Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Realist2014 » Fr 2. Dez 2016, 10:28

Satori hat geschrieben:(02 Dec 2016, 04:09)

Dann hat die EU aber eine ziemlich dumme Politik in Südeuropa gemacht.




.





die Politik IN den Ländern ist Sache der jeweiligen LÄNDER

aber nicht der EU

da hat die EU gar keine Befugnis
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Realist2014 » Fr 2. Dez 2016, 10:29

Satori hat geschrieben:(02 Dec 2016, 04:09)





Das find ich auch, die Menschen müssen sich selbst befreien.

.


ja

von alten Strukturen wie zu hohem Kündigungsschutz etc...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Realist2014 » Fr 2. Dez 2016, 10:32

Satori hat geschrieben:(02 Dec 2016, 05:22)



"Die Welt gehört einer unsichtbaren Gruppe"

sagte Hans-Jürgen Jakobs, Ex-"Handelsblatt"-Chefredakteur, gerade im Zdf Spätprogramm,
da ging es um sein neues Buch.

Viele der Dauernörgler wissen das vielleicht,
die medial hochgepriesene "Demokratie" ist nur ein gute Show, aber die,
die wirklich was zu sagen haben, die werden nicht vom Volk gewählt.

.


die Welt wird natülich ökonomisch durch die ökonomischen Einflüsse gesteuert

basierend auf dem ganz einfachen Fakt der Gewinnerzielung von Unternehmen und deren "Investoren"

da braucht es keine VT dazu

und das ist auch keine Gefahr für die Demokratie
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon odiug » Fr 2. Dez 2016, 10:38

Realist2014 hat geschrieben:(02 Dec 2016, 10:28)



die Politik IN den Ländern ist Sache der jeweiligen LÄNDER

aber nicht der EU

da hat die EU gar keine Befugnis

Das sag mal den Griechen ... die werden dich dafuer lieben ... endlich ein guter Deutscher :D
Wenn du mal Zeit hast:
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon relativ » Fr 2. Dez 2016, 10:38

Realist2014 hat geschrieben:(02 Dec 2016, 10:32)

die Welt wird natülich ökonomisch durch die ökonomischen Einflüsse gesteuert

basierend auf dem ganz einfachen Fakt der Gewinnerzielung von Unternehmen und deren "Investoren"

da braucht es keine VT dazu

und das ist auch keine Gefahr für die Demokratie

Wo stehen denn bei dir die Naturvölker, oder gehören die nicht zur Welt, bzw. in deine Welt? :D
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Realist2014 » Fr 2. Dez 2016, 10:41

relativ hat geschrieben:(02 Dec 2016, 10:38)

Wo stehen denn bei dir die Naturvölker, oder gehören die nicht zur Welt, bzw. in deine Welt? :D



du hast die Flöhe auf dem Mars vergessen... :?
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon relativ » Fr 2. Dez 2016, 10:43

Realist2014 hat geschrieben:(02 Dec 2016, 10:41)

du hast die Flöhe auf dem Mars vergessen... :?

Also nicht. Passt ja zu deinem hier zur Schau gestellten Habitus.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Realist2014 » Fr 2. Dez 2016, 10:47

odiug hat geschrieben:(02 Dec 2016, 10:38)

Das sag mal den Griechen ... die werden dich dafuer lieben ... endlich ein guter Deutscher :D
Wenn du mal Zeit hast:
[


schon lustig

hier ist das gleiche "Problem" wie bei der Diskussion um ALG II

niemand zwingt die Gelder von ANDEREN zu nehmen

WENN ich sie aber HABEN will- DANN bestimmt die ANDEREN die zu befolgenden Regeln

bei ALG II eben das Jobcenter basierend auf den Gesetzen

und bei den Krediten für GR eben die Geldgeber ...
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Realist2014 » Fr 2. Dez 2016, 10:49

relativ hat geschrieben:(02 Dec 2016, 10:43)

Also nicht. Passt ja zu deinem hier zur Schau gestellten Habitus.


was willst du immer mit dieser persönlichen Schiene?

Wir haben praktisch auf dem ganzen Planeten Marktwirtschaft mit Eigentum an den Produktionsmitteln

der Rest ergibt sich daraus

das die Urwaldvölker da (noch) nicht dabei sind , ist nur eine Frage der Zeit
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon relativ » Fr 2. Dez 2016, 10:59

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 Dec 2016, 10:01)

Der (relativ wahrscheinliche) künftige Präsident Frankreich umreißt seine Europa-Politik mit dem Begriff "Gemeinschaft der Nationen". Er will die Rolle der Nationen stärken und gleichzeitig eine stärkere und selbstbewusstere EU. Das ist nur scheinbar ein Widerspruch. Und er befindet sich damit so ziemlich auf einer Linie mit den starken Männern Osteuropas: Kaczynski und Orbán. Letzterer hat als Privatinitiative persönlich mit Großanzeigen in britischen Zeitungen gegen den Brexit geworben. Man hats nur nicht so recht gemerkt und wahrgenommen, weil Ungarn eben doch ein relativ kleines Land ist. Die Fillons und Orbáns wollen eine EU der Vaterländer, in der Leute wie sie wieder das Sagen haben. Sie wollen die EU keineswegs abschaffen.

Fragt sich nur, wie diese Politiker ein "stärkeres" Europa erreichen wollen, wenn jeder wieder nur mehr auf seine Nasenspitze schaut.
Orban und Konsorten wollen ihre Macht erhalten, ihre Nation (Volk im ursprünglichen Sinne) stärken und dies geht wohl nur mit Egoismen, die dann wohl auf Kosten anderer gehen muss, da man ja das europäische Gemeinschaftsgefühl verkümmern lässt.
Somit versuchen nur noch mehr Länder, so viel wie möglich für ihr Land aus der EU rauszupressen, ohne etwas beizusteuern zu wollen. Je mehr dies tun umso schneller geht die jetzige EU zu grunde und damit auch ein "friedliches" Zusammenwachsen. Das wäre die eine Horrorversion. Eine positivere Prognose fällt mir bei diesen aktuellen Protagonisten und möglichen zukünftigen Protagonisten nicht ein.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Fr 2. Dez 2016, 11:09

Alter Stubentiger hat geschrieben:(02 Dec 2016, 10:22)

Zu zählst ein paar Nebensächlichkeiten auf. Wie gut die EU in der Realität funktioniert wird gar nicht wahrgenommen oder für selbstverständlich gehalten. Als wenn Staaten die nur ihre nationalen Egoismen im Auge haben bessere Politik machen würden...... Das ist lächerlich.


Das stimmt schon so. Allerdings steht die EU trotzdem in einer Krise, aus der sie nur durch Gemeinschaftsgeist heraus geführt werden kann. Wenn aber der Zug in Richtung der "Vaterländer" abfährt, wie unser Teilnehmer Schoko das jetzt erklärt, dann kann man die EU in der Pfeife rauchen. Mit der Ausnahme des Konzepts "Vaterländer", will sagen: Jeder zu seinem Vorteil gegenüber dem Rest", haben diese Führungskräfte keine gemeinsame Zielsetzung für die EU.

Die sogenannten Kleinen kommen schließlich unter die Räder.

Für die deutsche EU-Politik ist es ab sofort "alternativlos", sich diesen Gegebenheiten an zu passen und das Bestmögliche daraus zu machen.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 2. Dez 2016, 11:15

relativ hat geschrieben:(02 Dec 2016, 10:59)

Fragt sich nur, wie diese Politiker ein "stärkeres" Europa erreichen wollen, wenn jeder wieder nur mehr auf seine Nasenspitze schaut.
Orban und Konsorten wollen ihre Macht erhalten, ihre Nation (Volk im ursprünglichen Sinne) stärken und dies geht wohl nur mit Egoismen, die dann wohl auf Kosten anderer gehen muss, da man ja das europäische Gemeinschaftsgefühl verkümmern lässt.
Somit versuchen nur noch mehr Länder, so viel wie möglich für ihr Land aus der EU rauszupressen, ohne etwas beizusteuern zu wollen. Je mehr dies tun umso schneller geht die jetzige EU zu grunde und damit auch ein "friedliches" Zusammenwachsen. Das wäre die eine Horrorversion. Eine positivere Prognose fällt mir bei diesen aktuellen Protagonisten und möglichen zukünftigen Protagonisten nicht ein.

Man konnte das ein wenig bei der Neu/Wiederbelebung der eigentlich schon so gut wie eingeschlafenen Visegrád-Staatengruppe (Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei) voriges Jahr sehen: Alle vier Staaten sind voll auf dem vaterländischen Trip. Und dennoch versuchte man, eine koordinierte Außen- und Wirtschaftspolitik innerhalb der EU, eine gemeinsame Stimme zu finden.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 2. Dez 2016, 11:17

H2O hat geschrieben:(02 Dec 2016, 11:09)

Das stimmt schon so. Allerdings steht die EU trotzdem in einer Krise, aus der sie nur durch Gemeinschaftsgeist heraus geführt werden kann. Wenn aber der Zug in Richtung der "Vaterländer" abfährt, wie unser Teilnehmer Schoko das jetzt erklärt, dann kann man die EU in der Pfeife rauchen. Mit der Ausnahme des Konzepts "Vaterländer", will sagen: Jeder zu seinem Vorteil gegenüber dem Rest", haben diese Führungskräfte keine gemeinsame Zielsetzung für die EU.

Die sogenannten Kleinen kommen schließlich unter die Räder.

Für die deutsche EU-Politik ist es ab sofort "alternativlos", sich diesen Gegebenheiten an zu passen und das Bestmögliche daraus zu machen.

Man muss einfach mal schauen, wie sich das in Frankreich entwickeln wird. Kandidat Fillon scheint tatsächlich beides zu wollen: Eine starke Nation Frankreich in einer starken EU.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon relativ » Fr 2. Dez 2016, 11:23

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 Dec 2016, 11:15)

Man konnte das ein wenig bei der Neu/Wiederbelebung der eigentlich schon so gut wie eingeschlafenen Visegrád-Staatengruppe (Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei) voriges Jahr sehen: Alle vier Staaten sind voll auf dem vaterländischen Trip. Und dennoch versuchte man, eine koordinierte Außen- und Wirtschaftspolitik innerhalb der EU, eine gemeinsame Stimme zu finden.

Ich glaube dies lag eher daran, daß sie bei der Flüchtlingsthematik derselben Meinung waren und ob der unsolidarischen Haltung innerhalb der EU unter Kritik geraten sind. Die Visegrad Staaten kämpfen ansonsten mom. eher um die gleichen EU Töpfe an denen sie hängen.
Dies war also m.M. eher ein Zweckgemeinschaft der widerwärtigen Art. Vorallem kamen daraus nur Forderungen und das was sie nicht machen wollen, bzw. haben wollen. Sowas wie ein Kompromissvorschlag z.B. bei der Verteilung der Flpüchtlinge ect. kam ja gar nicht, sondern da ging es nur um abschotten.
Dies ist aber für eine Interessengemeinschaft m.M. nicht hinnehmbar, wenn Teile sich eines Kompromisses erwehren, bzw. noch schlimmer in mitragen, aber nicht umsetzen wollen, bzw. in nicht umsetzen.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Fr 2. Dez 2016, 11:35

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 Dec 2016, 11:17)

Man muss einfach mal schauen, wie sich das in Frankreich entwickeln wird. Kandidat Fillon scheint tatsächlich beides zu wollen: Eine starke Nation Frankreich in einer starken EU.


Um Himmelswillen: Ja, natürlich muß der Mann beweisen können, daß er Frankreich aus seiner gesellschaftlichen Lähmung heraus führen kann. Das wäre auf jeden Fall ein Gewinn für Europa, ganz unabhängig von Vaterländern oder engem Verbund der Völker. Mir bereitet es geradezu Pein, Frankreich in so vielen selbst gebauten Klemmen gefangen zu sehen.

Sollte der Bewerber Fillon aber meinen, daß eine wirtschaftliche Abschottung nach dem Muster Trump zu dieser Rettung führen wird, dann werden in Europa die Lichter flackern. Dann wäre das europapolitisch gesehen nicht anders als wenn Frau Le Pen mit ihren protektionistisch-sozialistischen Vorstellungen "Europapolitik" betriebe.

Unser Land muß die Ruhe bewahren und weiter arbeiten! Gut, daß durch unsere Kanzlerin unser Land eine sehr stille politische Kraft geworden ist. So richtig Zoff hat unser Land mit keinem anderen Lande, und wenn die sich noch so sehr darum bemühen. :p
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Fr 2. Dez 2016, 11:46

relativ hat geschrieben:(02 Dec 2016, 11:23)

Ich glaube dies lag eher daran, daß sie bei der Flüchtlingsthematik derselben Meinung waren und ob der unsolidarischen Haltung innerhalb der EU unter Kritik geraten sind. Die Visegrad Staaten kämpfen ansonsten mom. eher um die gleichen EU Töpfe an denen sie hängen.
Dies war also m.M. eher ein Zweckgemeinschaft der widerwärtigen Art. Vorallem kamen daraus nur Forderungen und das was sie nicht machen wollen, bzw. haben wollen. Sowas wie ein Kompromissvorschlag z.B. bei der Verteilung der Flpüchtlinge ect. kam ja gar nicht, sondern da ging es nur um abschotten.
Dies ist aber für eine Interessengemeinschaft m.M. nicht hinnehmbar, wenn Teile sich eines Kompromisses erwehren, bzw. noch schlimmer in mitragen, aber nicht umsetzen wollen, bzw. in nicht umsetzen.


Diese Interessenlage sehe ich ganz genau so! Ich kann nur aus der regelmäßigen Lektüre der online-Ausgabe der polnischen Rzeczpospolita und vor allem der dort vorhandenen Leserkommentare ableiten, daß die Frage, ob die EU den Hahn zudrehen könnte, einen höheren Stellenwert hat als die gedeihliche Weiterentwicklung der EU zu einer engeren Völkergemeinschaft. Letzteres ist nämlich gar kein Thema der polnischen Öffentlichkeit.

Unsere Bundespolitik macht ihre Sache sehr vernünftig; sie schweigt dazu beharrlich. Herr Renzi macht dazu schon eher einmal den Mund auf. Da muß Berlin ihm ja nicht Kontra geben. :cool:
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 2. Dez 2016, 11:52

relativ hat geschrieben:(02 Dec 2016, 11:23)

Ich glaube dies lag eher daran, daß sie bei der Flüchtlingsthematik derselben Meinung waren und ob der unsolidarischen Haltung innerhalb der EU unter Kritik geraten sind. Die Visegrad Staaten kämpfen ansonsten mom. eher um die gleichen EU Töpfe an denen sie hängen.
Dies war also m.M. eher ein Zweckgemeinschaft der widerwärtigen Art.

Meine eigenen politischen Ansichten und Werte stehen denen der Kaczynskis und Orbáns diametral entgegen, um das nur mal sicherheitshalber einzufügen. Aber was diese ausgeleierte Legende, dieses ewige Narrativ von den "EU-Töpfen" anbelangt: Ich habs schon zigmal in anderen Threads geschrieben. Es ist eine simple und einfache Rechnung, sich klarzumachen, dass diese EU-Töpfe auch für Spitzen-Netto-Empfängerstaaten wie Ungarn sicherlich nicht gar keine Rolle spielen, aber sie spielen eine eher untergeordnete Rolle. Man muss gewissermaßen zähneknirschend zur Kenntnis nehmen, dass die Wirtschaft Polens und Ungarns - gemessen an der Unfähigkeit und Fragwürdigkeit ihrer Spitzenpolitiker jedenfalls - einfach mal brummt. Die EU-Fördergelder bedeuten - gemessen an dem, was durch normale eigene Wirtschaft eingenommen wird - irgendwas unter ferner liefen.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon ciesta » Fr 2. Dez 2016, 11:56

H2O hat geschrieben:(02 Dec 2016, 11:09)

Das stimmt schon so. Allerdings steht die EU trotzdem in einer Krise, aus der sie nur durch Gemeinschaftsgeist heraus geführt werden kann. Wenn aber der Zug in Richtung der "Vaterländer" abfährt, wie unser Teilnehmer Schoko das jetzt erklärt, dann kann man die EU in der Pfeife rauchen. Mit der Ausnahme des Konzepts "Vaterländer", will sagen: Jeder zu seinem Vorteil gegenüber dem Rest", haben diese Führungskräfte keine gemeinsame Zielsetzung für die EU.

Die sogenannten Kleinen kommen schließlich unter die Räder.

Für die deutsche EU-Politik ist es ab sofort "alternativlos", sich diesen Gegebenheiten an zu passen und das Bestmögliche daraus zu machen.


Artikel:
http://makronom.de/stabilitaetsunion-fi ... ikte-18168
Die Landkarte der europäischen Interessenkonflikte
Es ist wahrlich nicht immer leicht zu verstehen, welche Wünsche und Ansichten im Brüsseler Polit-Dschungel aufeinandertreffen.
Eine neue Studie schafft Abhilfe.

Sehr interessante Übersicht.


Die eigentliche Studie gibt es hier: http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_study_52_2016.pdf
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon relativ » Fr 2. Dez 2016, 12:01

schokoschendrezki hat geschrieben:(02 Dec 2016, 11:52)

Meine eigenen politischen Ansichten und Werte stehen denen der Kaczynskis und Orbáns diametral entgegen, um das nur mal sicherheitshalber einzufügen. Aber was diese ausgeleierte Legende, dieses ewige Narrativ von den "EU-Töpfen" anbelangt: Ich habs schon zigmal in anderen Threads geschrieben. Es ist eine simple und einfache Rechnung, sich klarzumachen, dass diese EU-Töpfe auch für Spitzen-Netto-Empfängerstaaten wie Ungarn sicherlich nicht gar keine Rolle spielen, aber sie spielen eine eher untergeordnete Rolle. Man muss gewissermaßen zähneknirschend zur Kenntnis nehmen, dass die Wirtschaft Polens und Ungarns - gemessen an der Unfähigkeit und Fragwürdigkeit ihrer Spitzenpolitiker jedenfalls - einfach mal brummt. Die EU-Fördergelder bedeuten - gemessen an dem, was durch normale eigene Wirtschaft eingenommen wird - irgendwas unter ferner liefen.

Das die Industrie in diesen Ländern fahrt aufgenommen hat, liegt ja auch an der Gemeinschaft der EU Länder, weil dadurch der Warenverkehr und auch die Investitionsmöglichkeiten gestiegen sind. Auch dies zählt zum Transfer, wovon jedes Land in der EU auch profitiert.
Meine Intention war und ist auch nicht, dieses wichtige Prinzip in Frage zu stellen, sondern das Selbstverständnis welches diese Länder, in meinen Augen, mom. entwickeln im Bezug auf ihre Kompromissfähigkeit bei Problemlösungsfindung innerhalb der EU, wenn sie davon nicht direkt profitieren können.
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Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Fr 2. Dez 2016, 12:15

ciesta hat geschrieben:(02 Dec 2016, 11:56)

Artikel:
http://makronom.de/stabilitaetsunion-fi ... ikte-18168
Die Landkarte der europäischen Interessenkonflikte
Es ist wahrlich nicht immer leicht zu verstehen, welche Wünsche und Ansichten im Brüsseler Polit-Dschungel aufeinandertreffen.
Eine neue Studie schafft Abhilfe.

Sehr interessante Übersicht.


Die eigentliche Studie gibt es hier: http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_study_52_2016.pdf


Ein interessanter Gedanke dieser Zusammenfasssung: Die "Stabilitätsunion" gerät gegenüber der "Fiskalunion" in die Defensive. :eek: Kein Wunder, wenn die Finanzen in der "Stabilitätsunion" halbwegs in Ordnung sind, dann beginnen die von der "Fiskalunion" ausgeguckten Zahlmeister etwas genervt auf ihren Stühlen hin und her zu rutschen.

Meine Vorstellung: Wenn durch Zugeständnisse an die genannte Fiskalunion nichts weiter als die bestehende Fiskalunion heraus kommt, dann Finger weg von solchen einfältigen Konzepten. Weihnachten naht, aber in der Wirtschafts- und Finanzpolitik spielen solche Termin doch keine besondere Rolle.

Wird aber in Verhandlungen eine instituitionalisierte gemeinsam verantwortete und demokratisch kontrollierte Finanz-, Wirtschafts-, Steuer- und Sozialpolitik angeboten, so richtig mit Vertrag und Brief und Siegel, dann sollte man dieses Risiko eingehen. Denn das wäre ja genau das Ziel, das die EU sich einmal gesetzt hatte.

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