20 Jahre Leitkultur

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Dark Angel
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Dark Angel » Do 11. Mai 2017, 16:13

Selina hat geschrieben:(11 May 2017, 16:57)

Den hier finde ich gut:

Der Nationalstaat ist nicht am Ende. Wer aber glaubt, die Zukunft allein mit ihm meistern zu können, der lebt in einer vergangenen Zeit. Die wichtigsten Aufgaben kann heute keine Nation mehr allein lösen. Richard von Weizsäcker

Und den auch:

Alle Vorurteile kommen aus den Eingeweiden. Nietzsche

Und was genau, sollen die Zitate mit meinen Aussagen zu Integration und nationaler Identität zu tun haben?
Ja - genau nichts - gar nichts!
1. Eine nationale Identität hat etwas mit Zugehörigkeitsgefühl zu tun und ist u.a. Voraussetzung dafür, global wichtige Aufgaben lösen zu können. Nationale Identität bedeutet in diesem Zusammenhang nationale Besonderheiten zu berücksichtigen, Vor- und Nachteile z.B. für die nationale Wirtschaft abzuwägen/abwägen zu können u.v.m.

2. Nichts und niemand hindert einen Deutschen z.B. türkischer Abstammung - der in der 2. oder 3. Generation in Deutschland lebt, sich als Deutscher zu fühlen und eine entsprechende nationale Identität zu entwicklen. Ist beispielsweise in den USA vollkommen normal. Die Nachfahren deutscher Einwanderer, griechischer, polnischer oder sonstiger Einwanderer haben eine nationale Identität entwickelt - sie fühlen sich als US-Bürger und pflegen dennoch ihre Traditionen, Sitten und Gebräuche.

Ich sehe da absolut keinen Widerspruch und ein Vorurteil schon gar nicht.
Aber irgendwie stimmt der Spruch schon: "wer sich überall zugehörig fühlt (so genannte Internationalisten(Kosmopoliten), gehört nirgendwo wirklich dazu"
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Helmuth_123
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Re: Leitkultur in Deutschland

Beitragvon Helmuth_123 » Do 11. Mai 2017, 16:30

Vielleicht ist es ja hilfreich für die Diskussion, wenn die Thesen zur Leitkultur von Herrn de Maiziere hier zu lesen sind.

http://www.zeit.de/politik/deutschland/ ... ur/seite-2

1.  Wir legen Wert auf ei­ni­ge so­zia­le Ge­wohn­hei­ten, nicht weil sie In­halt, son­dern weil sie Aus­druck einer be­stimm­ten Hal­tung sind: Wir sagen un­se­ren Namen. Wir geben uns zur Be­grü­ßung die Hand. Bei De­mons­tra­tio­nen haben wir ein Ver­mum­mungs­ver­bot. "Ge­sicht zei­gen" – das ist Aus­druck un­se­res de­mo­kra­ti­schen Mit­ein­an­ders. Im All­tag ist es für uns von Be­deu­tung, ob wir bei un­se­ren Ge­sprächs­part­nern in ein freund­li­ches oder ein trau­ri­ges Ge­sicht bli­cken. Wir sind eine of­fe­ne Ge­sell­schaft. Wir zei­gen unser Ge­sicht. Wir sind nicht Burka.
 2. Wir sehen Bil­dung und Er­zie­hung als Wert und nicht al­lein als In­stru­ment. Schü­ler ler­nen – manch­mal zu ihrem Un­ver­ständ­nis – auch das, was sie im spä­te­ren Be­rufs­le­ben wenig brau­chen. Ei­ni­ge for­dern daher, Schu­le solle stär­ker auf spä­te­re Be­ru­fe vor­be­rei­ten. Das ent­spricht aber nicht un­se­rem Ver­ständ­nis von Bil­dung. All­ge­mein­bil­dung hat einen Wert für sich. Die­ses Be­wusst­sein prägt unser Land.
 3. Wir sehen Leis­tung als etwas an, auf das jeder Ein­zel­ne stolz sein kann. Über­all: im Sport, in der Ge­sell­schaft, in der Wis­sen­schaft, in der Po­li­tik oder in der Wirt­schaft. Wir for­dern Leis­tung. Leis­tung und Qua­li­tät brin­gen Wohl­stand. Der Leis­tungs­ge­dan­ke hat unser Land stark ge­macht. Wir leis­ten auch Hilfe, haben so­zia­le Si­che­rungs­sys­te­me und bie­ten Men­schen, die Hilfe brau­chen, die Hilfe der Ge­sell­schaft an. Als Land wol­len wir uns das leis­ten und als Land kön­nen wir uns das leis­ten. Auch auf diese Leis­tung sind wir stolz.
 4. Wir sind Erben un­se­rer Ge­schich­te mit all ihren Höhen und Tie­fen. Un­se­re Ver­gan­gen­heit prägt un­se­re Ge­gen­wart und un­se­re Kul­tur. Wir sind Erben un­se­rer deut­schen Ge­schich­te. Für uns ist sie ein Rin­gen um die Deut­sche Ein­heit in Frei­heit und Frie­den mit un­se­ren Nach­barn, das Zu­sam­men­wach­sen der Län­der zu einem fö­de­ra­len Staat, das Rin­gen um Frei­heit und das Be­kennt­nis zu den tiefs­ten Tie­fen un­se­rer Ge­schich­te. Dazu ge­hört auch ein be­son­de­res Ver­hält­nis zum Exis­tenz­recht Is­raels.
 5. Wir sind Kul­tur­na­ti­on. Kaum ein Land ist so ge­prägt von Kul­tur und Phi­lo­so­phie wie Deutsch­land. Deutsch­land hat gro­ßen Ein­fluss auf die kul­tu­rel­le Ent­wick­lung der gan­zen Welt ge­nom­men. Bach und Goe­the "ge­hö­ren" der gan­zen Welt und waren Deut­sche. Wir haben unser ei­ge­nes Ver­ständ­nis vom Stel­len­wert der Kul­tur in un­se­rer Ge­sell­schaft. Es ist selbst­ver­ständ­lich, dass bei einem po­li­ti­schen Fest­akt oder bei einem Schul­ju­bi­lä­um Musik ge­spielt wird. Bei der Er­öff­nung eines gro­ßen Kon­zert­hau­ses sind – wie selbst­ver­ständ­lich – Bun­des­prä­si­dent, Ver­tre­ter aus Re­gie­rung, Par­la­ment, Recht­spre­chung und Ge­sell­schaft vor Ort. Kaum ein Land hat zudem so viele Thea­ter pro Ein­woh­ner wie Deutsch­land. Jeder Land­kreis ist stolz auf seine Mu­sik­schu­le. Kul­tur in einem wei­ten Sinne, unser Blick dar­auf und das, was wir dafür tun, auch das ge­hört zu uns.
6. In un­se­rem Land ist Re­li­gi­on Kitt und nicht Keil der Ge­sell­schaft. Dafür ste­hen in un­se­rem Land die Kir­chen mit ihrem un­er­müd­li­chen Ein­satz für die Ge­sell­schaft. Sie ste­hen für die­sen Kitt – sie ver­bin­den Men­schen, nicht nur im Glau­ben, son­dern auch im täg­li­chen Leben, in Kitas und Schu­len, in Al­ten­hei­men und ak­ti­ver Ge­mein­de­ar­beit. Ein sol­cher Kitt für un­se­re Ge­sell­schaft ent­steht in der christ­li­chen Kir­che, in der Syn­ago­ge und in der Mo­schee. Wir er­in­nern in die­sem Jahr an 500 Jahre Re­for­ma­ti­on. Für die Tren­nung der christ­li­chen Kir­chen hat Eu­ro­pa, hat Deutsch­land einen hohen Preis ge­zahlt. Mit Krie­gen und jahr­hun­der­te­lan­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen. Deutsch­land ist von einem be­son­de­ren Staat-Kir­chen-Ver­hält­nis ge­prägt. Unser Staat ist welt­an­schau­lich neu­tral, aber den Kir­chen und Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten freund­lich zu­ge­wandt. Kirch­li­che Fei­er­ta­ge prä­gen den Rhyth­mus un­se­rer Jahre. Kirch­tür­me prä­gen un­se­re Land­schaft. Unser Land ist christ­lich ge­prägt. Wir leben im re­li­giö­sen Frie­den. Und die Grund­la­ge dafür ist der un­be­ding­te Vor­rang des Rechts über alle re­li­giö­sen Re­geln im staat­li­chen und ge­sell­schaft­li­chen Zu­sam­men­le­ben.
7. Wir haben in un­se­rem Land eine Zi­vil­kul­tur bei der Re­ge­lung von Kon­flik­ten. Der Kom­pro­miss ist kon­sti­tu­tiv für die De­mo­kra­tie und unser Land. Viel­leicht sind wir stär­ker eine kon­sens­ori­en­tier­te Ge­sell­schaft als an­de­re Ge­sell­schaf­ten des Wes­tens. Zum Mehr­heits­prin­zip ge­hört der Min­der­hei­ten­schutz. Wir stö­ren uns daran, dass da ei­ni­ges ins Rut­schen ge­ra­ten ist. Für uns sind Re­spekt und To­le­ranz wich­tig. Wir ak­zep­tie­ren un­ter­schied­li­che Le­bens­for­men und wer dies ab­lehnt, stellt sich au­ßer­halb eines gro­ßen Kon­sen­ses. Ge­walt wird weder bei De­mons­tra­tio­nen noch an an­de­rer Stel­le ge­sell­schaft­lich ak­zep­tiert. Wir ver­knüp­fen Vor­stel­lun­gen von Ehre nicht mit Ge­walt.
 8. Wir sind auf­ge­klär­te Pa­trio­ten. Ein auf­ge­klär­ter Pa­tri­ot liebt sein Land und hasst nicht an­de­re. Auch wir Deut­schen kön­nen es sein. "Und weil wir dies Land ver­bes­sern, lie­ben und be­schir­men wir‘s. Und das liebs­te mag‘s uns schei­nen, so wie an­dern Völ­kern ihrs", so heißt es in der Kin­der­hym­ne von Bert Brecht. Ja, wir hat­ten Pro­ble­me mit un­se­rem Pa­trio­tis­mus. Mal wurde er zum Na­tio­na­lis­mus, mal trau­ten sich viele nicht, sich zu Deutsch­land zu be­ken­nen. All das ist vor­bei, vor allem in der jün­ge­ren Ge­ne­ra­ti­on. Un­se­re Na­tio­nal­fah­ne und un­se­re Na­tio­nal­hym­ne sind selbst­ver­ständ­li­cher Teil un­se­res Pa­trio­tis­mus: Ei­nig­keit und Recht und Frei­heit.
 9. Unser Land hatte viele Zä­su­ren zu be­wäl­ti­gen. Ei­ni­ge davon waren mit Grund­ent­schei­dun­gen ver­bun­den. Eine der wich­tigs­ten lau­tet: Wir sind Teil des Wes­tens. Kul­tu­rell, geis­tig und po­li­tisch. Die Nato schützt un­se­re Frei­heit. Sie ver­bin­det uns mit den USA, un­se­rem wich­tigs­ten au­ßer­eu­ro­päi­schen Freund und Part­ner. Als Deut­sche sind wir immer auch Eu­ro­pä­er. Deut­sche In­ter­es­sen sind oft am bes­ten durch Eu­ro­pa zu ver­tre­ten und zu ver­wirk­li­chen. Um­ge­kehrt wird Eu­ro­pa ohne ein star­kes Deutsch­land nicht ge­dei­hen. Wir sind viel­leicht das eu­ro­päischs­te Land in Eu­ro­pa – kein Land hat mehr Nach­barn als Deutsch­land. Die geo­gra­fi­sche Mit­tel­la­ge hat uns über Jahr­hun­der­te mit un­se­ren Nach­barn ge­formt, frü­her im Schwie­ri­gen, jetzt im Guten. Das prägt unser Den­ken und un­se­re Po­li­tik.
10. Wir haben ein ge­mein­sa­mes kol­lek­ti­ves Ge­dächt­nis für Orte und Er­in­ne­run­gen. Das Bran­den­bur­ger Tor und der 9. No­vem­ber sind zum Bei­spiel ein Teil sol­cher kol­lek­ti­ven Er­in­ne­run­gen. Oder auch der Ge­winn der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaf­ten. Re­gio­na­les kommt hinzu: Kar­ne­val, Volks­fes­te. Die hei­mat­li­che Ver­wur­ze­lung, die Markt­plät­ze un­se­rer Städ­te. Die Ver­bun­den­heit mit Orten, Ge­rü­chen und Tra­di­tio­nen. Lands­mann­schaft­li­che Men­ta­li­tä­ten, die am Klang der Spra­che jeder er­kennt, ge­hö­ren zu uns und prä­gen unser Land.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon hafenwirt » Do 11. Mai 2017, 16:31

Teeernte hat geschrieben:(11 May 2017, 17:03)

Einhaltung der Gesetze und örtlichen Regelungen währ schon mal ein Anfang - Voraussetzung: verstehendes lesen in deutscher Sprache.

h


Jede Gesellschaft ist bestrebt, dass die Bürger die Gesetze einhalten und die Sprache sprechen. Spezifisch deutsch/europäish/ westliche Leitkultur
ist das also schonmal nicht.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Billie Holiday » Do 11. Mai 2017, 16:33

Selina hat geschrieben:(11 May 2017, 15:56)

Also ich zum Beispiel scheiße auf keine Sitten und Bräuche im eigenen Land, im Gegenteil, einige davon pflege ich sogar, falls man zum Beispiel das Singen von deutschen Volksliedern mitzählen darf :D Der Unterschied ist nur: Da, wo ich mich wohl fühle, werden eben auch Volkslieder anderer Nationen gesungen. Da kommt eine unheimlich gute Mischung raus. Genauso ist das bei einer bunten Mischung von Leuten aus aller Herren Länder. In einer abgekapselten rein deutschen Gesellschaft wäre es mir zu langweilig.


Also ich habe neulich sehr dem Guiness zugesprochen und war erstaunt, wie textsicher ich bin bei irischen Trinkliedern. : :thumbup:
Ich schätze in Sachen Musik, Kulinarisches, Architektur oder Kunst allgemein die bunte Vielfalt sehr, und als Atheistin besuche ich dennoch sehr gern Kirchen und bin Heiligabend immer zur Mitternachtsmesse, was den Männerstimmen der Knabenkantorei Lübecks geschuldet ist. :thumbup:
Nur bei Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit aller Menschen und beider Geschlechter lasse ich nicht mit mir verhandeln. :cool:
Die Bewältigung von Zorn und Aggressionen sollte auch so ablaufen, dass die anwesenden Menschen beeindruckt, amüsiert oder empathisch reagieren können, aber nicht verletzt oder getötet werden.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon hafenwirt » Do 11. Mai 2017, 16:38

Keoma hat geschrieben:(11 May 2017, 16:48)

A) zählt Kuchen vor dem Essen nicht zur österreichischen Leitkultur
B) hast du offensichtlich auch von einem österreichischen Idiom keine Ahnung.


Des basst schooo, doi beidräge hoam ja och gaan mehrweoat pfüa jemoand
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Teeernte » Do 11. Mai 2017, 16:41

hafenwirt hat geschrieben:(11 May 2017, 17:31)

Jede Gesellschaft ist bestrebt, dass die Bürger die Gesetze einhalten und die Sprache sprechen. Spezifisch deutsch/europäish/ westliche Leitkultur
ist das also schonmal nicht.


Möchtest Du abstreiten, dass die Moslemische Leitkultur NICHT durch Allahs Regeln bestimmt wird ?

In D haben wir leider keinen kurzen Singsang... Sondern Gesetzestext.

Natürlich ist der Gebrauch und die Konstruktion der Sanitärkeramik in D nicht durch Gesetz geregelt - bereits der Arbeitsschutz wird uns nicht beim Verrichten des Geschäftes auf die Brille steigen lassen.

Trapsen auf der Brille und ne wassergefüllte Colaflasche daneben zeigen jedoch den Gebrauch durch andere LEITKULTUR. :D :D :D
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Leitkultur in Deutschland

Beitragvon Adam Smith » Do 11. Mai 2017, 16:42

Leitkultur wäre Fussball, öffentlich-rechtliches Fernsehen, Frauen müssen sich nicht verhüllen, keine Beschneidung von Frauen, Föderalismus, negative Vergangenheit, Kapitalismus, ausgeprägtes öffentliches Verkehrssystem usw.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Soldmann » Do 11. Mai 2017, 16:48

hafenwirt hat geschrieben:Am sinnvollsten sind also Maßnahmen - meinetwegen staatlich - die ein Bewusstsein fördern, sich an den Werten des GG zu orientieren.
An den Werten des GG, wie ich sie interpretiere? Es war früher so, dass das Schlagen von Kindern legal war, homosexueller Verkehr pervers und Ehefrauen eine Einwilligung des Ehemannes brauchten, um ein Konto zu eröffnen. Das GG deckt das offenbar ab, jedenfalls hatte das BVerfG damals keinerlei Einwände dagegen. Darf ich mich als Migrant an dieser offenbar möglichen Auslegung des GG orientieren (solange ich keine Gesetze breche natürlich)?
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon hafenwirt » Do 11. Mai 2017, 16:50

Teeernte hat geschrieben:(11 May 2017, 17:41)

Möchtest Du abstreiten, dass die Moslemische Leitkultur NICHT durch Allahs Regeln bestimmt wird ?


Wo habe ich das geschrieben? Ich schrieb lediglich , dass jede Gesellschaft bestrebt ist, dass ihre Mitglieder die Gesetze einhalten. Du hast nichts vom Ursprung der Gesetze gesagt.

Also lass diese Unterstellungen, klar?
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon hafenwirt » Do 11. Mai 2017, 16:55

Soldmann hat geschrieben:(11 May 2017, 17:48)
Darf ich mich als Migrant an dieser offenbar möglichen Auslegung des GG orientieren (solange ich keine Gesetze breche natürlich)?


Auf Suggestivfragen gehe ich nicht mehr ein. Noch so ein Beitrag, und du darfst dich zur Runde der ignorierten Mitglieder gesellen. ;)
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Teeernte » Do 11. Mai 2017, 17:06

Soldmann hat geschrieben:(11 May 2017, 17:48)

An den Werten des GG, wie ich sie interpretiere? Es war früher so, dass das Schlagen von Kindern legal war, homosexueller Verkehr pervers und Ehefrauen eine Einwilligung des Ehemannes brauchten, um ein Konto zu eröffnen. Das GG deckt das offenbar ab, jedenfalls hatte das BVerfG damals keinerlei Einwände dagegen. Darf ich mich als Migrant an dieser offenbar möglichen Auslegung des GG orientieren (solange ich keine Gesetze breche natürlich)?


In den 60 Jahren seit seiner Verabschiedung hat sich das Grundgesetz bewährt, weil es offen für Änderungen war. Darin lag ein schwieriger Spagat: Einerseits ist es eine relevante Verfassung, welche dem politischen Prozess wirksame Leitlinien und Grenzen gezogen hat. Andererseits hat es unabweisbaren Änderungsbedürfnissen keine unüberwindlichen Grenzen entgegengesetzt.

60 Jahre danach sieht das Grundgesetz anders aus. Bislang 52 Verfassungsänderungen haben nicht weniger als 109 Artikel geändert, neu hinzugefügt oder aufgehoben. Waren es ursprünglich 146 Artikel, so sind es nun 181. Schon äußerlich ist die Differenz also leicht zu erkennen. Aber das allein würde nicht ausreichen, das Maß an Veränderung zu beschreiben. Denn damit wären nur die Gesetze gezählt, welche den Text ausdrücklich geändert haben. Mindestens ebenso wichtig waren zwei andere Wege des Wandels.
http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-g ... ngen?p=all

Diese WANDLUNG findet leider in anderen Kulturen NICHT statt. Von da her - ist die "Auslegung" - von Zeit zu ZEIT an das Leben und der Rechtssprechung an zu passen.

Eine selbsterdachte Auslegung oder gar eine Auslegung nach "Sharia" kann also nicht zum öffentlichen RECHT führen.

Das GG und der nachfolgender GESETZESTEXT ist - in D - ab Veröffentlichung der Änderungen - einzuhalten. ...ja - anders als die Suren - der Mann für die Änderungen tritt seit jahrhunderten nicht mehr auf ??... :D :D :D
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Soldmann » Do 11. Mai 2017, 17:32

Dark Angel hat geschrieben:Integration (von Zuwanderern/Migranten) kann jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn die Bürger eines Landes/Staates über eine starke nationale Identität verfügen, welche die Grundlage dafür bildet, sich auf gemeinsame Grundwerte zu einigen. Und diese Grundwerte sind, unsere Kultur betreffend, nunmal u.a. in der AEMR verankert und die stehen im krassen Gegensatz zu den Grundwerten islamischer Gesellschaften/Staaten ==> siehe auch KEMR
Aus meiner Sicht sind die Menschenrechte (und auch die Gesetze) nicht das, oder nicht nur das, was mit Leitkultur gemeint ist. Ein wichtiger Teil der Leitkultur ist die deutsche Sprache. Es ist nicht illegal mit seinen Kindern und Nachbarn nur in arabisch zu sprechen. Aber es ist ein Verstoß gegen die deutsche Leitkultur, seine Kinder kein Deutsch zu lehren. Oder ich gebe die Mädchen nur auf die Hauptschule während die Jungs studieren sollen, weil ich denke, das Frauen heiraten und Kinder kriegen sollen. Das ist ja nicht illegal.

Manchen gefällt es nicht, dass die Deutschtürken mehrheitlich für die "Ermächtigung" Erdogans gestimmt haben. Das verstößt aber weder gegen die AEMR noch gegen das GG. Die Leitkultur ist unsere (positive) Einstellung zur Demokratie an sich, nicht die Gesetze zur Demokratie. Einwanderer in großer Zahl, die Demokratie für schlecht halten, könnten aus meiner Sicht auch dann ein Problem sein, wenn sie sich erstmal an die Gesetze halten.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Teeernte » Do 11. Mai 2017, 17:38

hafenwirt hat geschrieben:(11 May 2017, 17:50)

Wo habe ich das geschrieben? Ich schrieb lediglich , dass jede Gesellschaft bestrebt ist, dass ihre Mitglieder die Gesetze einhalten. Du hast nichts vom Ursprung der Gesetze gesagt.

Also lass diese Unterstellungen, klar?


Ich möchte insbesondere Dir nichts unterstellen.

Gesetze in muslimischen Ländern sind leider anders - als in der westeuropäischen Leitkultur.

Menschenrechte ? .... dort meist unbekannt.

"Schuld" liegt fast immer beim Ungläubigen.

Saudi Arabien - Autounfall ? ---- der ungläubige Fahrer ist Schuld. Währe der nicht da - würde es den Unfall nicht geben.

Kriminalität - ist dort (wenn der Staat funktioniert) sehr gering. Warum ändert sich das - mit dem Aufenthaltsort (Deutschem Rechtsraum) bei einigen Muslimen ? (...liegt es DOCH an den drakonischen, öffentlich vollzogenen Strafen ??)

Muss die "MITGEBRACHTE" Leitkultur auch hier unter Berücksichtigung deutscher Gesetze vollzogen werden ?

(Diebstahl - Hand ab,....Einbruchsdiebstahl = eine Hand und einen Fuß ab......ohne Arzt)
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Soldmann » Do 11. Mai 2017, 17:43

Teeernte hat geschrieben:Diese WANDLUNG findet leider in anderen Kulturen NICHT statt. Von da her - ist die "Auslegung" - von Zeit zu ZEIT an das Leben und der Rechtssprechung an zu passen.

Eine selbsterdachte Auslegung oder gar eine Auslegung nach "Sharia" kann also nicht zum öffentlichen RECHT führen.

Das GG und der nachfolgender GESETZESTEXT ist - in D - ab Veröffentlichung der Änderungen - einzuhalten. ...ja - anders als die Suren - der Mann für die Änderungen tritt seit jahrhunderten nicht mehr auf ??... :D :D :D
Nur fanden soweit ich weiß zu den von mir genannten Punkten keine Verfassungsänderung statt, sondern man hat lediglich die Auslegung geändert. Soweit es das Schlagen von Kindern angeht, ist das GG immer noch genau dasselbe wie 1960. Wenn also das Schlagen von Kindern GG-konform sein kann, bei entsprechender Auslegung durch das BVerfG, dann das Schlagen von Dieben doch auch, oder nicht?
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Laertes » Do 11. Mai 2017, 17:44

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 May 2017, 11:47)
Es ist von enormer, ganz zentraler Bedeutung, ein Recht auf Abweichung von der Norm zu haben. Auch wenn diese Abweichung in unseren Augen noch so unsympathisch ist. Wenn mir danach ist und ich das aus irgendwelchen Gründen meine, tun zu müssen, ziehe ich mir selbst als Mann eine Burka an oder trage ein Kopftuch oder begrüße eine Frau, indem ich einen Kopfstand mache und mit den Beinen wackle. Und wehe, irgendjemand hindert mich daran.


Dieses vehemente nicht dazu gehören wollen, sich nicht anpassen wollen ist ja nichts Neues. Die Lösung vergangener Generationen lautete allerdings Einsiedelei und nicht Terrorismus.
FAIRNESS, FÜRSORGE und FREIHEIT sind gemeinsame moralische Werte von Linken und Konservativen.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Soldmann » Do 11. Mai 2017, 17:48

hafenwirt hat geschrieben:Auf Suggestivfragen gehe ich nicht mehr ein. Noch so ein Beitrag, und du darfst dich zur Runde der ignorierten Mitglieder gesellen. ;)
Ja, mir fiel schon auf, dass mancher hier recht empfindsam ist. :cool:
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon hafenwirt » Do 11. Mai 2017, 17:49

Teeernte hat geschrieben:(11 May 2017, 18:38)
Gesetze in muslimischen Ländern sind leider anders - als in der westeuropäischen Leitkultur.


Trotzdem sind es Gesetze und der Staat sowie Gesellschaft sind bestrebt, dass sich die Mitglieder an diese Gesetze/Regeln halten. Deine Aussage war "Es wäre schön, wenn sie die Sprache können und sich an die Gesetze halten". Dann gäbe es keine Leitkultur.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Teeernte » Do 11. Mai 2017, 17:50

Soldmann hat geschrieben:(11 May 2017, 18:43)

Nur fanden soweit ich weiß zu den von mir genannten Punkten keine Verfassungsänderung statt, sondern man hat lediglich die Auslegung geändert. Soweit es das Schlagen von Kindern angeht, ist das GG immer noch genau dasselbe wie 1960. Wenn also das Schlagen von Kindern GG-konform sein kann, bei entsprechender Auslegung durch das BVerfG, dann das Schlagen von Dieben doch auch, oder nicht?


Lies da Deine Nebelbombe weiter.... http://www.juraforum.de/lexikon/elterli ... gungsrecht
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Billie Holiday » Do 11. Mai 2017, 17:53

Laertes hat geschrieben:(11 May 2017, 18:44)

Dieses vehemente nicht dazu gehören wollen, sich nicht anpassen wollen ist ja nichts Neues. Die Lösung vergangener Generationen lautete allerdings Einsiedelei und nicht Terrorismus.


Man ist doch nicht Terrorist, wenn man nicht dazu gehören will oder keine Hand schütteln will. :D
Ich bin halt nur der Ansicht, dass man nicht rumplärren sollte, wenn andere auf ihre Art dann reagieren.
Dabei denke ich an Vermieter, Vereine, Arbeitgeber..... und ich habe jedes Verständnis für einen Arbeitgeber, der erstmal an das Wohl seiner Firma und an den Kundenstamm denkt, bevor er jemanden einstellt, der z.B. weder mit weiblichen Kollegen noch mit Kundinnen kompatibel ist.
Auch der private Vermieter hat mein Verständnis, der schlicht keinen Bock hat auf einen Mieter, der ihm zwar die Hand reicht, aber nicht seiner Frau. Ist so ein Bauchgefühl, es muß halt passen.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Laertes » Do 11. Mai 2017, 17:55

Billie Holiday hat geschrieben:(11 May 2017, 18:53)

Man ist doch nicht Terrorist, wenn man nicht dazu gehören will oder keine Hand schütteln will. :D


Bezog sich auf:

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 May 2017, 07:42)
Es ist in jedem Fall völlig unerträglich, dass beispielsweise die Art, wie ich jemanden begrüße, also etwas, was absolut und uneingeschränkt meine Privatangelegenheit ist, plötzlich die ganze Gesellschaft oder gar die Regierung etwas angeht. Sollte das um sich greifen, sollte also, mit anderen Worten, die Mentalität der DDR-Gesellschaft zurückkehren, werde ich zum Terroristen.
FAIRNESS, FÜRSORGE und FREIHEIT sind gemeinsame moralische Werte von Linken und Konservativen.
LOYALITÄT, AUTORITÄT und SAKRALITÄT sind aber für Rechts-Konservative genauso wichtig (Jonathan Haidt)

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