Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Moderator: Moderatoren Forum 2

Wie empfinden sie das Urteil gegen zwei Raser?

Zu hart, eine Tötungsabsicht hat nicht bestanden.
13
33%
Zu soft, eine anschliessende Sicherheitsverwahrung sollte noch dazu kommen.
2
5%
Genau richtiges Urteil.
25
63%
 
Abstimmungen insgesamt: 40
PeterK
Beiträge: 3921
Registriert: Di 31. Mai 2016, 10:06

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon PeterK » Di 28. Feb 2017, 17:13

Eiskalt hat geschrieben:(28 Feb 2017, 17:10)

Trotzdem ist es doch recht komplex oder nicht?
Ist wie man Paragraph 32 StGB Notwehr:

(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.
(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Jetzt könnte man so argumentieren wenn einer auf mich zukommt und mich zusammenschlagen will, dann dürfte ich die Person niederschiessen.

Aber da würde dann ja wieder die Verhältnismassigkeit kommen.

Es geht - wie das Gesetz sagt - um Erforderlichkeit (und damit natürlich um Geeignetheit).

Erforderlich ist diejenige Verteidigungshandlung, die geeignet ist, den Angriff sofort sicher und endgültig zu beenden und dabei das relativ mildeste der in Betracht kommenden Verteidigungsmittel ist.
Benutzeravatar
Dampflok94
Beiträge: 11580
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 16:59
Benutzertitel: Betriebsrat
Wohnort: Berlin

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Dampflok94 » Di 28. Feb 2017, 17:18

Eiskalt hat geschrieben:(28 Feb 2017, 17:10)

Trotzdem ist es doch recht komplex oder nicht?
Ist wie man Paragraph 32 StGB Notwehr:

(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.
(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Jetzt könnte man so argumentieren wenn einer auf mich zukommt und mich zusammenschlagen will, dann dürfte ich die Person niederschiessen.

Aber da würde dann ja wieder die Verhältnismassigkeit kommen.

Und eben auf die Erforderlichkeit. Denn die steht ja in Absatz 2. Aber dann gibt es janoch den Notwehrexzess, der ja auch ggf. straffrei ist. Es hat schon seinen Grund, warum viele Juristen nicht gerade am Hungertuch nagen. :)
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23211
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Adam Smith » Di 28. Feb 2017, 17:24

Dampflok94 hat geschrieben:(28 Feb 2017, 17:05)

Eigentlich kommen die Juristen damit ganz gut zurecht. Nur der Eventualvorsatz macht die Sache etwas kompliziert.

Für den gleichen Sachverhalt kann es einmal Bewährung oder lebenslänglich geben. Das ist schon ein grosser Unterschied.
Benutzeravatar
Eiskalt
Beiträge: 1634
Registriert: Mi 2. Dez 2009, 11:05
Benutzertitel: Der Staat bin ich

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Eiskalt » Di 28. Feb 2017, 17:31

PeterK hat geschrieben:(28 Feb 2017, 17:13)

Es geht - wie das Gesetz sagt - um Erforderlichkeit (und damit natürlich um Geeignetheit).

Erforderlich ist diejenige Verteidigungshandlung, die geeignet ist, den Angriff sofort sicher und endgültig zu beenden und dabei das relativ mildeste der in Betracht kommenden Verteidigungsmittel ist.


Demnach wäre es also Notwehr wenn ein 150 Kilo Boxer einen 68 Kilo Mann zusammenschlagen will und dieser den 150 Kilo Mann niederschiesst?
Memento mori
-Römisches Sprichwort
Benutzeravatar
Cat with a whip
Beiträge: 9789
Registriert: Fr 4. Jul 2008, 20:49

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Cat with a whip » Di 28. Feb 2017, 17:37

Eiskalt hat geschrieben:(28 Feb 2017, 17:31)

Demnach wäre es also Notwehr wenn ein 150 Kilo Boxer einen 68 Kilo Mann zusammenschlagen will und dieser den 150 Kilo Mann niederschiesst?


Nur wenn dazu die Bedigungen im Paragrafen erfüllt sind. Was ist denn so schwer daran zu kapieren!? Tip: Weniger spamen und labern, mehr denken.
Zuletzt geändert von Cat with a whip am Di 28. Feb 2017, 17:39, insgesamt 1-mal geändert.
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
PeterK
Beiträge: 3921
Registriert: Di 31. Mai 2016, 10:06

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon PeterK » Di 28. Feb 2017, 17:39

Eiskalt hat geschrieben:(28 Feb 2017, 17:31)
Demnach wäre es also Notwehr wenn ein 150 Kilo Boxer einen 68 Kilo Mann zusammenschlagen will und dieser den 150 Kilo Mann niederschiesst?

Es kommt darauf an. Wenn der "68 Kilo Mann" ein fitter Kampfsportler ist, der den Angriff des Dicken auch mit milderen Mitteln abwehren könnte: Eher nicht. Weglaufen ist übrigens auch häufig eine Alternative ;).

Fraglich wäre im Übrigen auch, warum Dein "68 Kilo Mann" eigentlich einen Meuchelpuffer dabei hat.
Zuletzt geändert von PeterK am Di 28. Feb 2017, 17:49, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 11570
Registriert: Do 11. Sep 2014, 17:55

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Teeernte » Di 28. Feb 2017, 17:45

Eiskalt hat geschrieben:(28 Feb 2017, 16:48)

STGB Parag. 211

(1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.

(2) Mörder ist, wer

aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,

heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder

um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,

einen Menschen tötet.


https://dejure.org/gesetze/StGB/211.html


erfüllt...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
Cat with a whip
Beiträge: 9789
Registriert: Fr 4. Jul 2008, 20:49

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Cat with a whip » Di 28. Feb 2017, 17:50

Milady de Winter hat geschrieben:(27 Feb 2017, 18:50)

Ich finde das Urteil angebracht, habe aber meine Zweifel, dass es Bestand hat.


Wenn das Urteil angebracht wäre, dann würde in Zukunft jeder Autofahrer der gefährlich überholt und dabei Menschen tötet zum Mörder. Das würde interessant werden.
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
Julian
Beiträge: 4684
Registriert: Di 5. Jan 2016, 00:38

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Julian » Di 28. Feb 2017, 17:54

PeterK hat geschrieben:(28 Feb 2017, 17:06)

Das deutsche StGB ist IMO sehr klar und klug aufgebaut. Deine Frage, woraus beim Totschlagparagrafen hervorgehe, dass das Töten mit Vorsatz geschehen sein muss, beantwortet sich aus § 15 StGB:

Damit erspart man sich, das in jedem Paragrafen erneut formulieren zu müssen.


Damit macht man aber die Gesetze für Nichtjuristen unverständlich. Gesetze sollten meiner Meinung nach so formuliert sein, dass sie von einem Menschen mit einer gewissen Allgemeinbildung verstanden werden können, und zwar ohne Kenntnis des ganzen Strafgesetzbuches. In anderen Ländern geht das ja auch.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23211
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Adam Smith » Di 28. Feb 2017, 18:20

PeterK hat geschrieben:(28 Feb 2017, 17:06)

Das deutsche StGB ist IMO sehr klar und klug aufgebaut. Deine Frage, woraus beim Totschlagparagrafen hervorgehe, dass das Töten mit Vorsatz geschehen sein muss, beantwortet sich aus § 15 StGB:

Damit erspart man sich, das in jedem Paragrafen erneut formulieren zu müssen.


Dazu hätte ich eine dumme Frage. Bezieht sich der Vorsatz darauf, dass man möchte, dass der andere stirbt?

Am 6. September 2010 wurden die beiden Angeklagten verurteilt. Der inzwischen 19 Jahre alte Haupttäter erhielt wegen Beihilfe zur versuchten räuberischen Erpressung in Tatmehrheit mit Mord eine Jugendstrafe von neun Jahren und zehn Monaten, der 18-jährige Jugendliche wegen versuchter räuberischer Erpressung in Tatmehrheit mit Körperverletzung mit Todesfolge eine Jugendstrafe von sieben Jahren.[41] Damit folgte das Gericht weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung kündigte Revision an.[7] Die Revision wurde 2011 vom Bundesgerichtshof abgelehnt, womit die Urteile rechtskräftig geworden sind.[42] Allerdings gab es im Nachhinein auch Kritik an der ungewöhnlichen Strafhöhe für den Jugendlichen.[5]


https://de.wikipedia.org/wiki/Dominik_Brunner

Die beiden Jugendlichen wollten Brunner nicht töten.

Tatmehrheit mit Mord eine Jugendstrafe von neun Jahren und zehn Monaten, der 18-jährige Jugendliche wegen versuchter räuberischer Erpressung in Tatmehrheit mit Körperverletzung mit Todesfolge eine Jugendstrafe von sieben Jahren


Aber trotzdem gab es diesen Vorsatz hier. Auf was bezieht der sich?
Benutzeravatar
Cat with a whip
Beiträge: 9789
Registriert: Fr 4. Jul 2008, 20:49

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Cat with a whip » Di 28. Feb 2017, 18:27

Wer das Urteil richtig findet, müsste auch dafür plädieren dass auch Spediteure wegen Mord lebenslänglich hinter Gitter zu stecken sind, die ihre LKW-Fahrer aus Profitgier dazu nötigen nicht gesetzliche Ruhezeiten einzuhalten und die Fahrer dann wegen Sekundenschlafes Unfälle mit Todesfolge verursachen.
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
Benutzeravatar
jack000
Moderator
Beiträge: 23686
Registriert: So 1. Jun 2008, 17:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon jack000 » Di 28. Feb 2017, 18:34

Cat with a whip hat geschrieben:(28 Feb 2017, 18:27)

Wer das Urteil richtig findet, müsste auch dafür plädieren dass auch Spediteure wegen Mord lebenslänglich hinter Gitter zu stecken sind, die ihre LKW-Fahrer aus Profitgier dazu nötigen nicht gesetzliche Ruhezeiten einzuhalten und die Fahrer dann wegen Sekundenschlafes Unfälle mit Todesfolge verursachen.

Nun, die Strafen bei Überziehung der Lenkzeiten sind schon recht hoch und das ist gut so (Auch noch weitere Verschärfungen sind sicherlich richtig). Trotzdem sehe ich da eine andere Gefährdungsgrößenordnung wenn man statt 8 nun 9 Stunden fährt als mit 160 km/h durch eine Stadt und entsprechender Überquerung roter Ampeln.
Ein Zeichen von Intelligenz ist der stetige Zweifel - Idioten sind sich immer todsicher, egal was sie tun ...

"allzu häufig paart sich im Gemüte, Dämlichkeit mit Herzensgüte" (Wilhelm Busch)
schelm
Beiträge: 19037
Registriert: Fr 21. Aug 2009, 23:29
Benutzertitel: Je suis Köterrasse
Wohnort: Thüringen

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon schelm » Di 28. Feb 2017, 18:41

Lt. Presse waren es 11 (!) rote Ampeln....
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.
Benutzeravatar
Welfenprinz
Beiträge: 8484
Registriert: So 6. Jul 2008, 18:55
Benutzertitel: Nec aspera terrent
Wohnort: wo eigentlich die marienburg stehen sollte

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Welfenprinz » Di 28. Feb 2017, 18:45

Cat with a whip hat geschrieben:(28 Feb 2017, 17:50)

Wenn das Urteil angebracht wäre, dann würde in Zukunft jeder Autofahrer der gefährlich überholt und dabei Menschen tötet zum Mörder. Das würde interessant werden.


Jetzt mal ab von dem bisher ausschliesslich erörterten Täterverhalten und dessen Einordnung:
Ist mit diesem Urteil ein neues,juristisches Kapitel aufgeschlagen worden,weil das Auto quasi als Tötungswerkzeug eingestuft wurde?
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23211
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Adam Smith » Di 28. Feb 2017, 18:47

Welfenprinz hat geschrieben:(28 Feb 2017, 18:45)

Jetzt mal ab von dem bisher ausschliesslich erörterten Täterverhalten und dessen Einordnung:
Ist mit diesem Urteil ein neues,juristisches Kapitel aufgeschlagen worden,weil das Auto quasi als Tötungswerkzeug eingestuft wurde?


Das war es schon immer. Jede Person die einen andere absichtlich überfährt um diese zu töten ist ein Mörder. Egal ob mit LKW oder mit Auto.
Zuletzt geändert von Adam Smith am Di 28. Feb 2017, 18:48, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Welfenprinz
Beiträge: 8484
Registriert: So 6. Jul 2008, 18:55
Benutzertitel: Nec aspera terrent
Wohnort: wo eigentlich die marienburg stehen sollte

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Welfenprinz » Di 28. Feb 2017, 18:47

Cat with a whip hat geschrieben:(28 Feb 2017, 18:27)

Wer das Urteil richtig findet, müsste auch dafür plädieren dass auch Spediteure wegen Mord lebenslänglich hinter Gitter zu stecken sind, die ihre LKW-Fahrer aus Profitgier dazu nötigen nicht gesetzliche Ruhezeiten einzuhalten und die Fahrer dann wegen Sekundenschlafes Unfälle mit Todesfolge verursachen.


Arbeitszeiten,Sozialgesetzgebung. Verstösse landen nicht in der Strafgerichtsbarkeit. (werden von der Polizei auch nicht an die Justiz sondern ans Gewerbeaufsichtsamt weiter gegeben)
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
PeterK
Beiträge: 3921
Registriert: Di 31. Mai 2016, 10:06

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon PeterK » Di 28. Feb 2017, 18:49

Adam Smith hat geschrieben:(28 Feb 2017, 18:20)
Aber trotzdem gab es diesen Vorsatz hier. Auf was bezieht der sich?

Wenn ich richtig lese, müsste das Urteil "J KLs 122 Js 11947/09" sein. Leider finde ich keinen Volltext dazu. Deshalb kann ich nur vermuten, dass dolus eventualis auch bezüglich der Verwirklichung der Mordmerkmale bejaht wurde.
Zuletzt geändert von PeterK am Di 28. Feb 2017, 18:54, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23211
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Adam Smith » Di 28. Feb 2017, 18:53

Welfenprinz hat geschrieben:(28 Feb 2017, 18:47)

Arbeitszeiten,Sozialgesetzgebung. Verstösse landen nicht in der Strafgerichtsbarkeit. (werden von der Polizei auch nicht an die Justiz sondern ans Gewerbeaufsichtsamt weiter gegeben)


Hier gibt es ein Urteil zu diesem Sachverhalt:

Urteil im Prozess um den tödlichen Unfall auf der A44 nahe Meerhof, bei dem zwei Polizeibeamte starben: Der 34-jährige Lkw-Fahrer, der den Unfall verursacht hat, erhält eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Zudem wird sein Führerschein für zwei Jahre eingezogen.

Der Angeklagte Waldemar R. musste sich wegen fahrlässiger Tötung und Straßenverkehrsgefährdung infolge körperlicher Mängel verantworten. Er saß wegen der Einnahme starker Schmerzmittel übermüdet am Steuer als gegen 1 Uhr der fürchterliche Unfall geschah.


http://www.derwesten.de/staedte/nachric ... 90831.html

Bewährung wie auch oft bei illegalen Autorennen.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23211
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Adam Smith » Di 28. Feb 2017, 18:58

PeterK hat geschrieben:(28 Feb 2017, 18:49)

Wenn ich richtig lese, müsste das Urteil "J KLs 122 Js 11947/09" sein. Leider finde ich keinen Volltext dazu. Deshalb kann ich nur vermuten, dass dolus eventualis auch bezüglich der Verwirklichung der Mordmerkmale bejaht wurde.


Das ist ja noch einfach zu verstehen.

Der Eventualvorsatz liegt nach herrschender (deutscher) Auffassung vor, wenn der Täter den Taterfolg als Folge seines Handelns ernsthaft für möglich hält und ihn zugleich billigend (im Rechtssinne) in Kauf nimmt. Billigend in Kauf nimmt er den Erfolg, wenn er sich mit diesem abfindet (Auffassung des Bundesgerichtshofs in ständiger Rechtsprechung – Billigungstheorie, siehe den „Lederriemenfall“).


Hier wird es kompliziert und schwammig.

Andere Auffassungen sehen den bedingten Vorsatz für gegeben,
1.wenn der Täter den Taterfolg für rein möglich erachtet (Möglichkeitstheorie),
2.wenn der Täter den Taterfolg nicht nur für möglich, sondern auch für wahrscheinlich erachtet (Wahrscheinlichkeitstheorie),
3.wenn der Täter sich über das erlaubte Risiko hinaus zur Handlung entschließt (Risikotheorie) oder eine unabgeschirmte Gefahr für ein Rechtsgut schafft (Lehre von der unabgeschirmten Gefahr),
4.wenn der Täter den Erfolg gleichgültig hinnimmt (Gleichgültigkeitstheorie),
5.wenn der Täter den Taterfolg für möglich hält und nicht vermeiden will (Vermeidungstheorie),
6.wenn der Täter den Taterfolg ernst nimmt und sich damit abfindet (Ernstnahmetheorie (h. L.); vertreten u. a. von Kühl),
7.wenn der Täter den Taterfolg ernstlich für möglich hält und sich damit abfindet (Österreich; Legaldefinition; vgl. § 5 Abs. 1 öStGB: „Vorsätzlich handelt, wer einen Sachverhalt verwirklichen will, der einem gesetzlichen Tatbild entspricht; dazu genügt es, dass der Täter diese Verwirklichung ernstlich für möglich hält und sich mit ihr abfindet“).


https://de.wikipedia.org/wiki/Eventualvorsatz
Benutzeravatar
Welfenprinz
Beiträge: 8484
Registriert: So 6. Jul 2008, 18:55
Benutzertitel: Nec aspera terrent
Wohnort: wo eigentlich die marienburg stehen sollte

Re: Berliner Raser wegen Mordes verurteil

Beitragvon Welfenprinz » Di 28. Feb 2017, 19:07

Adam Smith hat geschrieben:(28 Feb 2017, 18:53)

Hier gibt es ein Urteil zu diesem Sachverhalt:



http://www.derwesten.de/staedte/nachric ... 90831.html

Bewährung wie auch oft bei illegalen Autorennen.



In Verbindung mit einem Unfall.
Verstösse gegen Lenk-und Ruhezeiten allein erfasst,landen nicht bei Gericht.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.

Zurück zu „21. Innere Sicherheit“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast