Der langsame Tod der Rockmusik

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Dampflok94
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Dampflok94 » Di 5. Dez 2017, 10:09

garfield336 hat geschrieben:(05 Dec 2017, 09:59)

Andererseits können die alten Hasen immer noch ganze Fussballstadien füllen wenn sie auftreten, von daher ist deren Musik nicht wirklich tot.

Es kommt nur nix neues mehr.

Nix neues mehr? Die veröffentlichen doch noch immer neue Scheiben. Nun könnte man sagen, das ist nix neues, weil immer noch Rock. Das gälte dann aber für jede Musikgattung.
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garfield336
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon garfield336 » Di 5. Dez 2017, 10:38

Dampflok94 hat geschrieben:(05 Dec 2017, 10:09)

Nix neues mehr? Die veröffentlichen doch noch immer neue Scheiben. Nun könnte man sagen, das ist nix neues, weil immer noch Rock. Das gälte dann aber für jede Musikgattung.


Ich wollte sagen, es kommen keine neue Bands mehr die die gleiche Strahlkraft haben als die alten Veteranen. :) , wobei die aber weiterhin ganze Stadien füllen.

Die Stones gaben dieses Jahr 3 Konzerte in Deutschland und hatten 250.000 zahlendes Publikum.

Man mus sich daher eher fragen, warum die Jugend keine Band mehr hervorbringt die soviele Leute anlockt.
https://en.wikipedia.org/wiki/No_Filter ... tones_tour)
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Provokateur » Di 5. Dez 2017, 10:41

garfield336 hat geschrieben:(05 Dec 2017, 10:38)

Man mus sich daher eher fragen, warum die Jugend keine Band mehr hervorbringt die soviele Leute anlockt.


Rammstein locken so viele, national wie international. Kraftklub sind auf einem guten Weg, aber nur national.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 5. Dez 2017, 11:15

garfield336 hat geschrieben:(05 Dec 2017, 09:59)

Andererseits können die alten Hasen immer noch ganze Fussballstadien füllen wenn sie auftreten, von daher ist deren Musik nicht wirklich tot.

Es kommt nur nix neues mehr.


Die alten Hasen mit ihren Ecken und Kanten. Tja. Aber neue Bands dürfen nur dass machen was ankommt. Also eine Dur und eine Moll Tonart. 4/4 Takt. Alles andere ist zu kompliziert. Das Publikum muß mitklatschen können. Das ist für Ältere die noch bessere und komplexere Musik kennen halt ein wenig langweilig. Aber wenn man jung ist klingt dass alles frisch und ist leicht zu konsumieren.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon schokoschendrezki » Di 5. Dez 2017, 11:25

Es kommt ständig gute, kreative neue Musik, auch mehr oder weniger aus dem Genre Rockmusik. Dass das kein Massending mehr ist, ist kein Problem sondern - ganz im Gegenteil! - ein Segen.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Kritikaster » Di 5. Dez 2017, 12:18

Täuscht mich der Eindruck oder ist es vielleicht doch möglich, dass bei den Urteilen über die Qualität von Musik das gleiche Phänomen zu beobachten ist, wie in vielen anderen Diskussionen auch: Dass nämlich das eigene, sich von der breiten Masse unterscheidende Urteil die Zugehörigkeit zu einem gewissermaßen "elitären Zirkel" der Wissenden belegen soll?
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Ammianus » Di 5. Dez 2017, 12:28

Kritikaster hat geschrieben:(05 Dec 2017, 12:18)

Täuscht mich der Eindruck oder ist es vielleicht doch möglich, dass bei den Urteilen über die Qualität von Musik das gleiche Phänomen zu beobachten ist, wie in vielen anderen Diskussionen auch: Dass nämlich das eigene, sich von der breiten Masse unterscheidende Urteil die Zugehörigkeit zu einem gewissermaßen "elitären Zirkel" der Wissenden belegen soll?


So kenn ich das von Anfang an. "Was, du stehtst auf Sweet, Slades und Suzie Quatro? - Nein wir stehen auf wahre Musik. Deep Purple und Pink Floyd und Jazz-Rock und Blues."
In der Generation vorher war es wohl schon die Frage "Beatles oder Stones", wobei die Stones-Anhänger natürlich die Guten, Tollen und Echten waren. Vor einiger Zeit kam etwas in der Art sogar hier im Forum wieder. Man könne nur entweder die Beatles gut finden oder die Stones. Beide zusammen schlössen sich aus.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon pikant » Di 5. Dez 2017, 12:34

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Dec 2017, 11:25)

Es kommt ständig gute, kreative neue Musik, auch mehr oder weniger aus dem Genre Rockmusik. Dass das kein Massending mehr ist, ist kein Problem sondern - ganz im Gegenteil! - ein Segen.


ich bin mal gerade die Charts durchgegangen in den wichtigen Laendern auf der Welt - fast ueberall dominiert Pop-Gigant Ed Sheeran mit Perfect der perfekten Weihnachtsschnulze alleine oder im Duett mit Beyoncé.

das ist der neue Superstar, wo die grossen Hallen in Europa schon 2018 fast alle ausverkauft sind - Pop-Rock Ed Sheeran - passt fuer die Masse :thumbup:
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon schokoschendrezki » Di 5. Dez 2017, 13:28

pikant hat geschrieben:(05 Dec 2017, 12:34)

ich bin mal gerade die Charts durchgegangen in den wichtigen Laendern auf der Welt - fast ueberall dominiert Pop-Gigant Ed Sheeran mit Perfect der perfekten Weihnachtsschnulze alleine oder im Duett mit Beyoncé.

das ist der neue Superstar, wo die grossen Hallen in Europa schon 2018 fast alle ausverkauft sind - Pop-Rock Ed Sheeran - passt fuer die Masse :thumbup:

Ja und? Das steht in keinerlei Widerspruch zu der Feststellung, dass jenseits der Charts ständig gute, neue, hochwertige Rock- und Popmusik entsteht. Dass sie eher in kleineren Zirkeln, Clubs, Szenen usw. produziert und konsumiert wird, ist - wie schon geschrieben - kein Fluch sondern ein Segen.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon pikant » Di 5. Dez 2017, 13:31

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Dec 2017, 13:28)

Ja und? Das steht in keinerlei Widerspruch zu der Feststellung, dass jenseits der Charts ständig gute, neue, hochwertige Rock- und Popmusik entsteht. Dass sie eher in kleineren Zirkeln, Clubs, Szenen usw. produziert und konsumiert wird, ist - wie schon geschrieben - kein Fluch sondern ein Segen.


fuer mich ist das eher ein Fluch, dass Musiker gute Musik machen und diese nur in Clubs und kleinen Zirkeln zu bestaunen sind und man von dieser guten Musik nicht leben kann.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon schokoschendrezki » Di 5. Dez 2017, 13:31

Kritikaster hat geschrieben:(05 Dec 2017, 12:18)

Täuscht mich der Eindruck oder ist es vielleicht doch möglich, dass bei den Urteilen über die Qualität von Musik das gleiche Phänomen zu beobachten ist, wie in vielen anderen Diskussionen auch: Dass nämlich das eigene, sich von der breiten Masse unterscheidende Urteil die Zugehörigkeit zu einem gewissermaßen "elitären Zirkel" der Wissenden belegen soll?

Um diese These zu widerlegen, müsste man jetzt ganz konkret an Beispielen und mit den Mitteln, die der Musikrezension eben so zur Verfügung stehen, argumentieren. Das sprengt glaub' ich das Thema.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon pikant » Di 5. Dez 2017, 13:38

Ammianus hat geschrieben:(05 Dec 2017, 12:28)

So kenn ich das von Anfang an. "Was, du stehtst auf Sweet, Slades und Suzie Quatro? - Nein wir stehen auf wahre Musik. Deep Purple und Pink Floyd und Jazz-Rock und Blues."
In der Generation vorher war es wohl schon die Frage "Beatles oder Stones", wobei die Stones-Anhänger natürlich die Guten, Tollen und Echten waren. Vor einiger Zeit kam etwas in der Art sogar hier im Forum wieder. Man könne nur entweder die Beatles gut finden oder die Stones. Beide zusammen schlössen sich aus.


ich finde uebrigens alle diese Gruppen gut und habe von allen LP's im Schrank stehen.
die letzte Stones liegt wie Blei im Regal ;)
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon schokoschendrezki » Di 5. Dez 2017, 13:43

pikant hat geschrieben:(05 Dec 2017, 13:31)

fuer mich ist das eher ein Fluch, dass Musiker gute Musik machen und diese nur in Clubs und kleinen Zirkeln zu bestaunen sind und man von dieser guten Musik nicht leben kann.


"Leben" kann man in gar nicht so wenigen Fällen schon davon. Nur eben nicht in vielen Fällen ein Luxusleben führen. Und hören kann man heutzutage Musik jeder Art ganz grundsätzlich überall und rund um die Uhr. Niemals im Leben wäre ich auf den phänomenal guten TripHop-Musiker mit Künstlernamen sclwn gekommen, der irgendwo im fernen Osten Russlands in einem kleinen Studio experimentelle Musik aufnimmt. Man kanns auch umgekehrt sehen: Niemals wäre zu den Hoch-Zeiten von ACDC und Deep Purple ein Experimental-Musiker im fernen Osten Russlands in der Lage gewesen, einen Hörer im fernen Berlin zu erreichen. Einschließlich der Möglichkeit, ihm auch tatsächlich einen Tonträger zu verkaufen und damit Geld zu verdienen. Eine unglaubliche Demokratisierung hat in der Musikszene stattgefunden. Mir können die ganzen Megastars, auch die der vermeintlich guten alten Zeit (fast!) alle mal den Buckel herunterrutschen.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon pikant » Di 5. Dez 2017, 13:46

Progressiver hat geschrieben:(01 Dec 2017, 19:27)

Hallo!



In die Radiocharts scheint es aber kein Rocksong mehr zu schaffen, wenn man mal die größeren Sender einschaltet. Da kommt vielleicht bei uns zwischen vielen modernen Elektropop-Liedern ein Song des neuesten Albums der Red Hot Chili Peppers. Und manchmal, wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten, etwas von Green Day. Aber verzerrte Gitarrensounds von neueren Bands wie Billy Talent habe ich da noch nie gehört. Wenn ich mal die Radiosender für die ältere Generation begutachte, so höre ich hier in Baden-Württemberg vor allem etwas von dem Sender SWR1, wo man dann wohl solche Bands wie Queen, Bon Jovi, Pink Floyd oder anderen lauschen kann. Und wenn die "Top 1000 Hörercharts" wieder mal gespielt werden, gewinnt am Ende in der Regel "Stairway To Heaven". Aber diese Classic Rock Songs verkörpern jedenfalls für mich nicht die Gegenwart oder die Zukunft.





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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Kritikaster » Di 5. Dez 2017, 14:03

Ammianus hat geschrieben:(05 Dec 2017, 12:28)

So kenn ich das von Anfang an. "Was, du stehtst auf Sweet, Slades und Suzie Quatro? - Nein wir stehen auf wahre Musik. Deep Purple und Pink Floyd und Jazz-Rock und Blues."
In der Generation vorher war es wohl schon die Frage "Beatles oder Stones", wobei die Stones-Anhänger natürlich die Guten, Tollen und Echten waren. Vor einiger Zeit kam etwas in der Art sogar hier im Forum wieder. Man könne nur entweder die Beatles gut finden oder die Stones. Beide zusammen schlössen sich aus.

Da haben wir offenbar sehr vergleichbare Erfahrungen gemacht, wobei ich zu jenen gehöre, für die sich Musik diverser Gruppen und Richtungen nicht prinzipiell gegenseitig ausschließen. Ich betrachtete ein solches Verhalten nämlich für recht sinnlos, weil man sich ohne jede Not interessanter musikalischer Erfahrungen berauben kann.

Kommt dazu, dass das Qualitätsempfinden für viele Songs, zumindest bei mir, auch sehr stimmungsabhängig ist. Oft "hilft" da mehrfaches Hineinhören.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon schokoschendrezki » Di 5. Dez 2017, 14:26

pikant hat geschrieben:(05 Dec 2017, 13:38)

ich finde uebrigens alle diese Gruppen gut und habe von allen LP's im Schrank stehen.
die letzte Stones liegt wie Blei im Regal ;)

Es gibt unter den ganz ganz großen der Pop- und Rockmusik sowieso nicht mehr als eine Handvoll Künstler, die es schaffen, nach Megaerfolgen und Riesenpopularität sich quasi noch mal oder auch immer wieder neu selbst zu erfinden. Bei Lennon weiß mans nicht. Paul McCartney und Mick Jagger gehören wohl doch nicht dazu. Iggy Pop, Tom Waits, David Bowie, Frank Zappa schon eher. Björk vielleicht auch. Aber das eigentliche große, einmalige Super-Genie der Selbsterfindung habe ich jetzt gar nicht genannt ... ;)
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 5. Dez 2017, 20:47

Kritikaster hat geschrieben:(05 Dec 2017, 12:18)

Täuscht mich der Eindruck oder ist es vielleicht doch möglich, dass bei den Urteilen über die Qualität von Musik das gleiche Phänomen zu beobachten ist, wie in vielen anderen Diskussionen auch: Dass nämlich das eigene, sich von der breiten Masse unterscheidende Urteil die Zugehörigkeit zu einem gewissermaßen "elitären Zirkel" der Wissenden belegen soll?

Weiß ich nicht - in meinem Auto sitzen bisweilen ganz verschiedene Leute. Die einen finden Genre und Stil zwei aufeinander folgender Lieder "interessant verschieden", die anderen schütteln über exotische Coverversionen oder veraltete Größen den Kopf. Die meisten von ihnen haben von Haus aus andere Vorlieben, manchen ist Musik auch ziemlich egal. "Ich höre alles" kennt in manchen Fällen nur sehr weniges. Ich würde das nicht alles über einen Kamm scheren. Am liebsten fahre ich alleine und erfreue mich an meiner Auswahl, die oft aus dem großen Archiv neugierig-unwissend zugreift oder auch mal die abgenudelten Standards einer bestimmten Phase rausholt.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Misterfritz » Di 5. Dez 2017, 21:35

pikant hat geschrieben:(05 Dec 2017, 12:34)

ich bin mal gerade die Charts durchgegangen in den wichtigen Laendern auf der Welt - fast ueberall dominiert Pop-Gigant Ed Sheeran mit Perfect der perfekten Weihnachtsschnulze alleine oder im Duett mit Beyoncé.

das ist der neue Superstar, wo die grossen Hallen in Europa schon 2018 fast alle ausverkauft sind - Pop-Rock Ed Sheeran - passt fuer die Masse :thumbup:

Das ist nun wirklich eine schreckliche Schnulze ;)

Man muss aber auch sehen, dass es zwei Faktoren gibt, die nicht unwichtig sind:
1. Gab es früher erheblich weniger Radiosender (wer RTL oder BFBS oder AFN empfangen konnte, hatte echt Glück).
2. Aufnahmen waren früher viel teurer, es wurde schon sehr früh gesiebt, bevor überhaupt ein Musiker in ein Studio kam.

Ob die Masse an Musik-Aufnahmen jetzt besser oder schlechter ist, will ich gar nicht beurteilen. Es ist nur so, dass die grosse Masse gar nicht im Radio gespielt werden kann. Und ob die Verpflichtung, auch deutsche Künstler zu spielen, nun eine wirklich gute Idee ist, möchte ich arg bezweifeln :D
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 5. Dez 2017, 21:39

Misterfritz hat geschrieben:(05 Dec 2017, 21:35)

Das ist nun wirklich eine schreckliche Schnulze ;)

Man muss aber auch sehen, dass es zwei Faktoren gibt, die nicht unwichtig sind:
1. Gab es früher erheblich weniger Radiosender (wer RTL oder BFBS oder AFN empfangen konnte, hatte echt Glück).
2. Aufnahmen waren früher viel teurer, es wurde schon sehr früh gesiebt, bevor überhaupt ein Musiker in ein Studio kam.

Ob die Masse an Musik-Aufnahmen jetzt besser oder schlechter ist, will ich gar nicht beurteilen. Es ist nur so, dass die grosse Masse gar nicht im Radio gespielt werden kann. Und ob die Verpflichtung, auch deutsche Künstler zu spielen, nun eine wirklich gute Idee ist, möchte ich arg bezweifeln :D

Das Radio würde sein Klientel nur verschrecken, wenn es was anderes spielen würde. Ob es ausreichend Ersatz gewinnen kann, müsste man erstmal probieren. Vermutlich nein. Bei den Amerikanern nennt man den Drift eines Spartensenders zu einer neuen/anderen Programmidee wohl Network Decay.

Rockmusik, wie fast jede Musik, ist heute vielfältig wie nie. Radio will eine wie auch immer definierte Hörerkonvention optimieren. Die Details wechseln meist schleichend über Zu- und Abgang von Geburtsjahrgängen.
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Re: Der langsame Tod der Rockmusik

Beitragvon Misterfritz » Di 5. Dez 2017, 21:44

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(05 Dec 2017, 21:39)

Das Radio würde sein Klientel nur verschrecken, wenn es was anderes spielen würde.
Weiss ich nicht, oder gut, heute ...
Es gab im BFBS die legendäre Bob Harris Show, einmal pro Woche wurden da Sachen gespielt, die man vorher (fast) nie in anderen Radioprogrammen gehört hatte, einfach klasse! Sowas vermisse ich tatsächlich.
Ich bin ja ab (?) komplett auf BFBS umgestiegen, weil es dort keine Radiowerbung gab. Hier kann ich das leider nicht empfangen.

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