Die Zukunft der SPD

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Senexx
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Die Zukunft der SPD

Beitragvon Senexx » Mo 15. Mai 2017, 07:38

Labour in England ist im linken Abseits und spielt bei den kommenden Wahlen voraussichtlich kaum noch eine Rolle. In Frankreich scheint der PS zerfallen. In Niederland wurde die PvdA jüngst marginalisiert. In Italien ist der PSI schon vor Jahren in der Versenkung verschwunden.

Könnte es die SPD demnächst auch treffen?
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ebi80
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon ebi80 » Mo 15. Mai 2017, 07:53

Könnte passieren, oder auch nicht. Allerdings halte ich nichts von Glaskugelspekuliererei. Jedenfalls sollten sie an ihrem Programm arbeiten und nicht über Gefühle schwurbeln.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 15. Mai 2017, 07:58

Senexx hat geschrieben:(15 May 2017, 08:38)

Labour in England ist im linken Abseits und spielt bei den kommenden Wahlen voraussichtlich kaum noch eine Rolle. In Frankreich scheint der PS zerfallen. In Niederland wurde die PvdA jüngst marginalisiert. In Italien ist der PSI schon vor Jahren in der Versenkung verschwunden.

Könnte es die SPD demnächst auch treffen?


Kommt drauf an, was man unter "treffen" versteht. Auflösen oder unter die 5-Prozent-Grenze fallen sicher nicht. Aber es wirken gleich vier Zentrifugalkräfte auf die SPD ein: Linke, Grüne, FDP und AfD. Gerade in NRW gab es erst vor kurzem Wechsel von SPD-Mitgliedern zur AfD. Zerreibt das nicht auf Dauer die Integrationskraft dieser traditionellen Mitte-Links-Partei?
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 15. Mai 2017, 07:59

Was gerade in Frankreich und Italien läuft ... das gibt einen schon zu denken in Hinsicht auf klassische Sozialdemokratie.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Alexyessin » Mo 15. Mai 2017, 08:09

Senexx hat geschrieben:(15 May 2017, 08:38)

Labour in England ist im linken Abseits und spielt bei den kommenden Wahlen voraussichtlich kaum noch eine Rolle. In Frankreich scheint der PS zerfallen. In Niederland wurde die PvdA jüngst marginalisiert. In Italien ist der PSI schon vor Jahren in der Versenkung verschwunden.

Könnte es die SPD demnächst auch treffen?


Schwierig, da dies zwar alles Parteien sind, die sich aus dem Sozialdemokratischen Millieu entwickelt haben aber dennoch jede für sich die eigene Geschichte hat und immer auch Rücksicht genommen werden muss auf die Föderale Lage in unserer Bundesrepublik.
Ähnlich starke Bundesländer als Regierungsoption hat im Vergleich der europäischen Staaten wenn überhaupt dann Österreich. Ansonsten sind die Länder dann doch sehr zentralistisch.
Nein, ich denke nicht, das die SPD so bergab gehen wird, wie die PS oder gar die PSI.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Sybilla » Mo 15. Mai 2017, 08:15

Was kann die SPD aus der verheerenden Wahlniederlage in NRW lernen?

Die Wähler und Wählerinnen sehen keine Notwendigkeit für eine zweite CDU die Wähler wählen eine echte Alternative in NRW waren das CDU und FDP

Für die Bundes SPD heißt das, sie ist von den Wähler/Wählerinnen dazu aufgerufen eine echte Alternative zu der Politik der GRÖKOZ (Größte Koalition aller Zeiten) zu bieten.

Die Alternative Politik kann nur in einen Bündnis von SPD/Grüne und Linke eine Mehrheit gegen CDU/CSU/FDP und AFD finden.

Wenn die Bundes SPD das nicht versteht dann wird sie im Herbst ein Wahlergebnis unter 20 % erhalten und CDU/CSU und FDP eine komfortable Regierungsmehrheit.

Die SPD muss endlich Alternative Politik entwickeln, sich zu einem Linksbündnis bekennen und sich klipp mund klar von der Agenda 2010 Politik distanzieren. Oder sich offen und ehrlich dazu bekennen dass sie also die SPD die Politik von CDU/CSU und FDP für die bessere Politik erachtet und auch weiterhin der Steigbügelhalter der Kanzlerpartei sein möchte, falls sie dazu nach den Wahlen im September noch benötigt wird.

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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon pikant » Mo 15. Mai 2017, 08:45

Sybilla hat geschrieben:(15 May 2017, 09:15)



Die Alternative Politik kann nur in einen Bündnis von SPD/Grüne und Linke eine Mehrheit gegen CDU/CSU/FDP und AFD finden.


diese Ausrichtung wuerde die Gruenen halbieren, denn die haben sage und schreibe 120 000 Stimmen in NRW an CDU und FDP verloren, aber auch 160 000 an SPD und Linkspartei
den Gruenen hat es schwer geschadet Jamaika auszuschliessen, in SH war man schlauer und hat fast nichts verloren.

FDP und Gruene sind in der Verantwortung Alternativen zur grossen Koalition aufzuzeigen und da ist eine Ampel oder Jamaike die Alternative!
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Hyde
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Hyde » Di 16. Mai 2017, 01:32

Meiner Meinung nach hat die SPD, ähnlich wie auch andere sozialdemokratische Parteien im Ausland, das Problem, dass sie zu sehr Klientelpartei ist. So nehme ich sie zumindest wahr. SPD - das ist Arbeiterschaft, das ist soziale Gerechtigkeit. Viele andere Schichten erreicht die SPD gar nicht wirklich, mir ist es mit meiner bürgerlichen Biografie allein schon immer fremd, wenn die SPD-Politiker von "liebe Genossinnen und Genossen" reden oder Schulz nach Wahlniederlagen davon spricht, dass man nun "wieder den Helm anziehen und am nächsten Tag zur Arbeit gehen" müsse. Wie große Teile der Bevölkerung spricht allein schon diese sozialromantische Arbeiter-Rhetorik gar nicht an?

Die CDU dagegen spricht alle Bevölkerungsschichten an. Sie kann weder auf Arbeiter reduziert werden noch auf Beamten noch auf Selbständige - sondern repräsentiert alle gleichermaßen. Die CDU kann weder auf Soziales, noch auf Liberales, noch auf Konservatives beschränkt werden - sondern bedient alle diese Themenfelder. Sie kann nicht auf Gutverdiener oder Schlechtverdiener reduziert werden, nicht auf Jung oder Alt, sondern die CDU ist meist in allen Altersklassen, allen Bildungsschichten stärkste Kraft oder zumindest weit verbreitet.

Ich denke also, dass die Sozialdemokratie im 21. Jahrhundert an einer thematischen Verengung leidet. Als die soziale Frage noch viel brennender war, und als die Frage des notwendigen sozialen Aufstiegs noch viel brennender war, da bestand ein großer Bedarf an der Sozialdemokratie. Aber heutzutage ist die SPD für mich bestenfalls ein Zwischending zwischen Klientelpartei und Volkspartei.
Die einzige Partei, die thematisch und bezüglich der Wählerschichten den Anspruch erfüllt, echte Volkspartei zu sein, ist die CDU.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Hyde » Di 16. Mai 2017, 02:00

Sybilla hat geschrieben:(15 May 2017, 09:15)
Die SPD muss endlich Alternative Politik entwickeln, sich zu einem Linksbündnis bekennen und sich klipp mund klar von der Agenda 2010 Politik distanzieren.


Wenn die SPD Politik für Arbeitslose macht in einem Land, in dem es kaum Arbeitslose gibt, dann wird sie vorhersehbar krachend scheitern.

Die Menschen in Deutschland haben in der großen Mehrheit andere Probleme und Sorgen, als sich mit Themen wie Abschaffung von Hartz IV bzw. stärkerer Durchfütterung der 5% Arbeitslosen in Deutschland zu beschäftigen. Diese Themen kann in unserem Parteiensystem eine Kleinpartei wie die Linke übernehmen.

Die SPD muss sich um die Ängste und Sorgen der Mitte kümmern, wenn sie mal wieder relevant genug sein will, um die Regierung im Bund zu stellen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Senexx » Di 16. Mai 2017, 04:43

Die SPD in NRW will sich nun erstmal erneuern. Dazu müsste die sich erstmal der herrschenden Funktionärsschicht entledigen. Aber genau das wird nicht passieren. Wahrscheinlich wird sie wieder einmal ihr "ökologisch-soziales" Profil schärfen. Das Übliche halt.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Ger9374 » Di 16. Mai 2017, 06:26

Die Groko in Berlin hat der SPD den Rest an
Identität genommen. Sie ist zu einem Schatten ihrer selbst verblichen. Allmählich dient sie nur noch als mehrheitsbeschaffer der Union.
Die Linken selbst ohne Linie beginnen am Kadaver der SPD zu zerren. Merkt denn keiner
Bei der SPD das sie beginnt zu einer Partei zu werden die sich statt eine Alternative zu bieten ,
Nur treiben lässt. Die Menschen wollen nicht sinnlose Wahlgeschenke, sie brauchen Perspektiven die ihre Zukunft betreffen.
Keine Zusatzrente für die die es nicht brauchen.
Klare Stellung beziehen zur Asylpolitik, Europa,
Infrastruktur, Rentenreform. Innere Sicherheit.
Nicht mit nur Schlagwörtern, mit anderen Lösungen wie bestehend.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Yossarian » Di 16. Mai 2017, 06:51

Die SPD will jetzt irgendwas mit Inhalten machen.

Stellt sich die Frage was sie bisher gemacht haben.
Wenn ich einen Vogel sehe der wie eine Ente watschelt und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt dann nenne ich ihn eine Ente. Und wenn der Vogel dementiert eine Ente zu sein ist es eine russische Ente.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon John Galt » Di 16. Mai 2017, 07:23

Mit Buchhändlern ohne Abitur gibt es keine Zukunft.

Die SPD kann froh sein, dass Merkel ihr den Bundespräsident geschenkt hat.

Das einzig interessante Thema der SPD kam von der Nahles. Das ging aber völlig unter und die Ausführung der SPD würde sowieso nicht funktionieren.

http://www.zeit.de/karriere/2017-05/erw ... deinkommen
Civilization is the progress toward a society of privacy. The savage’s whole existence is public, ruled by the laws of his tribe. Civilization is the process of setting man free from men.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon firlefanz11 » Di 16. Mai 2017, 09:35

Nun die SPD war vor Schulz schon auf dem Weg in die Region unterhalb von 20%, und wird es evtl. bis zur BTW wieder sein.
Das Assessment von Hyde, dass die SPD mit ihrer Klientelpolitik für Arbeiter u. Bauern einfach keinen Blumentopf mehr gewinnen kann, teile ich zu einem gewissen Grade. Zu einer Zeit über soziale Gerechtigkeit zu schwafeln, und wilde Umverteilungsphantasien zu Gunsten von Leuten, die keine Steuern zahlen (bzw. alles wieder kriegen) u. der Rentner zu propagieren, während es dem Großteil der Mittelschicht nicht mehr gut geht, hilft da nix. Das geilste war da die neue Idee, dass Geringverdiener weniger Sozialabgaben leisten sollen, da ihnen ja Steuervergünstigungen nicht zu Gute kommen (wie auch wenn sie alles wiederkriegen?!)... :rolleyes:

Aber davon abgesehen könnte man im Hinblick auf das Schicksal der FDP damals schon fast glauben, dass jeder Koalitionspartner von Mutti nach kurzer Zeit einen völligen Identitätsverlust erleidet. Ich glaube ihre Politik des Aussitzens u. Nichtstuns verursacht bei denen immer in eine Art Katatonie... ;) :D
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Malthis » Di 16. Mai 2017, 09:47

Sybilla hat geschrieben:(15 May 2017, 09:15)

Was kann die SPD aus der verheerenden Wahlniederlage in NRW lernen?

Die Wähler und Wählerinnen sehen keine Notwendigkeit für eine zweite CDU die Wähler wählen eine echte Alternative in NRW waren das CDU und FDP

Für die Bundes SPD heißt das, sie ist von den Wähler/Wählerinnen dazu aufgerufen eine echte Alternative zu der Politik der GRÖKOZ (Größte Koalition aller Zeiten) zu bieten.

Die Alternative Politik kann nur in einen Bündnis von SPD/Grüne und Linke eine Mehrheit gegen CDU/CSU/FDP und AFD finden.

Wenn die Bundes SPD das nicht versteht dann wird sie im Herbst ein Wahlergebnis unter 20 % erhalten und CDU/CSU und FDP eine komfortable Regierungsmehrheit.

Die SPD muss endlich Alternative Politik entwickeln, sich zu einem Linksbündnis bekennen und sich klipp mund klar von der Agenda 2010 Politik distanzieren. Oder sich offen und ehrlich dazu bekennen dass sie also die SPD die Politik von CDU/CSU und FDP für die bessere Politik erachtet und auch weiterhin der Steigbügelhalter der Kanzlerpartei sein möchte, falls sie dazu nach den Wahlen im September noch benötigt wird.

(Gute Nacht Deutschland)



Viele GenossInnen haben so ihre Probleme mit der Linkspartei und änhlich geht es den Wählern. Ich darf an den Wahlkampf im Saarland erinnern, wo die CDU-Ministerpräsidentin das Schreckgespenst R2G an die Wand malte und so auf den letzten Metern noch Punkte machte. Es gibt derzeit zwar eine knappe Mehrheit im Bundestag für R2G, aber das wird nach der Bundestagswahl anders sein. Die SPD sollte m.E. nicht offensiv für ein R2G-Bündnis werben. Dafür hat die SPD auch gar nicht das richtige Spitzenpersonal. In der Führungsriege kann bis auf eventuell Stegner niemand glaubwürdig ein solches Bündnis vertreten. Ich halte die derzeitige Linkspartei auf Bundesebene zudem nicht für koalitionsfähig.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon pikant » Di 16. Mai 2017, 09:53

Malthis hat geschrieben:(16 May 2017, 10:47)

Viele GenossInnen haben so ihre Probleme mit der Linkspartei und änhlich geht es den Wählern. Ich darf an den Wahlkampf im Saarland erinnern, wo die CDU-Ministerpräsidentin das Schreckgespenst R2G an die Wand malte und so auf den letzten Metern noch Punkte machte. Es gibt derzeit zwar eine knappe Mehrheit im Bundestag für R2G, aber das wird nach der Bundestagswahl anders sein. Die SPD sollte m.E. nicht offensiv für ein R2G-Bündnis werben. Dafür hat die SPD auch gar nicht das richtige Spitzenpersonal. In der Führungsriege kann bis auf eventuell Stegner niemand glaubwürdig ein solches Bündnis vertreten. Ich halte die derzeitige Linkspartei auf Bundesebene zudem nicht für koalitionsfähig.


RRG hat zur Zeit auf Bundesebene keine Mehrheit - INSA heute 42% zusammen.

in NRW haben SPD und Gruene knapp 13% verloren, aber nicht mal 20% gingen nach links.
ich sehe RRG fuer den September als tot an, eher kommt Jamaika oder eine grosse Koalition unter Fuehrung von Ewigkanzlerin Merkel
selbst eine Ampel ist wahrscheinlicher als RRG.

die Zukunft der SPD koennte gute Oppositionsarbeit sein mit einer Erneuerung der Fuehrungsspitze.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 16. Mai 2017, 10:56

Hyde hat geschrieben:(16 May 2017, 02:32)

Meiner Meinung nach hat die SPD, ähnlich wie auch andere sozialdemokratische Parteien im Ausland, das Problem, dass sie zu sehr Klientelpartei ist. So nehme ich sie zumindest wahr. SPD - das ist Arbeiterschaft, das ist soziale Gerechtigkeit. Viele andere Schichten erreicht die SPD gar nicht wirklich, mir ist es mit meiner bürgerlichen Biografie allein schon immer fremd, wenn die SPD-Politiker von "liebe Genossinnen und Genossen" reden oder Schulz nach Wahlniederlagen davon spricht, dass man nun "wieder den Helm anziehen und am nächsten Tag zur Arbeit gehen" müsse. Wie große Teile der Bevölkerung spricht allein schon diese sozialromantische Arbeiter-Rhetorik gar nicht an?

Die CDU dagegen spricht alle Bevölkerungsschichten an. Sie kann weder auf Arbeiter reduziert werden noch auf Beamten noch auf Selbständige - sondern repräsentiert alle gleichermaßen. Die CDU kann weder auf Soziales, noch auf Liberales, noch auf Konservatives beschränkt werden - sondern bedient alle diese Themenfelder. Sie kann nicht auf Gutverdiener oder Schlechtverdiener reduziert werden, nicht auf Jung oder Alt, sondern die CDU ist meist in allen Altersklassen, allen Bildungsschichten stärkste Kraft oder zumindest weit verbreitet.

Ich denke also, dass die Sozialdemokratie im 21. Jahrhundert an einer thematischen Verengung leidet. Als die soziale Frage noch viel brennender war, und als die Frage des notwendigen sozialen Aufstiegs noch viel brennender war, da bestand ein großer Bedarf an der Sozialdemokratie. Aber heutzutage ist die SPD für mich bestenfalls ein Zwischending zwischen Klientelpartei und Volkspartei.
Die einzige Partei, die thematisch und bezüglich der Wählerschichten den Anspruch erfüllt, echte Volkspartei zu sein, ist die CDU.


Das fasst die Problematik meines Erachtens sehr gut zusammen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Di 16. Mai 2017, 10:58

Malthis hat geschrieben:(16 May 2017, 10:47)

Ich halte die derzeitige Linkspartei auf Bundesebene zudem nicht für koalitionsfähig.


Sie versucht das auch gezielt zu vermeiden. Das Ziel ist ja Opposition, weil man da keine Verantwortung übernehmen muss.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Malthis » Di 16. Mai 2017, 11:18

pikant hat geschrieben:(16 May 2017, 10:53)

RRG hat zur Zeit auf Bundesebene keine Mehrheit - INSA heute 42% zusammen.

in NRW haben SPD und Gruene knapp 13% verloren, aber nicht mal 20% gingen nach links.
ich sehe RRG fuer den September als tot an, eher kommt Jamaika oder eine grosse Koalition unter Fuehrung von Ewigkanzlerin Merkel
selbst eine Ampel ist wahrscheinlicher als RRG.

die Zukunft der SPD koennte gute Oppositionsarbeit sein mit einer Erneuerung der Fuehrungsspitze.


Nur zur Klarstellung: Ich sprach von einer R2G-Mehrheit im Bundestag und die ist - zumindest bis September 2017 - vorhanden. Da Du mich direkt zitiert hast, wollte ich das nur nochmal verdeutlichen. Dass die Umfragen derzeitl keine Mehrheit für R2G bundesweit hergeben, sehe ich auch so. Ich selbst bin von diesem Modell auch kein Freund.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Malthis » Di 16. Mai 2017, 11:21

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(16 May 2017, 11:58)

Sie versucht das auch gezielt zu vermeiden. Das Ziel ist ja Opposition, weil man da keine Verantwortung übernehmen muss.


Sehe ich ähnlich. Als ich gestern die beiden Vorsitzenden Kipping und Riexinger erleben musste, wurde mir dies sofort wieder klar. Da unterscheidet sich die Linkspartei im Übrigen kein Deut von der AfD, zumindest was die Bundesebene betrifft.

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