Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

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Wildermuth
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon Wildermuth » Fr 11. Nov 2016, 08:14

Summers hat geschrieben:(11 Nov 2016, 04:34)

Selbstverständlich haben wir auch Staatsmedien, schon mal etwas von der Deutschen Welle gehört?


Nichtmal das.


Aber, wie wärs mit dem bundesgesetzblatt?
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schokoschendrezki
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Nov 2016, 08:39

Alexyessin hat geschrieben:(11 Nov 2016, 07:51)

Die Deutsche Welle gehört zur ARD und somit kein Staatemedium.


Sie gehört formal zur ARD, wird aber nicht aus Rundfunkgebühren sondern aus Steuergeldern finanziert und ist - anders als die ÖR-Sender - "Träger
der auswärtigen Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland". Also schon ein wenig Staatsmedium ... spielt jetzt aber glaube ich kaum eine Rolle, schon von den Hörerzahlen her.

Was Trump außen- und sicherheitspolitisch wirklich konkret tun wird, ist doch noch gar nicht richtig klar. Seine Äußerungen über die NATO oder Russland geben subjektive Stimmungsbilder wieder und sind keine politischen Ankündigungen von Maßnahmen...

Was aber in Europa endgütlig deutlich geworden ist (genau so wie es aktuell die "Neue Deutschin" Alice Bota in der ZEIT schrieb)
Den Populismus hat man gern den östlichen EU-Staaten angelastet, diesen Polen und Ungarn und Tschechen, von denen im Westen manche schon immer insgeheim der Meinung waren, dass diese "Osteuropäer" nie die Reife westlicher Demokraten erreicht und deshalb eigentlich nie die Aufnahme in die EU verdient hätten. Sicher, Berlusconi, Strache, Le Pen, Petry sind Politiker westlicher Prägung, aber erst mit Trumps Sieg wird vollends klar, dass Populismus keine Frage der Geografie ist.
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon Julian » Fr 11. Nov 2016, 11:18

Fadamo hat geschrieben:(10 Nov 2016, 17:24)

Wenn europa weiterhin gegen russland schießt und stänkert und nicht macht was trump will,dann kann es passieren,das russland und amerika gegen europa gemeinsam handeln.Dann hat europa wirklich ein großes problem.


Ich würde das zwar ganz anders formulieren, aber im Grunde meinen wir dasselbe: Werden die USA unter Trump über die Köpfe Europas hinweg eine Einigung mit Russland erzielen? Wird also letztlich ein nationalistisch-aggressiver Despot wie Putin darin bestärkt, europäische Länder zu bedrohen, zu überfallen, und ihnen Land zu rauben? Oder wird die westliche Wertegemeinschaft, die gewaltsame Grenzänderungen ablehnt, weiterhin zusammenstehen?
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon Dieter Winter » Fr 11. Nov 2016, 11:21

Julian hat geschrieben:(11 Nov 2016, 11:18)

Oder wird die westliche Wertegemeinschaft, die gewaltsame Grenzänderungen ablehnt, weiterhin zusammenstehen?


Mal schauen, wie lange es die "westliche Wertegemeinschaft" noch gibt. Le Pen, Wilders usw. sind schon auf dem "neuen" Kurs....
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relativ
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon relativ » Fr 11. Nov 2016, 12:26

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Nov 2016, 08:39)

Sie gehört formal zur ARD, wird aber nicht aus Rundfunkgebühren sondern aus Steuergeldern finanziert und ist - anders als die ÖR-Sender - "Träger
der auswärtigen Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland". Also schon ein wenig Staatsmedium ... spielt jetzt aber glaube ich kaum eine Rolle, schon von den Hörerzahlen her.

Was Trump außen- und sicherheitspolitisch wirklich konkret tun wird, ist doch noch gar nicht richtig klar. Seine Äußerungen über die NATO oder Russland geben subjektive Stimmungsbilder wieder und sind keine politischen Ankündigungen von Maßnahmen...

Was aber in Europa endgütlig deutlich geworden ist (genau so wie es aktuell die "Neue Deutschin" Alice Bota in der ZEIT schrieb)

Ich frag mich vorher die Gute es nimmt, daß Populismus immer nur im Osten gesehen wurde. Wie kann man nur so ein Quatsch verbreiten.
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon relativ » Fr 11. Nov 2016, 12:29

Dieter Winter hat geschrieben:(11 Nov 2016, 11:21)

Mal schauen, wie lange es die "westliche Wertegemeinschaft" noch gibt. Le Pen, Wilders usw. sind schon auf dem "neuen" Kurs....

Bisher war das sogenannte "westliche Wertegemeinshaft" Argument eigentlich fast immer nur ein Feigenblatt wir gemeinsame (wirtschaftliche) Interessen.
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Nov 2016, 12:51

relativ hat geschrieben:(11 Nov 2016, 12:26)

Ich frag mich vorher die Gute es nimmt, daß Populismus immer nur im Osten gesehen wurde. Wie kann man nur so ein Quatsch verbreiten.


Zumindest bislang war (Rechts)Populismus in Westeuropa eher eine (starke) Opposition und - mit Ausnahme vielleicht der Regierung Berlusconi - nicht direkt an der Macht. Aber wie weiter oben schon von Dieter Winter festgestellt: Wilders, Le Pen, Strache & Co. sind nach wie vor (und jetzt vielleicht noch mehr) im Aufwind. Ich halte es durchaus für möglich, dass es in Polen und der Ukraine eine radikale außenpolitische Wende bzw. ja eigentlich nur "Selbstbesinnung" geben könnte und man sich zusammen mit USA, UK, Russland, Ungarn sowie dem künftigen (mindestens) konservativen Österreich, Frankreich, Niederlande der rechts-national-konservativen politischen Gemeinsamkeiten besinnen wird, die gegenüber den Gegensätzen bei weitem überwiegen.

Das Problem ist, dass der Gegenpart (weltweit) fehlt. Die bürgerliche bis gewerkschaftliche gemäßigte demokratische Linke existiert nur noch in Restbeständen. Die sozialistische Linke ist diskreditiert. Linksliberalismus ist parteimäßig heimatlos.
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon Europa2050 » Fr 11. Nov 2016, 12:57

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Nov 2016, 12:51)

Zumindest bislang war (Rechts)Populismus in Westeuropa eher eine (starke) Opposition und - mit Ausnahme vielleicht der Regierung Berlusconi - nicht direkt an der Macht. Aber wie weiter oben schon von Dieter Winter festgestellt: Wilders, Le Pen, Strache & Co. sind nach wie vor (und jetzt vielleicht noch mehr) im Aufwind. Ich halte es durchaus für möglich, dass es in Polen und der Ukraine eine radikale außenpolitische Wende bzw. ja eigentlich nur "Selbstbesinnung" geben könnte und man sich zusammen mit USA, UK, Russland, Ungarn sowie dem künftigen (mindestens) konservativen Österreich, Frankreich, Niederlande der rechts-national-konservativen politischen Gemeinsamkeiten besinnen wird, die gegenüber den Gegensätzen bei weitem überwiegen.

Das Problem ist, dass der Gegenpart (weltweit) fehlt. Die bürgerliche bis gewerkschaftliche gemäßigte demokratische Linke existiert nur noch in Restbeständen. Die sozialistische Linke ist diskreditiert. Linksliberalismus ist parteimäßig heimatlos.


Dann ist es wohl Aufgabe für jeden Demokraten überall, etwas dagegen zu tun und nicht auf die selbstverständliche Überlegenheit moralischer Werte zu bauen.

Vielleicht ist das viel zu wichtig, um es den Politikern zu überlassen - sonst scheitert die Demokratie noch an Unfähigen wie z.B. der Hillary und ihrem Wahlverein.
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon Selina » Fr 11. Nov 2016, 13:00

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Nov 2016, 12:51)

Das Problem ist, dass der Gegenpart (weltweit) fehlt. Die bürgerliche bis gewerkschaftliche gemäßigte demokratische Linke existiert nur noch in Restbeständen. Die sozialistische Linke ist diskreditiert. Linksliberalismus ist parteimäßig heimatlos.


Stimmt leider. Meine Hoffnung ist nun, dass sich die Linken endlich mal über alle Grabenkämpfe hinweg einigen und begreifen, dass sie nur zusammen etwas gegen den gewaltigen europäischen, ja, weltweiten, Rechtsruck erreichen können. Also mit "Linken" meine ich jetzt nicht nur die Partei Die Linke und andere europäische sozialistische Parteien, sondern alle linksorientierten Kräfte, zu denen auch die jeweiligen linken Flügel der Sozialdemokraten und der Grünen gehören. Das muss doch mal möglich sein. Mal unabhängig von deren sehr verschiedenen Gesellschaftskonzepten. Immer mehr schieben sich die Rechtspopulisten, unter ihnen auch stramme Nazis als Wölfe im Schafspelz, an die Macht. Sie weichen mit ihrem Gelaber große Teile der bürgerlichen Mitte regelrecht auf. Und die unteren Schichten sowieso. Da kann man doch nicht mehr einfach sehenden Auges weiter ins Verderben laufen.
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon relativ » Fr 11. Nov 2016, 13:06

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Nov 2016, 12:51)

Zumindest bislang war (Rechts)Populismus in Westeuropa eher eine (starke) Opposition und - mit Ausnahme vielleicht der Regierung Berlusconi - nicht direkt an der Macht. Aber wie weiter oben schon von Dieter Winter festgestellt: Wilders, Le Pen, Strache & Co. sind nach wie vor (und jetzt vielleicht noch mehr) im Aufwind. Ich halte es durchaus für möglich, dass es in Polen und der Ukraine eine radikale außenpolitische Wende bzw. ja eigentlich nur "Selbstbesinnung" geben könnte und man sich zusammen mit USA, UK, Russland, Ungarn sowie dem künftigen (mindestens) konservativen Österreich, Frankreich, Niederlande der rechts-national-konservativen politischen Gemeinsamkeiten besinnen wird, die gegenüber den Gegensätzen bei weitem überwiegen.

Das Problem ist, dass der Gegenpart (weltweit) fehlt. Die bürgerliche bis gewerkschaftliche gemäßigte demokratische Linke existiert nur noch in Restbeständen. Die sozialistische Linke ist diskreditiert. Linksliberalismus ist parteimäßig heimatlos.

Ok, hat jetzt aber nicht nix mit dem weinerlichen Zeigefinger dieser Frau zu tun, den populisten gab es auch im Westen immer wieder. Den Fakt, daß in Europa(EU) die ersten Populisten in Ost-Europa an die Macht kamen, will sie ja hoffentlich nicht bestreiten.
Wenn ich es mal ganz pessimistisch sehe und z.B. LePen und Wilders 2017 an die Macht kommen, dann sehe ich persönlich das mom. Europa (EU) zerstörrt. Wieviele Gemeinsamkeiten die Populisten und Extremen dann noch finden bleibt abzuwarten, aber ich befürchte, die werden mit der Spaltung auch ihres Landes so viel zu tun haben, daß für gemeinsame Europäische Interessen kein bis wenig Platz bleibt. Wohin dies in Europa wieder führt bleibt nebulös, denn es kommt dann auch ganz darauf an, wie sich die int. Märkte und die Industrie verhält. Eine Gesellschaft wird ja nicht nur durch flotte Sprüche zusammengehalten. Sollten die Populisten, wie ich es erwarte, keine Verbesserungen anbieten können bzw. es sich sogar Verschlechtern, geht dies wohl wieder auf Kosten von Minderheiten, oder anderen Feindbildern, die sie der Gemeinschaft anbieten, um einen Zusammenhalt zu bewirken.
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Nov 2016, 13:16

Europa2050 hat geschrieben:(11 Nov 2016, 12:57)

Dann ist es wohl Aufgabe für jeden Demokraten überall, etwas dagegen zu tun und nicht auf die selbstverständliche Überlegenheit moralischer Werte zu bauen.

Vielleicht ist das viel zu wichtig, um es den Politikern zu überlassen - sonst scheitert die Demokratie noch an Unfähigen wie z.B. der Hillary und ihrem Wahlverein.

"Unfähigkeit" würde ich das nicht nennen. Das saudische Königshaus, der Verlegermilliardär Murdoch, Steven Spielberg sind nur einige potente Geldgeber, die die Clinton Foundation auf ihrer Haben-Seite hat.

Der Liberalismus als Gegenpol hat - mal so ins Blaue hineinspekuliert - erst dann wieder eine reelle Chance, wenn er sich aus dem ökonomistisischen Gedankengefängnis befreit. Es ist zwar nach wie vor richtig, was Brecht bereits vor mehr als einem halben Jahrhundert schrieb, dass nämlich den Menschen ein "Geschwätz nicht satt" macht. Aber bereits die Tatsache, dass etwas mehr als 2 Miliiarden Dollar in den Clinton-Wahlkampf geflossen sind (und damit in etwa so viel wie bei der letzten Wahl insgesamt) ist bereits ein Teil dieses ökonomistischen Gedankengefängnisses, wonach teuer zu sein hat, was gut werden will.
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon Selina » Fr 11. Nov 2016, 13:27

Der Neoliberalismus ist kläglich gescheitert weltweit. Da hilft auch keine "Umorientierung" derselben gescheiterten Kräfte.
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Nov 2016, 13:29

relativ hat geschrieben:(11 Nov 2016, 13:06)

Ok, hat jetzt aber nicht nix mit dem weinerlichen Zeigefinger dieser Frau zu tun, den populisten gab es auch im Westen immer wieder. Den Fakt, daß in Europa(EU) die ersten Populisten in Ost-Europa an die Macht kamen, will sie ja hoffentlich nicht bestreiten.

Was nicht ganz stimmt. Der erste Fall europaweit war die kurzzeitige Regierungsbeteiligung der FPÖ ab Februar 2000 mit nachfolgendem Boykott etlicher EU-Länder. Die Fidesz war zu der Zeit noch Opposition, die PiS noch gar nicht gegründet.
Wenn ich es mal ganz pessimistisch sehe und z.B. LePen und Wilders 2017 an die Macht kommen, dann sehe ich persönlich das mom. Europa (EU) zerstörrt. Wieviele Gemeinsamkeiten die Populisten und Extremen dann noch finden bleibt abzuwarten, aber ich befürchte, die werden mit der Spaltung auch ihres Landes so viel zu tun haben, daß für gemeinsame Europäische Interessen kein bis wenig Platz bleibt. Wohin dies in Europa wieder führt bleibt nebulös, denn es kommt dann auch ganz darauf an, wie sich die int. Märkte und die Industrie verhält. Eine Gesellschaft wird ja nicht nur durch flotte Sprüche zusammengehalten. Sollten die Populisten, wie ich es erwarte, keine Verbesserungen anbieten können bzw. es sich sogar Verschlechtern, geht dies wohl wieder auf Kosten von Minderheiten, oder anderen Feindbildern, die sie der Gemeinschaft anbieten, um einen Zusammenhalt zu bewirken.

Für Petry, Le Pen, Wilders war der Trump-Sieg Gelegenheit, ziemliche Geschlossenheit vorzuführen. Und Trump streckte im Wahlkampf seine Hand Kaczynski ebenso entgegen wie Putin. Auch wenn man einwenden mag, dass der Mann aus der Sicht des fernen Amerikas die Feindschaft zwischen diesen beiden Männern lediglich für "feine Unterschiede" hält. De Facto liefe eine Einigung aus Sicht aller drei Politiker auf eine win-win-win-Situation hinaus. Und auf ein loose für alle fortschrittlich gesinnten Menschen.
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon relativ » Fr 11. Nov 2016, 13:31

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Nov 2016, 13:16)

"Unfähigkeit" würde ich das nicht nennen. Das saudische Königshaus, der Verlegermilliardär Murdoch, Steven Spielberg sind nur einige potente Geldgeber, die die Clinton Foundation auf ihrer Haben-Seite hat.

Der Liberalismus als Gegenpol hat - mal so ins Blaue hineinspekuliert - erst dann wieder eine reelle Chance, wenn er sich aus dem ökonomistisischen Gedankengefängnis befreit. Es ist zwar nach wie vor richtig, was Brecht bereits vor mehr als einem halben Jahrhundert schrieb, dass nämlich den Menschen ein "Geschwätz nicht satt" macht. Aber bereits die Tatsache, dass etwas mehr als 2 Miliiarden Dollar in den Clinton-Wahlkampf geflossen sind (und damit in etwa so viel wie bei der letzten Wahl insgesamt) ist bereits ein Teil dieses ökonomistischen Gedankengefängnisses, wonach teuer zu sein hat, was gut werden will.

Ich gebe dir zu 100% Recht, daß es ein gesellschaftliches und politisches Umdenken von nöten ist, die entscheidene Frage ist. Was braucht es erst um es in die richtige Richtung zu lenken? Der Populismus erscheint mir hierbei nicht die richtige Lösung zu sein, um so ein Richtungswechsel friedlich, bzw. durch einen Konsens , einzuleiten.
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon Selina » Fr 11. Nov 2016, 13:34

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Nov 2016, 13:29)

Für Petry, Le Pen, Wilders war der Trump-Sieg Gelegenheit, ziemliche Geschlossenheit vorzuführen. Und Trump streckte im Wahlkampf seine Hand Kaczynski ebenso entgegen wie Putin. Auch wenn man einwenden mag, dass der Mann aus der Sicht des fernen Amerikas die Feindschaft zwischen diesen beiden Männern lediglich für "feine Unterschiede" hält. De Facto liefe eine Einigung aus Sicht aller drei Politiker auf eine win-win-win-Situation hinaus. Und auf ein loose für alle fortschrittlich gesinnten Menschen.


Also Putin in einem Atemzug mit den Rechtspopulisten Petry, Le Pen, Wilders und Trump zu nennen, geht meines Erachtens wirklich zu weit. Putin mag ja alles Mögliche sein, aber kein Nazi, auch kein verkappter und getarnter Nazi, wie es die meisten Rechtspopulisten ja sind.
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon Europa2050 » Fr 11. Nov 2016, 13:35

Selina hat geschrieben:(11 Nov 2016, 13:27)

Der Neoliberalismus ist kläglich gescheitert weltweit. Da hilft auch keine "Umorientierung" derselben gescheiterten Kräfte.


Wenn der Liberalismus (mit oder ohne Vorsilbe) scheitert - verliert die Menschheit erst Würde und Anstand und danach Friede und Freiheit.

Aber noch ist's nicht so weit, auch wenn Würde und Anstand im Januar aus dem Weißen Haus ausziehen werden.
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:

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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon relativ » Fr 11. Nov 2016, 13:35

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Nov 2016, 13:29)

Was nicht ganz stimmt. Der erste Fall europaweit war die kurzzeitige Regierungsbeteiligung der FPÖ ab Februar 2000 mit nachfolgendem Boykott etlicher EU-Länder. Die Fidesz war zu der Zeit noch Opposition, die PiS noch gar nicht gegründet.

Stimmt, aber wenn mich nicht alles täuscht, waren die in Österreich in einer Koalition mit einer eher nicht populistischen Partei.

Für Petry, Le Pen, Wilders war der Trump-Sieg Gelegenheit, ziemliche Geschlossenheit vorzuführen. Und Trump streckte im Wahlkampf seine Hand Kaczynski ebenso entgegen wie Putin. Auch wenn man einwenden mag, dass der Mann aus der Sicht des fernen Amerikas die Feindschaft zwischen diesen beiden Männern lediglich für "feine Unterschiede" hält. De Facto liefe eine Einigung aus Sicht aller drei Politiker auf eine win-win-win-Situation hinaus. Und auf ein loose für alle fortschrittlich gesinnten Menschen.
Wenn ich jetzt als ganz ketzerisch darauf Antworten soll, dann hatten Stalin und Hilter temporär auch man Gemeinsamkeiten aus einer Win-Win Situation herraus, wenn man die so nenen mag.
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon relativ » Fr 11. Nov 2016, 13:39

Selina hat geschrieben:(11 Nov 2016, 13:27)

Der Neoliberalismus ist kläglich gescheitert weltweit. Da hilft auch keine "Umorientierung" derselben gescheiterten Kräfte.

Ich wurde das System nicht als Grundsätzlich gescheitert sehen, denn dann würde man verneinen, daß dieses System auch ganz vielen Menschen Wohlstand gebracht hat. Allerdings hat dieses System seine Seele, mehr oder weniger, an den egoistischen Mammon verkauft.
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon Selina » Fr 11. Nov 2016, 13:49

relativ hat geschrieben:(11 Nov 2016, 13:39)

Ich wurde das System nicht als Grundsätzlich gescheitert sehen, denn dann würde man verneinen, daß dieses System auch ganz vielen Menschen Wohlstand gebracht hat. Allerdings hat dieses System seine Seele, mehr oder weniger, an den egoistischen Mammon verkauft.


Genau. Und das zu Lasten der so genannten kleinen Leute, die millionenfach nun nach rechts schielen. Das kann man schon als "gescheitert" bezeichnen.
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Re: Außen- und sicherheitspolitische Folgen der Präsidentschaft Trumps

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 11. Nov 2016, 13:53

relativ hat geschrieben:(11 Nov 2016, 13:35)
Wenn ich jetzt als ganz ketzerisch darauf Antworten soll, dann hatten Stalin und Hilter temporär auch man Gemeinsamkeiten aus einer Win-Win Situation herraus, wenn man die so nenen mag.

Für Hitler war der Hitler-Stalin-Pakt lediglich eine Zwischenstation vor dem großen Sturm. Weder Putin noch Trump dürften eine Eroberungsabsicht der jeweils anderen Seite im Kopfe haben. Expansionen funktionieren heute über Märkte und Weltwirtschaft.

Man muss ja keine freundschaftlichen Gefühle hegen. Die gibt es zwischen Russland und der Türkei auch nicht und dennoch gab es jüngst diese erstaunliche Wende in den Beziehungen.
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