20 Jahre Leitkultur

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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Dark Angel » Do 11. Mai 2017, 10:36

hafenwirt hat geschrieben:(10 May 2017, 22:43)

Und wie soll das nun durchgesetzt werden? Kann man ja machen, sagen, in Deutschland ist es Leitkultur Mann und Frau zur Begrüßung die Hand zu schütteln. Von mir aus als Text jedem ausdrucken und austeilen und sagen, hier ist das so bei uns. Würde mich trotzdem nicht dran hindern es abzulehnen, jeder Kartoffel die Hand zu geben. Ist das nun phöse läänks?

Dann nimm meinetwegen "Hand schütteln" als Synomym für "wir begrüßen jeden unabhängig vom Geschlecht" - heißt wir ignorieren niemanden qua Geschlecht, wenn wir begrüßen dann Männer und Frauen, schließen niemanden aus/ignorieren niemanden.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Dark Angel » Do 11. Mai 2017, 10:46

Selina hat geschrieben:(10 May 2017, 22:49)

Man kann diese von einer Mehrheit abgelehnte "Leitkultur" auch sprachlich erklären bzw. zerpflücken. So gibt es viele Begriffe, denen man ein "Leit" vorangestellt hat und die recht gut und schon lange in den Alltag integriert sind, zum Beispiel: Leitfaden, Leitfossil, Leittier, Leitlinie, Leitwort, Leitartikel, Leitvermögen, Leitbild, Leitantrag. Wenn man aber unter Kultur alles das versteht, "was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur" (Wikipedia), dann sieht man schon, dass sich ein vorangestelltes "Leit" von selbst verbietet. Kultur als ein zutiefst schöpferisches Verhältnis, das sich im steten Wandel befindet, verträgt sich nun mal nicht mit dem statischen und dogmatischen "Leit" oder "Leiten". Das beißt sich. Kultur als "ein System von Regeln und Gewohnheiten, die das Zusammenleben und Verhalten der Menschen leiten" (Wikipedia) ist für sich genommen sowieso schon längst so etwas wie ein großzügiges und lockeres "Leitmotiv" fürs Leben. Daher wäre ein zusätzlich rangepapptes verbales "Leit" einfach zu viel Leid. Quasi doppeltgemoppelt :D Da wird sich der Herr Minister wohl ein anderes kreatives Feld für seine Ideen suchen müssen.

Und selbst wenn unter Kultur alles verstanden wird, was der Mensch schöpferisch hervorbringt, so gibt es dennoch verschiedene Kulturen, die sich teilweise sehr stark voneinander unterscheiden, die sogar Antagonismen aufweisen.
Kulturen befinden sich in stetem Wandel, beeinflussen sich gegenseitig und stehen in Wechselwirkung zueinander.
Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass eine Aufnahme von externen Einflüssen immer freiwillig erfolgt und nur das aufgenommen wird, was mit eigenen Kultur kompatibel ist, dass immer Bestrebungen vorhanden sind, diese eigene Kultur - das was diese Kultur von anderen unterscheidet - zu bewahren.
Die menschliche Zivilisationsgeschichte zeigt, dass es mehrfach zu kulturellen Zäsuren gekommen ist, weil unterschiedliche Kulturen aufeinander prallten, die letztendlich zum Untergang der jeweils "offeneren", der aufnehmenden Kultur führten und die Geschichte zeigt auch, dass es immer wieder multiple Gründe waren, die zu kulturellen Zäsuren führten - Gründe wie innenpolitische Spannungen, klimatische Veränderungen und Bevölkerungsverschiebungen u.v.a.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon schokoschendrezki » Do 11. Mai 2017, 10:47

Billie Holiday hat geschrieben:(11 May 2017, 10:21)
Ich finde es fair, Neuzugängen wenigstens ganz wichtige Aspekte unseres Zusammenlebens mitzuteilen. Sie haben die Freiheit, diese zu beachten oder es zu lassen....mit allen Konsequenzen. Und jetzt hänge dich bitte nicht wieder am Händedruck auf, das ist so ein trotziges Verhalten.

Vorgaben von "Leitkultur" beziehen sich aber nicht ausschließlich auf "Neuzugänge". Sondern auf alle. Und wenn ich nach Singapur als Tourist reise und eine Zigarettenkippe auf die Straße werfe, muss ich mit drakonischen Strafen rechnen, ohne dass mir das bei der Einreise schriftlich angekündigt wird.

Es ist von enormer, ganz zentraler Bedeutung, ein Recht auf Abweichung von der Norm zu haben. Auch wenn diese Abweichung in unseren Augen noch so unsympathisch ist. Wenn mir danach ist und ich das aus irgendwelchen Gründen meine, tun zu müssen, ziehe ich mir selbst als Mann eine Burka an oder trage ein Kopftuch oder begrüße eine Frau, indem ich einen Kopfstand mache und mit den Beinen wackle. Und wehe, irgendjemand hindert mich daran.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Billie Holiday » Do 11. Mai 2017, 10:58

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 May 2017, 11:47)

Vorgaben von "Leitkultur" beziehen sich aber nicht ausschließlich auf "Neuzugänge". Sondern auf alle. Und wenn ich nach Singapur als Tourist reise und eine Zigarettenkippe auf die Straße werfe, muss ich mit drakonischen Strafen rechnen, ohne dass mir das bei der Einreise schriftlich angekündigt wird.

Es ist von enormer, ganz zentraler Bedeutung, ein Recht auf Abweichung von der Norm zu haben. Auch wenn diese Abweichung in unseren Augen noch so unsympathisch ist. Wenn mir danach ist und ich das aus irgendwelchen Gründen meine, tun zu müssen, ziehe ich mir selbst als Mann eine Burka an oder trage ein Kopftuch oder begrüße eine Frau, indem ich einen Kopfstand mache und mit den Beinen wackle. Und wehe, irgendjemand hindert mich daran.


Du hast jedes Recht, dich den ganzen Tag wie ein kleiner Trotzkopf zu verhalten. Andere haben das Recht, ihre Schlüsse daraus zu ziehen und dementsprechend zu handeln. Dann kannst du auch laut plärren, dass die alle so intolerant sind. :cool:
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Dark Angel » Do 11. Mai 2017, 12:54

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 May 2017, 11:47)

Vorgaben von "Leitkultur" beziehen sich aber nicht ausschließlich auf "Neuzugänge". Sondern auf alle. Und wenn ich nach Singapur als Tourist reise und eine Zigarettenkippe auf die Straße werfe, muss ich mit drakonischen Strafen rechnen, ohne dass mir das bei der Einreise schriftlich angekündigt wird.

Doch, die Vorgaben der Leitkultur beziehen sich auf Neuzugänge, vor allem dann, wenn sich deren Werte so grundlegend von denen der Neuzugänge unterscheiden, wie das beim Islam und bei unserer Kultur der Fall ist. Da reicht schon ein einfacher Vergleich der AEMR mit KEMR (Kairoer Erklärung der Menschenrechte). Dort gibt es nämlich keine Gleichberechtigung von Mann und Frau, keine Religionsfreiheit, ja nicht einmal das Recht auf Leben.
Wenn du nach Singapur reist, hast du dich auch nach der, dort geltenden Leitkultur zu richten, hast diese anzuerkennen. Dort bist DU der Neuankömmling!

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 May 2017, 11:47)Es ist von enormer, ganz zentraler Bedeutung, ein Recht auf Abweichung von der Norm zu haben. Auch wenn diese Abweichung in unseren Augen noch so unsympathisch ist. Wenn mir danach ist und ich das aus irgendwelchen Gründen meine, tun zu müssen, ziehe ich mir selbst als Mann eine Burka an oder trage ein Kopftuch oder begrüße eine Frau, indem ich einen Kopfstand mache und mit den Beinen wackle. Und wehe, irgendjemand hindert mich daran.

Nein es gibt kein Recht darauf, unsere Werte zu missachten. Wer hier leben will, hat diese Werte anzuerkennen und zu respektieren, hat sich zu integrieren. Wem das nicht passt oder wer das nicht will, der darf dieses Land gerne wieder verlassen und dorthin gehen, wo er nach seinen Werten leben kann.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Keoma » Do 11. Mai 2017, 13:05

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 May 2017, 11:47)

Vorgaben von "Leitkultur" beziehen sich aber nicht ausschließlich auf "Neuzugänge". Sondern auf alle. Und wenn ich nach Singapur als Tourist reise und eine Zigarettenkippe auf die Straße werfe, muss ich mit drakonischen Strafen rechnen, ohne dass mir das bei der Einreise schriftlich angekündigt wird.

Es ist von enormer, ganz zentraler Bedeutung, ein Recht auf Abweichung von der Norm zu haben. Auch wenn diese Abweichung in unseren Augen noch so unsympathisch ist. Wenn mir danach ist und ich das aus irgendwelchen Gründen meine, tun zu müssen, ziehe ich mir selbst als Mann eine Burka an oder trage ein Kopftuch oder begrüße eine Frau, indem ich einen Kopfstand mache und mit den Beinen wackle. Und wehe, irgendjemand hindert mich daran.


Du kannst auch unten ohne durch die Fußgängerzone watscheln.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon hafenwirt » Do 11. Mai 2017, 13:14

...
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Selina » Do 11. Mai 2017, 13:19

Dark Angel hat geschrieben:(11 May 2017, 11:46)

Die menschliche Zivilisationsgeschichte zeigt, dass es mehrfach zu kulturellen Zäsuren gekommen ist, weil unterschiedliche Kulturen aufeinander prallten, die letztendlich zum Untergang der jeweils "offeneren", der aufnehmenden Kultur führten


Also ich sehe keinen "Untergang" der vielgepriesenen "abendländischen Kultur", nur, weil es mal ein paar mehr Muslime im Land gibt. Genau das ist es, dieses Schüren von Ängsten, was die Neue Rechte tagtäglich mit Vehemenz betreibt. Nur gut, dass die Masche so durchschaubar ist. Unsere Gesellschaft verkraftet gut und gerne ein paar tausend (auch ein, zwei Millionen) Leute mehr aus anderen Kulturkreisen.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon hafenwirt » Do 11. Mai 2017, 13:23

Selina hat geschrieben:(11 May 2017, 14:19)

Also ich sehe keinen "Untergang" der vielgepriesenen "abendländischen Kultur", nur, weil es mal ein paar mehr Muslime im Land gibt. Genau das ist es, dieses Schüren von Ängsten, was die Neue Rechte tagtäglich mit Vehemenz betreibt. Nur gut, dass die Masche so durchschaubar ist. Unsere Gesellschaft verkraftet gut und gerne ein paar tausend (auch ein, zwei Millionen) Leute mehr aus anderen Kulturkreisen.


Ohoh, du hast Rechte gesagt. Hast du nicht die Seiten vorher schon gemerkt, dass hier manch einer beim Begriff "räächts" getriggert wird? ;)
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon pikant » Do 11. Mai 2017, 13:23

Dark Angel hat geschrieben:(11 May 2017, 13:54)




Nein es gibt kein Recht darauf, unsere Werte zu missachten. Wer hier leben will, hat diese Werte anzuerkennen und zu respektieren, hat sich zu integrieren. Wem das nicht passt oder wer das nicht will, der darf dieses Land gerne wieder verlassen und dorthin gehen, wo er nach seinen Werten leben kann.


fuer mich als Deutscher ist Leitkultur das deutsche Gesetz - nicht mehr und nicht weniger
alles andere ist privat und jeder nach seiner Einstellung
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon pikant » Do 11. Mai 2017, 13:26

Dark Angel hat geschrieben:(11 May 2017, 11:46)

Die menschliche Zivilisationsgeschichte zeigt, dass es mehrfach zu kulturellen Zäsuren gekommen ist, weil unterschiedliche Kulturen aufeinander prallten, die letztendlich zum Untergang der jeweils "offeneren", der aufnehmenden Kultur führten und die Geschichte zeigt auch, dass es immer wieder multiple Gründe waren, die zu kulturellen Zäsuren führten - Gründe wie innenpolitische Spannungen, klimatische Veränderungen und Bevölkerungsverschiebungen u.v.a.


ich finde unterschiedliche Kulturen in einem Land sehr gut!
Richtschnur ist unser Gesetz und ja Multi Kulti ist Kultur pur - bitte mehr davon :thumbup:
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon pikant » Do 11. Mai 2017, 13:32

Selina hat geschrieben:(11 May 2017, 14:19)

Also ich sehe keinen "Untergang" der vielgepriesenen "abendländischen Kultur", nur, weil es mal ein paar mehr Muslime im Land gibt. Genau das ist es, dieses Schüren von Ängsten, was die Neue Rechte tagtäglich mit Vehemenz betreibt. Nur gut, dass die Masche so durchschaubar ist. Unsere Gesellschaft verkraftet gut und gerne ein paar tausend (auch ein, zwei Millionen) Leute mehr aus anderen Kulturkreisen.


im eigenen Saft schmoren ist nicht gut - mehr verschiedene Kulturen machen Deutschland attraktiver!
Zudem regt das den Tourismus an
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Keoma » Do 11. Mai 2017, 13:34

Selina hat geschrieben:(11 May 2017, 14:19)

Also ich sehe keinen "Untergang" der vielgepriesenen "abendländischen Kultur", nur, weil es mal ein paar mehr Muslime im Land gibt. Genau das ist es, dieses Schüren von Ängsten, was die Neue Rechte tagtäglich mit Vehemenz betreibt. Nur gut, dass die Masche so durchschaubar ist. Unsere Gesellschaft verkraftet gut und gerne ein paar tausend (auch ein, zwei Millionen) Leute mehr aus anderen Kulturkreisen.


Ein paar mehr ist relativ.
Ab einer gewissen kritischen Masse wird's ungemütlich.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon schokoschendrezki » Do 11. Mai 2017, 13:35

Billie Holiday hat geschrieben:(11 May 2017, 11:58)

Du hast jedes Recht, dich den ganzen Tag wie ein kleiner Trotzkopf zu verhalten. Andere haben das Recht, ihre Schlüsse daraus zu ziehen und dementsprechend zu handeln. Dann kannst du auch laut plärren, dass die alle so intolerant sind. :cool:

Alle großen wissenschaftlichen Entdeckungen und künstllerischen Neuentwürfe begannen mit Abweichungen von der Norm. Speziell in der Kunst auch häufig von Skandalen begleitet. Man denke nur an Strawinskis Ballett Le sacre du printemps vor etwa hundert Jahren. Anfangs hat man die Aufführenden ungläubig ausgelacht und am Ende ohne Ausnahme ausgepfiffen. Und etwas später wurde das Stück ein Schlüsselwerk der Musik des 20. Jahrhunderts. Ich sag, auf was euch Leitkulturalisten die Sache hinausläuft: Auf eine Wiederkehr dieser miesen, kleinfurzigen DDR-Gesellschaft.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon schokoschendrezki » Do 11. Mai 2017, 13:41

Keoma hat geschrieben:(11 May 2017, 14:05)

Du kannst auch unten ohne durch die Fußgängerzone watscheln.
Fragt sich nur, wie lange.

Nein. Darf ich nicht. Das ist nach Paragraph 183 des Strafgesetzbuchs eine Belästigung durch Exhibitionismus und kann mit Strafen bis zu einem Jahr geahndet werden. Eine simple gesetzliche Regelung, die nix, aber auch gar nix an der Redundanz, Unnötigkeit und vor allem negativen Wirkung einer explizit formulierten "Leitkultur" ändert.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon pikant » Do 11. Mai 2017, 13:47

Keoma hat geschrieben:(11 May 2017, 14:34)

Ein paar mehr ist relativ.
Ab einer gewissen kritischen Masse wird's ungemütlich.


3 Millionen Muslime haben den deutschen Pass - es wird in Deutschland auch nicht ungemuetlich, wenn diese Zahl an Deutschen deutlich steigt.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Keoma » Do 11. Mai 2017, 13:50

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 May 2017, 14:41)

Nein. Darf ich nicht. Das ist nach Paragraph 183 des Strafgesetzbuchs eine Belästigung durch Exhibitionismus und kann mit Strafen bis zu einem Jahr geahndet werden. Eine simple gesetzliche Regelung, die nix, aber auch gar nix an der Redundanz, Unnötigkeit und vor allem negativen Wirkung einer explizit formulierten "Leitkultur" ändert.


Ach, und das gehört also nicht zur Leitkultur?
Sondern?
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Keoma » Do 11. Mai 2017, 13:50

pikant hat geschrieben:(11 May 2017, 14:47)

3 Millionen Muslime haben den deutschen Pass - es wird in Deutschland auch nicht ungemuetlich, wenn diese Zahl an Deutschen deutlich steigt.

Na gut, halt islamischer.
Wo ist der Mehrwert?
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon Selina » Do 11. Mai 2017, 13:51

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 May 2017, 14:35)

Alle großen wissenschaftlichen Entdeckungen und künstllerischen Neuentwürfe begannen mit Abweichungen von der Norm. Speziell in der Kunst auch häufig von Skandalen begleitet. Man denke nur an Strawinskis Ballett Le sacre du printemps vor etwa hundert Jahren. Anfangs hat man die Aufführenden ungläubig ausgelacht und am Ende ohne Ausnahme ausgepfiffen. Und etwas später wurde das Stück ein Schlüsselwerk der Musik des 20. Jahrhunderts. Ich sag, auf was euch Leitkulturalisten die Sache hinausläuft: Auf eine Wiederkehr dieser miesen, kleinfurzigen DDR-Gesellschaft.


Hinzu kommt, dass dieses CDU-Wahlkampf-Leitkultur-Papier eine Geste an das Wahlvolk ganz rechts außen ist. Man hätte die zur AfD abgewanderten CDU-Wähler doch zu gerne zurück in den piefigen "kleinfurzigen" konservativen Klub geholt. Vielleicht gelingt es ja damit sogar.
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Re: 20 Jahre Leitkultur

Beitragvon pikant » Do 11. Mai 2017, 13:51

Keoma hat geschrieben:(11 May 2017, 14:50)

Ach, und das gehört also nicht zur Leitkultur?
Sondern?


Leitkultur ist das deutsche Gesetz und das gehoert nicht zur Leitkultur, da gesetzeswidrig.

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