Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon H2O » Di 12. Dez 2017, 11:50

Polibu hat geschrieben:(12 Dec 2017, 11:35)

Sehr christliche Einstellung von dir.


Ach Herrje, Sie sind also Christ? Ja, dann wird mir vieles klar! :D Aber kommt mir sehr gekannt vor: Je weiter weg, desto schrecklicher. Christen helfen dort, wo das möglich ist. Der Samariter hat auch am Wegesrand geholfen und sich nicht ersatzweise über die armen Menschlein in 5.000 km Entfernung ereifert.
Zuletzt geändert von H2O am Di 12. Dez 2017, 11:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon Polibu » Di 12. Dez 2017, 11:53

H2O hat geschrieben:(12 Dec 2017, 11:50)

Ach Herrje, Sie sind also Christ? Ja, dann wird mir vieles klar! :D


Wer sagt denn, dass ich Christ bin? Wie kommst du auf so einen Quatsch? Habe ich damit angefangen über christliches Verhalten zu sprechen oder warst du das?
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon H2O » Di 12. Dez 2017, 11:54

Polibu hat geschrieben:(12 Dec 2017, 11:53)

Wer sagt denn, dass ich Christ bin? Wie kommst du auf so einen Quatsch? Habe ich damit angefangen über christliches Verhalten zu sprechen oder warst du das?


Ist doch klar, Mann, Stumpfsinn!
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon Polibu » Di 12. Dez 2017, 11:56

H2O hat geschrieben:(12 Dec 2017, 11:54)

Ist doch klar, Mann, Stumpfsinn!


Wenigstens weisst du deine Beiträge richtig einzuschätzen. Selbsteinsicht ist der erste Schritt zur Besserung.

ich bitte dich deine worte sorgfältiger zu wählen. nicht so aggressiv.

NN, mod
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon H2O » Di 12. Dez 2017, 12:03

Polibu hat geschrieben:(12 Dec 2017, 11:56)

Wenigstens weisst du deine Beiträge richtig einzuschätzen. Selbsteinsicht ist der erste Schritt zur Besserung.


Selber einen; wie geistreich in einem Diskussionsforum!
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon Eiskalt » Di 12. Dez 2017, 22:11

H2O hat geschrieben:(21 Oct 2017, 18:04)

So ganz nebenbei und unbeachtet haben gestern und heute Parlamentswahlen in Tschechien stattgefunden. Es sieht so aus, als ob euroskeptische Oligarchen demnächst Tschechien regieren werden. Mit Oligarchen meine ich hier Leute, die man besser nicht nach der Entstehungsgeschichte ihres wirtschaftlichen Reichtums fragen sollte.

Der "Unternehmer" Babis lehnt die Einführung des Euros ab, lehnt Beteiligung an der Flüchtlingsverteilung in Europa ab. Das finden 30% der Tschechen vernünftig. Ein weiterer "Unternehmer" Okamura (klingt sehr japanisch...) erhielt 11% dafür, daß er die Islamisierung Tschechiens verhindern will. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob in Tschechien 10 oder 20 Moslems das Straßenbild bestimmen.

http://www.zeit.de/news/2017-10/21/wahl ... t-21090802

Besonders reizvoll die Aussicht, daß ein Subventionsbetrugsverfahren der EU gegen den Wahlsieger läuft. Immerhin wird sehr wahrscheinlich die nächste tschechische Regierung von diesen beiden "Unternehmern" geführt. Keine guten Aussichten für die europäische Gemeinschaft!


Top dann wird die EU auf den ursprünglichen Kern reduziert die es dann richtig machen können.
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon H2O » Mi 13. Dez 2017, 08:56

Eiskalt hat geschrieben:(12 Dec 2017, 22:11)

Top dann wird die EU auf den ursprünglichen Kern reduziert die es dann richtig machen können.


Dazu fehlt der EU der Mut: Einfach mutwillige Regelbrecher vor die Tür setzen, oder sie von Zahlungsströmen abschneiden, oder das Schengener Abkommen gezielt aussetzen. Es gibt genügend viele Wohltaten der EU, die so mancher bitter vermissen würde.
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon Eiskalt » Mi 13. Dez 2017, 10:39

H2O hat geschrieben:(13 Dec 2017, 08:56)

Dazu fehlt der EU der Mut: Einfach mutwillige Regelbrecher vor die Tür setzen, oder sie von Zahlungsströmen abschneiden, oder das Schengener Abkommen gezielt aussetzen. Es gibt genügend viele Wohltaten der EU, die so mancher bitter vermissen würde.


Nee ich meine halt wenn die Oststaaten damit drohen auszusteigen.
Sollen die halt gehen!
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon H2O » Mi 13. Dez 2017, 11:16

Eiskalt hat geschrieben:(13 Dec 2017, 10:39)

Nee ich meine halt wenn die Oststaaten damit drohen auszusteigen.
Sollen die halt gehen!


Das Gemeine ist aber: Damit drohen die überhaupt nicht! Jedenfalls jetzt noch nicht. :cool:
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon Eiskalt » Mi 13. Dez 2017, 11:31

H2O hat geschrieben:(13 Dec 2017, 11:16)

Das Gemeine ist aber: Damit drohen die überhaupt nicht! Jedenfalls jetzt noch nicht. :cool:


Oh hab ich wohl falsch interpretiert.
Asche auf mein Haupt.

Naja wenn die sich nicht beugen wollen werden eben die Zahlungen eingestellt.
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon H2O » Mi 13. Dez 2017, 11:57

Eiskalt hat geschrieben:(13 Dec 2017, 11:31)

Oh hab ich wohl falsch interpretiert.
Asche auf mein Haupt.

Naja wenn die sich nicht beugen wollen werden eben die Zahlungen eingestellt.


Ja, das klappt aber nur über Umwege: Der EuGH verhängt Geldstrafen, und wenn der Bestrafte nicht zahlt, dann werden aus den Zuwendungen entsprechende Beträge einbehalten. So habe ich das aufgeschnappt.
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon Ger9374 » Fr 15. Dez 2017, 07:45

Es geht ein denkfehler umher in der E.U.
Doch welche Staatsführer begehen ihn?
Die Populisten mit ihrem anti E.U kurs, oder die
angeblichen pro Europäer mit ihrer Schleichfahrt zu einer weiterentwickelten E.U?!
Merkels ja aber kurs scheint niemanden wirklich zu überzeugen, macron alleine zu schwach,
zeit für ein neues denken !
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon H2O » Fr 15. Dez 2017, 08:17

Ger9374 hat geschrieben:(15 Dec 2017, 07:45)

Es geht ein denkfehler umher in der E.U.
Doch welche Staatsführer begehen ihn?
Die Populisten mit ihrem anti E.U kurs, oder die
angeblichen pro Europäer mit ihrer Schleichfahrt zu einer weiterentwickelten E.U?!
Merkels ja aber kurs scheint niemanden wirklich zu überzeugen, macron alleine zu schwach,
zeit für ein neues denken !


Beiden gelingt es vorzüglich, ihre Bürger in die Ablehnung der EU zu treiben. Vielleicht mit Absicht, weil in einer Föderation nur eine Regierung gebraucht wird, die mit den Staatsführungen der restlichen Welt verhandeln kann. Die Landesfürsten haben also viel Weltgeltung zu verlieren.
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon Orbiter1 » Mi 20. Jun 2018, 09:08

Jetzt gibt es zumindest eine (einigermaßen) stabile Minderheitsregierung in Tschechien. Die Kommunisten stützen Ministerpräsident Babis und seine ANO-Partei. Die tschechischen Kommunisten sind noch von altem Schrot und Korn. Das Zentralkommitee der Kommunistischen Partei von Böhmen und Mähren will weiterhin den Kapitalismus überwinden und das Land und die Gesellschaft in den selig machenden Sozialismus führen. Ob da Ministerpräsident und Milliardär Babis der geeignete Partner dafür ist wage ich zu bezweifeln. Egal, sie konnten durch die Stüzung der MInderheitsregierung einige Punkte ihres Programms durchsetzen. Z. B. eine Erhöhung des Mindestlohns oder eine regelmässige Rentenanpassung. Quelle: https://www.nzz.ch/international/die-ko ... ld.1395133 Vielleicht können sie ja den Sozialismus auch in der EU durchsetzen. :D
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon Europa2050 » Di 21. Aug 2018, 22:42

Tschechiens Präsident Zeman sah keine Notwendigkeit, den 50. Jahrestag der Niederschlagung des Prager Frühlings und den heldenhaften, wenn auch erfolglosen Widerstand der tschechoslowakischen Zivilgesellschaft 1968 auch nur mit einem Wort zu würdigen. Beschämend.

Aber die Zivilgesellschaft versammelte sich auf dem Wenzelsplatz. Hut ab vor unseren Nachbarn!
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon zollagent » Mi 22. Aug 2018, 07:12

Europa2050 hat geschrieben:(21 Aug 2018, 23:42)

Tschechiens Präsident Zeman sah keine Notwendigkeit, den 50. Jahrestag der Niederschlagung des Prager Frühlings und den heldenhaften, wenn auch erfolglosen Widerstand der tschechoslowakischen Zivilgesellschaft 1968 auch nur mit einem Wort zu würdigen. Beschämend.

Aber die Zivilgesellschaft versammelte sich auf dem Wenzelsplatz. Hut ab vor unseren Nachbarn!

Im Radio (SWR1) wurde dazu kommentiert, er wolle "die guten Beziehungen zu Russland nicht gefährden". :mad2:
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon Europa2050 » Mi 22. Aug 2018, 07:30

zollagent hat geschrieben:(22 Aug 2018, 08:12)

Im Radio (SWR1) wurde dazu kommentiert, er wolle "die guten Beziehungen zu Russland nicht gefährden". :mad2:


Ja, das ist die zweite Sauerei, dass man im heutigen Russland trotz Abkehr vom Kommunismus diese Ereignisse heute wieder bewertet wie unter Breschenew.

Und dass Zeman bereits vor Trump der erste Präsident im „Westen“ war, der mit massiver Unterstützung des russischen Geheimdienstes und russischem Geld an die Macht gekauft wurde, ist wohl nur so wenig bekannt, weil Tschechien einfach zu unwichtig ist.

Interessant bei unseren Nachbarn auch, dass sich die KSČ, die ja mitregiert, nie von den Vorgängen vor 1989 distanziert hat.
Da muss ich doch echt mal eine Lanze für unsere „Die Linke“ brechen, die zwar ein „linkes“ Deutschland will, aber alles in allem keine SED-Zustände glorifiziert.

Aber die Tschechen wären nicht Šwejk‘s geistige Erben, wenn sie nicht eine Lösung gefunden hätten: Der Tschechische Rundfunk übertrug einfach die Rede des slowakischen Präsidenten zum
Thema ... :thumbup:

https://www.deutschlandfunk.de/gedenken ... _id=426055
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon H2O » Mi 22. Aug 2018, 08:49

Europa2050 hat geschrieben:(22 Aug 2018, 08:30)

Ja, das ist die zweite Sauerei, dass man im heutigen Russland trotz Abkehr vom Kommunismus diese Ereignisse heute wieder bewertet wie unter Breschenew.

Und dass Zeman bereits vor Trump der erste Präsident im „Westen“ war, der mit massiver Unterstützung des russischen Geheimdienstes und russischem Geld an die Macht gekauft wurde, ist wohl nur so wenig bekannt, weil Tschechien einfach zu unwichtig ist.

Interessant bei unseren Nachbarn auch, dass sich die KSČ, die ja mitregiert, nie von den Vorgängen vor 1989 distanziert hat.
Da muss ich doch echt mal eine Lanze für unsere „Die Linke“ brechen, die zwar ein „linkes“ Deutschland will, aber alles in allem keine SED-Zustände glorifiziert.

Aber die Tschechen wären nicht Šwejk‘s geistige Erben, wenn sie nicht eine Lösung gefunden hätten: Der Tschechische Rundfunk übertrug einfach die Rede des slowakischen Präsidenten zum
Thema ... :thumbup:

https://www.deutschlandfunk.de/gedenken ... _id=426055


Tschechien liegt wirklich mitten in Europa. Wie ist das möglich, daß diese Menschen sich auf russische Beeinflussung eingelassen haben? Immerhin gibt es ja öffentliche Bekundungen, daß man den Russen keinen Schmerz zufügen möchte, indem man an die Niederschlagung des "Sozialismus mit menschlichem Angesicht" erinnert.

Nein, Schwejk ist eine Gestalt der tschechischen geistigen Eliten. Natürlich gibt es die, politisch beginnend mit Alexander Dubtschek (einem Slowaken!), Waclaw Havel und sicher viele andere. Ich glaube nie und nimmer, daß die auf primitive Stänker wie Waclaw Klaus und Milos Zeman oder Minsterpräsidenten vom Schlage Babis herein fallen würden. Aber die politischen Mehrheiten sind anders, leider, und ihre Zusammenarbeit mit der EU ist pro-russisch und damit gegen die Interessen der EU.

Man darf deshalb dieses herzerwärmende Bild vom braven Schwejk nicht auf das ganze Volk übertragen... so zu sagen jeder Tscheche ein Schwejk. So wie nicht jeder Deutsche eine Wiedergeburt Alexander von Humboldts ist, auch: leider!
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon Europa2050 » Mi 22. Aug 2018, 09:09

H2O hat geschrieben:(22 Aug 2018, 09:49)

Tschechien liegt wirklich mitten in Europa. Wie ist das möglich, daß diese Menschen sich auf russische Beeinflussung eingelassen haben? Immerhin gibt es ja öffentliche Bekundungen, daß man den Russen keinen Schmerz zufügen möchte, indem man an die Niederschlagung des "Sozialismus mit menschlichem Angesicht" erinnert.

Nein, Schwejk ist eine Gestalt der tschechischen geistigen Eliten. Natürlich gibt es die, politisch beginnend mit Alexander Dubtschek (einem Slowaken!), Waclaw Havel und sicher viele andere. Ich glaube nie und nimmer, daß die auf primitive Stänker wie Waclaw Klaus und Milos Zeman oder Minsterpräsidenten vom Schlage Babis herein fallen würden. Aber die politischen Mehrheiten sind anders, leider, und ihre Zusammenarbeit mit der EU ist pro-russisch und damit gegen die Interessen der EU.

Man darf deshalb dieses herzerwärmende Bild vom braven Schwejk nicht auf das ganze Volk übertragen... so zu sagen jeder Tscheche ein Schwejk. So wie nicht jeder Deutsche eine Wiedergeburt Alexander von Humboldts ist, auch: leider!


Sie sind ja erwiesenermaßen ein Polenkenner. Deshalb ganz wichtig: Tschechen und Polen unterscheiden sich in der Bewertung historischer und zeitgenössischer Vorgänge, wie kaum andere „Nachbarschftspärchen“ in Europa.

Tschechen sind prinzipiell den Russen verbunden, mehr als jede andere Nation in Europa (Serbien evtl. vergleichbar).
Mit seinem Krieg gegen die Donaumonarchie hat das Zarenreich erst den Weg zur ČSR geebnet.
Als 1938 die Westmächte die ČSR verrieten, bot Stalin ein Bündnis an, was aber an fehlender Landverbindung scheiterte.
1945 erlebten die Tschechen als Befreiung, nicht wie die Polen als erneute Okkupation.
Wegnahme der Karpatoukraine und Niederschlagung des Prager Frühlings schrieb man „irgendwelchen“ Kommunisten zu, nicht den Russen.

Das alles ist schon eine andere Vorgeschichte als polnische Teilungen, Polnisch-Sowjetischer Krieg, Molotow-Ribbentrop-Pakt und Verrat am Warschauer Aufstand.

Wenn aber jetzt russische Nationalisten und Kommunisten Hand in Hand mit ihren tschechischen Statthaltern den Leuten das Gedenken an 1968 nehmen wollen - das könnte die tschechische Seele tatsächlich ärgern...
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Re: Tschechien wählt mehrheitlich Gegner der EU

Beitragvon H2O » Mi 22. Aug 2018, 09:18

Europa2050 hat geschrieben:(22 Aug 2018, 10:09)

Sie sind ja erwiesenermaßen ein Polenkenner. Deshalb ganz wichtig: Tschechen und Polen unterscheiden sich in der Bewertung historischer und zeitgenössischer Vorgänge, wie kaum andere „Nachbarschftspärchen“ in Europa.

Tschechen sind prinzipiell den Russen verbunden, mehr als jede andere Nation in Europa (Serbien evtl. vergleichbar).
Mit seinem Krieg gegen die Donaumonarchie hat das Zarenreich erst den Weg zur ČSR geebnet.
Als 1938 die Westmächte die ČSR verrieten, bot Stalin ein Bündnis an, was aber an fehlender Landverbindung scheiterte.
1945 erlebten die Tschechen als Befreiung, nicht wie die Polen als erneute Okkupation.
Wegnahme der Karpatoukraine und Niederschlagung des Prager Frühlings schrieb man „irgendwelchen“ Kommunisten zu, nicht den Russen.

Das alles ist schon eine andere Vorgeschichte als polnische Teilungen, Polnisch-Sowjetischer Krieg, Molotow-Ribbentrop-Pakt und Verrat am Warschauer Aufstand.

Wenn aber jetzt russische Nationalisten und Kommunisten Hand in Hand mit ihren tschechischen Statthaltern den Leuten das Gedenken an 1968 nehmen wollen - das könnte die tschechische Seele tatsächlich ärgern...


Selbstverständlich erklärt die Vorgeschichte einiges. Nach 50 Jahren, davon immerhin fast 30 Jahre spannungsloser Zusammenarbeit mit den Nachbarn im Westen, erwarte ich schon einen sehr kritischen Blick auf das, was derzeit von Rußland ausgeht. Die geistige Elite Tschechiens ist in dieser Angelegenheit völlig unverdächtig.

Geradezu schmerzhaft, was zur Zeit dort politisch möglich ist. Populisten... auf Dummenfang, fast wie zu Hause. :mad2:

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