Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

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Loki
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Do 9. Nov 2017, 15:13

frems hat geschrieben:(09 Nov 2017, 14:46)

Du mit Deinen Glaskugeln... und selbst wenn: muss es das? Gehen alle Sachsen nach Westdeutschland? Gehen alle Westdeutsche in die Schweiz? Von Abenteuerlust abgesehen treibt nur Perspektivlosigkeit Menschen in die Ferne.

Das halte ich für ein Gerücht.

Warum sollte jemand in Rumänien oder Polen leben wollen, wenn er doch - dank EU - auch in Deutschland sich breit machen könnte ?!

Was bringt Dir das, wenn Du stattdessen keinen Job mehr hast? :?:

Bevor dies passiert, müßten die enorm vielen Milliarden Menschen im Ausland plötzlich kein Interesse mehr an Qualitätsprodukten Made in Germany haben. Dieses kleine, gar winzige Land auf der Karte "versorgt" nämlich, wie Dir bekannt ist, eine menge Leute im Ausland; wobei teilweise Abhängigkeitsverhältnisse bestehen.

Sollte Dein Einwand lauten, daß eine Nationalwährung längst den Ausbau der Automatisierung und die Verwendung von Robotertechnologie bis zu einem Höchstmaß mitgefördert hätte und hier deshalb politische Regelungen erforderlich wären zwecks Umgang mit freiwerdenden Arbeitskräften, dann gebe ich Dir Recht.

Roboter- und Technologiefeinde in Deutschland haben somit am meisten von der EU profitiert. Ein weiterer Punkt.
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relativ
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon relativ » Do 9. Nov 2017, 16:01

Loki hat geschrieben:(09 Nov 2017, 15:13)

Das halte ich für ein Gerücht.

Warum sollte jemand in Rumänien oder Polen leben wollen, wenn er doch - dank EU - auch in Deutschland sich breit machen könnte ?!

das dir die Phantasie dazu fehlt leuchtet ein. Aber sei dir sicher es gibt eine Menge Gründe und och du schreck sie sind sogar ähnlich diesen, warum viele Deutsche nicht ihr Land oder Region auf dauer verlassen wollen.

Bevor dies passiert, müßten die enorm vielen Milliarden Menschen im Ausland plötzlich kein Interesse mehr an Qualitätsprodukten Made in Germany haben. Dieses kleine, gar winzige Land auf der Karte "versorgt" nämlich, wie Dir bekannt ist, eine menge Leute im Ausland; wobei teilweise Abhängigkeitsverhältnisse bestehen.
Ich würde mit dieser Prognose vorsichtig sein. denn manchmal und gerade heutzutage ändern sich Dinge schneller als einem lieb sein kann. In einigen Zukunftstechnologieen hängt Deutschland ziemlich hinterher. Die btrauchen dann evtl. nicht mehr das Ding was das Ding zum laufen bringt und es nur in Deutschland gibt.
[/quote]
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Do 9. Nov 2017, 16:52

relativ hat geschrieben:(09 Nov 2017, 16:01)
In einigen Zukunftstechnologieen hängt Deutschland ziemlich hinterher.

Mit einer starken Nationalwährung kauft man diese Dinge wie Elektrochips, militärische Kampfflieger oder Produktionsroboter preisgünstig; meistens eher nicht aus EU-Ländern wie Polen oder Rumänien, Zypern oder Frankreich.
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frems
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Do 9. Nov 2017, 17:33

Loki hat geschrieben:(09 Nov 2017, 15:13)
Warum sollte jemand in Rumänien oder Polen leben wollen, wenn er doch - dank EU - auch in Deutschland sich breit machen könnte ?!

Da gibt es etwas, was Du vermutlich nicht kennst: Heimat. Dort, wo Familie und Freunde sind, wo man aufwuchs, wo man sich mit Kultur, Sprache/Dialekt und Tradition verbunden fühlt.

Bevor dies passiert, müßten die enorm vielen Milliarden Menschen im Ausland plötzlich kein Interesse mehr an Qualitätsprodukten Made in Germany haben. Dieses kleine, gar winzige Land auf der Karte "versorgt" nämlich, wie Dir bekannt ist, eine menge Leute im Ausland; wobei teilweise Abhängigkeitsverhältnisse bestehen.

Wenn die Preise nach oben gehen, wird das Interesse auch nachlassen. Einfachste Marktgesetze. Lernt man das nicht in der Schule?

Sollte Dein Einwand lauten

Nope. Vergiss den Nationalwährungsquatsch einfach. Braucht keiner. Damit würden wir nur Souveränität verlieren.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Do 9. Nov 2017, 17:43

frems hat geschrieben:(09 Nov 2017, 17:33)

Da gibt es etwas, was Du vermutlich nicht kennst: Heimat. Dort, wo Familie und Freunde sind, wo man aufwuchs, wo man sich mit Kultur, Sprache/Dialekt und Tradition verbunden fühlt.

EU ?

Wenn die Preise nach oben gehen, wird das Interesse auch nachlassen.

Nur vielleicht von denen, die es sich nicht leisten können. Bleiben zig andere Milliarden Menschen über, die mit deutschen Qualitäts-Produkten aus dem geografisch winzigen Deutschland versorgt werden möchten. (Die Bevölkerungszunahme insbesondere im Ausland jetzt nur mal nebenbei erwähnt...)
Und selbst wenn nicht, kann der Unternehmer in Eigenregie gewiss die Preisschraube nutzen; und dennoch mit einer starken Nationalwährung preisgünstige Produkte, insbesondere Rohstoffe, aus dem Ausland erwerben,
was beim Umgang mit der Preisschraube bezüglich der eigens hergestellten Güter ein großer Vorteil ist.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Do 9. Nov 2017, 18:08

Loki hat geschrieben:(09 Nov 2017, 17:43)
EU ?

Europäische Regionen und Städte, ja. Wie gesagt, es handelt sich um Menschen. Und die haben in der Regel auch soziale Bedürfnisse und nicht nur ökonomische.

Nur vielleicht von denen, die es sich nicht leisten können.

Oder nicht leisten wollen. Könnten die deutschen Industriekonzerne ohne Probleme 30% auf ihre Preise raufklatschen, hätten sie es längst getan.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Do 9. Nov 2017, 20:34

frems hat geschrieben:(09 Nov 2017, 18:08)

Europäische Regionen und Städte, ja. Wie gesagt, es handelt sich um Menschen. Und die haben in der Regel auch soziale Bedürfnisse und nicht nur ökonomische.

Ah, ok, solche mit Nationalgefühlen; gut, Du benennst es indirekt halt Heimatgefühle.

Warum betrachten die nicht die gesamte EU als ihre Heimat, würden sie von dieser Sichtweise doch profitieren ?


Oder nicht leisten wollen. Könnten die deutschen Industriekonzerne ohne Probleme 30% auf ihre Preise raufklatschen, hätten sie es längst getan.

Na wenn Du nun mit dem Eurogeld, nach Abgabe der Währungshoheit, in Polen 30 % mehr für das gleiche Auto verlangst, welches es auch in der gleichen Währung im Nachbarland 30 % günstiger gibt, dann passiert was wohl ? Genau.
Wäre alles etwas profitabler für Deutschland, wenn es niemals die Währungshoheit abgegeben hätte.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Fr 10. Nov 2017, 09:18

Loki hat geschrieben:(09 Nov 2017, 20:34)

Ah, ok, solche mit Nationalgefühlen; gut, Du benennst es indirekt halt Heimatgefühle.

Nein, eben nicht. Vom überflüssigen Nationalstaat sprach niemand auch nur indirekt.

Warum betrachten die nicht die gesamte EU als ihre Heimat, würden sie von dieser Sichtweise doch profitieren ?

Das entscheidet jeder selbst. Es gibt Leute, die ein kleines Kaff als ihre Heimat ansehen und keine drei Kilometer weiter weg leben wollen, weil sie die Leute aus dem "Nachbardorf" unheimlich finden.

Na wenn Du nun mit dem Eurogeld, nach Abgabe der Währungshoheit, in Polen 30 % mehr für das gleiche Auto verlangst, welches es auch in der gleichen Währung im Nachbarland 30 % günstiger gibt, dann passiert was wohl ? Genau.
Wäre alles etwas profitabler für Deutschland, wenn es niemals die Währungshoheit abgegeben hätte.

Okay, VWL a la DDR. Hatte ich's doch gleich befürchtet.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Fr 10. Nov 2017, 16:36

frems hat geschrieben:(10 Nov 2017, 09:18)
Okay, VWL a la DDR. Hatte ich's doch gleich befürchtet.

Von Planwirtschaft und somit nahezu sämtlichen Unternehmen als Eigentum der öffentlichen Hand war hier keine Rede. Nationalwährungen und das effektive Nutzen dieser ist eher ein USA Ding.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Fr 10. Nov 2017, 18:56

Loki hat geschrieben:(10 Nov 2017, 16:36)

Von Planwirtschaft und somit nahezu sämtlichen Unternehmen als Eigentum der öffentlichen Hand war hier keine Rede. Nationalwährungen und das effektive Nutzen dieser ist eher ein USA Ding.

Die Welt besteht nicht nur aus ehem. sozialistischen Bruderländern, Genosse. Zudem verteuert sich ja nicht nur die Arbeit, sondern wird auch mehr.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Fr 10. Nov 2017, 19:20

frems hat geschrieben:(10 Nov 2017, 18:56)
Zudem verteuert sich ja nicht nur die Arbeit, sondern wird auch mehr.

Für welchen Personenkreis soll sich "die Arbeit verteuern", wenn die Währungshoheit bei der jeweiligen Nation ist ?


Von einer Vielzahl von gut bezahlten Arbeitsplätzen, außerhalb der jeweiligen Nation jedoch innerhalb der EU, profitiert auch Deutschland am wenigsten; fast alle anderen verdienen in Deutschland besser als in ihrem Nationalstaat.
Bedeutet andererseits: Bei einer Fachkräftezuwanderung und zugleich einer Steigerung von Multilkulti profitieren die Deutschen am meisten,
mag man darin einen Profit erkennen.
In der ehemaligen DDR durchaus nicht unüblich, daß südosteuropäische Ärzte bspw. das Sächseln lernen zu verstehen.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon frems » Fr 10. Nov 2017, 19:27

Loki hat geschrieben:(10 Nov 2017, 19:20)

Für welchen Personenkreis soll sich "die Arbeit verteuern", wenn die Währungshoheit bei der jeweiligen Nation ist ?

Für die Unternehmen wird's in diesem Falle teurer. Sprich, weniger Arbeitsplätze durch geringeren Umsatz.


Von einer Vielzahl von gut bezahlten Arbeitsplätzen, außerhalb der jeweiligen Nation jedoch innerhalb der EU, profitiert auch Deutschland am wenigsten; fast alle anderen verdienen in Deutschland besser als in ihrem Nationalstaat.

Wer hat Dir den Unsinn denn erzählt? Deutschland ist im oberen Mittelfeld innerhalb des Binnenmarktes mit der Personenfreizügigkeit: http://www.bpb.de/cache/images/9/70629- ... .gif?EDBF8

Und sicherlich profitiert Deutschland davon, sei es vor 15 Jahren durch Wegzug von teuren Arbeitslosen oder heute durch Zuzug von Fachkräften, insb. aus Süd- und Osteuropa.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Fr 10. Nov 2017, 20:59

frems hat geschrieben:(10 Nov 2017, 19:27)

Für die Unternehmen wird's in diesem Falle teurer. Sprich, weniger Arbeitsplätze durch geringeren Umsatz.

Sollte das Unternehmen Rohstoffe aus dem (Währungs-)Ausland beziehen, gibt es an dieser Stelle Einsparungen, da dort alles günstiger zu sein scheint.
Und nochmal: Im Falle von der Weltversorgung mit dt. Autos: Dieses auf der Landkarte so winzige Land verkauft dann Made in Germany Autos an Milliarden von Ausländern. Unter Umständen mit einem hohen Verkaufspreis wegen der starken Nationalwährung; doch sind die Kunden gerne bereit diesen Preis zu zahlen.
Der Absatz mag höher sein, wenn die Autos und somit die dt. Wertarbeit unter Wert in alle Welt verkauft wird, der Umsatz jedoch bleibt aufgrund des hohen Preises groß.
Bringt dem Land mit Währungshoheit natürlich dann nichts, wenn die anderen ihre Währung haben kaputt gehen lassen oder anderweitige Probleme dort in den Ländern herrschen...


Wer hat Dir den Unsinn denn erzählt? Deutschland ist im oberen Mittelfeld innerhalb des Binnenmarktes mit der Personenfreizügigkeit: http://www.bpb.de/cache/images/9/70629- ... .gif?EDBF8

Wenn interessiert dieses Klimpergeld, wenn ich hier von gut bezahlten Arbeitsplätzen schreibe ? Fachkräfte Und Unternehmensführer/Manager werden in Deutschland vergleichsweise sehr gut bezahlt; und das bei bezahlbaren Lebensmittelpreisen hierzulande. Ausländische Fachkräfte leben hier allerbestens.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 10. Nov 2017, 21:07

Loki hat geschrieben:(10 Nov 2017, 20:59)

Ausländische Fachkräfte leben hier allerbestens.


Nicht nur ausländische ...
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Misterfritz » Sa 11. Nov 2017, 08:19

Loki hat geschrieben:(10 Nov 2017, 20:59)

Sollte das Unternehmen Rohstoffe aus dem (Währungs-)Ausland beziehen, gibt es an dieser Stelle Einsparungen, da dort alles günstiger zu sein scheint.
Und nochmal: Im Falle von der Weltversorgung mit dt. Autos: Dieses auf der Landkarte so winzige Land verkauft dann Made in Germany Autos an Milliarden von Ausländern. Unter Umständen mit einem hohen Verkaufspreis wegen der starken Nationalwährung; doch sind die Kunden gerne bereit diesen Preis zu zahlen.
Dieses kleine Land verkauft gar nicht so viele Autos MADE in Germany. Siehe Dir nur mal den VW-Konzern an, wo überall in der Welt der Autos produziert. Und wenn Du Dir dann noch die ganzen Zulieferer ansiehst, dann kannste Dir Deine dts. Währungshoheit sonstwo hinpacken.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon H2O » Sa 11. Nov 2017, 09:26

Misterfritz hat geschrieben:(11 Nov 2017, 08:19)

Dieses kleine Land verkauft gar nicht so viele Autos MADE in Germany. Siehe Dir nur mal den VW-Konzern an, wo überall in der Welt der Autos produziert. Und wenn Du Dir dann noch die ganzen Zulieferer ansiehst, dann kannste Dir Deine dts. Währungshoheit sonstwo hinpacken.


Das ist die platte Wahrheit; allerdings kann die deutsche Seite aufgrund der Weltgeltung ihrer international aufgestellten Unternehmen einen größeren Anteil hochbezahlter Führungsfunktionen besetzen als dies vielleicht anderen beteiligten Nationen möglich ist. Insoferen geschieht zweierlei: Die deutsche Wirtschaft kann sich in der EU und weltweit erfolgreich entwickeln, bindet andere Wirtschaften in ihren Einflußbereich ein und führt mit ihren Unternehmungen diese Gesamtwirtschaft. Diese Führungsrolle kann man als Segen der europäischen Zusammenarbeit in einem viel größer gewordenen Markt verstehen oder als Wirtschaftsimperialismus brandmarken.

Das ist dann ein Thema für die Kaczyńskis dieser Gemeinschaft. Aus meiner Sicht: Hinhören und Entartungen dieser wirtschaftlichen Entwicklung zu politischer Herrschaft im Keim ersticken.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Loki » Sa 11. Nov 2017, 12:04

Misterfritz hat geschrieben:(11 Nov 2017, 08:19)

Dieses kleine Land verkauft gar nicht so viele Autos MADE in Germany. Siehe Dir nur mal den VW-Konzern an, wo überall in der Welt der Autos produziert.

Möglicherweise hat eine EUiesierung sowie die Euro-Einführung diesen Vorgang, den Weggang der "dt." Industrie in Billiglohnländer innerhalb der EU, be- und gefördert ?
Bliebe der Wissenstransfer, Verkauf von Patenten und Forschungsergebnissen, Entwicklungen anderer Art und dem hochwertigen Schriftwerk.

Wenn es um einen Weggang der Industrie geht, hat Deutschland in gewisser Hinsicht nicht unbedingt profitiert; außer daß nun weniger Industriefeinstaub regional hier unter dt. Umweltauflagen produziert wird...
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon H2O » Di 14. Nov 2017, 20:14

Loki hat geschrieben:(11 Nov 2017, 12:04)

Möglicherweise hat eine EUiesierung sowie die Euro-Einführung diesen Vorgang, den Weggang der "dt." Industrie in Billiglohnländer innerhalb der EU, be- und gefördert ?
Bliebe der Wissenstransfer, Verkauf von Patenten und Forschungsergebnissen, Entwicklungen anderer Art und dem hochwertigen Schriftwerk.

Wenn es um einen Weggang der Industrie geht, hat Deutschland in gewisser Hinsicht nicht unbedingt profitiert; außer daß nun weniger Industriefeinstaub regional hier unter dt. Umweltauflagen produziert wird...


Im Grunde bedauern Sie, daß aus ehemals rein deutschen Unternehmen in den letzten 20 Jahren Weltkonzerne geworden sind. Dabei ist diese Entwicklung für die Unternehmen eine Überlebensstrategie im Wettbewerb in der globalisierten Wirtschaft. Ein klarer Vorteil für die deutschen Kerne dieser Unternehmen... und ihre Mitarbeiter.
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Papaloooo » Di 14. Nov 2017, 20:39

Wer wissen will, wie es Deutschland ginge, wenn es nicht bei der Währungsunion mitgemacht hätte, und bei der DM geblieben wäre,
der sollte in die Schweiz schauen.
Sie verlagern sich mehr und mehr auf den Finanzsektor und bieten weitestgehend krisensichere Geldanlagen an.
Nur geht da immer mehr illegal am Fiskus vorbei.
Und dann gibt es Spitzel, die an Seuer-CDs kommen und die Zinsen von den Kunden nachfordern.
Und die Schweiz setzt ihrerseits wieder Spitzel gegen sie Spitzel ein, um diese Einnahmequelle nicht zu verlieren.

Der Tourismus bricht langsam ein, weil die Schweiz zu teuer wird.
Schweizer kommen in Schaaren über die Grenzen um billiger einzukaufen.

Die Schweiz ist wie ein Hochtisch, an dessen Tischbeinen mehr und mehr gesägt wird.
Man kann der Schweiz nur wünschen, dass der hohe Tisch danach etwas niedriger ist, und nicht plötzlich ein eine Richtung umkippt!
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Re: Profitiert wirklich Deutschland am Meisten von der EU?

Beitragvon Julian » Di 14. Nov 2017, 21:03

Papaloooo hat geschrieben:(14 Nov 2017, 20:39)

Wer wissen will, wie es Deutschland ginge, wenn es nicht bei der Währungsunion mitgemacht hätte, und bei der DM geblieben wäre,
der sollte in die Schweiz schauen.
Sie verlagern sich mehr und mehr auf den Finanzsektor und bieten weitestgehend krisensichere Geldanlagen an.
Nur geht da immer mehr illegal am Fiskus vorbei.
Und dann gibt es Spitzel, die an Seuer-CDs kommen und die Zinsen von den Kunden nachfordern.
Und die Schweiz setzt ihrerseits wieder Spitzel gegen sie Spitzel ein, um diese Einnahmequelle nicht zu verlieren.

Der Tourismus bricht langsam ein, weil die Schweiz zu teuer wird.
Schweizer kommen in Schaaren über die Grenzen um billiger einzukaufen.

Die Schweiz ist wie ein Hochtisch, an dessen Tischbeinen mehr und mehr gesägt wird.
Man kann der Schweiz nur wünschen, dass der hohe Tisch danach etwas niedriger ist, und nicht plötzlich ein eine Richtung umkippt!


Die Schweiz ist ein reiches Land mit florierender Wirtschaft und wohlhabenden Bürgern. In Deutschland feiert man Exportüberschüsse und geringe Arbeitslosigkeit, aber die Leute sind viel ärmer als in der Schweiz: das mediane Vermögen ist lächerlich im Vergleich zur Schweiz, viele Leute sind arm trotz Arbeit, die sichtbare Armut in deutschen Großstädten ist bedrückend, viele Leute sind darauf angewiesen, Pfandflaschen aus Mülleimern zu fischen.

Und jetzt sollen wir Angst haben vor dem Modell der Schweiz? Ich halte die Schweiz im Gegenteil für ein Modell dafür, dass es auch mit einer eigenen Währung funktionieren kann - und dies zwar der Exportwirtschaft abträglich, dem allgemeinen Wohlstand des Landes jedoch zuträglich ist. Das wird in Deutschland, in dem die immer gleichen Jubelarien angestimmt werden - wir sind Exportweltmeister! die Wirtschaft brummt! - wohl kaum zu vermitteln.

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