auch für naiv bis ignorant, sich darüber zu echauffieren.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon H2O » Sa 6. Jan 2018, 10:26

Amun Ra hat geschrieben:(05 Jan 2018, 18:22)

Bitte was?

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Zehn Sender. Zehn (10).

26 Sender für vier Sparten. Und du willst uns erzählen die ÖRR würden auf "Vielfalt" setzen? Unterschiedliche "Zielgruppen" (klar, die einen senden in BW, die anderen in Bayern, wieder andere in Hamburg, sind doch 'unterschiedliche Zielgruppen'... höhöhöhö) bedienen? Und ich komme jetzt noch nichtmal darauf zu sprechen, dass diese 'Sparten' teilweise für den Arsch sind, denn die Schnittmenge zwischen 'Jugend' und 'Pop' ist so gewaltig, da dürfte nicht sehr viel Unterscheidungsmerkmal über bleiben (DasDing und SWR 3 sind die BW-Sender. Und den Unterschied zwischen den beiden Sendern bemerkst du nicht. Wie das in anderen Ländern ist kann ich nicht beurteilen, aber ich behaupte mal rotzfrech: sehr ähnlich)

ARD, ZDF und die einzelnen Landessender recyceln also nicht kontinuirlich ihr eigenes Programm? Man würde auf ARD niemals eine Sendung des ZDF sehen oder umgekehrt? Einzelne Beiträge werden niemals durch die Landessender herumgereicht wie eine Hafennutte auf einem Fischkutter? Und du wirfst mir 'Wahrnehmungsstörung' vor wenn ich sage, das hat nichts mit 'Vielfalt' zu tun? :rolleyes:


Herzlichen Dank! Sie haben sich die Mühe gemacht, die mehrfachen Redundanzen auf zu listen. Volle Zustimmung auch zu Überlappungen der "Sparten".

In der Aufzählung vermisse ich Radio Teddy... da bin ich inzwischen mehrfach gelandet, weil das Kinderprogramm mich besser unterhielt als die übrigen Ausstrahlungen zu der Zeit :D :D :D

In einer Statistik wurde vor einigen Wochen angemerkt, daß ein ganz erheblicher Teil der Sendezeit mit Werbung in eigener Sache verstreicht, also für demnächst laufende Krimis und Berichte. Dafür sind die Programmaufstellungen der Rundfunkstationen aus der Tagespresse verschwunden... wohl weil es viel zu viele Stationen gibt.

Da könnte der ÖRR mit Sicherheit Geld sparen.... bundesweit ausstrahlen, gefühlt 10 ÖRR-Stationen, und der ÖRR-Auftrag ist mehr als erfüllt. Zu bestimmten Zeiten lokale Einschübe, was heute ganz leicht technisch möglich ist... und schon ist der umgekippte Reissack in Buxtehude allen Umsassen bekannt, aber bleibt den Leuten in Lörrach erspart.
Julian
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Julian » Sa 6. Jan 2018, 11:47

Woppadaq hat geschrieben:(05 Jan 2018, 22:40)

Ja, das Interview ist wirklich gut. Die Kritik, dass investigativer Journalismus in Deutschland relativ breitfächerig nicht mehr gewollt und stellenweise stark behindert wird, teile ich. Wie sehr die Machenschaften bei den Öffis bisweilen an Diktaturen erinnern, ist erschreckend, dass bei der Berichterstattung die Tendenz oft wichtiger ist als der Inhalt und Neutralität oftmals nicht mehr gewährleistet ist - das kann, denke ich, keinem entgehen, der genauer bei den Berichten hinguckt. Und ja, das stinkt zum Himmel, erst Recht wenn man bedenkt, dass gerade die Differenziertheit das war, was die Öffis einst ausgemacht hat.

Dass man aber aus einem Bürgerkriegsland keine Schönwetterreportagen liefert, und ein ÖR-Sender auch kein Interesse hat, die völkerrechtlich bedenkliche Krim-Annexion von allen Seiten differenziert und wertneutral zu betrachten - das versteh ich irgendwo. Ich halte es auch für naiv bis ignorant, sich darüber zu echauffieren.


Natürlich verfolgt RT Deutsch eigene Interessen, sprich: die des Kremls, und deswegen wurde das Interview bewusst dazu benutzt, Zweifel an der westlichen Interpretation der Ereignisse rund um die Annexion der Krim zu streuen.

Es ging mir aber nicht um die Krim-Annexion, sondern um Deutschland und die Rolle der Medien, insbesondere des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Flüchtlingskrise. Das Interview erklärt sehr gut, wie es ohne offizielle Maßgaben, ohne offizielle Zensur dennoch zu einer regierungsnahen Berichterstattung kommt. Noch eindrücklicher ist, wie mit denen umgegangen wird, die diese Art von Selbstzensur öffentlich machen, und wie sehr die Verantwortlichen alles tun, um den von der Journalistin geschilderten Eindruck als unglaubwürdig darzustellen.

Auch interessant finde ich den Eindruck der in den Niederlanden aufgewachsenen Journalistin, dass dort mehr Freiheit herrscht und abweichende Meinungen viel eher akzeptiert werden. Diesen Eindruck habe ich auch, und ich glaube, dass dies schon sehr lange in Deutschland verankert ist - das habe ich an den Reaktionen gemerkt, die ich hier erntete, als ich von der doch sehr eingeschränkten Meinungsfreiheit in Deutschland sprach.

Ähnlich dem, was Frau Bergmann sagte, ist es in Deutschland nicht nur verboten, gewisse Dinge öffentlich zu sagen, nein, es wird zusätzlich auch noch geleugnet, dass es so ist, und derjenige, der darauf hinweist, wird diffamiert und fertiggemacht. Das ist quasi eine Immunisierung gegen Forderungen, etwas mehr Freiheit zuzulassen.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Dampflok94 » Sa 6. Jan 2018, 12:05

Charles hat geschrieben:(05 Jan 2018, 19:04)

In Berlin/Brandenburg gibt es laut Wikipedia über 30 verschiedene private, lokale Radiosender.

Über das Internet kannst du praktisch hunderte verschiedene Radiosender per Stream hören.

Niemand hindert dich daran das zu tun. Du wirst ja nicht gezwungen ÖR Sender zu hören. Aber ich bin froh, daß es sie gibt. Und ich möchte, daß es sie weiterhin gibt.

Ich weiß eigentlich gar nicht so genau, worüber eigentlich diskutiert wird. Ist es der Geiz? Will man also die paar Euronen nicht bezahlen? Oder mag man die Sender einfach nicht?
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Alster » Sa 6. Jan 2018, 12:21

Dampflok94 hat geschrieben:(06 Jan 2018, 12:05)

Niemand hindert dich daran das zu tun. Du wirst ja nicht gezwungen ÖR Sender zu hören. Aber ich bin froh, daß es sie gibt. Und ich möchte, daß es sie weiterhin gibt.

Ich weiß eigentlich gar nicht so genau, worüber eigentlich diskutiert wird. Ist es der Geiz? Will man also die paar Euronen nicht bezahlen? Oder mag man die Sender einfach nicht?

8 Mrd. EUR sind also ein "paar Euronen?". Wo BBC & Co zeigen, dass bessere Qualität auch für die Hälfte geht.
20-50 EUR je Monat für eine Arbeiter, der mit Mehrfachabzocke dafür bestraft wird, dass er Pendeln muss und keine Festanstellung bekommt, sind "die paar Euronen"?
Diesen Post kann ich nur noch als eine Art Zynismus wahrnehmen.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon H2O » Sa 6. Jan 2018, 12:27

Dampflok94 hat geschrieben:(06 Jan 2018, 12:05)

Niemand hindert dich daran das zu tun. Du wirst ja nicht gezwungen ÖR Sender zu hören. Aber ich bin froh, daß es sie gibt. Und ich möchte, daß es sie weiterhin gibt.

Ich weiß eigentlich gar nicht so genau, worüber eigentlich diskutiert wird. Ist es der Geiz? Will man also die paar Euronen nicht bezahlen? Oder mag man die Sender einfach nicht?


Nein, Geiz leitet mich wirklich nicht. Wohl aber das Gefühl, daß im ÖRR der Umgang mit den verfügbaren Mittel zu einem Wildwuchs geführt hat, der dringend zurück geschnitten werden muß.

Immerhin hat ein ARD-Leiter öffentlich beklagt, daß dem ÖRR 3 Mrd fehlen, die durch Beiträge eingezogen werden sollen. Soll seine "Zielgruppe" solche Volltreffer ergeben hinnehmen?
Woppadaq
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Woppadaq » Sa 6. Jan 2018, 12:29

Julian hat geschrieben:(06 Jan 2018, 11:47)

Natürlich verfolgt RT Deutsch eigene Interessen, sprich: die des Kremls, und deswegen wurde das Interview bewusst dazu benutzt, Zweifel an der westlichen Interpretation der Ereignisse rund um die Annexion der Krim zu streuen.

Es ging mir aber nicht um die Krim-Annexion, sondern um Deutschland und die Rolle der Medien, insbesondere des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Flüchtlingskrise. Das Interview erklärt sehr gut, wie es ohne offizielle Maßgaben, ohne offizielle Zensur dennoch zu einer regierungsnahen Berichterstattung kommt. Noch eindrücklicher ist, wie mit denen umgegangen wird, die diese Art von Selbstzensur öffentlich machen, und wie sehr die Verantwortlichen alles tun, um den von der Journalistin geschilderten Eindruck als unglaubwürdig darzustellen.


Dieses Vorgehen nicht nur der Öffis, sondern der deutschen Mainstream-Presse generell, würde ich normalerweise auch für problematisch halten. Dem steht aber auch eine mindestens genauso unehrlich vorgehende Alternativpresse gegenüber, die bei den Ergeignissen der Flüchtlingskrise nur allzu deutlich Panik macht und ausländerfeindliche bis rassistische Ressentiments schürt. Ich bild mir das nicht ein, ich seh es ja in den Diskussionen hier auch. Die undogmatische, diferenzierende Diskussion wird doch viel zu oft weggeschrien.

Auch interessant finde ich den Eindruck der in den Niederlanden aufgewachsenen Journalistin, dass dort mehr Freiheit herrscht und abweichende Meinungen viel eher akzeptiert werden. Diesen Eindruck habe ich auch, und ich glaube, dass dies schon sehr lange in Deutschland verankert ist - das habe ich an den Reaktionen gemerkt, die ich hier erntete, als ich von der doch sehr eingeschränkten Meinungsfreiheit in Deutschland sprach.


Das liegt vielleicht einfach daran, dass es dort weniger gesellschaftliche Tabus gibt als bei uns. Trotzdem ist das so eine Sache mit der eingeschränkten Meinungsfreiheit. Man darf hierzulande nämlich - von gewissen Holcaustleugnungs-Tabus mal abgesehen - schon seine Meinung frei äussern und sie auch vetreiben, solange man jemanden findet, der das finanziell ermöglicht. Laut Press Freedom Index von Reporter ohne Grenzen liegen wir auf dem 16. Platz, die Niederlande auf Platz 5. Wir sind damit aber imer noch besser als Kanada (22), Spanien (29), Frankreich (39) Grossbritannien (40) oder die USA (43).

Ähnlich dem, was Frau Bergmann sagte, ist es in Deutschland nicht nur verboten, gewisse Dinge öffentlich zu sagen, nein, es wird zusätzlich auch noch geleugnet, dass es so ist, und derjenige, der darauf hinweist, wird diffamiert und fertiggemacht. Das ist quasi eine Immunisierung gegen Forderungen, etwas mehr Freiheit zuzulassen.


Im Bezug auf die ÖR-Sender hat sie auch Recht, und diese tun sich damit oftmals keinen Gefallen. Schliesslich ist ja oftmals gerade die Breite an Meinungen hilfreich für die eigene Glaubwürdigkeit. Ich kann es allerdings einem Finanzierer von Themen nicht übelnehmen, sowohl thematisch wie personell überwiegend selektiv vorzugehen. Auch für die Öffis gilt die Meinungsfreiheit. Sie haben keine Pflicht, jede Meinung bringen zu müssen.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Dampflok94 » Sa 6. Jan 2018, 12:37

Alster hat geschrieben:(06 Jan 2018, 12:21)

8 Mrd. EUR sind also ein "paar Euronen?". Wo BBC & Co zeigen, dass bessere Qualität auch für die Hälfte geht.

Ich bin kein Fachmann was die BBC angeht, aber daß die eine gute Arbeit abliefern ist bekannt. Nun kann man aber die Sender zweier Staaten immer nur bedingt vergleichen. Beginnt schon damit, daß GB aus nur vier Teilen besteht, D aus derer 16. Und so weiter und so fort.
Ob ich überzeugt bin, daß jeder Euro in den ÖR effektiv ausgegeben wird? Natürlich bin ich das nicht. Natürlich könnten die Sparen. Und natürlich kann man über einzelne Sender streiten. Aber eben nur über einzelne.
20-50 EUR je Monat für eine Arbeiter, der mit Mehrfachabzocke dafür bestraft wird, dass er Pendeln muss und keine Festanstellung bekommt, sind "die paar Euronen"?
Diesen Post kann ich nur noch als eine Art Zynismus wahrnehmen.

Deine Wahrnehmung sei dir unbenommen.
Aber das wäre eine Diskussion über einzelne Regelungen der Rundfunkabgabe, die man als ungerecht ansieht. Kann man gern machen, da findet sich bestimmt so einiges. Aber hier wird ja von einigen die ganze Sache in Bausch und Bogen verdammt. Und eben nicht nur einzelne Teile.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Julian » Sa 6. Jan 2018, 13:11

Woppadaq hat geschrieben:(06 Jan 2018, 12:29)

Dieses Vorgehen nicht nur der Öffis, sondern der deutschen Mainstream-Presse generell, würde ich normalerweise auch für problematisch halten. Dem steht aber auch eine mindestens genauso unehrlich vorgehende Alternativpresse gegenüber, die bei den Ergeignissen der Flüchtlingskrise nur allzu deutlich Panik macht und ausländerfeindliche bis rassistische Ressentiments schürt. Ich bild mir das nicht ein, ich seh es ja in den Diskussionen hier auch. Die undogmatische, diferenzierende Diskussion wird doch viel zu oft weggeschrien.


Natürlich wird auch auf der "anderen" Seite gelogen, dass sich die Balken biegen. Oder es wird nicht offen gelogen, sondern selektiv berichtet, unter Weglassung des Kontextes. Mir ist beispielsweise auch klar, dass es unter ein bis zwei Millionen Menschen, die zu uns gekommen sind, auch rein statistisch psychisch Kranke geben muss, die eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen. So etwas gibt es selbstverständlich unter Deutschen auch.

Und in der Tat wird auch mit rassistischen Ressentiments gespielt, beispielsweise, indem die immer wieder gleichen YouTube-Clips von afrikanischer Migranten in Italien oder Spanien gezeigt werden, die das Bild des schwarzen Barbaren transportieren sollen. Auf der anderen Seite ist es natürlich nicht so, dass diese Ereignisse nicht passiert wären. Trotzdem sind dann Leute, die über lange Zeit solche Clips anschauen und in der entsprechenden geistigen Welt leben, verwundert, dass es auch Menschen mit schwarzer Hautfarbe gibt, die beispielsweise im intellektuellen Bereich (und nicht nur im sportlichen oder Unterhaltungsbereich, was dem Klischee entsprechen würde) sehr erfolgreich sind.

Oder diese Leute meinen, die Bezeichnung eines Menschen als "Halbneger" wäre normal. Die können sich offenbar auch nicht mehr empathisch hineinversetzen in einen Menschen, der eben eine dunklere Hautfarbe hat. Von solchen Worten ist es dann auch nicht mehr so weit zu rassistischen Angriffen, die von den einfacher Strukturierten unter dem Eindruck solcher Worte durchgeführt werden.

Woppadaq hat geschrieben:(06 Jan 2018, 12:29)
Das liegt vielleicht einfach daran, dass es dort weniger gesellschaftliche Tabus gibt als bei uns. Trotzdem ist das so eine Sache mit der eingeschränkten Meinungsfreiheit. Man darf hierzulande nämlich - von gewissen Holcaustleugnungs-Tabus mal abgesehen - schon seine Meinung frei äussern und sie auch vetreiben, solange man jemanden findet, der das finanziell ermöglicht. Laut Press Freedom Index von Reporter ohne Grenzen liegen wir auf dem 16. Platz, die Niederlande auf Platz 5. Wir sind damit aber imer noch besser als Kanada (22), Spanien (29), Frankreich (39) Grossbritannien (40) oder die USA (43).


Abgesehen von den Einschränkungen der Meinungsfreiheit, die sich auf eine konkrete Person beziehen (Beleidigung, Verleumdung etc.), geht in der Tat aktuell vor allem um Meinungen aus dem rechten Spektrum. Da unsere Gesellschaft gegenwärtig eher links ist, werden diese Einschränkungen deswegen auch hingenommen oder sogar begrüßt.

Dennoch finde ich es seltsam, dass man in Deutschland Sätze wie: "Wir wollen keine Salafistenschweine" oder den Ausdruck des "Gesindels" für Flüchtlinge nich öffentlich aussprechen darf. Und es ist nun einmal so, dass heutzutage sehr viel von dem, was früher am Biertisch gesprochen wurde, öffentlich geworden ist via Twitter, Facebook, YouTube & Co. Und die derzeitigen Löschungen mit Berufung auf das NetzDG sind noch sehr viel extremer; da werden viele Berichte, die eine etwas deutlichere und polemischere Sprache verwenden in bezug auf aktuelle Ereignisse - etwa den Mord in Kandel - gelöscht. Eine Zensur findet statt.

Es versteht sich von selbst, dass solche Einschränkungen der Meinungsfreiheit, wenn sie einmal prinzipiell rechtlich anerkannt sind, auch auf ganz andere Äußerungen, von denen wir jetzt noch nichts wissen, werden angewandt werden können. Falls das Bild, das ihr euch von der AfD macht und dem ich nicht zustimme, korrekt ist, hätte die AfD, wäre sie einmal an der Regierung, alle Möglichkeiten, ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen - dank der illiberalen Gesetze, die ihr begrüßt hattet, als es gegen Rechts gegangen war.

Woppadaq hat geschrieben:(06 Jan 2018, 12:29)
Im Bezug auf die ÖR-Sender hat sie auch Recht, und diese tun sich damit oftmals keinen Gefallen. Schliesslich ist ja oftmals gerade die Breite an Meinungen hilfreich für die eigene Glaubwürdigkeit. Ich kann es allerdings einem Finanzierer von Themen nicht übelnehmen, sowohl thematisch wie personell überwiegend selektiv vorzugehen. Auch für die Öffis gilt die Meinungsfreiheit. Sie haben keine Pflicht, jede Meinung bringen zu müssen.


Ich habe auch nichts dagegen, wenn RTL selektiert, was sie senden; immerhin müssen sie Gewinn machen, und sie werden nicht von der Allgemeinheit zwangsfinanziert. Von den Öffentlich-Rechtlichen würde ich aber mehr Vielfalt erwarten, auch im Hinblick auf ungewöhnliche Standpunkte. Das gibt es dort aber nur sehr vereinzelt; das meiste ist dem linksgrünen Mainstream nach dem Munde gesprochen. Nach meinen langen Auslandsaufenthalten ist mir das erst so richtig aufgefallen, wie sehr in Deutschland Stimmung für konformes Denken gemacht wird.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitragvon Teeernte » Sa 6. Jan 2018, 13:17

Woppadaq hat geschrieben:(06 Jan 2018, 12:29)

Dieses Vorgehen nicht nur der Öffis, sondern der deutschen Mainstream-Presse generell, würde ich normalerweise auch für problematisch halten. Dem steht aber auch eine mindestens genauso unehrlich vorgehende Alternativpresse gegenüber,....


Ähmmm .... welche "PRESSE" würdest Du zu Mainstream und welche zu Alternativ zählen ?

Die PROPAGANDA gibt es in EIN und dem SELBEN Papier - unter dem SELBEN Logo - auf der selben Druckerpresse - im selben Computer "gemacht".

Es ist TEIL des selben Apparates.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D

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