EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon H2O » Fr 26. Mai 2017, 17:15

Welfenprinz hat geschrieben:(26 May 2017, 16:43)

Die EU-Ausgleichszahlungen werden veröffentlicht.

Wenn du heute alle Subventionen streichst sind sofort alle extensiven Betriebe tot,der Biobetrieb genauso wie der Mutterkuhhalter in Grenzertragslagen. Das holländische Gewäxhshaus oder den Wiesenhofstall,also die Betriebe aus denen die Masse kommt, würde die Subventionsstreichung überhaupt nicht tangieren.

Mit der Nitratlüge des UBA hat dein ganzer Salmon sowieso nix zu tun.


Immerhin soll die Landwirtschaft uns doch ernähren; muß ja nicht autark sein. Da befürworte ich schon Ausgleichszahlungen dafür, daß der Landwirt nicht auf Teufel komm' 'raus seine Felder und Wiesen überdüngt, daß er Wild- und Windschutzhecken stehen läßt. Mit freier Wirtschaft hat diese Landschaftspflege wohl wenig zu tun. Ich sehe aber nicht ein, daß in Deutschland weitaus mehr Vieh gehalten werden muß, als unser Boden tragen kann... und daß zu allem Überfluß noch diese Fleischwaren in großen Mengen exportiert werden... wenn's geht noch mit dem Bundesadler auf der Hühnerbrust oder dem Schweineschinken: Schwarzwälder Schinken im fernen Polen! Ok, Lidl am Werk.

Von diesen Riesenmastanlagen stammt doch wohl der erhöhte Nitrateintrag ins Grundwasser; der verblüffte Leser erfährt dazu auch noch, daß ein Teil der ausgebrachten Gülle aus den Niederlanden nach Deutschland gebracht wird, weil in den Niederlanden die Entsorgung von Gülle besser überwacht wird. (Oder verklagt die EU auch die Niederlande?).

Und an Sie als Fachmann: Werden unsere Böden nun ordnungsgemäß gepflegt und nur das zugefügt, was zuvor entnommen wurde? [Das ist meine laienhafte Vorstellung von sinnvoller Düngung.] Daß der Überschuß im Grundwasser landen muß, oder im Oberflächenwasser steht oder ins Meer abfließt, das scheint mir ganz logisch zu sein.

Mir scheint diese Frage an unsere Landwirtschaft eng verwandt mit unseren Abgasskandalen und Feinstaubskandalen und Plastikabfallskandalen zu sein. Will sagen: Der Staat als der, der da eigentlich keine eigensüchtigen Interessen verfolgen sollte, müßte sich anstrengen, daß unser Lebensgrundlagen ungeschmälert erhalten oder sogar verbessert werden. Von daher finde ich es schändlich, wenn unser Land von der EU verklagt werden muß, um geltende Regeln jetzt endlich ein zu halten. Verdammte Bananenrepublik nochmal!
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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon Welfenprinz » Fr 26. Mai 2017, 17:31

Der Viehbesatz in Deutschland war 1955 am höchsten. Seitdem sinkt er nur noch.
Momentan haben wir noch 0,3 GV/ha.
Zur Einordnung: im Demeterverband ist 1,0 GV vorgeschrieben ,2,0 werden angestrebt. Sprich:wenn wir morgen alle Bio machen verdreifacht sich der Viehbestand in Deutschland. Mindestens.

Ordnungsmäss gepflegt? Nein,nicht überall. Es gibt Idioten unter meinen Kollegen in Weser-Ems ,die diverse Lücken ausgenutzt haben. Genauso wie es unter Städten marode Kanalisationsnetze gibt,für deren Sanierung kein Geld da ist. Wobei “ordnungsgemässe Pflege des Bodens“ auch nicht gleichbedeutend mit optimalem Wasserschutz sein muss. :cool:

Gülle aus den Niederlanden? Warum nicht? Wäre für mich als Abnehmer billiger als Mineraldünger aus Litauen.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon H2O » Fr 26. Mai 2017, 18:52

Welfenprinz hat geschrieben:(26 May 2017, 18:31)

Der Viehbesatz in Deutschland war 1955 am höchsten. Seitdem sinkt er nur noch.
Momentan haben wir noch 0,3 GV/ha.
Zur Einordnung: im Demeterverband ist 1,0 GV vorgeschrieben ,2,0 werden angestrebt. Sprich:wenn wir morgen alle Bio machen verdreifacht sich der Viehbestand in Deutschland. Mindestens.

Ordnungsmäss gepflegt? Nein,nicht überall. Es gibt Idioten unter meinen Kollegen in Weser-Ems ,die diverse Lücken ausgenutzt haben. Genauso wie es unter Städten marode Kanalisationsnetze gibt,für deren Sanierung kein Geld da ist. Wobei “ordnungsgemässe Pflege des Bodens“ auch nicht gleichbedeutend mit optimalem Wasserschutz sein muss. :cool:

Gülle aus den Niederlanden? Warum nicht? Wäre für mich als Abnehmer billiger als Mineraldünger aus Litauen.


Ok, mit dem Viehbesatz war dann aber auch Weidevieh gemeint? Was uns Städtern doch immer wieder anklagend erklärt wird, das sind doch die Massenviehhaltungen mit hunderten und tausenden Tieren. Und die Mäster wissen nicht mehr wohin mit der Gülle... so kommt die Nachricht in der Stadt an. Gleichzeitig noch bereichert um antibiotische Restbestände als Masthilfsmittel. Das alles landet im Grundwasser; und die EU klagt an!

Womit hat man denn damals den dichteren Viehbesatz ernährt? Heute wird tüchtig Mastfutter aus allen Ländern der Erde eingeführt. War das 1955 schon so... oder sogar mehr? Wie verträgt sich die Angabe mit dem höheren Fleischverbrauch und dem Fleischwarenexport aus Deutschland bei nunmehr 82 Millionen Einwohnern?

Eine Teilerklärung kann ich mir selbst liefern: Die Verweildauer des Viehs in Mastanstalten bis zur Schlachtung ist durch optimierte Fütterung kürzer geworden. Beim Milchvieh sehe ich ja auch, daß der Milchertrag je Milchkuh ganz erheblich gewachsen ist... weniger Milchkühe als Folge, oder mehr Käse und andere Milchprodukte im Export.

Wenn Sie Gülle gut gebrauchen könnten, warum bildet sich da eigentlich kein Markt zwischen Gülleerzeugern und Gülleverbrauchern? Das ist doch dann ein Wertstoff! Wo ist da der Haken verborgen? Oder sind die Transportkosten viel höher als bei Mineraldünger aus dem Baltikum? Schwer zu verstehen!
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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon Welfenprinz » Fr 26. Mai 2017, 19:12

Ich hab da natürlich n bisschen geschummelt. :p
1955 gabs noch ne Menge Zugtiere,die zählen ja auch mit in den Viehbesatz rein.
Deutschland war bis in die 70er Getreideimporteur,ja. Vor allem Backgetreide,
Den Markt zwischen Vieh haltenden und Ackerbau betrieben gibt es. Warum er nicht besser funktioniert,weiss ich nicht. Ein Problem sind die Transportkosten,die liessen sich durch Aufbeteitung (Feststoffseparierung,Kompostierung) eminent verringern. Bisher war aber wohl der Druck darein zu investieren noch zu gering.

Ich kriege Gärrest von dem Hähnchenmäster,der mir Körnermais abnimmt.transportfrei und zum halben Düngewertpreis. Also die Arschkarte liegt schon beim abgebenden Betrieb.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon Elser » So 28. Mai 2017, 12:27

Welfenprinz hat geschrieben:(26 May 2017, 16:43)

Die EU-Ausgleichszahlungen werden veröffentlicht.

Wenn du heute alle Subventionen streichst sind sofort alle extensiven Betriebe tot,der Biobetrieb genauso wie der Mutterkuhhalter in Grenzertragslagen. Das holländische Gewäxhshaus oder den Wiesenhofstall,also die Betriebe aus denen die Masse kommt, würde die Subventionsstreichung überhaupt nicht tangieren.

Mit der Nitratlüge des UBA hat dein ganzer Salmon sowieso nix zu tun.


Ich vermuhte mal, dass dieser Dein Beitrag auf einen darüber stehenden, von mir verfassten, gemüntzt ist. Dann hast du allerdings genau das gamacht, was betroffene Täter immer machen. Nämlich Dinge aus dem Zusammenhang gerissen, damit sie allein gestellt, wie eine Falschaussage wirken.

Ich sparch nicht nur von Subvertionsstreichungen, sondern auch von Verschärfung und strenge Einhalungskontrolle echter Umwelt- und Tierschutz-Gesetzen. Die würden die Großunternehmen sogar besonders tangieren. Das Großunternehmen ansonsten noch Vorteile gegeüber kleineren Unternehmen haben, ist in allen Branchen so. Hier gleichen das die Kleinen durch höhere Flexiebilität aus. Deshalb wird da nicht gleich nach Subventionen geschriehen. Nein - das Problem ist, dass die Bauern sich an die Pämperei inzwischen so gewöhnt haben, dass sie sich ein wirtschaften ohne garnicht mehr vorstellen können.

Ich bleibe dabei - Eine Landwirtschaft wie sie bei uns (evtl. ganze EU) betrieben wird, erscheint mir als ein absurdes Bauernstück.

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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon Elser » So 28. Mai 2017, 12:37

H2O hat geschrieben:(26 May 2017, 18:15)

Immerhin soll die Landwirtschaft uns doch ernähren; muß ja nicht autark sein. Da befürworte ich schon Ausgleichszahlungen dafür, daß der Landwirt nicht auf Teufel komm' 'raus seine Felder und Wiesen überdüngt, .....


Eine Ausgleichszahlung für einen Bauern für das "Nichtüberdüngen" ist nicht nötig, wenn seine Marktkokurrenten unter den gleichen Bedingungen erstellen muss. Dieser Dein Satz zeigt aber sehr schön, wie sehr man hier schon unser Denken beeinflusst hat.

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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon H2O » So 28. Mai 2017, 13:00

Elser hat geschrieben:(28 May 2017, 13:37)

Eine Ausgleichszahlung für einen Bauern für das "Nichtüberdüngen" ist nicht nötig, wenn seine Marktkokurrenten unter den gleichen Bedingungen erstellen muss. Dieser Dein Satz zeigt aber sehr schön, wie sehr man hier schon unser Denken beeinflusst hat.

Elser


Gut, ich hätte auch "extensive Landwirtschaft" schreiben können. Dann hätten Sie den 2. Weltkrieg gewinnen müssen, um dies zur allgemeinen Norm erheben zu können. ;) Ich meine, daß wir schon einigermaßen abgewogen auch an unsere Versorgung auf eigenem Boden zu denken haben. Mit Landschaftspflege allein ist der Anspruch sicher nicht zu erfüllen.
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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon H2O » So 28. Mai 2017, 13:06

Welfenprinz hat geschrieben:(26 May 2017, 20:12)

Ich hab da natürlich n bisschen geschummelt. :p
1955 gabs noch ne Menge Zugtiere,die zählen ja auch mit in den Viehbesatz rein.
Deutschland war bis in die 70er Getreideimporteur,ja. Vor allem Backgetreide,
Den Markt zwischen Vieh haltenden und Ackerbau betrieben gibt es. Warum er nicht besser funktioniert,weiss ich nicht. Ein Problem sind die Transportkosten,die liessen sich durch Aufbeteitung (Feststoffseparierung,Kompostierung) eminent verringern. Bisher war aber wohl der Druck darein zu investieren noch zu gering.

Ich kriege Gärrest von dem Hähnchenmäster,der mir Körnermais abnimmt.transportfrei und zum halben Düngewertpreis. Also die Arschkarte liegt schon beim abgebenden Betrieb.


Offenbar ist Ihrem Handelspartner die Entsorgung seines Wertstoffs doch die Transportkosten wert. Da wäscht eine Hand die andere. Der Lieferant wird daran nicht zu Grunde gehen. Das hat der durchgerechnet... und ich bezahle dafür, wenn mir nach Brathähnchen zu Mute ist. ;)
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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon Elser » So 28. Mai 2017, 13:13

H2O hat geschrieben:(28 May 2017, 14:00)

Gut, ich hätte auch "extensive Landwirtschaft" schreiben können. Dann hätten Sie den 2. Weltkrieg gewinnen müssen, um dies zur allgemeinen Norm erheben zu können. ;) Ich meine, daß wir schon einigermaßen abgewogen auch an unsere Versorgung auf eigenem Boden zu denken haben. Mit Landschaftspflege allein ist der Anspruch sicher nicht zu erfüllen.



Verstehe das nicht und scheint mir in sich, als auch zum bereits von Dir geschriebenen, im Widerspruch zu stehen. :?:

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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon H2O » So 28. Mai 2017, 13:27

Elser hat geschrieben:(28 May 2017, 14:13)

Verstehe das nicht und scheint mir in sich, als auch zum bereits von Dir geschriebenen, im Widerspruch zu stehen. :?:

Elser


Unter "extensiver Landwirtschaft" verstehe ich mehr oder weniger Landschaftspflege, denn die ist nicht auf hohe Erträge ausgerichtet. Wahrscheinlich wäre diese Wirtschaftsform im Sinne von Umwelt und Artenvielfalt ein Idealfall.

Aber daneben gibt es auch unsere "konventionelle Landwirtschaft", die dem eingesetzten Boden möglichst hohe Erträge abringen will. So lange die Landwirtschaft nicht stärker düngt, als die Pflanzen und Tiere dem Boden diese Stoffe entnehmen, ist da die Welt in Ordnung, auch wenn diese Wirtschaftsform zu Lasten der Artenvielfalt geht. Aber, so wie ich Landwirte einschätze, werden etliche Schwarze Schafe aus Gewinnsucht diese Grenzen ausdehnen... und deshalb klagt die EU gegen Deutschland, das seine feierlich besiegelten Verträge in dieser Hinsicht nicht einhält.
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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon Welfenprinz » So 28. Mai 2017, 13:29

Elser hat geschrieben:(28 May 2017, 13:27)

Ich vermuhte

Du vermuhtest. Das ist wohl so.

was betroffene Täter immer machen.

Was täte ich denn so,betrieblich?
Falschaussage

Die EU-Ausgleichszahlungen sind entgegen deiner Aussage öffentlich. Dem ist so.



ch sparch nicht nur von Subvertionsstreichungen


Aha. Schön rumhampeln von einem zum anderen.
https://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche
Such dir zwei Betriebe raus. Einen mit 100 ha und zwei Wiesenhofställen,und einen extensiven Grünlandbetrieb mit Mutterkuhhaltung und wir besprechen anhand der Zahlen was Subventionskürzung für Auswirkungen hat.


,
sondern auch von Verschärfung und strenge Einhalungskontrolle echter Umwelt- und Tierschutz-Gesetzen

Und was soll das sein? Deutschland hat die strengsten Gesetze und Auflagen weltweit. Deswegen kaufen chinesische Mütter deutsches Milchpulver lieber als einheimisches.

Im übrigen sind eben diese Auflagen nur noch in modernen und grossen Betrieben durchzuführen und zu bezahlen. Kostenmässig sowieso, von der technischen Durchführbarkeit in vielen Fällen aber auch.
Die würden die Großunternehmen sogar besonders tangieren


Aus einer Podiumsdiskussion in Göttingen u.a. mit PETA:
“Auch bei Wiesenhof und dem Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft sei viel passiert. „Die lassen wir in Ruhe, weil wir etwas für die Tiere bekommen“, gab Haferbeck freimütig zu“
http://landvolk.net/Agrarpolitik/Artike ... uetzer.php
erscheint mir als ein absurdes Bauernstück.

Sicher ist es absurd ,wenn die biovegane Killersprosse aus Bienenbüttel ein positives Image hat und das Wiesenhofhähnchen von dem noch nie jemand zu schaden gekommen ist,verteufelt wird.oder der extrem gepämperte Bioanbau als grundwasserschonend dargestellt wird.
Da hat die öffentliche Meinung noch ne Menge zu leisten bis sie Tatsachen akzeptiert.
Aber ich helfe gern.
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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon H2O » So 28. Mai 2017, 13:47

Welfenprinz hat geschrieben:(28 May 2017, 14:29)

Du vermuhtest. Das ist wohl so.


Was täte ich denn so,betrieblich?

Die EU-Ausgleichszahlungen sind entgegen deiner Aussage öffentlich. Dem ist so.





Aha. Schön rumhampeln von einem zum anderen.
https://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche
Such dir zwei Betriebe raus. Einen mit 100 ha und zwei Wiesenhofställen,und einen extensiven Grünlandbetrieb mit Mutterkuhhaltung und wir besprechen anhand der Zahlen was Subventionskürzung für Auswirkungen hat.


,
Und was soll das sein? Deutschland hat die strengsten Gesetze und Auflagen weltweit. Deswegen kaufen chinesische Mütter deutsches Milchpulver lieber als einheimisches.

Im übrigen sind eben diese Auflagen nur noch in modernen und grossen Betrieben durchzuführen und zu bezahlen. Kostenmässig sowieso, von der technischen Durchführbarkeit in vielen Fällen aber auch.


Sicher ist es absurd ,wenn die biovegane Killersprosse aus Bienenbüttel ein positives Image hat und das Wiesenhofhähnchen von dem noch nie jemand zu schaden gekommen ist,verteufelt wird.oder der extrem gepämperte Bioanbau als grundwasserschonend dargestellt wird.
Da hat die öffentliche Meinung noch ne Menge zu leisten bis sie Tatsachen akzeptiert.
Aber ich helfe gern.


Mich freut Ihre Gegendarstellung; aber Ärger weglassen... das ist Unkenntnis, die zu schiefen Bewertungen gelangt.

Wenn Sie solche Vergleiche führen wie zwischen Mutterkuhhaltung und Wiesenhofställen und Ertragslage, dann ahne ich so ungefähr, was Sie meinen. Aber die Zahlen sind unsereinem völlig verborgen... ich ahne nur ganz dumpf, daß der Mutterkuhhalter wirtschaftlich wohl ganz schlecht abschneidet, wenn der keine Ausgleichszahlungen enthält.

Wie kommen diese beiden schon ganz anständigen Betriebe mit Arbeitskraft und Verzicht auf Freizeit über die Runden? Ich meine den Geschäftsgewinn. Denn wir Stadtleute kennen Milch nur aus der Tüte und Fleisch nur aus der Kühltheke.

Landwirte mit Ihrem Zugang zum Thema könnten da viel Verständnis wecken.
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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon Welfenprinz » So 28. Mai 2017, 14:10

Mir geht es um diesen Fehlschluss die Subventionen würden die Massenproduktion (und dann auch noch diesen schlimmen,bösen Export) ermöglichen.

Das Gegenteil ist der Fall. Konkrete Zahlen,weiss ich nicht wie das mit dem Verständnis wird.
Die gegenwärtigen Ausgleichszahlungen der EU sind flächenbasiert. Je ha 258 €.
Vollkommen egal ob auf dem ha -im intensiven Futterbaubetrieb Ostfrieslands-2,5 GV (Kühe) = 25.000 l Milch = 7500€ Umsatz stehen oder -im extensiven Mutterkuhbetrieb des Harz oder Solling- 1 GV=1Schlachttier = 2000-2500€ Umsatz stehen.

Bei dem einen ist die Subvention ca 3% vom Umsatz,beim anderen > 10%.
Und der Vollständigkeit halber muss man dann noch dazu sagen,dass zweiterer ausser der EU-Ausgleichszahlung auch noch weitere Mittel aus Naturschutz und Landespflegetöpfen erhält.

Subventionen fliessen nicht dahin,wo die wirkliche Masse produziert wird(Extrembeispiel wäre das “holländische Gewächshaus“). Deswegen würde eine Subventionsstreichung keine Mengenreduzierung bringen.
Ist einfach so.
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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon Elser » Mo 29. Mai 2017, 00:47

Welfenprinz hat geschrieben:(28 May 2017, 15:10)

Mir geht es um diesen Fehlschluss die Subventionen würden die Massenproduktion (und dann auch noch diesen schlimmen,bösen Export) ermöglichen.

Das Gegenteil ist der Fall. Konkrete Zahlen,weiss ich nicht wie das mit dem Verständnis wird.
Die gegenwärtigen Ausgleichszahlungen der EU sind flächenbasiert. Je ha 258 €.
Vollkommen egal ob auf dem ha -im intensiven Futterbaubetrieb Ostfrieslands-2,5 GV (Kühe) = 25.000 l Milch = 7500€ Umsatz stehen oder -im extensiven Mutterkuhbetrieb des Harz oder Solling- 1 GV=1Schlachttier = 2000-2500€ Umsatz stehen.

Bei dem einen ist die Subvention ca 3% vom Umsatz,beim anderen > 10%.
Und der Vollständigkeit halber muss man dann noch dazu sagen,dass zweiterer ausser der EU-Ausgleichszahlung auch noch weitere Mittel aus Naturschutz und Landespflegetöpfen erhält.

Subventionen fliessen nicht dahin,wo die wirkliche Masse produziert wird(Extrembeispiel wäre das “holländische Gewächshaus“). Deswegen würde eine Subventionsstreichung keine Mengenreduzierung bringen.
Ist einfach so.


Du fängst an Schleifen zu bilden die immer wieder genannte Argumente ausklammern und immer wieder von vorne anfangen. Es macht keinen Sinn, immer wieder an diese Argumente zu erinnern. Also klinke ich mich jetzt mal aus.

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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon frems » Sa 10. Jun 2017, 15:39

Die Folgen könnten interessant werden:

Trinkwasser könnte nach Darstellung von Experten wegen der hohen Nitratbelastung durch die Landwirtschaft deutlich teurer werden. Verbraucher müssten sich darauf einstellen, dass der Wasserpreis um bis zu 45 Prozent steigen werde, wenn nicht bald weniger Dünger auf die Felder gebracht werde, teilte das Umweltbundesamt (UBA) mit. Sollte die Belastung nicht bald sinken, müssten die Wasserversorger zu teureren Reinigungs- und Aufbereitungsmethoden greifen. Auf eine vierköpfige Familie kämen dann Mehrkosten von bis zu 134 Euro im Jahr zu, berechnete das UBA.
https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... erden.html

Vom selbsternannten "Wirtschaftsminister für den ländlichen Raum" Christian Schmidt hört man wenig. Liegt der in irgendwelchen bayrischen Bierzelten herum?
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon Löwen_Bienchen » Do 13. Jul 2017, 22:51

Das Trinkwasser wird teuer, aber hauptsache das Fleisch aus der Massentierhaltung bleibt billig, denn es ist ja ein 'Grundnahrungsmittel'... DANKE (für nichts)! :mad:
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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon Boracay » Fr 14. Jul 2017, 06:32

Welfenprinz hat geschrieben:Die gegenwärtigen Ausgleichszahlungen der EU sind flächenbasiert. Je ha 258 €.


Bio Betriebe bekommen aber noch ihre extra Milliarden.
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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 15. Jul 2017, 07:24

Löwen_Bienchen hat geschrieben:(13 Jul 2017, 23:51)

Das Trinkwasser wird teuer, aber hauptsache das Fleisch aus der Massentierhaltung bleibt billig, denn es ist ja ein 'Grundnahrungsmittel'... DANKE (für nichts)! :mad:

Erstmal abwarten. Wasser ist bei uns so billig, dass auch ein Eisbein vom Discounter mehr Wasser entspricht als du trinken magst.
"I should welcome almost any war, for I think this country needs one" - T. Roosevelt, Politiker.
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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon Welfenprinz » Mi 2. Aug 2017, 17:16

Elser hat geschrieben:(29 May 2017, 01:47)

Du fängst an Schleifen zu bilden die immer wieder genannte Argumente ausklammern und immer wieder von vorne anfangen. Es macht keinen Sinn, immer wieder an diese Argumente zu erinnern. Also klinke ich mich jetzt mal aus.

Elser


Was für Argumente?
Macht es dich so fix und fertig,dass es grade der Spendensamnelkonzern PETA problemlos mit den Grossen der Branche zusammen arbeitet und Kohle von denen einsackt? Eine Möglichkeit,die eben der “kleine“Tierhalter nicht hat?
.Ansonsten darfst du mir gerne mit Fakten und Zahlen beweisen,dass Subventionen Export ermöglichen.

Kleiner Tipp am Rande: google mal nach belgischem Birnenexport nach Indien. Dann die Betriebsgrössen(=Subventionsumfang) der Veijlingsproduzenten. Und extrapoliere was passiert,wenn man denen die Subventionen streicht. Dafür muss man nicht studiert haben. Du schaffst das.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: EU verklagt erneut Deutschland (Nitrat im Grundwasser)

Beitragvon Welfenprinz » Mi 2. Aug 2017, 17:20

frems hat geschrieben:(10 Jun 2017, 16:39)

Die Folgen könnten interessant werden:

Trinkwasser könnte nach Darstellung von Experten wegen der hohen Nitratbelastung durch die Landwirtschaft deutlich teurer werden. Verbraucher müssten sich darauf einstellen, dass der Wasserpreis um bis zu 45 Prozent steigen werde, wenn nicht bald weniger Dünger auf die Felder gebracht werde, teilte das Umweltbundesamt (UBA) mit. Sollte die Belastung nicht bald sinken, müssten die Wasserversorger zu teureren Reinigungs- und Aufbereitungsmethoden greifen. Auf eine vierköpfige Familie kämen dann Mehrkosten von bis zu 134 Euro im Jahr zu, berechnete das UBA.
https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... erden.html

Vom selbsternannten "Wirtschaftsminister für den ländlichen Raum" Christian Schmidt hört man wenig. Liegt der in irgendwelchen bayrischen Bierzelten herum?


Dumm nur,dass die Wasserqualität in Deutschland seit 25 Jahren immer nur besser geworden ist.
Das UBA zieht unbrauchbare Werte aus dem Belastungsmessnetz.
Die flächendeckend auf länderebene erhobenen Daten sprechen eine andere Sprache.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.

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