Der Bankenkrise dritter Teil

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Nomen Nescio
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italien: eine neue eurokrise?

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 11. Jul 2016, 10:48

warum ist die mitteilung, daß der italienische ministerpräsident um aufschiebung der 3% hürde für italien fragte, nicht weiter kommentiert ?

und daß portugal und spanien evt einen »penalty« bekommen?

was italien betrifft, der NL finanzminster dijsselbloemm (vorsitzende des »european stability mechanism«) hat schon gesagt daß italien die kriterien erfüllen muß.

F und I hatten - genau wie die nördlichen länder - sich nach der decke strecken müssen. oder doch nicht?
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Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 11. Jul 2016, 11:26

BANKENRETTUNG
Europa droht eine neue Bankenkrise. Deutsche-Bank-Chefökonom fordert 150 Milliarden
David Folkerts-Landau, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, schlägt deshalb ein gigantisches EU-Rettungsprogramm vor. Private Gläubiger sollen sich nicht beteiligen.
http://www.welt.de/finanzen/article1569 ... arden.html

Schicke Sache, wieder einmal sollen die Steuerzahler für die Misswirtschaft der Finanz"elite" gerade stehen. Insolvenzen bei den Banken wurden viel zu lange künstlich hinausgezögert, das Problem muss grundlegend angegangen werden. Also: die Regeln der Marktwirtschaft müssen auch für Banken wieder gelten, heißt, auch Banken müssen insolvent gehen dürfen. Mit den 150 Mrd. € werden dann die kleinen Sparer entschädigt, so wie es die Einlagensicherung vorsieht.
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon BlueMonday » Mo 11. Jul 2016, 12:34

But who would build the roads?
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 11. Jul 2016, 13:00

"Die italienischen Banken leiden an der Höhe ihrer schlechten Kredite."

Warum zur Hölle schließen sie dann solche Kredite ab? Und wer bekommt solche Kredite?
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Skull » Mo 11. Jul 2016, 14:14

Tom Bombadil hat geschrieben:(11 Jul 2016, 14:00)

"Die italienischen Banken leiden an der Höhe ihrer schlechten Kredite."

Warum zur Hölle schließen sie dann solche Kredite ab? Und wer bekommt solche Kredite?

Da gibt es jede Menge Vwl'er, die nach Verschuldung, Ankurbelung und Investitionen rufen.
Und das die Banken endlich (mehr) Kredite vergeben sollen.

Auch das die Staaten mehr Schulden machen sollen, um die Nachfrage zu erhöhen.

Die Banken sollen also weniger restriktiv ihre Kredite vergeben.

Das BEDARF nunmal Kreditvergabe durch die die Banken. :D



Auf der anden Seite sollen die Banken Risiken senken und weniger Kredite vergeben,
um zu gesunden, und weniger in Schwierigkeiten zu geraten.

Man sollte da mal BEIDE Seiten zusammenbringen. Am besten in einem Thread. :p

mfg
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Wähler » Di 12. Jul 2016, 05:28

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/b ... -1.3071613
SZ 11. Juli 2016 Statt zu sanieren wurde in Italien munter weitergewurstelt
Zu der Sanierung ist es nie gekommen, auch weil man dank Draghi weiterwursteln konnte. Das hat schwerwiegende Folgen für die gesamte italienische Wirtschaft. Unterkapitalisierte Banken verleihen zu wenig Geld, Firmen investieren zu wenig und schaffen zu wenige Arbeitsplätze.

Gegen den Plan gibt es vier gewichtige Einwände: Erstens würden private in staatliche Schulden umgewandelt. Zweitens ist der Fonds zu klein. Drittens verstößt der Plan gegen EU-Regeln, und viertens widerspricht er allem, was man unmittelbar nach der Finanzkrise geschworen hatte: dass bei künftigen Bankenrettungen Aktionäre und Gläubiger zahlen, nicht die Steuerzahler.

Das Problem ist nur: Im Falle der italienischen Banken sind die meisten Gläubiger nicht irgendwelche Spekulanten, sondern italienische Kleinsparer, deren Rücklagen fürs Alter aus Bankaktien bestehen.

Die Banken haben an Kleinsparer nur dann Kredite vergeben, wenn diese mit einem Teil der Kreditsumme auch Aktien oder nachrangige Anleihen der Banken gekauft haben. Erinnert an Genossenschaftsbanken, nur mit dem Unterschied, dass in einer Genossenschaft jeder Genosse jeweil eine Stimme auf der Hauptversammlung hat. Jetzt darf der Kleinsparer entweder direkt als Kleinaktionär mit gewichtetem Stimmrecht oder indirekt als Steuerzahler haften. Eine ideale Versicherung für mögliche Fehler der Bankmanager und Politiker. ;)
Wenn ein staatlicher Rettungsfonds eingerichtet werden sollte, dann doch eher für Sozialleistungen an verarmte Halter von nachrangigen Bankanleihen und wertlos gewordener Aktien.
siehe auch:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten ... insparern/
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Dampflok94 » Di 12. Jul 2016, 09:39

Tom Bombadil hat geschrieben:(11 Jul 2016, 14:00)

"Die italienischen Banken leiden an der Höhe ihrer schlechten Kredite."

Warum zur Hölle schließen sie dann solche Kredite ab? Und wer bekommt solche Kredite?

Ein guter Teil dieser Kredite ist nicht neu. Die werden prolongiert und prolongiert und prolongiert. Obwohl jedem klar ist, daß eine Rückzahlung kaum jemals erfolgen wird. Eigentlich müßte man sie wertberichtigen. Aber das gibt die Bankbilanz nicht her.
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Dampflok94 » Di 12. Jul 2016, 09:45

Weiß eigentlich jemand wie die Beteiligung der Eigentümer aussehen soll? Bei (deutschen) Kreditgenossenschaften gäbe es die Nachschußpflicht. Aber wie soll das bei einer Aktiengesellschaft aussehen? Haben eigentlich inzwischen alle Bank-AGs in Europa Namensaktien? Sollte es noch Inhaberaktien geben, wüßte man ja nicht mal an wen man sich wenden müßte.
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Tom Bombadil » Di 12. Jul 2016, 09:48

Dampflok94 hat geschrieben:(12 Jul 2016, 10:39)

Aber das gibt die Bankbilanz nicht her.

Tja, dann muss die Bank eben Insolvenz anmelden, so wie jedes andere Unternehmen auch, dass durch Misswirtschaft in den Ruin geführt wurde.
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Dampflok94 » Di 12. Jul 2016, 10:00

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Jul 2016, 10:48)

Tja, dann muss die Bank eben Insolvenz anmelden, so wie jedes andere Unternehmen auch, dass durch Misswirtschaft in den Ruin geführt wurde.

Ich glaube diese Diskussion hatten wir schon mal. ;)

Und die Gründe, warum man das nicht will, haben sich nicht geändert.
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Tom Bombadil » Di 12. Jul 2016, 10:04

Dampflok94 hat geschrieben:(12 Jul 2016, 11:00)

Und die Gründe, warum man das nicht will, haben sich nicht geändert.

Das ist pure Panikmache, geschürt von Bänkstern, die ihre Pfründe nicht verlieren wollen. In den USA sind hunderte Banken nach der Finanzkrise Pleite gegangen, den Banken in den USA geht es heute besser als denen in Europa. Dass für Banken der Reinigungsmechanismus der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt wird, verschlimmert das Problem nur immer mehr.
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Dampflok94 » Di 12. Jul 2016, 10:53

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Jul 2016, 11:04)

Das ist pure Panikmache, geschürt von Bänkstern, die ihre Pfründe nicht verlieren wollen. In den USA sind hunderte Banken nach der Finanzkrise Pleite gegangen, den Banken in den USA geht es heute besser als denen in Europa. Dass für Banken der Reinigungsmechanismus der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt wird, verschlimmert das Problem nur immer mehr.

In Europa sind auch schon Banken pleite gegangen. Es kommt immer auf die Bank und ihre Bedeutung an. In den USA würde nach den gemachten Erfahrungen niemand mehr die Gebrüder Lehman pleite gehen lassen. Bei der First Bank of Little-Oopsy sieht das eben anders aus.

In Italien haben alle Großbanken ein Problem. Und damit hat die gesamte Volkswirtschaft ein Problem.
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Tom Bombadil » Di 12. Jul 2016, 12:09

Dampflok94 hat geschrieben:(12 Jul 2016, 11:53)

In Europa sind auch schon Banken pleite gegangen.

Offensichtlich waren es zu wenig Banken, wenn es jetzt schon wieder bzw. immer noch Probleme gibt.

In den USA würde nach den gemachten Erfahrungen niemand mehr die Gebrüder Lehman pleite gehen lassen.

Reine Spekulation.

In Italien haben alle Großbanken ein Problem. Und damit hat die gesamte Volkswirtschaft ein Problem.

Die hat sowieso ein Problem, der ital. Staat ist ja auch klamm, weswegen jetzt die EU einspringen soll. Dem Wahnsinn muss ein Ende gemacht werden, wer irgendwo investiert, muss auch damit rechnen, dass sein Investment den Bach runtergeht, das muss auch für Investoren bei Banken gelten, die "Systemrelevanz" gibt es nicht, wer seine Bank nicht genug gegen äußere Risiken absichert, der hat einen teuren Managementfehler begangen.
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Realist2014 » Di 12. Jul 2016, 12:12

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Jul 2016, 13:09)

Offensichtlich waren es zu wenig Banken, wenn es jetzt schon wieder bzw. immer noch Probleme gibt.


Reine Spekulation.


Die hat sowieso ein Problem, der ital. Staat ist ja auch klamm, weswegen jetzt die EU einspringen soll. Dem Wahnsinn muss ein Ende gemacht werden, wer irgendwo investiert, muss auch damit rechnen, dass sein Investment den Bach runtergeht, das muss auch für Investoren bei Banken gelten, die "Systemrelevanz" gibt es nicht, wer seine Bank nicht genug gegen äußere Risiken absichert, der hat einen teuren Managementfehler begangen.


Es hat den Eindruck, das einige italienische Banken ihre Hausaufgaben bezüglich Eigenkapital nicht gemacht haben...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Realist2014 » Di 12. Jul 2016, 12:14

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Jul 2016, 11:04)

Das ist pure Panikmache, geschürt von Bänkstern, die ihre Pfründe nicht verlieren wollen. In den USA sind hunderte Banken nach der Finanzkrise Pleite gegangen, den Banken in den USA geht es heute besser als denen in Europa. Dass für Banken der Reinigungsmechanismus der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt wird, verschlimmert das Problem nur immer mehr.



wer genau sind denn diese "Bankster"?


Die Eigentümer (Aktionäre) der Banken - oder die Manager?
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Dampflok94 » Di 12. Jul 2016, 12:50

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Jul 2016, 13:09)Offensichtlich waren es zu wenig Banken, wenn es jetzt schon wieder bzw. immer noch Probleme gibt.

Zu wenige? Meinst Du das ernst?
Reine Spekulation.

Jein. Jeder hat gesehen was die Folgen waren. Mit einem Bruchteil der Kosten, die diese Pleite verursacht hat, hätte man Lehman retten können. Natürlich kann niemand beweisen, daß man erneut so dämlich wäre, auch ich nicht. Aber irgendwie glaube ich denn doch an die Lernfähigkeit der Menschen.
Die hat sowieso ein Problem, der ital. Staat ist ja auch klamm, weswegen jetzt die EU einspringen soll. Dem Wahnsinn muss ein Ende gemacht werden, wer irgendwo investiert, muss auch damit rechnen, dass sein Investment den Bach runtergeht, das muss auch für Investoren bei Banken gelten, die "Systemrelevanz" gibt es nicht, wer seine Bank nicht genug gegen äußere Risiken absichert, der hat einen teuren Managementfehler begangen.

Nach dem großen Bankensterben wäre Italien nicht mehr klamm sondern am Ende. Dagegen wäre Griechenland ein völlig zu vernachlässigende Kleinigkeit. Denn doch, es gibt die Systemrelevanz. Aber das wird natürlich nur dem klar, der wenigstens ansatzweise eine Ahnung davon hat, welche Bedeutung Banken in einer modernen Volkswirtschaft spielen.
Einige wollen offensichtlich den Prinzipienreiter geben. Und wenn alles dabei den Bach runter geht, es ist ihnen völlig Wurst. :mad:
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Dampflok94 » Di 12. Jul 2016, 12:56

Realist2014 hat geschrieben:(12 Jul 2016, 13:12)

Es hat den Eindruck, das einige italienische Banken ihre Hausaufgaben bezüglich Eigenkapital nicht gemacht haben...

Der Eindruck täuscht nicht. Allerdings das allein ist es nicht. Wenn es stimmt, daß bei der Banca Monte dei Paschi di Siena 40% der Kredite wohl eigentlich in den Orkus müßten, dann ist das eine Größenordnung, die keine Bank dieser Welt verkraften könnte. So viel Eigenkapital hat niemand. Man hat es schlicht verabsäumt die faulen Äpfel langsam aber sicher auszusortieren. Und ab einem bestimmten Zeitpunkt, war dann genau deswegen auch gar nicht mehr daran zu denken Eigenkapital zu generieren.
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Tom Bombadil » Di 12. Jul 2016, 13:15

Dampflok94 hat geschrieben:(12 Jul 2016, 13:50)

Zu wenige? Meinst Du das ernst?

Wenn man sieht, dass die Banken nach nur ein paar Jahren schon wieder nach hunderten Milliarden Euro schreien...

Mit einem Bruchteil der Kosten, die diese Pleite verursacht hat, hätte man Lehman retten können.

Auch wieder spekulativ und wer weiß, ob Lehman nicht heute noch tiefer in der Scheiße stecken würde, mit noch höheren Kosten...

Nach dem großen Bankensterben wäre Italien nicht mehr klamm sondern am Ende.

Das sind die üblichen Horrorszenarien. Selbst wenn alle Banken sterben würden gäbe es sehr schnell wieder neue Banken und da das Einlagensicherungssystem greift, wäre auch niemand von heute auf morgen komplett mittellos. Den Zahlungsverkehr halten in der Zwischenzeit staatliche "Banken" aufrecht. Wer natürlich sein ganzes Vermögen in die Aktien einer Bank investiert hat, der muss für seine Dummheit büßen.

Aber das wird natürlich nur dem klar, der wenigstens ansatzweise eine Ahnung davon hat, welche Bedeutung Banken in einer modernen Volkswirtschaft spielen.

:x Jetzt wird die "du hast keine Ahnung"-Karte gespielt. Ich hab den Scheiß studiert. Die EZB flutet den Markt mit Geld, trotzdem wird zu wenig investiert, da wird die Rolle der Banken wohl überschätzt. Die Geldschwemme treibt nur die Aktien und Immobilienpreise hoch, da baut sich schon wieder die nächste gigantische Blase auf.

Einige wollen offensichtlich den Prinzipienreiter geben. Und wenn alles dabei den Bach runter geht, es ist ihnen völlig Wurst. :mad:

In den USA ist eben auch nicht "alles den Bach runtergegangen", das sind die schon beschriebenen Horrorszenarien, die an die Wand gemalt werden, um dem Bürger das Geld aus der Tasche zu ziehen, damit Investoren bloß kein Geld verlieren. Diese Politik der privaten Gewinne und öffentlichen Verluste ist hochgradig asozial.
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Tom Bombadil » Di 12. Jul 2016, 13:16

Dampflok94 hat geschrieben:(12 Jul 2016, 13:56)

Man hat es schlicht verabsäumt die faulen Äpfel langsam aber sicher auszusortieren.

Und für diese Managementfehler soll ich jetzt mit meinen Steuern aufkommen, damit die nächste Generation Bänkster sich wieder die Taschen mit Boni und Prämien vollmachen kann und dann verbrannte Erde hinterlässt? Nee, danke, nicht mit mir.
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Re: Der Bankenkrise dritter Teil

Beitragvon Realist2014 » Di 12. Jul 2016, 13:17

Tom Bombadil hat geschrieben:(12 Jul 2016, 14:15)

. Die EZB flutet den Markt mit Geld, trotzdem wird zu wenig investiert, da wird die Rolle der Banken wohl überschätzt. Die Geldschwemme treibt nur die Aktien und Immobilienpreise hoch, da baut sich schon wieder die nächste gigantische Blase auf.


I.


bei den Aktien stimmt das nicht... ( deine anderen Punkte stimmen)

ein Blick auf die ( europäischen) Börsen genügt.
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